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Der Trapper und die weiße Squaw

Der Trapper und die weiße Squaw

 

Western von Pete Hackett

 

Jean Thoreau sah die vier Indianer blitzschnell im dichten Unterholz verschwinden. Der Trapper wartete angespannt. Doch die Rothäute blieben verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Jean verließ den ausgetretenen Pfad der Trapline, die Linie der Fallen, die er in regelmäßigen Abständen aufgestellt hatte. Bei einem uralten, riesigen Baum ging er in Deckung. Er nahm das Gewehr, das an einem Lederriemen auf seinem Rücken hing, zur Hand. Es war ein Patterson Gewehr mit einer Trommel, nach dem Prinzip des Colt Patterson entwickelt.

Ruhig beobachtete Jean die Stelle, an der die Rothäute verschwunden waren. Waren es Jäger gewesen, die das Weite suchten, als sie ihn sahen, oder waren sie feindlich gesonnen?

Der 38-jährige wartete. Heiß brannte die Sonne auf seinen Rücken. Als der helle Schrei eines Eichelhähers aus dem Wald trieb, lauschte er ihm hinterher. Als ein anderer Eichelhäher antwortete, wusste Jean, dass sich die Rothäute mit diesen Schreien verständigten.

Jean zog sich, langsam rückwärts gehend, in den Wald zurück. Die Äste und Zweige des Unterholzes zerrten an seinem Rehlederhemd mit den Fransen über der Brust, an den Schultern und Armen. Das Gewehr hielt er schussbereit an der Hüfte im Anschlag. Auf den Pistons der Trommel steckten Zündhütchen, die Kammern waren gefüllt.

Im Holster an Jeans rechter Seite steckte der schwere Colt-Revolver mit dem Achtkantlauf. Es war ein Patterson Colt, der – wie auch das Gewehr von Patterson, das er besaß -, erst vor wenigen Monaten auf den Markt gekommen war. Jean hatte den Revolver und das Gewehr in Smith' Falls, der kleinen Ansiedlung am Fluss, gegen einen Stapel Biber- und Wolfsfelle eingetauscht.

Man schrieb das Jahr 1837...

Bisher hatten ihn die Irokesen in Ruhe gelassen. Nur selten hatten sich die Jäger der verschiedenen Stämme in die Gegend verirrt, in der Jean sein Dugout gebaut hatte. Und wenn, dann gingen die Treffs friedlich ab. Hin und wieder hatte Jean sogar mit ihnen Tauschhandel betrieben.

Warum waren diese vier Kerle so blitzartig verschwunden, als sie ihn wahrgenommen hatten?

Jean war ratlos.

Im Schutz des Waldes machte der Trapper kehrt. Die uralten, knorrigen Bäume standen oft dicht beisammen. Ihre Äste hatten sich ineinander verflochten, so dass sie ein Dach bildeten, unter dem selbst bei praller Sonne ständig ein düsteres Halbdunkel herrschte. Zwischen den Stämmen wucherte dichtes Buschwerk. Sonnenstrahlen sickerten durch die starren Wipfel und malten runde, goldene Kringel auf den dicken, weichen Teppich aus abgestorbenen Nadeln. Überall war ein Wechsel von Licht und Schatten; es flimmerte unter den Bäumen.

Jean bewegte sich einen Abhang hinauf. Kniehohes, dichtwucherndes Beerengestrüpp behinderte ihn. Manchmal blieb er stehen, um zu lauschen. Wieder trieb der Schrei des Eichelhähers durch den Wald. Die Beklemmung, die Jean beherrschte, ließ sich nicht verdrängen. Alarmsignale jagten durch sein Gehirn. Irgendeine böse Überraschung schien dieser Tag für ihn bereitzuhalten. Das fühlte er tief in seinem Innersten. Zwischen seinen Augenbrauen entstand eine steile Falte, und der Ausdruck der Konzentration in seinem Gesicht verriet, wie sehr er angespannt war.

