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Der unheimliche Mörder

Pete Hackett

Der unheimliche Mörder

Cassiopeiapress Horror-Erzählung





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der unheimliche Mörder

 

Horror-Story von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

Träge lag der Löwe in seinem Gehege im Zoo von New York. Ein Stück von ihm entfernt lagen einige Weibchen mit ihren Jungen. Sie dösten vor sich hin. Mit neugierigem Respekt beobachteten einige Besucher des Parks die Wildkatzen. Einmal gähnte der Löwe. Dann drehte er sich herum, erhob sich, trottete zum Wasser und soff.

Ein Mann um die 50 Jahre lehnte an der Brüstung, von der aus man in das Gehege blicken konnte. Seine Haare waren schon grau. Er hatte ein schmales Gesicht, das von einem eisblauen Augenpaar beherrscht wurde. Seine Lippen waren schmal. Er starrte den Löwen an, als wollte er ihn hypnotisieren.

Grünlicher, wabernder Nebel kroch plötzlich im Gehege über den Boden. Aus dem Nebel bildete sich die Gestalt eines Löwen. Dieses Nebelgebilde wurde von dem Raubtier regelrecht aufgesaugt. Eine grünliche Aura zeichnete die Umrisse des Tieres nach. Die Zuschauer waren Zeugen. Doch niemand wagte später auszusprechen, was er gesehen hatte. Jeder glaubte, einer Sinnestäuschung erlegen zu sein.

Plötzlich warf der Löwe den mächtigen Schädel in den Nacken und stieß ein zorniges Brüllen aus.

Die Augen des Grauhaarigen flackerten. Es war, als brannte ein Feuer in ihnen. Seine Lippen waren nur noch ein blutleerer, dünner Strich. Der Löwe brüllte erneut. Einige der Besucher spürten jähe Beklemmung. Etwas schien plötzlich in der Luft zu liegen.

Unvermittelt warf sich das Raubtier herum. Mit langen Sätzen stürmte es auf eines der Weibchen zu, das sich jetzt schnell, fast erschreckt, erhob. Es riss das Maul auf und brüllte gleichfalls. Da stürzte sich der Löwe auch schon auf das Weibchen. Ein Prankenhieb traf es und ließ es zur Seite kippen. Böses Knurren, das sich aus der Kehle des Löwen löste, war zu vernehmen. Das Weibchen versuchte zu fliehen. Der Löwe sprang auf seinen Rücken und verbiss sich in seinem Nacken. Die Löwin brach zusammen. Ein paar unkontrollierte Zuckungen gingen durch ihren Körper, dann erschlaffte sie. Der Löwe begann, das Weibchen zu zerfetzen. Blut spritzte, als er ganze Stücke Fleisch aus dem Körper riss.

Der Wärter, der mit einer Wanne voll Fleisch gekommen war, um die Löwen zu füttern, musste hilflos zusehen.

Der Grauhaarige wandte sich ab. Das Flackern in seinen Augen war erloschen. Es hatte einem triumphierenden Ausdruck Platz gemacht. Langsam schritt er davon. Die Kraft, die er seit geraumer Zeit in sich spürte, hatte an diesem Tag die Oberhand gewonnen. Es waren dunkle Mächte, die von ihm Besitz ergriffen hatten. Schwarzmagische Einflüsse, die er über Jahre hinweg beschworen hatte, lenkten und leiteten ihn.

Das eben war nur eine Probe dessen gewesen, wozu er in der Lage war.

Er hatte den Löwen zu seinem willenlosen Werkzeug gemacht.

Ein diabolisches Grinsen kräuselte die Lippen des Mannes.

Jetzt war das Tier wieder friedlich. Der grünliche Nebel hatte den Körper wieder verlassen, kroch dicht über dem Boden davon und verschwand zwischen den Felsen, die sich im Gehege befanden. Der Löwe trottete zurück zum Wasser, um zu saufen. Das Weibchen lag zerfetzt im Gras.

Wenig später traf der Zoodirektor ein. Einige Männer aus der Verwaltung begleiteten ihn. Der Wärter hatte Manson alarmiert. Jetzt sagte der Mann zu seinem Chef: »Es geschah aus heiterem Himmel, Sir. Der Löwe war beim Wasser und wollte saufen. Plötzlich warf er sich herum und stürzte sich auf das Weibchen. Er war wie von Sinnen, wie ferngesteuert. Einige Minuten gebärdete er sich wie verrückt, dann ließ er unvermittelt wieder von dem toten Weibchen ab und war genauso ruhig wie zuvor.«

Der Wärter verschwieg seine Beobachtung, den grünen Nebel betreffend.

Die Zuschauer waren verschwunden. Auch von ihnen wollte sich keiner zu dem Vorgang äußern.

»Seltsam«, murmelte der Zoodirektor. »Hat das Tier in den vergangenen Tagen schon einmal irgendwelche Aggressionen an den Tag gelegt?«

»In keiner Weise«, erwiderte der Wärter. »Zwischen ihm und den Weibchen herrschte absolute Eintracht.«

 

*

 

George Randall war Lieutenant bei der Mordkommission Manhattan. Seine Wohnung befand sich in der Perry Street in West Village. Er war mit Sandy Mercer verlobt. Sein Liebesleben war ausgeglichen. Sein Job machte ihm Spaß. Er war mit sich und der Welt zufrieden.

Es war 19 Uhr, als er seine Wohnung, eine richtige Junggesellenbude, betrat. Es gab ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer, ein kleines Arbeitszimmer, Küche und Bad.

Randall ging unter die Dusche. Das heiße Wasser prasselte über seinen Körper und brachte das Blut zum Zirkulieren. Danach duschte Randall abwechselnd heiß und kalt. Als er aus der Dusche stieg, fühlte er sich wie neu geboren. Er frottierte sich ab.

Sein Telefon dudelte. Er nahm den Hörer ab und hob ihn vor sein Gesicht. Es war Sandy. »Kommst du heute Abend?«, fragte sie.

»Legst du wert drauf?«, kam die Gegenfrage. George lächelte.

»Wie kannst du fragen?«

»Na schön. Nachdem du ohne mich scheinbar nicht sein kannst, muss ich wohl kommen.«

»Bilde dir nur nicht zuviel ein.«

»Du weißt doch, wie bescheiden und zurückhaltend ich bin.«

»Eben. - Ich mache uns ein schönes Abendessen.«

»Ich freue mich drauf. Den Wein bringe ich mit.«

»In Ordnung. Bis wann kommst du?«

»Gegen acht Uhr.«

»Fein. Ich werde mit sputen.«

Dann war die Leitung tot.

Da Randall schon am Telefon war, hörte er gleich ab, ob jemand eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter hinterlassen hatte. Zunächst war nur leises Rauschen zu vernehmen. Dann erklang eine seltsam verzerrte Stimme: »Du bist stellvertretender Leiter der Mordkommission Manhattan, Randall. Du bekommst Arbeit. Heute Nacht stirbt Sam Brewster, der bekannte Filmregisseur. Er wird tot sein, Randall, und du wirst es nicht verhindern können.«

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