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Der finalen Endlösung ausgeliefert

Obwohl teilweise von wahren Begebenheiten
beeinflusst, sind Namen und Handlung der
folgenden Geschichte frei erfunden.

Vorwort

Meine Seele weinte, mein Herz schrie, ich ging in mich. Viele Bilder, schöne Bilder, zogen an meinen Augen vorbei. Vor nicht wenigen Jahren versprach ich meiner Frau, gemeinsam uralt zu werden.

Unsere Liebe war eine besondere Liebe, ohne Streit, ohne „wer hat das Sagen“?

Eine bedingungslose Liebe unter uns Liebenden.

Jetzt diese Schicksalsschläge, Schicksalsschläge in der unsere bereits oft hart geprüfte Liebe, die härteste Prüfung durchleben sollte.

Häufig fragten wir uns, was und wieviel hält ein Mensch aus?

Nach einer durchlebten Hölle kann ich behaupten, nur die Liebe verlieh mir die Kraft diese Zeit durch - und zu überleben. Ohne unsere gegenseitige Liebe wäre ich in einem relativ kurzen Zeitraum aus dem Leben gerissen worden. Ich möchte über diesen eigentlich kurzen aber gefühlt nicht endenden Lebensabschnitt berichten.

Eventuell haben Sie, eine Ihnen sehr nahestehende Person, einem Freund oder einen Bekannten, der eine ähnliche Erfahrung gemacht hat.

Jeder denkt im ersten Augenblick schlimm, aber das passiert mir nicht. Tatsache ist aber, dass sich in einem Bruchteil einer Sekunde das ganze Leben ändern kann, nichts mehr so ist wie bisher und der Kampf ums Überleben beginnt.

Wolfgang Ladewig

Einem drohenden Herzinfarkt bin ich um Haaresbreite entkommen, ein Stent wurde mir eingesetzt.

Alles war gut.

Ich war zu dieser Zeit davon ausgegangen, dass ich mein gerade erreichtes Rentnerleben genießen könnte.

Das Leben sah ich jetzt mit anderen Augen.

Im Garten sitzend, hörte ich dem Gezwitscher der Vögel zu und freute mich über die bereits angekommenen, fleißigen Schwalben.

Seit Tagen ging es mir nicht gut. Mein schon wässriger Kot war mehr und mehr mit Blut vermischt. Dann war es fast nur noch Blut.

Die Untersuchungen in der Notaufnahme und eine scheinbar nicht endende Wartezeit drückten mit voller Kraft auf unser Nervenkostüm. Dann die Botschaft, der Boden schien zu wanken und unter unseren Füßen wegzurutschen. Die bereits während der Wartezeit strapazierten Nerven schienen sich jetzt mit Nebel zu verschleiern. Selbst mein Gehör hatte seine Probleme.

Nur in gedämpfter Form hörte ich, was ich keineswegs hören wollte, Krebs im Dickdarm.

Ich sah mein Engelchen an und wir fielen uns in die Arme. Hemmungslos ließen wir unseren Tränen freien Lauf. Totale Ruhe war im Krankenzimmer.

Mit Bedacht wählte ich meine in gezwungener Ruhe ausgesprochenen Worte, mein Körper zitterte.

Ich hatte Angst, schreckliche Angst.

Meine Hand umklammerte die meiner geliebten Frau. Als ich sie ansah, sah ich in ihren Augen gleichfalls die pure Angst. Ich sah den Pfleger fragend an. Mit jeder von ihm gesprochenen Aussage entwich bei mir jegliche Hoffnung.

Der Krebs war, so wie es nach den ersten Untersuchungen zu bewerten war, aggressiv. Der Pfleger versuchte uns zu beruhigen. Noch blieb das Ergebnis aus dem Labor abzuwarten…

Tränen

Ich liege im Bett, da rollen plötzlich

die Tränen aus meinen Augen.

Warum nur, denke ich, es ist doch alles gut.

Ich bin hier in guten Händen,

hier in der großen Klinik,

bekomme stets Besuch durch meine Frau,

ja meinem Engel,

meinem Engelchen die mir,

wie durch Gottes Hand geschickt

aber auch in meinen Träumen zur Seite steht,

mich liebt,

in der Vergangenheit mich beschützte.

Warum dann die Tränen,

die mich nur wieder in die Depression führen ?

Lachen ist doch die beste Medizin,

so wie wir gerne lachten von früh bis spät.

