Logo weiterlesen.de
Der Prüfer Ihrer Majestät

Der Prüfer Ihrer Majestät

Ein Abenteuerroman

mit

Steampunk Elementen

Markus Pfeiler

markuspfeiler.com

INHALTSVERZEICHNIS

KAPITEL 1: DIE RÜCKKEHR

KAPITEL 2: DIE MINEN

KAPITEL 3: SAMANTHAS TOCHTER

KAPITEL 4: DER BUCHHALTER

KAPITEL 5: ENTDECKUNG & PLAN

KAPITEL 6: DIE ZUGFAHRT

KAPITEL 7: EIN MORD

KAPITAL 8: SCHICKSALE

KAPITEL 9: ZU DEN MINEN

KAPITEL 10: EINE WEITERE RÜCKKEHR

EPILOG

ÜBER DEN AUTOR

EINE BITTE DES AUTORS

KAPITEL 1: DIE RÜCKKEHR

Der Zug kam just in dem Moment in Victoria, Green County, an, als der Donnersturm losbrach. Die großen Maschinen der Lokomotive tuckerten weiter, als die Bremsen laut quietschten, um das riesige Gefährt zu einem langsamen Halt zu bringen. Die dunklen Wolken warfen einen düsteren Schatten auf den Bahnhof und auf jene, die dort warteten, um die Passagiere im Zug in Empfang zu nehmen. Der dampfgetriebene Moloch kam auf den Schienen zum Halt, heißes Wasser in die Luft spukend und ein lautes Zischen ausstoßend.

Die von der Lokomotive am weitesten entfernten Wagen gingen zuerst auf. In ihnen waren am wenigsten Passagieren. Die Männer gingen – jeweils begleitet von einer oder zwei Frauen – weg vom Zug und hin zu den Pferdekutschen, die sie erwarteten. Die Frauen waren in glockenförmige, elegante Röcke aus teuerster Seide mit unzähligen eingenähten Falten gekleidet. Die Röcke waren so lange, dass ihre Beine fast unsichtbar und winzig unter ihnen schienen. Sie hielten ihre Taschen unter einen Arm geklemmt, den anderen Arm hatten sie bei den Männern untergehakt, die sie begleiteten.

Die Männer ihrerseits waren ebenso extravagant gekleidet. Die meisten trugen golden verzierte Spazierstöcke und Lederhüte. Ihre Mäntel waren aus edelsten Stoffen, wie auch ihre Gilets und Hemden, die sie darunter trugen. Sie plauderten, ohne Gedanken an die Welt und mit einer Eleganz, die als Stolz hätte missverstanden werden können. Langsam und wie mühevoll leerten sich die Wagen, welche am weitesten von der Lokomotive entfernt waren und ihre Passagiere waren nun sicher in Ihren Kutschen und fuhren los.

Die mittleren Wagen des Zugs öffneten sich anschließend, gerade als das Gewitter losbrach. Howard Forsyth sprang mit den anderen Männern aus dem Wagen. Er rief nach einer Kutsche, die Passagiere gegen ein Entgelt beförderte. Er sprach schnell und gab dem Kutscher seine Adresse an. Es waren nur eine Handvoll Frauen in seinem Bereich des Zuges; Ehefrauen, die mit ihren Männern zusammen von einer Reise zurückkehrten.

Die von Tieren gezogenen Vehikel fuhren langsam los. Sie mussten dabei den Leuten zu Fuß ausweichen, die versuchten Schutz vor dem Regen zu finden. Als Howards Kutsche am Zug vorbeifuhr, öffnete sich auch noch der letzte Wagen. Die Passagiere fielen beinahe übereinander während sie versuchten so schnell wie möglich auszusteigen. Der Wagen war gerammelt voll mit Männern, welche so gekleidet waren, dass viele im Greene County dies als Lappen bezeichnen würden. Sie schleppten schmutzige Säcke, die unterschiedliche Nahrung beinhalteten, die sie während ihrer Arbeit außerhalb der Stadt hatten erwerben können. Einige dieser Säcke würden als Unterhalt für Familien mit vier oder fünf Kindern dienen. Mäuler, die sie als erste grüßen würden, sobald sie sie aus der Distanz würden ausmachen können. Grüße, die gefolgt sein würden von Erwartungen auf etwas, auf das es sich während der langen Abwesenheit zu Warten gelohnt haben würde.

