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Der schwarze Schleier

Charles Dickens

Der schwarze Schleier

Neu entdeckte Meistererzählungen

Aus dem Englischen von Ulrike Seeberger

Inhaltsübersicht

Der Mordprozess

In die Gesellschaft gehen

Die Geschichte des Kindes

Der arme Verwandte

Zur Strecke gebracht

Der schwarze Schleier

Die Geschichte des Schuljungen

George Silvermans Erklärung

Geburten: Mrs. Meek, ein Sohn

Der Laternenanzünder

Der Signalwärter

Die sieben armen Reisenden

Doktor Marigold

Das Gepäck

Atemberaubende Fabulierkunst. Nachbemerkung – von Anne Varty

Fußnoten

Der Mordprozess

Ich habe immer festgestellt, dass es Personen höherer Intelligenz und Kultur deutlich an Mut mangelt, sobald es darum geht, von den eigenen psychologischen Erfahrungen zu berichten, wenn diese merkwürdiger Natur waren. Beinahe alle Menschen fürchten, dass das, was sie von solcher Art berichten könnten, keinen Widerhall oder keine Reaktion in den Seelen ihrer Zuhörer finden würde und dass man sie misstrauisch beäugen oder gar verlachen würde. Ein wahrheitsliebender Reisender, der ein so außergewöhnliches Geschöpf wie etwa eine Seeschlange gesehen hat, würde sich doch nicht fürchten, dies zu erwähnen; aber derselbe Reisende, sollte ihm eine einzigartige Vorahnung, ein unerklärlicher Impuls, eine Kaprice der Gedanken, eine (sogenannte) Vision, ein Traum oder ein sonstiger bemerkenswerter geistig-seelischer Eindruck widerfahren sein, würde erheblich zögern, ehe er dies zugäbe. Auf diese Zurückhaltung führe ich einen großen Teil der Unklarheit zurück, mit der diese Themen umgeben sind. Wir verbreiten uns gewöhnlich nicht so über unsere Erfahrungen mit diesen subjektiven Dingen, wie wir es tun, wenn es um unsere Erfahrungen mit der objektiven, materiellen Schöpfung geht. Die Folge ist, dass der allgemeine Erfahrungsschatz diesbezüglich recht außergewöhnlich erscheint und das auch wirklich ist, nämlich beklagenswert unvollkommen.

Mit dem, was ich nun erzählen will, verfolge ich nicht die Absicht, irgendeine Theorie aufzustellen, zu widerlegen oder zu unterstützen. Ich kenne die Geschichte des Buchhändlers von Berlin, ich habe den Fall der Gattin des verstorbenen Königlichen Astronomen studiert, wie ihn Sir David Brewster berichtet, und ich habe einen sehr viel bemerkenswerteren Fall einer Geistererscheinung, der sich in meinem persönlichen Freundeskreis ereignet hat, bis in die kleinste Einzelheit untersucht. Zum Letzteren ist vielleicht die Anmerkung vonnöten, dass die Heimgesuchte (eine Dame) in keinem, auch nicht dem entferntesten Grad mit mir verwandt war. Eine irrtümliche Annahme diesbezüglich könnte eine teilweise – aber nur eine teilweise – Erklärung für meinen eigenen Fall geben, die allerdings völlig jeder Grundlage entbehren würde. Mein Fall lässt sich nicht darauf zurückführen, dass ich eine Eigenart geerbt hätte, noch hatte ich je zuvor überhaupt eine ähnliche Erfahrung gemacht, noch ist mir seither eine ähnliche Erfahrung widerfahren.

Es tut nichts zur Sache, vor wie vielen oder wie wenigen Jahren in England ein Mord begangen wurde, der große Aufmerksamkeit erregte. Wir hören ja mehr als genug über Mörder, wenn sie in der Öffentlichkeit grausige Berühmtheit erlangen, und ich würde, wenn ich könnte, die Erinnerung an diesen speziellen Unmenschen begraben, so wie man seinen Leichnam im Gefängnis von Newgate begraben hat. Ich sehe bewusst davon ab, irgendwelche unmittelbaren Hinweise auf die Identität dieses Verbrechers zu geben.

Als man den Mord entdeckte, fiel kein Verdacht – oder vielleicht sollte ich, weil ich hier mit den Tatsachen gar nicht sorgfältig genug umgehen kann, sagen, es wurde nirgendwo öffentlich angedeutet, dass ein Verdacht auf den Mann fiel, der danach vor Gericht gestellt wurde. Da man zu dieser Zeit in den Zeitungen keinerlei Bezug auf ihn nahm, ist es offensichtlich auch unmöglich, dass damals in den Zeitungen irgendeine Beschreibung von ihm gegeben wurde. Diese Tatsache muss man unbedingt in Erinnerung behalten.

Als ich beim Frühstück meine Morgenzeitung aufschlug, die den Bericht über jene erste Entdeckung des Mordes enthielt, fand ich ihn äußerst interessant und las ihn mit besonderer Aufmerksamkeit. Ich las ihn zweimal, wenn nicht gar dreimal. Man hatte die Entdeckung in einem Schlafzimmer gemacht, und als ich die Zeitung weglegte, wurde ich mir eines Blitzes gewahr – eines Ansturms – eines Rausches – ich weiß nicht, wie ich es nennen soll, denn kein Wort, das ich finden kann, vermag es befriedigend zu beschreiben –, in dem es mir so vorkam, als sähe ich dieses Schlafzimmer durch mein Zimmer hindurchschweben wie ein Bild, das, so unmöglich es scheinen mag, auf einen strömenden Fluss gemalt war. Obwohl es beinahe im gleichen Augenblick wieder verging, war es doch vollkommen klar; so klar, dass ich deutlich und mit einem Gefühl der Erleichterung feststellte, dass kein Leichnam auf dem Bett lag.

Dieses seltsame Gefühl überkam mich nicht an einem romantischen Ort, sondern in meiner Wohnung in Piccadilly, sehr nah an der Ecke zur St. James’s Street. Das Gefühl war mir vollkommen neu. Ich saß da gerade in meinem Lehnsessel, und das Gefühl ging mit einem merkwürdigen Beben einher, das den Sessel aus seiner Position rückte. (Aber es sollte vermerkt werden, dass der Sessel leicht auf Rollen lief.) Ich ging zu einem der Fenster (es gibt in diesem Zimmer zwei, und das Zimmer liegt im zweiten Stock), um meine Augen mit dem Anblick der sich bewegenden Menschen und Gefährte unten in Piccadilly zu erfrischen. Es war ein heller Herbstmorgen, und die Straße glitzerte fröhlich. Es wehte ein starker Wind. Als ich herausschaute, trug er gerade vom Park eine Menge gefallenes Laub herbei, das eine Bö erfasste und zu einer spiralförmigen Säule aufwirbelte. Als die Säule in sich zusammenfiel und die Blätter sich verstreuten, sah ich auf der anderen Straßenseite zwei Männer, die von Osten nach Westen gingen. Einer ging hinter dem anderen. Der vordere Mann schaute oft über die Schulter zurück. Der zweite folgte ihm in einem Abstand von etwa dreißig Schritten und hatte die Rechte drohend erhoben. Als Erstes erregte die Eigentümlichkeit und Beharrlichkeit dieser Drohgebärde auf einer so öffentlichen Straße meine Aufmerksamkeit; und als Nächstes der bemerkenswerte Umstand, dass niemand ihr Beachtung schenkte. Beide Männer schlängelten sich zwischen den anderen Passanten mit einer Geschmeidigkeit hindurch, die kaum mit dem Gehen auf einem Bürgersteig vereinbar schien; und kein einziges Geschöpf, das ich sehen konnte, wich ihnen aus, berührte sie oder blickte ihnen nach. Als sie vor meinen Fenstern vorüberkamen, starrten beide zu mir herauf. Ich sah ihre Gesichter sehr deutlich, und mir war klar, dass ich sie überall wiedererkennen würde. Nicht, dass ich bewusst irgendetwas Bemerkenswertes in einem der Gesichter wahrgenommen hätte, außer dass der Mann, der als Erster ging, ungewöhnlich finster aussah, und dass das Gesicht des Mannes, der ihm folgte, die Farbe von ungeklärtem Wachs hatte.

Ich bin Junggeselle, und mein Diener und seine Frau bilden meinen gesamten Haushalt. Ich bin in einer gewissen Bankfiliale beschäftigt, und ich wünschte, meine Pflichten als Abteilungsleiter wären so einfach, wie das im Allgemeinen angenommen wird. Meine Arbeit hielt mich jedenfalls in jenem Herbst in der Stadt fest, obwohl ich eine Luftveränderung bitter nötig gehabt hätte. Ich war nicht krank, aber es ging mir nicht gut. Der Leser soll sich seinen eigenen Reim darauf machen, dass ich mich matt fühlte, dass mich mein monotones Leben bedrückte und ich an einem »leicht gereizten Magen« litt. Mein renommierter Arzt versicherte mir, dass mein tatsächlicher Gesundheitszustand zu diesem Zeitpunkt keine stärkere Diagnose verdient hätte, und ich zitiere dies aus seiner schriftlichen Antwort auf meine diesbezügliche Anfrage.