So soll es sein,

Lachen ist die Medizin, die uns nur helfen kann.

Wolfgang W. Ladewig

Ja, in vielen Nächten rollten meine Tränen hinunter, über die Ohren bis ins Kopfkissen. Natürlich sprach ich zunächst nicht über meine Ängste und Sorgen, ich wollte niemanden zusätzlich belasten.

Mein Engelchen hatte in der Vergangenheit mit mir genug durchmachen müssen.

Insgesamt verbrachte ich etwa 316 Tage in verschiedenen medizinischen Einrichtungen.

Ich kann sagen, dass ich in unmittelbarer Vergangenheit selbst die Hölle durchlebte, eine in der das „Leben“ und der „Tod“ mehrmals in meinem Körper ihren Kampf austrugen.

Bereits in der Klinik spürte ich, dass ich diesen durchlebten Kampf zwischen Leben und Tod nicht allein bewältigen konnte.

Die Psyche und meine gesamte Muskulatur hatten in dieser Zeit abgebaut und das hatte verheerende Folgen.

Ich konnte mich kaum, keineswegs allein, von einer Seite auf die andere Seite drehen. Hinsetzen oder laufen war nicht möglich. Jede Bewegung, die nur mit Hilfe möglich war, erzeugte derartige Schmerzen, dass ich häufig schrie.

Therapeuten trainierten mit mir, obwohl ich nach jeder größeren Operation erneut von vorn beginnen musste.

Aber es gab noch ein größeres Problem. Die Familie, Freunde sowie Bekannte konnten es kaum glauben, dass mein Kopf trotz der vielen verabreichten Narkosen, Spritzen und sonstiger Medikamentengaben völlig normal war.

Mental war ich der Alte, aber keiner konnte in meine Seele schauen. Wir brauchten professionelle Hilfe, mein Engel weit mehr als ich. Sie erlebte und durchlebte alles bewusst.

Ich stand entweder unter Narkose, beziehungsweise war durch die Spritzen und starken Medikamentengaben in einem gewissen Dämmerzustand.

Viele Menschen sind der Meinung, dass diese betroffenen Patienten zeitlich begrenzte Wahrnehmungsstörungen haben. Ja, das stimmt, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Häufig hörte ich Ärzte, Schwestern und Pfleger sich miteinander unterhalten. Ab und zu spürte ich kleinere Eingriffe und musste die Schmerzen ertragen.

Zu dieser Zeit konnte ich mich sprachlich nicht wehren. Meine Stimme war weg, ich wurde künstlich beatmet.

Wie sollte ich jetzt nach so langer Zeit meine Schlaflosigkeit, ewige Grübelei und Hilflosigkeit psychisch überwinden?

Ich wollte doch nur ein normales Leben führen. Was sollte ich tun?

Ich schloss mich einer Selbsthilfegruppe an. Meine Hoffnung war, so meine Probleme zu minimieren, sie eventuell lösen zu können.

Heute saß ich zum ersten Mal in dieser Selbsthilfegruppe. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. Schon zitterten wieder meine Hände und ich überlegte, ob ich lieber wieder gehen sollte. Meine Überlegungen wurden je durch ein Handzeichen eines Anwesenden unterbrochen.

„Warum bist du hier?“, fragte der schlanke, mittelgroße Gesprächsleiter und „Da wir uns alle bereits seit längerer Zeit kennen, sollte sich zunächst jeder mit seinem Vornamen und seinem Beruf vorstellen. Ich bin der Bernhard und leite diese Selbsthilfegruppe, Heinz, setzt du fort?“

Nacheinander erfuhr ich nun, wer die Anwesenden waren.

Ein kräftig gebauter Mann stand auf. Sein Blick war gesenkt.

„Ich bin der Heinz und ich komme aus Berlin. Seit vielen Jahren arbeite ich als Bauschlosser in einer Firma.“ Schwerfällig, so als ob eine schwere Last auf seine Schultern drückt, setze er sich hin.

Ein Mann, gut gekleidet übernahm das Wort.

„Ich möchte es kurz machen, mein Name ist Paul, ich bin verheiratet und bin als Bürgermeister tätig.“

Bereits beim Erheben fing eine ältere Dame an sich vorzustellen.

„Ich heiße Elfriede und bin Hausfrau und Rentnerin. Ja, was soll ich noch weitererzählen?“

Schon hatte sie sich, jedoch nicht ohne einen verstohlenen Blick nach links und rechts zu werfen, wieder hingesetzt.

