Logo weiterlesen.de
Diagnose Pferdefieber

Als Boxennachbar der Familie Schmidt und der Stute „Casey“ konnte ich die Wandlung dieses Pferdes vom „Stallschreck“ zu einem geachteten Mitglied der Stallgemeinschaft aus der Nähe erleben. Der Autor verfügt über eine Charakterqualität, die Waldemar Seunig „Reitertakt“ nennt und beschreibt als „besondere Veranlagung, im gegebenen Moment gerade das Richtige, durch den Bewegungsmechanismus und den seelischen Zustand des Pferdes Gebotene zu tun, oder das Falsche zu unterlassen.“ (W. Seunig: Von der Koppel bis zur Kapriole, 5. Aufl. 1973, S. 45)

Die Wandlung Caseys geschah gewaltfrei, das ließ das Vertrauen des Pferdes wachsen. Reiterliches Können und ein hohes Maß an „Anempfindungsvermögen“ (W. Seunig, a. a. O.) ermöglichten es dem Reiter, seines Pferdes Grundbedürfnisse zu erfüllen: physische Sicherheit und psychische Geborgenheit.

Der Autor bricht eine Lanze für die Bodenarbeit. Diese bietet den Vorteil der schnelleren Belohnungsmöglichkeit (des besseren Timings) und das Vervollkommnen einer auf Respekt und Zuneigung gegründeten gemeinsamen „Sprache“ in größerer Ruhe.

Die Wertschätzung, die ein vor Angst panisches Pferd dabei erfährt, hat Caseys seelisches Gleichgewicht so sehr stabilisiert, dass sie nun ihre Freude an der Beziehung für jedermann sichtbar ausdrücken kann.

- Frigga Lamm -

 

Mein Dank!

Mein besonderer Dank gilt meiner Frau Bianca, ohne deren Hilfe und Unterstützung uns die umfangreiche Arbeit mit den Pferden gar nicht möglich wäre.

Meinen Kindern Vivien, Julie und Leonie, bei denen das „Pferd“ immer an erster Stelle steht. Sie haben mit ihren Recherchearbeiten und Texten maßgeblich zur Fertigstellung dieses Buches beigetragen.

Unseren Reitbeteiligungen Sarah und Leonie, die durch ihr Reiten und ihren Umgang mit unseren Pferden dazu beitragen, dass Casey und Dolly so sind, wie sie sind.

Maria und Berthold Berkenheide, die unseren Pferden und der Stallgemeinschaft Tag und Nacht ein wohliges Zuhause bieten und jederzeit auf die Wünsche jedes Einzelnen eingehen.

Hedwig Berkenheide – „die gute Seele“ – danke ich für ihre spezielle liebe Art uns und den Pferden gegenüber. Ein Segen für jedes Pferd. Mit ihren fast 80 Jahren lässt sie es sich nicht nehmen, noch jeden Tag selber zu füttern. Da wird lieber der Futterwagen als Rollator genutzt als darauf zu verzichten. (Mehr Pferdemensch geht nicht.)

Unseren Tierärzten Dr. Schürfeld und Dr. Seidewitz, die auch morgens um 4 Uhr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ärzte mit Berufung!

Unserer Stallgemeinschaft, in der selbstverständlich auch unterschiedliche Meinungen und Interessen vertreten werden, aber grundsätzlich bei wirklich jedem das Wohl des Pferdes oberstes Gebot ist. (Wir finden es schön mit Euch!)

Frigga Lamm für ihre ehrlichen Worte und ihre ehrliche Kritik. Sie ist ein Unikat und da, wenn man sie braucht.

Michael Maurer, dafür, dass er uns an seinem Fachwissen teilhaben lässt.

Ein großes Dankeschön auch an Rabea, Martin und Heinrich, die mit ihrer Stallarbeit jeden Tag dafür sorgen, dass unsere Pferde ein frisches Strohbett haben, welches manchmal so einladend aufbereitet wird, dass man selbst auch in der Box zu schlafen vermag.

Mein Dank an Anja Papst, eine Reitlehrerin, die es mit Ruhe und Gelassenheit schafft, auch etwas ängstlichen Reitschülern und Diskussionsreitern richtiges Reiten zu vermitteln.

Danke an meine Lektorin, Frau Pack. Ohne ihre Hilfe hätte ich das Buch wohl nicht fertiggestellt.

Wenn auch nur ein einziger Leser hierdurch den Weg zum Herzen seines Pferdes findet, hat sich unsere Arbeit schon gelohnt.

