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Der kleine Coach mit großer Wirkung

Stella Maris

Der kleine Coach mit großer Wirkung

Selbstbewusst Dein Leben meistern!


Dieses Buch gilt allen wunderbaren Menschen dieser Erde. Menschen, die aus sich das Beste herausholen möchten. Menschen, die Liebe schenken und empfangen. Menschen, die Ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Menschen, die Verantwortung übernehmen für Ihren Körper. Menschen, die versucht sind, Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Möge Ihnen dieses e-book viel Freude bereiten. Herzlichst!


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Selbstbewusstsein

Öffnen Sie die Tür, treten Sie ein und schalten Sie Ihr Licht an.

Das Selbstbewusstsein vieler Menschen leidet enorm und hat in manchen Fällen sogar seinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Besonders häufig sind junge Frauen betroffen.

Hilfesuchend kommen Sie zu mir, um eine Antwort darauf zu finden, warum sie so traurig in ihrem Leben und so unzufrieden mit sich selbst sind.

Bereits vor Jahren haben sie den Zugang zu sich selbst, ihrem inneren Wesenskern, verloren. Sie fühlen sich überfordert, müde und kraftlos. Warum ist das so? Die Gründe dafür finden Sie im ersten Kapitel dieses Buches, gefolgt von weiteren Kapiteln, die Ihnen dabei helfen werden, Ihren individuellen Wesenskern wieder neu zu entdecken und in Ihre innere Mitte zu finden.

Ich lade Sie ein, mir auf eine Reise zu folgen, die Ihr wahres Ich wieder zum Vorschein bringen wird.

Erfreuen Sie sich an diesem Buch und an Ihrem neuen Selbstbewusstsein!

Zum Aufbau des Buchs

Um Ihnen das Lesen und die Arbeit mit dem Buch zu erleichtern, ist jedes Kapitel in gleicher Weise aufgebaut.

Das Buch besteht aus insgesamt zwei Teilen, wobei sich der erste Teil sowohl mit dem nötigen Hintergrundwissen als auch mit den Ursachen für ein starkes und schwaches Selbstbewusstsein  beschäftigt.

Sie werden die Glaubensmuster, die Sie seit Ihrer Kindheit unbewusst in sich tragen, enthüllen und mit ihnen arbeiten. Außerdem werden Sie sich ausführlich mit Ihren Stärken auseinandersetzen und Ihre tiefsitzenden Bedürfnisse, die sich hinter Ihren Wünschen und Ängsten verstecken, kennen lernen.

Im zweiten Teil geht es schließlich darum, Ihre nagenden Selbstzweifel zu überwinden. Zunächst einmal werden Sie sich ganz bewusst mit ihnen auseinandersetzen, um sie schließlich im darauffolgenden Schritt zu entkräften. Außerdem werden Sie lernen, sich so anzunehmen, wie Sie sind, denn Sie sind gut so, wie Sie sind. Sie werden sich Unterstützung von außen holen und selbst zum Helfer werden. Außerdem werden Sie sich selbst Ihre beste Freundin sein.

Zum Abschluss eines jeden Kapitels werden Sie folgende Rubriken vorfinden:

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

(Hier finden Sie eine kurze und prägnante Zusammenfassung der wichtigsten Elemente.)

MEIN PERSÖNLCIHER FRAGENKATALOG:

(Ein eigens für sie zusammengestellter Fragenkatalog lädt Sie dazu ein, noch tiefer in das jeweilige Thema einzutauchen und zu Ihrem wahren Wesenskern vorzudringen.)

ÜBUNGEN/AFFIRMATIONEN FÜR MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN:

(Die Übungen werden Ihnen helfen, sich selbst und Ihre Mitmenschen besser zu verstehen. Wenn Sie konsequent am Ball bleiben, werden Sie schon nach kurzer Zeit positive Veränderungen in Ihrem Leben erzielen.)

Um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen, ist es ratsam, sich ausreichend Zeit für die Übungen und Fragen zu nehmen. Es lohnt sich!

Teil I

Im ersten Teil dieses e-books werden Sie erfahren, was Selbstvertrauen ist und wie es entsteht. Außerdem werden Sie die Ursachen für ein geschwächtes Selbstvertrauen kennenlernen.

Werden auch Sie gelegentlich geplagt von:

  • Schuldgefühlen

  • Neid

  • Eifersucht

  • Angst vor Ablehnung

  • Gedanken der Einsamkeit

  • Gefühlen der Unzulänglichkeit

  • Versagensängsten

  • Minderwertigkeitsgefühlen

  • Vergleichen mit anderen zu Ihren Ungunsten

  • Perfektionismus

  • Ängsten vor Ablehnung und Kritik

Keines dieser Gefühle ist besonders sinnvoll oder hilfreich. Das Gegenteil ist der Fall, denn sie hemmen uns.

Obwohl uns diese Gefühle bereits aufgrund unserer Kindheitserfahrungen in Fleisch und Blut übergegangen sind und sie meist unbewusst in uns ablaufen, gaukeln wir uns selbst etwas vor.

Wir glauben, ein besserer Mensch zu sein, weil wir uns mit Schuldgefühlen quälen. Wir quälen uns selbst so lange, bis wir der Meinung sind, unsere Schuld sei nun abgegolten. Das ist ein absoluter Trugschluss und Blödsinn im Quadrat. Schuldgefühle hemmen. Sie machen uns zum Opfer. 

