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Der beste Job der Welt

Fritz Peyer-Müller (Hg.)

Der beste Job der Welt

Theologen, Pfarrer und Pastoren über ihre Berufung

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Zu diesem Buch

Pfarrerinnen und Pfarrer üben einen faszinierenden Beruf aus. Er ist vielfältig, herausfordernd und immer dicht am Menschen. 25 Frauen und Männer aus unterschiedlichsten Gemeinden berichten in diesem Buch ehrlich und persönlich von ihrer Motivation, dieser besonderen Berufung nachzugehen; von ihrem beruflichen Werdegang sowie über Freuden und Herausforderungen ihres Alltags im Dienst für Gott.

Herausgekommen ist dabei ein Ermutigungsbuch – und eine spannende Lektüre für Theologiestudierende und Gemeindemitglieder, aber natürlich auch für Pastoren aller Denominationen.

„Lassen Sie sich von den Zeugnissen dieses Buches inspirieren. Sie werden wie ich begeistert sein. Denn das ist der Beruf wahrlich – ein Dienst für Gott voller Überraschungen.“

Aus dem Vorwort von Johannes Reimer

Zur Edition IGW

Die Edition IGW wird herausgegeben vom Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW), das angehende Pastoren und Gemeindeleiter sowie kirchliche und diakonische Mitarbeitende in regionalen Schulungszentren in der Schweiz, Deutschland und in Österreich theologisch ausbildet.

Die Edition IGW macht Forschungsergebnisse von Studierenden und Dozierenden bei IGW einer breiten Leserschaft zugänglich und will damit einen Beitrag leisten, der aktuellen gemeindebaulich-missionarischen Herausforderung in Europa zu begegnen.

IGW

Josefstraße 206

CH-8005 Zürich

www.igw.edu

Über den Autor

Fritz Peyer-Müller, Jg. 1952, verheiratet, ein Sohn.

Berufslehre, Studium der Theologie am Theologischen Seminar St. Chrischona, Kirchliche Matur, Theologiestudium in Basel, Zürich, Bern und Debrecen/Ungarn. Doktorarbeit über die ungarischsprachige Reformierte Kirche in der Ukraine. Pastor beim EGW in Luzern.

Seit 1993 beim Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW), zunächst als Studienleiter in Bern, seit 2003 als Rektor.

peyer@igw.edu

Impressum

Dieses Buch als E-Book: ISBN 978-3-86256-766-9

Dieses Buch in gedruckter Form:
ISBN 978-3-86256-067-7, Bestell-Nummer 590 067

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische
Daten sind im Internet über www.d-nb.de abrufbar

Bibelzitate, sofern nicht anders angegeben, wurden der Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift entnommen. © 1980 Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart

Hinweis zur Übersetzung englischer Quellen: Bei der Übersetzung von offiziellen englischen Kongressdokumenten ins Deutsche wird in den Fußnoten der Übersetzer angegeben. Sofern nicht anders vermerkt, liegt die Übersetzung aller übrigen englischen Werke, die im Literaturverzeichnis als solche erfasst werden, auch ohne ausdrückliche Namensnennung beim Verfasser.

Lektorat: IGW International
Umschlaggestaltung: spoon design, Olaf Johannson
Umschlagbild: © Zurijeta/Shutterstock.com
Satz: Neufeld Media, Weißenburg in Bayern

© 2015 Neufeld Verlag Schwarzenfeld

Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise,
nur mit Genehmigung des Verlages

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Vorwort

Johannes Reimer

„Pastor – ein Traumberuf? – Wer das behauptet ist selbst nie Pastor gewesen“, entgegnete mir einer meiner pastoralen Kollegen, der wieder einmal völlig überarbeitet, gestresst und entnervt über die Zukunft seines Dienstes nachdachte. „Es wäre sicher ein klasse Beruf, wenn es da nicht all die komischen Menschen in der Gemeinde gäbe“, meinte er noch. „Und bezahlen könnte man uns Pastoren auch besser.“

Mein Kollege ist bei weitem nicht der einzige, der so denkt. Erschreckend hoch ist die Anzahl der Aussteiger aus pastoralen Beschäftigungen in Kirchen und Freikirchen, Gemeinden und Gemeinschaften. Pastoren halten den Druck nicht aus und verlassen ihren Beruf, den sie einmal mit so viel Elan angetreten haben. Überdurchschnittlich hoch ist die Zahl derer, die im Pastoren-Beruf ausbrennen. Man spricht von 15 % der psychisch kranken Christen, die aus einem kirchlichen Beruf kommen. Kann man da noch vom „Traumberuf“ reden?

Und dann die Bezahlung. Ein freikirchlicher Pastor in Deutschland wird schlechter bezahlt als ein Grundschullehrer. Der Vergleich mag hinken, vielleicht ist der Stresslevel eines Lehrers ja auch noch höher. Leider ist ja auch dieser Beruf notorisch unterbezahlt. Pastor, ein Traumberuf? Und das bei schlechter Bezahlung, viel Stress und mangelhaftem Verständnis? Zweifel mögen da berechtig sein.