Der quäkende Ruf des Eichelhähers war in der Lautlosigkeit versunken. Jean erreichte den Kamm des Abhanges. Er wandte sich nach links. Er musste den Fluss und sein Dugout erreichen. Dort war er einigermaßen in Sicherheit. Er spürte ganz deutlich, dass die Ruhe, die ihn umgab, unecht und trügerisch war. Seinen Sinn für die Gefahr hatten die vielen Jahre, die er schon in der Wildnis verbrachte, geschärft wie den Instinkt eines Raubtieres.

Das Gelände senkte sich wieder. Jean folgte dem Hügelrücken abwärts und gelangte auf die Talsohle. Er folgte den Windungen zwischen den Anhöhen und Erhebungen. Vor ihm lag ein Einschnitt. Er lief hinein. Zu seinen beiden Seiten schwangen sich die dichtbewaldeten Abhänge in die Höhe.

Ein feines Schwirren erreichte das Gehör des Trappers. Aus den Augenwinkeln sah er etwas heranwirbeln. Unwillkürlich zog er den Kopf ein. Es war ein Tomahawk. Er spürte den Luftzug an seiner Wange. Der Stiel streifte seine Schulter. Mit hartem, trockenem Klang fuhr die Klinge in einen der Stämme. Der Baum wurde vom harten Anprall erschüttert. Abgestorbene Nadeln regneten auf Jean herunter.

Der Trapper hatte sich halb herumgeschleudert und duckte sich. Zwischen seinen engen Lidschlitzen glitzerte es unheilvoll. Er gehörte zu der Sorte, die niemals den Verdruss suchte. Aber wenn er angegriffen wurde, verteidigte er sich mit aller Konsequenz und mit kompromissloser Härte.

Er hatte aus den Lektionen, die ihm das Leben in der Wildnis erteilt hatte, gelernt. Das war überlebensnotwendig. In diesem Land lernte ein Mann seine Lektionen entweder schnell und nachhaltig, oder er verschwand in einem namenlosen Grab…

Keine zwanzig Schritte von Jean entfernt sprang auf dem Hang ein Indianer hinter einem Baum hervor. Der Haartracht nach ein Irokese, wahrscheinlich vom Stamm der Huronen. Er zielte mit dem Bogen auf Jean. Der Pfeil schnellte von der Sehne. Jean stieß sich ab. Aus der Hüfte feuerte er. Er sah den Indianer das Kreuz hohl machen und zusammenbrechen. Der Knall des Schusses stieß durch den Wald, fing sich zwischen den Bäumen und zerrann in vielfältigen Echos.

Der Indianer lag verkrümmt am Boden. Jean sicherte um sich. Er fragte sich, was die Irokesen bewog, gegen ihn zu kämpfen. Die Anspannung kerbte seine Mundwinkel nach unten. Sein hellwacher Blick sprang in die Runde. Der Pulverdampf, der ihn einhüllte, zerflatterte.

Jean lief zu dem Baumriesen, in dessen Stamm das Tomahawk steckte. Er riss es mit einem Ruck heraus und schob es hinter den Revolvergurt, an dem neben dem Holster die Pulverflasche, die Kugeltasche und das lederne Etui mit den Zündhütchen befestigt waren. Auf der linken Seite trug Jean einen langen Dolch in einer Lederscheide. Indianische Handarbeit…

Jean lief zu der toten Rothaut hin und beugte sich über sie. Der Krieger trug fransenbesetzte Kleidung aus Rehleder. Von seinem Hals hing an einem dünnen Lederriemen der Medizinbeutel mit Hoddentin, dem geheiligten Blütenstaub des Schilfrohrs.

In dem erstarrten Gesicht mit den weitaufgerissenen, gebrochenen Augen sah Jean die farbigen Striche auf Wangen, Kinn und Stirn. Die Farben des Krieges.

Jean richtete sich auf und folgte dem Einschnitt zwischen den Hügeln.

Er hatte keine Ahnung, ob außer den vier Kriegern, die er gesehen hatte, noch weitere in der Nähe waren. Wenn nicht, dann hatte er es jetzt noch mit drei Gegnern zu tun. Wenn doch, dann waren seine Chancen die eines Tautropfens in der heißen Sonne.

Er blickte der Realität ins Auge und gab sich keinen Illusionen hin.