Es geht aber auch anders, nämlich indem wir zielorientiert denken, die Fragetechnik anwenden, unsere Stärken ausbauen, unsere Schwächen akzeptieren und aus unseren Fehlern lernen.

Wir sind alle Menschen. Menschen haben sowohl Stärken als auch Schwächen. Menschen machen Fehler. Das ist ganz normal und natürlich, denn das gehört zum Menschsein schlicht und ergreifend dazu. Wichtig ist nur, wie wir damit umgehen: Ob wir uns selbst zum Opfer degradieren oder ob wir daraus lernen. Es liegt an jedem einzelnen selbst.

Zusätzlich bietet Ihnen der erste Teil einen Test zum Thema Selbstbewusstsein, den ich Sie bitte, vor dem Lesen auszufüllen. Als überaus hilfreich hat es sich erwiesen, den Test jeden Monat aufs Neue zu machen. Er hilft Ihnen dabei, Ihre Fortschritte festzustellen, denn manchmal erkennen wir unsere Entwicklung nicht von allein.

Zur Verinnerlichung stehen Ihnen die Fragen aus den einzelnen Fragekatalogen am Ende des ersten Teils nochmals zusammenfassend zur Verfügung.

Test: Selbstvertrauen

 Selbstbewusstsein-Test

immer

manchmal

nie

Mögen Sie sich selbst?

5

4

0

Wertschätzen Sie Ihre eigene Arbeit?

3

2

1

Wissen Sie, wer Sie sind und was Sie können?

4

3

1

Schauen Sie sich gern in den Spiegel?

3

2

1

Kritisieren Sie sich mehrmals am Tag?

1

2

3

Mögen Sie Ihren Körper?

5

4

0

Kennen Sie Ihre eigenen Grenzen?

5

4

0

Können Sie auch mal nein sagen?

4

2

1

Haben Sie häufig Schuldgefühle?

1

2

3

Gönnen Sie sich regelmäßig etwas Schönes?

3

2

1

Nehmen Sie sich täglich Zeit für sich selbst?

4

3

0

Pflegen Sie Ihren Körper liebevoll?

3

2

1

Gehen Sie respektvoll mit sich selbst um?

5

4

0

Ernähren Sie sich bewusst?

3

2

1

Treiben Sie mindestens dreimal pro Woche Sport?

3

2

1

Kennen Sie Ihre Bedürfnisse?

5

4

0

Sind Sie sich selbst Ihre beste Freundin?

5

4

1

Sagen Sie offen Ihre Meinung?

3

2

1

Sprechen Sie laut und deutlich?

3

2

1

Vertreten Sie Ihren Standpunkt auch in schwierigen Situationen?

3

2

1

Sind Sie leicht zu verunsichern?

1

2

4

Vergleichen Sie sich zu Ihren Ungunsten mit anderen Männern/Frauen?

0

1

3

Kreuzen Sie bitte die Zahlen an, die am ehesten auf Sie zutreffen. Anschließend addieren Sie die Ziffern der Spalte immer.

Auswertung:

 

65-72 Punkte:

Sie sind selbstbewusst. Herzlichen Glückwunsch!

Sie verfügen zwar über ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein, können aber dennoch von dem Buch profitieren. Lassen Sie es ruhig langsam angehen.

40-65 Punkte:

Sie verfügen über Selbstvertrauen und können noch mehr aus sich herausholen.

Absolvieren Sie die Übungen in diesem Buch, um in die 65-Punkte-Marke zu knacken. Da Sie bereits über ein gewisses Maß an Selbstvertrauen verfügen, werden Ihnen die Übungen leicht von der Hand gehen.

25-40:

Ihr Selbstvertrauen ist ausbaufähig.

Obwohl Sie wissen, was Sie können, verstecken Sie sich häufig hinter Zweifeln und Schuldgefühlen. Die Anleitungen in diesem Buch werden Ihnen eine große Stütze sein.

1-25:

Sie leiden unter Ihrem schwachen Selbstbewusstsein.

Zwingend Handlungsbedarf. Bitte arbeiten Sie das Buch von Anfang bis Ende sorgfältig durch.

Wie entsteht Selbstvertrauen?

Selbstbewusste Menschen sind zufrieden mit sich, ihrem Leben und ihrem Umfeld. Weder sind sie unentwegt auf der Suche nach dem Haar in der Suppe, noch ist ihr Glas andauernd halbleer. Wenn sie tatsächlich doch einmal ein Haar in der Suppe erspähen, fühlen sie sich nicht sofort persönlich angegriffen. Sie ruhen in ihrer Mitte. Wegen einem einzigen Haar machen sie keinen Aufstand, denn das lohnt sich ohnehin nicht. Das wäre reinste Energieverschwendung. Kostbare Energie, die sie besser einzusetzen wissen.

Zufriedene Menschen leben in innerer und äußerer Harmonie und fühlen sich wohl in ihrer Haut. Zielstrebig und unbeirrt arbeiten sie an der Erfüllung ihrer Wünsche und Träume, die sie in den meisten Fällen auch erreichen. Zufrieden mit dem Endergebnis feiern sie ihren Erfolg. Bei Missgeschicken oder unvorhersehbaren Pannen stecken sie nicht total resigniert ihren Kopf in den Sand, denn das liegt ihnen fern. Aufgeben kommt für sie nicht in Frage. Aus Fehlern lernen sie, mit Pannen gehen sie gelassen um und Stolpersteine räumen sie gekonnt aus dem Weg. Sie sind Meister ihres Lebens.