Und doch bin auch ich nichts lieber als das – Diener meines Gottes inmitten seiner Kirche. Ja, auch ich glaube, dieser schwierige Beruf ist klasse. Wie komme ich dazu, so etwas zu behaupten? Klassifiziere ich mich nicht selbst durch die Einleitung in diesem Vorwort? Nein, bestimmt nicht. Für mich sind es folgende Argumente, die den absoluten Reiz dieses Berufs ausmachen:

1.Es ist ein Traum eines Träumers, bei dem jeder Traum wahr wird;

2.Es ist eine überaus schöpferische Vision, die in diesem Beruf verwirklich wird;

3. Es ist ein Beruf, in dem es kein Wachstumslimit gibt;

4.Es ist der einzige Job auf der Erde, den der Himmel direkt bezahlt. – Was meine ich damit?

Erstens, der Pastorenberuf ist Gottes Erfindung. Er, Gott selbst, setzt in seiner Gemeinde Pastoren ein, um die Heiligen zum Werk ihres Dienstes zuzurüsten (Eph 4,11). Nicht Menschen – Gott beruft Menschen in den Pastorendienst. Er beruft, setzt ein und benennt die Rahmenbedingungen für diesen Beruf. Er schreibt die Jobdescription. Und Gott, der Schöpfer, hat in seiner göttlichen Größe noch nie ein eigenformuliertes Ziel verfehlt. Sein Wort kommt nie leer zurück (Jes 55,11). Was er sich ausdenkt, was er benennt – das wird. Wer also Pastor aus seiner Hand ist, hat eine Erfolgsgarantie auf dem Tisch. In welchem anderen Beruf gibt es so etwas? In keinem! Man ist überall aufs Ausprobieren und damit regelmäßig auf Frust und Scheitern angewiesen. Pastoren dagegen sind dabei, Gottes Traum zu verwirklichen. Natürlich nur dann, wenn sie das, was sie da tun, auf seinen Auftrag hin und unter seiner unmittelbaren Führung tun. Man kann also nicht einfach Pastor werden. Theologie studiert, einen Job in der Kirche übernommen – das allein ist ein sicherer Weg ins oben beschriebene Problem des Scheiterns. Aber das kann auch anders gehen. Und Zeugnisse im vorliegenden Buch machen das deutlich. Wo Gott beruft, wo Er einsetzt und sein Geist leitet – bleibt immer Begeisterung zurück! Wie sagt es Apostel Paulus so treffend – „Der Geist gibt die Gaben, der Herr die Aufgaben und Gott wirkt Kraft“ (1Kor 12,4–6).

Zweitens, der Pastorenberuf zielt auf Erkennung von Potenzialen, Einsetzung in den richtigen Dienst, Ermächtigung und Begleitung von Menschen. Pastoren sollen „die Heiligen zum Werk ihres Dienstes anleiten“ (Eph 4,12). Wo sie tätig werden, da blühen Menschen auf, heilen Wunden und Beziehungen und entsteht Leben. Man kann mit Fug und Recht behaupten – Pastoren sind Lebensgestalter. Sie gestalten menschliche Biografien und wie es keinen zweiten Menschen auf der Erde geben kann, der ganz und gar einem anderen ähnelt, so sind auch ihre Aufgaben. Kein anderer Beruf ist so vielfältig, so kreativ, so herausfordernd und spannend wie dieser. Freilich auch nur dann, wenn sich Pastoren nicht auf die Stufe eines Religionsverwalters reduzieren lassen. Das ist natürlich langweilig. Aber die Zeugnisse dieses Buches sprechen eine andere Sprache. Hier reden Menschen, die die Herausforderungen ihres Berufes nicht verschweigen, aber die an der Innovation und Kreativität ihrer Aufgabe wahre Freude gefunden haben und diese auch zum Ausdruck bringen. Und natürlich ist ein Beruf klasse, in dem ich meine Zeit selbst planen, meine Aufgaben selbst aussuchen und gewichten kann und dabei noch die allerbeste Hilfe erhalte, die es geben kann – die Führung des Heiligen Geistes.

Und drittens, der Pastorenberuf ist eine Welt für sich. Was muss ein Pastor nicht alles während eines Pastorenlebens gewesen sein? Wie der Apostel Paulus strebt er danach, den Juden ein Jude, den Griechen ein Grieche, den Armen ein Armer, den Reichen ein Reicher, eben „… allen alles zu werden, um wenigstens einige zu gewinnen“ (1Kor 9,22). Sicher geht ein solcher Anspruch über alle Köpfe. Man könnte darunter zusammenbrechen, oder man versteht wie Paulus, niemand muss alles zugleich sein, Pastoren dürfen wachsen, sich entwickeln und bis ins hohe Alter lernen. Für sich selbst hatte der große Apostel es auf die Formel gebracht: „Ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon erreicht habe, aber eines tue ich – ich vergesse, was dahinter liegt und strebe nach vorne – dem Ziel meiner Berufung nach“ (Phil 3,13f). Sie finden viele Geschichten des persönlichen Wachstums in den Zeugnissen des vorliegenden Buches. Sie ermutigen, weil sie zeigen: Pastoren sind niemals ein für alle Mal gemachte Menschen. Sie sind, weil sie werden!

