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Der Traumzug

Autor

Matthias Weiß (*1980) hat nie geplant, Buchautor zu werden. Er gibt auch zu, dass er selbst nur selten Bücher liest. Aber die Gute-Nacht-Geschichten für seine beiden Kinder Henry und dessen kleine Schwester Mailin gehörten schnell zum allabendlichen Ritual. Erst waren es Geschichten aus Kinderbüchern. 2013, als Henry dreieinhalb Jahre alt war, kamen selbst ausgedachte Abenteuer dazu. Der Traumzug nahm Fahrt auf. Als Hauptfiguren stiegen der sechs Jahre alte Fritzi und der Steinpilz Adalbert in das erste Abteil. Auf ihren Fahrten kamen immer mehr Gäste dazu. 15 Ausflüge mit dem Traumzug hat Matthias Weiß schließlich aufgeschrieben und 2017 – nach großem Zuspruch aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis – veröffentlicht. Hauptberuflich ist der Traumzug-„Schaffner“ Leiter der Marketingabteilung bei einer Wohnungsbaugenossenschaft in Norddeutschland. Er lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern in der Nähe von Flensburg.

Illustratorin

Aileen Grätzer (*1994) hat ihr Taschengeld schon als Kind am liebsten in Malstifte investiert. Zum Beruf wollte sie ihre Leidenschaft aber nicht machen. Nach der Schule begann sie ihre Ausbildung zur Immobilienkauffrau. Ein Studium soll folgen. Nach der Cover-Illustration von „Seefrau unter roter Socke: Wellen, Wind und Wogen – ich mittendrin und oben drauf“ ist der „Traumzug“ ihr zweites Buchprojekt. Zeichnen bietet ihr die optimale Entspannung zu ihrem Hauptberuf.

Matthias Weiß

Der Traumzug

Abenteuer von Fritzi und Adalbert

Inhalt

Vorwort

Fritzi entdeckt das Traumland

Fritzi und das Adlerauge

Fritzi bei den Erdlis im Erdenreich

Fritzi besucht das magische Schwimmbad

Fritzi und der Bau der Seifenkiste

Fritzi und die Kuschelmonster

Fritzi und der Delfin Leo

Fritzi besucht das Traumschloss

Fritzi in der Süßigkeitenwelt

Fritzi und Schnubby, der verrückte Abschleppwagen

Fritzi auf dem Bauernhof

Fritzi und der Monstertruck

Fritzi im Zwergen- und Riesenland

Fritzi und „Ihre“ Geschichte

Extras:

Fritzi verfolgt den Osterhasen

Fritzi und der Wichtel Philippo

Nachwort

Vorwort

Liebe Eltern,

im Oktober 2013 habe ich angefangen, meinem damals dreieinhalb-jährigen Sohn Henry frei erfundene Geschichten zu erzählen. Daraus ist kurze Zeit später der Traumzug mit seinen beiden Hauptfiguren Fritzi, einem sechs Jahre alten Jungen, und Adalbert, einem Steinpilz, entstanden. Die beiden erleben die unterschiedlichsten Abenteuer – 15 davon habe ich in diesem Buch niedergeschrieben. Und auch heute, im Oktober 2017, ist der Traumzug immer noch ein fester Bestandteil unseres Abendrituals.

Wie es dazu kam, dass ich anfing, eigene Geschichten zu erzählen? Bücher vorgelesen hatte ich immer schon. Rückblickend betrachtet wollte ich es einfach mal versuchen – und ich habe festgestellt, dass es mir Riesenspaß macht!

Wichtig war mir, dass die Geschichten einen Rahmen haben. Der immer wiederkehrende bekannte Anfang erleichterte Henry den Einstieg in die Erzählung und er konnte nach den Abenteuern beruhigt in sein eigenes ‚Traumland‘ abtauchen. Dazu haben wir uns immer in sein Bett gelegt und er hat sich in meinen Arm gekuschelt. Den Vorspann: „Der Traumzug steht am Traumbahnhof in der Traumstadt. Der Schaffner…“, konnte er irgendwann auswendig und hat ihn mit mir zusammen erzählt. So war er gefühlt immer mittendrin in den Geschichten. Beim Abspann ist er dann meistens schon eingeschlafen.

Beim Erzählen ist mir erst bewusst geworden, dass Henry keine ‚perfekte‘ Geschichte braucht. Als ich in den Anfängen auch mal etwas gezögert habe, weil ich erst überlegen musste, was ich nun weiter erzähle, hat er geduldig gewartet oder manchmal sogar vorgeschlagen, was passieren könnte. So wurde es ein sehr schönes Zusammenspiel. Und manchmal wurde es auch sehr ‚lebendig‘. Bspw. wenn Schnubby, der verrückte Abschleppwagen, wieder sehr schnell nach links und rechts gefahren ist, dann habe ich Henry etwas fester in meinen Arm genommen und wir schunkelten auch hin und her. Er hat sich dabei ‚kringelig‘ gelacht.

