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Der Prozess

1. KAPITEL

Lukas war noch immer fassungslos. Rosalie hatte ihm gerade eröffnet, dass sie wieder bei ihm einziehen wollte. Aber sie schien es absolut ernst zu meinen. Zumindest für den Moment.

„Ich kann noch gar nicht genau wissen, was ich eigentlich will“, erklärte sie. „Ich lerne mich gerade erst wieder selbst kennen und muss herausfinden, wie das alles war.“

„Das kann ich dir genau sagen“, erwiderte er.

„Du und deine Sandra – ihr habt mich doch nur belogen“, schnaubte sie. „Ich muss selbst dahinterkommen, Stück für Stück.“

„Das kannst du gerne tun, aber ohne mich.“ Sie ließ es nicht zu, dass er sich aus der Verantwortung, die er ihrer Meinung nach trug, stahl.

„Mit dir gemeinsam!“, beharrte sie. „Ich bin deine Frau!“

„Aber wir lieben uns schon längst nicht mehr“, hielt er dagegen.

„Das sagst du!“ Er schüttelte den Kopf. Wie stellte sich Rosalie das alles denn vor? Wollte sie seine Liebe etwa erzwingen? „Ich möchte uns wenigstens eine Chance geben“, sagte sie und gab dann telefonisch die Anweisung, dass all ihre Sachen wieder zurück in Lukas’ Wohnung gebracht werden sollten. Aber so einfach wollte er das nicht akzeptieren.

„Ich bin mit Sandra zusammen, und wir lieben uns.“ Lächelnd ging Rosalie darüber hinweg.

„Weißt du noch, wie du im Kasino so viel Geld gewonnen hast und wir dann Champagner getrunken haben?“Verblüfft riss er die Augen auf – daran konnte sie sich erinnern? „Es war so schön“, bestätigte sie. „Du hast mich herumgewirbelt, wir waren uns so nah …“

„Aber alles, was danach passiert ist, war für keinen von uns gut“, gab er zu bedenken.

„Und jetzt bist du in Sandra verliebt.“ Er nickte. „Das beweist, dass sich die Liebe zu einem Menschen schnell ändern kann. Vielleicht kannst du dich ja wieder in mich verlieben.“ Überfordert stöhnte er auf. Das war doch alles absurd.

„Man kann Menschen nicht einfach gegeneinander austauschen.“ Da kam ihm plötzlich eine Idee. „Kann es sein, dass du unbedingt hier wohnen willst, um Michael näher zu sein?“ Immerhin hatte Rosalie selbst vor Kurzem gestanden, dass sie für Dr. Niederbühl etwas empfand. Aber nun protestierte sie entschieden.

„Er hat mein Leben gerettet. Und er war nett zu mir. Wahrscheinlich habe ich das verwechselt, nach dem Koma. Ich will nichts von Doktor Niederbühl. Es geht mir einzig um unser Glück.“ Und dafür würde sie kämpfen. Er würde sie ja wohl nicht mit Gewalt vor die Tür setzen.

Cosima ging beinahe an die Decke, als sie begriff, dass Werner Saalfeld seinen Bruder aufgefordert hatte, auch wieder in die Wohnung zu ziehen.

„Das kommt überhaupt nicht infrage!“, empörte sie sich. „Es ist schon eine Zumutung, dass ich Sie und Ihre Ex hier ertragen muss. Noch einen Konopka werde ich keinesfalls dulden.“

„Und ich dachte, du freust dich über einen neuen Mitbewohner“, schaltete sich nun André ein, der ganz bewusst das vertraute Du anschlug.

„Das Boot ist voll, übervoll!“, giftete sie.

„André gehört zur Familie“, erwiderte Werner. „Er hat ein Recht darauf, hier zu wohnen.“

„Wer hier ein Recht auf was auch immer hat, wird sich noch herausstellen!“, keifte sie. „Verschwinden Sie gefälligst!“

„Ich wüsste gar nicht, wohin“, säuselte der Chefkoch. „Und ehrlich gesagt, ich freue mich richtig, wieder hier zu sein.“ Sie gab sich immun gegen seinen Charme.

„Warten wir ab, bis mein Mann nach Hause kommt“, fauchte sie. Götz hatte hier schließlich auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Der hielt sich derweil bei Barbara von Heidenberg auf der Krankenstation des Gefängnisses auf. Gerade hatten sich Barbara und er aus einer leidenschaftlichen Umarmung gelöst. Die Besuchszeit war gleich um, und sie hatten noch ein paar Dinge zu besprechen.

„Wie ist der Stand mit André Konopka?“, fragte sie ein wenig atemlos.