Und wieder darf gefragt werden, in wie vielen Berufen darf so etwas sein? Sicher nicht in vielen. In der Gesellschaft sucht man Spezialisten, die das, wofür sie eingestellt wurden, möglichst perfekt können. Im Pastorenberuf bleibt man dagegen lebenslang ein Lernender, eine Lernende und der Lehrer, der Heilige Geist, ist jederzeit daneben und bügelt aus, was besser gemacht werden müsste, perfektioniert, was der Pastor tut. Und wie ein kleines Kind freut sich dann der bereits in die Jahre gekommene Pastor über seine gerade vorbereitete Predigt, weil sie wieder einmal Neues enthält, noch nie vorher Erkanntes und jetzt auf einmal wurde es einem offenbar. Wie sagt es da mein guter Freund und Mentor, der ehemalige Leiter der Lausanner Bewegung für Weltevangelisation, Tom Houston, der heute 87 Jahre alt ist: „Ich habe den Eindruck, heute lerne ich sogar noch intensiver als damals als ich als junger Pastor kaum Zeit dafür fand.“ Ein 87-jähriger Pastor lernt.

Und viertens und letztens, der Pastorenberuf wird zweimal entlohnt. Sicher wird niemand durch seinen Dienst als Pastor reich, wenigstens nicht dann, wenn er und seine Gemeinde sich an die Heilige Schrift halten. Wer es darauf anlegt, Geld zu verdienen, sollte nicht Pastor werden wollen. Nicht das Gehalt macht den Reiz des Berufes aus, sondern der himmlische Segen, den man dabei bekommt und eines Tages nach dem Ende dieser Tage bekommen wird. Jesus selbst verspricht seinen Jüngern einen großen Lohn (Lk 6,35). „Und was habe ich davon, wenn das erst nach diesem Leben kommt?“, wird der diesseitig denkende Mensch fragen. Tja, viel. Hier auf der Erde lebe ich ja nur 70 bis 80 Jahre, im Himmel eine ganze Ewigkeit. Wenn man so für eine ganze Ewigkeit vorsorgen kann. Wenn sich das nicht lohnt – was dann? Und Hand aufs Herz: Gibt es einen zweiten Job, der so himmlisch entlohnt wird?

Also doch Traumberuf! Ich glaube schon. Und er steht jedem Christen offen. Die Berufung spricht zwar Gott aus, aber die Bereitschaft dazu bringen wir Menschen mit. Lassen sie sich von den Zeugnissen dieses Buches inspirieren. Sie werden wie ich begeistert sein. Und vielleicht schlägt ihr Herz höher und auch Sie lassen sich auf dieses Abenteuer mit Gott selbst ein, denn das ist der Beruf wahrlich – ein Dienst für Gott voller Überraschungen und Segen.

BIOGRAFISCHES

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Johannes Reimer, Jg. 1955, verheiratet, zwei Kinder. Dr. der Theologie, Gemeindegründer, Buchautor, Professor für Missionswissenschaften an der Theologischen Hochschule Ewersbach und an der Universität von Südafrika (Unisa), 1. Vorsitzender der GBFE.

johannes.reimer@gbfe.org

Einleitung: Über dieses Buch

Fritz Peyer-Müller

Herzlichen Dank

Wir sind überzeugt, dass unsere Pastoren und Pastorinnen, unsere Pfarrer und Pfarrerinnen, unsere Theologen und Theologinnen einen ausgezeichneten Dienst tun. Oder mit den Worten des Buchtitels: einen ausgezeichneten Job machen. An ihrem Platz, in ihrem Dienst, in ihrer Kirche, zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zusammen mit ihren Gemeindeleitungen. Ob sie eine große, kleine, mittlere, wachsende Kirche leiten, ihnen gehört unser Dank. Darum ist dieses Buch den teil- und vollzeitlichen Frauen und Männern gewidmet.

Wir danken aber auch den Autorinnen und Autoren, die wir angefragt haben. Obwohl einige aus zeitlichen Gründen absagen mussten, waren sie vom Buchprojekt und von der Idee begeistert – ebenso wie die Frauen und Männer, deren Beiträge nun auf den folgenden Seiten erscheinen. Ihnen danken wir besonders für ihre Bereitschaft, offen über ihren Weg mit Gott, ihren Dienst, über ihre Motivation, über Freuden und Leiden zu schreiben. Sie erlauben uns, einen Blick in ihre Lebensgeschichte zu werfen.

Im Buch haben wir die Reihenfolge der Geschichten alphabetisch nach Autoren und Autorinnen sortiert. Ein Autoren-, ein Abkürzungs- und ein Inhaltsverzeichnis erleichtern das Auffinden der einzelnen Beiträge.

Große Vielfalt

Die 27 Geschichten spiegeln eine große Vielfalt im Reich Gottes wieder. Das lässt sich bereits bei den Dienstbezeichnungen beobachten. Wir haben Gemeindeleiter und Pfarrerinnen, Theologinnen und Pastoren, Heilsarmeeoffizierin und Seniorpastors, Professoren und Pastorinnen, Jugendpastoren und Gemeindegründer. Bewusst wurden in diesem Buch die verschiedenen vielfältigen Bezeichnungen belassen. Die Geschichten lassen erahnen, welche Vielfalt tatsächlich in 1Kor 12 wie auch in Eph 4 gemeint ist.

