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Determination

Kapitel 1 – Ratch und sein blauer Lebensgefährte

Das Schicksal der Welt liegt nun in seinen Händen. Ratch ist ein besonderer 16-jähriger Junge im 18. Jahrhundert. Er ist ganz speziell, weil sein Leben vorgeschrieben ist. Gewissermaßen ist er so besonders, weil seine Lebenszeit zur Verbesserung der Welt dienen soll. Das ist seine Bestimmung, die ihm sein Schicksal auferlegt hat. Seine Handlungen werden darüber entscheiden, ob sein Nachfolger seinen Aufgaben in der sogenannten „zweiten Zeit“, die das nächste Jahrhundert beschreibt, gerecht werden kann. Damit er sein Ziel bis zu seinem ersten Ableben erreichen kann, trägt er ein Drehbuch ähnliches Tagebuch mit sich herum, dass ihm seine Ziele voraussagt, aber nicht erklärt, wie er sie erreichen soll. Das ist seine Aufgabe. Sein Tagebuch ist nicht nur sein Leben, sondern auch ein Teil von ihm selbst. Weil er seine ganzen Erfahrungen und Erlebnisse in diesem Werk dokumentieren soll, kann sein Nachfolger dies zu seinem Vorteil nutzen.

Als einzigen Lebensgefährten bekommt er einen blauen Papageien. Eine von den Menschen zu der Zeit noch unentdeckte Art. Ratch hat die Gabe, seinen blauen Freund zu verstehen, weil er schon sein ganzes Leben lang mit ihm verbringt. Allerdings sind es nicht nur die Gesten, die er kennt. Er kann sich tatsächlich mit ihm unterhalten. Trotz dessen, dass sie sich schon ganz lange kennen, weiß Ratch nicht, wie er seinen Genossen nennen soll.

Sein Tagebuch und sein Freund sind nicht alle Dinge, die Ratch als Mittel zur Verbesserung der Welt von seinem Schicksal aus getroffen und bekommen hat. Ebenfalls ist er für das 18. Jahrhundert überdurchschnittlich intelligent. Dies ist nicht auf zuvor gelerntes Wissen durch andere Personen zurückzuführen, sondern auf den Wissensschatz, über den er schon seit Anfang seines Lebens verfügt. Man könnte sagen, dass er schlau auf die Welt kam, weil er nicht normal ist. Außerdem hat er unterschiedliche Augenfarben. Bei ihm kann man diese aber nicht so gut erkennen, weil nicht jedes Auge eine eigen Farbe hat, sondern weil sich die zwei Farben auf der selben Regenbogenhaut pro Auge befinden.

Mit diesen Segnungen und Gaben soll er nun die Erde zu einem besseren Ort machen. Allerdings wissen Ratch und sein blauer Lebensgefährte nicht, dass sie am vermeintlichen Ende ihrer Reise gerade Mal den ersten Schritt tun werden, um die „Welt zu retten“.

Kapitel 2 – Die erste Schlacht

Es ist hell, aber neblig auf der offenen See. Irgendwo auf dem Atlantik treibt Ratch mit seinem Freund herum. Allein auf einem kleinen Stück Wrack lassen sie sich durch die Strömung ins Unbekannte ziehen. Ratch trägt nur ein einfaches Hemd aus Stoff und eine bescheidene Hose. Er liegt auf dem Holz und sein Papagei auf ihm. >> Ich frag' mich, wie lange wir hier noch so vor uns hintreiben? <<, fragt er sich selbst, aber nicht in Gedanken, sondern mit seiner Stimme, sodass sein Freund ihn hören kann. >> Wenn der Nebel endlich ne Fliege machen würde, dann könnte ich nach Land schauen, aber gerade kann ich nur so weit gucken und ebenso viel sehen, wie du. <<, antwortet er zu Ratch. >> Warum weiß ich eigentlich nicht, wie du heißt <<, wirft Ratch als eine Frage zu seinem Freund, die das Thema wechselt. >> Schließlich kennen wir uns jetzt schon 15 Jahre und ich weiß nicht, wie ich die ganze Zeit nie nach deinem Namen fragen konnte. Du hast mich nie gefragt. Und wie heißt du? Weiß ich auch nicht. <<

Ratch und sein Freund schließen ihre Augen, weil sie versuchen sich auszuruhen. Einen Moment lang, genießen sie die Stille, die sie umgibt. Plötzlich rollt ein großer Schatten über ihre Gesichter. Alle beide öffnen sofort ihre Augen und schauen mit der gleichen Kopfbewegung nach links, wo sie ein riesiges Schiff entdecken, das auf einmal neben ihnen erscheint. Ratch's blauer Freund stellt sich schnell hin. Gleich danach setzt sich Ratch aufrecht und stützt sich mit seinen Händen nach hinten ab. >> Ob die uns bemerkt haben? <<, fragt Ratch. >> Ich glaub' nicht, sonst hätten wir entweder schon was gehört, oder es stände jemand an der Reling. <<

Sie wollen auf keinen Fall ihre Chance verpassen gerettet zu werden, wollen aber auch kein großes Risiko eingehen von Piraten gefangen genommen, zu werden. >> Ich habe eine Idee. Du, mein blauer Freund, könntest mal aufs Deck fliegen und nachsehen, was das für Seemänner auf diesem Schiff sind, um sicherzugehen, dass wir nicht gleich von Piraten gefangen genommen werden. <<

Zuerst überlegt sein Freund, ob er das wagen sollte. >> Okay, ich mache es. <<, antwortet er schließlich mutig und selbstbewusst. Als er losfliegt guckt Ratch ihm noch nach.

Als der Papagei auf dem Deck ankommt, kann er zuerst nichts Ungewöhnliches entdecken. Eigentlich kann er niemanden sehen, was es etwas sonderbar und somit auch ungewöhnlich macht. >> Ähhh, hallo? Ich komme in Frieden. <<

Er bleibt kurz nach der Reling stehen und guckt sich um. Auf einmal erscheint ein Käfig von oben, der ihn gefangen nimmt.

Mittlerweile hat Ratch sich auf das Wrack hingestellt und guckt noch immer gespannt zur Reling und wartet auf ein Zeichen seines Freundes. >> Ratch, Hilfe. Hilf mir! <<, sind die Worte, die er hören kann. >> Hallo? Hallo! Mein Freund!? <<

Während er weiter an dem Schiff vorbei treibt, sieht er, wie sich eine Tür in seiner Höhe an der Seite des Schiffes, direkt vor ihm, langsam öffnet. Sie macht auch laute knarrende Holztürgeräusche, weswegen er es ebenfalls hört. Ratch schaut mit einem langsam herabsinkenden Blick von der Reling zur Tür. Ohne zu zögern bindet er sich sein Tagebuch um und entscheidet sich durch sie ins Schiff zu gelangen. >> Halt durch, ich rette dich! <<, rief er noch, bevor er schließlich das Schiff betrat.

