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Der lange Weg zu Majas Vertrauen

Dieses Buch ist entstanden aus meiner tiefen Verbundenheit zu Hunden und natürlich im Besonderen zu unseren Hunden, die mich schon ein Leben lang begleiten.

Dankbar denke ich an die Hunde, die mich leider schon verlassen mussten, zurück und behalte sie tief in meinem Herzen. Der Tag wird kommen, an dem ich sie alle wieder sehen darf!

Es waren:

Prinz (Deutscher Schäferhund)

Kim (Deutscher Schäferhund)

Chato Black aus der Taiga (Amerikanischer Collie)

Bac (Malinois)

Cora (Malinois)

Shahrukh Khan (Malinois)

Lucy (Malinois)

Loki (Malteser-Dackel-Mix)

Cabot vom Klotzberg (American Staffordshire Terrier)

Arthaxerxes Fabius (American Staffordshire Terrier)

und es sind heute noch:

Stars `n Stripes genannt Sternchen (Malinois)

Odin (Malinois)

Maja (Malinois, in der Familie)

Brave McKenzie of Ebony Rose (Amerikanischer Collie, bei meiner Tochter)

Es ist mir ein Anliegen auch meinem Mann und meiner Tochter Zara dieses Buch zu widmen, ohne die ich heute nicht mehr leben würde, da sie mich in meiner schweren Krankheit so sehr unterstützt und gefördert haben.

Danke für Eure große Liebe und Unterstützung!

Impressionen von der Hauptdarstellerin

Die Kapitel

Prolog

1)   Die Reise

2)   Die Ankunft

3)   Maja

4)   Der Sport

5)   Freyja

6)   Paul und Maja

7)   Paul und Leif

8)   Die Turniersaison

9)   Die Sommerferien

10) Ein Jahr geht, ein neues kommt

11) Die Prüfung

12) Kranker Ehrgeiz

13) Zeit für den Abschied

14) In der Zukunft

15) Ein Kompromiss

16) Wieder zurück

Epilog

Prolog

Wir schreiben das Jahr 2165 und die Menschheit hat vor ca. 50 Jahren eine große Naturkatastrophe nur knapp überlebt.

Es war die Folge davon, dass die Menschheit nicht sehr gut mit der Erde umgegangen war. Sie hatten sie ausgebeutet und verseucht.

Die Erde hat sich irgendwann gewehrt, die Natur war kurz vor dem Kollaps. Erderwärmung, Fluten, Pandemien, Stürme, Tsunamis und viele weitere schreckliche Naturkatastrophen summierten sich zu einer großen Katastrophe.

Nur wenigen tausend Menschen gelang es zu überleben. Diese Menschen leben heute in Harmonie mit der Natur.

Es gibt nur noch auf einem einzigen Kontinent Siedlungen, denn nur in einem Teil vom früheren Nord-Amerika herrschen Bedingungen, die ein Überleben zulassen. Viele der überlebenden Menschen sind heute Wissenschaftler, denn sie haben aus der großen Katastrophe viel gelernt und hörten auch nicht auf, immer mehr dazu zu lernen. Heutzutage gibt es keine Umweltverschmutzung mehr, der größte Teil der Erde ist nunmehr von Tieren bewohnt.

Allein im ehemaligen Nord-Amerika gibt es Bereiche, in denen die Menschen leben, eingezäunt durch hohe Stahlzäune. Außerhalb dieser Bereiche leben die Tiere frei und wild.

Es gibt ein verständnisvolles Nebeneinander.

Die Menschen bleiben in ihrem Bereich und die Tiere bewohnen weitestgehend unbehelligt den Rest der Erde. Nur in einigen bestimmten und gekennzeichneten Bereichen finden Begegnungen zwischen Mensch und Tier statt.

So hat einer der Wissenschaftler in den vergangenen Jahren einen Computer-Chip erfunden, den man sich einsetzen lassen kann und der es ermöglicht mit Tieren telepathisch zu kommunizieren.

Das ist für das Zusammenleben von Tieren und Menschen unerlässlich. So gelingt es den Forschern auch immer besser die Tierwelt zu verstehen.

Einige wenige Tiere entschließen sich ihr Territorium zu verlassen und freiwillig mit den Menschen zu leben. Jeder Mensch, der mit einem Tier leben möchte, muss sich darum bewerben und seine Eignung beweisen.

Er muss sich einen solchen Kommunikationschip einsetzen lassen. Dennoch entscheidet nur das jeweilige Tier nach einigen Treffen ob und wie lange es mit dem Menschen leben möchte.

Es gibt nur wenig Fisch oder Fleisch zu essen und auch nur, wenn Tiere auf Grund von Verletzungen erlöst werden müssen.

Jeder Mensch hat die Möglichkeit fünfmal im Jahr Fisch oder Fleisch zu erhalten, wenn er das möchte und wenn etwas davon verfügbar ist. Auch im Bereich Ernährung wurde die Forschung vorangetrieben. Es gibt viele neue Nahrungsmittel, die ohne Ausbeutung der Natur die Menschen gut ernähren.

