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Der ultimative Ratgeber für alles

Dieter Nuhr - der ultimative Ratgeber für alles

BASTEI ENTERTAINMENT

Kapitel 1
  1. WARUM?
  2. EIN BUCH!
  3. DIESES BUCH ENTHÄLT…
  4. WAS KOMMT VOR IN DIESEM SCHMÖKER?
  5. WARUM ICH?

EIN BUCH!

Das ist ein Versprechen: Wenn Sie dieses Buch gründlich lesen, werden Sie nachher schlauer sein. Sie werden zahlreiche neue Wörter kennenlernen und Buchstaben in einer Konstellation erleben, die die Welt noch nicht gesehen hat. Ich sage dies, obwohl mir bewusst ist, dass ich nicht alle Bücher dieser Welt kenne. Wie auch? Das hieße ja, ich hätte das Telefonbuch von Salzgitter, den Otto-Katalog von 1988 und die gesammelten Werke von Hera Lind gelesen. Himmel hilf!

Es gibt auf dieser Welt einfach zu viel Gedrucktes: Schicksalsromane über vegane Vampire! Erotische Schmonzetten! Die rauchenden Zukunftsvisionen von Helmut Schmidt! Das kann kein Mensch alles in sich hineinsaugen.

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Was ist eigentlich im Titel dieses Buches mit „alles“ gemeint? Ganz einfach: Dieser Ratgeber gilt für alle Zeiten, alle Situationen, alle emotionalen Zustände und ist zum Gebrauch mit allen sichtbaren und unsichtbaren Dingen geeignet, die sich im Universum befinden, selbst Gegenstände, die in der DIN-Norm nicht erfasst sind. So etwas soll es geben, leider nur außerhalb unseres Sonnensystems, so dass es sich unserer fotografischen Anschauung entzieht. Alles andere wird in der Folge hier abgebildet, soweit es der Platz erlaubt.

Sie fragen sich also völlig zu Recht: Warum ein weiteres Buch? Weitere Buchstaben? Noch mehr Kapitel in der ewigen Geschichte menschlicher Geschwätzigkeit? Nun: Das Buch, das Sie in der Hand halten, ist einzigartig. Es ist völlig neu!

Die Wahrscheinlichkeit, eine sechsstellige Anzahl von Buchstaben könnte zufälligerweise schon einmal in genau derselben Reihenfolge in einem anderen Buch verwendet worden sein, geht gegen null. Gut, in der Wahrscheinlichkeitsrechnung gibt es keine hundertprozentigen Sicherheiten. Aber sollte jemand behaupten, diesen Ratgeber hätte es schon einmal in Keilschrift gegeben, dann bitte ich ihn, Beweise vorzulegen. Heraus damit! Hosen runter! Karten auf den Tisch! Butter bei die Fische, Sackl Zement!

Ich weiß, dass sich in diesem Buch hier Wörter finden, die es, als die Keilschrift in Mode war, noch gar nicht gab! Hier nur drei Beispiele: „Sozialdemokratie“. „Topmodel“. Und „Lübecker Hütchen“ (kein mittelalterliches Bekleidungsstück aus der Blütezeit der Hanse, sondern ein orange-weiß gestreifter Verkehrsleitkegel). Jetzt sind Sie dran.

Ich werde jedenfalls jeden von meinen albanischen Freunden dahinmeucheln lassen, der behauptet: „Das habe ich doch alles schon einmal gelesen, allerdings in Aramäisch!“ Das ist gelogen!

DIESES BUCH ENTHÄLT …

  • Mehrere Seiten
  • Ratschläge für alle Gelegenheiten, von der Erschaffung der Erde bis zum Jüngsten Gericht (mit guten Tipps zur Verteidigung und formalen Anleitungen für eine eventuelle Revision)
  • Eine kurze Geschichte der Welt von der Sesshaftwerdung bis zur Auferstehung sowie von der Erfindung des Rades bis zur Ablehnung des Fahrzeugtransportes im Joggingkult des 21. Jahrhunderts
  • Wahrscheinlich Rechtschreibfehler, die wir beseitigt hätten, wenn wir sie nicht übersehen hätten
  • Sexuelle Anspielungen (gemäßigt! Ab 6 Jahren!)
  • Kritische Anmerkungen zu den Themen
    • radikaler Islamismus
    • Volksmusik
    • Kinder im 23-dimensionalen Hyperraum
    • Umwelt
    • Nordic Walking
    • Sumerische Gesellschaftsordnung
    • Makramee-Eulen sowie:
  • Zwei Witze.

Dieses Buch ist etwas völlig Neues. Es macht schlau. Ja, man kann sagen, Erkenntnisgewinn ist sogar der Sinn der Sache. Man liest ja kein ganzes Buch, um am Ende immer noch blöd zu sein wie ein Sack Dinkelmehl (oder eine Schale Haferflocken, falls Sie eine Dinkelmehlallergie haben).

Schriftlichkeit ist allerdings Voraussetzung, um auf diesen Seiten hier mehr zu erkennen als schwarz auf weiß gepresste Kringel und Schleifen. Mein Ratschlag: SOLLTEN SIE ZUR WACHSENDEN GRUPPE DER ANALPHABETEN IN UNSEREM LAND GEHÖREN, LASSEN SIE SICH DIESES BUCH EINFACH VORLESEN! Auch egal!

Dieses Buch hat den Mehrwert in Sachen Bildung schon im Titel stehen, denn es handelt sich um einen Ratgeber.

Ratschläge erscheinen in Großbuchstaben und werden unterstrichen, damit sie nicht übersehen werden. Fußnoten dagegen sind handschriftlich formatiert. Ich sage dies, damit wir dem Buch nicht noch eine Gebrauchsanweisung beilegen müssen. Man kann es schließlich auch übertreiben …

Eigentlich sollten die unterschiedlichen Textteile rot und grün gekennzeichnet werden. Dies hat sich aber als unpraktisch erwiesen, weil vor allem Männer damit Probleme hatten. Immerhin ein Drittel dieser Volksgruppe leidet an Rot-Grün-Schwäche! Das liegt wahrscheinlich daran, dass sich Männer während der Evolution weniger mit dem Sammeln von Walderdbeeren beschäftigt haben als mit dem Vergleichen der Größe von Geschlechtsorganen. Da lenkt die Farbe nur vom Wesentlichen ab.

Nicht dass ich besser Bescheid wüsste als Sie und deshalb qualifiziert wäre, Ihnen Ratschläge zu geben. Ich weiß selber vieles nicht. Ich kenne weder den Sinn des Lebens noch die Telefonnummer von Osama bin Laden. Aber man muss nicht allwissend sein, um Bücher zu schreiben. Selbst Immanuel Kant hat uns ein umfangreiches philosophisches Werk hinterlassen, ohne zu wissen, was die Abseitsregel bedeutet (und, was viele nicht wissen, dass sie beim Einwurf aufgehoben ist!). Woher hätte er das auch wissen sollen? Er hat ja Königsberg so gut wie nie verlassen, stand also vom Rheinland aus gesehen, ständig im Abseits.

Egal! Der Autor des Buches Wie man reich wird in zehn Tagen hatte ja auch keine Ahnung, wie man reich wird in zehn Tagen. Ich behaupte, er wusste nicht einmal, wie man reich wird in vierzehn Tagen. Oder in zwei Wochen. Wahrscheinlich lief der Autor selber ständig ohne Kohle durch die Welt und ließ in seiner Kneipe bis zum Ersten anschreiben! Sonst hätte er es ja nicht nötig gehabt, dümmliche Ratgeber zu schreiben, um den Menschen ihr sauer Erspartes zu rauben.

Andererseits dürfte er durch sein Buch plötzlich unfassbaren Reichtum erlangt haben. Er hat also mit den tumben Tipps in seinem Buch auch noch gelogen – oder, besser gesagt, er hat den entscheidenden Hinweis unterschlagen! Der wichtigste Ratschlag wäre nämlich gewesen: WENN SIE REICH WERDEN WOLLEN, SCHREIBEN SIE EIN BUCH MIT DEM TITEL WIE WERDE ICH REICH IN NEUN TAGEN. Das wäre für Geldgierige eine echte Hilfe gewesen! Er hat es nicht getan! Wer weiß, wie man reich wird, wird sein Geheimnis kaum in einem Taschenbuch für 9,95 € kundtun! Er wird mindestens 12,99 € dafür verlangen!

Ich darf hingegen von mir behaupten, beim Verfassen dieses Buches nicht an meinen eigenen Profit gedacht zu haben. Erstens brauche ich kein Geld mehr, denn der Tresor, in dem ich meine Taler aufbewahre, platzt bereits aus allen Nähten und immer wieder schwappt es beim Geldbaden oben über. Dann kommen die Nachbarjungs und sammeln alles ein, was über die Kante gekippt ist, sehr ärgerlich. Außerdem ist es nur eine Frage der Zeit, wann das ganze Geld wieder wertlos sein wird. In der Geschichte der Menschheit gab es immer wieder Phasen des Vermögensaufbaus, die andauerten, bis der ganze Zaster in Krieg oder Enteignung wieder verbrannt wurde. Man kann nur hoffen, dass unsere Banken dem zuvorkommen, indem sie unsere Währung selbst vernichten – im Furor der Schuldeneskalation. Dann ist am Ende vielleicht jeder Millionär, aber niemand freut sich darüber, weil man für den ganzen Kies aufgrund der Inflation nicht einmal mehr bei eBay ein Roggenbrot ersteigern kann.

Millionär war bereits in Italien zu Zeiten der Lira kein erstrebenswerter Beruf mehr. Wer damals in Neapel glaubte, als Millionär müsse er nicht mehr arbeiten, hatte zwar die italienische Lebensart verinnerlicht, aber am Ende des Monats kein Geld mehr für einen Ramazotti (oder ein korbummanteltes Zweiliterfläschchen Roten).

Die Finanzwirtschaft mit ihren unvorhersehbaren Krisen ersetzt heute als Bedrohung die Missernten, die die frühen Menschen ängstigten. Man weiß: Der nächste Crash kommt ganz bestimmt. Fraglich ist nur wann, und: Wie kann ich das Geld bis dahin noch spaßoptimiert versaufen? Kein Problem. Alles eine Frage des Willens!

Es ist wichtig im Leben, immer Haltung zu bewahren. Vergessen Sie nie: IM RUIN IST GELASSENHEIT DER AUSDRUCK EINES WIRKLICH EDELMÜTIGEN CHARAKTERS!

Ein exzellentes Beispiel: Ludwig XVI.! Selbst auf seinem Weg zum Schafott verlor der Mann von großem Adel niemals seine innere Erhabenheit. Die Bevölkerung von Paris war beeindruckt! Erst als die Rübe, von der Guillotine sauber abgetrennt, in das beigestellte Körbchen fiel, konnte man sehen, dass der Knabe ernsthaft die Fassung verlor. Mein Gott, das blutete aber auch! Wie eine abgestochene Sau!

Interessant ist, dass alle bedeutenden Demokraten im 21. Jahrhundert die Todesstrafe ablehnen, Exekutionen aber in der Vergangenheitssicht eher folkloristisch-wohlwollend gesehen werden. Man schaut mit Verständnis auf die Hinrichtung des Zaren in Russland, Ceausescus in Rumänien oder der Hexe Lilli im Mittelalter. Eine der wenigen Ausnahmen: Jesus. In seinem Fall ist man auch heute noch erschüttert über das Todesurteil, eigentlich unverständlich, denn ohne Kreuzigung wäre auch das größte Comeback der Popstargeschichte ausgefallen: die Auferstehung! Bei fast allen anderen Todesurteilen ist der allgemeine Tenor: „Kannste nix machen. War halt so.“ Und oft denkt man sogar: „Recht so. Rübe runter! Die alte Pottsau!“ Vor allem, wenn es sich um echte Drecksäcke handelte wie Piraten, Räuber oder Schlagersänger.

Der Tod ist ohnehin überschätzt, denn er trifft statistisch gesehen unter 50% aller Menschen. Der Rest lebt noch. Glückwunsch!

Dennoch sollte hier niemand über mangelndes Benehmen klagen. Ist der Kopf erst abgeschnitten, fällt es auch dem wirklich entspannten Menschen schwer, Contenance zu bewahren.

Entspanntheit hilft eben nicht nur im Leben, sondern auch beim Ableben. Allerdings ist souveräne Gelassenheit von einer dümmlichen Wurschtigkeit oft kaum zu unterscheiden.