Mittlerweile sieht man den armen Papageien in einem Käfig, der ihn zwar festhielt, aber der ihm nicht zu klein ist. Ein Junge, der etwa so groß ist wie Ratch, trägt ihn mit beiden Händen zur Kapitänskajüte. Während er den Weg zur Kajüte geht, merkt man, wie das Schiff lebendiger wird, indem man immer mehr Piraten auf dem Schiff herumlaufen sieht. An manchen Punkten des Schiffes brennen ein paar Laternen, um die Grenzen vom Rumpf erkenntlich zu machen, während sie durch den dicken Nebel ihrem Kurs folgen >> Hey, lass mich hier raus du Barbar. <<, rief Ratch's Freund zu dem Jungen, während er in dem kleinen Gefängnis herumgetragen wird. Eigentlich hat er nicht wirklich was gegen Käfige. Er hat nur ein wenig Angst nicht bei Ratch, noch dazu alleine zu sein. Auf dem Weg kann man sehen, dass auch in der Kajüte Kerzen brennen, oder es zumindest künstlich erzeugtes Licht gibt, obwohl es draußen hell ist. Vor den Türen, die zum Käpt'n führen, macht der Junge halt. Zwei Piraten stehen vor der Tür. Ein junger, dunkelhäutiger, dünner Mann und ein junger, weißer, dicker Mann.

>> Ahoi Aryo und Atanasio. Ich muss den Käpt'n sprechen. <<, sagt der Junge zu den beiden.

>> Was willst du beim Käpt'n, Bernardo? <<, möchte Aryo mit einem misstrauischen Gesichtsausdruck von ihm wissen. >> Ich habe einen Vogel direkt hier auf dem Deck gefangen. <<

Aryo und Atanasio gucken sich kurz gegenseitig an und nicken einmal. >> Na gut kleiner, du kannst zu ihm. <<, spricht Atanasio zu Bernardo.

Sie öffnen die Türen zum Käpt'n für ihn. Bernardo schreitet hindurch.

Währenddessen befindet sich Ratch im Schiff. Er lässt die Tür offen, durch die er hinein gelangt, weil er so noch etwas sehen kann. Ratch hört Steine, die herum zurollen scheinen. Er glaubt, dass er sich über dem untersten Deck, der Bilge, befindet. Das macht auch Sinn, weil Steine in der Bilge zur Stabilisierung des Schiffes genutzt werden. Wenn seine Theorie also stimmt, dann befindet er sich auf dem Deck, wo Waffen und andere Fracht, wie Lebensmittel aufbewahrt werden. >> Das hier sind Kanonenkugeln. Dann könnte es gut sein, dass die Fässer dort, Pulverfässer sind. <<

Er entdeckt eine Treppe, die zum nächsten Deck führt. Genau das will und braucht er, weil er schließlich seinen blauen Weggefährten um jeden Preis retten will. Ratch steigt die Treppe hinauf. Eine Bodentür aus Holz versperrt ihm den Weg nach oben. Er versucht sie aufzuklappen. Mit jedem Versuch, sie zu öffnen, probiert er es mit mehr Kraft. >> Komm schon. Warum… willst du… nicht… aufgehen? <<, sagt er zu sich selbst, während er versucht, sie aufzubekommen. Allerdings weiß er nicht, dass sich über ihm Piraten befinden. Einer von ihnen bekommt Ratch's Aktion mit. Er unterbricht seine Versuche, weil er jemand hören kann, der misstrauisch reagiert. >>Versenk' mich doch, was ist da los? <<

Ratch hört die Stimme und begibt sich schnell von der Treppe runter. Er versteckt sich hinter ihr. Außerdem vernimmt er mit seinen Ohren, wie jemand von oben, etwas wegnimmt, bevor danach die Bodentür geöffnet wird. So, wie sie aufgeht gibt Ratch kein Laut mehr von sich. >> Hallo!? <<

Der Pirat lässt die Bodentür offen und geht die Treppe vorsichtig hinunter. >> Ich weiß, dass hier jemand ist. Ich hab' gesehen, wie du versucht hast, die Klappe zu öffnen. Wenn du nicht willst, dass die ganze Crew hier sucht, dann zeigst du dich besser. <<

Was dem Pirat am Ende der Treppe schnell auffällt, ist das die Tür, durch die Ratch in das Schiff gelangte, weit offen steht. Er begibt sich sofort dorthin, um zu kontrollieren, ob er jemand sehen kann. Das Einzige, was er erblickt, ist das Stück Wrack, auf dem Ratch sich befand, das langsam im Nebel verschwindet. Draußen scheint niemand zu sein, weshalb der Pirat die Tür schließt. In diesem Deck ist nicht besonders viel Licht, aber immer noch genug, um relativ viel zu erkennen. Der Pirat beginnt eine Art Patrouille in diesem Bereich zu laufen, wobei er alles untersucht. Jeden Winkel des Lagerraums, jede Ecke und Kante. Von der Treppe aus in Richtung Bug, untersucht er alles. Ratch überlegt, ob es schlauer wäre sich zu zeigen und zu ergeben, um eine mögliche Verhandlung mit dem Piraten, oder der ganzen Crew einzugehen. >> Solltest du mich dazu verleiten, die ganze Crew hier runter zu bringen, werden wir alle mit einem Tötungsbefehl nach dir suchen und keine Gnade walten lassen, wenn wir dich finden,… um unseren Auftrag nicht zu gefährden. <<