Howard betrachtete die Köpfe der Männer durch das verschmierte Glas der Kutsche. Ihre Gesichter waren wettergegerbt und hart. Es waren Männer, die seit ihrer Geburt für jeden einzelnen Bissen gearbeitet hatten, den sie je bekommen hatten. Einige von ihnen waren in ihren frühen Zwanzigern, ein Alter, in dem Howard sich erinnerte, er seinen ersten Vertrag für eine Arbeit als Buchhalter, gerade nach Abschluss seiner Collegezeit, erhalten hatte. Die jungen Männer vor ihm jedoch waren unfähig zu irgendwelchen schreibenden oder lesenden Tätigkeiten und einzig von ihrer Kraft abhängig um von einem Tag zum nächsten zu kommen.

Die Fahrt vom Bahnhof brachte ihn durch die Unterstadt, wo die Männer aus dem letzten Zugswaggon mit ihren Familien lebten. Schmutzige Straßen mit einfachen Holzbuden an den Seiten zogen sich überall zu dem hin, was viele als Schattenseite der Gesellschaft betrachteten. Viele verkauften Waren direkt aus ihren Häusern und einige rannten mit ihren Waren und ihren Kindern die Straße entlang. Schlammlöcher schüttelten seine Kutsche als sie sich den Weg durch die nun ruhigen Straßen pflügte. Der Regen hatte alle Aktivitäten zum Erliegen gebracht. Aber als Howard durch das trübe Glas schaute und zuerst den kleinen Nebel wegwischte, den sein Atem verursachte, konnte er sehen, wie einige Kinder unter einer Plane zusammengepfercht warteten, bis der Regen aufhörte, so dass sie ihre Geschäfte wiederaufnehmen konnten.

Die schmutzigen Wege wichen nun den gepflasterten Straßen von Howards Nachbarschaft. Er fühlte sich nie wirklich wohl, wenn er sein Zuhause verlassen musste. Das Unbehagen, das er fühlte, wenn er die sich ändernde Szenerie sah, sobald er sein Zuhause verließ, ließ ihn sich selbst Fragen stellen, die andere seiner Gesellschaftsschicht als Frevel betrachteten. Die Häuser am weitesten entfernt von seiner Nachbarschaft schauten aus, als ob sie jeden Moment in sich zusammenfallen würden. Je näher er jedoch zu seinem Zuhause kam, umso mehr sahen die Häuser sich immer ähnlicher und ließen den Übergang von den Slums fast unsichtbar erscheinen. Die Häuser in seiner Nachbarschaft waren schön bemalt und dekoriert. Sie erstrahlten in einem einfachen aber doch geschmackvollen Design. Kamine ragten hier und dort in den Himmel und erwärmten die Wohnungen der dort lebenden Familien.

Howard bezahlte den Kutscher und gab ihm ein großzügiges Trinkgeld in Gedanken daran und dankbar, dass er ihn ohne Probleme nachhause gebracht hatte. Der Kutscher geleitete ihn mit einem Schirm zur Haustüre, bevor er zur Kutsche zurückkehrte, um ihm anschließend die Aktenmappe und die weiteren Taschen zu bringen. Howard dankte ihm und schleppte seine Habseligkeiten durch die Eingangstüre seines Zuhauses.

Howard Forsyth hatte nach dem College in einem kleineren Haus in einem abgelegeneren Teil der Stadt gelebt. Sein Vater hatte bis zu seinem Tod als Arzt gearbeitet und dabei meist die höhere Elite der Gesellschaft gepflegt. Die Forsyths hatten damit einen gesellschaftlichen Aufstieg erlangt. Die Upper Class verlangte nach einer schnellen und diskreten medizinischen Versorgung, die ihnen Howards Vater hatte geben können und die jeweils auch in einer guten Bezahlung resultierte. Dies wiederum erlaubte Howard und seinem Vater näher zu seinen Kunden zu ziehen – nicht in Frage gestellt und nicht belästigt, da jeder wusste, wer sein Vater war. So lebten sie in einem besseren Teil der Stadt und die Vorteile ihrer Beziehungen mit den Leuten, die ihr Vater behandelte, waren es mehr denn wert. Unmittelbar nach dem Antreten seiner ersten Arbeitsstelle nach dem College, starb Howards Vater und hinterließ ihm das Familienhaus.