Es folgten noch:

• Pauline… eine Krankenschwester aus Dresden

• Thomas… ein Arzt aus Warnemünde

• Markus… ein Kleinunternehmer aus Görlitz

• Helmut… ein Maler

• Mandy… eine Hostess in einem Krankenhaus

• Volker… ein Rechtsanwalt aus Berlin

Nun war ich an der Reihe, alle schauten gespannt auf mich.

Ich begann meine Geschichte zu erzählen. Vorab sagte mir Bernhard, dass ich mir Zeit nehmen sollte.

Im Mai des besagten Jahres schrieb ich das folgende Gedicht:

Meine zwei Welten

Eigentlich ist alles gut.

Eigentlich bedeutet vielleicht, eventuell, kann sein.

Aber ich fühle mich nicht wohl.

Einerseits ist alles gut,

anderseits habe ich ein komisches Gefühl,

ein Gefühl indem ich schwebe,

schwebe durch eine nicht erklärbare Welt.

Zwischen diesen Welten,

der realen und der unerklärbaren Welt

fühle ich mich in einem Zustand,

Lachen oder Weinen, ganz nah in eins.

Oftmals spüre ich, wie ich falle,

falle in ein tiefes schwarzes Loch,

mein Schrei nach Hilfe höre ich,

real, aber nur ich.

Ich schweige, sage nichts,

behalte die Reisen für mich,

könnte nicht ertragen die Reisen

und die sorgenvollen Fragen.

So reise ich zwischen den Welten,

konzentriere mich auf neue Ziele,

jage einem Erfolg hinterher,

so als habe ich keine Zeit mehr.

Wolfgang W. Ladewig

Mandy, die Hostess, schluchzte, trocknete mit einem Taschentuch ihre Tränen ab und meinte: „Was für ein schönes Gedicht.“

Die anderen Mitglieder der Selbsthilfegruppe stimmten dieser Meinung lautstark und mit einem heftigen Kopfnicken zu.

Das ist wohl wahr.“, meinte noch Pauline, die Krankenschwester.

Ich setzte meine Erzählung fort und bat darum, mich erst einmal aussprechen zu lassen.

Im Mai hatte ich dieses Gedicht geschrieben und tatsächlich änderte sich danach mein Leben. Wurde mein Gedicht von meinem Herz, von meiner Seele niedergeschrieben?

Mehrmals war ich in der Vergangenheit Patient in der Herzklinik. An einem wunderschönen Tag, die Sonne brannte, mir war aber kalt, ich fror. Dazu kamen die Müdigkeit und Schmerzen im linken Arm. Selbst die Akuttropfen, die ich stets bei mir hatte, halfen nicht.

Die Schmerzen und eine dumpfe Müdigkeit übermannten mich, die Schmerzen wurden aber immer stärker. Zu diesem Zeitpunkt war ich allein im Garten. Meine Frau hatte Feierabend und müsste bald kommen. Sie brachte eine gute Freundin mit und beide waren irritiert, dass ich so sehr fror und müde war, es waren an die 25 °C draußen.

Wir fuhren in die Notaufnahme des Krankenhauses. Dort angekommen teilte mir der Arzt mit, dass ich einem drohenden Herzinfarkt entkommen war.

Am kommenden Tag die Herzkatheteruntersuchung und es wurde mir ein Stent in ein verengtes Herzkranzgefäß eingesetzt.

Alles war wieder gut und das gewohnte Leben ging weiter.

Meine Frau und ich genossen das Wetter in unserem kleinen Garten. Nachmittags wartete ich mit einem frisch gekochten Kaffee und manchmal mit einem extra gebackenen Kuchen auf sie.

Meine Frau war noch im Berufsleben tätig, ich war seit einem Jahr Rentner. Etwa einen Monat lang sah ich morgens Blut im Stuhl. Wie immer sagte ich erst einmal nichts.

Ich hoffte, dass dieses Blut wieder verschwinden würde. Aber nein, Tag für Tag wurde es mehr und mehr. Das konnte ich nicht verschweigen, ich musste es meiner Frau sagen. Sie fiel aus allen Wolken und rückte mir gehörig den Kopf zurecht.

Ohne dass ich meinen Widerspruch vortragen konnte, fuhren wir wieder einmal in die Notaufnahme des Krankenhauses.