In Neapel zum Beispiel wohnen millionen Menschen in der Gewissheit, der Vulkan neben ihrer Ortschaft werde demnächst ausbrechen. Und alle wissen, dass es dann bei der gegenwärtigen Verkehrslage kein Entrinnen mehr geben wird. Das hindert sie nicht daran, bei der Arbeit zu singen oder Schutzgelder an die örtliche Mafia-Organisation zu zahlen, in dem Glauben, diese baue von dem Geld bereits an einem riesigen Korken, um ihre Schutzgeldzahler vor den Lavafluten zu retten. Das ist vielleicht naiv, aber was soll’s? Wer sich aufregt, stirbt an Herzinfarkt. Nur der Entspannte lebt gelassen vor sich hin, bis er im Magmastrom dem Meer entgegentreibt …

Geld kann also kein Antrieb sein, wenn es um die Erzeugung von Büchern geht. Mir geht es um mehr: Ich bin überzeugter Altruist! Ich sorge mich um Ihr Wohlergehen! Und um mein eigenes natürlich auch. Ich kann die ganzen nörgelnden Blödmänner um mich herum nicht mehr ertragen und versuche deshalb, die Volkszufriedenheit zu heben. Ich sehe die Erstellung dieses Buches also als Maßnahme im Rahmen des Projektes „Unser Land soll schöner werden!“.

Bildung ist der Schlüssel zur Entwicklung unseres Landes, so sagen es alle, Angela Merkel, Josef Ackermann, Thilo Sarrazin und Daniela Katzenberger.

Deshalb an dieser Stelle mein Ratschlag: WENN SIE EIN WORT NICHT VERSTEHEN, SCHLAGEN SIE ES NACH! Dies gilt im Übrigen für alle Lebensbereiche, vor allem, wenn Sie in der Bank einen Zettel unterschreiben sollen, auf dem steht, dass Sie als Kunde ein ausgewiesener Fachmann im Derivatehandel sind und nichts dagegen haben, dass Ihr Bankvertrauter Ihr Vermögen in Eigenarbeit ohne Ihr Zutun vernichtet.

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Dies ist der Schlüssel zu allem. Leider kommt man nur von außen hinein damit. Da „alles“ aber auch den Schlüssel umfasst, muss man feststellen: Der Schlüssel ist überflüssig, wir sind ja schon drinnen.

Ich bin zwar ebenfalls nicht genau informiert, was Bankgeschäfte angeht, im Gegenteil, ich habe nie begriffen, warum es beispielsweise ein Geschäft sein kann, anderen faule Kredite abzukaufen, um sie dann mit Wertsteigerung weiterzuverhökern. Aber Sie sehen, ich bin trotzdem in der Lage, wertvolle Hinweise zu geben. Mit mir als Kunde wäre eine Bankenkrise schon deshalb nicht ins Rollen geraten, weil ich keine Produkte kaufe, von denen ich nicht weiß, was drin ist. Das gilt für Investmentfonds genauso wie für Blutwurst und bunte Pralinenmischungen, die am Ende immer zur Hälfte liegen bleiben, weil kein Mensch steinharten Krokant essen möchte oder Branntwein in Marzipan. Ich kenne niemanden, der in der Lage wäre, eine ganze Packung Edle Tropfen in Nuss zu verspeisen, ohne auf der Stelle zu implodieren.

Die Verbreitung von Pralinen beruht auf einem Missverständnis. Den wenigsten Menschen geht es bei der Einnahme von Süßigkeiten um die möglichst schnelle Kalorienaufnahme zum Zwecke der Körpervolumensteigerung. Schenken Sie lieber ein paar Körner oder Löwenzahn.

Der Geschmack einer Tafel Schokolade ist in den meisten Fällen dem schmierig undefinierbaren Geschmackswirrwarr einer Pralinenmischung weit überlegen. WENN SIE EINEM LIEBEN MENSCHEN EINE FREUDE MACHEN WOLLEN, KAUFEN SIE STATT NOUGAT MIT FUSELFÜLLUNG LIEBER SAURE SCHLANGEN!

Und wenn Sie sich für Immobilienfonds interessieren, kaufen Sie am besten ein Monopoly-Spiel. Da können Sie spielerisch erfahren, warum Sie schon von Kindesbeinen an von der Schlossallee geträumt haben, im Leben aber doch immer in der Badstraße hängen geblieben sind, während Ihre Schulkameraden mit dubiosen Immobiliengeschäften Riesengewinne machten, obwohl sie die Hälfte der Spielzeit im Gefängnis verbrachten.