So gibt es auch keine Regierung und keine Politiker oder Parteien mehr.

Die Menschen leben in einer sehr direkten Demokratie. Jeder Mensch, der auf Grund seines Alters oder weil er verletzt oder behindert ist nicht mehr arbeiten kann, ist verpflichtet im Ältestenrat mitzuarbeiten.

Der Ältestenrat hat die Aufgabe die Ressourcen und das Land der Menschen zu verwalten. Große Entscheidungen werden durch einen Volksentscheid bestimmt. Wer etwas benötigt, das nicht im normalen Leben ausgegeben wird, muss einen Antrag an den Ältestenrat stellen.

Dort wird darüber entschieden, wie mit dem Antrag verfahren wird. Es gibt kein Geld mehr. Die vor der großen Katastrophe so wertvollen Materialien wie Gold oder Diamanten, haben keinerlei Wert mehr, da man sie nicht essen kann und allein das Überleben zählt in der heutigen Gesellschaft.

Trotzdem leben die Menschen in relativem Wohlstand. Es gibt jede Menge Forschung z.B. auch im elektronischen Bereich. Die Computer sind wesentlich intelligenter und leistungsfähiger als früher.

Die Menschen lernen schon als Kinder wie selbstverständlich damit umzugehen. Es gibt keine Unterschiede zwischen ihnen, jeder ist genau so wertvoll wie alle anderen, egal welche Hautfarbe oder Haarfarbe oder Größe oder welchen Makel er hat.

Die Menschen sind aufeinander angewiesen, aus diesem Grund schätzen sie jedes Mitglied der Gesellschaft. Sie haben gelernt, dass sie alleine nichts sind und nichts haben, nur die Gemeinschaft macht sie überlebensfähig und entwicklungsfähig.

Denn Menschen sind nach wie vor Forscher, wollen sich entwickeln in jedem Bereich, egal ob Wissenschaft, Musik oder Naturerforschung. Auch der Weltraum hat seine Faszination für die Menschen nicht verloren.

Und doch gibt es auch in der heutigen Gesellschaft Probleme. Probleme, die nach Lösungen suchen…

Kapitel 1

Die Reise

Paul Korinth ist 16 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern Diana und Roland in New Atlantis.

New Atlantis ist eine der vier größeren Städte, die es in Nord-Amerika gibt. Diese heißen New Berlin, New Amerika, New Moskau und New Atlantis.

Pauls Eltern sind Wissenschaftler, seine Mutter Diana ist Archäologin und sein Vater Roland Biologe.

Das sind für die Gemeinschaft sehr wichtige Berufe und beide sind auf Grund ihrer Berufe oft längere Zeit unterwegs.

Deshalb lebt in ihrem Haus auch eine Haushälterin, namens Sophia, die sich dann um Paul kümmert und ihn versorgt. Trotzdem ist er oft einsam und wünscht sich schon seit Jahren einen Hund, der bei ihm bleibt und mit dem er spielen und toben kann und dem er seine Sorgen und Nöte erzählen kann, wenn seine Eltern mal wieder für Monate auf Expedition sind.

Endlich vor ein paar Monaten haben seine Eltern zugestimmt. Wahrscheinlich hatten sie ein schlechtes Gewissen, da sie nicht so viel Zeit mit ihm verbrachten, wie sie es sich wünschen würden.

Daraufhin hatte Paul sich beeilt, alle Bedingungen zu erfüllen, die Voraussetzung sind, um einen Hund zugeteilt zu bekommen, den er dann kennenlernen darf, bis dieser sich entscheiden würde, ob er mit Paul leben möchte.

Vor ein paar Tagen endlich war ihm dann der Chip eingesetzt worden, den er zur Kommunikation mit seinem Hund benötigen würde.

Es war eine kleine Operation, aber das war es ihm wert und er durfte auch schon am nächsten Tag wieder nach Hause. Die Ärzte hatten ihm gesagt, dass er noch lernen müsste den Chip richtig zu nutzen, denn es war nicht so einfach, plötzlich Stimmen in seinem Kopf zu hören, die nicht über das Gehör kamen.

Außerdem musste er auch lernen, die verschiedenen Stimmen zu unterscheiden und gegebenenfalls auch Stimmen auszublenden, die nicht wichtig oder von Interesse für ihn waren. Wenn das alles funktionierte, dann könnte es losgehen mit den ersten Besuchen bei „seinem“ Hund. Paul ist schon furchtbar aufgeregt.

Es sollte endlich wahr werden! Er wird einen Hund haben!

Doch seit kurzer Zeit ging etwas Seltsames zwischen seinen Eltern vor. Paul machte sich große Sorgen.

Immer wenn er einen Raum betrat verstummten sie und redeten nicht weiter. Seine Mutter tat dann immer so, als würde sie ganz angestrengt aufräumen oder so etwas. Einmal meinte er gesehen zu haben, dass seine Mutter geweint hatte.

Was, wenn sie sich trennen oder scheiden lassen wollten? Bei seinem Schulkollegen Mike war das ganz schön schief gegangen.