„Bisher hat sich keine Gelegenheit ergeben, mit ihm zu reden“, musste Götz ihr gestehen. Barbara verzog unzufrieden das Gesicht. Der Prozess würde übermorgen beginnen. Sie brauchten Zeugen! „Mach dir keine Sorgen, ich bekomme das schon hin“, versicherte er. „Ich weiß, wo ich bei dem Mann ansetzen muss. Und ich werde ihn mir noch heute Abend vornehmen.“

Als Götz zurück in den Fürstenhof kam, passte Ben ihn ab. Der Anwalt hatte zwar nicht die geringste Lust, mit dem Sohn seiner Mandantin zu sprechen, aber Ben blieb hartnäckig.

„Falls ich selbst meiner Mutter mit einer Aussage helfen kann, bin ich dazu natürlich jederzeit bereit“, erklärte er.

„Vorerst wird das kaum nötig sein“, winkte Götz ab. „Und falls Sie vom Staatsanwalt gebeten werden, sollten Sie die Aussage verweigern.“ Ben verstand nicht, warum. „Sie haben ein Recht darauf. Keiner kann Sie zwingen, gegen einen Angehörigen auszusagen.“ Ben beharrte darauf, dass er wichtige Fakten vorzubringen hatte.

„Werner Saalfeld hat zum Beispiel die Lebensversicherung trotzdem behalten, auch nachdem er erfahren hatte, dass Sylvia in Wirklichkeit Barbara ist.“ Götz schnaubte verächtlich.

„Das ist sicherlich verwerflich von Herrn Saalfeld, hat aber wenig mit den Delikten zu tun, die man Ihrer Mutter vorwirft.“ Ben würde sicherlich Gelegenheit bekommen, dem Gericht seine Version der Geschichte zu erzählen. „Die sogenannten Fakten sind ja weitgehend bekannt und werden verhandelt“, meinte Zastrow. „Aber Sie, Sie sind meine emotionale Trumpfkarte.“ Ben nickte wenig begeistert. „Als Sohn sind Sie viel wichtiger als dieser ganze Indizienkram.“ Und vor Gericht musste alles zum richtigen Zeitpunkt passieren. „Wenn man sein Pulver gleich zu Anfang komplett verschießt, gewinnt man keine Schlacht.“ So unwohl sich Ben bei der Sache auch fühlte – er widersprach nicht mehr. Er wollte doch nur das Beste für seine Mutter …

„Rosalie will um unsere Ehe kämpfen.“ Lukas war nichts anderes übrig geblieben, als Sandra über den neuen Stand der Dinge in Kenntnis zu setzen.

„Ich hoffe doch, dass sie da keine Chance hat“, erwiderte seine Freundin mit einem gequälten Lächeln.

„Genau das habe ich ihr klipp und klar gesagt.“ Sie konnten es beide nicht fassen, dass Rosalie trotzdem bei ihm in der Wohnung bleiben wollte. „Entweder sie möchte es einfach nicht wahrhaben, oder es steckt ganz was anderes dahinter.“ Die Nähe zu Michael. „Sie könnte ihm so lange auf die Nerven gehen, bis er schwach wird.“

„So, wie ich Rosalie kenne, würde sie ganz andere Wege finden, um Michael um den Finger zu wickeln“, wandte Sandra ein.

„Aber was will sie dann?!“

„Vielleicht genau das, was sie sagt.“ Auch wenn Lukas Rosalie darüber aufgeklärt hatte, dass ihre Ehe zerbrochen war – bisher hatte seine Frau nur diese eine schöne Erinnerung zurückgewonnen. „Und nun glaubt sie, dass sie das Glück ihres Lebens verschenken würde.“

„Dann hoffe ich, dass sie sich bald auch an den Rest erinnert“, seufzte er. „Der war nämlich eine Katastrophe.“

„In jedem Fall ist es doch gut, dass ihr überhaupt wieder was einfällt.“ Sandra versuchte, optimistisch zu bleiben. „Dann wird sie sich vielleicht bald auch erinnern können, wie es zu ihrem … Unfall kommen konnte.“

„Und sie wird wieder die gute alte Rosalie, die bestimmt sofort eine Idee hat, wie sie eine Intrige gegen uns spinnen kann“, ergänzte er seufzend.

„Kann doch sein, dass sie sich ein bisschen zum Guten verändert hat“, hoffte Sandra. Aber sie glaubte nicht wirklich daran. Immerhin hatte Rosalie schon jetzt wieder angefangen mit ihren Spielchen …

Eva Krendlinger telefonierte noch einmal mit ihrem Bruder Jacob. Was sie in dem alten Schmuckkästchen ihrer Mutter gefunden hatte, ließ ihr einfach keine Ruhe: ein Tagebuch, in dem ihre Mutter schrieb, dass Eva einen anderen Vater hatte als Jacob. Und ein altes Foto, das diesen Vater zeigte. Und das definitiv ein Foto des jungen Alfons Sonnbichler war.