Ingo Schmidt

Diagnose Pferdefieber

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Unter Mutters Augen

Der Reiter

Pferdepflege

Ratgeber Hufe

Einleitung

1. Allgemeines zum Pferdehuf

2. Was sollte ich bei der Hufpflege beachten?

3. Warum sollte ich mein Pferd beschlagen?

4. Welche Möglichkeiten des Hufschutzes gibt es?

5. Welche Hufbearbeiter gibt es?

6. Wie finde ich den für mich richtigen Hofbearbeiter?

7. Welche Pflichten hat mein Hufbearbeiter?

8. Was sind meine Pflichten als Kunde?

9. Welche Bedingungen sollte mein Beschlagplatz erfüllen?

10. Wie bereite ich mein Pferd auf den Beschlag vor?

11. Tipps und Tricks für ängstliche Pferde

Michael Maurer und die Gesundheit von Pferd und Reiter

Das Anlegen der Trense (eine Qual?)

Bodenarbeit

Die Führposition im Westernstil

„Hinter meinem Rücken“

„Ringelreigen“

Führen im klassischen Stil

Weichen mit der Hinterhand

Weichen mit der Vorhand

Seitwärtsverschiebung

Stillstehen

Übungen mit den Pylonen

Pylonenslalom vorwärts

Pylonenslalom rückwärts

Slalom mal anders!

Übungen mit ein bis zwei Stangen

Das Schrittchenspiel

Lektionen im Stangenkorridor

Angst in der Bodenarbeit – Mut lässt sich lernen

Plastikplane

Flaggen – Fahnen

Angst ist der große Feind des Reiters

Erschrecken

Fluchtreflex

Antrainierte Angst durch den Menschen

Arten der Angstbewältigung

Imitation und Kumpelpferd

Aktiv oder passiv bewältigen

Reflexionen zur Angst

Angst vor Nähe

Die Sache mit der Aura

Ein gut gemeinter Klaps und seine fatalen Folgen

Kopfscheue Pferde

Lösende Übungen für Pferd und Mensch

„Erfolgsgeschichte“

Charaktere

Die vier Grundcharaktere

Aggressivität

Arten der Aggression

Bösartige Pferde gibt es nicht

Reiten im Gelände – Ausreiten

Regeln für das Reiten im Gelände

Grundübungen im Geländereiten

Vorbereitung fürs Gelände

Spaziergänge zum Kennenlernen des Geländes

Der erste Ausritt

Gefühl und Lob

Würdevoller Umgang

So sehen glückliche Reiter und glückliche Pferde aus

Mit freundlicher Unterstützung von:

Image

Einleitung

Diagnose Pferdefieber:

In Deutschland gibt es ca. 1,2 Mio. Pferde und fast doppelt so viele Pferdefreunde. Schätzungsweise 10% leiden unheilbar unter „Pferdefieber“, einer Bindung zwischen Pferd und Reiter, die durch 100% Vertrauen, Hingabe und Liebe geprägt ist. Wer wie wir darunter „leidet“ hat sein Glück gefunden. Wer noch nicht infiziert ist, kann sich mit Geduld und Einsatz das Gleiche erarbeiten. Die Voraussetzung dafür ist, eigenes Vertrauen zum Pferd zu schaffen.

Was Casey uns gelehrt hat:

Seit ich 7 Jahre alt war, reite ich. Heute bin ich 46 Jahre alt und habe schon viele tolle Pferde erlebt, aber ich musste erst auf Casey treffen, um das Verhalten eines Pferdes richtig verstehen zu lernen. Casey ist eine 7 Jahre alte Irish Cob Stute. Sie ist ein Wildpferd und zeichnet sich durch ihre ungestüme, ungebrochene und eben wilde Art aus. Seit einem Jahr ist sie nun bei uns und ich kann sagen, dass sie sich diesen ursprünglichen Charakter erhalten hat, dennoch hat sie ein Riesen-HERZ und sie ist sehr liebevoll.

Casey ist mit ihren 7 Jahren eines der wenigen Pferde, die noch im irischen Stammbuch eingetragen ist, das von der Irish Cob Society geführt wird.

Heute denke ich, dass nicht nur wir Casey ausgesucht haben, sondern sie auch uns. Casey war eigentlich nicht das Pferd, welches wir uns bei einem Händler ansehen wollten. Im Vorbeigehen an ihrer Box blieben unsere Blicke jedoch an ihr hängen. Mein erster Gedanke war, das ist „unser Pferd“, genauso wie sie ist. Heute glaube ich, dass diese Begegnung Liebe auf den ersten Blick war.