Mit einer großen Portion Optimismus und Mut probieren sie gerne Neues aus. Sie sind spontan, offen, ehrlich und voller Empathie. Kein Wunder also, dass sie geachtet und wertgeschätzt werden. Auf Festen sind sie gerngesehene Gäste, denn mit ihnen kann man richtig Spaß haben, interessante Gespräche führen und viel fürs Leben lernen.

Selbstbewusste Menschen stehen mit beiden Beinen fest im Leben, ihre Körperhaltung ist aufrecht, Ihre Stimme klar und deutlich. Ohne Berührungsängste gehen sie auf andere zu. Ehrlich und offen äußern sie ihre Wünsche und sagen ihre Meinung. Sowohl Lob als auch Kritik äußern sie mit Herz und Verstand. Sie sind voll bei der Sache, ganz authentisch.

Ihre Grundhaltung ist entspannt, denn sie wissen, wer sie sind, was sie können und was sie bereits geleistet haben. Sie sind zufrieden mit ihrem Körper und ihrem Aussehen, zumal ihr Spiegel ihnen nicht als Feind dient. Er ist neutraler Beobachter.

Natürlich haben auch selbstbewusste Menschen mal einen schlechten Tag, aber das wirft sie nicht komplett aus der Bahn, denn sie denken lösungsorientiert. Sie finden immer einen Ausweg aus einer schwierigen Situation.

Menschen, die sich selbst achten und mögen, sagen zu sich:

Ich mag mich.

Ich bin gut so, wie ich bin.

Ich kann mir voll und ganz vertrauen.

Meine innere Kraft spiegelt sich in meiner starken Aura auch äußerlich wider.

Ich weiß ganz genau, wer ich bin und was ich kann.

Ich bin stolz auf mich.

Starke Menschen stehen zu sich selbst, und zwar unabhängig von der Meinung anderer. Mit Kritik und Ablehnung gehen sie souverän und gelassen um. Sie vergleichen sich nicht mit anderen und akzeptieren sich bedingungslos. Sie nehmen die Dinge zwar wichtig, aber nicht übermäßig ernst. Sie sind ihr eigener Fels in der Brandung.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

Selbstbewusste Menschen sind Meister ihres Lebens. Sie akzeptieren sich mit ihren Fehlern und Schwächen und bauen ihre Stärken aus. Sie sind gerngesehene Gäste und gute Gesprächspartner. Mit Kritik gehen sie gelassen um, denn sie ruhen in ihrer eigenen Mitte. Sie wissen, wer sie sind und was sie können. Sie sind zufrieden mit ihrem Körper und ihrem Aussehen.

MEIN PERSÖNLCIHER FRAGENKATALOG:

Was habe ich bisher erreicht?

Worauf bin ich richtig stolz?

Was kann ich besonders gut?

Was mache ich besonders gerne?

Wie kann ich meinen Selbstwert stärken?

Was kann ich heute schon tun, um glücklich zu sein?

Wie kann ich mir selbst eine Freude bereiten?

ÜBUNGEN/AFFIRMATIONEN FÜR MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN:

Stellen Sie sich gleich morgens nach dem Aufwachen die Fragen aus dem Katalog.

Beginnen Sie Ihren Tag mit guten Gedanken.

Erfreuen Sie sich an dem, was Sie haben.

Glauben Sie an sich und Ihre Fähigkeiten.

Bauen Sie Ihre Stärken aus.

Ernähren Sie sich gesund.

Tun Sie sich etwas Gutes.

Ursachen für ein schwaches Selbstvertrauen

Lehnen Sie sich für die nächsten Minuten bitte einfach ganz entspannt zurück und denken Sie an Ihre Kindheit zurück, und zwar von der Geburt bis zum achtzehnten Lebensjahr. An Ihre Geburt werden Sie sich wohl kaum erinnern können. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, sprechen Sie mit Ihren Eltern.

Sie wurden geboren. Im optimalsten Fall wurden Sie schon vorfreudig von Ihren Eltern und Großeltern, eventuell auch von älteren Geschwistern, erwartet. Die Besucher im Krankenhaus hatten nur Augen für Sie. Ihre Mutter wurde zwar kurz begrüßt, aber das kleine Baby stand im Mittelpunkt.

Als Ihre Mutter Sie endlich nach einiger Zeit von der Geburtsklinik mit nach Hause nehmen konnte, drehte sich auch hier zunächst einmal alles um Sie. Sie wurden gewickelt, gefüttert, gestreichelt und liebevoll umsorgt. Es war eine schöne Zeit.

Als Sie allmählich größer wurden, begannen Ihre Eltern damit, Sie zu erziehen. Manchmal konnten Sie als Kind allerdings nicht mehr zwischen Erziehen mit Herumziehen unterscheiden. Die Zeit verging.

Im Laufe der Jahre wurde Ihnen unter anderem beigebracht, sich in angemessener Lautstärke zu unterhalten und nicht mehr so laut zu schreien, denn Sie waren ja schließlich kein Baby mehr. Anpassung war das Zauberwort.

Wenn Sie sich trotz der unzähligen Verweise dennoch wieder Gehör verschafft haben, wurden Sie kopfschüttelnd und missmutig ermahnt. Stampfende Füße und Wutausbrüche waren in dieser Gesellschaft schlicht und ergreifend nicht erwünscht. Was sollen die anderen Leute sagen? Aufgrund der sich ständig wiederholenden Tadel passten Sie sich immer mehr Ihrer Umgebung an und begannen somit, Ihre Gefühle zu unterdrücken, den kindlichen Ärger in sich hineinzufressen und Ihrer Stimme die Kraft zu nehmen - bis sie im Laufe der Zeit immer leiser und schwächer wurde oder sogar ganz und gar verstummte.