Die Autorinnen und Autoren repräsentieren auch eine große Vielfalt von Landeskirchen, Freikirchen, Gemeinschaften, Bewegungen, Projekten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bewusst wurde in der Vorbereitung auf diese Vielfalt geachtet. Denn wir sind der Überzeugung, dass das Reich Gottes grösser, umfassender und eben vielfältiger ist als eine Denomination. Die Berichte erlauben uns, einen Blick über den eigenen Zaun hinaus in diesen Reichtum und diese Vielfalt zu werfen. Es kann heilsam und motivierend sein, zu sehen, wie Männer und Frauen außerhalb der eigenen Kirche geführt und berufen wurden.

Auch die Sprache der Autorinnen und Autoren haben wir im Originalton belassen. Denn dieses Buch soll ihre Geschichten, ihre Erfahrungen und Begegnungen erzählen, ihre Erkenntnisse und Herausforderungen.

Eindeutige Berufungen

Ein Thema wird in fast jedem Bericht angesprochen. Die Berufung. Die Berufung zum vollzeitlichen Dienst. Dahinter steht die Frage: Was hat Gott mit meinem Leben vor? Bin ich bereit, mein Leben ganz ihm und seiner Herrschaft zur Verfügung zu stellen? Die Erfahrungen der Berufung mögen sehr verschieden sein. Aber die Klarheit und Eindeutigkeit der verschiedenen Berufungen ist offensichtlich. Begegnungen mit dem dreieinigen Gott in der Stille, unterwegs, bei der Lektüre der Bibel haben zur Klarheit des Weges geführt. Das war der Beginn einer spannenden Reise, auf der wir die Autoren und Autorinnen begleiten können.

In den meisten Geschichten wird aber auch deutlich, dass die Umsetzung der Berufung eine Vorbereitung erfordert. Oft waren eine Ausbildung, ein Studium oder verschiedene frühe Diensterfahrungen der erste Schritt. Was zunächst oft als Umweg erscheint, wurde zur eigentlichen Vorbereitung für den Dienst, zu dem berufen wurde. Die Storys erinnern zum Teil an die Berufungsgeschichten im Alten und Neuen Testament (Mose in Ex 3; Josua in Jos 1; David in 1Sam 16; Jesaja in Jes 6; Jeremia in Jer 1; die Jünger in Mt 4,18f; Paulus in Apg 9).

Die Frage der Berufung, so zeigen die Geschichten, wird oft in jungen Jahren bewegt und geklärt. Im vorliegenden Buch sind es Berufungen in den vollzeitlichen Dienst im Reich Gottes. Aber die Frage der Berufung treibt wohl jeden um. Jeder junge Mensch ist auf der Suche nach seiner Berufung für das persönliche und gemeinschaftliche Leben mit Gott. Und wir tun gut daran, diese Fragen aufzugreifen und zur Sprache zu bringen.

Starke Liebe zur Gemeinde

Die Geschichten sind auch eine Art Liebeserklärung an die lokale Kirche. Ich meine zu sehen, dass jeder Autor, jede Autorin darüber schreibt, wie gerne er oder sie seinen oder ihren Dienst in der lokalen Kirche tut. Diese Männer und Frauen lieben ihre Kirche. Sie sind gerne mit ihren Gemeindeleitungen, ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen unterwegs. Sie stellen sich gerne den Herausforderungen ihres Dienstes und ihren Aufgaben.

Die Liebe zur Gemeinde Jesu hat zutiefst mit den Berufungen zu tun. Die Berufung, im Reich Gottes zu dienen, manifestiert sich lokal und global, aber immer in Gemeinschaft. Denn die Gemeinde – auch die lokale, eigene Kirche, ist Leib Christi. Er ist der Herr der Kirche, er ist der Eckstein, der die Kirche zusammenhält.

Engagierter Dienst in der Gemeinde

Ihre Berufung und ihre Sendung verstehen die Autoren und Autorinnen als Dienst. Dienst als Leitwort für die Arbeit im Reich Gottes – oder mit den Worten des Buchtitels – für den Job. Sie stehen damit in der Tradition Jesu, der gekommen ist, um zu dienen (Mk 10,41ff). Paulus greift dieses Dienstverständnis auf, wenn er sich als Diener des neuen Bundes versteht (2Kor 3,7ff) und damit als Diener Christi (1Kor 4,1). Man darf – in Umwandlung der bekannten Formulierung „dienende Leiterschaft“ – denn auch von einer „leitenden Dienerschaft“ sprechen.

Das ist auch darum hervorzuheben, weil zu oft auf Leiterschaft im Sinne von „Management“ gehofft wird und von dort Wunder erwartet werden. Die Geschichten reduzieren das Selbstverständnis auf das Wesentliche: Dienst. Er mag der Dienst der Verkündigung, der Lehre, der Leitung, der Seelsorge sein. Es ist und bleibt ein Dienst. Ein Dienst im Auftrag des Herrn der Kirche und seiner Mission, an dem Ort, wo eben der Weg des Herrn hinführte. Darum kann engagierterer Dienst gelingen, weil sich die Autoren und Autorinnen ihrem Dienstherrn verpflichtet wissen.