„Ist das nicht vollkommen irre?“ Immerhin war Eva gerade bei den Sonnbichlers eingezogen. „Als wollte uns das Universum unbedingt zusammenbringen …“

„Bist du dir denn sicher mit der Vaterschaft?“, fragte Jacob überfordert.

„Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Papa nicht mein richtiger Vater sein soll …“ Aber warum sollte ihre Mutter in dem Tagebuch lügen? Das konnte doch nur heißen, dass sie mit Alfons Sonnbichler ein Verhältnis gehabt hatte und von ihm schwanger geworden war. „Ich habe keine Ahnung, was ich jetzt machen soll.“

„Du musst es diesem Sonnbichler sagen“, fand ihr Bruder. Aber das war gar nicht so einfach. Eva konnte nicht wissen, wie Alfons zu der Geschichte stehen würde. Und wie seine Frau reagieren würde. Immerhin musste er fremdgegangen sein, als die beiden schon verheiratet waren …

André traf Cosima nachmittags allein in der Wohnung an, sie trank gerade einen Tee.

„Was sagen wir denn dazu?“ Schwungvoll stellte er eine Etagere mit kleinen Köstlichkeiten vor sie auf den Tisch. „Als hätten mich die Götter zur richtigen Zeit zur richtigen Frau dirigiert. Ich wünsche Guten Appetit.“ Cosima musste wider Willen lächeln.

„Das sieht zwar sehr schön aus, aber glaub ja nicht, dass ich mich von dir einwickeln lasse.“ Doch er ließ sich einfach nicht bremsen.

„Bezaubern wäre das bessere Wort“, sagte er. „Und wenn ich es nicht schaffe, hoffe ich, dass wenigstens diese Petits Fours einen Weg zu deinem Herzen finden.“ In diesem Augenblick kam Götz Zastrow herein. Und dem gefiel die knisternde Atmosphäre, in der er seine Frau und den Chefkoch antraf, überhaupt nicht. Und dann informierte ihn Cosima auch noch darüber, dass André Konopka wieder eingezogen war.

„Es ließ sich nicht vermeiden“, fügte sie noch hinzu. „Aber zumindest müssen wir uns jetzt nicht mehr um unser leibliches Wohl sorgen.“ Götz Zastrow bat den Chefkoch um ein Gespräch unter vier Augen.

„Erstens: Sie lassen die Finger von meiner Frau!“ Erfreut registrierte André, dass es ihm offenbar gelungen war, Götz Zastrow eifersüchtig zu machen. Aber eigentlich ging es dem Anwalt gar nicht um Cosima. Er brauchte den Chefkoch für den Prozess! Und so kam Götz jetzt auf das Verhältnis zwischen André und seinem Bruder zu sprechen.

„Nach allem, was ich gehört habe, waren Sie immer der kleine Versager neben dem großen, erfolgreichen Werner“, provozierte er. „Er hat sie behandelt wie den letzten Dreck. Sie haben ganz schön leiden müssen, als er damals aus der DDR abgehauen ist.“ Der Chefkoch wurde nun zunehmend nervös. Woher hatte Zastrow all diese Informationen? „Er ging in den goldenen Westen, und Sie hatten Repressalien zu erdulden“, fuhr der Anwalt unbeirrt fort. „Später dann, als Sie an den Fürstenhof kamen, hielt er Sie als kleinen Angestellten an der kurzen Leine. Verständlich, dass man da Rachegefühle entwickelt und ihn am liebsten aus der Welt hätte – diesen großen Bruder, von dem man immer nur gedemütigt wurde.“

„Was reden Sie da für einen Unsinn!“, protestierte André nun. „Ich komme mit meinem Bruder bestens aus.“

„Machen Sie mir nichts vor.“ Götz’ Stimme wurde spöttisch. „Ich weiß, dass Sie damals mit von der Partie waren, als Frau von Heidenberg Ihren Bruder mit Medikamenten in den Wahnsinn treiben wollte!“ Geschockt starrte der Chefkoch den Anwalt an.

Werner besprach sich unterdessen mit dem Oberstaatsanwalt Georg Rosenberg, der für Barbaras Prozess verantwortlich war. Auch der Staatsanwalt war kein Freund von Götz Zastrow und seinen rüden Methoden und versicherte dem Senior, dass er sich keinesfalls von diesem berühmten und berüchtigten Anwalt manipulieren lassen würde. Dass Götz versucht hatte, Werner Saalfeld über seine Beziehung zu Barbara von Heidenberg auszuhorchen, nahm Rosenberg zur Kenntnis. Für solche Strategien war Zastrow bekannt …

André hatte inzwischen begriffen, worauf Götz mit seinem kleinen Monolog hinauswollte. Er sollte sich vor Gericht gegen Werner stellen! Sonst würde Barbara ausführlich berichten, welche Rolle er damals spielte, als sie Werner mit Medikamenten zu vergiften versucht hatte.

