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Der Wasserfall - Liebe auf Deidalus

Norma Banzi

Der Wasserfall - Liebe auf Deidalus

Fünf Kurzgeschichten vom Terraformer-Planeten





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Klappentext

Die Kur: Um der Bruderschaft für Sitte und Anstand eins auszuwischen, macht der Terraformer-Techniker Curtis den unerfahrenen Ray betrunken und schleppt ihn in eine Schwulenbar. Dort reagiert Ray ganz anders, als erwartet ... (MM)

Der Wasserfall: Die Ingenieurin Joan hat sich innerhalb der Ferienanlage Paradies auf Deidalus ein kleines, intimes Fleckchen geschaffen. Doch als sie es ausprobieren will, ist es schon besetzt. (MFM)

Sechzig Zentimeter: Kerst, ein Abkömmling einer kleinwüchsigen Spezies, hat sich längst damit abgefunden, kaum Chancen bei menschlichen Männern zu haben. Als aber Brian in sein Leben tritt, ist es mit seiner Gelassenheit vorbei ... (MM)

Der Zweikampf: Der menschliche Terraformertechniker James verliebt sich in seine ul'chanische Kollegin Riss, die ihm jedoch die kalte Schulter zeigt, weil sie ihn nicht für ebenbürtig hält. Aber so schnell gibt James nicht auf ... (MF)

Fuck the Demolition Master: Aus unglücklicher Liebe zu dem Techniker Brian greift Kerst zur Flasche, was sein Arbeitgeber aus Sicherheitsgründen nicht dulden kann. Statt ihn zu feuern, bekommt er den Aufpasser Aaron zur Seite gestellt. Kerst ist der Ganymed diese Ausgaben wert, denn der Zwerg ist der beste Sprengmeister des Planeten - und entsprechend gefährlich! Dabei ist die Liebe in Griffweite und Kerst müsste nur einmal die Augen aufmachen, statt sich in Selbstmitleid zu suhlen. (MM)

Die Kur

Nervös wanderte der Terraformertechniker Ray Shark vor der Tiger-Bar auf und ab. Die Kapuze seiner dick gefütterten Jacke hatte er nicht nur wegen der bitteren Kälte so tief in die Stirn gezogen. Er wollte nicht erkannt werden. Weshalb war er überhaupt hergekommen? Was er tat, war Wahnsinn. Er war nicht schwul. Noch vor einem Monat war er Junior-Mitglied der Bruderschaft zur Aufrechterhaltung von Sitte und Anstand gewesen. Und nun drückte er sich vor der größten Schwulenbar des Terraformerlagers 27 auf dem Formerplaneten Deidalus herum, weil sich die Erinnerung an den Asiaten tief in seinen Verstand gebrannt hatte. Seit damals ging ihm der Mann nicht mehr aus dem Kopf, seit Curtis Meyer ihn verarscht hatte.