Als dann allmählich die Umstände des Mordes bekannt wurden und sich immer mehr ins öffentliche Bewusstsein drängten, hielt ich sie von meinen Gedanken fern, indem ich so wenig darüber in Erfahrung brachte, wie es inmitten der allgemeinen Aufregung möglich war. Aber ich wusste, dass man jemanden des vorsätzlichen Mordes verdächtigte und ihn bis zum Prozess nach Newgate überstellt hatte. Ich wusste auch, dass man seinen Prozess auf die übernächste Sitzung des Zentralen Strafgerichts verschoben hatte, und zwar wegen allgemeiner Voreingenommenheit und weil es seinen Anwälten sonst an Zeit für die Vorbereitung der Verteidigung gemangelt hätte. Vielleicht habe ich des Weiteren gewusst, wenn ich das auch nicht glaube, dass die Sitzung, auf die man diesen Prozess verschoben hatte, nun bald kommen sollte.

Mein Wohnzimmer, Schlafzimmer und Ankleidezimmer liegen alle auf einem Stockwerk. Letzteres ist nur über das Schlafzimmer zu erreichen. Es stimmt, es hat eine Tür, die Zugang zur Treppe gewährt; aber ein Teil der Armaturen meines Bades sind – und zwar schon einige Jahre – darüber befestigt. Zur selben Zeit – und als Teil derselben Umbauten – hatte man diese Tür vernagelt und mit Leinwand bespannt.

Ich stand eines Abends spät in meinem Schlafzimmer und erteilte meinem Diener einige Anweisungen, ehe er zu Bett ging. Mein Gesicht war zu der einzigen zur Verfügung stehenden Verbindungstür mit dem Ankleidezimmer gewandt, und diese war geschlossen. Mein Diener stand mit dem Rücken zur Tür. Während ich mit ihm redete, bemerkte ich, wie die Tür aufging und ein Mann hereinschaute, der mich sehr ernst und geheimnisvoll zu sich winkte. Und dass der Mann derjenige war, der als Zweiter von den beiden über den Piccadilly gegangen war und dessen Gesicht die Farbe von ungeklärtem Wachs hatte. Die Gestalt, nachdem sie mich herbeigewinkt hatte, zog sich zurück und schloss die Tür. Mit kaum weniger Zwischenzeit, als nötig war, um das Schlafzimmer zu durchqueren, öffnete ich die Tür zum Ankleidezimmer und schaute hinein. Eine brennende Kerze hielt ich bereits in der Hand. Ich verspürte keine innere Erwartung, die Gestalt im Ankleidezimmer vorzufinden, und ich sah sie dort auch nicht.

In dem Bewusstsein, dass mein Diener staunend dastand, drehte ich mich zu ihm um und sagte: »Derrick, würden Sie es glauben, dass ich mit meinem kühlen Verstand mir eingebildet habe, ich hätte gesehen, wie ein …« Als ich ihm meine Hand auf die Brust legte, zuckte er zusammen, zitterte furchtbar und rief: »O Gott, ja, Sir! Dass ein Toter Sie herbeigewinkt hat!«

Nun glaube ich nicht, dass dieser John Derrick, mein getreuer und ergebener Diener seit über zwanzig Jahren, den Eindruck gehabt hatte, eine derartige Gestalt gesehen zu haben, bis ich ihn berührte. Die Veränderung an ihm war so bestürzend, dass ich völlig überzeugt bin, dass er genau in diesem Augenblick seinen Eindruck auf irgendeinem geheimnisvollen Weg von mir empfangen hatte.

Ich bat John Derrick, den Brandy zu holen, und gab ihm ein Gläschen und war froh, selbst auch eines zu trinken. Von dem, was der Erscheinung jener Nacht vorausgegangen war, erzählte ich ihm kein einziges Wort. Als ich darüber nachdachte, war ich absolut sicher, dass ich das Gesicht niemals zuvor gesehen hatte, außer bei dieser einen Gelegenheit am Piccadilly. Indem ich einen Vergleich anstellte zwischen seinem Gesichtsausdruck, als er mich von der Tür herbeiwinkte, und dem Gesichtsausdruck, als er zu mir hochgestarrt hatte, während ich am Fenster stand, kam ich zu dem Schluss, dass er beim ersten Anlass beabsichtigt hatte, sich in mein Gedächtnis einzuprägen, und dass er beim zweiten sicherstellen wollte, dass ich mich sofort an ihn erinnern würde.

Mir war in jener Nacht nicht besonders wohl, wenn ich auch eine schwer zu erklärende Gewissheit verspürte, dass die Gestalt nicht wiederkehren würde. Bei Tagesanbruch fiel ich in einen tiefen Schlaf, aus dem mich John Derrick aufweckte, der an mein Bett trat und ein Blatt Papier in der Hand hielt.

Dieses Blatt Papier war anscheinend an der Haustür der Gegenstand einer Auseinandersetzung zwischen dem Überbringer und meinem Diener gewesen. Es war eine Vorladung, als Geschworener an einer Sitzung des Zentralen Strafgerichtshofes im Old Bailey teilzunehmen. Nie zuvor war ich als Geschworener vorgeladen worden, und das wusste John Derrick sehr wohl. Er glaubte – und ich bin mir zu dieser Stunde nicht sicher, ob mit oder ohne Grund –, dass die Geschworenen gewöhnlich aus niedrigeren Berufen als dem meinen ausgewählt wurden, und hatte sich daher zunächst geweigert, die Vorladung entgegenzunehmen. Der Mann, der sie überbracht hatte, ging die Angelegenheit sehr kühl an. Er meinte, meine Anwesenheit oder Abwesenheit hätte nichts mit ihm zu tun; hier wäre die Vorladung; ich sollte damit verfahren, wie ich wollte, aber auf meine eigene Gefahr und nicht auf seine.

Einen oder zwei Tage lang war ich unentschlossen, ob ich auf diese Aufforderung antworten oder sie gar nicht beachten sollte. Ich war mir nicht der geringsten Voreingenommenheit, Abneigung oder Anziehung in die eine oder andere Richtung bewusst. Darüber bin ich mir so sicher wie über jede andere Aussage, die ich hier mache. Schließlich entschied ich mich, hinzugehen, um die Monotonie meines Lebens zu unterbrechen.

Der verabredete Morgen war ein rauer Novembermorgen. Im Piccadilly hing dichter brauner Nebel, und östlich von Temple Bar wurde er geradezu schwarz und äußerst bedrückend. Ich erblickte die Gänge und Treppenhäuser des Gerichtsgebäudes mit Gas flackernd beleuchtet, und auch das Gericht selbst war so erhellt. Ich glaube, dass ich, ehe ich von den Beamten in den Old Court geführt wurde und die dicht gedrängte Menge sah, nicht wusste, dass an jenem Tag die Verhandlung gegen den Mörder geführt werden sollte. Ich glaube, dass ich, bis man mir mit erheblichen Schwierigkeiten einen Weg in den Old Court gebahnt hatte, nicht wusste, in welche der beiden Gerichtsverhandlungen mich meine Vorladung bringen würde. Aber das darf man nicht als positive Zusicherung verstehen, denn in beiden Punkten bin ich mir in meinen Gedanken nicht völlig sicher.

Ich nahm meinen Platz an dem für die wartenden Geschworenen reservierten Ort ein und sah mich im Gerichtssaal um, so gut es mir die schweren Schwaden des Nebels und der Atemluft erlaubten. Ich bemerkte, dass schwarzer Dunst wie ein trüber Vorhang draußen vor den großen Fenstern hing, und ich bemerkte das erstickte Geräusch von Rädern auf dem Stroh oder den Rinden, mit denen die Straße bestreut war; auch das summende Gemurmel der im Saal versammelten Menschen, das gelegentlich ein schriller Pfiff oder ein lauteres Lied oder ein den Rest übertönender Schrei zerschnitt. Schon bald darauf traten die Richter, zwei an der Zahl, ein und nahmen Platz. Das Gemurmel im Gerichtssaal war ehrfürchtig verstummt. Es wurde die Anweisung gegeben, den Mörder dem Gericht vorzuführen. Er erschien. Und im gleichen Augenblick erkannte ich ihn als den Ersten der beiden Männer, die den Piccadilly hinuntergegangen waren.

Hätte man dann gleich meinen Namen aufgerufen, so bezweifle ich, dass ich darauf hörbar hätte antworten können. Aber ich wurde als ungefähr Sechster oder Siebter aufgerufen, und zu diesem Zeitpunkt war ich schon wieder in der Lage, »Hier!« zu sagen. Nun, Leser, passe gut auf. Als ich in die Geschworenenbank trat, wurde der Gefangene, der aufmerksam zugesehen hatte, ungeheuer erregt und winkte seinen Anwalt herbei. Der Wunsch des Angeklagten, mich als Geschworenen abzulehnen, war so offenkundig, dass eine Pause eintrat, während welcher der Anwalt, die Hand auf der Anklagebank, mit seinem Mandanten flüsterte und den Kopf schüttelte. Ich habe anschließend von diesem Herrn erfahren, dass dessen erste erschreckte Worte an ihn waren: »Unter allen Umständen diesen Mann ablehnen!« Aber da er keinen Grund dafür angab und auch eingestand, dass er nicht einmal meinen Namen gekannt hatte, ehe der aufgerufen wurde und ich erschien, wurde dem nicht stattgegeben.

Sowohl aus dem bereits erklärten Grund, dass ich es vermeiden möchte, die unheilsame Erinnerung an jenen Mörder wiederzubeleben, als auch, weil ein in alle Einzelheiten gehender Bericht über diesen langen Prozess für meine Erzählung keineswegs unerlässlich ist, werde ich mich nun genau auf die Vorkommnisse in jenen zehn Tagen und Nächten beschränken, während derer man uns, die Geschworenen, zusammenhielt und die sich unmittelbar auf meine eigene merkwürdige, persönliche Erfahrung beziehen. Denn dafür und nicht für den Mörder möchte ich meine Leser interessieren. Darauf und nicht auf eine Seite aus dem Kalender von Newgate möchte ich ihre Aufmerksamkeit lenken.

Ich wurde zum Sprecher der Geschworenen gewählt. Am zweiten Morgen des Prozesses ließ ich nach zwei Stunden Beweisaufnahme (ich hörte die Kirchenuhren schlagen) zufällig die Augen über meine Mitgeschworenen schweifen und hatte eine unerklärliche Schwierigkeit, diese zu zählen. Ich zählte sie mehrfach, doch immer mit der gleichen Schwierigkeit. Kurz gesagt, ich fand, dass es einer zu viel war.

Ich berührte den Arm des Mitgeschworenen, dessen Platz neben mir war, und flüsterte ihm zu: »Tun Sie mir den Gefallen, uns zu zählen.« Er schaute mich ob meiner Bitte überrascht an, wandte dann aber den Kopf und zählte. »Nun«, sagte er plötzlich, »wir sind dreiz …; aber nein, das ist nicht möglich. Nein. Wir sind zwölf.«

Laut meiner Zählung an diesem Tag waren wir en détail stets korrekt, aber en gros immer einer zu viel. Es war keine Erscheinung – oder Gestalt – dafür verantwortlich zu machen; doch ich hatte nun eine innere Vorahnung von der Gestalt, die sicherlich auftauchen würde.

Die Geschworenen waren in der London Tavern untergebracht. Wir schliefen alle in einem großen Raum auf separaten Pritschen und waren ständig unter der Aufsicht des Beamten, den man verpflichtet hatte, uns in sicheren Gewahrsam zu nehmen. Ich sehe keinen Grund, warum ich den Namen dieses Beamten verschweigen sollte. Er war intelligent, außerordentlich höflich und zuvorkommend und genoss (was ich mit Freuden vernahm) in der Stadt höchsten Respekt. Er hatte eine angenehme Erscheinung, gute Augen, einen beneidenswerten schwarzen Schnurrbart und eine schöne, klingende Stimme. Sein Name war Mr. Harker.

Wenn wir abends in unsere zwölf Betten stiegen, wurde Mr. Harkers Bett quer vor die Tür geschoben. Am Abend des zweiten Tages, da ich nicht aufgelegt war, mich schon hinzulegen, und Mr. Harker auf seinem Bett sitzen sah, ging ich zu ihm, setzte mich neben ihn und bot ihm eine Prise Schnupftabak an. Als Mr. Harker die Prise aus meiner Dose nahm und dabei mit seiner Hand die meine berührte, überlief ihn ein seltsamer Schauer, und er fragte: »Wer ist das?«

Mr. Harkers Blick folgend, schaute ich durch das Zimmer und sah wieder die Gestalt, die ich erwartet hatte – den zweiten der beiden Männer, die den Piccadilly entlanggegangen waren. Ich erhob mich und trat einige Schritte vor; blieb dann stehen und schaute mich zu Mr. Harker um. Der war ganz unbekümmert, lachte und sagte freundlich: »Ich dachte schon einen Augenblick lang, wir hätten einen dreizehnten Geschworenen, für den wir kein Bett haben. Aber jetzt sehe ich, dass es das Mondlicht ist.«

Ich klärte Mr. Harker nicht auf, sondern bat ihn, mit mir bis zum Ende des Raumes zu gehen, und beobachtete, was die Gestalt machte. Sie stand einen Augenblick lang neben dem Bett eines jeden meiner elf Mitgeschworenen, nah beim Kopfkissen. Sie ging immer zur rechten Seite des Bettes weiter und um das Fußende herum zur rechten Seite des nächsten Bettes. Der Kopfbewegung nach zu schließen, schaute die Gestalt anscheinend nur gedankenverloren auf jeden der Schlafenden. Sie schenkte mir keine Beachtung, auch meinem Bett nicht, das dem von Mr. Harker am nächsten stand. Dann schien sie dort den Raum zu verlassen, wo das Mondlicht hereinkam, durch ein hohes Fenster zu schreiten, als sei es eine luftige Treppe.

Am nächsten Morgen beim Frühstück zeigte sich, dass alle Anwesenden in der Nacht zuvor von dem ermordeten Mann geträumt hatten, alle außer mir und Mr. Harker.

Ich war nun so sehr davon überzeugt, dass der zweite Mann, der den Piccadilly hinuntergegangen war, der ermordete Mann gewesen war (sozusagen), als hätte seine unmittelbare Aussage mir dieses Wissen vermittelt. Doch selbst diese unmittelbare Aussage fand noch statt, und zwar auf eine Art und Weise, auf die ich überhaupt nicht vorbereitet war.

Am fünften Tag des Prozesses, als die Beweisaufnahme des Anklägers ihrem Ende entgegenging, wurde eine Miniatur des Ermordeten als Beweisstück vorgelegt, die zum Zeitpunkt der Entdeckung der Untat in seinem Schlafzimmer gefehlt hatte und dann in einem Versteck gefunden wurde, wo man den Mörder hatte graben sehen. Nachdem sie vom Zeugen während seiner Befragung identifiziert worden war, reichte man sie zur Richterbank und von dort zu den Geschworenen, damit diese sie sich ansehen konnten. Während ein Beamter in einem schwarzen Talar sich mit dem Beweisstück in der Hand auf den Weg zu mir machte, sprang die Gestalt des zweiten Mannes, der den Piccadilly entlangegangen war, aus der Menge auf, nahm dem Beamten die Miniatur ab und gab sie mir mit eigenen Händen, während sie gleichzeitig mit leiser, hohler Stimme sagte – ehe ich die Miniatur gesehen hatte, die sich in einem Amulett befand: »Ich war damals jünger, und es war noch nicht alles Blut aus meinem Gesicht gewichen.« Sie mischte sich gleichermaßen auch in die Übergabe der Miniatur von mir an den Mitgeschworenen ein, dem ich sie hätte reichen sollen, und in ihre Weitergabe an den Mitgeschworenen, dem er sie übergeben hätte, und so reichte die Gestalt die Miniatur uns allen in der Reihe nacheinander und brachte sie dann wieder mir. Nicht einer der anderen bemerkte dies jedoch.

Bei Tisch und im Allgemeinen, wenn wir miteinander unter der Obhut von Mr . Harker zusammengesperrt waren, hatten wir von Anfang an natürlich die Vorkommnisse des Tages recht ausgiebig besprochen. An jenem fünften Tag, nachdem die Staatsanwaltschaft ihren Klageantrag beendet hatte und wir diese Seite des Falls vollständig vorliegen hatten, war unsere Konversation lebhafter und ernster. Unter uns war ein Kirchenältester – der begriffsstutzigste Blödian, den ich je frei herumlaufen sah –, der stets die absurdesten Einwände gegen die offensichtlichsten Beweisstücke vorbrachte und der von zwei saft- und kraftlosen Schmarotzern aus seinem Kirchspiel flankiert wurde; alle drei waren aus einem Bezirk ernannt, der so völlig dem Fieber anheimgefallen war, dass man eigentlich sie für fünfhundert Morde hätte anklagen müssen. Als diese bösartigen Schafsköpfe am lautesten geworden waren, was gegen Mitternacht war, während einige von uns anderen sich bereits anschickten, zu Bett zu gehen, sah ich den Ermordeten wieder. Er stand mit grimmiger Miene hinter den dreien und winkte mich herbei. Sobald ich auf sie zuging und in ihre Konversation eingriff, zog er sich unverzüglich zurück. Dies war der Anfang einer gesonderten Reihe von Erscheinungen, die sich auf den langen Raum beschränkten, in dem wir zusammengesperrt waren. Wann immer eine Gruppe meiner Mitgeschworenen die Köpfe zusammensteckte, sah ich den Kopf des Ermordeten mitten unter ihnen. Wann immer ihr Vergleich der Aufzeichnungen sich gegen ihn zu wenden schien, winkte er mich, feierlich und keinen Widerspruch duldend, zu sich.

Man wird sich erinnern, dass ich bis zum Zeitpunkt der Vorlage der Miniatur am fünften Tag des Prozesses die Erscheinung niemals im Gerichtssaal wahrgenommen hatte. Nun traten drei Veränderungen ein, da die Verteidigung ihre Klageerwiderung vorbrachte. Zwei davon will ich als Erstes zusammen erwähnen. Ab jetzt weilte die Gestalt ständig im Gerichtssaal, und sie wandte sich niemals an mich, sondern stets an die Person, die gerade sprach. Zum Beispiel: Man hatte dem Ermordeten die Kehle in einer geraden Linie durchgeschnitten. Im Eröffnungsplädoyer der Verteidigung wurde angedeutet, der Ermordete könnte sich selbst diese Wunde beigebracht haben. In diesem Augenblick erhob sich die Gestalt, deren Hals sich in dem grausigen, vorher erwähnten Zustand befand (den sie bisher verborgen hatte), am Ellbogen des Sprechenden, fuhr sich mit heftigen Bewegungen kreuz und quer über die Gurgel, mal mit der rechten Hand, mal mit der linken, und gab so mit Vehemenz dem Sprechenden zu verstehen, wie unmöglich es war, sich diese Art der Wunde selbst beizubringen. Oder ein anderes Beispiel: Eine Leumundszeugin erklärte unter Eid, der Gefangene sei der freundlichste Mensch auf Erden. In diesem Augenblick baute sich die Gestalt vor ihr auf, schaute ihr geradewegs in die Augen und deutete mit gerecktem Arm und ausgestrecktem Finger auf die üblen Züge des Gefangenen.

Die dritte Veränderung, die nun hinzukam, beeindruckte mich als die deutlichste und auffälligste von allen. Ich will darüber nicht theoretisieren; ich will sie präzise benennen und es dabei belassen. Obwohl die Erscheinung selbst von denjenigen, an die sie sich wandte, nicht wahrgenommen wurde, war doch ihre Annäherung an diese Personen unweigerlich mit einiger Unruhe oder Verstörung auf deren Seite verbunden. Mir schien, als würde die Gestalt von Geboten, die sich mir nicht erschlossen, daran gehindert, sich anderen vollständig zu entdecken, und als könnte sie dennoch unsichtbar, stumm und finster deren Gedanken überschatten. Als der erste Anwalt der Verteidigung jene Selbstmordhypothese vorbrachte und die Gestalt am Ellbogen des gelehrten Herrn stand und sich mit so grausiger, sägender Geste über den durchtrennten Hals fuhr, ist unbestreitbar, dass der Verteidiger in seiner Rede ins Stocken kam, einige wenige Sekunden den Faden in seinem ausgeklügelten Plädoyer verlor, sich mit dem Taschentuch die Stirn wischte und außerordentlich bleich wurde. Als die Erscheinung der Leumundszeugin gegenüberstand, folgten deren Augen unzweifelhaft der Richtung des deutenden Fingers und ruhten dann mit großem Zögern und mit Besorgnis auf dem Gesicht des Gefangenen. Zwei weitere Beispiele mögen ausreichen. Am achten Tag des Prozesses kam ich nach der Pause, die jeden Tag früh am Nachmittag für wenige Minuten der Ruhe und einige Erfrischungen eingelegt wurde, mit den anderen Geschworenen ein wenig vor dem Erscheinen der Richter in den Gerichtssaal zurück. Während ich noch in der Geschworenenbank stand und mich umsah, meinte ich, die Gestalt wäre nicht anwesend, bis ich, als ich zufällig meine Augen zur Galerie erhob, bemerkte, wie sie sich dort vorbeugte und über eine sehr ehrbar wirkende Frau lehnte, als wollte sie nachsehen, ob die Richter bereits wieder auf ihren Plätzen säßen oder nicht. Unmittelbar darauf schrie die Frau auf, fiel in Ohnmacht und wurde herausgetragen. Ähnlich erging es auch dem ehrwürdigen, weisen und geduldigen Richter, der der Verhandlung vorsaß. Als die Plädoyers gehalten waren und er sich zurücklehnte und seine Papiere ordnete, um seine Zusammenfassung zu geben, trat der Ermordete durch die Tür der Richter ein, begab sich zum Tisch Seiner Lordschaft, schaute ihm erwartungsvoll über die Schulter und blickte auf die Seiten mit seinen Aufzeichnungen, die jener gerade durchblätterte. Da ging eine Veränderung mit dem Gesicht seiner Lordschaft vor; seine Hände hielten inne, und jenes seltsame Schaudern, das ich so gut kannte, überlief ihn; er zögerte: »Entschuldigen Sie mich einige Augenblicke, meine Herren. Ich fühle mich ein wenig bedrückt durch die schlechte Luft im Saal.« Und er erholte sich erst wieder, nachdem er ein Glas Wasser getrunken hatte.

In all der Gleichförmigkeit der zehn nicht enden wollenden Tage – dieselben Richter und Gerichtsdiener auf der Richterbank, derselbe Mörder auf der Anklagebank, dieselben Rechtsanwälte an ihren Tischen, dasselbe Gemurmel von Frage und Antwort, das zur Decke des Gerichtssaals hinaufschwebte, dasselbe Kratzen der Feder des Richters, dieselben Gerichtsdiener, die ein und aus gingen, dieselben Lichter, die zur selben Stunde angezündet wurden, wenn es überhaupt natürliches Tageslicht gegeben hatte, derselbe Nebelvorhang draußen vor den großen Fenstern, wenn es neblig war, derselbe Regen, der draußen platschte und tropfte, wenn es regnerisch war, dieselben Fußstapfen der Schließer und des Gefangenen in denselben Sägespänen, dieselben Schlüssel, die immer wieder dieselben schweren Türen auf- und wieder zusperrten –, in all dieser ermattenden Gleichförmigkeit, die mir das Gefühl gab, als sei ich bereits seit unermesslichen Zeiten Sprecher der Geschworenen und als hätte der Piccadilly gleichzeitig mit Babylon seine Blütezeit erlebt, verlor doch der Ermordete in meinen Augen niemals auch nur eine Spur seiner deutlichen Klarheit, noch war er zu irgendeiner Zeit weniger scharf gezeichnet als alle anderen. Ich darf nicht vergessen, als Tatsache zu erwähnen, dass ich niemals gesehen habe, wie die Erscheinung, die ich beim Namen des Ermordeten nenne, ein einziges Mal den Mörder anschaute. Wieder und wieder fragte ich mich: Warum machte er das nicht? Aber er tat es nie.

Auch mich schaute er nicht mehr an, nachdem man die Miniatur vorgelegt hatte, bis dann die letzten, abschließenden Augenblicke des Prozesses begannen. Wir zogen uns um sieben Minuten vor zehn Uhr nachts zur Beratung zurück. Der blödsinnige Kirchenälteste und seine beiden beschränkten Schmarotzer bereiteten uns so viele Schwierigkeiten, dass wir zweimal in den Gerichtssaal zurückgehen und darum bitten mussten, man möge uns bestimmte Auszüge aus den Aufzeichnungen des Richters erneut vorlesen. Neun von uns hegten nicht den geringsten Zweifel bezüglich dieser Seiten, genauso wenig, glaube ich, wie irgendjemand sonst im Gerichtssaal; das schwachköpfige Triumvirat, dem nichts außer Obstruktion einfiel, zweifelte sie aus eben diesem Grunde an. Schließlich setzten wir uns durch, und endlich kehrten die Geschworenen um zehn Minuten nach zwölf in den Gerichtssaal zurück.

Der Ermordete stand in jenem Augenblick unmittelbar gegenüber der Geschworenenbank auf der anderen Seite des Gerichtssaals. Als ich meinen Platz einnahm, ruhten seine Augen mit großer Aufmerksamkeit auf mir; er schien zufrieden zu sein und breitete langsam einen großen grauen Schleier, den er zum ersten Mal über dem Arm trug, über den Kopf und seine ganze Gestalt. Sobald ich unseren Spruch »Schuldig« verkündete, sackte der Schleier zusammen, und die Stelle war leer.

Als der Richter, wie es üblich ist, den Mörder fragte, ob er noch etwas zu sagen hätte, ehe das Todesurteil über ihn gefällt würde, murmelte er einige undeutliche Worte, die am nächsten Tag von den führenden Zeitungen als »einige weitschweifige, unzusammenhängende und nur halb hörbare Worte« beschrieben wurden, »mit denen er sich wohl beklagte, man hätte ihm kein faires Verfahren gewährt, weil der Sprecher der Geschworenen von vornherein gegen ihn voreingenommen gewesen sei.« Aber die bemerkenswerte Erklärung, die er wirklich abgegeben hatte, war folgende: »My Lord, ich wusste, dass ich dem Tod geweiht war, als der Sprecher der Geschworenen auf der Bank Platz nahm. My Lord, ich wusste, dass er mich nicht davonkommen lassen würde, denn, ehe ich verhaftet wurde, erschien er irgendwie in der Nacht an meinem Bett, weckte mich und legte mir eine Schlinge um den Hals.«

 

Erstmals erschienen 1865 als Teil von »Doctor Marigold’s Prescriptions« in der Weihnachtsausgabe von »All the Year Round«.

In die Gesellschaft gehen

Zu einer bestimmten Zeit in seinen wechselhaften Geschicken geschah es dem Haus, dass es von einem Schausteller bewohnt wurde. Man fand ihn in den Gemeindebüchern aus der Zeit, als er das Haus mietete, als Bewohner eingetragen, und deswegen war es gar nicht nötig, weitere Hinweise auf seinen Namen zu suchen. Doch er selbst war dann weniger leicht zu finden, denn er hatte ein unstetes Wanderleben geführt, und die sesshaften Leute hatten ihn aus den Augen verloren, und die Leute, die sich brüsteten, achtbar zu sein, scheuten sich, zuzugeben, dass sie je etwas über ihn gewusst hatten. Endlich fand man in den Sumpfgebieten bei den Flussniederungen, die um Deptford und die benachbarten Gemüsefelder herum liegen, eine verhutzelte Person in Baumwollsammet und mit einem so von allerlei Wettern gefurchten Gesicht, dass es beinahe wie tätowiert aussah, und die Person schmauchte an der Tür eines Holzhauses auf Rädern ein Pfeifchen. Der Wohnkarren war bei der Mündung eines schlammigen Flüsschens für den Winter außer Dienst gestellt; und alles in der Nähe, der neblige Fluss, die dunstigen Marschen und die dampfenden Gemüsegärten, rauchte in trauter Eintracht mit dem verhutzelten Mann. Inmitten dieser rauchenden Gesellschaft war auch der Schornstein des Holzhauses auf Rädern nicht träge, sondern schmauchte sein Pfeifchen gesellig mit den anderen.

Gefragt, ob er es gewesen sei, der einmal das Haus angemietet hatte, schaute der verhutzelte Baumwollsamtige überrascht und sagte: »Ja.« Dann war sein Name also Magsman? Das stimmte, Toby Magsman – eigentlich gesetzmäßig Robert getauft, aber in der Branche Toby genannt, von Kindesbeinen an. Es lag doch nichts gegen Toby Magsman vor, hoffte er? Falls es da einen Verdacht gäbe – gleich raus damit!

Es lag keinerlei Verdacht vor, da konnte er beruhigt sein. Aber es wurden Erkundigungen über das Haus eingezogen, und hätte er etwas dagegen, zu erzählen, warum er es verlassen hatte?

Keineswegs. Warum sollte er? Er verließ es damals wegen einem Zwerg.

Wegen einem Zwerg?

Mr. Magsman wiederholte, bedachtsam und nachdrücklich: »Wegen einem Zwerg.«

Hätte Mr. Magsman die Freundlichkeit und Zuvorkommenheit, dem Fragenden den großen Gefallen zu erweisen, in einige Einzelheiten zu gehen?

Mr. Magsman ging in die folgenden Einzelheiten.

Es war zunächst einmal vor langer Zeit – bevor man die Lotterien und vieles andere abschaffte. Mr. Magsman sah sich gerade nach einem guten Veranstaltungsort um, sieht er da nicht das Haus und sagt still zu sich: »Dich nehm ich, wenn du zu haben bist. Wenn man dich mit Geld kriegen kann, dann nehm ich dich.«

Die Nachbarn wurden sehr böse und beschwerten sich; aber Mr. Magsman hatte keinen Schimmer, was sie denn wollten. Es war eine herrliche Sache. Zunächst einmal war da die Leinwand, mit dem Bild eines Riesen in spanischen Hosen und mit Halskrause, der selbst beinahe halb so hoch war wie das Haus und der mit einem Seil und Flaschenzug zum Dach hinaufgezogen wurde, bis sein Kopf auf gleicher Höhe mit der Brüstung war. Und dann war da die Leinwand mit dem Bild der Albino-Dame, die der Armee und Marine in korrekter Uniform ihr weißes Haar vorführte. Und dann die Leinwand mit dem Bild des wilden Indianers, der einen Angehörigen einer ausländischen Nation skalpierte. Und dann war da das Bild von dem Kind eines britischen Pflanzers, das von zwei Boa Constrictor-Schlangen gepackt wurde – nicht dass wir jemals ein Kind gehabt hätten, auch keine Boa Constrictor-Schlangen. In ähnlicher Weise war dann noch das Bild von dem wilden Esel aus der Prärie – nicht dass wir jemals wilde Esel gehabt hätten, nicht geschenkt hätten wir die haben wollen. Zu guter Letzt war da noch die Leinwand mit dem Bild eines Zwergs, ihm selbst sehr ähnlich (wenn man es recht bedachte), und mit König Georg dem Vierten in einem solchen Zustand des Erstaunens über ihn, wie ihn Seine Majestät in all Seiner äußersten Höflichkeit und Stämmigkeit wohl nie zum Ausdruck zu bringen vermochte. Die Vorderfront des Hauses war derart mit Leinwänden bedeckt, dass auf dieser Seite kaum je ein Funken Tageslicht hereindrang. »MAGSMANS AMÜSEMENTS« – fünfzehn Fuß lang und zwei Fuß hoch, stand quer über die Vordertür und die Wohnzimmerfenster geschrieben. Der Durchgang war in einen Hain aus grünem Fries und Gartenzeug verwandelt. Dort spielte unablässig eine Drehorgel. Und was die Achtbarkeit angeht – wenn Threepence Eintritt nicht achtbar ist, was dann?

Aber gegenwärtig ist ja hier der Zwerg der Hauptgegenstand, und er war sein Geld wert. Angekündigt wurde er als Major Tpschoffki von der Kaiserlichen Bulgradarischen Brigade. Den Namen konnte niemand aussprechen, und es war auch nicht beabsichtigt, dass das jemand tun sollte. Das Publikum machte in der Regel Chopski daraus. In der Branche nannte man ihn Chops; teilweise deswegen und teilweise, weil sein richtiger Name, wenn er je einen hatte (was durchaus im Dunkeln lag), Stakes1 war.

Er war ein ungewöhnlich kleiner Mann, wirklich wahr. Sicher, nicht so klein, wie behauptet wurde, aber wo findet man schon mal einen richtigen Zwerg? Er war ein ungewöhnlich kleiner Mann mit einem ungewöhnlich großen Kopf, und was er in dem Kopf hatte, das wusste niemand außer ihm persönlich; und auch wenn man mal annahm, dass er je nachgeschaut hat, was selbst für ihn eine reichlich heftige Aufgabe gewesen wäre.

Der freundlichste kleine Mann, der je herangewachsen ist! Munter, aber nicht stolz. Wenn er mit der Nummer mit dem getüpfelten Säugling unterwegs war – obwohl er ja wusste, dass er selbst ein echter natürlicher Zwerg war und dass die Tupfen auf den Säugling künstlich draufgemalt wurden –, da hat er sich um den Säugling gekümmert wie eine Mutter. Nie hat man gehört, dass er einen Riesen irgendwie mit Schimpfnamen beleidigt hätte. Gegenüber der Fetten Dame aus Norfolk allerdings hat er sich wirklich zu unflätigen Worten hinreißen lassen, aber das war ja eine Herzensangelegenheit; und wenn eine Dame mit dem Herzen eines Mannes getändelt hat und dann einem Indianer den Vorzug gibt, dann ist er einfach nicht mehr Herr seiner Sinne.

Natürlich war er immer verliebt, jede außergewöhnliche menschliche Naturerscheinung ist das. Und er war immer in eine dicke Frau verliebt; ich habe nie gehört, dass Zwerge sich überhaupt in eine Kleine verlieben können. Das führt natürlich dazu, dass sie die Kuriositäten bleiben, die sie sind.

Eine seltsame Idee hatte er sich in den Kopf gesetzt, die schon was bedeutet haben muss, denn sonst wäre sie wohl nicht da drin gewesen. Er war immer der Meinung, ihm stünde ein Vermögen zu. Nie hat er seinen Namen unter irgendein Schriftstück gesetzt. Er hatte schreiben gelernt, und zwar von dem jungen Mann ohne Arme, der sich seinen Lebensunterhalt mit den Zehen verdiente (und was für ein meisterlicher Schreiber der war, hat Dutzende in der Branche unterrichtet), aber Chops wäre lieber verhungert, als sich eine Kruste Brot zu verdienen, indem er seinen Namen unter ein Blatt Papier setzte. Das ist umso seltsamer, wenn man bedenkt, dass er keinen Besitz hatte und auch keinerlei Aussichten auf einen Besitz, außer seinem Haus und einer Untertasse. Wenn ich »sein Haus« sage, dann meine ich damit die Kiste, die außen bemalt war, als sei sie innen ein normales Haus mit sechs Zimmern, und in die er mit einem Diamantring (oder etwas, das beinahe so aussah) am Zeigefinger hereinkrabbelte und dann aus dem, was das Publikum für sein Wohnzimmerfenster hielt, ein Glöckchen klingeln ließ. Und wenn ich »Untertasse« sage, dann meine ich damit einen Porzellanteller, mit dem er nach dem Ende jeder Darbietung für sich Geld sammeln ging. Sein Stichwort bekam er dafür von mir: »Damen und Herren, der kleine Mann wird nun dreimal um den Wagen laufen und sich dann hinter den Vorhang zurückziehen.« Wenn er im privaten Leben etwas sagte, schloss er es gewöhnlich mit Worten dieser Art ab, und das war im Allgemeinen auch das Letzte, was er zu mir sagte, ehe er nachts zu Bett ging.

Er hatte das, was ich einen feinen Geist nennen würde – einen poetischen Geist. Seine Gedanken bezüglich seines Vermögens überkamen ihn am stärksten, wenn er auf der Drehorgel saß und jemand die Kurbel drehte. Wenn ihm dann die Schwingungen eine Weile durch und durch gegangen waren, kreischte er: »Toby, ich spüre, wie mein Vermögen kommt! Dreh weiter! Ich zähle die Guineen zu Tausenden, Toby – dreh weiter! Toby, ich werde ein wohlhabender Mann sein! Ich spüre die Münzen schon in mir klimpern, Toby, ich werde so groß wie die Bank von England!« Solcher Art ist der Einfluss der Musik auf den poetischen Geist. Nicht dass er eine besondere Vorliebe für irgendeine andere Art von Musik außer für die Drehorgel gehabt hätte, im Gegenteil, er hasste sie.

Er hegte eine Art ewigen Groll gegen das Publikum, was eine Sache ist, die man bei vielen Kuriositäten beobachten kann, die sich ihren Lebensunterhalt mit ihrem kuriosen Aussehen verdienen. Was ihn an seiner Beschäftigung am meisten aufbrachte, war, dass sie ihn von der Gesellschaft fernhielt. Er sagte unablässig: »Toby, mein Ehrgeiz ist es, in die Gesellschaft zu gehen. Der Fluch meiner Stellung beim Publikum ist, dass sie mich aus der Gesellschaft fernhält. Das bedeutet einem minderen Wesen wie dem Indianer nichts, der ist nicht für die Gesellschaft geschaffen. Das bedeutet einem getüpfelten Säugling nichts, der ist nicht für die Gesellschaft geschaffen. Ich schon.«

Niemand konnte herausfinden, was Chops mit seinem Geld machte. Er bekam ein gutes Gehalt, jeden Samstag pünktlich auf die Trommel gezählt, außerdem Essen nach Herzenslust – und er aß wie ein Scheunendrescher – aber das tun alle Zwerge. Die Untertasse brachte ihm ein zusätzliches kleines Einkommen, so viele Halfpenny-Stücke, dass er sie die Woche über, in ein Sacktuch geknotet, mit sich herumtrug. Und doch hatte er nie Geld. Und es konnte nicht die Fette Dame aus Norfolk sein, wie mal vermutet wurde; denn es ist doch nur billig, dass man, wenn man eine solche Feindseligkeit gegen einen Indianer verspürt, die einen dazu bringt, ihm mit den Zähnen ins Gesicht zu knirschen, und die einen kaum davon abhält, ihn hörbar niederzuzischen, wenn er seinen Kriegstanz aufführt – dann ist es doch nur billig, dass man unter diesen Umständen sich nicht selbst beraubt, um genau diesem Indianer ein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen.

Völlig unerwartet wurde eines Tages beim Pferderennen von Egham das Geheimnis gelüftet. Das Publikum ließ sich damals lange bitten, und Chops läutete sein Glöckchen aus dem Wohnzimmerfenster und knurrte mir über die Schulter hinweg zu, während er kniete und seine Beine zur Hintertür herausragten – denn er konnte sich nicht in sein kleines Haus quetschen, ohne sich niederzuknien, und die Unterkunft hatte auch keinen Raum für seine Beine –, also er knurrte: »Da hast du mal ein prächtiges Publikum! Warum zum Teufel kommen sie nicht herbeigestürzt?«, als ein Mann aus der Menge aufspringt und eine Brieftaube hochhält und ausruft: »Wenn hier jemand ist, der ein Los hat, die Lotterie ist gerade gezogen worden, und die Nummer für den großen Preis ist drei sieben zweiundvierzig!« Ich war höllisch wütend auf den Mann, weil er die Aufmerksamkeit des Publikums abgelenkt hatte – denn das Publikum wendet sich ja jederzeit ab, um irgendetwas anderes anzuschauen als das, was man ihm zeigen will; und wenn Sie das anzweifeln, dann rufen Sie es für irgendeinen Zweck auf der Welt zusammen und schicken nur zwei Leute zu spät rein, und dann schaun Sie mal, ob sich nicht die gesamte Gesellschaft weit mehr dafür interessiert, mit besonderer Aufmerksamkeit diese beiden anzusehen, als für Sie – also, ich sage, ich war nicht gerade erfreut über den Mann, dass er so laut gerufen hatte, und habe ihn in Gedanken nicht eben gesegnet, sehe ich da nicht Chops’ kleine Glocke aus dem Fenster geradewegs auf eine alte Dame zufliegen, und steht er nicht auf und stößt die Kiste um und gibt damit das ganze Geheimnis preis und packt mich bei den Waden und sagt zu mir: »Trag mich in den Wagen und schütte mir einen Eimer Wasser über den Kopf, sonst bin ich ein toter Mann, denn ich habe mein Vermögen bekommen!«

Zwölftausend und ein paar Hundert Pfund, das war Chops’ Gewinn. Er hatte ein halbes Los für den Gewinn von fünfundzwanzigtausend gekauft, und es war gezogen worden. Als Erstes benutzte er sein Vermögen zu dem Angebot, einen Kampf gegen den wilden Indianer auszufechten, mit fünfhundert Pfund Einsatz auf beiden Seiten, er mit einer vergifteten Stopfnadel bewaffnet, der Indianer mit einem Knüppel; aber da den Indianer für diese Summe niemand unterstützen wollte, wurde nichts weiter daraus.

Nachdem er eine Woche lang völlig von Sinnen gewesen war – in einem Seelenzustand, in dem er, wenn ich ihn auch nur zwei Minuten auf der Drehorgel hätte sitzen lassen, sicherlich geplatzt wäre – aber wir hielten ihn von der Orgel fern –, erholte sich Mr. Chops wieder und benahm sich gegenüber jedermann sehr freizügig und wunderbar. Er ließ dann nach einem jungen Mann schicken, den er kannte, und der war eine sehr vornehme Erscheinung und war Täuscher an einer Glücksspielbude (sehr achtbar aufgewachsen, da sein Vater eine herausragende Erscheinung in der Pferdebranche war, aber in einer geschäftlichen Krise Pech gehabt hatte, weil er einen alten Grauen gelbbraun angestrichen und mit Gewinn als Rassepferd mit Stammbaum verkauft hatte), und Mr. Chops sagte zu dem Täuscher, der behauptete, sein Name sei Normandy, was natürlich nicht stimmte: »Normandy, ich gehe in die Gesellschaft. Gehst du mit?«

Sagte Normandy: »Verstehe ich das recht, Mr. Chops, dass Sie mir mitteilen wollen, dass die gesamten Kosten dieses Gesellschaftsgangs von Ihnen getragen würden?«

»Stimmt«, sagte da Mr. Chops. »Und eine fürstliche Apanage sollst du auch bekommen.«

Da hob der Täuscher Mr. Chops auf einen Stuhl, schüttelte ihm die Hand und erwiderte mit Poesie, die Augen anscheinend voller Tränen:

»Mein Boot ist jetzt am Strand,

Die Barke auf dem Meer,

Was brauch ich in der Hand,

Nur mit dir ich geh umher.«

Und sie gingen in die Gesellschaft, in einer Kutsche mit vier Grauen und mit Seidenjacketts. Sie nahmen sich ein Logis in Pall Mall, London, und sie lebten prächtig drauflos.

Auf eine Nachricht hin, die im nächsten Herbst von einem Bediensteten, der höchst wunderbar in milchweißem Zwirn und Hut gewandet war, zum Bartholomäus-Jahrmarkt2 gebracht wurde, putzte ich mich heraus und ging am verabredeten Abend nach Pall Mall. Die Herren genossen gerade ihren Wein nach dem Abendessen, und Mr. Chops’ Augen blickten starrer aus seinem Kopf, als gut für ihn war, dachte ich bei mir. Sie waren zu dritt (ich meine, in dieser Gesellschaft), und den Dritten kannte ich gut. Bei unserem letzten Zusammentreffen hatte er ein weißes Römerhemd an und eine mit Leopardenfell bezogene Bischofsmitra auf dem Kopf und spielte in einer Kapelle bei einer Raubtierschau sehr falsch Klarinette.

Dieser Herr tat, als würde er mich nicht kennen, und Mr. Chops sagte: »Meine Herren, das ist ein alter Freund aus früheren Zeiten.« Und Normandy blickte mich durch ein Monokel an und meinte: »Magsman, ich freue mich, Sie zu sehen«, und ich könnte schwören, das tat er nicht. Mr. Chops hatte, damit er bequem den Tisch erreichen konnte, seinen Stuhl auf einem Thron stehen (in der Form ziemlich ähnlich dem von Georg dem Vierten auf der Leinwand), schien mir aber in keiner anderen Hinsicht in diesem Hause der König zu sein, denn die beiden Herren kommandierten wie die Kaiser. Sie waren herausgeputzt wie für den höchsten Feiertag – glanzvoll! –, und was den Wein betraf, so schwammen sie buchstäblich in allen Sorten.

Ich machte ebenfalls die Runde durch alle Flaschen, erst getrennt (um sagen zu können, ich hätte es geschafft), dann mischte ich sie alle durcheinander (um sagen zu können, ich hätte es geschafft), und dann kostete ich zwei davon halb und halb und dann die anderen beiden. Insgesamt verbrachte ich einen sehr angenehmen Abend, wenn ich auch gewisse Anzeichen dafür verspürte, dass ich leicht benebelt war, bis ich es schließlich für höflich und wohlerzogen hielt, aufzustehen und zu sagen: »Mr. Chops, selbst die besten Freunde müssen einmal voneinander scheiden, und ich danke Ihnen für die Vielfalt an welschen Trünken, die Sie mir so freundlich spendiert haben, ich blicke durch den roten Wein zu Ihnen hin, und ich verabschiede mich.« Worauf Mr. Chops erwiderte: »Wenn Sie mich nur mit Ihrem rechten Arm hier herausheben, Magsman, und mich die Treppe heruntertragen, dann begleite ich Sie nach unten.« Ich meinte, ich könnte mir nicht vorstellen, so etwas zu tun, doch er wollte es unbedingt, und so hob ich ihn von seinem Thron. Er roch stark nach Madeira, und mir schoss, während ich ihn heruntertrug, der Gedanke durch den Kopf, dass es wäre, als trüge man eine große Flasche Wein mit einem ziemlich hässlichen Korken und recht seltsamen Proportionen.

Als ich ihn in der Eingangshalle auf der Fußmatte absetzte, hielt er mich nah bei sich, indem er sich an meinen Mantelkragen klammerte, und flüsterte: »Ich bin nicht glücklich, Magsman.«

»Was bedrückt Sie, Mr. Chops?«

»Die behandeln mich schlecht. Die sind mir nicht dankbar. Die setzen mich auf das Kaminsims, wenn ich keinen Champagnerwein mehr trinken will, und die sperren mich in die Kredenz ein, wenn ich mein Vermögen nicht hergeben will.«

»Jagen Sie sie aus dem Haus, Mr. Chops.«

»Kann ich nicht. Wir sind zusammen in der Gesellschaft, und was würde die Gesellschaft sagen?«

»Dann kommen Sie aus der Gesellschaft wieder heraus!«, sagte ich.

