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Der Popstar und sein Anwalt

Herausgeber

DER POPSTAR UND SEIN ANWALT

 

© Norma Banzi

Alle Rechte vorbehalten

 

Covermotive:

Topless man © Knut_Wiarda, depositphotos

Rampenlicht © LeksusTuss, depositphotos

 

Gestaltung des Covers: Norma Banzi

 

Zweite, überarbeitete Auflage: 2016

(Erste Auflage: 2012)

 

© Edition Banzini

Kurvenstraße 25, 22043 Hamburg

www.banzini.de

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Klappentext

Als der junge Musikstar Angel auf 10 Millionen Dollar verklagt wird, vermittelt ihm sein Manager den eleganten und erfolgreichen Anwalt Vincent Gable. Es funkt sofort zwischen den beiden so unterschiedlichen Männern, doch Angel verdrängt seine Probleme und daher geht das erste Zusammentreffen mit Vincent gründlich schief. Der Anwalt verzichtet eher auf ein lukratives Mandat, als sich von dem unreifen Musiker auf der Nase herumtanzen zu lassen.

Angel ist wider Willen davon beeindruckt, dass ihn jemand so kaltschnäuzig abserviert hat. Und auch sonst geht ihm der große, kräftig gebaute Mann mit der sexy Samtstimme nicht mehr aus dem Sinn. Nach einem anstrengenden Videodreh nimmt er all seinen Mut zusammen, besucht Vincent in seiner Wohnung und verführt ihn.

Vincent übernimmt nicht nur das Mandat, sondern wird Angels Liebhaber. Aber er glaubt, mit 40 Jahren zu alt für Angel zu sein. Und dann präsentiert ihm Angel auch noch seinen jungen Lebensgefährten Jamie ...

Eins

Eigentlich war Vincent Gable als Anwalt zu erfolgreich, um noch Hausbesuche machen zu müssen, schon gar nicht an einem Sonntag. Aber Steve Scionti, der Agent des bekannten jungen Musikidols Angel, hatte so lange auf Vincent eingeredet, bis dieser nachgab.

Das Anwesen wirkte protzig. Vor der weißen Villa standen vier Luxus-Karossen, gegen die Vincents nachtblauer BMW fast ein wenig bescheiden wirkte. Vor fünf Jahren war der BMW gerade In gewesen. Vincent hatte ihn sich von seinem ersten großen Honorar geleistet. Mittlerweile prahlten die Reichen, Schönen und Erfolgreichen der Musikbranche mit ganz anderen Wagen. Aber Vincent hing an diesem ersten Beweis seines beruflichen Erfolgs.

Scionti wartete schon an der Eingangstür, um ihn in Empfang zu nehmen. Nervös rang der Agent mit den Händen.

„Angel ist im Augenblick nicht gerade bester Laune. Bitte regen Sie ihn bloß nicht mit Fragen zu der Schadensersatzklage auf.“

„Ich bin sein Anwalt, ich muss mit ihm über die Sache sprechen“, konterte Vincent.

„Lassen Sie mich reden!“, entschied Scionti.

Vincent zuckte mit den Schultern. Das konnte heiter werden. Auch nach fünf Jahren, in denen er schon mit Stars und Sternchen beruflichen Umgang pflegte, hatte er sich noch immer nicht richtig an deren exzentrische, fordernde Art gewöhnt. Damals war es eher Zufall gewesen, dass der mittelmäßig erfolgreiche Anwalt, tätig in einer Kanzlei mit nur acht Anwälten, mit einem Fall aus der Musikbranche betraut worden war. Vincent hatte seinem prominenten Mandanten den Arsch und einige Millionen gerettet und dafür ein fettes Honorar kassiert. Über Mundpropaganda waren nach und nach andere Stars auf ihn aufmerksam geworden und hatten sich an ihn gewandt. Mittlerweile bearbeitete Vincent keine kleinen Fische mehr. Seinem Kontostand tat dies gut, seinen Nerven weniger.

Vincent kleidete sich so konservativ wie er erzogen worden war. Meistens trug er einen dreiteiligen Anzug in gedeckten Farben, der natürlich maßgeschneidert war, sowie ein weißes oder blaues Hemd, dazu stets dezente Seidenkrawatten. Ihm war es lieber, wenn sein Leben in geordneten Bahnen verlief. Mit den Extravaganzen der Branche konnte er allzu oft nichts anfangen.