Der Haushalt der Forsyths hatte fünf Schlafzimmer, eine große Eingangshalle, ein Studierzimmer und vier Bäder. In jedem Schlafzimmer befand sich ein kleiner Kerzenleuchter, der einige Kerzen trug, welche nach dem Tageslicht oftmals die einzige Lichtquelle im Zimmer waren. Daneben verfügten die Zimmer über eine Anzahl an Mahagoni-Möbeln, die ordentlich arrangiert und angemessen waren, für die Gäste, die sie oft empfingen. Die Wände waren drapiert mit Tüchern, welche die Unangemessenheit des Holzes verbargen. Daneben hingen Bilder vieler Maler in verschiedener Größen an den Wänden, die Howard und sein Vater über die Zeit gesammelt hatten. Die Böden waren aus einigen der besten polierten Eichenhölzern hergestellt. Teppiche, importiert aus aller Herren Ländern, lagen überall im Haus und sorgten für ein wohliges, gemütliches Gefühl.

Das ganze Haus wurde durch einen Ofen am Ende der großen Halle warmgehalten. Langsam brennendes Holz wurde dabei zu Holzkohle in der Ecke. Links von der Heizung stand ein großes Regal, auf welchem verschiedene Gegenstände platziert waren, welche die Forsyths über die Jahre erworben hatten. Kupferskulpturen und Figürchen, geschnitzt aus Granit säumten die Regaltablare. Ein perfekt erhaltener Schädel eines Elefantenbabys hing an der Seite, die Stoßzähne noch völlig intakt. Viele Artefakte waren aus Afrika, aus Westafrika insbesondere. Es waren dies Relikte, deren Geschichten Howard kennengelernt hatte und von denen er einige besser kannte, als seine eigene Geschichte. Dies, weil er den Geschichten nicht nur aus Neugier und Interesse für diese einzigartigen, handgemachten Objekte zugehört hatte, sondern, damit er selbst Geschichten hatte, mit denen er seine vielen Gäste unterhalten konnte. Es war dies eine Kultur, die sie erlernt hatten, als sie näher an die Upper Class heranwuchsen.

“Howard! Sie sind zurück!”

“Ja, bin ich, Edmund. Wie ist es dir ergangen?”

Edmund Hall saß am Feuer, ein Glas mit etwas Scotch in der einen und eine Zigarre in der anderen Hand. Er war ein kleiner Mann, etwa 30 cm kleiner als Howard. Edmund sprang auf und kam schnell zu Howard hinüber, eine Bewegung, die für jemanden seiner Größe komisch erschien. Howard war davon etwas überrascht, enthielt sich jedoch eines Kommentars. Die zwei Gentlemen tauschten einen kräftigen Händedruck aus.

„Wie war Ihr Meeting mit Lord Palmerston?“

„Sehr ereignisreich, wie man erwarten würde. Er ist ein ziemlich respektabler Zeitgenosse.“

„Oh, dessen bin ich mir sicher. Aber wo bleiben meine Manieren? Sie sind zurück von Ihrer Reise und ich halte Sie auf und auf den Füssen. Bitte ziehen Sie sich zurück, wenn Sie möchten.“ Edmund klopfte mit seinem Stock zweimal auf den harten Boden und rief so die Hausangestellten herbei. Mit einem kurzen Nicken wurden Howards Taschen weggetragen. „Ich lasse jemanden für Sie ein Bad einlaufen. Sie müssen erschöpft sein von Ihren Reisen. Gönnen Sie sich jetzt etwas Ruhe. Ich sehe Sie wieder fürs Abendessen, ist das in Ordnung?“

„Ganz sicher. Oh, und Edmund?“

„Ja, Howard?“

„Danke!“

Der Tod von Howards Mutter hatte den Haushalt der Forsyths in eine dunkle Periode geworfen. Howards Vater entließ alle seine Dienstboten und entfernte alles Weitere, das ihn an seine verstorbene Frau erinnerte. Dies wiederum führte dazu, dass nur er und Howard zusammen den Haushalt in Ordnung gehalten hatten; etwas, was sie über viele Jahre weitergeführt hatten. Nach dem Tod seines Vaters realisierte Howard, dass er das Haus nicht alleine unterhalten konnte, nicht mit seinem Beruf, der seine ganze Aufmerksamkeit erforderte. Das war, als er Edmund traf.