Gewinnende Lektüre

Die Lektüre der einzelnen Geschichte inspiriert den Pastor, die Theologin, ebenfalls über die eigene Geschichte nachzusinnen. Wie war das mit meiner Berufung? Welche wichtigen Stationen begleiteten meinen Weg bis heute? Welche prägenden Persönlichkeiten wiesen mir den Weg? Warum tue ich meinen Dienst so, wie ich ihn heute tue? Welche Bestätigungen auf dem Weg bestärkten meine Berufung und meinen Dienst?

Die Geschichten motivieren wiederum zum Dienst in der Gemeinde, im Reich Gottes. Es sind Geschichten, die der eigenen Geschichte gleichen. Sie weiten den Blick über den eigenen Lebensweg hinaus auf den großen gemeinsamen Dienst im Reich Gottes. Dieser Dienst ist vielfältig und bunt. Und die einzelne Person hat Anteil an der umfassenden Mission Gottes in dieser Welt. Männer und Frauen an verschiedensten Orten sind eben darum nicht alleine, sondern gemeinsam unterwegs, durch Leben und Dienst die Mission Gottes zu leben.

Die einzelnen Geschichten regen Gemeindeleitungen, Vorstände (und wie die Gremien auch heißen mögen) an, Dienst und Leben ihres Pastors bewusster wahrzunehmen. Warum nicht den Vollzeiter einladen, seine Geschichte, seine Berufung in der nächsten Sitzung zu erzählen? Die Geschichten führen dazu, der Gemeindeleiterin, dem Pastor, dem Theologen, der Theologin zu danken. Sie laden aber auch dazu ein, sich aktiv um die Berufung von jungen Männern und Frauen zu kümmern. Das Wort Jesu liegt immer wieder im Ohr: „Die Ernte ist groß, Arbeiter aber sind wenige. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende“ (Mt 9,37f).

Diese Geschichten motivieren junge Männer und Frauen, über ihre Berufung nachzudenken und die Frage nach dem Weg mit Jesus aktiv anzugehen. Was will Gott in und durch mein Leben bewirken? Wo will er mich persönlich haben? Wie wird sein Weg mit mir aussehen? Der dreieinige Gott wird den Weg weisen, wie auch immer dieser Weg aussehen wird.

Die Geschichten sind so geschrieben, dass Christen und Christinnen eine leichte Lektüre haben. Sie eröffnen ein gutes Verständnis für den vielfältigen, herausfordernden geistlichen Dienst von Männern und Frauen und fördern das Verständnis für den eigenen Gemeindeleiter und dessen Dienst, für die eigene Pfarrerin und deren Dienst.

BIOGRAFISCHES

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Fritz Peyer-Müller, Dr. theol., Jg. 1952, verheiratet, ein Sohn. Rektor von IGW. Berufslehre, Studium der Theologie am TSC, Kirchliche Matur, Theologiestudium in Basel, Zürich, Bern und Debrecen/Ungarn. Doktorarbeit über die ungarischsprachige Reformierte Kirche in der Ukraine. Pastor beim EGW in Luzern, seit 1993 bei IGW, zunächst als Studienleiter in Bern, seit 2003 als Rektor.

peyer@igw.edu

Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben (Ps 2,8)

Florian Bärtsch

Meine Story

Gottesbegegnung

Als 15½-jähriger Teenager hatte ich beim Lesen des dritten Buches Mose eine zentrale und kaum beschreibbare, doppelte Gotteserfahrung. Zuerst begegnete ich der Heiligkeit Gottes in einer „Feuererfahrung“. Diese Erfahrung bewirkte eine tiefe Erkenntnis meiner Sündhaftigkeit und Verlorenheit; aber auch der unbestechlichen Heiligkeit Gottes und last but not least eine tiefe und unauslöschliche Erkenntnis der Realität eines letzten Gerichtes und der Existenz von Himmel und Hölle. Dann, nach dem Lesen der Kernbotschaft des Evangeliums, hatte ich eine direkte Christusbegegnung. Diese übernatürliche Begegnung „veränderte alles“! Ich durfte IHN sehen und persönlich kennen lernen, meine Schuld wurde vergeben, ich wurde von neuem geboren. Direkt nach dieser intensiven Bekehrungserfahrung wurde ich mit einer nie gekannten, übernatürlichen Freude erfüllt, dass ich gleichzeitig weinte und laut lachte.

Berufung

Später dann, als ich mich von meinen Knien erhob, hörte ich eine innere Stimme, die ganz deutlich zu mir sprach: „Das, was du eben erfahren hast, ist nicht nur für dich, sondern das ist eine Botschaft für alle Menschen der Welt und es ist deine Bestimmung, diese Botschaft in alle Welt hinaus zu tragen!“ Kurze Zeit später, als ich dann beim Lesen der Bibel auf Ps. 2,8: „Bitte mich so will ich dir Völker zum Erbe geben und die Enden der Erde zum Eigentum“ stieß, erlebte ich eine starke Bestätigung der Berufung eines „Botschafter Jesu Christi zu den Nationen“.