Je öfter die Ermahnungen und je gehorsamer und angepasster das Kind, desto schneller verlernt es, seine Stimme zu regulieren und sie gekonnt einzusetzen. Nicht nur seine Stimme, sondern auch seine Gefühle, die ursprünglich durch ein lautes und verspieltes Lachen oder einen wütenden Schreiausgedrückt werden wollten, werden unterdrückt. Das Kind verliert letzten Endes den Zugang zu den eigenen Gefühlen und, was viel dramatischer ist, den Zugang zu sich selbst.

Aus der einst so kraftvollen Stimme wird ein zartes, leises Stimmchen, das nur noch dann zu hören ist, wenn das Kind dazu aufgefordert wird zu sprechen, beispielsweise in der Schule vor dem Lehrer. Oftmals wird es für seine zurückhaltende Art gelobt, denn aufgrund seiner Schüchternheit haben weder die direkten Bezugspersonen noch die Lehrer Schwierigkeiten mit dem pflichttreuen, kaum hörbaren Kind. Da es weder getadelt noch bestraft wird, glaubt es nun, alles richtig zu machen und verhält sich weiterhin in der gewohnten Art und Weise, nämlich leise, brav und zurückhaltend. Der Kreislauf nimmt seinen Gang.

Für gewöhnlich signalisieren Lautstärke und Klang der Stimme die momentan vorherrschende Gefühlslage. Da das Kind nun aber den richtigen Umgang mit der eigenen Stimme verlernt hat, sind Missverständnisse zwangsläufig vorprogrammiert und gehören an der Tagesordnung. Keiner seiner Bezugspersonen kann abschätzen, wie es wirklich in dem Kind aussieht, wie es sich fühlt und was es denkt. Irgendwann weiß es das Kind selbst nicht mehr.

Nach all den Jahren der Anpassung hat es den Zugang zu seinem inneren Wesenskern komplett verloren. Das einst so brave und angepasste Kind ist zum Zeitpunkt des Eintritts in die Volljährigkeit nun nicht mehr in der Lage seine Stimme gezielt einzusetzen und selbstbewusst aufzutreten.

Das Kind wird älter und reift heran. Aus dem braven und bescheidenen Mädchen wird eine zurückhaltende junge Frau, die sich nicht traut, gezielt mit ihrer Stimme umzugehen, geschweige denn sie zu erheben, lauthals zu lachen oder ihrer Freude oder ihrem Ärger laut und deutlich Luft zu machen. Zunehmend sind auch kleine Jungen betroffen, die sich dann später als heranreifende Männer nicht zu behaupten wagen.

Die inzwischen junge Frau fühlt sich unfrei und nicht wohl in ihrer Haut. Sie spürt eine undefinierbare, als eine Art Unfreiheit empfundene Enge, die sie nicht loszuwerden scheint.

Da sie viele Verhaltensweisen, Überzeugungen und Haltungen ihrer Bezugspersonen bereits tief in sich verinnerlicht hat und diese inzwischen fest in ihr verankert sind, fällt es ihr zunehmend schwerer, sich selbst zu spüren.

Minderwertigkeitskomplexe machen sich bemerkbar. Sie brodeln zunächst einmal unterschwellig vor sich hin, wobei sie im Laufe der Jahre immer deutlicher spürbar und unerträglicher werden.

Die junge Frau hegt nicht einmal den kleinsten Zweifel, dass die aus ihrer Kindheit stammenden Überzeugungen nicht (mehr) passen könnten, da sie noch immer von deren Richtigkeit überzeugt ist. Hinzu kommt die Tatsache, dass sie sich selbst schon gar nicht mehr richtig zu spüren vermag. Tief in ihrem Herzen empfindet sie eine massive Unzufriedenheit und ist dennoch nicht im Stande, selbstbewusst ihre Meinung zu äußern und ihre Stimme gezielt einzusetzen. Wie gelähmt und ihrer eigenen Kräfte völlig unbewusst reagiert sie auf äußere Einflüsse.

Unbefangene Verhaltensweisen und ursprüngliche, kindliche Eigenschaften wurden bereits in ihrer frühen Kindheit von ihren Bezugspersonen als inakzeptabel, ungeeignet und falsch eingestuft.

Um von ihren Eltern, Großeltern und anderen Bezugspersonen Liebe und Zuneigung zu erhalten, begann sie schon frühzeitig, diese scheinbar unschicklichen Charakterzüge an sich und anderen abzulehnen, zu unterdrücken und zu verstecken. Allmählich entwickelte sich ein verzerrtes Selbstbild.

Während sie damit beschäftigt war, sich zu verbiegen und anzupassen, entfernte sie sich immer mehr von ihrem inneren Wesenskern. Ihr vordergründiges Ziel bestand darin, anderen zu gefallen.

Infolgedessen verlor die junge Frau im Laufe der Jahre den Zugang zu sich selbst.

Bis heute führt sie ein fremdgesteuertes Leben – ein Leben, das ihr von außen diktiert wird und sie von ihren wahren Gefühlen und Ansichten trennt.