„Ich lasse mich von Ihnen nicht erpressen!“, empörte sich der Chefkoch. Außer der Behauptung seiner Mandantin hatte Götz ja auch gar keine Beweise für diese Anschuldigung, es würde also Aussage gegen Aussage stehen. „Und jeder im Gerichtssaal kapiert doch, dass Sie diese infamen Behauptungen nur in die Welt setzen, um Barbaras Hals aus der Schlinge zu ziehen!“ Mit diesen Worten ließ er den Anwalt allein. Und der blieb ausgebremst und wütend zurück.

Aber das war nicht die letzte unangenehme Situation für Götz Zastrow an diesem Tag. Denn Georg Rosenberg suchte ihn auf und erteilte ihm eine Abmahnung.

„Sie haben versucht, einen der Hauptzeugen mit unangemessenen Fragen auszuhorchen und zu manipulieren“, hielt der Staatsanwalt ihm vor. Götz begriff natürlich sofort, dass Werner Saalfeld sich beschwert haben musste.

„Ich bereite mich auf den Prozess vor und informiere mich selbstverständlich bei allen Beteiligten über die Sachlage“, verteidigte er sich. „Das ist mein gutes Recht.“

„Solange Sie gewisse Grenzen nicht überschreiten.“ Rosenberg musterte sein Gegenüber scharf. „Ich warne Sie. Sollte ich von Tricksereien hinter den Kulissen hören, werde ich die Vorsitzende Richterin davon in Kenntnis setzen. Weiß sie eigentlich, dass Sie sogar mit Werner Saalfeld in einer Wohnung wohnen?“

„Das ist nun wirklich nicht mein Verschulden“, erklärte Götz. „Er hat sich uns mit seiner Familie gewissermaßen aufgedrängt.“

„Das sind nicht gerade vorteilhafte Konditionen“, stellte der Staatsanwalt fest. „Sie sollten also ganz besonders darauf achten, sich im Hause Saalfeld gut zu benehmen.“ Götz verkniff sich einen Kommentar. „Sie sind dafür bekannt, im Laufe Ihrer Prozesse einen mächtigen Rummel zu machen“, fuhr Rosenberg fort. „Wagen Sie es diesmal nicht. Ich werde nicht dulden, dass dieser Prozess zu einer Zirkusveranstaltung wird.“

Sandra brachte einen Blumenkasten und ein Wäschepaket in Lukas’Wohnung, wo Rosalie sich gerade ein Bad einlaufen ließ.

„Lukas ist nicht da“, sagte Rosalie, als sie Sandra bemerkte.

„Ich möchte auch zu dir“, erwiderte Sandra und stellte ihre Mitbringsel auf den Tisch.

„Sind das Lukas’ Hemden aus der Reinigung?“, fragte Rosalie mit Blick auf das Wäschepaket. Sandra nickte. „All das geht dich in Zukunft nichts mehr an. Ich bin Lukas’ Frau, und wenn sich jemand um seine Wäsche oder Post kümmert, dann bin ich es.“

„Das kannst du gerne tun“, entgegnete Sandra bemüht gelassen und sachlich. „Allerdings wird das nichts an eurer Beziehung ändern. Er ist fest entschlossen, sich scheiden zu lassen.“ Sandra spürte, wie verletzlich Rosalie war. Aber sie hatte sich trotzdem entschieden, Klartext mit ihr zu reden. Rosalie blickte ihrer Kontrahentin nun direkt ins Gesicht.

„Weißt du, wie das ist, wenn man alles vergisst? Auch seine Gefühle?“ Sandra konnte ihrem Blick nicht standhalten. „Meine Erinnerungen kommen langsam zurück und damit auch das Gefühl für Lukas. Und das werde ich mir von nichts und niemandem nehmen lassen.“ Rosalie kämpfte nun mit den Tränen. „Meine Ehe mit Lukas ist das Einzige, was mir aus meinem früheren Leben geblieben ist. Ich werde mich keinesfalls von ihm scheiden lassen.“

„Sie ist immer noch in meiner Wohnung?“ Sandra bejahte und sah Lukas nachdenklich an. Der war vor allem verärgert.

„Die Erinnerung an eure glückliche Zeit scheint Rosalie wirklich sehr zu berühren“, wandte Sandra ein. „Deshalb will sie unbedingt an eurer Ehe festhalten.“

„Das ist doch wieder irgendein mieses Spiel von ihr“, sagte er düster.

„Sei nicht so hart“, bat seine Freundin. „Mir kommt sie total verzweifelt vor. Sie versucht, sich an jedem Strohhalm festzuhalten.“

„Ich bin der falsche Strohhalm“, knurrte er. Und die beiden bemerkten nicht, dass Cosima gerade die Treppe hinunterkam und sofort wie angewurzelt stehen blieb, als sie Lukas und Sandra im Treppenhaus entdeckte.