Jean bewegte sich weiter durch die Hügelfalte. In kurzen Abständen hielt er an, um zu lauschen. Ein Geräusch sickerte an sein Gehör, wie es ein zurückschnellender Zweig verursacht. An anderer Stelle vernahm er ein kurzes, trockenes Knacken. Das ständige Wechselspiel von Licht und Schatten auf dem Waldboden irritierte Jeans Augen.

Jean verbarg sich. Von den Rothäuten war nichts mehr zu hören. Wahrscheinlich pirschten sie wie hungrige Wölfe durch den Wald, um das Wild, das sie jagten, zu stellen und gnadenlos zu erlegen.

Der Trapper zuckte zusammen, als ein langgezogener, schriller Schrei erklang. Wahrscheinlich hatte einer der Irokesen den Toten gefunden. Gutturale Laute erklangen. Sie versanken wieder. Totenstille umgab Jean – eine Stille, die die Nerven zermürbte und sich auf das Gemüt legte.

Eine eiskalte Hand schien nach dem Trapper zu greifen. Der Pulsschlag der tödlichen Gefahr berührte ihn. Er wusste, dass er an diesem Tag dem Tod ins unheimliche Antlitz sehen musste. Jean schluckte krampfhaft. Sein Hals war wie zugeschnürt.

Und dann sah er einen der Irokesen. Der Krieger schob sich um einen Baum herum, blieb geduckt stehen, sicherte nach vorn und zur Seite. In seiner Faust lag das Kriegsbeil. Im Nahkampf war das Tomahakwk schnell und präzise zu handhaben. Über die rechte Schulter der Rothaut schauten die Enden der Pfeile, die im Köcher steckten. Den Bogen hatte sich der Rote umgehängt. Im Rohledergürtel steckte ein schweres Messer…

Jean trat hinter dem Baum hervor, den er als Deckung benutzte. Im selben Sekundenbruchteil nahm ihn der Irokese wahr. Er riss die Faust mit dem Tomahawk hoch und stürmte heran. Jean kniete gedankenschnell links ab und feuerte. Der Krieger hielt an, als wäre er gegen eine unsichtbare Wand gelaufen. Er brach auf die Knie nieder. Sein Gesicht hatte sich verzerrt. Der Mund klaffte auf zu einem Schrei, der jedoch im Ansatz erstickte. Mit letzter Kraft schleuderte er das Beil. Jean wich aus.

Der Schuss dröhnte durch die dicht bewaldete Bergwelt. Die Wände und Hänge schienen die Detonationen festzuhalten und immer wieder aufs Neue zum Leben zu erwecken. Schließlich verhallte sie mit geisterhaftem Wispern. Der scharfe Geruch verbrannten Pulvers legte sich ätzend auf Jeans Schleimhäute. Seine Augen brannten und tränten.

Der Trapper hetzte zwischen den Hügeln weiter. Die beiden anderen Krieger konnten nicht weit sein. Jean folgte einem Wildwechsel. Wie ein schmaler Pfad führte er durch mannshohes Gestrüpp, dessen Ranken und Geäst so dicht ineinander verschlungen waren, dass sie schier undurchdringliche Hindernisse bildeten.

Manchmal war der Trapper gezwungen, auf allen Vieren zu kriechen, dann musste er wieder das Messer nehmen und sich seinen Weg bahnen.

Der Einschnitt endete. Eine kleine Ebene schloss sich an. Es ging wieder steil nach oben. Der Hang war von einer etwa 15 Yard hohen, steilen Felswand unterbrochen. Oberhalb dieser Wand, die sich wie ein Gürtel durch den Wald zog, wuchsen wieder riesige Fichten, Tannen und Föhren.

Jean folgte der Felswand nach Westen...

 

*

 

Über Jean löste sich ein Steinrocken und polterte in die Tiefe. Einer der Krieger befand sich also über ihm auf dem Felsen. Jean staute den Atem, presste sich hart an die zerklüftete Wand und schaute nach oben.

Nichts.

Vielleicht hatte den faustgroßen Stein ein Wild losgetreten. Möglicherweise hatte er sich auch von selbst gelöst.

Nein! Jean war davon überzeugt, dass sich über ihm einer der Indianer befand.