Wie diese junge Frau, so haben viele Menschen während ihrer Kindheit unzählige Glaubensmuster und Verhaltensweisen von ihren Bezugspersonen übernommen und diese im Laufe der Jahre so sehr verinnerlicht, dass sie selbst als junge Erwachsene noch von deren Richtigkeit überzeugt sind. Sie sind wie gelähmt und außerstande, Zweifel zu hegen und den Wahrheitsgehalt der frühkindlichen Erfahrungen zu überprüfen.

Häufig fühlen sie sich klein, minderwertig und unwohl in ihrer Haut. Einerseits fühlen sie sich zu ihren Bezugspersonen aus ihrer Kindheit hingezogen, andererseits spüren sie aber eine rätselhafte innere Zerrissenheit.

Genau hier liegt der Kern des Problems, an dem wir ansetzen werden: Aufgrund der jahrelangen Konditionierung bemerken wir nicht, dass unsere frühkindlich erworbenen Glaubensmuster überholt und demzufolge nicht mehr aktuell sind. Sie passen schlichtweg nicht mehr zu uns und unserem Leben. Diese längst überholten Glaubensmuster und Verhaltensweisen gilt es zu überdenken.

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

Viele aus der Kindheit stammender Glaubensmuster sind heute nicht mehr aktuell. Überdenken Sie bitte Ihre erworbenen Verhaltensweisen und Denkgewohnheiten. Sind sie noch aktuell? Passen sie noch in Ihr Leben?

Vermeiden Sie Vorwürfe und Schuldzuweisungen. Ihre Eltern, Großeltern und Lehrer haben damals ihr Bestes gegeben. Sie haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und wollten Ihnen ganz gewiss nicht schaden.

MEIN PERSÖNLCIHER FRAGENKATALOG:

Wie ist meine Kindheit verlaufen?

Welches Verhältnis habe ich heute zu Ihren Eltern und anderen damaligen Bezugspersonen?

Sind meine Glaubensmuster von damals noch aktuell?

Woher stammen meine Überzeugungen (Eltern, Lehrer etc.)?

Welche Leitsätze aus Kindheitstagen befolge ich noch heute?

ÜBUNGEN/AFFIRMATIONEN FÜR MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN:

Beginnen Sie Ihren Tag mit guten Gedanken an Ihre Kindheit.

Überprüfen Sie Ihre Glaubensmuster und Überzeugungen.

Vermeiden Sie Vorwürfe und Schuldzuweisungen.

Bedanken Sie sich in Gedanken oder persönlich bei Ihren Bezugspersonen.

Bedanken Sie sich persönlich bei Ihren Eltern.

Enthüllung Ihrer Glaubensmuster

In diesem Kapitel lernen Sie, Ihre alten Muster aufzuspüren und zu Ihrem wahren Wesenskern vorzudringen.

 

Die Fragen auf den nachfolgenden Seiten laden Sie dazu ein, in sich zu gehen, in Ihren Körper hinein zu fühlen und allmählich zu Ihrer Mitte zu finden.

 

Bei der Beantwortung der Fragen lohnt es sich, Notizen zu machen. Die Aufzeichnungen sind nur für Sie ganz alleine bestimmt, also schreiben Sie ruhig ohne Hemmungen und ohne schlechtes Gewissen alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt. Sie haben nun jederzeit die Möglichkeit, in Ihrem schlauen Notizbüchlein zu lesen, auf interessante Themen, an denen Sie intensiver arbeiten möchten, zurückzugreifen und Anmerkungen vorzunehmen.

 

Lehnen Sie sich bitte entspannt zurück. Lassen Sie sich von den Fragen und Antworten inspirieren und tauchen Sie ein in das Reich Ihres Selbst. Beim Beantworten werden Ihnen längst überholte Glaubensmuster begegnen, die bisher ganz unbewusst aktiviert wurden und automatisch in Ihrem Unterbewusstsein abgelaufen sind. Tief vergrabene und scheinbar längst vergessene Muster, die dennoch aktiv und unbewusst wirken, kommen zum Vorschein.

 

Carla, 40 Jahre, Arzthelferin, wird Sie nun an die Hand nehmen, Sie durch die einzelnen Fragen führen und Ihnen anhand ihrer authentischen Episoden aus dem eigenen Leben die Beantwortung erleichtern.

 

Einige Episoden werden Ihnen bekannt vorkommen. Sicher haben Sie das eine oder andere in gleicher oder zumindest in ähnlicher Weise bereits selbst erlebt. Erkennen Sie sich in einigen Bereichen wieder? Andere Episoden wiederum mögen Ihnen fremd vorkommen. Trotzdem lohnt es sich, auch diese Bereiche anzuschauen. Sie werden Ihnen einen tieferen Einblick in die Materie geben.

 

Welche Verhaltensweisen und Charakterzüge wurden an Ihnen in Ihrer Kindheit und Jugend abgelehnt?

 

Carla: In unserer Familie gab es keine Widerworte. In unserer Kindheit sollten wir uns anständig benehmen, nicht auffallen und durch Bescheidenheit glänzen. Da die Erwachsenen mit sich selbst und ihrem eigenen Leben beschäftigt waren, mussten wir uns als Kinder zügeln und uns dezent im Hintergrund aufhalten.

 

Uns wurden sehr enge Grenzen gesetzt. Beispielsweise sollte ich grundsätzlich der Meinung meiner Eltern folgen. Wenn ich mich dann doch mal traute und eine andere Meinung vertrat, wurde ich belächelt. Meine Eltern redeten dann so lange auf mich ein, bis ich nicht mehr genug Kraft für Wiederworte hatte und mir keine Gegenargumente mehr einfielen. Widerstandslos und kraftlos übernahm schließlich ihre Meinung. Da mein Standpunkt prinzipiell als unwichtig abgetan wurde, habe ich irgendwann aufgegeben selbst zu denken und mir eine eigene Meinung zu bilden.