Als sie den Vorraum betraten, dröhnte ihnen lautstarker Rap entgegen, den Vincent nicht ausstehen konnte. Der Agent entschuldigte sich mit einem gemurmelten: „Seit Angel bei den MTV-Music-Awards mit dieser Rapperin aufgetreten ist, dudelt er diese Musik ständig.“ Dann öffnete er eine Flügeltür und führte seinen Gast in einen großen Raum.

Vincent staunte. Angel hatte sich in seiner Villa eine private Spielothek eingerichtet. Überall standen moderne oder ältere Spielautomaten herum.

Der Popstar stand nur mit Shorts bekleidet an einem der vielen Flipperautomaten. Um den Hals trug er kitschige, überdimensionierte Goldketten, die seine schmale Brust fast zu erdrücken schienen. Mit seinen auffällig beringten Fingern beackerte er das Spielgerät leidenschaftlich. Seine langen, blonden Haare bewegten sich im Schwung seines Spiels. Es sah fast so aus, als würde er nach Heavy Metal headbangen, allerdings dröhnte aus den Lautsprechern leider kein Metal, eine Musikrichtung mit der Vincent noch halbwegs etwas anfangen konnte. Sie war der Sound seiner Jugend.

Zwei von Angels Kumpeln spielten gemeinsam ein Computerspiel und rangelten dabei lautstark, um sich gegenseitig zu behindern, ein dritter fuhr Skateboard auf den teuren Marmorfliesen.

„Angel, dein Anwalt ist gekommen.“

„Gib ihm eine Autogrammkarte, Steve!“, rief der Jungstar. Seine Aufmerksamkeit blieb weiter auf den Flipper gerichtet.

„Mr. Gable ist nicht wegen eines Autogramms gekommen“, erwiderte der Agent.

Angel prustete los vor Lachen. „Gable? Wie der Schauspieler Clark?“

„Sein Vorname ist Vincent“, stellte Scionti richtig.

„Fuck! Jetzt habe ich wegen dir die beschissene Kugel verloren!“, fluchte Angel. Er drehte sich um und musterte Vincent von oben bis unten. Der gab den Blick ebenso arrogant zurück. Höflich streckte Vincent seine Hand zur Begrüßung aus.

„Vincent Gable, Anwalt für Urheber- und Schadensersatzrecht. Ihr Agent teilte mir mit, Sie bräuchten meine Hilfe?“

Automatisch ergriff Angel die ihm dargebotene Hand. Seine kleine, schmale verschwand fast in der großen, kräftigen des Anwalts. Völlig unvermutet spürte Vincent ein sinnliches Prickeln. Es entstand dort, wo Angel ihn berührte, wanderte seinen Arm hoch und schoss dann zielstrebig in Richtung Unterleib. Die Blicke der Männer trafen sich und hielten einander fest. Angel hatte wirklich so phantastisch blaue Augen wie in seinen Musikvideos und auf seinen CD-Covern, stellte Vincent fest. Für einen Augenblick glaubte er, Begehren in den Augen des Musikers aufglimmen zu sehen. Vincent lächelte ein wenig und hoffte auf die Wirkung seiner samtbraunen, von langen, gebogenen Wimpern umkränzten Augen. Mit ihnen hatte er schon so manchen Mann becirct und ins Bett bekommen. Für einen kurzen Moment schien der Jungstar an der Angel zu hängen. Aber dann riss er mit einem unwilligen Zischen seine Hand fort, als hätte er es satt, den Kopf in den Nacken legen zu müssen, weil sein Gast so viel größer und kräftiger war als er selbst, und Vincent fragte sich, ob er sich das sexuelle Interesse des Popstars nur eingebildet hatte.

„Ich brauche keinen verdammten Anwalt. Die Filmhaie kommen nie mit ihrer fuckin' Forderung durch. Ich bin ein Star. Meine Fans lieben mich.“ Angel stapfte zu einem Beistelltisch, griff sich eine Flasche Mineralwasser und trank sie so gierig aus, als sei er am Verdursten. Vermutlich wollte er damit seine Nervosität überspielen, glaubte Vincent. Immerhin soff er nicht schon am Mittag Alkohol, wie manch anderer Mandant.

„Es geht für dich um zehn Millionen Dollar“, erinnerte Scionti seinen Schützling.