Der Trapper schob sich weiter an der Felswand entlang. Hart traten die Backenknochen in seinem Gesicht unter der wettergegerbten Haut hervor. In seinen pulvergrauen Augen war der unabänderliche Entschluss zu lesen, sich gegen diese feindseligen Rothäute zu behaupten. Die Spannung krümmte seine Gestalt. Jeder Zug in seinem hageren Gesicht verriet Entschlossenheit. Er war ein Bündel angespannter Aufmerksamkeit. Seine Sinne arbeiteten mit doppelter Schärfe.

Die Felswand, an deren Basis er dahinpirschte, senkte sich nach Westen hin ab und war dort, wo sie endete, noch knapp zehn Fuß hob. Wenn über ihm eine der Rothäute war, dann bewegte sie sich ausgesprochen lautlos. Jean trat von dem Felsen weg und schaute nach oben. Die Mündung des Gewehres folgte seiner Blickrichtung.

Jean kniff die Augen eng. Seine Muskeln strafften sich. Hatte sich auf dem Felsen im Strauchwerk etwas bewegt, oder narrten ihn schon seine überreizten Sinne. Er lief in die Deckung eines Baumriesen. Sein flackernder Blick verkrallte sich an dem Strauchwerk über sich am Rand des Felsens.

Da war nichts.

Er redete sich ein, wohl tatsächlich einer Sinnestäuschung zum Opfer gefallen zu sein. Jean riss seinen Blick los und schaute nach links, nach rechts, dann wandte er sich um. Da nahm er die hinter einen Baum huschende Gestalt eines Indianers wahr. Er riss das Gewehr hoch...

Eine Warnung seines Instinkts ließ ihn herumwirbeln.

Von dem Felsen stürzte sich der zweite Indsmen mit ausgebreiteten Armen auf ihn herunter. Er hatte sich also nicht geirrt, als er glaubte, dass sich im Gebüsch oben auf dem Felsen etwas bewegt hatte. Es war keine Sinnestäuschung gewesen, wie er es sich einzureden versuchte. In der Rechten des Kriegers lag das Tomahawk. Das Gesicht mit der Kriegsbemalung war zu einer teuflischen Fratze verzerrt.

Ehe Jean das Gewehr auf die durch die Luft fliegende Gestalt anschlagen konnte, prallte sie schon gegen ihn und riss ihn zu Boden. Das Gewehr fiel zwischen das Beerengestrüpp. Jean spürte das Gewicht der Rothaut auf sich. Das Blatt der Streitaxt blitzte. Der Arm des Roten zuckte nach unten. Im letzten Reflex warf Jean den Kopf zur Seite. Dicht neben seinem Ohr grub sich die Schneide der Axt in den Boden.

Jean bäumte sich auf, schlug dem Indianer, der über ihm kniete, von der Seite die Faust gegen den Schädel, und - kam frei. Er rollte herum, schnellte auf die Beine und riss das erbeutete Tomahawk aus dem Gürtel.

Der zweite Krieger stürmte den Hang herauf.

Jean wechselte blitzschnell das Kriegsbeil in die linke Hand und zog den Colt. Das Eisen schwang hoch. Der Hahn knackte. Feuer und schwarzer Rauch stießen aus der Mündung.

Die schwere Bleikugel riss den Irokesen von den Beinen. Er rollte ein Stück hangabwärts und blieb mit ausgebreiteten Armen an einem Baum hängen.

Jetzt aber kam der Indsmen wieder, dem Jean die Faust gegen den Schädel hämmerte. Das Tomahawk war ihm entfallen. Er hatte das Messer herausgerissen. In den Augen des Irokesen glommen der Hass und die Blutrunst.

Er schnellte auf Jean zu, das Messer zum Stoß erhoben. Jean riss die Linke hoch, die den Griff des Tomahawks umkrampft hielt. Mit dem Unterarm blockte er den Dolchstoß ab, gleichzeitig schlug er mit dem Revolver nach dem Krieger. Der aber sprang schon wieder zurück.