Ratch hat eine Idee. Der Pirat geht in Richtung Bug. Ab dem Moment, indem er Ratch den Rücken zukehrt, greift er das Seil der Treppe, welches als eine Art Geländer dient, und zieht sich hoch. Während er sich hochzieht, dreht er sich gleichzeitig und schwingt sich somit erfolgreich über die Leine, auf die Treppe. Das hört der Pirat und dreht sich um. >> Ahoi Schrubber. <<, begrüßt Ratch den Piraten, als sie sich in die Augen schauen. Gleich danach steht Ratch so schnell auf, wie er kann und rennt die Treppe hinauf und durch die Bodentür hindurch. >> Heey! Bleib hier, hörst du!? <<, schreit der Pirat ihm hinterher, während dieser versucht Ratch zu fangen. Allerdings ist er nur ein wenig zu langsam, weshalb Ratch genug Zeit übrig bleibt, um die Tür zu schließen und sich drauf zulegen, ohne Rücksicht zu nehmen, ob eventuell noch andere Piraten die Situation mitbekommen. Aber er hat Glück. Allerdings nicht viel. Er befindet sich nur in solch einem Rahmen der Zeit, die es ihm ermöglicht, geradeso die Tür zu blockieren. Denn als er das tut, hört er schon, wie die nächsten Piraten zu kommen scheinen. >> Was war das?! <<, fragen sich zwei Piraten, während sie sich verwundert angucken. Ratch steht schnell auf und versucht gerade in die entgegengesetzte Richtung zu rennen, aus der er die anderen Piraten gehört hat. Noch bevor er sich verstecken kann, entdecken ihn die zwei und schreien: >> Stopp! <<

Ratch rennt weiter bis einer der zwei, eine Kugel in seine Richtung abfeuert, um als Warnschuss zu sagen, dass er stehen bleiben soll. Daraufhin hält Ratch so schnell an, wie er kann. Er hebt die Hände hoch und dreht sich langsam um. >> Schön langsam, Sprotte. <<, ermahnt der eine Pirat Ratch mit einer auf ihn gerichteten Waffe, während der andere, der geschossen hat, gerade nachlädt.

Nun läuft Bernardo in die Kapitänskajüte. So wie er stehen bleibt, so schließen sich auch die Türen hinter ihm. Überall hängen Käfige mit anderen Vögeln. Der Papagei schaut sich um. >> Käpt'n? <<,, spricht Bernardo ihn an. Dieser sitzt gerade vor einem Tisch und schreibt etwas auf ein Zettel. >> Ahoi Bernardo. <<, begrüßt ihn der Käpt'n. >> Ich, äh, habe einen… ähm Vogel direkt auf dem Deck gefangen. <<

Der Käpt'n bewegt sein Kopf aus seiner geduckten Haltung langsam aufrecht, während er seine Augen, noch am Anfang seiner Bewegung, schnell auf Bernardo und Ratch's Freund fixieren lässt.

Er schaut sich den Papageien genauer an. Er wundert sich. >> Beim Klabautermann. Ähm, Bernardo sag mir eins… hast du so einen Vogel schon mal gesehen? <<

Bernardo sieht sich das sonderbare Geschöpf noch einmal genauer an. Als er der Meinung ist, dass er so einen Vogel noch nie gesehen hat, antwortet er: >> Nein, Käpt'n. Schätze noch nie. <<

Der Käpt'n sieht noch ganz verwundert und fixiert auf den Papagei, bevor er sich rührt und etwas sagt. >> Nun denn. Es könnte ja auch sein, dass das ein Zeichen ist. Durch meine überragende Führungskraft, exotische Fluggeschöpfe zu fangen und ohne jede Rücksicht auf die Tiere selbst zu nehmen, scheint Mutter Natur, oder mein Schicksal, mir einen Gefallen tun zu wollen, indem sie mir ein noch nie zuvor da gewesenes und besonders seltenes Exemplar zukommen lassen, welches ich dann für sehr viel Geld verprassen kann. <<

Bernardo reagiert etwas verwundert. >> Aber gibt es in diesem Geschäft nicht auch Normen? <<

Der Käpt'n reagiert gelassen. >> Weißt du Junge, was bedeuten Normen in diesem Geschäft für Leute, wie uns? Schließlich leben wir ja alle… he he, vogelfrei. Hier geht's nur ums Geschäft. Ich würde nie auch nur einen Gedanken an diese falschen Aktivitäten verschwenden, wenn ich wüsste, dass sich das alles hier pekuniär, also von der Auszahlung her, nicht mehr als absolut lohnen würde. Nie war es so einfach mit einem Geschäft wie diesem so viel Reichtum zu erlangen. Besonders nicht, wenn man seine reichen Privathändler hat, so wie ich, he he he. <<, antwortet er als Bernardo fragt. >> Und jetzt hör auf Fragen zu stellen Kleiner und bring mein Schatz zu mir. <<

Bernardo beginnt, langsam und vorsichtig zum Käpt'n zu laufen. Während er das tut guckt er sich Ratch's Freund an und erkennt die Unsicherheit in den Augen des armen Tieres. >> Bitte nicht. <<, spricht der Papagei in einem Flüsterton zu Bernardo, der ihn aber leider noch nicht verstehen kann. Bernardo setzt den Käfig auf dem Schreibtisch des Käpt'ns ab. >> Sehr schön. Aus nächster Nähe betrachtet, siehst du ja sogar noch besser aus, als aus der Ferne. Es ist wirklich interessant. Tatsächlich kommst du mir aber noch nicht einmal jetzt bekannt vor. Ich mein,… vorhin das… war ja eigentlich nur gescherzt, also bis auf die Sache mit dem Geschäft. Aber jetzt, wo ich dich so, aus der Nähe beobachtet, besser erkennen kann, muss ich sagen, dass du tatsächlich fremd auf mich wirkst, mein kleiner blauer Freund. <<

Der Käpt'n hat sich förmlich über den Käfig gelehnt und schaut von oben auf den Papageien hinunter.

>> Und du siehst umso hässlicher aus. <<, spricht der blaue Freund zu dem Käpt'n, mit dem Wissen, dass er ihn sowieso nicht verstehen kann. Bernardo steht vor dem Tisch und läuft einen Schritt zurück. Mit seiner rechten Hand fasst er sich an seine linke Schulter und fährt seinen ganzen Oberarm von oben bis unten ab, weil er sich unsicher ist, ob es doch ein Fehler war, damals bei diesem Geschäft einzusteigen.

>> Hey, äh Bernardo, häng' ihn gleich da vorne hin. <<, sagt er und zeigt schon währenddessen auf einen freien Haken, der zwischen zwei Käfigen hängt. Bernardo nimmt den Käfig wieder auf und trägt ihn zu dem Platz, wo er ihn aufhängt.

>>'Tschuldigung, ist nichts persönliches. <<, spricht Bernardo zu dem Papagei und schaut ihn dabei mit einem schlechten Gewissen an. Er lässt den Käfig aber schließlich los und dreht sich um, um zurück zum Käpt'n zu gehen.

>> Danke Kleiner, das wär' dann alles. <<, spricht der Käpt'n, während er selbst schon längst wieder auf seinen Zettel stiert und weiterschreibt. Bernardo begibt sich zurück zum Eingang und zögert bevor er hindurch geht. Er sieht sich noch einmal alle Vögel mit einem schnellen Blick durch die Kajüte an und läuft dann mitfühlend durch die Türen. Aryo und Atanasio schließen die Türen hinter Bernardo wieder.