Theologiestudium

Das solide, fünfjährige, bibeltreue Studium, inklusive der „alten Sprachen“ (Latein, Griechisch, Hebräisch), war für mich ein wirklich großer Segen. Dort wurde mein Vertrauen in die Inspiration der Bibel fest verankert und beim Hören einer Vorlesung über den Reformator Martin Luther hatte ich eine herrliche Offenbarung der Gnade unseres Vaters im Himmel.

Während meines ersten Praktikums in einer reformierten Landeskirche in Graubünden hatte ich ein „pastorales“ Schlüsselerlebnis. Als ich so in diesem mächtigen Pfarrhaus mit seinen riesigen Räumen und dicken Mauern stand, „wusste“ ich plötzlich ganz klar, dass ich nie ein „normaler“ Pfarrer bzw. Pastor in einer Gemeinde sein würde. Ganz im Gegenteil, ich wusste in dem Moment glasklar: Ich muss hier weg, ich bin hier „gefangen“, ich MUSS einfach hinaus in die Welt.

In der zweiten Hälfte des Studiums heiratete ich dann meine Traumfrau Anni und mitten in den Abschlussprüfungen wurde unsere erste Tochter geboren. Das war schon auch verrückt: Mitten im Gebärsaal, beim Warten auf das Baby hatte ich einige theologische „Schinken“ dabei und versuchte noch, mich irgendwie auf die Abschlussprüfungen vorzubereiten. Nun ja, wie gesagt, ich versuchte es … und bei dem Versuch blieb es dann auch, denn dann wurde sie, unsere Wunschtochter Sarah, geboren und das war für mich, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte und überschattete bei weitem den Abschluss meines Studiums! BEI WEITEM!

Afrika und Langenthal

Nach dem Studium war ich dann vier Jahre theologischer Lehrer an der Bibelschule New Life in Walzenhausen und machte anschließend ein einjähriges Praktikum in der großen FEG in Langenthal. In Walzenhausen wurde unsere zweite Tochter Judith geboren, die dann aber unerwartet mit 40 Tagen an plötzlichem Kindstod starb. Zwei Jahre später wurde unser Sohn Silas geboren. Da ich gerade im Militärdienst war, kam ich leider zu spät zu seiner Geburt, aber als ich dann endlich dort war, hörte er augenblicklich auf zu schreien und wir waren einfach nur glücklich. Silas und seine Frau Graziella machten uns inzwischen zum ersten Mal zu glücklichen Großeltern.

Mit einigen der dortigen Bibelschülern machte ich einen ersten mehrwöchigen und prägenden Evangelisationseinsatz in Afrika. In der ersten Nacht in Afrika wurde unsere Missionsstation von etwa 30 mit Macheten bewaffneten Männern überfallen. Da auf der Station gerade eine Evangelistenausbildung stattfand, waren dort auch junge Männer aus den ehemaligen Kriegerstämmen der Samburu und Massai, bei denen jetzt auch das Kriegsblut erwachte, sodass sie Pfeil und Bogen hervorholten und es einen furchtbaren Kriegslärm und „eine richtige Schlacht“ gab. Schließlich gewannen die Evangelisten, die Eindringlinge konnten erfolgreich und endgültig vertrieben werden. Die anschließende, mehrwöchige Missions- bzw. Evangelisationsreise hat dann in mir das Feuer für die Mission lichterloh und endgültig zum Brennen gebracht. Unser lokaler Missionsleiter wurde für mich zu einem der fünf großen Lebensvorbilder. Er hatte als seine persönliche Lebensvision, dass alle Stämme im Land das Evangelium gehört haben, bevor er sterben würde. Und das ist dann auch so geschehen und dafür hat er sein Leben gegeben. Wow – PTL!

In Langenthal lernte ich darauf die ganze Welt der Gemeindegründung kennen. Die dortige Gemeinde hatte während dem Jahr, in dem ich dort war, gerade mehrere Gemeindeneugründungen „am Laufen“. Da ich dort ganz praktisch involviert war, wurde das zu einer mein Leben und meinen Dienst prägenden Erfahrung. In Langenthal wurde unsere Tochter Simona geboren. Sie ist zwar unser jüngstes Kind, aber wie es scheint, hat sie am Meisten von mir und meiner eher wilden, evangelistisch–missionarischen Art geerbt.

Bitte mich so will ich dir Völker zum Erbe geben und die Enden der Erde zum Eigentum

Nach der Zeit an der Bibelschule und dem Lehrjahr in Langenthal wurde ich von der FEG in Steffisburg, unserer „Favoriten-Gemeinde“, als Pastor für Evangelisation und Mission angestellt. So begannen die Jahre, in denen ich als reisender Evangelist arbeitete. Vorher hatte ich zweimal eine klare Berufung für die Mission in mir verspürt und zweimal hatten wir uns ganz konkret auf die Mission in Afrika (Kongo, Kenia) vorbereitet. Und beide Male hatte der Herr, relativ kurz vor der geplanten Ausreise, NEIN gesagt. Ich verstand wirklich nicht, was ER meinte. Sollen wir nun in die Mission gehen (was ich viiieeel lieber getan hätte) oder sollen wir in der Schweiz bleiben? Dann zeigte uns der Herr, dass wir eine neue Form der Mission (die sog. NMR, „Non Residential Mission“) entwickeln und leben sollen. Diese Form der Mission gestaltet sich so, dass man mit einem Bein (Standbein) hier in der Schweiz bleibt und mit dem anderen Bein (Spielbein) in ganz verschiedene Missionsfelder geht und dort bei der Gründung von neuen Gemeinden mithilft.