Jean wurde vom Schwung seines Schlages halb herumgewirbelt. Der Krieger warf sich wieder nach vorn. Diesmal führte er den Stich waagrecht. Er wollte Jean die Klinge zwischen die Rippen rammen. Jeans linker, vom Kriegsbeil verlängerter Arm zuckte schräg von unten herauf. Die Rothaut stieß einen dumpfen Ton aus, als sie von der Breitseite der Klinge getroffen wurde. Jean spürte ein heftiges Brennen an der Seite. Der Dolch hatte ihm die Haut über den Rippen aufgeritzt.

Der Irokese taumelte zur Seite.

Warm spürte Jean sein Blut in den Hosenbund rinnen. Er schlug den Colt auf den Irokesen an und zog mit dem Daumen den Hammer zurück. In dem Moment aber, als er den Stecher zog, hechtete der Indianer zur Seite, rollte über die Schulter ab und kam geschmeidig wieder hoch. Und aus der Bewegung heraus federte er wieder auf Jean zu.

Er war wie besessen von dem Gedanken, den Trapper zu töten. Es grenzte an selbstmörderischen Fanatismus. Seine Lippen waren in der Anspannung verzogen. Jeder Zug des breitflächigen Gesichts drückte den Willen zum Töten aus.

Jean sah den auf ihn zustoßenden Arm mit dem Dolch und schlug ihn mit dem Tomahawk zur Seite. Der Irokese brüllte auf. Er schlug mit der Linken nach Jean, und ließ das Bein fliegen. Dem Trapper wurde der Colt aus der Hand geprellt. Er rammte der Rothaut das Tomahawk ins Gesicht. Der Irokeses riss die Hände hoch. Blut sickerte aus einer Platzwunde auf seinem Nasenrücken. Er gurgelte, sprang zurück und schleuderte das Messer. Es überschlug sich in der Luft und traf mit dem Knauf des Griffs Jeans Brust, prallte ab und fiel zu Boden.

Der Irokese wandte sich zur Flucht. Jean schleuderte das Tomahawk. Der Krieger stolperte und stürzte. Auf dem Gesicht blieb er liegen.

Jean hob den Colt auf und holte sein Gewehr. Den Colt auf die reglose Gestalt gerichtet, zwischen deren Schulterblättern das Tomahawk steckte, näherte sich Jean ihr. Er verspürte einen gallenbitteren Geschmack in der Mundhöhle. Sein Hals war trocken. Er durfte den Irokesen nicht entkommen lassen. Er würde seine Brüder und Vettern alarmieren und sie würden zum Fluss kommen. Er, Jean, wäre seines Lebens nicht mehr sicher gewesen.

Er wollte hier in Ruhe und Frieden Pelztiere jagen und zweimal im Jahr mit dem Kanu nach Smith' Falls rudern, um seine Felle zu verkaufen. Von dem Erlös konnte er sich mit allen notwendigen Dingen wie Pulver, Blei, Zündhütchen, Tabak und Lebensmitteln versorgen. Das wollte er - sonst nichts.

Jean ließ den Hahn des Revolvers in die Ruherast gleiten und stieß die Waffe ins Holster. Er fragte sich, ob diese Indianer, die sich ihm derart feindlich gesinnt gezeigt hatten, zu einem der Stämme gehörten, die im Gebiet der großen Seen lebten, oder ob ein fremder Stamm auf der Suche nach neuen Jagdgründen in diesen Landstrich am St. Lorenz Strom eingebrochen war und sich hier nun zu behaupten versuchte.

Jean zog das Tomahawk aus dem Rücken des Toten und drehte ihn auf den Rücken. Das Kriegsbeil schleuderte er achtlos zwischen die Bäume. Jean starrte versonnen in das im Tode verzerrte, dunkle Gesicht.

"Huronen", murmelte er. "Was um alles in der Welt hat die Kerle das Kriegsbeil ausgraben lassen?"

Die Huronen hausten am St. Lorenz Strom. Jean wusste genug, um zu wissen, dass die anderen Irokesenstämme die Huronen jagten wie tollwütige Hunde. Sie hatten sich dem 'Irokesenbund' nicht angeschlossen und galten seitdem als Verräter und Feinde. Die Mohawks, Oneidas, Onondogas, Seneca, Cayuga und Tuscarora töteten jeden Huronen, dessen sie habhaft wurden.

W

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