Der hatte miterleben müssen, wie seine Eltern sich furchtbar stritten. Sie schrien sich an und verletzten sich mit Worten sehr.

Mikes Mutter weinte oft und er konnte seinen Vater kaum noch sehen und lebte jetzt mit der Mutter. Paul mag sich das für seine Familie nicht vorstellen.

Im Moment sind Ferien und Pauls Eltern haben ihn gebeten, sich den heutigen Abend für sie frei zu halten und mit Ihnen gemütlich zu Abend zu essen.

Seine Gedanken kreisen den ganzen Tag darum, was sie ihm wohl sagen wollen? Vielleicht geht es ja auch um den Hund? Wenn sie sich trennen wollten, dann könnte es gut sein, dass er keinen Hund mehr haben durfte. Aber ohne ihn! Sie haben es versprochen! Immer wenn sie mal wieder unterwegs waren, hatte er große Sehnsucht gehabt und gedacht, dass es doch schön wäre einen Hund zu haben, der immer bei ihm bliebe und nur für ihn da wäre. Soweit käme es noch!

Er will seinen Hund.

Am Abend, als Paul zum Abendessen nach unten ging, werden seine Sorgen noch größer. Seine Mutter hatte sich jede nur erdenkliche Mühe gegeben.

Sie hatte sein Lieblingsessen gekocht, gefüllte rote Algenblätter mit Reis und grünen Meeresbohnen. Die Füllung bei diesem Gericht bestand aus Fleisch mit verschiedenen teilweise sehr seltenen Gemüsesorten. Dieses Gericht gab es sonst höchstens zu seinem Geburtstag oder anderen Feiertagen. Ihm wurde schlagartig klar, dass es um etwas sehr Wichtiges gehen musste.

Sein Herz wurde schwer und er musste ein paar Tränen unterdrücken. Das Essen ließ er ziemlich stumm über sich ergehen.

Seine Mutter versuchte hin und wieder eine belanglose Unterhaltung anzufangen, aber weder er noch sein Vater reagierten darauf, so dass seine Mutter es aufgab.

Schweigend aßen sie das köstliche Essen. Zum Dessert gab es seine Lieblingseissorte, aber Paul konnte sie nicht genießen.

Nach dem Essen räumte Paul mit seiner Mutter zusammen den Tisch ab und sein Vater goss für sich und seine Frau ein Glas Wein ein. Sie setzten sich wieder gemeinsam an den Tisch und schauten ihren Sohn ernst an.

„Paul, wir möchten gerne mit dir reden“, sagte er, „es gibt da etwas, das wir nicht länger hinausschieben können“.

Paul saß angespannt bis in den letzten Muskel am Tisch und wartete auf die Erklärung für all die seltsamen Vorgänge der letzten Wochen. „Es hilft nichts, wir müssen es jetzt hinter uns bringen…“

Pauls Vater sah seine Frau an und fragte: „Willst du es ihm erklären? Ich glaube du findest die richtigen Worte.“

So ernst hatte er seine Eltern noch nie gesehen.

Seine Mutter fing an: „Du weißt ja, dass man mich schon öfter für längere Zeit fortgeschickt hat, da meine Arbeit dies erforderte. Man hat mir jetzt wieder einen Auftrag angeboten, der mich für längere Zeit fortbringen wird. Dieses Mal ist es jedoch so, dass man deinen Vater gebeten hat mich zu begleiten, da er dort die Möglichkeit hat wertvolle DNA für die Gemeinschaft zu finden und mitzubringen.“

Sein Vater ergänzte jetzt: „Wir haben entschieden, diesen Auftrag nur anzunehmen, wenn du dich dazu entscheiden könntest, uns zu begleiten.“

Paul konnte nicht fassen, was er gerade gehört hatte. Ein Strahlen ging über sein Gesicht! Schon oft hatte er seine Eltern gebeten, sie einmal begleiten zu dürfen. Diana und Roland schauten ihn immer noch mit ernsten Mienen an.

„Freu dich nicht zu früh, sondern lass mich erst einmal zu Ende reden.“, sagte seine Mutter. „Es ist nicht ganz so einfach, wie du dir das vorstellst. Wir werden etwa ein Jahr wegbleiben, vielleicht sogar etwas länger. Du wirst in dieser Zeit keine Möglichkeit haben, mit der Familie oder mit deinen Freunden Kontakt aufzunehmen. Dein Vater und ich hätten Verständnis, wenn du sagen würdest, dass du lieber hier bei Sophia und deinen Großeltern bleiben möchtest.“

Tränen glitzerten wieder in Dianas Augen.

„Wir haben uns entschlossen, dich selbst entscheiden zu lassen, was du möchtest. Überlege es dir gut und nimm dir ein bisschen Zeit für deine Entscheidung. Bedenke dabei auch, dass jederzeit bei solch einem Abenteuer auch ein Unfall geschehen kann und einer von uns Dreien oder auch alle Drei nicht mehr zurückkommen könnten.“

Diana nahm ihn in den Arm und drückte einen Kuss in sein Haar. Normalerweise hätte er protestiert, aber heute war es ihm überhaupt nicht peinlich.