In der Zeit in Steffisburg erlebte ich entscheidende Begegnungen und Erfüllungen mit dem Heiligen Geist. Danach begann auch der evangelistische Dienst viel mehr Frucht zu bringen. Im Sommer 1993 sprach der Herr sehr deutlich und klar, dass nun die Zeit gekommen sei, in der sich die Verheißung aus Ps. 2,8, für die ich 18 Jahre gebetet hatte, erfüllen bzw. verwirklichen würde. Und tatsächlich folgten ein paar Monate später der Ruf und die erste Reise nach Russland. Der erste evangelistische Einsatz zusammen mit meiner Frau und einem Team führte zu drei Gemeindegründungen. Beim nächsten Einsatz, sechs Monate später, gründeten wir dann zwei weitere Gemeinden unter dem islamischen Volk der Baschkiren. Das war der Auftakt zu mehr als 20 Jahren abenteuerlichem und atemberaubend spannendem Gemeindegründungsdienst unter den verschiedensten Ethnien und Völkern in Russland, im Kaukasus, in Bulgarien, in Ägypten, in Indien, in Nepal, in Äthiopien usw. Ps 2,8: „Bitte mich, so will ich dir Völker zum Erbe geben und die Enden der Erde zum Eigentum.“

In diesem begeisternden Dienst haben wir bisher in fünf religiös-kulturellen Großgebieten gearbeitet: Im ehemaligen kommunistischen Ostblock, im hinduistischen Gürtel in Mittel- und Nordindien, im hinduistisch-buddhistischen Himalaja, unter islamischen Völkern und im säkularisierten Europa. Um diesem internationalen Dienst der Gemeindegründung ein organisatorisches und administratives Gefäss zu geben, gründeten wir als kleines Team das Missionswerk Kingdom Ministries (KM).

Die Begegnung mit einem ganz neuen und absolut faszinierenden Dienst

Bei den Diensteinsätzen in verschiedenen Ländern (Russland, Kasachstan, Bulgarien, Ägypten, Indien usw.) fiel mir auf, dass es eine spezielle Gruppe von „Pastoren“ gab, die alle die gleichen (Dienst-)Eigenschaften hatten. Ich machte mir dann eine Liste. Folgende sieben Kriterien fand ich bei allen:

imageEine große Liebe zu Jesus, zu seinem Wort und zum Gebet. Im Durchschnitt verbringen diese Leute 2,5 Stunden am Tag im Wort und Gebet.

imageSie haben eine Leidenschaft für Pionierarbeit und ein ausgesprochenes Reich-Gottes-Denken.

imageWeiter zeigen diese Personen eine Passion für die Gemeinde bzw. die Braut Christi und lieben das (multiplikative) Gründen von Gemeinden.

imageImmer wieder berufen sie Leute, trainieren sie und senden sie aus.

imageIn ihrem Dienst wird oft ein starkes Element der Strategie in Bezug auf Gemeindegründung, Multiplikation, flächendeckende Gemeindegründung, Gemeindegründungs- und Jüngerschaftsbewegungen sichtbar.

imageDas Übernatürliche (Zeichen und Wunder) ist Teil ihres Dienstes.

imageAlle haben starke Erfahrungen des Leidens.

Langsam wurde mir klar, dass das nicht „typische Pastoren“ sind, sondern eben „Gesandte“ (gr. „apostolos“, von „apostello“, senden) sind. Dieser Dienst eines „Gesandten in die Welt“ hat mich dann mehr und mehr fasziniert und Anklang in mir gefunden. Und schließlich wurde die „Begegnung mit dem Apostolischen“ zu einer großen Wende in meinem Dienst. Heute versuchen wir ebenfalls, in diesen Werten und Prinzipien eines „Gesandten“ zu leben und auch auszubilden.

Meine Faszination

„So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16). – Gott liebt die WELT. Das Endziel der Liebe Gottes sind die Verlorenen. Und diese Liebe Gottes wird nicht ruhen, bis das Evangelium vom Reich Gottes dort an den tiefsten und dunkelsten Orten und Herzen angekommen ist. „Dieses Evangelium vom Reich Gottes wird verkündigt werden auf der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker und dann erst wird das Ende dieser Welt und der Anfang von Gottes neuer Welt kommen.“ Und diese Liebe treibt mich innerlich so stark an, dass ich nicht anders kann, als eben in die Welt zu den unerreichten Völkern und Regionen zu gehen, um mitzuhelfen, dass dieses kostbare Evangelium verkündigt wird. Paulus schreibt: Denn die Liebe Christi drängt uns, zumal wir überzeugt sind, dass, wenn einer für alle gestorben ist … Gerade in diesem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, bin ich hier mitten in Oromia dem Land der Oromos. Die Oromos in Ost-Äthiopien sind 4,5 Millionen Menschen (Muslime), die noch nie das Evangelium gehört haben und völlig unerreicht sind. Und jetzt trainieren wir hier 45 Männer und Frauen, die jeden Tag hinausgehen in die Dörfer und Hütten und das Evangelium verkündigen und dann am Abend zurückkommen und berichten, was geschehen ist, als das Evangelium die Herzen der Menschen erreicht hat. Es gibt nichts Schöneres! Dann bin ich zutiefst erfüllt und glücklich; ja wie Demos Shakarian schreibt: „die glücklichsten Menschen auf Erden.“