Wir vereinbarten mit dem Händler einen neuen Termin, um den Kauf zu überdenken und dann Probe zu reiten. An dem besagten Tag ritten wir also Probe, was aber nur einigermaßen gut klappte. Danach war uns klar, dass wir noch einiges an Arbeit investieren müssten, aber wir trafen dennoch die Entscheidung, Casey zu kaufen.

Heute weiß ich, dass sie zu unserem Termin entweder „runter gehetzt“ oder aber unter Relaquine, einem Beruhigungsmittel für Pferde, gesetzt worden war. Beides ist leider nicht unüblich bei einigen Händlern.

Sie erwies sich als wild und ungestüm. Wenn es nach einigen Stallnachbarn sowie dem Hufschmied und dem Tierarzt gegangen wäre, dann hätten wir sie in den ersten vier Wochen aus Sicherheitsgründen wieder abgeben sollen. Wir mussten uns oft anhören, dass sie eine Gefahr für die Umwelt sei. Wild und unberechenbar!

Image

Ich habe drei Töchter, Vivien 19, Julie 16 und Leonie 9. Vivien und Julie können bereits gut Reiten, Leonie ist auf dem besten Weg und lernt es noch. Um unseren Umgang mit den Pferden sicherer zu gestalten, nahmen wir an einem Seminar bei Michael Maurer teil. Dieser stand uns mit seinem Fachwissen mit Rat und Tat zur Seite.

Es entwickelte sich eine Beziehung zwischen unserer Stute Casey und mir, die ich nur schwer beschreiben kann, ohne kitschig zu klingen. Casey hatte sich vor allem auf mich fixiert, was anfangs für Traurigkeit bei meinen Kindern sorgte. Also kauften wir Dolly, ein tolles westfälisches Endmaßpony mit 1a Herkunft. Sie ist sehr brav im Umgang und hat die besten Manieren. Sogar zum Äppeln draußen ist sie sich zu fein, dafür geht sie lieber in eine bestimmte Ecke ihrer Box.

Image

Unsere beiden Pferde hatten verschiedene Probleme. Das Reiten auf Casey erwies sich als anstrengend, sehr hart im Maul und folglich als ein ständiger Kampf, wer das Sagen hat und in welche Richtung es geht. Dolly dagegen ließ sich super reiten, hatte jedoch Angst vor den Pferden auf der Weide. Sobald sie auf der Weide war, wollte sie sofort wieder zurück in ihre Box. Casey war ein großer Liebling auf der Wiese und wurde laut bewiehert, wenn sie kam.

Nun zeigte sich eine tolle Charaktereigenschaft Caseys, die wir auch heute noch an ihr schätzen. Sie stellt sich an Dollys Seite und beschützt sie vor den anderen Pferden. Sie hat Dollys Ängste verstanden und passt wie eine große Schwester auf sie auf.

Auch meine Verbindung zu Casey wuchs weiter mit jeder Minute, die wir miteinander verbrachten. Oft war die Arbeit mühevoll und enttäuschend, denn schon Kleinigkeiten, die für andere normal waren, gestalteten sich bei uns als Problem. Hufe geben beispielsweise konnte und kannte sie überhaupt nicht, es ist und war ein Kampf, bei dem man schon vorher ins Schwitzen kam. Das erste Mal beim Hufschmied gestaltete sich als große Katastrophe und funktionierte danach nur noch mit Sedierung. Das zweite Mal rannte sie durch ein geschlossenes Gatter und auch unzählige Stricke mussten dran glauben. Auch Halfter oder Trense anzulegen war ein Desaster. Anfangs konnten wir nur in der Box aufhalftern oder das Halfter gar nicht erst schließen. Wir machten aber kleine Fortschritte und hatten den einen oder anderen Erfolg. So konnten wir nach einigen Tagen schon den Behang und die Mähne kämmen.

Casey hatte sich zu dem Zeitpunkt einen Namen im Stall gemacht, sodass jede Kleinigkeit, und sei es nur mal ein kleiner Erschrecker, zu Getuschel und lästern führte. Ich war jedoch schon viel zu viel mit Casey beschäftigt und sah ihr Potenzial. Also schenkte ich dem Gerede meist keine Beachtung. Jedoch musste ich mich auch das eine oder andere Mal fragen, ob ich in eine Einbahnstraße fahre oder ob die Erwartungen nicht einfach zu hoch sind. Denn Casey war eben ein Wildpferd und nicht besonders gut ausgebildet. Das dachten wir zumindest. Heute weiß ich, dass Casey nicht schlecht ausgebildet war. In vielen Dingen ist sie uns und anderen Pferden weit überlegen. Diese Dinge hatte sie nur nicht von Menschenhand gelernt, sondern kannte sie bereits instinktiv aus ihrem Ursprung heraus und von ihrer Herde in Irland.