»Kann ich nicht. Sie wissen nicht, wovon Sie reden. Wenn man einmal in die Gesellschaft gegangen ist, darf man nie wieder heraus.«

»Dann, Mr. Chops, wenn ich mir die Freiheit erlauben darf«, war meine Anmerkung, »dann denke ich, dass es eine Schande ist, dass Sie je hineingegangen sind.«

Mr. Chops schüttelte seinen schweren Kopf in überraschendem Maße und klatschte sich ein halbes Dutzend Male mit der Hand dagegen, und zwar mit mehr Kraft, als ich in ihm vermutet hätte. Dann sagte er: »Sie sind ein braver Bursche, aber Sie verstehen nichts. Gute Nacht, und nun fort. Magsmann, der kleine Mann wird nun dreimal um den Wagen laufen und sich dann hinter den Vorhang zurückziehen.« Das Letzte, was ich bei diesem Anlass von ihm sah, war, wie er versuchte, am äußersten Abgrund zur Bewusstlosigkeit die Treppe eine Stufe nach der anderen auf Händen und Füßen hochzukrabbeln. Sie wäre ohnehin viel zu steil für ihn gewesen, selbst wenn er nüchtern gewesen wäre; aber er wollte sich nicht helfen lassen.

Nicht lange darauf las ich in der Zeitung, dass Mr. Chops bei Hofe vorgestellt worden war. Es stand gedruckt: »Man wird sich erinnern« – und ich habe in meinem Leben oft bemerkt, dass sicherlich immer dann gedruckt steht, dass man sich erinnern wird, wenn das bestimmt nicht der Fall ist –, »dass Mr. Chops jene Person von geringer Körpergröße ist, deren brillanter Erfolg in der Lotterie so viel Aufmerksamkeit erregt hat.« Nun, sag ich da für mich hin, so ist das Leben! Jetzt hat er es wirklich allen Ernstes geschafft. Er hat Georg den Vierten in Erstaunen versetzt!

(Worauf ich dann die Leinwand neu malen ließ, ihn mit einem Sack voll Geld, den er Georg dem Vierten überreicht, und eine Dame in Straußenfedern, die sich in ihn verliebt, wie er dasteht, korrekt mit Mozartzopf, Schwert und allen Schnallen.)

Ich nahm das Haus, das der Gegenstand der gegenwärtigen Erkundigungen ist – wenn ich auch nicht die Ehre habe, Sie zu kennen –, und ich betrieb darin wohl dreizehn Monate Magsmans Amüsements – manchmal das eine, manchmal das andere, manchmal nichts Besonderes, aber immer mit allen Leinwänden draußen an der Fassade. Eines Abends, als wir gerade vor der letzten Gesellschaft fertiggespielt hatten, die sehr zurückhaltend war, weil es aus allen Wolken schüttete, schmauchte ich gerade im Hinterzimmer im ersten Stock mein Pfeifchen mit dem jungen Mann mit den Zehen, den ich für einen Monat unter Vertrag genommen hatte (obwohl er beim Publikum niemals so richtig zog), und da hörte ich, wie jemand gegen die Straßentür trat. »Hallo!«, sagte ich zu dem jungen Mann, »was ist denn da los?« Der kratzte sich mit den Zehen an der Braue und antwortete: »Kann ich mir nicht vorstellen, Mr. Magsman« – und der konnte sich wirklich nie was vorstellen und war eine sehr monotone Gesellschaft.

Weil das Getöse nicht aufhören wollte, legte ich meine Pfeife hin, nahm eine Kerze zur Hand, ging hinunter und öffnete die Tür. Ich blickte auf die Straße hinaus; aber ich konnte nichts sehen, und ich bemerkte nichts, bis ich mich abrupt umwandte, weil mir ein kleines Geschöpf zwischen den Beinen hindurchgewuselt und in den Flur gerannt war. Das war Mr. Chops!

»Magsman«, sagte der, »nehmen Sie mich zu den alten Konditionen, und Sie kriegen mich; wenn es abgemacht ist, sagen Sie abgemacht!«

Ich war ganz verdattert, aber ich sagte: »Abgemacht, Sir!«

»Abgemacht auf Ihr Abgemacht, und doppelt abgemacht«, erwiderte er da. »Haben Sie ein wenig Abendbrot im Haus?«

Da ich mich an das prickelnde Allerlei welscher Getränke erinnerte, die wir in Pall Mall geschlürft hatten, schämte ich mich, ihm kalte Würste und Gin mit Wasser anzubieten, aber er genoss beides und von beidem reichlich; und er nahm einen Stuhl als Tisch und setzte sich auf einen Schemel davor, wie in alten Zeiten. Ich war immer noch verdattert.

Nachdem er mit den Würsten reinen Tisch gemacht hatte (Rindswürste, zwei und ein Viertel Pfund ungefähr, schätze ich), begann die Weisheit, die in diesem kleinen Mann steckte, wie Schweiß aus ihm hervorzubrechen.

»Magsman«, sagte er, »sehen Sie mich an! Sie sehen vor sich einen, der sowohl in die Gesellschaft gegangen als auch wieder aus ihr herausgekommen ist.«

»Oh! Sie sind wirklich heraus, Mr. Chops? Wie sind Sie herausgekommen, Sir?«

»Herausgekauft!«, erwiderte er. Nie haben Sie eine solche Weisheit gesehen, wie sein Kopf sie zum Ausdruck brachte, als er dieses Wort sprach.

»Mein Freund Magsman, ich teile mit Ihnen eine Entdeckung, die ich gemacht habe. Die ist wertvoll, denn sie hat mich zwölftausend fünfhundert Pfund gekostet, sie wird Ihnen im Leben von gutem Nutzen sein. Das Geheimnis der Sache ist, dass es nicht so sehr darum geht, dass eine Person in die Gesellschaft hineingeht, sondern vielmehr geht die Gesellschaft in die Person hinein.«

Da ich seiner Erläuterung nicht ganz folgen konnte, schüttelte ich den Kopf, setzte einen tiefsinnigen Blick auf und sagte: »Da haben Sie recht, Mr. Chops.«

»Magsman«, sagte er und zwickte mich ins Bein, »die Gesellschaft hat mich überfallen und mir den letzten Penny meines Vermögens geraubt.«

Ich spürte, dass ich erbleichte, und obwohl ich von Natur aus ein kühner Redner bin, konnte ich kaum hervorbringen: »Wo ist Normandy?«

»Durchgebrannt. Mit dem Tafelsilber«, antwortete Mr. Chops.

»Und der andere?«, womit ich den meinte, der früher die Bischofsmitra getragen hatte.

»Durchgebrannt. Mit dem Schmuck«, sagte Mr. Chops.

Ich setzte mich hin und schaute ihn an, und er stand auf und schaute mich an.

»Magsman«, sagte er da und schien mir immer weiser zu werden, je heiserer er wurde, »die Gesellschaft, als Ganzes genommen, besteht aus Zwergen. Am Hof von St. James, da betrieb ich wieder mein altes Geschäft – dreimal um den Wagen herum, in den alten höfischen Gewändern und Requisiten. Auch anderswo läuten die meisten ihre Glöckchen aus vorgetäuschten Pappkulissen. Überall geht der Teller rund. Magsman, der Teller ist eine universelle Einrichtung!«

Ich begriff, müssen Sie verstehen, dass ihn sein Unglück bitter gemacht hatte, und ich verspürte Mitgefühl mit Mr. Chops.

»Und was die Fetten Damen betrifft«, sagte er und donnerte seinen Kopf gewaltig gegen die Wand, »von denen gibt es in der Gesellschaft viele, und schlimmer als das Original. Sie litt nur unter spektakulär schlechtem Geschmack – einfach spektakulär schlechtem Geschmack – den man nur verachten kann – und der seine eigene Strafe in Form eines Indianers nach sich zieht.« Hier donnerte er den Kopf noch einmal gewaltig gegen die Wand. »Aber die da, Magsman, die sind spektakulär käuflich. Man häufe nur Kaschmirschals an, kaufe Armreifen, streue das alles und einen Haufen schöne Fächer und Sachen in seinen Räumen aus und verbreite die Kunde, dass man sie so freigebig wie Wasser an alle verteilt, die sie bewundern kommen, und die Fetten Damen, die sich nicht für so und so viel auf dem Jahrmarkt zeigen würden, strömen aus allen Himmelsrichtungen herbei und sammeln sich um einen, wer immer man auch sein mag! Sie durchlöchern dir das Herz, Magsman, wie ein Sieb. Und wenn du nichts mehr zu geben hast, dann lachen sie dir ins Gesicht und lassen dich liegen, dass die Geier kommen und noch deine Knochen abnagen können, genauso wie bei dem toten wilden Esel auf der Prärie, der ich zu sein verdiene!« Hier schlug er den Kopf noch viel gewaltiger gegen die Wand und fiel um.

Ich dachte, er wäre hinüber. Sein Kopf war so schwer, und er hatte ihn so hart gegen die Wand geschlagen und war wie ein Stein gefallen, und die wurstbedingte Turbulenz in ihm muss so ungeheuerlich gewesen sein, dass ich meinte, er wäre hinüber. Aber er kam nach einiger Pflege bald wieder zu Bewusstsein und setzte sich auf dem Boden aufrecht hin und sagte zu mir, wobei ihm die Weisheit aus den Augen strömte, wie ich es kaum je gesehen habe: »Magsman! Der Hauptunterschied zwischen den beiden Lebensumständen, die Ihr unglückseliger Freund durchschritten hat« – und er streckte seine arme kleine Hand aus, und die Tränen rollten ihm über den Schnauzbart, den er sich zu seiner Ehre unter viel Mühen hatte wachsen lassen, aber wir Sterblichen können den Erfolg ja nicht erzwingen –, »der Unterschied ist folgender. Als ich noch außerhalb der Gesellschaft war, hat man mir sehr wenig dafür gezahlt, dass man mich ansah. Als ich in die Gesellschaft ging, habe ich schwer dafür bezahlt, dass man mich ansah. Ich ziehe das Erstere vor, selbst wenn ich nicht dazu gezwungen wäre. Kündigen Sie mich morgen nach der alten Manier mit der Trompete an!«

Danach schlüpfte er so leicht wieder ins Geschäft hinein, so leicht, wie geölt. Aber von der Drehorgel hielten wir ihn fern, und es wurde auch niemals, wenn wir Gesellschaft hatten, auf sein Vermögen angespielt. Er wurde täglich weiser; seine Ansichten zur Gesellschaft und zum Publikum waren erleuchtet, verwirrend, ehrfurchtgebietend; und sein Kopf wurde groß und größer, als seine Weisheit selbigen immer weiter ausdehnte.