Edmund Hall war ein Herumstreicher gewesen, ein Mann, der buchstäblich mit Howard auf der Straße zusammenstieß. Er entschuldigte sich und begann dem Gentleman seine Pfeifen zu verkaufen. Als sie sich zum ersten Mal trafen, hatte Howard erst gerade seine Ausbildung abgeschlossen und Edmund war nur ein anderer Mann aus den Slums der Stadt, der einen schnellen Gewinn suchte um sich sein Leben am nächsten Tag finanzieren zu können. Aber Howard sah einen anderen Antrieb in Edmund. Der Mann wollte nicht nur sein nächstes Essen, er wollte alles, was das Leben ihm bieten konnte und war bereit alles dafür zu tun.

Als Howard das Familienhaus übernahm, ergriff Edmund schnell die Chance und ließ ihn wissen, dass es für Howard unmöglich sei, so ein großes Haus alleine zu führen. Edmund seinerseits suchte die besten Dienstboten aus der Unterstadt und gab ihnen Arbeit im Forsyth-Haushalt. Edmund, der seinen Zahltag von Howard bezog, hatte Mühe, sein Geld in der Tasche zu behalten. Es war leicht und schnell zu sehen, dass sein letztliches Ziel war, die soziale Leiter hinaufzuklettern und ein Mitglied der Elite zu werden.

Er gab sein Geld für Kleider und Gegenstände aus, die er vorzeigen konnte und versuchte so, höher zu erscheinen, als er war. Er nahm an Bällen teil und interagierte mit Personen höheren Standes als er selbst war. Was auch immer Edmund sich in den Kopf gesetzt hatte, er würde sicherstellen, dass es bis zur Perfektion abgeschlossen wurde. Howard mochte Edmund, da er die Verbissenheit des Mannes achtete und seine Suche eine bessere und respektiertere Person in der Gesellschaft zu werden.

„So, er scheint mit allem zufrieden zu sein? Ich sage das mit äußerstem Nachdruck, weil Sie offenbar der Einzige meilenweit sind.“

„Lord Palmerston ist nicht gerade ein Mann, der leicht zufriedenzustellen ist. Trotz all meiner Schmeicheleien gab er mir faktisch nichts als nur zusätzliche Arbeiten.“

Edmund goss sich selbst etwas mehr von der Brühe ein, die sie zum Abendessen hatten; dabei war sein Kopf am Arbeiten. Er arbeitete mit Howard im Büro, als sein Untergebener und behandelte dabei Geschäfte, die nicht so dringend waren und von Edmund erledigt werden konnten, ohne dass Howard diese selbst überwachen müsste. „Ich vermute, er will Sie die neuen Projekte an der Stahlmine überwachen lassen?“

„Ja.“

„Verdammt.“

„Beachte deine Sprache, Edmund.“

„Aber, Sir …“

Howard hielt eine Hand hoch und brachte Edmund damit zum Stoppen. Dennoch sprach dieser nachher weiter: „Aber Howard. Die Minen sind in der Obhut von Sir Fitzhugh.“

"Und der wiederum berichtet ebenfalls an Lord Palmerston. Wenn er versuchen sollte, Probleme zu machen, könnte er seine Beschwerden auch direkt an den Lord selbst weiterleiten.“

"Das wäre ein ziemliches Unterfangen." Edmund sprach mit dem Mund voller Kohl.

„Es ist jedenfalls eine Aufgabe, zu der ich nicht nein sagen konnte. Und vielleicht sind wir mit den Profiten aus diesen Arbeiten endlich in der Lage stadtaufwärts zu ziehen.“

„Ja, kann sein. Es ist nur, dass ich über Fitzhugh beunruhigt bin. Dieser Mann ist berüchtigt und so ungern ich es auch sage, es ist eine ziemlich gefährliche Aufgabe.“

Eine Hausangestellte kam herein und brachte eine große Schale mit Hammelfleisch auf den Tisch. Howard schaute an ihr herauf und suchte ihren Blick. Sie lächelte zurück und schenkte ihm ein kurzes Nicken bevor sie vom Tisch zurücktrat. Edmund betrachtete die beiden zwischen Gabeln voller Essen und unangemessen kauend. Sobald sie außer Hörweite war, räusperte er sich.