Ratch steht ein wenig besorgt vor den Piraten, die immer weiter auf ihn zukommen. >> Also. Wie bist du auf unser Schiff gekommen? <<

Er zögert und schaut sich die beiden abwechselnd an, bis er antwortet. >> Auf einem Wrack. <<, antwortet er gelassen. >> Auf einem Stück Wrack? Wie soll ich das denn verstehen? Etwa, dass du auf einem Stück Wrack hierher getrieben wurdest… zu unserem Schiff… in diesem Nebel? Ja. <<, antwortet Ratch gleich danach auf die Frage und zudem noch selbstsicherer, als er vorher war. Aber auch, weil die Piraten nach der fraglichen und unsicheren Feststellung, die von Ratch bestätigt wurde, verwirrt waren und es immer noch sind, was man an ihrer Körperhaltung und ihrem verwunderten Gesichtsausdruck erkennen kann, den sie so abrupt von gefährlich und bedrohlich, auf verwirrt und fraglich ändern. Außerdem hörten sie auf, auf Ratch zuzulaufen, was ihn auch selbstsicher macht. >> Von wo kommst du? <<, fragt der eine zu Ratch schließlich, als sie aufhörten sich anzugucken, um weiter Fragen zu stellen.

>> Ich kann und werde darüber noch keine Auskunft geben. So steht es hier drin, so steht es geschrieben. <<, erzählt er den Piraten, während er auf sein Buch zeigt. Die Piraten gucken mit dem gleichen Gesichtsausdruck, aber mit einem überraschenden Gefühl auf das Buch. >> Was ist das Junge? Ein Regelwerk, das dir verbietet Auskunft über deine Herkunft zu geben? Mehr ein Lebenswerk, als ein Regelwerk. <<, antwortet Ratch dem Piraten, ganz ruhig und gelassen. Er will den Piraten weiterhin erklären, warum er, ihnen ihre Frage nicht beantworten will. >> Aber trotzdem… ABER trotzdem bin ich der Meinung, dass wir dich sofort töten könnten. Schließlich bist du hier ein blinder Passagier, der unseren Auftrag gefährden könnte. <<, fällt der eine Pirat, Ratch ins Wort. >> Yarr, wir dürfen ihn nicht töten. Du weißt doch was der Käpt'n befohlen hat, was wir mit solchem Gesindel machen sollen. Ach ja stimmt. Jeglichen Besitz von ihm nehmen, zur Kajüte bringen und ab ins Kleinverlies mit der kleinen Made, he he hee. <<

Der Pirat lässt sein letztes „he“ ausklingen, bis seine Stimme verstummt.

Sie gucken sich kurz an und laufen gleich danach weiter auf Ratch zu. Als sie über der Klappe stehen, hören und fühlen sie, wie jemand von unten dagegen hämmert und schreit. >> VERDAMMT NOCH EINS! ÖFFNE SOFORT DIE VERDAMMTE TÜR, HERRGOTT!<<

Man sieht die Piraten von vorne, wie sie ihren Blick von Ratch abwenden und auf die Tür fixieren, welche sich genau unter ihnen befindet.

>> Beim Klabautermann. <<, sagen beide Piraten schließlich synchron. Sie sind dabei, gerade die Blockade beiseite zu räumen, um deren Kameraden zu retten. Diese Situation nutzt Ratch, um wegzurennen. Natürlich merken sie das. >> Oh nein, nicht mit mir Freundchen. <<, sagt der eine Pirat mit normaler Stimme, während er mit seiner Einhandwaffe auf Ratch zielt. Er richtet die Waffe genau auf ihn, aber will ihn nur anschießen, um ihn flügellahm zu machen. Kurz bevor der Pirat den ganzen Abzug mit seinem Zeigefinger nach hinten ziehen kann, um auf Ratch zu feuern, stößt der Pirat, der befreit werden will, die Klappe so heftig auf, dass die Klappe die Pistole trifft, wodurch der Schuss nur knapp daneben geht. Durch den Türrahmen, durch den Ratch rennen will, sieht er, wie am linken Rand vom Rahmen, ein Einschussloch erscheint und einzelne Holzsplitter wegfliegen. Er schreckt zusammen und guckt sich die Stelle an, während er weiter läuft. Dadurch verliert er seine nicht zu vernachlässigende Frontsicht aus den Augen und merkt nicht, dass sich gleich nach dem Rahmen eine dreistufige Holztreppe befindet. Er guckt wieder nach vorn und sogleich auch nach unten, weil er sich fragt, wo der Boden geblieben ist. Schlussendlich stürzt er und stößt sich seinen Kopf so, dass er sofort ihn Ohnmacht fällt.

Ratch's Freund sitzt im Käfig und denkt nach, wie er ausbrechen könnte. Während er überlegt, schaut er sich seine gefangenen Kumpanen an. Er entdeckt Vögel, deren Arten er schon mal in verschiedensten Situationen gesehen hat. Bei ihm befinden sich Tukane, Kanarienvögel, Kardinal Vögel, verschiedenste Papageienarten, Eulen wie der Fleckenkauz und sogar eine Fledermaus. Links von ihm ist ein Riesentukan und rechts von ihm ein Kanarienvogel und ein Graukardinal. >> Wow. <<, hört der Papagei. Er dreht sich um und sieht die zwei Vögel, die ihn bestaunend, also mit großen Augen, angucken. >> Ähhm… glaubst du, was ich glaube. Denkst du, was ich denke und vor allem, siehst du, was ich sehe? Äh ja, glaub' schon. <<

Er guckt die zwei Vögel an und fragt sich, ob sie wissen, dass er sie hören kann. >> Ich glaub' er kann uns hören. Echt? Dann denken wir wohl nicht dasselbe. <<

Der blaue Vogel spricht sie an. >> Ähm Hi. Wer seid ihr? Oh, wir mein Freund sind wie du… gefangen in diesen Gittern, der Herzlosigkeit. Also eigentlich meinte ich eure Namen. Unsre was? <<, der Graukardinal flüstert dem Kanarienvogel zu: >> Er meint, wie wir gerufen werden. <<

Während die zwei miteinander sprechen, guckt Ratch's Freund sie abwechselnd an. >> Ach so. Ähm… wir haben so etwas nicht. Man sagte zwar schon oft Kanarienvogel und Graukardinal zu uns, aber noch nie etwas, na ja, persönlicheres. <<