Angel schnaubte und lief zu seinem skatenden Freund. Von irgendwoher griff er sich ein Board und fuhr mit ihm um die Wette.

„Steve! Starte mal meine neue CD“, schrie er über den Rap hinweg.

Mit einem Seufzen nahm sich der gestresste Agent eine Fernbedienung von einem der Tische und drückte einige Knöpfe. Gleich darauf erklang statt des Raps ein Popsong aus den Lautsprechern.

„Gefällt Ihnen meine Musik, Herr Anwalt?“, wollte Angel wissen.

„Nein!“, antwortete Vincent nicht ganz wahrheitsgemäß. Er bevorzugte zwar eine andere Musikrichtung, doch wenn Angels Songs im Radio liefen, schaltete Vincent auch nicht weg. Er besaß sogar ein Album des Stars. Derzeit allerdings hatte Vincent nicht übel Lust, den verwöhnten Bengel über das Knie zu legen ... oder ihn auf einen der Flipper zu werfen und ordentlich durchzuvögeln. Wohlmöglich war eine Runde Sex mit einem willensstarken Partner genau das, was Angel gerade brauchte. Angeblich hatte er eine Freundin, ein bekanntes Popsternchen namens Giny. Vermutlich handelte es sich dabei aber um eine reine Promotionbeziehung, die privat höchstens als Freundschaft geführt wurde. Vincent schnappte einen verletzten Blick des Stars auf und fast tat ihm seine Antwort leid, als Angel das Kinn vorschob, seinen Scater-Kumpel einfing und sich provokant und lüstern an ihm rieb. Na also! Vincent fragte sich, ob Angel ihn mit der demonstrativen Zurschaustellung seiner Homosexualität ärgern oder anmachen wollte. Vielleicht war es von beidem etwas. Das Gör verrechnete sich allerdings, wenn es glaubte, dadurch bei Vincent eine Erektion hervorrufen zu können. Oh ja, der kleine Teufel starrte nun auf Vincents Körpermitte und Vincent stemmte seine Hände an die Hüften. Dabei schob er in einer fließenden Bewegung die beiden Frontseiten seines Sakkos beiseite. Angel glotzte und langsam begann das Spiel interessant zu werden. Leider unterbrach ein erschrockenes Zischen von Scionti die stumme Interaktion.

„Angel muss morgen ins Studio für Aufnahmen zu seinem neuen Video. Sie können ihm doch jetzt nicht sagen, dass Sie seine Musik nicht mögen! Damit verunsichern Sie ihn. Jeder mag Angels Musik.“

„Schaut nicht so aus, als sei er sehr verunsichert“, meinte Vincent und zeigte auf Angel, dessen Zunge sich gerade in den Mund seines Freundes schlängelte.

Versautes, kleines Miststück’, schoss es Vincent durch den Kopf.

Scionti eilte zu den beiden jungen Männern und trennte sie voneinander.

„Du hast Besuch!“, erinnerte der Agent seinen Schützling.

„Der Anwalt ist langweilig“, schmollte der. „Ich will ihn nicht mehr sehen.“

„Dem kann abgeholfen werden“, konterte Vincent ironisch, drehte sich auf dem Absatz um und ging. Schnaufend eilte Scionti hinter ihm her.

„Sie werden doch niemandem von dem erzählen, was Sie gerade gesehen haben?“, fragte der Agent mit sorgengeplagter Stimme.

Vincent zuckte mit den Schultern. „Fällt unter Anwaltsgeheimnis.“

„Werden Sie Angel vertreten?“

„Ich kann niemanden vertreten, der sich nicht vertreten lassen will.“

„Angel hat nur eine schlechte Phase.“

„Er kann sich ja bei mir melden, wenn es ihm wieder besser geht“, erwiderte Vincent mit kalter Stimme.

„Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, hier heraus zu fahren. Bitte schicken Sie mir dafür Ihre Rechnung.“

„Das werde ich“, sagte Vincent mit einem sarkastischen Lächeln und nahm sich vor, für diesen Besuch das Dreifache seines ohnehin schon gesalzenen Honorars in Rechnung zu stellen. Scionti würde es ohne mit der Wimper zu zucken zahlen. Der Agent brachte den Anwalt noch bis zum Wagen und wiederholte ein letztes Mal, wie dringend Angel Hilfe bräuchte, aber Vincent gab sich zugeknöpft. Auch er konnte exzentrisch sein. Er hatte schon einige lukrative Mandate ausgeschlagen, weil ihm die Mandanten nicht gefallen hatten. Vincent Gable konnte es sich leisten, denn er schwamm derzeit auf der Welle des Erfolgs.