Nach einer Magen-Darm-Spiegelung lag ich nun wieder in einem Krankenhausbett. Mein Engel war bei mir. Wir waren beide unruhig und nervös. Wie lautete die Diagnose?

Immer wieder stellten wir die gleichen Fragen, untermauert von einer ansteigenden Unruhe.

Dann die Mitteilung. Ein netter Pfleger, den ich bereits aus meinem ersten Aufenthalt kannte, damals wurde mein Nabelbruch operiert, brachte uns die Diagnose.

„Darmkrebs! …Bösartig!“

Eine Welt brach für uns zusammen.

Der Fußboden schien ins Wanken zu geraten und unter unseren Füßen wegzugleiten. Wir lagen uns fest in den Armen. Unsere Tränen rollten über unsere Wangen. Ganz fest schmiegten wir uns aneinander.

Ich spürte wie unsere bisher sehr starke Liebe zueinander, um ein Vielfaches erstarkte.

Die vielen Fragen nach dem „Warum und wie nun weiter ?“ versuchte der Pfleger uns zu beantworten. Aber mal ganz ehrlich, trotz seiner versuchten klärenden Antworten, waren diese ein Tropfen auf die vielen heißen verbleibenden persönlichen Fragen.

Es folgten weitere kleine Untersuchungen und Gespräche. Ich weiß noch, wie ich zu einem Arzt sagte, dass mir eine Operation am geöffneten Bauch lieber wäre.

Heinz, der Bauschlosser, fragte: „Wieso war dir die Operation am geöffneten Bauch lieber, bist du Arzt?“

Nein, ich bin kein Arzt, aber aufgrund meiner Erbkrankheit, und der dadurch scheinbar gerade zu dieser Zeit vergrößerten Organe, empfand ich diese Operationsart als die bessere.

Ich habe Thalassämie, die im Volksmund auch die „Mittelmeerkrankheit“ genannt wird. Zu diesem Zeitpunkt waren meine Leber und die Milz stark vergrößert.

Um eine weitere Frage vorweg zu beantworten: Ja, die Ärzte planten minimalinvasiv zu operieren.

Mein Einwand oder meine Bedenken wurden weggewischt. Ich vernahm ein leises Raunen meiner Zuhörer.

Ich wusste nicht den Grund des Raunens, deshalb fuhr ich schnell mit meiner Erzählung fort. Es wurde ein Operationstermin festgelegt. Zuvor musste ich für eine Woche in eine andere Klinik. Dort erhielt ich jeweils eine Bestrahlung an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Alles ging bis dahin gut.

„Wie, alles ging gut? Waren Probleme zu erwarten?“

Diese Frage stellte der Bürgermeister einer größeren Ortsgemeinschaft.

„Nein, aber die Möglichkeit bestand. Zum Beispiel Appetitlosigkeit, Erbrechen, Schleimhautentzündungen oder Haarverlust. Mir ging es nach den fünf Bestrahlungen gut. Keine Nebenwirkungen, dank erfahrener Ärzte und Schwestern.“

Die Operation des Darmkrebses sollte laut Aussage der Ärzte genau vierzehn Tage nach der Bestrahlung erfolgen. Natürlich war ich innerlich aufgeregt.

Meine Frau und ich hatten trotz aller Beteuerungen der Ärzte Angst. Viele unserer Bekannten und Freunde meinten zu mir, dass ich mich besser nicht in „diesem Krankenhaus“ operieren lassen sollte. Immer wieder verteidigte ich meine Entscheidung, konnte ich persönlich doch nichts Negatives von dem Krankenhaus berichten.

Warum sollte ich an den Fähigkeiten der Ärzte zweifeln? Die Herzoperation, der operierte Nabelbruch, alles verlief problemlos. Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass die Menschen viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Aber ist Erzähltes immer die Wahrheit?

Über mich wurde und wird auch viel erzählt.

Die „Wahrheit“ über mich, Halbwahrheiten und nicht gerade wenige Lügen.

Ich hatte Vertrauen und konnte nur hoffen, dass mein, unser Vertrauen nicht enttäuscht werden würde.

Der Tag war gekommen.

Wir fuhren in das Krankenhaus. Als wir uns verabschiedeten, sprachen wir uns gegenseitig Mut zu. Ich war der festen Meinung, dass die Operation gut ausgehen würde. Die Ärzte werden schon wissen, was sie tun und bestimmt verfügen sie über genügend Erfahrungen. Nach meinen Worten küssten wir uns. Meinem Engelchen liefen die Tränen über die Wangen.