Der Papagei versteht, und antwortet: >> He, dann seid ihr genauso wie ich, namenlos… und gefangen. <<

Nachdem er seinen letzten Satz spricht, guckt er mit einer Kopfbewegung zum Boden. Er schaut nicht gerade herunter, sondern mehr schräg in die Ecke von seinem Käfig. Der Kanarienvogel und der Graukardinal springen auf und kommen näher zum Gitter. >> Ja aber weißt du nicht, wer du bist? Meinst du mein Namen? Nein, mehr dein Erscheinungsbild. <<

Der blaue Vogel guckt sich selbst an, als sage man ihm, er hätte da einen Fleck. >> Meinst du mein Gefieder? Ja, genau. Dein Gefieder ist es, was dich so selten macht. Manche sagen zwar, dass du nur eine Legende bist, aber dich gibt es wirklich. <<, fährt der Graukardinal das Gespräch des Kanarienvogels fort. >> Aha, äh… ja. Und warum nennt man mich so? Nun ja, wir wissen es zwar besser aber, die Menschen sagen, es gibt dich nicht. Angeblich bist du nur eine ausgedachte Figur aus einer Geschichte, ein Fabelwesen. Aber wie schon gesagt, wissen wir es besser. Wir haben viele deiner Art gesehen. Tief im Amazonas-Dschungel. Was, ihr meint, ich also… äh. Es gibt noch mehr von mir? Ich bin nicht der Einzige meiner Art? Ja. Aber eigentlich nahmen wir an, dass du das schon weißt und eher über die Sache mit den Menschen überrascht sein wirst, also wie sie über euch denken. <<

Er ist so verblüfft, dass er gar nicht mehr lauscht, was die beiden netten Vögel ihm eigentlich sagen, weil er gerade versucht zu realisieren, dass es noch mehr von seiner Art da draußen gibt. Der Kanarienvogel spricht den Papageien an, als er merkt, dass er ihm nicht länger zuhört. >> Ähh, Hallo? Bist du noch da? <<

Ratch's Freund wacht aus seinen Gedanken auf. >> Was, ähh ähm ja… Ich war nur kurz äh… Schon gut. <<, erleichtert ihn der Kanarienvogel. Der blaue Freund erzählt, was über sich. >> Also wisst ihr… ich bin mit einem Menschen hier. Echt? <<, wundern sich daraufhin die beiden Vögel, als sie die Reaktion erhalten. >> Ja echt! Wir sind hier auf einmal gelandet, weil dieses Schiff aus dem Nichts zu uns kam. Na ja, wir sind eher aus dem Nichts zum Schiff gekommen, aber trotzdem. <<

Er beginnt immer motivierter und fröhlicher zu sprechen, weil er erfahren hat, dass er nicht der Einzige seines Gleichen ist. Während er vor Freude nicht mehr aufhören kann zu reden, schaut er sich den Käfig genauer an. >> Er hat gesagt, dass er zu mir kommt, um mich zu retten und wenn er da ist, kann er uns auch alle befreien. Aber es muss doch einen Weg geben aus diesem Gefängnis raus zukommen. <<

Er untersucht das Schloss. >> Hach. Wieso kann es kein ganz banaler Schieberegler sein. <<

Er versucht das Vorhängeschloss zu knacken. >> Komm schon, komm schon. Vergiss es, die haben die Käfige zu fest abgeschlossen. Ja, aber wenn ich vielleicht… <<

Alle bleiben still stehen, als sie einen Schuss hören. >> Wow, was war das? <<, fragen sich die zwei Vögel.

Der Käpt'n, der gerade noch am Tisch sitzt, hört den Schuss, der abgefeuert wird. Er guckt so schnell von seinem Papier zu den Türen, dass man denken könnte, er erschrickt. Ohne seinen Kopf zu rühren, bewegt er seine Augen hektisch in mehrere Richtungen, weil er überlegt, was das gewesen ist. Nach längerem Überlegen, steht er schnell auf und geht nachschauen, was passiert ist.

Der Riesentukan ist durch den Schuss aufgewacht. >> Ahh, endlich bist auch wach. Wir dachten schon du verschläfst die ganze Reise. <<

Er reibt sich förmlich den Sand aus den Augen, während er sagt: >> 'Tschuldige Jungs, bin nur kurz eingenickt. Oh, wer bist du? Das, mein Lieber, ist er. Wer? Na er. Du kennst doch die Geschichte von ihm. Du meinst die blauen Papageien. Ja. Wow, ich hätte nie gedacht, dass ich mal jemanden wie dich hier antreffen würde. <<

Bevor der blaue Vogel reagiert, hofft er, dass der Schuss nichts mit Ratch zu tun hat.

Er räuspert sich und antwortet dann: >> Hi, ich habe gerade erst erfahren, dass es mehr von mir gibt. <<

Der Graukardinal und der Kanarienvogel erzählen dem Riesentukan alles, über was sie so gesprochen haben, seitdem sie Ratch's Freund kennenlernten.

Bernardo hat den letzten Schuss gehört und rennt sofort nach unten. Als er ankommt sieht er, wie viele Piraten um jemandem herum stehen. Er drängelt sich an allen Piraten vorbei und sieht einen Jungen auf dem Boden herum liegen. Es ist Ratch. Bernardo steht jetzt vor dem bewusstlosem Ratch und staunt. Der Käpt'n hat die Unruhe mitbekommen, als Bernardo die Kajüte verlassen hat und gesellt sich nun auch noch mit dazu. >> Was, verdammt noch mal! Was ist hier los? Wieso ist niemand mehr auf seinem Posten? Selbst der Steuermann fehlt. <<

Er spricht seine Sätze zu Ende, als er nach seinem Letzten erstaunt verstummt. >> Oh. <<, gibt er noch leise von sich, um kenntlich zu machen, dass auch er Ratch bemerkt hat. >> Trotz dessen, dass wir hier einen bewusstlosen und gleichzeitig auch blinden Passagier an Bord haben, ist das noch lange kein Grund, warum sich alle von ihren Posten wegbegeben. Ihr habt alle Anordnungen in solch einem Fall von mir erhalten und jetzt ist es an der Zeit, ihnen Gefolge zu leisten. <<