„Es tut mir leid, dass wir dich so kurzfristig damit überfallen. In drei Tagen müssen wir meinen Vorgesetzten unsere Entscheidung bekannt geben, denn in zwei Wochen würde die Reise schon losgehen und bis dahin gibt es noch jede Menge vorzubereiten.“

Paul wusste in diesem Moment, dass er sich schon längst entschieden hatte. Schon oft hatte er sich gewünscht, seine Eltern begleiten zu dürfen.

Sie hatten gesagt, dass sie ein Jahr oder länger wegbleiben würden und er konnte sich nicht vorstellen seine Eltern so lange nicht zu sehen. Trotzdem wollte er sich noch Zeit lassen, bis er ihnen seine Entscheidung mitteilen würde. Sie hatten ihn nicht grundlos gebeten noch einmal darüber nachzudenken. Aber seine Entscheidung stand schon fest.

„Mum, ich gehe auf mein Zimmer.“

Diana nickte ihm lächelnd zu. „Okay, mach das.“

Paul konnte vor lauter Aufregung in dieser Nacht kaum schlafen. Er verbrachte Stunden damit, sich auszumalen, wohin es ging und wie er seine Eltern bei der Arbeit unterstützen würde. Irgendwann fiel er in einen unruhigen Schlummer. Am nächsten Morgen war er relativ früh wach und ging nach unten in die Küche.

Seine Mutter war dabei das Frühstück fertig zu machen und sah in lächelnd an.

„Du siehst noch müde aus. Konntest du nicht schlafen?“

„Nicht wirklich, mir ging so vieles im Kopf herum. Was wird mit meinem Hund? Muss ich meine Bewerbung zurücknehmen, wenn ich euch begleiten will?“, fragend sah er Diana Mutter an.

„Das tut mir wirklich leid, Paul. Es geht nicht anders. Du musst die Bewerbung nicht zurücknehmen, aber du musst sie verschieben, bis wir wieder zurück sind. Es wäre nicht fair, einen Hund warten zu lassen. Immerhin würde die Reise ganz schön lange dauern.“

„Das verstehe ich. Trotzdem habe ich mich entschieden. Ich werde euch begleiten! Bitte sag jetzt nichts, du wirst mich nicht davon abbringen!“

„Aber das will ich doch gar nicht, Paul. Im Gegenteil, ich freue mich so. Du hättest mir wirklich sehr gefehlt.“

In diesem Moment kam sein Vater zur Tür herein.

„Habe ich richtig gehört, du wirst uns begleiten?“ Er strahlte Paul an. „Was bin ich froh das zu hören. Deine Mutter und ich hatten schon Sorge, dass du hier bleiben würdest.“

„Könnt ihr mir denn sagen, wohin es geht?“, erwartungsvoll schaute er seine Mutter an.

Deren Gesicht verdunkelte sich schlagartig und sie schüttelte den Kopf: „Es tut mir leid Paul, das ist geheim und wir können nicht riskieren, dass du dich bei irgendjemandem verplapperst.“

„Mum, bitte!“, doch seine Mutter ließ sich nicht erweichen. Sie schwieg beharrlich.

Die zwei Wochen bis zur Abreise vergingen furchtbar schnell. Sie verabschiedeten sich von dem Rest der Familie, wie den Großeltern, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen, sowie Neffen und Nichten.

Es wurden jede Menge Sachen eingepackt und dann wieder ausgepackt.

Seine Eltern hatten ihm mitgeteilt, dass er nur eine Tasche voll persönlicher Gegenstände mitnehmen durfte, da der Transport teuer und aufwendig wäre.

So oft er auch versuchte, etwas über das Ziel der Reise heraus zu bekommen, gelang es ihm jedoch nicht. Seine Eltern waren verschwiegen. Wie im Flug flogen die Tage an Paul vorbei und plötzlich war der Tag der Abreise gekommen.

Früh am Morgen wurden sie von einem Chauffeur mit einer Elektro-Limousine abgeholt. Nachdem die Menschheit sich fast selbst ausgelöscht hatte, gab es nur noch umweltfreundliche Technik. Es ist im Interesse aller, die Wissenschaft in diesem Bereich besonders weit voranzutreiben.

Entgegen Pauls Erwartungen ging es jedoch nicht Richtung Flughafen, sondern der Chauffeur fuhr direkt zu dem Forschungsinstitut, in dem Diana arbeitete. Verwundert sah er seine Mutter an: „Müssen wir noch etwas mitnehmen?“, fragte er, „Ich dachte, wir fliegen direkt los.“

„Nein“, sagte seine Mutter und tauschte wieder einen dieser seltsamen Blicke mit seinem Vater. „Wir bleiben noch vier Tage hier im Institut, bis wir endgültig abreisen. Wir müssen noch einige Informationen über unser Reiseziel erhalten und auch noch einige Verhaltensmaßregeln lernen.“

„Oh, wir treffen dort auf weitere Forscher?“

Er wunderte sich ein bisschen. Soweit er wusste, gab es außerhalb der Zone, in der sie lebten, keinerlei weitere Menschensiedlungen. Nur ein paar vereinzelte Forschungsstationen, die alle mit Kollegen von Mum oder Dad besetzt waren. Wofür dann Verhaltensmaßregeln?