„Wir sind doch schon einen Riesenschritt weiter“, hörte sie Sandra nun sagen. „Rosalie hat sich an eine schöne Situation mit dir erinnert. Vielleicht fällt ihr auch bald wieder ein, dass es davon nur wenige gab.“

„Das kann ich nur hoffen“, stöhnte er.

„Bestimmt kommt sie dann ganz von selbst zur Einsicht.“ Auf Cosimas Miene war ein alarmierter Ausdruck erschienen. Rosalie hatte sich erinnert?!

„Wir sollten uns erst einmal für Rosalie freuen, dass wenigstens ein Bruchteil ihrer Erinnerung zurück ist“, fand Michael, nachdem Lukas und Sandra ihm den neuesten Stand der Dinge berichtet hatten. Aber so eine Amnesie war unberechenbar. Niemand konnte sagen, wann Rosalies Gedächtnis vollständig zurückkehren würde. Lukas erzählte nun, dass Rosalie darauf bestand, wieder in seiner Wohnung zu wohnen – die er ja mit Michael teilte.

„Lukas glaubt, sie beharrt nur darauf, um Ihnen nahe zu sein“, ergänzte Sandra.

„Wenn sie sich jemanden in den Kopf gesetzt hat, tut sie sonst was, um ihn zu kriegen“, meinte Lukas.

„Wenn dem so wäre, müsste ich sie wohl schwer enttäuschen.“ Aber Michael glaubte eigentlich nicht, dass Rosalie so berechnend dachte. „Menschen in ihrem Zustand entwickeln selten langfristige Strategien. Die Vergangenheit fehlt, deshalb sind sie ganz auf ihre unmittelbaren Wünsche und Emotionen angewiesen. Und sie sind meistens unkorrigiert, also ehrlich.“ Das sprach auch für Sandras Eindruck von Rosalie. Aber weder sie noch Lukas wussten, wie sie mit der Situation umgehen sollten. Warum war auf einmal wieder alles so schwierig?

Cosima ließ Rosalie unterdessen einen Brief zustellen.

„Liebe Rosalie“, hatte sie geschrieben. „Ich sorge mich um dich und wüsste gerne, wie es dir geht und was du fühlst. Ich freue mich, dich bald zu sehen, damit wir auch deine Zukunft mit Lukas planen können. Deine Schwiegermutter und beste Freundin.“

Nachdenklich starrte Rosalie auf den Brief. Lukas hatte sie schließlich vor Cosima gewarnt. Aber deren Worte klangen doch wirklich nett und besorgt …

2. KAPITEL

„Es wird der erste und letzte Abend sein, den wir hier gemeinsam verbringen.“ Mit diesen Worten betrat Götz die Wohnung, wo Charlotte und Werner am Tisch saßen.

„Glauben Sie etwa, dass Sie uns wieder rausbekommen?“ Dem Senior schwoll sofort der Kamm.

„Wir ziehen aus.“ Werners Gesicht verzog sich schlagartig zu einem breiten Grinsen.

„Wer hätte gedacht, dass die Herrschaften so schnell zur Vernunft kommen“, sagte er zu Charlotte.

„Dieses Grinsen wird Ihnen bald vergehen“, drohte Zastrow nun. „Wir sehen uns nämlich in den nächsten Tagen vor Gericht.“

„Wo Sie die größte Schlappe Ihrer Karriere hinlegen werden“, meinte Werner gelassen.

„Warten wir es ab.“ Charlotte musterte Götz alarmiert. „Ich werde die Wahrheit hinter den Fakten suchen“, kündigte der nun an. „Die wahren Hintergründe für den mörderischen Kampf auf Leben und Tod damals in den Bergen. Meines Wissens stand Barbara von Heidenberg alleine gegen drei Menschen. Und für sie endete diese Auseinandersetzung mit einem Sturz in die Tiefe …“

„Was wollen Sie damit andeuten?“, fragte Charlotte.

„Ich finde es mindestens seltsam, dass ausgerechnet die Geschädigte auf der Anklagebank sitzt, während sich die anderen Beteiligten als angebliche Opfer aufspielen“, gab der Anwalt zur Antwort.

„Diese Frau gehört in die Hölle!“, polterte Werner da los. „Nichts anderes hat sie verdient!“

„Das lassen wir die Richterin entscheiden“, konterte Götz.

„Wenn die es nicht tut, dann werde ich selbst dafür sorgen, dass sie ihre gerechte Strafe bekommt.“ Nun war es an Zastrow zu grinsen.

„Das nennt man Selbstjustiz“, stellte er fest. „Vielleicht haben Sie ja genau das damals schon versucht?“ Werner wäre ihm am liebsten an die Gurgel gegangen, doch Charlotte bremste ihn.