Alle staunen immer noch auf Ratch. Sie haben zwar erfahren, was sie tun sollen, wenn so etwas passiert, doch niemand hätte damit gerechnet, dass es heute, an so einem nebligen Tag von statten gehen würde. Dass sie einen blinden Passagier haben, ist aber nicht der Grund für die andauernde Aufregung. Es ist die Bewusstlosigkeit, die Ratch gleichzeitig zu bieten hat. Der Käpt'n ist weniger verwundert und merkt, dass ihm niemand zuhört. >> ALLE ZURÜCK AUF IHRE POSTEN! <<, ruft er so laut, sodass jeder denken könnte, ein Echo von diesem Geschrei gehört zu haben. Allerdings scheint das einfach nur die spätere Realisierung des Befehls zu sein, die jeder weggetretene Pirat vernimmt. Alle reagieren sofort auf sein Kommando und rufen im Chor: >> Aye, Aye Käpt'n! <<

Zumindest sagen es die meisten im Chor. Ein paar sprechen es erst später aus. Ohne Orientierung wollen sie alle zurück, weshalb manche sich gegenseitig anrempeln und beschimpfen. >> Argh, pass doch auf du Nichtsnutz. Ich werd' dich gleich Kielholen lassen, wenn du nicht selber aufpasst, du Freibeuter. Was?! Du bist doch selber einer.

Der Käpt'n wartet bis alle außer drei weg sind. >> Ah, Idioten. <<

Er dreht sich zu, Ratch um und spricht in einem leisen Ton zu ihm. >> Wie sonderbar, dass an einem Tag ein blinder Passagier bewusstlos auf diesem Deck liegt, und mir ein Papagei in die Hände fällt, den ich noch nie zuvor gesehen habe. <<

Der Käpt'n wird von dem Piraten unterbrochen, der Ratch zuerst gesehen hat und ihn versuchte zu bekommen. >> Wissen sie, als er hier hochkam, war er noch bei Bewusstsein. <<

Der Pirat kann die Mimik vom Käpt'n nicht sehen, aber als der eine Pirat das sagt, zieht er ein Gesicht, das aussagt, ob er ihn für einen Idioten hält. >> Glaubst du etwa, ich bin ein Idiot? Was, ähhäh…. das wollte ich damit nicht sagen ich… <<

Der Käpt'n unterbricht ihn. >> …Ich bin nicht der, der sich von einem Bengel hat einsperren lassen. Woher wissen sie… Ich, mein Kamerad, weiß so einiges von euch und über dieses Schiff und ihr, seid die glücklich ausgewählten Küstenschiffer, die jeglichen Besitz von ihm nehmen, mir überreichen und ihn in den Kerker werfen, kapiert? <<, spricht er zu den drei Piraten, die auf diesem Deck ihren Posten haben. Bernardo hält sich noch immer dort auf. Er ist geblieben, als die Crew wieder zurück auf ihre Posten gegangen sind. Aber er hat die Gelegenheit genutzt, um sich zu verstecken. Also weiß er jetzt auch, dass sie Ratch in den Kerker werfen wollen. Er guckt ein wenig über die Kante der Holzkiste, hinter der er sich versteckt hält. Als der Käpt'n zurück nach oben in seine Kajüte geht, duckt Bernardo sich, um nicht von ihm gesehen zu werden. Er wartet bis die Piraten ihn wegtragen.

Ratch wacht auf. Das Erste was er sieht, ist ein Gefängnis von innen. Er realisiert, dass er jetzt festsitzt. Doch anstatt auszurasten, herumzuschreien und zu rufen, dass sie ihn rauslassen sollen, bleibt er ganz ruhig in der Position liegen, in der er aufgewacht ist. Das Erste was er macht, ist zu kontrollieren, was er noch alles hat. Er merkt, dass sein Tagebuch fehlt. >> Hm, na toll. Suchst du zufällig dein kleines leeres Buch? <<, spricht auf einmal eine Stimme aus dem Nichts zu ihm. Ratch guckt sich um. Aus dem Dunkeln hervor, tritt der Käpt'n. Als er vor den Gitterstäben stehen bleibt, sieht Ratch ihn mit einem nicht wirklich verwunderten Gesicht an. Die Stimmung an sich ist ruhig. >> Sag' mir eins, Fremder. Woher kommst du? Aus dem Nebel bin ich auf einem Stück Wrack zu eurem Schiff getrieben. He, nein nein. Ich möchte nicht wissen, WIE du hier her gekommen bist, sondern woher. <<

Der Käpt'n betont das „WIE“ besonders, um die Antwort, die er von Ratch erwartet, so klar und genau, wie möglich zu halten und um klar zu machen, dass das seine Frage nicht beantwortet. Doch was er nicht weiß, ist, dass die Antwort von Ratch die Frage tatsächlich richtig beantwortet hat, zumindest so weit, wie Ratch diese Frage aktuell beantworten würde. >> Sie sind wahrscheinlich der Käpt'n auf diesem Schiff, schätze ich. Demzufolge würde ich sagen, dass sie nicht der Schlauste an Bord sind, weil es in Notsituationen, wie zum Beispiel einer bevorstehenden Schlacht so ist, dass der Steuermann, oder der Quartiermeister, oder irgendjemand ihnen ins Gewissen reden würde, wenn sie einen Befehl geben, der die Crew und das Schiff in dieser von mir besagten Notsituation nicht zum Sieg führen würde. Dieser jemand würde mit dieser Nachfrage nicht nur ihre Führungsqualitäten als Käpt'n in Frage stellen, sondern auch wissen wollen, ob sie überhaupt wissen, was man in solch einem Moment als Käpt'n unternimmt und befiehlt. Aufgrund solch einer möglichen Situation in ihrem Leben, zeige ich Verständnis dafür, dass sie aus meiner Antwort, nicht ihre Antwort herausgehört haben und werde ihnen deshalb verständlich erklären, dass ich ihre Frage sehr wohl mit dem „Woher“ beantwortet habe. <<, erklärt Ratch ganz schnell, sodass der Käpt'n beinahe nur ein paar Wörter verstanden hätte. Während dieser Erklärung, sieht man manchmal den Käpt'n, welcher ganz verwundert von der Ausdrucksweise von Ratch ist. >> Wenn sie sich an meine Antwort erinnern, habe ich vom Nebel gesprochen, aus dem ich zu euch trieb. Nun ja, da haben sie ihre Lokalbestimmung und somit auch einen Ort, wenn auch ziemlich allgemein, woher ich komme. <<

Der Käpt'n schaut noch verwunderter, als vorhin, sobald Ratch fertig ist zu antworten. Er versucht, nur die Hälfte zu verstehen und zusammenzufassen. >>Versteh' ich das richtig, du kommst aus dem Nebel? <<