Vielleicht denken Sie jetzt: Noch ein Kinderbuch mit Gute-Nacht-Geschichten! Und ja, natürlich soll dieses Buch Ihren Kindern Spaß machen und das Einschlafen erleichtern. Doch darüber hinaus bietet es Ihnen, liebe Eltern, vielleicht auch den Rahmen, um künftig eigene frei erfundene Geschichten zu erzählen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim „Traumzug – Abenteuer von Fritzi und Adalbert“.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei den nachfolgenden Personen bedanken, die mich bei dem Traumzug unterstützt haben.

Meine Familie, besonders Henrys Mama, die mir durch einen alleinigen Dänemarkurlaub die Zeit gegeben hat, den Traumzug aufzuschreiben. Aileen Grätzer, meine Arbeitskollegin, die für mich die Illustration des Covers und der einzelnen Geschichten übernommen hat. Claudia Engel-Rose, die eine der ersten Geschichten Korrektur gelesen und mich darin bestärkt hat, die weiteren Geschichten aufzuschreiben, weil „sie dieses erste Abenteuer auch ihren Söhnen vorlesen würde“. Sie hat dann ebenfalls die finale Fassung korrigiert. Imke Voigtländer, meine ehemalige Arbeitskollegin, die mir einige gute Anregungen gegeben und mich auch bei der Veröffentlichung unterstützt hat. Ulli Leupelt, der die Illustrationen digitalisiert hat. Nils Kurtze, der den Umschlag in den verschiedenen Formaten gestaltet hat. Marcus Dewanger, der die Fotos aufgenommen hat. Und zu guter Letzt Björn Sigurjónsson, der mir sein Gästezimmer in Dänemark vermietet und für mein leibliches Wohl gesorgt hat. Bei ihm ist der größte Teil des Traumzugs entstanden.

Fritzi entdeckt das Traumland

Der Traumzug steht am Traumbahnhof in der Traumstadt. Der Schaffner ruft: „Einsteigen, bitte einsteigen, der Traumzug fährt gleich los.“

Alle Kinder betreten nach und nach den Traumzug. Mit dabei haben sie ihr Kuscheltier, ihr Kuschelkissen oder ihr Kuscheltuch. Sie legen sich in ihre Sitze (im Traumzug gibt es nur Liegesitze) und freuen sich auf die Traumreise. Nachdem alle Platz genommen haben, ruft der Schaffner: „Bitte die Türen schließen, die Türen schließen, der Traumzug fährt nun los.“

Tschtschtschtschtschtschtschtsch tut tut, Tschtschtschtschtschtschtschtsch tut tut. Der Traumzug fährt über Wiesen und Felder, durch Wälder, hinauf auf einen Berg und fliegt durch die Luft (Wolken tragen den Traumzug). Er landet vor einem Haus. In diesem Haus wohnt Fritzi.

Fritzi wird gerade ins Bett gebracht. Papa liest ihm eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Als diese zu Ende ist, gibt er ihm noch einen Gute-Nacht-Kuss und sagt: „Schlaf gut, wir sehen uns dann morgen zum Frühstück.“ Sein Papa geht nach unten ins Wohnzimmer. Fritzi hört, wie sein Papa die letzte Stufe betritt und die Tür des Wohnzimmers hinter sich schließt. Seit Langem schon hat Fritzi vor, alleine auf den Dachboden zu gehen, aber seine Eltern sagen immer: „Dafür bist du noch zu klein, das ist zu gefährlich.“ „Zu klein?“, denkt sich Fritzi. „Ich bin sechs Jahre alt, somit groß genug.“ Also schleicht er sich heimlich die Treppe zum Dachboden hinauf, öffnet die Tür und sieht alte Schränke, Kartons, Bücher, einen Fernseher und an einem Kleiderhaken einen alten Mantel. Hinten in der Ecke entdeckt er eine alte, halb zugedeckte Toilette. Er geht näher auf diese zu, deckt sie ab, und fragt sich, warum hier oben auf dem Dachboden eine Toilette steht. Die Toilette ist grün und ganz schön verstaubt, hat eine Klobrille, auf der verschiedene Münzen drauf sind, und einen grünen Spülkasten.

„Hm, diese Toilette zieht mich irgendwie an“, denkt er sich. Seine Hand wandert ohne zu überlegen langsam zum Spülknopf und drückt ihn. Auf einmal steigt Nebel empor und zieht ihn in die Toilette hinein. Es kommt ihm so vor, als würde er eine lange Rutsche hinunterrutschen – schnell wie ein Rennauto. Er nähert sich einem Licht und plumpst auf eine Wiese.