 

Auch meine Freunde durften meinen Eltern nicht wiedersprechen. Meine Spiel- und Schulkameraden wurden ganz genau unter die Lupe genommen und genauestens geprüft. Wenn meine Eltern der Ansicht waren, meine Freunde seien kein guter Umgang für mich, redeten sie so lange auf mich ein, bis mir die Puste ausblieb und ich wieder mal einknickte. Somit kündigte ich nicht nur eine Freundschaft. Meine Mutter war der felsenfesten Ansicht, ganz genau zu wissen, welche Freunde gut für mich seien und welche nicht. Manchmal lästerte sie stundenlang über sie, was mich sehr traurig stimmte. Irgendwann glaubte ich ihr dann meistens und übernahm ihre Meinung.

 

Nicht nur meine Freunde waren scheinbar nicht gut genug. Ich war es offensichtlich auch nicht. Eigenständig zu denken war nur dann erwünscht, wenn das Ergebnis ins vorgefertigte Schema passte. Ansonsten wurde mir eine fremde Meinung übergestülpt. Immer öfter fühlte ich mich wie in eine Vorlage gepresst, die ich aber nicht zu erfüllen schien. Infolgedessen fühlte ich mich nicht liebenswert. Ich fühlte mich nicht gut genug, um den Ansprüchen der Außenwelt zu genügen.

 

Ein Nein wurde nicht oder nur äußerst selten akzeptiert, vor allem wenn dieses Nein direkt an meine Eltern gerichtet war. Ich musste ohne Widerworte das tun, was sie von mir verlangten. Wenn ich mich weigerte, wurde ich durch tagelanges Schweigen und Nichtbeachten bestraft, was mich jedes Mal emotional aus der Bahn warf.

 

Bestimmte Charaktereigenschaften wurden demnach überhaupt nicht toleriert, nämlich meine eigene Meinung zu äußern und diese auch zu vertreten, nein zu sagen und auch mal Widerworte zu äußern, auf mein Recht auf Eigenständigkeit zu bestehen und ich selbst zu sein, plötzlich laut zu lachen oder mit energischer Stimme zu sprechen, mich selbst auszuprobieren und mein wahres Ich zu leben.

 

Aus heutiger Sicht weiß ich, dass viele Eltern ihre Kinder einengen. Sie möchten Ihnen damit nicht böswillig schaden, sondern handeln aus eigener Unsicherheit und Unwissenheit heraus. Sie kennen es oftmals nicht anders. Wie sollen Eltern ihren Kindern die Möglichkeit lassen, sich selbst auszuprobieren und sich selbst zu finden, wenn sie es selbst nie gelernt haben?

 

Mussten Sie sich Autoritätspersonen unterwerfen, um von ihnen akzeptiert und anerkannt zu werden?

 

Carla: Ich musste mich grundsätzlich sowohl zurückhalten als auch die gleiche Meinung meiner Eltern vertreten. Ansonsten wurde ich durch tagelanges Schweigen bestraft. Liebe und Zuwendung wurden dann komplett gestrichen. Ich wurde wie Luft behandelt und fühlte mich in solchen Situationen einfach nur erbärmlich und klein. Hin und wieder durfte ich zwar meine eigene Meinung äußern, aber grundsätzlich lief es so ab, dass mich meine Eltern in eine gewisse Richtung drängten. Sie redeten so lange auf mich ein, bis ich schließlich ihre Meinung übernahm.

 

Um nicht übersehen zu werden, habe ich im Laufe meiner Kindheit begonnen, die Meinung meiner Eltern vorbehaltlos zu übernehmen. Das war für mich der einfachste und sicherste Weg.

 

Meine Anpassung ging so weit, dass ich mich selbst komplett aus den Augen verloren hatte. Ich hatte mich von meinem wahren Wesenskern so stark entfernt, dass ich mich und meine Gefühle selbst nicht mehr wahrnahm. Es hat einige Jahre gedauert, bis ich überhaupt merkte, dass ich nur noch wie eine Marionette funktionierte und gar nicht mehr selbstbestimmt und frei lebte.

 

Inzwischen habe ich glücklicherweise den Kontakt zu mir und meinem wahren Ich wiedergefunden.

 

Durften Sie frei Ihre Meinung äußern und diese auch vertreten, ohne von Ihren Bezugspersonen zurechtgewiesen oder gar missachtet zu werden?

 

Carla: Wie bereits erwähnt, durfte ich in gewissen Bereichen meine Meinung äußern, musste aber sehr vorsichtig sein in meiner Wortwahl, damit ich nicht missverstanden oder gar missachtet wurde.

 

In anderen Bereichen dagegen waren Widerworte in keiner Weise erwünscht. Aufgrund der vielen Rügen habe ich schnell herausgefunden, wann und wo keine freie Meinungsäußerung angebracht war. Im Laufe der Jahre habe ich verlernt, auf mein Inneres zu hören und übernahm blindlinks die Meinung meiner Bezugspersonen.

 

Mussten Sie sich in Ihrer Kindheit und Jugendzeit dermaßen verbiegen, dass Sie sich unwohl in Ihrer Haut fühlten? Warum haben Sie verbogen? Um Zuwendung und Liebe zu erhalten? Um nicht abgewiesen zu werden?