Wenn man bedenkt, dass ein Pferd auf 300 Meter Entfernung mehr sieht als ich auf 20 Meter, so kann man nachvollziehen, dass ein Pferd an unserer Haltung, Mimik und Gestik bereits vorher erkennt, wie wir heute drauf sind – bevor wir auch nur ein Wort gesagt haben.

Hinzu kommt noch ein Gedächtnis, welches besser ist als das eines Menschen. Wenn wir draußen zwei Tage hintereinander den gleichen Weg reiten und am zweiten Tag steht dort z. B. ein rotes Fahrrad am Straßenrand, welches gestern nicht da stand, dann erweckt das schon das eine oder andere Mal Caseys komplette Aufmerksamkeit. Bei mir ist es so, dass ich froh bin, wenn ich noch weiß, was ich gestern gegessen habe. Wir müssen nur lernen, es zu verstehen. Der Instinkt eines Pferdes ist viel, viel feiner als der eines Menschen. So haben sie z. B. ein fotografisches Gedächtnis.

Gedächtnis - Erinnerungsvermögen

Pferde vergessen nichts. Was sie einmal gelernt haben, ist für immer in ihrem Gedächtnis gespeichert. Neue Studien aus den USA haben ergeben, dass die Gedächtnis-Leistung von Pferden besser ist als die von Elefanten und sogar von Delphinen! Sie erinnern sich sehr lange – wenn nicht lebenslang – an Personen, andere Pferde, Orte, Situationen und Ereignisse. Das kann ein Vorteil sein, kann aber auch zum Problem werden. Haben Pferde nämlich traumatische Situationen erlebt, so sind diese sehr tief in ihrem Bewusstsein verankert. Man kann sie niemals auslöschen, aber man kann den Pferden beibringen, sie zu überwinden.

Die Arbeit mit Casey ist für mich ein Ausgleich zur Arbeit und ich finde dabei Ruhe vor den Gedanken und dem Stress, die man als Eltern so hat. Ich bin glücklich und habe das, wovon viele träumen: eine Familie mit einer wundervollen Frau und drei Mädchen, die mein ganzer Stolz sind. Das wohl Schönste auf der Welt für einen Vater. Man mag denken, „mehr geht nicht“. Doch geht! Die aufrichtige Liebe und Freundschaft eines Pferdes, die sich eigentlich jeder Pferdebesitzer wünscht. Die Beziehung zwischen mir und Casey ist ehrlich, unbestechlich und uneingeschränkt. Dabei spreche ich nicht von der Liebe, die in kitschigen romantischen Filmen gezeigt wird, sondern vielmehr von einer tiefen Verbindung, die auf tiefstem Vertrauen basiert.

Vor etwa 6 Monaten hatte ich mit Casey einen Reitunfall. Weil ich im Galopp den Zirkel zu eng geritten bin und der Hallenboden nass war, rutschte Casey aus. Sie fiel auf den Bauch und schob mich wie eine Walze vor sich her. Also lagen wir nebeneinander auf dem Boden und mein erster Gedanke war, hoffentlich ist ihr nichts passiert. Sie lag da noch 10-15 Sekunden, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen und schaute mich an. Man konnte in ihren Augen sehen, dass sie Angst hatte, dass mir was passiert sei und dass sie Angst vor einer Bestrafung hatte. Dabei wäre ich nie auf die Idee gekommen, sie dafür zu bestrafen. Schließlich war es mein Fehler. Als ich mich aufgerappelt hatte, war sie sichtlich erleichtert. Sie schnaubte und pustete mich ab, als wenn sie schauen würde, ob ich irgendwo verletzt sei. Richtig verstanden habe ich die Situation erst, als meine Frau mir später sagte, dass sie den gleichen Eindruck hatte.

Ich habe Zeit gebraucht und die Hinweise meiner Familie, um dem, was ich fühlte und wahrnahm, zu vertrauen. Die vielen kleinen Erfolge, die sich zunehmend bemerkbar machten, waren nicht auf mein reiterliches Können, welches nur durchschnittlich ist, zurückzuführen.

Es ist ja ein Phänomen, dass viele Reiter meinen, sie seien besser als andere und trotzdem haben sie ihre Pferde nicht im Griff oder ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Diagnose: Pferdefieber!" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen






Teilen