„Habe Geduld Paul, nicht mehr lange und du wirst verstehen.“

Seine Mutter wirkte trotz der beruhigenden Worte aufgeregt. Der Wagen hielt vor dem großen Portal des Institutes und sie gingen hinein. Sie gingen durch die große Empfangshalle zu den Aufzügen.

Pauls Mutter steuerte auf den letzten Aufzug zu, der nur mit einem Schlüssel zu bedienen war. Sie zog einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete den Aufzug. Paul wunderte sich schon gar nicht mehr darüber, dass sie mit dem Aufzug in das 6. Untergeschoss fuhren.

Unten ausgestiegen folgten sie Diana durch mehrere Gänge und Türen, bis sie endlich einen Raum erreichten, in dem eine Frau an einem Schreibtisch saß und sie freundlich anlächelte.

„Guten Morgen Familie Korinth! Ich begrüße Sie herzlich.“ Sie überreichte jedem von ihnen einen laminierten Ausweis und bat sie: „Solange Sie hier im Institut sind, tragen sie die Ausweise bitte gut sichtbar an ihrer Kleidung. Ich wünsche ihnen alles Gute.“

Durch eine andere Tür als sie hereingekommen waren, ging es weiter. Paul hatte längst aufgehört die Gänge und Türen zu zählen durch die sie gingen.

Irgendwann erreichten sie hinter einer weiteren Tür ein kleines Appartement. Seine Eltern setzten sich an den dort vorhandenen Tisch und forderten ihn auf, ebenfalls Platz zu nehmen. „Wir wissen, dass du viele Fragen hast und es ist jetzt die Zeit gekommen sie zu beantworten. Zuvor möchten wir ein letztes Mal von dir wissen, ob es dir wirklich ernst ist uns begleiten zu wollen? Denn danach gibt es kein Zurück mehr.“

Ernst schaute sein Vater ihn an. Paul schaute seine Eltern nacheinander an und las in ihren lieben Gesichtern die Sorge.

„Ja, ich bin mir ganz sicher!“

Die Spannung viel von ihnen ab und sie konnten endlich lächeln. „Also“, sagte Diana „wie du wahrscheinlich schon vermutet hast, handelt es sich nicht um eine normale Forschungsreise. Ich muss ein bisschen ausholen mit meiner Erklärung, damit du es verstehst.“

Sie lehnte sich bequem zurück und fing an zu erzählen.

„Ich habe dir ja schon oft erzählt, dass dein Vater mich oft auf meinen Forschungsreisen begleitet, weil es für unsere Gesellschaft wichtig ist, möglichst viel der bei der großen Katastrophe verloren gegangenen DNA zu finden und zu sichern. Manchmal finden wir an den Artefakten, die ich sichern kann, wichtige DNA von ausgestorbenen Pflanzen und Tieren. Leider sind wir auf solche Funde angewiesen, da der Gen-Pool, den wir retten konnten, leider sehr klein ist. Das betrifft im Besonderen natürlich auch uns. Wir sind leider zu wenige, um ein gesundes Überleben der Menschheit auf Dauer zu gewährleisten.“

Sie schaute Paul fragend an. „Kannst du mir bis hierhin folgen?“

Paul nickte stumm.

„Unsere führenden Wissenschaftler haben lange geforscht und jetzt endlich eine Möglichkeit gefunden, die Probleme der Menschheit zu lösen. Dein Vater, du und ich, wir werden nach Europa reisen.“

Über Pauls Kopf erschienen in diesem Moment bestimmt hundert Fragezeichen.

Europa?

Dort war seine Mutter schon einige Male gewesen, was sollte daran jetzt anders sein? Fragend schaute er sie an.

„Europa?“

„Ja, Europa!“, betonte seine Mutter „Und zwar ins Europa anno 2010!“

Jetzt war es raus.

Paul verstand erst nicht. „Europa anno 2010? Aber wir schreiben doch 2165.“

Dann machte es plötzlich „Klick“ in seinem Kopf und er sah seinen Vater ungläubig an. „Wir reisen in die Vergangenheit? Ehrlich? Wie soll das gehen?“

„Unsere Wissenschaftler haben eine Zeitmaschine gebaut und erfolgreich getestet. Jetzt ist es an der Zeit die Lösung unserer Probleme in Angriff zu nehmen, sonst läuft uns die Zeit davon.“

Es leuchtete Paul völlig ein, dass seine Eltern ausgewählt worden waren an diesem Experiment teilzunehmen. Wenn alles gut ging, konnte seine Mutter ihr Wissen über die Vergangenheit nutzen. Als Archäologin mit Spezialgebiet Anfang 21. Jahrhundert wusste sie mehr als jeder andere über diese Zeit.

Sein Vater als Biologe wusste natürlich genau, wie man DNA-Proben entnahm und so konservierte, dass sie von Nutzen waren. Aber was zur Hölle war seine Aufgabe bei der Unternehmung. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er nur den Sohn spielen sollte.