Das war sie. Die Zusammenfassung, die der Käpt'n in Form einer Kurzantwort aus Ratch's Geschichte verfasst hat. >>Aye, Käpt'n. <<, antwortet Ratch, als wäre dieser Käpt'n sein wirklicher Käpt'n. >> Sehen sie. Sie haben nun mit der Antwort, die ihnen nichts sagt, ihre Frage gerade selbst beantwortet. <<

Der Käpt'n ist fürs Erste sprachlos, weil er sich so fühlt, als ob man ihm das Wort im Mund umgedreht hat. Schlussendlich kommt er dann aber darauf zurück, worauf er ursprünglich hinaus wollte und immer noch will. Er blinzelt einmal unbewusst und dann bewusst ein zweites Mal. Während er bewusst blinzelt, schüttelt er ein wenig seinen Kopf und fängt an, von seinem eigentlichen Thema zu sprechen, wie als würde er gerade aus einem Tagtraum aufwachen. >> Ha. Ich will wissen, ob der sonderbare blaue Vogel zu dir und deinem seltsamen leeren Buch gehört. Das tut er, ja. Wieso? In meiner Kajüte erschien er so plötzlich, wie du bewusstlos auf diesem Deck. <<

Ratch erfährt aus dieser Antwort, dass er sich immer noch auf demselben Deck befindet, wie zuvor. >> Nun, ich hatte gehofft, dass du mir etwas über diesen Vogel erzählen kannst. Genau so wie über dieses leere Buch. <<

Als der Käpt'n das Buch erwähnt, schmeißt er es sogleich durch die Gitterstäbe zu Ratch. Er nimmt sein Tagebuch und blättert durch. Er kann seine Ziele sehen. >> Wow, Bis heute habe nicht gewusst, dass ich der Einzige bin. Der Einzige was? <<, will der Käpt'n wissen, weil er Ratch hört. >> Der Einzige, der verstehen kann, dass man genug Fantasie braucht, um die Dinge in diesem Buch zu sehen. <<, antwortet Ratch, so gekonnt und ohne Probleme mit dieser Lüge, als wäre es die Wahrheit. In Wahrheit aber, wusste er bis heute nicht, dass er der Einzige ist, der die Ziele und Bestimmungen sehen und lesen kann. Das erklärt, warum das Buch auch ein Teil von Ratch selbst ist. >> Kannst du mir etwas über den Vogel sagen, oder nicht. Natürlich kann ich das. Schließlich habe ich ja wahrheitsgemäß gesagt, dass er zu mir gehört, als sie mich danach fragten. <<

Der Käpt'n überlegt noch kurz, welche Fragen er eigentlich stellen will und beginnt dann zu fragen. >> Gut. Ich möchte wissen was das für ein Vogel ist und woher er kommt. Nun ja,… er ist gewissermaßen ein Papagei, ein blauer Papagei. Wir kennen uns seit 15 Jahren und in dieser Zeit konnten wir herausfinden, was er für ein sonderbares Tier ist. Sonderbar? Inwiefern ist er… „sonderbar“? Ich kann mit ihm reden. In meinem Leben habe ich mitbekommen, dass es nicht so üblich ist, mit Tieren sprechen zu können. Allerdings kann ich nur sagen, dass ich ihn seit meinem Beginn der Lebenszeit bei mir als Freund und Kupferstecher habe, weshalb ich über seine Herkunft genauso wenig preisgeben werde, wie über meine. Was ich aber immer mal wieder betonen möchte ist, dass ich die Freundschaftssache und „Lebensgefährten“ Aussprache nicht so meine, dass man es möglicherweise falsch verstehen würde. Und genau diese Richtung der Bedeutung meine ich nicht. Nur um hier mal für klare Stimmung zu sorgen. Ich merke, dass wir vom Thema abschweifen. Oh, wenn du mir nichts über sein Aufenthaltsort verraten möchtest, dann lass ich dich hier verrotten. <<

Der Käpt'n erhebt langsam seine Stimme, weil er nicht seine erwünschten Informationen erhält. Er spricht diesen letzten Satz zu Ende und begibt sich von dem Gefängnis weg. >> Und ich dachte, sie lassen sie über die Planke gehen. <<, spricht Ratch noch leise vor sich hin, während der Käpt'n verschwindet. Doch dieser bekommt mit, dass er was sagt und dreht sich zu ihm um. >> Was?! <<, schreit der Käpt'n, weil er glaubt, dass Ratch ihn sonst nicht mehr hören könnte. Ratch wird lauter, weil er ahnt, dass was auf sie zukommt. >> Ist das heute nicht ein UMWERFENDER Tag, Käpt'n?! <<, spricht Ratch zu ihm und betont das Wort: „UMWERFEND“ besonders hervorgehoben. Der Käpt'n denkt sich nichts Besonderes und geht weiter. Plötzlich schaukelt das ganze Schiff, als hätten sie etwas gerammt. Daraufhin fällt der Käpt'n zu Boden. >> Oh, Oh. <<, spricht Ratch noch leise, weil er merkt, dass sie etwas bedroht.

Das Schaukeln merken auch die Vögel. In der Kajüte spürt man es so stark, dass die Käfige hin und her schaukeln und manche krachen ebenso gegeneinander. >> Was ist denn jetzt los? <<, fragt sich der Graukardinal, während das ganze Schiff schaukelt und kippelt. Alle Vögel sind besorgt und gucken hektisch hin und her, weil sie nicht wissen, was gerade passiert.

Die Crew schreit herum und geht in Angriffsformation. Sie bereiten sich auf eine Schlacht vor. Alle rennen verzweifelt und schnell auf dem Deck herum. >> ALLE MAN IN ANGRIFFSFORMATION! <<

Neben dem Steuermann steht der Quartiermeister. >> Wo ist der verdammte Käpt'n?! <<, fragt er den Quartiermeister lautstark.

Der Käpt'n liegt noch immer auf dem Boden, aber er rappelt sich auch schnell wieder auf. >> Was zum verdammten Henker? <<, fragt er sich, während er wieder aufsteht. Taumelnd steht er auf, weil das Schiff noch schaukelt. Er guckt ein weiteres Mal schnell zu Ratch. >> Was zum…? <<

Er ist verblüfft. Aufgrund seiner Zeit, die ihm zum Realisieren bleibt, merkt er zügig, dass er nach oben muss. Daraufhin rennt er so schnell, wie er kann zur restlichen Besatzung.