„Merkst du denn nicht, dass er dich nur provozieren will?“, mahnte sie. Aber Götz hatte dennoch erreicht, was er wollte.

Erst am nächsten Morgen eröffnete er Cosima, dass sie wieder aus der Wohnung ausziehen mussten. Und natürlich passte ihr das gar nicht.

„Ich vertrete Frau von Heidenberg als Anwalt, und da verbietet es sich, mit Zeugen der Anklage in einer Wohnung zu wohnen“, erläuterte ihr Mann.

„Wegen einer Mandantin von dir soll ich hier das Feld räumen?“, empörte sie sich sofort. „Das kommt überhaupt nicht infrage!“

„Ich habe schon eine Ermahnung vom Oberstaatsanwalt bekommen“, legte er nach. „Und außerdem … Hier ist es schlichtweg zu voll. Es würde permanent Streit geben. Und für uns beide hätten wir kaum noch Ruhe.“

„Wir haben doch unsere eigenen Zimmer“, hielt sie dagegen. Er musste also wieder seine erfundene Krankheit ins Spiel bringen.

„Versteh doch …“ Mitleidheischend sah er sie an. „Vielleicht habe ich nur noch ein paar Monate. Da möchte ich dich einfach für mich alleine haben.“ Ein leises Schmunzeln erschien nun auf ihrem Gesicht.

„Ah … Du bist eifersüchtig.“ Das gefiel ihr ausgezeichnet.

„Ich liebe dich“, heuchelte er. „Und allein die Vorstellung, dass dieser Koch an dir rumbaggert, macht mich rasend.“

„Du bist süß.“ Cosima war sichtlich geschmeichelt. Und unter diesen Voraussetzungen packte sie natürlich sofort ihre Koffer …

Aber eigentlich führte Götz mit dem überstürzten Auszug aus der Wohnung etwas ganz anderes im Schilde. Ihm war nämlich eine Idee gekommen, wie er die Situation für seine Zwecke nutzen konnte. Und so installierte er in einem unbeobachteten Moment eine Wanze in der Wohnung. Nun würde er mithören können, was die Gegenpartei sich so zu erzählen hatte, wenn sie dachten, dass die Feinde nicht mehr anwesend wären …

„Hast du meinen Brief bekommen?“ Cosima hatte Rosalie im Park gefunden, wo ihre Leibwächterin sie im Rollstuhl einen Weg entlangschob. Rosalie nickte. „Hättest du denn ein paar Minuten, damit wir ungestört unter vier Augen reden könnten?“

„Ich habe leider strikte Anweisung, sie nicht alleine zu lassen“, schaltete sich die Leibwächterin ein, bevor Rosalie etwas entgegnen konnte.

„Schön, dass Sie Ihren Job so ernst nehmen …“ Cosima lächelte gespielt herzlich. „Aber wir beide sind gut befreundet, ich bin ihre Schwiegermutter, da müssen Sie sich keine Sorgen machen.“

„Tut mir leid.“ Die Leibwächterin blieb standhaft.

„Lukas hat die Anweisung gegeben“, erklärte Rosalie.

„Na, das sieht ihm wieder einmal ähnlich.“ Cosima tat so, als würde sie das Ganze als Witz betrachten. „Wahrscheinlich hat ihm diese kleine Hexe von Sandra diesen Floh ins Ohr gesetzt.“

„Ich finde sie eigentlich ganz nett …“ Rosalies Miene wurde schlagartig traurig. „Außer, dass sie …“

„Außer, dass sie dir den Mann ausgespannt hat“, ergänzte Cosima trocken. „Dabei waren Lukas und du ein wunderschönes Paar. Glücklich und zufrieden, bis sie sich eingemischt hat.“ Mit diesen berechnenden Worten hatte Cosima die Neugier ihrer Schwiegertochter natürlich sofort geweckt.

„Kannst du mir noch ein bisschen mehr darüber erzählen, wie das früher war zwischen Lukas und mir?“, bat Rosalie.

„Gerne“, heuchelte Cosima. „Aber das geht nun wirklich nur dich und mich was an.“ Die Leibwächterin griff zum Telefon und versuchte, Lukas Zastrow zu erreichen. Doch es meldete sich nur die Mailbox. Nun ergriff Rosalie selbst die Initiative und bat ihre Beschützerin, sie mit ihrer Schwiegermutter allein zu lassen.

„Gut, dass ich Sie finde.“ Die Leibwächterin hatte sich auf die Suche nach Lukas gemacht und traf ihn gemeinsam mit Sandra in der Lobby an. „Rosalie hat mich gebeten, sie mit Ihrer Mutter allein zu lassen.“ Lukas traf beinahe der Schlag.