Bevor er fragen konnte, erklärte seine Mutter: „Wir werden dort auf viele Menschen treffen und da dachten wir, es wäre sinnvoller als Familie aufzutreten. Außerdem verfügst Du über den Kommunikationschip und könntest uns bei der Beschaffung von DNA-Proben von Tieren helfen. Wir bleiben jetzt noch vier Tage hier im Institut, um so viel wie möglich über diese Zeit zu lernen. Dann geht es los.“

„Die Zeitkapsel befindet sich noch 5 Etagen unter uns, hier im Institut.“ erklärte sein Vater ihm. „Du wirst heute oder morgen noch Gelegenheit erhalten, sie zu betrachten.“

Paul konnte kaum fassen, was er da hörte. Er würde mit seinen Eltern in die Vergangenheit reisen, in die Zeit vor der großen Katastrophe.

In der Schule hatten sie schon einiges über diese Zeit gehört, aber er würde es erleben. Er würde es sehen und anfassen können. Wow!

Seine Begeisterung ließ sich kaum zügeln. Vier Tage sollte er noch warten? Sein jugendliches Temperament schlug über ihm zusammen.

„Mum, wie lange dauert die Reise? Wie lange genau bleiben wir an einem Ort? In welchem Land werden wir ankommen?“ seine Fragen überschlugen sich fast.

„Paul beruhige dich, ich werde alle deine Fragen beantworten, aber du musst dich beruhigen.“

Ein wenig Erleichterung ließ sich auf dem Gesicht seiner Eltern ablesen. Sie hatten befürchtet, dass er anders reagieren könnte.

Die Tage bis zur Abreise vergingen wie im Flug. Paul durfte die Zeitmaschine ansehen und versuchte so viele Informationen wie möglich zu speichern.

Vor allem hörte er immer wieder einen Satz: „Du darfst niemals und unter keinen Umständen jemandem sagen, wo ihr wirklich herkommt und du darfst auf keinen Fall die Zeitlinie verändern!“

Was um Himmels Willen sollte das nur bedeuten? Die Zeitlinie nicht verändern? Er beschloss seine Eltern zu fragen.

„Dad, kannst du mir etwas erklären? Was bedeutet es die Zeitlinie nicht zu verändern?“

„Das ist nicht so einfach, Paul!“ sagte sein Vater. „Ich versuche es dir zu erklären, aber ich weiß nicht ob es mir wirklich gelingt. Du musst dir vorstellen, dass alles was geschieht, jedes noch so kleine Ereignis, Konsequenzen im Verlaufe der Zeit hat. Sieh dir diesen Kaffee an. Den habe ich vor etwa 10 Minuten gekocht. Hätte ich ihn nicht gekocht, könnte ich ihn jetzt nicht trinken, sondern würde vielleicht etwas anderes trinken, was mit nicht bekommt, oder was einer von euch hätte trinken wollen.

Hätte ich ihn nicht gekocht, hätte ich vielleicht etwas anderes gemacht, das Auswirkungen auf die Zeit jetzt hätte. Zum Beispiel wäre ich zu deiner Mutter gegangen, dann hättest du mich jetzt nicht fragen können. Und so weiter. Verstehst du was ich meine? Wir dürfen in der Vergangenheit um Himmels Willen nichts Maßgebliches verändern. Denn stell dir mal vor, du würdest den Menschen dort erzählen wo wir herkommen und was in ihrer Zukunft geschehen wird. Das könnte natürlich die große Katastrophe verhindern, aber es könnte sie auch beschleunigen oder so verstärken, dass niemand überlebt. Weder Tiere noch irgendwelche Menschen. Genau so könnte es sein, dass andere Menschen überleben, die nicht so friedlich sind wie wir, sondern die Tiere weiter ausbeuten und alle Macht an sich reißen wollen. Kannst du dir vorstellen wie das wäre?“

Paul schaute konzentriert zu seinem Vater.

„Ja, das kann ich, glaube ich. Ich darf also niemandem irgendetwas erzählen. Ich muss ganz schön aufpassen, mich nicht zu verplappern. Schließlich gab es ja zu der Zeit viele Dinge nicht, die für uns selbstverständlich sind.“

So langsam wurde Paul klar, dass die Reise in die Vergangenheit nicht nur ein Spaß war, sondern auch eine große Verantwortung für sie alle beinhaltete. Ihm wurde ganz heiß bei dem Gedanken, dass er dort einen Fehler machen könnte, der die gesamte Zukunft verändern würde. Er strengte sich jetzt noch mehr an, alle Infos zu speichern, die ihm zur Verfügung gestellt wurden.

Am letzten Abend vor der Reise, klärten die Wissenschaftler seine Eltern und ihn noch einmal über den genauen Ablauf auf. Man hatte Kleidung herstellen lassen, die ungefähr der entsprach, die 2010 allgemein getragen wurde.

Auch hatte man ihnen Geld zur Verfügung gestellt. Als sie fragten, wozu das benötigt wurde, sagte man ihnen, dass man Anfang des 21. Jahrhunderts für alles, das man benötigte, mit Geld bezahlen musste. Seine Eltern sollten jeweils Jobs annehmen und somit Geld für die Zeit des Aufenthaltes verdienen und Paul würde von ihnen Geld bekommen, wenn er welches benötigte.