Immobilien sind zwar werthaltig, am Ende aber siegt immer die Bank. Mein Tipp: WENN SIE EINEM BANKBERATER VERTRAUEN, LASSEN SIE SICH AUF IHREN GEISTESZUSTAND UNTERSUCHEN!

Bankberater beraten nicht, sie verkaufen. Sie heißen aber trotzdem Bankberater, weil Bankverkäufer irgendwie komisch klingen würde. Und Geldvernichter wäre zwar eine zutreffende Bezeichnung, hört sich aber irgendwie kundenfeindlich an – also zu realistisch.

Zwischen einem Berater und einem Verkäufer ist ein großer Unterschied. Kein geistig halbwegs klarer Zeitgenosse glaubt, der freundliche Herr im Volkswagenautohaus sei ein Berater und würde Ihnen als unabhängiger Fachmann eine objektive Empfehlung aussprechen. Er wird niemals sagen: „Wenn ich Sie so anschaue, kaufen Sie lieber einen Peugeot! Der passt besser zu Ihrer Hose.“ Wenn Sie an selbstlose Händler glauben, sollten Sie weder Autohäuser noch Banken betreten, sondern ein Ärztehaus, in dem auch psychologische Beratung angeboten wird.

Ich jedoch bin Ihr unabhängiger Berater. Ich profitiere nicht davon, wenn Sie nach Durchsicht dieses Buches als Weiberheld und Millionär glücklich durch die letzten Jahre Ihres bisher so armseligen Lebens gehen. Im Gegenteil: Ich freue mich mit Ihnen, dass Sie es doch noch zu etwas gebracht haben, ganz gegen die Prophezeiungen Ihrer Eltern: „Das wird nix. Kannste vergessen. Trottel …“ Früher haben Eltern wenigstens noch zugegeben, wenn ihre Brut vollkommen verblödet war. Die Zeiten sind vorbei. Oder wann haben Sie das letzte mal ein Elternteil sagen hören: „Der ist nicht faul! Der ist blöd!“?

Solche Kinder werden heute als Genies mit Verhaltensproblemen eingeschätzt, weil die Eltern behaupten, die Nachgeborenen könnten locker 17-stellige Primzahlen runterbeten und würden dies nur deshalb unterlassen, weil sie sich aufgrund ihres geistigen Potenzials nicht mit den banalen Wünschen ihrer Umgebung auseinandersetzen könnten. Am Ende werden die missratenen Blagen Kreditberater und treiben mit windigen Geschäften auf den Cayman Islands unsere Währung in den Abgrund. Und wenn Sie die Eltern fragen, liegt das natürlich alles nicht an der Erziehung! Nein! Da heißt es dann: „Da haben wir nichts mit zu tun!“ Da Schläge unerwünscht sind, werden die kommenden Investmentbanker chemisch stillgelegt und anschließend erst auf die Mitschüler und dann auf die Geldanleger losgelassen.

Deshalb an dieser Stelle der bereits siebte Ratschlag, damit Sie Ihren frisch errungenen Wohlstand nicht gleich wieder verlieren: KAUFEN SIE IMMER DAS GEGENTEIL VON DEM, WAS DIE BANK EMPFIEHLT. Die Bank macht es genauso – und fährt gut damit. Sie sehen, dieses Buch birgt praktischen Nutzen!

WAS KOMMT VOR IN DIESEM SCHMÖKER?

Leider wird in diesem Buch nicht erklärt, warum das schöne Wort „Schmöker“ kaum noch verwendet wird. Trotzdem: Zahlreiche Rätsel, die uns das Leben, die Pappnasen da draußen und der Biologielehrer aufgeben, werden auf den folgenden Seiten gelöst: Wie kommt das Gelbe ins Ei? Wer ist Hamza Hakimzoda Niyoziy? Und überhaupt: Was?

Die erste Frage ist einfach zu beantworten. Jedes Kind weiß, dass Eier im Winter unter der Erde gelb heranreifen, um dann im Frühjahr, wenn sie durch des Landmanns straff gepflügte Krume stoßen, Eiweiß und Schale zu entwickeln, bevor die Frucht, wenn die Blätter fallen, ihre ganze Prächtigkeit entfaltet und mit dem Fest der heiligen Lisbetha und dem Tanz der vergessenen Jungfrauen die Lese beginnt.