„Wo sind die beiden jetzt?“ Die Leibwächterin deutete nach draußen. Lukas und Sandra stürzten auf der Stelle in den Park. Doch von Rosalie und Cosima war keine Spur mehr zu sehen. Von Ben, der dort gerade einen Spaziergang machte, erfuhren sie, dass die beiden Richtung Wald verschwunden waren …

„Ich war schon so lange nicht mehr im Wald!“ Freudig sah Rosalie sich auf der Lichtung um, auf die Cosima sie inzwischen geschoben hatte.

„Wir waren früher oft gemeinsam hier und haben uns stundenlang unterhalten“, behauptete die.

„Waren wir wirklich so gute Freundinnen?“, fragte Rosalie nun und musterte ihre Schwiegermutter.

„Du warst meine Traum-Schwiegertochter“, heuchelte Cosima. „Von Anfang an.“ Das hörte Rosalie sichtlich gern. „Lukas und du, ihr passt hervorragend zusammen. Ich habe mich sehr über eure Heirat gefreut.“

„Glaubst du denn, wir haben noch eine Chance?“, fragte Rosalie hoffnungsvoll.

„Es lohnt sich unbedingt zu kämpfen“, antwortete ihre Schwiegermutter. „Und lass dich dabei nicht durch Sandra beirren. Lukas hat dich geheiratet. Und er wird auch wieder zu dir zurückfinden.“ Rosalie fühlte sich noch immer unsicher.

„Das beste Verhältnis hast du aber nicht zu deinem Sohn, oder?“, meinte sie nun.

„Welches Kind hört schon gerne, wenn die Mutter nicht viel von der aktuellen Lebensabschnittsgefährtin hält?“, redete Cosima sich heraus. „Du bist die einzig richtige Frau für Lukas. Weltgewandt, intelligent, du weißt zu repräsentieren. Ein nicht unerheblicher Faktor als Miteigentümerin eines Fünf-Sterne-Hotels.“ Dem konnte Rosalie nicht widersprechen. „Lass dich nicht aufhetzen. Vertraue deinem gesunden Menschenverstand.“ Cosimas Stimme war ein einziges Säuseln. „Auf mich konntest und kannst du dich immer zu hundert Prozent verlassen.“

„Da sind sie!“ Mit der Leibwächterin im Schlepptau stürmte Lukas den Waldweg entlang. Und war mehr als erleichtert, als er Rosalie offenbar wohlbehalten in Gesellschaft seiner Mutter antraf. „Ist alles in Ordnung?“, fragte er besorgt.

„Ja, alles okay.“ Rosalie war sichtlich erschrocken. „Was ist denn los?“

„Darf ich mich nicht mal mehr um meine kranke Schwiegertochter kümmern?“, meldete sich Cosima nun beleidigt zu Wort. Ihr Sohn fixierte sie argwöhnisch.

„Ich kümmere mich schon selbst um meine Frau“, sagte er brüsk. Dann klingelte sein Handy. Sandra, die den Park abgesucht hatte, wollte wissen, ob er Rosalie gefunden hatte. „Ja, hab ich. Es ist alles in Ordnung.“

„Hab ich’s nicht gesagt?“, flüsterte Cosima derweil ihrer Schwiegertochter zu. „Er liebt dich immer noch.“ Sie verabschiedete sich betont herzlich von Rosalie und gab ihr sogar Küsschen auf die Wange.

„Was wollte sie von dir?“ Lukas wandte sich an Rosalie, nachdem Cosima verschwunden war.

„Wir haben uns nur nett unterhalten“, antwortete seine Frau. „Dass ich eine so sympathische Schwiegermutter habe … Normalerweise sollen die doch immer Drachen sein.“

„Sie ist auch einer!“, sagte er grimmig. „Solange nicht aufgeklärt ist, wer für den Anschlag auf dich verantwortlich ist, darfst du nicht allein sein. Vor allem nicht mit meiner Mutter!“

„Aber wenn deine Mutter mir etwas antun wollte, hätte sie doch jetzt ausgiebig Gelegenheit gehabt“, erwiderte Rosalie und nahm seine Hand. „Süß, dass du dir Sorgen machst. Aber unnötig.“ Wieder klingelte sein Handy. Er musste zurück ins Büro.

„Bitte, lass dich bewachen“, sagte er zum Abschied. „Mir zuliebe.“ Sie nickte und ließ sich dann von ihrer Leibwächterin zurück in den Park schieben. Und dort beobachtete sie, wie Ben Sponheim mit einem Spaten ein Loch grub. Gemeinsam mit einem Gärtner war er dabei, ein paar neue Bäume einzusetzen. Schlagartig kam die Erinnerung zurück: Rosalie hatte Ben schon einmal gesehen, als er ein Loch gegraben hatte. Im Wald. Und in diesem Loch war eine Plastiktüte mit Bündeln von Geldscheinen gewesen …

Was diese Erinnerung zu bedeuten hatte, wusste Rosalie natürlich nicht. Und so rollte sie aufgeregt auf Ben zu.