Man hatte ihnen auch für den Notfall noch ein paar Diamanten und etwas Gold eingepackt. Sollte es notwendig sein, wären sie somit nicht mittellos.

Die Zeitmaschine hatte Paul sich schon ansehen dürfen. Die Wissenschaftler hatten ihm alles so gut es ging erklärt. Er hatte verstanden, dass die Maschine aus zwei wichtigen Teilen bestand.

Einmal die Maschine an sich, die immer hier im Institut bleiben würde und dann die Zeitkapsel, in der seine Eltern und er reisen würden. Diese würde sich mit ihnen in die Vergangenheit begeben und nach der Ankunft noch ein paar Stunden dort bleiben.

Dann würde sie durch eine automatische Programmierung wieder zurück in die Zukunft geholt werden.

In regelmäßigen Abständen von 3 Monaten würde die Zeitkapsel wieder an demselben Ort erscheinen, um eventuell DNA-Proben oder anderes Material aufzunehmen.

Genau nach einem Jahr sollte die Zeitkapsel dann wieder auftauchen, um ihn und seine Eltern zurück in die Zukunft zu bringen. Sollten sie zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage sein zurück zu kehren, würde die Zeitkapsel noch ein Jahr lang alle 3 Monate an der Stelle erscheinen. Danach wären sie in der Vergangenheit verloren.

Paul hatte den Wissenschaftlern intensiv zugehört und wusste über die Abläufe der Reise sehr genau Bescheid. Sie würden ca. drei Stunden in der Zeitkapsel verbringen. Es war sehr eng dort, aber das ließ sich nicht ändern. Zwischenzeitlich konnte es sehr unruhig werden, denn die Zeitkapsel musste mit ihnen durch Zeit und Raum.

Der Ankunftsort war auf alten Karten ausgewählt worden und befand sich mitten in einem großen Waldgebiet in Deutschland. Es durfte sie schließlich niemand sehen, aber es durfte auch nicht zu weit von der Zivilisation entfernt sein.

Deutschland war von den Wissenschaftlern als bestes Ziel erkoren worden, denn es lag mitten in Europa und man konnte im Notfall in alle Himmelsrichtungen ausweichen oder reisen. Natürlich bestand noch ein kleines Restrisiko entdeckt zu werden, das mussten sie jedoch in Kauf nehmen.

Umso näher der Zeitpunkt der Reise rückte, um so nervöser wurde Paul. Seine Eltern machten nach außen einen sehr ruhigen Eindruck, aber er vermutete, dass sie ihn nur nicht aufregen wollten. Den letzten Abend verbrachten sie gemeinsam mit allen Wissenschaftlern und eingeweihten Mitarbeitern des Institutes.

Alle waren sehr aufgeregt, dass es jetzt endlich so weit war, die Zeitkapsel wirklich zu nutzen. Plötzlich öffnete sich eine Tür und seine Großeltern traten ein. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, sich noch einmal zu verabschieden. Die Großeltern waren Mitglieder des Ältestenrates und natürlich über alles informiert.

Seine Großmutter nahm ihn in den Arm und flüsterte in sein Ohr: „Ich bin ja so stolz auf dich und deine Eltern. Ihr werdet uns alle und unsere Welt retten. Bitte kommt gesund wieder.“ Sie schaute ihm liebevoll ins Gesicht und strich ihm über die Haare. Paul hatte seine Großeltern sehr gern und es viel ihm schon schwer sie für so lange Zeit zu verlassen.

Immerhin konnte man auch nicht genau wissen, was in der Zwischenzeit geschah und ob es ihnen noch gut gehen würde, wenn er wieder da war. Der Abend ging schnell vorbei und sie legten sich schlafen. Paul drehte sich die ganze Nacht von einer Seite auf die andere. Tausend Gedanken gingen durch seinen Kopf, was wäre, wenn…

Am nächsten Morgen standen sie früh auf und zogen sich die neue Kleidung an. Sie war bequem. Paul hatte eine Jeans und ein Sweatshirt, sowie ein paar Docks und eine coole Jacke. Man hatte ihm gesagt, dass diese Kleidung von den Jugendlichen der Zeit getragen würde. Seine Eltern hatten auch Jeans an, aber Diana trug einen Pullover aus Wolle und Roland ein Oberhemd mit Krawatte.

Die beiden sollten ja als seriöse Wissenschaftler auftreten. Sie hatten gesagt bekommen, dass sie ungefähr im Frühjahr ankommen würden und die Temperaturen noch frisch sein würden. Immerhin gab es zu der Zeit noch sehr unterschiedliche Jahreszeiten. Gemeinsam frühstückten sie ein bisschen und gingen dann in den Raum, in dem die Zeitmaschine stand.