Am kommenden Tag sollte die Operation durchgeführt werden. Noch einige Gespräche und Belehrungen, dann war endlich Ruhe.

Das Operationsteam hatte sich auf die minimalinvasive Operation festgelegt.

Ich zog mich in meine Welt zurück.

„Was heißt das, ich zog mich in meine Welt zurück?“

Die Krankenschwester hatte diese Frage gestellt und sah die Anderen fragend an.

Eine gute Frage. Bereits als Kind dachte ich bei schwierigen Ereignissen über das „Wenn und Aber“ intensiv nach. Ich beobachtete involvierte Menschen, analysierte Gesprochenes und zog daraus meine Schlussfolgerungen. Diese Art und Weise half mir Bevorstehendes weitestgehend richtig zu bewerten. So war es auch in diesem Fall, der Bevorstehenden minimalinvasiven Operation.

Ich fragte mich, ob diese Operationsart in Ordnung ist, da über drei Punkte der Tumor operiert werden sollte.

Hatten die Ärzte wirklich bedacht, dass meine Milz und meine Leber stark vergrößert waren. Diese Vergrößerungen waren bereits äußerlich deutlich zu erkennen. Ich hatte meine Bedenken und diese ließen nicht nach.

Am nächsten Morgen wurde ich in den Operationsvorbereitungsraum geschoben.

Die Anästhesistin und einige Schwestern waren bereits zugegen. Die Vorbereitungen zur Operation begannen.

Nach dem üblichen Ablauf fragte die Anästhesistin, wann ich die letzten Medikamente genommen habe. Ohne zu zögern antwortete ich „Wie mit den Ärzten abgesprochen, gestern Abend.“

Nach meiner Antwort ging alles sehr schnell, ich wurde wieder aus dem OP Raum geschoben, die Anästhesistin weigerte sich unter diesen Bedingungen weiterzumachen, ich durfte nach Hause gehen.

Ich hatte zwei Medikamente bis zum letzten Tag eingenommen, was ich eine gewisse Zeit vor der OP nicht mehr hätte einnehmen dürfen, da es das Blut zu stark verdünnte. Aber das hatte mir keiner gesagt, obwohl ich mehrmals vorher nach meinen Medikamenten gefragt wurde und auch darauf hinwies. Aber das besagte Medikament wurde von den Ärzten nicht abgesetzt.

Hätte die Anästhesistin nicht aufgepasst, wäre ich wahrscheinlich auf dem OP Tisch verblutet.

Ich war mit einem neuen Termin in der Tasche wieder zu Hause. Über das Geschehene sprachen meine Frau und ich sehr viel, es herrschte Unverständnis unsererseits.

Meine Wut richtete sich auf jene Ärzte, die mit mir Vorgespräche halbherzig geführt hatten. Sie gaben mich frei für die Operation. Sie gaben mir trotz meiner Nachfrage, bis wann ich die verschriebenen Medikamente einnehmen durfte, eine falsche Auskunft.

Einer nicht geringen Anzahl von Ärzten schien es nicht bewusst zu sein, was ein Patient von der Kenntnis der Diagnose bis zum Operationstermin durchlebt.

Die Angst vor der Operation. Die Frage, ob alles gut gehen würde und die ständige Selbstmotivation für eine positive Denkweise. Für mich hieß es jetzt, aus der Wut über dieses dilettantenhafte Verhalten der Ärzte, meine positive Selbstmotivation nochmals aufzubauen.

Ich hörte nicht auf den Fingerzeig Gottes.

Anstatt mir eine zweite Meinung von einem anderen Krankenhaus oder einer anderen Klinik einzuholen, vertraute ich den wundervoll, positiv ausschweifenden Aussagen der Ärzte dieses Krankenhauses.

Das Wetter war für die Herbstzeit wunderschön. In den Tagen bis zur Operation wollte ich die Sonnentage und ihre warmen Strahlen im Garten genießen. Wir beobachteten die Schwalben, die sich auf ihre große Reise vorbereiteten.

Mein Engelchen wollte mich mit etwas besonders Schönem überraschen. Ich spürte, dass etwas im Gange war. Aber was?

Am Samstag fuhren unsere Kinder vor. Dann die ganz große Überraschung, meine Schwester, ihr Mann und meine Nichte kamen ebenfalls. Viele Tränen flossen. Ich war froh alle wiederzusehen.

Jeder brachte etwas mit.

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