„Haben wir uns früher gut gekannt?“, fragte sie ihn.

„Geht so“, erwiderte er irritiert. „Immerhin waren wir per Du.“ Sie lächelte und berichtete ihm von der Erinnerung, die sie gerade gehabt hatte.

„Du hast im Wald Geld ausgegraben.“ Ben stand die Verblüffung ins Gesicht geschrieben. Und sie beide bemerkten nicht, dass in diesem Moment Werner Saalfeld um die Ecke kam und sofort die Ohren spitzte. „Du hast dir etwas davon genommen und den Rest wieder verbuddelt“, fuhr Rosalie fort. „Weißt du, was das zu bedeuten hat?“

„Nein, ich …“ Ben stammelte nur noch. „Das ist ja komisch … Keine Ahnung …“

„Frau Zastrow, Ihre Physiotherapie beginnt gleich“, mahnte jetzt die Leibwächterin.

„Ja, natürlich.“ Rosalie wandte sich noch einmal an Ben. „Lass uns später in Ruhe darüber reden.“ Dann wurde sie davongeschoben. Und nun stapfte Werner Saalfeld auf den Pagen zu und schleppte ihn mit sich ins Büro.

„Und mir haben Sie damals weisgemacht, Sie hätten das Geld verbrannt?!“ Der Senior war außer sich vor Empörung. Denn ihm war völlig klar: Bei dem Geld, das Ben im Wald vergraben hatte, konnte es sich nur um die Millionen aus Barbaras Lebensversicherung handeln! Und wenn Rosalie das Versteck kannte, dann hatte sie das Geld geklaut! Das leuchtete auch Ben ein.

„Auf einmal hatte sie plötzlich immer Kohle“, erinnerte er sich. „Obwohl sie vorher ständig knapp bei Kasse gewesen war.“

„Dieses Biest hat damit die Anteile am Fürstenhof gekauft“, stellte Werner erbost fest.

„Dann gehören die Anteile eigentlich mir!“, kombinierte Ben.

„Papperlapapp!“, widersprach Werner wütend. „Ich habe damals jeden verdammten Cent der Lebensversicherung zurückzahlen müssen. Das ist mein Eigentum! Und ich werde es mir zurückholen!“ Ben schwieg eingeschüchtert.

Götz saß wieder mit seiner Mandantin zusammen und besprach die Strategie, die er im Prozess verfolgen wollte.

„Wir gehen so vor: Du kannst dich bis heute nicht daran erinnern, was damals auf dem Berg vorgefallen ist.“ Barbara schien wenig begeistert zu sein.

„Ich soll mich als debil verkaufen?“, zischte sie.

„Du leidest tragischerweise noch immer an Gedächtnislücken“, korrigierte er ironisch. Und dass ihr diese Rolle missfiel, war ihm gerade herzlich egal. „Wir müssen die Richterin überzeugen, nur das ist wichtig. Am Ende muss sie glauben, du warst zur Tatzeit unzurechnungsfähig.“ Das war der einzige Weg, um einer Verurteilung zu entgehen. Barbara seufzte.

„Werner wird kein gutes Haar an mir lassen“, fürchtete sie. Und Götz hatte – außer Ben – noch immer keinen Zeugen aufgetrieben, der für sie aussagen wollte.

„Aber immer mit der Ruhe …“, meinte er. „Ich habe nämlich einen sehr viel besseren Weg gefunden, dir zu helfen. Ich habe die Wohnung von Werner Saalfeld verwanzt!“

„Belauschte Gespräche sind vor Gericht nutzlos!“, herrschte sie ihn an. „Das muss ich dir ja wohl nicht erklären!“

„Richtig“, gab er zu. „Aber man erhält dadurch möglicherweise nützliche Informationen …“ Barbara entspannte sich ein wenig. „Für meine Mandanten gehe ich durchs Feuer“, legte er nach. „Nicht umsonst bin ich so erfolgreich.“ Er legte den Arm um sie.

„Dann sag mir genau, was ich tun soll …“ Sie war also einverstanden mit seiner Strategie.

Eva wusste immer noch nicht weiter: Inzwischen war sie bei den Sonnbichlers eingezogen und hatte ihr Zimmer renoviert und gestrichen. Alfons hatte ihr ein wenig geholfen, und dabei hatten sie entdeckt, dass sie beide dasselbe Muttermal am Arm hatten. Er hatte sofort Hildegard davon erzählt – er schien überhaupt nicht argwöhnisch zu werden. Kurz war Eva versucht gewesen, den beiden die Wahrheit zu sagen, hatte sich im letzten Moment aber auf die Zunge gebissen. Aber sie fühlte sich ausgesprochen schlecht bei der ganzen Angelegenheit.

Und dann erzählte Tanja ihr noch, dass Alfons bereits ein uneheliches Kind hatte: Alexander!

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