Motivation

„Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden was wir (selber) gesehen und gehört haben“ (Apg 4,20). Hier kommt diese Passion, Leidenschaft und das Feuer eines, der Jesus direkt und persönlich erlebt hat und immer wieder erlebt, zum Ausdruck. Das scheint mir das Wichtigste überhaupt zu sein, dass wir in dieser direkten, lebendigen und leidenschaftlichen Liebesbeziehung zu Jesus bleiben. Diese ungebrochene Freude am Herrn ist unsere wahre Kraft. „Lieber“ jede andere Sünde, in die wir fallen mögen, aber nicht in die Sünde der Lauheit! Ach, dass du doch kalt oder warm wärst! Die Hauptsache ist, dass die Hauptsache immer die Hauptsache bleibt … und die „Hauptsache“ ist, diese wunderbare erste Liebe zu Jesus, unserem Retter, Herrn und König zu leben und zu bewahren in all unserem Studieren, Dienen und Leben.

BIOGRAFISCHES

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Florian Bärtsch, Jg. 1959, verheiratet mit Anni, drei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. Leiter von Kingdom Ministries. Studium der Theologie an der STH in Basel, Abschluss MTh.

fbaertsch@gmx.ch

Kirche neu erleben

Steffen Beck

Meine Story

Um es gleich vorweg zu sagen: Ich hatte nicht vor, „Pastor“ zu werden, weil es in meiner vom württembergischen Pietismus geprägten Welt nur „Pfarrer“ gab. Und Pfarrer zu werden in der evangelischen Landeskirche war nicht auf meinem Radar.

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Mein Vater leitete den örtlichen Posaunenchor und die ganze Familie war im CVJM und der dazu gehörenden evangelischen Kirche engagiert.

Nach dem Abschluss der Realschule machte ich erstmal eine Ausbildung zum Mechaniker. Am Ende meiner Ausbildung sagte ein älterer Kollege zu mir: „Beck, dich sehen wir nach dem Zivildienst auch nicht wieder.“ Das war meinen Kollegen zu dieser Zeit wesentlich klarer als mir. Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Ich habe nicht „zwei linke Hände“, sondern bin ein handwerklich sehr begabter Mensch. Auch mein Abschluss war gut. Aber sie ahnten wohl schon etwas von meiner Berufung, die eher im Dienst an den Menschen als am Material lag.

So machte ich also erst malmeinen Zivildienst im CVJM Tübingen. Ich lernte dabei neben der sozialen Arbeit unter jungen Ausländern auch das „akademische Leben“ einer Unistadt kennen. Ich hatte ja keine Ahnung, wie viele wichtige Bücher es gab, die andere – im Gegensatz zu mir – schon gelesen hatten.

Nach dem Zivildienst entschloss ich mich, eine vierjährige Ausbildung an der „Evangelistenschule Johanneum“ in Wuppertal zu machen. Ich habe das bewusst etwas nüchtern formuliert, weil ich kein außerordentliches Berufungserlebnis „mit glühenden Kohlen auf meiner Zunge“ verspürte. Ich fühlte mich auch nicht wie die Menschen aus meiner Heimatgemeinde, die als Missionare ausgesandt wurden, und hatte auch nicht den Eindruck, dass man für mich mehr beten muss, als für alle anderen jungen Menschen, die in eine fremde Stadt zogen, um zu studieren oder einen Beruf zu erlernen. Ich machte eine Ausbildung, Punkt! Und doch war es auch mehr. Aber viel von diesem „Mehr“ habe ich erst im Rückblick erkannt und verstanden.

Die Entscheidung, „auf’s Johanneum“ zu gehen, gehört zu den besten Entscheidungen, die ich im meinem Leben getroffen habe. Denn in dieser Schule habe ich eine solide theologische Grundausbildung bekommen und – was vielleicht noch wichtiger ist – den nötigen Schliff durch die Menschen, die in mich investiert haben. Allen voran möchte ich hier den damaligen Direktor Fritz Gaiser nennen. Er hat mich herausgefordert, als ich unreif und verwöhnt in den Tag hinein gelebt habe. Er hat mich ausgehalten, als ich auf Ab- und Umwegen war. Er hat mich ertragen, als ich für manch andere ziemlich unerträglich war. Und er hat sich mir manchmal wie ein Baum in den Weg gestellt, wenn ich auf meinem Irrweg nicht zu stoppen war. Das war nicht immer schmerzfrei, aber ich bin ihm heute noch dankbar dafür.

Dann kam natürlich die Frage, wie und wo es jetzt weitergeht. Ich halte die sogenannte „erste Stelle“ für eine besonders wichtige Stelle, denn in diesen Jahren entscheidet sich viel. Ich habe eine Stelle gefunden, die zu mir gepasst hat, die aber auch eine ganz schön große Nummer für den Anfang war.

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