„Was wirklich gefährlich wäre, wäre, etwas mit Adeline anzufangen. Es würde …“

„Edmund, lass mich selbst über meinen sozialen Status beunruhigt sein. Du hast auch viel Arbeit vor dir. Dieser neue Auftrag lastet auf uns beiden; ich werde deine Hilfe brauchen und wir werden beide unsere Hände schmutzig machen, so lass uns auf die Aufgabe fokussiert bleiben, ja?“

„Ich bin nicht sicher, ob ich derjenige bin, dem es an Fokus mangelt.“

„Wie bitte?“

„Ich sage nur, wenn Sie wirklich mit der Elite mitgehen wollen, also denjenigen, die in dieser Stadt etwas zu sagen haben, dürfen Sie nicht mit Personen wie Adeline gesehen werden; es ist eine harte Wahrheit. Sie ist zweifellos eine nette Lady, aber um Ihrer Reputation und um des Geschäftes willen empfehle ich Ihnen, dies zu erwägen.“

„Ich werde es erwägen.“

Der Donnersturm erreichte nach dem Abendessen seinen Höhepunkt. Howard zog sich in sein Schlafzimmer zurück und fand dabei die Türen dazu offen vor. Adeline stand bei einem Stuhl, ihr Rücken ihm zugewandt. Sie war dabei seine Wäsche zu falten und sie in den Schrank vor ihr zu legen. Sie trug ein langes hellbraunes Kleid, das größtenteils aus billigem Stoff und minderwertigem Leder bestand. Die Lichter der Kerzen aus dem Leuchter tanzten über ihre Haut als leichte Lufthauche als Ableger des Sturms die Flammen belästigten. Adeline hatte ihr blondes Haar zu einem einzelnen Rossschwanz zusammengebunden, damit es ihr nicht bei der Hausarbeit in die Quere kam.

Howard erinnerte sich daran, wann er Adeline zum ersten Mal getroffen hatte. Edmund hatte ihm eine Handvoll junger Frauen vorgestellt, die hofften, ein faires Einkommen mit Arbeit im Forsyth-Haushalt zu bekommen. In der ersten Woche ihrer Arbeit sah Howard wie Adeline mit den bereits hier arbeitenden Dienstboten in Konflikt kam. Sie wich nicht von zweimal so großen Männern zurück, die sie mit Ihrer Maskulinität einzuschüchtern versuchten. Er bewunderte sie für ihre Entschlossenheit und Hartnäckigkeit, aber auch für ihre Schönheit.

„Adeline.“

Sie drehte sich auf den Klang seiner Stimme hin um. Blitze erhellten den Nachthimmel, als sie ihm gegenüberstand. Ein Windstoß blies einige Kerzen aus.

"Master Forsyth."

Sie schauten sich für einen Moment in die Augen, als sie sich gleichzeitig an all die Zeiten erinnerten, die sie zusammen und getrennt verbracht hatten. Die offene Tür hinter Howard hinderte ihn daran, das zu tun, was er sich so sehnlichst wünschte. In zwei Schritten könnte er die Distanz zwischen sich und Adeline zurücklegen, bevor er sie in seinen Armen in eine enge Umarmung heben könnte und sie ihre Lippen zu einem Kuss vereinigen könnten, der ihrer beiden Wünsche befriedigen würde.

Der Wind wehte erneut und zerrte leicht am Saum ihres Kleides und an seinem Kragen. Sie wandte ihren Blick von ihm ab, drehte sich zu einem nahegelegenen Fenster und schloss die Jalousien. Sie blieb still stehen und tat so, als sei sie damit beschäftigt, das Schloss zu schließen. Adeline fühlte, wie ihr ein Schauer über den Rücken lief, als Howards Hand über ihre Wange strich, so dass sie errötete und ein Lächeln auf ihrem Gesicht erschien.

„Howard, wir könnten … jemand könnte uns sehen.“

„Lass sie. Ich werde nicht ein ängstlicher Mann in meinem eigenen Haus sein.“

„Du könntest wenigstens so anständig sein, die Tür zu schließen.“

„Ich lebe gerne gefährlich.“ Howard sprach und schloss dennoch gleichzeitig mit seinem Fuß die Tür.

„Und wie gefährlich wäre das?“ Sie sprach mit freudiger Stimme. Sie entspannte sich in seinen Armen als er sie mit einer Umarmung auf das Bett neben ihnen beiden zog.

„Gefährlich genug … um das zu tun … und das …“ Er küsste sie auf ihren Nacken und ihre Wangen, dazwischen pausierend um zu betonen „… und ich schaue dem Tod täglich in die Augen. Nur für dich.“

Sie starrte sein Gesicht im gedämpften Licht des Zimmers an und kümmerte sich nicht um die verloschenen Kerzen, um die sie sich kümmern sollte. Ihre Augen suchten sein Gesicht ab, als er ihren Blick erwiderte.

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Der Prüfer Ihrer Majestät" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen