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Der Tod stellt keine Fragen

Pete Hackett

Der Tod stellt keine Fragen

FBI Special Agent Owen Burke 21





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der Tod stellt keine Fragen

Special Agent Owen Burke 21

 

Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author www.Haberl-Peter.de

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

Special Agent Owen Burke lehnte sich zurück, verschränkte die Arme vor der Brust und sagte: »Fassen wir zusammen: Am 10. September gegen 9 Uhr vormittags marschiert ein bärtiger Mann, dessen Alter zwischen dreißig und fünfunddreißig Jahren liegt, in der 42nd Street in das Büro des Direktors der Citibank und erklärt ihm, dass sich dessen Frau in der Gewalt seines Partners befinde und dass dieser sie töten werde, wenn man sich weigere, ihm eine Million Dollar auszuhändigen. Er erhält das Geld und verschwindet spurlos.«

Burke machte eine kurze Pause, als wollte er sich seine nächsten Worte erst im Kopf zurechtlegen. Schließlich sprach er weiter: »Derselbe Bursche besucht genau fünf Wochen später, am 15. Oktober, ebenfalls gegen 9 Uhr, die Wells Fargo Bank in der 7th Avenue und erpresst erneut eine Million, und zwar mit derselben Methode, die er auch am 10. September anwandte: Eine Million, oder die Frau des Bankdirektors stirbt. – Und nun, am 10. Dezember, suchte er die Citibank in der Canal Street auf. Und er erzwingt wieder die Herausgabe einer Million …«

»Und obwohl er die geforderte Summe erhält, ermordet sein Komplize die Frau des Bankdirektors«, vollendete Ron Harris das Resümee seines Kollegen. »Während Mrs. Emerick und Mrs. Herald mit dem Schrecken davongekommen sind, schneidet der Geiselnehmer Mrs. Pickett mit einer Brutalität sondergleichen die Kehle durch. - Warum?«

»Das ist die Frage, die sich uns stellt«, murmelte Owen Burke und schaute versonnen auf einen unbestimmten Punkt. »Weshalb musste sie sterben? - Eine Möglichkeit wäre, dass sie den Kerl erkannt hat, der in ihr Haus eingedrungen ist.«

Ron Harris wiegte den Kopf und brachte auf diese Art seine Zweifel zum Ausdruck. »Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bekannter der Familie in die Wohnung eindringt und das Risiko eingeht, erkannt zu werden. Mord ist nicht jedermanns Sache. Wenn sich jemand auf räuberische Erpressung und Geiselnahme spezialisiert, dann sicher nicht in seinem Umfeld, wenn es – wie hier in New York -, zig andere Möglichkeiten gibt.«

»Wir haben die Beschreibung von beiden Tätern«, murmelte Burke. »Beide um die dreißig bis fünfunddreißig, dunkelhaarig, links gescheitelte, nackenlange Haare. Beide trugen einen Bart, und beide waren mit Sonnenbrillen getarnt. Sie sind etwa eins achtzig groß, schlank und vermitteln einen sportlichen Eindruck. Es könnte sich um Brüder handeln.«

»Die Bärte können angeklebt gewesen sein«, gab Ron Harris zu bedenken. »Was die gleichen Frisuren anbetrifft, so nehme ich an, dass die Kerle Perücken getragen haben. Ich denke, aufgrund der Phantombilder, die von ihnen gefertigt wurden, finden wir sie niemals. Da sie Handschuhe trugen, haben sie auch keine Fingerabdrücke hinterlassen, und es gibt kein DNA-Material, das uns auf ihre Spur führen könnte.«

»Das perfekte Verbrechen«, knurrte Owen Burke. »Wir sollten uns vielleicht mal mit den Bankdirektoren unterhalten. Eventuell auch mit Mrs. Emerick und Mrs. Herald. Die drei Direktoren und die beiden Ladies haben die Bankräuber schließlich hautnah erlebt.«

»Sie wurden befragt«, versetzte Ron Harris. »Auf ihre Aussagen hin wurden die Phantombilder erstellt.«

»Sicher, sie wurden befragt«, bestätigte Burke. »Aber nicht durch uns. Der Fall wurde uns erst nach dem dritten Bankraub und dem Mord übertragen. Wir sind genau drei Tage damit befasst und es gibt keinen Hebel, an dem wir ansetzen können. Darum will ich mir ein Bild von den Beteiligten machen. Vielleicht gibt es doch noch den einen oder anderen Hinweis, mit dem wir etwas anfangen können.«

»Wie du meinst«, gab Ron Harris achselzuckend zu verstehen. »Mit wem sprechen wir zuerst?«

»Fangen wir mit Clarence Herald an. Und dann besuchen wir Emerick.«

Die Agents fuhren ihre Computer herunter, schlüpften in ihre Jacken und verließen ihr gemeinsames Büro in der dreiundzwanzigsten Etage des Bundesgebäudes an der Federal Plaza. Minuten später steuerte Ron Harris den Dodge Avenger aus der Tiefgarage, lenkte ihn zum Broadway, fuhr hinauf bis zur 14th Street und wechselte hinüber auf die Seventh Avenue. Drei Seitenstraßen weiter befand sich die Wells Fargo Bank, die Clarence Herald als Direktor leitete.

Harris fand in der 17th Street einen Parkplatz. Wenig später betraten sie die Bank. Sie fragten sich durch bis zum Sekretariat des Bankdirektors. Bei einer resoluten Lady, an der kein Weg zu Clarence Herald vorbeizuführen schien, wiesen sie sich aus und Owen Burke äußerte ihr Anliegen. Eine Minute später bat sie die Sekretärin ins Büro des Direktors.

Clarence Herald kam um seinen wuchtigen Schreibtisch herum, schüttelte jedem der Agents die Hand und forderte sie auf, an dem Besuchertisch in der Ecke neben der Tür Platz zu nehmen. Er fragte, ob er ihnen Kaffee oder etwas anderes zu trinken anbieten dürfe, aber sie lehnten dankend ab.

»Es geht um die Sache vom 15. Oktober«, begann Owen Burke. »Vor drei Tagen beraubten die beiden Kerle nun die Citibank in der Canal Street. Und sie ermordeten Muriel Pickett.«

»Ich habe in der Times davon gelesen«, murmelte Herald. Sekundenlang zuckten seine Mundwinkel, als ihn die Erinnerung zu überwältigen drohte. »Shirley, meine Gattin, befand sich ebenfalls über eine Stunde in der Gewalt dieses skrupellosen Kerls. Ich darf gar nicht daran denken, dass er auch sie …«

Die Stimme des Bankdirektors brach. Er fuhr sich mit der linken Hand über die Augen, als wollte er die Bilder, die sich aus seiner Erinnerung in den Vordergrund seines Bewusstseins schoben, verscheuchen. Nachdem er würgend geschluckt hatte, fuhr er fort: »Meine Frau befindet sich seit dem traumatischen Erlebnis in psychiatrischer Behandlung. Sie wird wohl so schnell nicht darüber hinwegkommen.«

»Wie lief die Sache ab, Mr. Herald?«, fragte Owen Burke.

»Ich habe das alles Ihren Kollegen vom Detective Bureau bereits geschildert, Agents. Sie haben meine Aussage protokolliert. Man hat Ihnen doch sicherlich die Akte überlassen, als man Sie mit den Ermittlungen beauftragte.«

Burke nickte. »Ihre damalige Aussage gibt nichts her. Wir haben nichts, wo wir ansetzen können. Darum möchten wir noch einmal aus Ihrem Mund hören, wie der Raub ablief. Vielleicht ergibt sich für uns ein Hinweis.«

Herald zog die Unterlippe zwischen die Zähne, kaute kurz darauf herum, dann begann er zu sprechen: »Der Mann sprach gegen 9 Uhr bei meiner Sekretärin vor und erklärte, dass er mich in einer wichtigen Angelegenheit zu sprechen wünsche.

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