Vor einem Monat hatte Ray von seinem Tutor den Auftrag erhalten, Curtis Meyer für die Bruderschaft anzuwerben. Meyer war ein aggressiver junger Techniker, der keiner Rauferei aus dem Weg ging und mit seinen provokanten Äußerungen oft genug selbst die Ursache dafür war. Mit Vorliebe suchte er sich bekennende Schwule für seine verbalen Attacken und Sticheleien aus. Wegen seiner schwulenfeindlichen Äußerungen war die Bruderschaft auf ihn aufmerksam geworden. Es hatte Rays erste Anwerbeaktion werden sollen. Sie war so gründlich daneben gegangen, dass er es seitdem nicht mehr wagte, zu den Treffen der Bruderschaftler zu gehen. Seinem Tutor ging er aus dem Weg. Dabei hatte alles so vielversprechend mit Meyer angefangen. Ray und er hatten sich gut verstanden. Bei einem gemeinsamen Kneipenbesuch hatte sich Meyer angehört, was Ray über die Geschichte und die Ziele der Bruderschaft zu sagen gehabt hatte. Er schien interessiert gewesen zu sein. An diesem Abend tranken sie viel, mehr, als Ray gut tat. Aber Meyer bestellte immer wieder Bier nach. Weil er vor dem Kollegen nicht zurückstehen wollte, hielt Ray mit, auch, als Meyer grünes Wasser bestellte, einen hochprozentigen, illegalen Kräuterschnaps, den jede Gaststätte auf Deidalus mehr oder weniger offen ausschenkte. Der Stoff hieß bei allen Terraformern nur grünes Wasser, weil er bei der Einfuhr als solches deklariert wurde. Keine Sicherheitskraft ließ sich dadurch täuschen, doch damit war den Vorschriften genüge getan. Das grüne Wasser umnebelte Rays Verstand. Als Meyer vorschlug, in eine andere Kneipe weiterzuziehen, ging er arglos mit. Sie landeten in der Tiger-Bar. Dort schob ihn Meyer in einen der Dark-Rooms und stellte ihn an einer Wand ab. Noch heute fragte sich Ray, weshalb er sich nicht dagegen gewehrt hatte. Damals hatte er sich sehr darüber amüsiert. Trunken hatte er im diffusen Licht beobachtet, wie Meyer einen Asiaten ansprach und diesen mit Wangenküssen begrüßte. Die beiden Männer tuschelten miteinander. Schließlich kam der Asiate zu Ray herüber. Er knöpfte Ray das Flanellhemd auf, schob die Unterwäsche hoch und liebkoste seine Brust. Und Ray reagierte auf ihn. Nicht, wie es sich für einen Bruderschaftler gehörte, mit einem gezielten Schwinger, nein, er brachte selbst seine Hände mit ins Spiel. Gedacht hatte er in diesem Augenblick nicht. Er war nur neugierig auf den Körper des Asiaten gewesen. Der Forscherdrang seiner Hände verselbständigte sich. Sie stießen in Regionen vor, in denen ein anständiger Mann niemals einen anderen berührte, bis ihm der Asiate plötzlich Einhalt gebot. Fast brutal riss er Ray mit sich, führte ihn aus dem Dark-Room und verfrachtete in eine der Sitzecken der Bar, wo er ihn mit Kaffee zugeschüttete, bis sein Kopf wieder einigermaßen aufgeklart gewesen war. Fluchtartig hatte Ray die Tiger-Bar verlassen.

Tagelang hatte er eine Wut im Bauch gehabt, hatte Meyer und den Asiaten zusammenschlagen wollen, doch keiner von beiden war ihm begegnet. Diskret hatte er sich nach Meyer erkundigt. Man hatte ihm mitgeteilt, dass dieser zu einer Schulung in ein anderes Lager versetzt worden war. Nach dem Asiaten hatte er nicht gewagt zu fragen. Wie hätte er ihn beschreiben sollen, ohne zu verraten, in welcher Bar er ihn getroffen hatte? Aber Ray war kein Mann, der Zorn lange mit sich herumtrug. Als er nach einer Woche ein Werbeplakat der Schwulenorganisation der Tiger mit dem Abbild ihres Vertreters auf Deidalus erblickte, einem Asiaten namens Itsumi Rell dem Mann, der ihn in der Tiger-Bar berührt hatte, war seine Wut bereits verraucht gewesen. Seinen Aufenthalt in der Bar hatte er als Lehre abgehakt, beim Alkohol in Zukunft vorsichtiger zu sein. Aber die mit großem Aufwand betriebene Werbeaktion der Tiger machte es ihm unmöglich, Rell zu vergessen. Von allen Wänden blickte ihm sein kantiges Gesicht entgegen. Immer öfter ertappte sich Ray dabei, an ihn zu denken, sich seinen Körper vorzustellen. Bis sich die Vorstellung von Rell sogar bis in seine erotischen Träume einschlich. Entnervt entschloss sich Ray, sich mit Rell zu treffen, damit das diffuse Traumbild von diesem Mann durch die Realität ersetzt würde. Eine Vorsprache in den offiziellen Räumlichkeiten der Tiger kam natürlich nicht in Betracht. Noch immer war Ray ein Mitglied der Bruderschaft für Sitte und Anstand. Also hatte er sich zur Tiger-Bar aufgemacht, in der Hoffnung, Rell dort anzutreffen. Und nun stand er dort vor dem Container und wagte sich nicht hinein. Wenn er sich nicht bald in Bewegung setzte, würde er bei den Gästen des Lokales auffallen, die dort ein und aus gingen. Einige Männer hatten sich schon neugierig nach ihm umgesehen.