Er kam gut an und zog die Leute neun Monate lang hervorragend in die Vorstellungen. Am Ende dieses Zeitraums – sein Kopf sah furchtbar aus – äußerte er eines Abends, nachdem wir die letzten Zuschauer herausgelassen und die Tür verschlossen hatten, den Wunsch nach ein wenig Musik.

»Mr. Chops«, antwortete ich (ich habe nie das »Mr.« fallenlassen, wenn ich ihn ansprach; alle Welt mochte es tun, aber ich nicht), »Mr. Chops, sind Sie sicher, dass Sie geistig und seelisch in der Lage sind, auf der Drehorgel zu sitzen?«

Seine Antwort war folgende: »Toby, wenn ich sie das nächste Mal auf der Walz treffe, vergebe ich ihr und dem Indianer. Und ja, ich bin dazu in der Lage.«

Mit Angst und Beben begann ich die Kurbel zu drehen; aber er saß da wie ein Lämmchen. Bis zu meinem Todestag werde ich der Überzeugung bleiben, dass ich gesehen habe, wie sein Kopf sich ausdehnte, während er da saß; daran können Sie ablesen, wie großartig seine Gedanken waren. Es saß während aller Melodien da, und dann stieg er herunter.

»Toby«, sagte er mit einem leisen Lächeln, »der kleine Mann wird nun dreimal um den Wagen laufen und sich dann hinter den Vorhang zurückziehen.«

Als wir ihn am nächsten Morgen holen wollten, stellten wir fest, dass er in eine viel bessere Gesellschaft gegangen war als in die meine oder die der Pall Mall. Ich gab Mr. Chops ein so komfortables Begräbnis, wie es in meiner Macht stand, ging selbst als Haupttrauernder hinter dem Sarg und ließ die Leinwand mit Georg dem Vierten wie ein Banner voraustragen. Aber das Haus war danach so trostlos, dass ich es aufgab und mich wieder auf den Wagen verlegte.

 

Erstmals erschienen 1858 in »A House to Let«, der Weihnachtsausgabe von »Household Words«.

Die Geschichte des Kindes

Es war einmal vor reichlich vielen Jahren ein Reisender, und der begab sich auf eine Reise. Es war eine Zauberreise, die ihm sehr lang erschien, als er sich aufmachte, und sehr kurz, als er sie halb hinter sich hatte.

Er reiste eine kleine Weile einen ziemlich finsteren Weg entlang, ohne irgendjemanden oder irgendetwas zu treffen, bis er schließlich zu einem wunderschönen Kind kam. Also sprach er zu dem Kind: »Was machst du hier?« Und das Kind antwortete: »Ich spiele immerzu. Komm und spiele mit mir.«

Also spielte er den lieben langen Tag mit dem Kind, und sie waren sehr fröhlich. Der Himmel war so blau, die Sonne schien so hell, das Wasser glitzerte so strahlend, die Blätter waren so grün, und sie hörten so viele Singvögel und sahen so viele Schmetterlinge, dass alles wunderschön war. Das war bei gutem Wetter. Wenn es regnete, liebten sie es, die fallenden Tropfen zu beobachten und die frischen Düfte einzuatmen. Wenn es stürmte, war es ihnen ein Entzücken, dem Wind zu lauschen und sich auszumalen, was er sagte, wenn er von seinem Zuhause herbeigesaust kam – wo das wohl war, überlegten sie! – und pfiff und heulte, die Wolken vor sich hertrieb, die Bäume niederbog, das Haus erzittern ließ und das Meer zu wütendem Brüllen aufpeitschte. Aber wenn es schneite, war es am allerbesten; denn sie mochten nichts lieber, als zu den weißen Flocken hinaufzuschauen, die dicht und rasch fielen wie Daunenfedern von den Brüsten Millionen weißer Vögel, und zu sehen, wie glatt und tief die Schneewehen waren, und der Stille auf allen Pfaden und Straßen zu lauschen.

Sie hatten reichlich von den schönsten Spielzeugen der Welt und von den erstaunlichsten Bilderbüchern: von Krummsäbeln und Pantoffeln und Turbanen und von Zwergen und Riesen und Flaschengeistern und Elfen und von Blaubärten und Zauberbohnen1 und Schätzen und Höhlen und Wäldern und Valentins und Orsons2 – und alle waren sie neu und alle wahr.

Aber eines Tages kam dem Reisenden plötzlich das Kind abhanden. Er rief immer und immer wieder nach ihm, erhielt aber keine Antwort. Also machte er sich wieder auf den Weg und ging eine kleine Weile, ohne irgendjemanden oder irgendetwas zu treffen, bis er schließlich zu einem hübschen Jungen kam. Also sagte er zu dem Jungen: »Was machst du hier?« Und der Junge antwortete: »Ich lerne immerzu. Komm und lerne mit mir.«

Also lernte er mit diesem Jungen über Jupiter und Juno und die Griechen und die Römer und was weiß ich nicht alles, und er lernte mehr, als ich zu sagen vermag – oder er, denn er vergaß das meiste schon bald wieder. Aber sie lernten nicht immer; sie ergötzten sich auch an den fröhlichsten Spielen, die je gespielt wurden. Im Sommer ruderten sie auf dem Fluss, und im Winter liefen sie auf dem Eis Schlittschuh; sie wanderten und sie ritten; sie spielten Kricket und allerlei Ballspiele; spielten Fangen, Schnitzeljagd, Nachahmen und mehr Kurzweiliges, als mir jetzt einfällt; niemand konnte sie besiegen. Es gab auch Feiertage und Dreikönigskuchen und Gesellschaften, bei denen sie bis Mitternacht tanzten, und echte Theater, in denen sie zuschauten, wie sich Paläste aus echtem Gold und Silber aus der echten Erde erhoben, und wo sie alle Wunder der Welt gleichzeitig sahen . Und Freunde, sie hatten so liebe Freunde und so viele, dass mir die Zeit fehlt, sie alle aufzuzählen. Sie waren alle jung wie der hübsche Bursche und wollten einander ihr ganzes Leben lang nicht fremd werden.

Und doch kam eines Tages mitten unter all diesen Vergnügungen dem Reisenden der Bursche abhanden, wie ihm das Kind abhandengekommen war, und nachdem er vergeblich nach ihm gerufen hatte, machte er sich wieder auf den Weg. Er ging wieder eine kleine Weile, ohne irgendjemanden oder irgendetwas zu treffen, bis er schließlich zu einem jungen Mann kam. Also sagte er zu dem jungen Mann: »Was machst du hier?« Und der junge Mann antwortete: »Ich bin immerzu verliebt. Komm und sei mit mir verliebt.«

Und so ging er mit dem jungen Mann fort, und sogleich trafen sie eines der hübschesten jungen Mädchen, das man je gesehen hat – geradeso wie Fanny da drüben an der Ecke –, und sie hatte Augen wie Fanny und Haar genau wie Fanny und Grübchen wie Fanny und sie lachte und errötete genau wie Fanny, wenn ich jetzt über sie spreche. Also verliebte sich der junge Mann unverzüglich – genauso, wie es einem Jemand, dessen Namen ich nicht erwähnen will, mit Fanny geschah, als er zum ersten Mal hierherkam. Nun! Er wurde ab und zu geneckt – genauso wie dieser Jemand von Fanny; und sie stritten manchmal – genau wie dieser Jemand und Fanny sich manchmal zu streiten pflegten; und sie vertrugen sich wieder und saßen im Dunkeln und schrieben einander jeden Tag Briefe und waren nie glücklich, wenn sie voneinander getrennt waren, und hielten ständig Ausschau einer nach dem anderen und gaben vor, das nicht zu tun, und saßen dicht nebeneinander vor dem Kaminfeuer und haben sich zu Weihnachten verlobt und wollten sehr bald heiraten – genau wie der Jemand, dessen Namen ich nicht erwähnen will, und Fanny!

Aber eines Tages kamen sie dem Reisenden abhanden, genau wie ihm auch seine übrigen Freunde abhandengekommen waren, und nachdem er sie zurückgerufen hatte und sie nicht erschienen waren, machte er sich wieder auf den Weg. Also ging er wieder eine Weile, ohne irgendjemanden oder irgendetwas zu treffen, bis er schließlich zu einem Herrn mittleren Alters kam. Also sagte er zu dem Herrn: »Was macht Ihr da?« Und seine Antwort war: »Ich bin immerzu sehr geschäftig. Kommt und seid mit mir geschäftig!«

Also hub er an, mit dem Herrn sehr geschäftig zu sein, und sie gingen miteinander durch den Wald. Die ganze Reise führte durch einen Wald, nur war der zunächst offen und grün gewesen wie ein Wald im Frühjahr; und nun wurde er allmählich ...

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