 

Carla: Ich habe mich sehr häufig verbogen und mich dadurch komplett selbst aus den Augen verloren. Ich habe alles getan, um von meinen Eltern, meinen Großeltern und auch von den Lehrern gemocht und anerkannt zu werden. Dennoch blieben Anerkennung und Zuwendung oftmals aus. Trotz meiner enormen Anstrengungen ist es mir nur extrem selten gelungen, allen zur gleichen Zeit gerecht zu werden. Irritierenderweise waren meine Bezugspersonen selbst manchmal nicht einer Meinung, was mich wiederum erneut zum Spagat trieb. Da ich es jedem immer Recht machen wollte, sprang ich entsprechend  von einer Rolle in die nächste.

 

Fatalerweise haben sich meine Bezugspersonen jedoch im Laufe der Jahre so sehr an meine aufopfernde, brave und zurückhaltende Art gewöhnt, dass sie mich als Person gar nicht mehr wahrnahmen. Meine enormen Anstrengungen waren mittlerweile schon zur Normalität geworden.

 

Auf ein Lob oder eine zärtliche Umarmung für meine Bemühungen musste ich oftmals vergeblich warten. Ich habe mich angepasst, mich den Meinungen meiner Bezugspersonen unterworfen, viel im Haushalt mitgeholfen, in der Schule die Bestnoten erzielt und mich stets zurückhaltend, höflich und leise verhalten. Doch mein Bestreben schien niemandem mehr aufzufallen. Es wurde mittlerweile vorausgesetzt.

 

Im Großen und Ganzen ist es so gewesen, dass mir weder Anerkennung und Lob noch Zuwendung und Liebe entgegengebracht wurden, wenn ich mich mal wieder in die unmöglichsten Richtungen verbogen hatte. Da ein positives Feedback oftmals ausblieb, habe ich mich noch mehr angestrengt - in der Hoffnung, irgendwann doch noch gesehen zu werden. Dieser Kreislauf schien nie zu enden. Es wurde immer schwieriger, allen zu jeder Zeit gerecht zu werden. Aus der anfänglichen leichten Verbiegung wurde eine immer schmerzhaftere Krümmung.

 

Wenn ich mich jedoch ausnahmsweise mal nicht wie gewohnt verhalten habe, wurde ich emotional durch Nichtbeachtung bestraft. Aus diesem Grunde passte ich mich lieber wieder an, um wenigstens das Gefühl der Daseinsberechtigung zu halten. Liebe und Anerkennung blieben zwar weiterhin meistens aus, aber ich musste wenigstens keine emotionalen Schmerzen erleiden. Das war für mich als tausendmal angenehmer, als vollkommen ignoriert zu werden.

 

An welchen Ihrer Charakterzüge, die Ihnen in der Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen sind, halten Sie noch immer fest, obwohl sie Ihnen offensichtlich nicht gut tun oder gar schaden?

 

Carla: Meine Meinung äußere ich auch heute noch sehr selten. Wenn ich sie ausspreche, dann sehr leise, zurückhaltend und fast schon schüchtern.

Zu Autoritätspersonen habe ich größten Respekt und bin manchmal sogar sprachlos und gehemmt, wenn ich ihnen gegenüberstehe.

 

 Ich traue mich nicht, in einer Arbeitsbesprechung mein Projekt vorzustellen aus Angst zu versagen, ausgelacht zu werden oder nicht gehört zu werden.

 

Um nicht negativ aufzufallen, stelle ich mich lieber hinten an und warte geduldig, bis ich irgendwann einmal an der Reihe bin. Oftmals lasse ich anderen den Vortritt, sei es bei einer Beförderung, einer Gehaltserhöhung oder im privaten Bereich. Wenn mein Partner beispielsweise das Wochenende in Berlin verbringen möchte, aber ich lieber nach Rostock fahren möchte, überlasse ich meinem Freund die Entscheidung.  Also fahren wir letzten Endes nach Berlin. Meistens erwähne ich meine Wünsche erst gar nicht, denn ich möchte meinen Partner nicht vor den Kopf stoßen. Ich tue beinahe alles, damit er sich wohl fühlt.

 

Jetzt, da ich das erste Mal genauer darüber nachdenke, merke ich, wie sehr ich mich noch heute verbiege. Das war mir bisher gar nicht bewusst. Dieses Muster ist scheinbar dermaßen tief in mir verankert, dass ich mich ganz automatisch an den Wünschen meiner Mitmenschen orientiere.

 

Außerdem wird mir gerade klar, dass ich manchmal selbst gar nicht weiß, was ich eigentlich will. Ich bin dermaßen damit beschäftigt, in der Außenwelt nach Anerkennung zu suchen und meinem Gegenüber jeden Wunsch von den Augen abzulesen, dass ich in entscheidenden Momenten überhaupt nicht an mich und meine Bedürfnisse denke. Das möchte ich auf jeden Fall ändern. Der Fragenkatalog ist mir schon jetzt eine große Stütze.

 

Gibt es Charaktereigenschaften an Ihnen, die Sie an sich selbst nicht mögen, weil Ihre Bezugspersonen Ihnen das während Ihrer Kindheit so eingeredet haben? Sind diese Charaktereigenschaften tatsächlich so unangenehm? Oder geht es hier eher um die Meinung von außen?