Dort herrschte schon geschäftige Betriebsamkeit und die Aufregung war fast greifbar. Die Zeitmaschine war eingeschaltet und einige Leute machten sich an ihr zu schaffen. Oben hinter einem Fenster gab es eine Schaltzentrale, von der aus alles beobachtet und gesteuert werden würde. Nachdem sie noch einmal von einem Wissenschaftler überprüft worden waren, gingen sie langsam auf die Zeitkapsel zu. Eine kurze Leiter führte in das Innere.

Dort gab es drei Sitze, die mit Gurten versehen waren, um die Insassen während der Reise zu schützen. An den Wänden der Kapsel blinkten viele Lichter und viele Regler und Schieber waren zu sehen. Ganz vorn, vor dem ersten Sitz gab es auch Regler, mit denen man Zeit und Ort einstellen konnte. Allerdings sollten diese nur im Notfall benutzt werden.

Die Einstellungen für die Familie Korinth waren schon von den Wissenschaftlern vorgenommen worden. Als Paul und seine Eltern ihre Sitze eingenommen hatten, wurde die kleine Leiter von außen an der Zeitkapsel befestigt und die Kapsel von oben mit einem Deckel verschlossen.

Seine Eltern verriegelten den Deckel von innen. Jetzt wurde es ernst.

Über Lautsprecher wünschte ihnen das gesamte Team der Wissenschaftler viel Glück, dann zählte ein Wissenschaftler einen Countdown herunter.

Paul und seine Eltern fassten sich an den Händen und schauten sich an. Als die Stimme im Lautsprecher „null“ gesagt hatte, hob ein unbeschreiblicher Lärm an.

Die Zeitkapsel fing an zu vibrieren und sie wurden in ihren Sitzen hin und her geschleudert. Paul wurde angst und bange.

Der Druck in seinen Ohren stieg ins Unermessliche und nach kurzer Zeit verlor er das Bewusstsein.

Er versuchte noch dagegen anzukämpfen, aber der Druck wurde zu stark.

Kapitel 2

Die Ankunft

Paul öffnete seine Augen und blinzelte in das grelle Licht. Als erstes sah er den offenen Deckel der Zeitkapsel über seinem Kopf. Dann sah er das Gesicht seiner Mutter, die ihn anlächelte.

„Na, gut geschlafen?“

„Wo ist Dad?“

„Er ist draußen und schaut, ob etwas beschädigt wurde. Es sieht aber wohl nicht so aus.“

„Draußen?“

„Ja Paul, draußen. Los hoch mit dir. Wir wollen uns so langsam auf den Weg machen. Es sind ein paar Stunden vergangen, in denen du erst bewusstlos warst und dann geschlafen hast. Der Ort, den wir suchen, heißt Haltern am See. Wir wissen noch nicht genau, wie lange wir bis dorthin brauchen und wollen nicht noch in die Dunkelheit geraten. Von dort aus müssen wir mit der Eisenbahn weiterfahren.“

„Mit der Eisenbahn?“ Paul sprang aus dem Sitz. Hui, im ersten Moment drehte sich alles um ihn. Seine Mutter hielt ihn fest.

„Immer langsam mit den jungen Pferden. Du warst immerhin eine Zeitlang bewusstlos.“

Eine Eisenbahn! Er hatte als Kind mit einer gespielt und in alten Dateien Bilder davon gesehen oder Filme, aber mit einer Eisenbahn fahren? Das war irre.

Als Paul aus der Zeitkapsel kletterte, sah er seinen Vater, der kontrolliert hatte, ob noch alles in Ordnung war mit der Zeitkapsel. Immerhin war das ihre einzige Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen. Der schaute ihn an.

„Na, alles in Ordnung mit dir? Hast uns ganz schön Sorgen bereitet, junger Mann.“

„Ja, es geht mir gut.“

„Hier sind Rucksäcke, in denen wir unsere Habseligkeiten transportieren können. Man trägt sie auf dem Rücken. Wir sollten jetzt los, sonst wird es noch dunkel.“ Sie hatten eine alte Karte mit Hilfe derer sie sich orientieren wollten.

Auf der Karte war der Landepunkt der Zeitkapsel markiert. Er befand sich in einem Waldgebiet, dass mit der Bezeichnung „Haard“ gekennzeichnet war. Nicht weit von dem Landepunkt konnte man einen Waldweg sehen, der in Richtung der nächsten Siedlung führte. Sie wanderten ca. eine Stunde lang, als sie an eine Straße kamen, auf der regelmäßig Autos fuhren.

„Das sind keine Elektro-Autos!“, sagte Paul, „die stinken furchtbar.“ Seine Eltern lächelten.

„Ja, das kann man so sagen. Du solltest allerdings ein bisschen besser aufpassen, was du sagst. Bald sind wir nicht mehr so allein und es wäre seltsam für die anderen Menschen, wenn du ständig irgendetwas komisch oder stinkig findest.“

Paul senkte schuldbewusst den Kopf. Seine Eltern hatten ja Recht. Sie waren gerade eine Stunde in der Vergangenheit und er hatte sämtliche Vorsicht schon wieder vergessen.

Nach einer weiteren Stunde Wanderschaft erreichten sie den Rand des Ortes, der auf der Karte verzeichnet war: Haltern am See.

S

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