Der Käpt'n kommt oben an und sieht, wie alle auf dem Deck herumrennen und sich in Angriffsformation begeben. Er bewegt sich schnell zum Steuermann. >> Was in Gottesnamen geht hier vor?! Das wissen wir nicht Sir! Aber wir haben etwas oder wurden vermutlich gerammt! <<

Alle müssen sich anschreien, weil die Stimmung auf dem gesamten Schiff so unglaublich hektisch, angespannt und laut ist, weil alle in Panik versetzten Piraten herumschreien. >> Das kann doch nur was mit diesem Jungen und dem Vogel zu tun haben. <<, sagt der Käpt'n zu sich selbst.

Im nächsten Moment hören sie ein fernes Schussgeräusch einer Kanone. Auf einmal hören alle nur noch ein seltsames Geräusch, als ob etwas mit unheimlich schneller Geschwindigkeit auf sie zu geflogen kommt. Schon im nächsten Moment pfeift genau so, wie sie kracht, eine große Kanonenkugel mittendurch die Kajüte vom Käpt'n. Sie fliegt von Heck in Richtung Bug und reißt alles mit sich, was in der Kajüte steht. Die ganzen Tische, kleinen Truhen aus Holz, Schriftstücke, einfach alles außer den Käfigen, weil sie in der Luft hängen, werden zerstört. Das ganze Zeug zerspringt in lauter Einzelteile und Holzsplitter fliegen nur so durch die Gegend. Einige Teile sind so klein, dass sie in manchen Käfigen landen. Die Kugel bahnt sich ihren Weg weiterhin durch die ganze Kajüte und macht auch nicht vor den Türen halt. Sie zerschmettert sie regelrecht. Der Käpt'n, der neben dem Steuer steht und orientierungslos versucht, den Angreifer ausfindig zu machen, sieht von oben herab, wie die Kugel durch die Türen gebrettert kommt und den Großmast beschädigt.

Ratch liegt immer noch im Gefängnis und fragt sich, wie es seinem gefiederten Freund geht. Er sieht Bernardo auf ihn zu rennen, der vor dem Kerker stehen bleibt. >> Hey, du bist doch der blinde Passagier, oder? Aye. Okay, hör' zu. Hast du ein Ziel. Ich kann dir versichern, dass ich immer ein Ziel habe. <<

Bernardo ist begeistert und freut sich ein wenig, dass er jetzt vielleicht nicht mehr für sein Käpt'n arbeiten muss. >> Also, wenn ich dich befreie, darf ich dann mit dir kommen? <<

Während sich die beiden unterhalten, treffen immer mehr Kanonenkugeln auf das Schiff.

Ratch's Freund befindet sich in keinem Käfig in dem ein Holzsplitter gelandet ist. Dafür ist aber einer in dem Käfig des Riesentukans gelandet. Er denkt über die aktuelle Situation nach und hat eine Idee. >> Hey. Äh. Dürfte ich mir das mal kurz haben?<<

Der Riesentukan schaut sich den Holzsplitter genauer an. >> Was? Du meinst das Holzstück? Ja. Ich hab' ne Idee. Okay, hier hast du es. Danke. <<

Er bekommt den Splitter und versucht damit das Schloss seines Käfigs zu knacken. >> Komm' schon, komm schon. <<

Der Papagei versucht es immer weiter.

Der Käpt'n hat inzwischen herausgefunden, dass die Angreifer von hinten zu kommen scheinen. >> Wendet das Schiff um neunzig Grad und bemannt alle Kanonen! Auf mein Kommando Feuern, klar?! Aye, Sir! <<

Als der Käpt'n dem Steuermann befiehlt, auf sein Kommando zu warten, läuft er los, um sich den gefangenen Ratch vorzunehmen.

Ratch hat nichts dagegen, sein Team um ein Mitglied mehr zu erweitern. >> Klar. Wenn du willst, kannst du mit uns kommen. Uns? Ja. Ich bin nicht alleine hier. Mein Freund, der ein blauer Papagei ist, begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Er gehört zu dir? Ja, wieso? Weil ich… Weil ich ihn gefangen hab'. Das warst du? Bitte, ich habe ihm nicht wehgetan. Hmm… Okay. Ich verzeihe dir, weil ich nicht nachtragend bin und weil du uns helfen willst. Puh! Danke. <<

Bernardo ist erleichtert, weil Ratch ihm das nicht übel nimmt. >> Also weißt du, wo der Schlüssel ist? Von wa… Ach ja, der Schlüssel. Warte hier, ich hole ihn schnell. Ich warte… kann ja schlecht weglaufen. <<

Als Bernardo gerade den Schlüssel holt, sieht Ratch den Käpt'n, wie er nach unten kommt, um mit ihm zu reden. Glücklicherweise verläuft eine Holzwand bis kurz vor Ratch's Gefängnis, weshalb er Bernardo nicht ausfindig machen kann, solange sie sich nicht vor dem Kerker von Ratch begegnen. Während er auf Ratch zuläuft, erblickt er ebenfalls, wie Bernardo zurückkommt. Allerdings achtet er gerade nicht nach vorne, weil er auf die Schlüssel guckt, um zu kontrollieren, ob es auch die richtigen Schlüssel sind. Genauer gesagt schaut er, ob an dem Schlüsselbund der richtige Schlüssel ist. Weil Ratch beide sieht und er weiß, dass der Käpt'n Bernardo erwischen würde, wie er Ratch versucht zu befreien, schlägt er mit seiner Handfläche gegen die Gitterstäbe des Gefängnisses. Bernardo hört dies und bleibt stehen, weil er denkt, dass irgendwas passiert sein könnte. Aber als er Ratch sieht, der nicht in seine Richtung guckt, glaubt er, dass alles OK wäre. Bernardo läuft weiter. Ratch bemerkt auch dies und schlägt noch mal gegen das Gitter. Diesmal realisiert Bernardo, dass er eine Gestik meint. Für ihn soll sie bedeuten, dass er anhalten soll, weil Ratch's Hand eben wie eine „Stopp Hand“ aussieht, die Ratch nur an die Gitterstäbe presst, damit der Käpt'n, der auch in seine Richtung guckt, keinen Verdacht schöpft. Bernardo bleibt nur aus Reflex und Instinkt stehen, aber trotzdem versteht er die Gestik von Ratch nicht. Einige wenige Momente später sieht auch Bernardo den Käpt'n, was ihn dazu verleitet, dass er sich hinter den nahe gelegenen Fässern versteckt, damit er ihn nicht entdecken kann. In diesem Augenblick denkt Bernardo darüber nach, was Ratch ihm eigentlich sagen wollte, und es kommt ihm so vor, als ob er mit der Gestik meinte, dass er stehen bleiben soll. Also hat er sie am Ende doch verstanden.

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