 

Carla: Jedes Mal, wenn ich nein sage oder meinem Gegenüber einen Wunsch abschlage, werde ich von ganz schrecklichen Gewissensbissen geplagt. Ich bin dann davon überzeugt, für die Enttäuschung meines Gegenübers verantwortlich zu sein und fühle mich furchtbar schlecht.

 

Der Glaube daran, für das Wohlergehen meiner Mitmenschen verantwortlich zu sein, verfolgt mich noch heute.

 

Sobald mir etwas Gutes tue, mir also beispielsweise etwas Schönes kaufe oder mir eine Massage im Wellnesstempel gönne, tauchen Schuldgefühle auf. Ich glaube dann, egoistisch gehandelt zu haben und fühle mich minderwertig und wie ein schlechter Mensch.

 

Wenn mich mal jemand ignoriert oder Kritik äußert, habe ich das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Ich fühle mich dann hilflos und bin verzweifelt.

 

Da ich es allen recht machen will, bin ich ständig dabei mich zu verbiegen und komme logischerweise selbst zu kurz.

 

Meine Meinung äußere ich nur extrem selten. Wenn ich mich dann aber mal traue und meinen Standpunkt klarmache, habe ich das schreckliche Gefühl, dass ich lieber hätte den Mund halten sollen. Anschließend versuche ich alles, um mir das Wohlwollen meines Gegenübers wieder zu verdienen.

 

Ich mag es nicht, dass ich mir häufig nicht traue, laut und deutlich zu sprechen und zu meiner persönlichen Meinung zu stehen. Jedes Mal, wenn ich mal wieder nicht den Mund aufbekommen habe, also wenn ich beispielsweise in einem Meeting nicht mein neues Projekt vorgestellt und somit meinem Kollegen den Vortritt gewährt habe, fühle ich mich einfach nur schlecht und schäme mich für meine Feigheit. Wenn ich mich aber tatsächlich mal getraut habe den Mund aufzumachen, fühle ich mich auch schlecht, weil ich dann wiederum glaube, die Gunst meines Kollegen verspielt zu haben. Dieses Mal konnte er sich nicht mit meiner Arbeit schmücken. Habe ich überhaupt das Recht dazu, auch mal in der ersten Reihe zu sitzen und ganz unverblümt meine eigene Arbeit zu loben?

 

In diesem Zusammenhang erkenne ich sehr deutlich, dass ich gewisse Charakterzüge an mir überhaupt nicht ausstehen kann und diese rigoros ablehne und bekämpfe, zum Beispiel meine leise Stimme. Ich zwinge mich manchmal regelrecht dazu, laut und deutlich zu sprechen, meine Meinung zu äußern und zu mir zu stehen. Ich versuche selbstbewusst aufzutreten, meine zitternden Hände zu verstecken und meine Ansichten zu vertreten.

 

Eigentlich könnte ich in solchen Fällen wirklich stolz auf mich sein. Stattdessen aber werfe ich mir vor, den Mund zu voll genommen und meinen Kollegen eventuell verärgert zu haben. Ich fühle mich verantwortlich für seine Wut und habe Angst vor Ablehnung.

 

Wenn ich allerdings so weitermache und handle wie gewohnt, mich also brav zurücknehme, fühle ich mich auch schlecht, weil ich in solchen Situationen das Gefühl habe, mich selbst verleugnet zu haben.

 

Das ist ein schrecklicher Teufelskreis: eine leise Stimme und Zurückhaltung lehne ich ab, weil ich mich dadurch selbst verleugne; eine energische Stimme lehne ich aber ebenfalls ab, weil ich mich dann verantwortlich für das Wohlergehen meiner Mitmenschen fühle und glaube, ihnen geschadet zu haben.

 

DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

Sobald Sie beginnen, Ihre alten Glaubenssätze zu hinterfragen, kommen Sie Ihrem Selbst immer näher. Allmählich lernen Sie sich selbst wieder kennen. Die Fragen in diesem Buch helfen Ihnen dabei, Ihren Wesenskern zu entdecken.

 

MEIN PERSÖNLCIHER FRAGENKATALOG:

Passen die alten Muster (noch) zu meiner Persönlichkeit, oder sind sie längst überholt?

Entsprechen die erlernten Glaubenssätze meiner Auffassung vom Leben?

Welche Verhaltensweisen und Charakterzüge wurden in meiner Kindheit und Jugend abgelehnt? Von wem?

Musste ich mich Autoritätspersonen unterwerfen, um von ihnen akzeptiert und anerkannt zu werden?

Durfte ich meine Meinung frei äußern und sie auch offen vertreten?

Musste ich mich in meiner Kindheit und Jugendzeit dermaßen verbiegen, dass ich mich unwohl in meiner Haut fühlte?

Warum habe ich mich eigentlich verbogen? Um Zuwendung und Liebe zu erhalten? Um nicht abgewiesen zu werden?

An welchen meiner Charakterzüge, die mir in der Kindheit in Fleisch und Blut übergegangen sind, halte ich noch immer fest, obwohl sie mir offensichtlich nicht gut tun oder im schlimmsten Fall sogar schaden?

Gibt es Charaktereigenschaften an mir, die ich inzwischen selbst nicht mag, weil meine Bezugspersonen mir das während meiner Kindheit so eingeredet haben?

Sind diese Charaktereigenschaften tatsächlich so unangenehm? Oder geht es hier eher um die Meinung und Anerkennung von außen?

 

ÜBUNGEN/AFFIRMATIONEN FÜR MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN:

Beginnen Sie Ihren Tag mit guten Gedanken.

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