 

xxx

 

In Begleitung seines Gelegenheitsliebhabers Christian betrat Itsumi Rell den überfüllten Gastraum der Tiger-Bar. Einer der Kellner teilte ihm mit, dass sich jemand nach ihm erkundigt hatte.

"Wer?", fragte Itsumi.

"Ich kenne ihn nicht. Muss neu im Lager sein", sagte der Kellner und zeigte in eine Ecke. "Der Kerl ist noch etwas verkrampft. Dahinten steht er."

"Ist das nicht der Bruderschaftler, den Curtis vor einem Monat in deine Arme getrieben hat?", fragte Christian.

"Sieht so aus. Ich frage mich, was der Kerl will. Ich habe keine Lust, mich mit einem Bruderschaftler zu prügeln."

"Wenn du willst, gehen wir wieder", sagte Christian.

"Wenn er mich sucht, werde ich ihm ohnehin irgendwann begegnen", entgegnete Itsumi und machte sich auf den Weg, drückte sich an schwatzenden Männern vorbei, bis er direkt vor Ray stand, der ihn nicht hatte ankommen sehen.

"Du wolltest mich sprechen?", sprach Itsumi ihn an. Verwirrt starrte Ray ihm in die Augen. "Ich ... ich", stotterte er. Geduldig wartete Itsumi, bis Ray sich wieder gefasst hatte. "Ich bin Ray Shark und wollte dich mal im nüchternen Zustand betrachten. Erinnerst du dich an mich?"

"Ja!", antwortete Itsumi einsilbig. Eine peinliche Stille entstand zwischen den Männern, bis es aus Ray hervorbrach: "Mann, ihr habt mich ganz schön verarscht."

"Und jetzt willst du dich an mir rächen", spekulierte Itsumi.

"Weshalb hast du es getan? Gibt es auf Deidalus nicht genug Schwule, die du befummeln kannst?", knurrte Ray.

"Du hast mehr gefummelt, als ich", konterte Itsumi.

Ray wurde rot. "Ich kann mich nicht erinnern", behauptete er.

"Es ist nichts passiert, was deine Ehre angetastet hätte. Du kannst auch weiterhin ohne Gewissensbisse zu den Treffen der rechtschaffenen Bruderschaft für Sitte und Anstand gehen."

"Ich war seitdem nicht mehr dort", bekannte Ray.

Skeptisch kniff Itsumi die Augenlider zu Schlitzen zusammen.

"Ist ja auch egal. Was rede ich überhaupt mit dir darüber? Du verstehst sowieso nicht, worum es der Bruderschaft geht."

"Mag sein!", sagte Itsumi gelangweilt. Hinter ihm wollte jemand an die Bar gelangen. In der Enge wurde er gegen Ray gedrückt. Die beiden Männer starrten einander an. Ray riss ängstlich die Augen auf. Sein Körper reagierte auf Itsumi, unwillkommen, verräterisch. Er errötete, weil er glaubte, Itsumi würde seine Erektion spüren, doch so nah stand der Asiate nun auch wieder nicht.

"Hier ist es zu eng für eine Unterhaltung. Wenn du willst, gehen wir in die für mich reservierte Sitzecke", bot Itsumi an.

"Okay!", sagte Ray. Sie schlängelten sich durch den Gastraum, bis zu einer abgelegenen, vollbesetzten Sitzecke. Aber Itsumi scheuchte seine Freunde fort. Dann waren sie allein. Ein Kellner brachte Bier. Als er wieder fort war, sagte Itsumi:

"Du kannst anfangen, mir von den Zielen der Bruderschaft zu erzählen."

"Warum sollte ich?", fragte Ray.

"Mir war, als würdest du darauf brennen. Und weil ich dir etwas schuldig bin, höre ich dir zu."

"Dann gibst du also zu, dass du dich mies verhalten hast?"

"Du arme Unschuld", lachte Itsumi. "Ich habe deinen Arsch gerettet. Damals hätte ich mit dir schlafen können. Du warst sehr willig."

"Ich war nicht willig", fauchte Ray.

"D

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