In seinem BMW legte er eine ruhige Jazz-CD ein, eine willkommene Erholung nach dem Krach in der Villa, und fuhr los.

♫♫♫

Es war Freitag, zehn Uhr abends. Vincent hatte zum Feierabend Jackett, Weste und Krawatte abgelegt und sein weißes Hemd um zwei Knöpfe geöffnet. Er stand in seiner Küche und brauste gerade Pfifferlinge für ein spätes Essen ab. Er kochte sich oft abends noch etwas, da er eher ein Nachtmensch war. Selten war er vor zehn Uhr vormittags im Büro, es sei denn, es standen Gerichtstermine an.

Das Telefon in der Küche klingelte. Mit einem Seufzen trocknete sich Vincent die Hände ab und hob ab.

„Ja?“

„Matt, vom Empfang, Sir. Ein Marc Stone möchte zu Ihnen. Da er nicht angemeldet ist, wollte ich lieber vorher nachfragen. Er sagt, er sei ein Mandant von Ihnen.“

‚Ich kenne keinen Marc Stone’, schoss es Vincent durch den Kopf, als ihm einfiel, dass er den Namen aus einem Schriftsatz kannte, der ihm erst vor einigen Tagen ausgehändigt worden war. Er hatte ihn schon längst zurückschicken wollen, doch seine Sekretärin hatte vergessen, ihn zu kopieren.

„Lassen Sie Mr. Stone herauf. Danke für Ihren Anruf, Matt!“

„Gern geschehen, Mr. Gable“, meinte der junge Mann vom Empfang erkennbar geschmeichelt. Es kam bestimmt selten vor, dass die in diesem Appartementhaus wohnenden reichen Geldsäcke nett zu ihm waren.

Bald darauf klingelte es an der Tür. Vincent ließ seinen Überraschungsbesuch ein.

„Hallo!“, grüßte jener schüchtern. Von Angel war nicht mehr viel zu erkennen. Die Goldkettchen und Ringe fehlten und die blonden, langen Locken waren mit einem Gummiband nach hinten gebunden. Der Sänger trug eine verwaschene Jeans, ein schwarzes Baumwollshirt und ausgetretene Turnschuhe. Er wirkte, als hätte er den Star wie eine Schlangenhaut abgestreift.

„Angel! Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs? Und woher haben Sie meine Adresse?“

„Nennen Sie mich Marc. Angel ist nur mein Künstlername. Steve hat mir Ihre Adresse gegeben. Hätte er das nicht gedurft?“

„Okay! Marc also. Ist schon in Ordnung.“ Vincent fragte sich nun, wie Scionti an seine Adresse gekommen war. Aber so schwer war das ja nun auch wieder nicht herauszufinden.

Nervös trat der Junge von einem Bein auf das andere.

„Darf ich reinkommen?“

„Bitte! Ich wollte mir gerade mein Abendessen zubereiten. Gehen wir also in die Küche. Ich koche und Sie erzählen, was Sie zu mir führt.“

Vincent wartete nicht ab, was sein Gast davon hielt, in die Küche geführt zu werden. Er setzte sich einfach in Bewegung. Marc folgte ihm dichtauf.

„Sie haben da eine tolle Küche, Mr. Gable“, lobte er mit einem strahlenden Lächeln, das ziemlich echt wirkte.

„Vincent!“

Das Lächeln von Marc vertiefte sich. „Was gibt es denn?“

„Gegrillte Steaks mit Röstzwiebeln, einer Pilzsoße und Salat - nichts Aufregendes. Den Salat habe ich schon angesetzt. Ich wollte gerade die Pilze waschen und die Zwiebeln schneiden. Wollen Sie ein Glas Wein, Marc?“

„Gerne! Kann ich helfen? Zwiebeln schneiden, Pilze anbraten oder Fleisch grillen?“

„Sie wollen Zwiebeln schneiden?“, entfuhr es Vincent, während er ein zweites Glas aus dem Schrank holte und Rotwein eingoss. Heimlich schmunzelte er. Marcs Eifer amüsierte ihn.

„Ich kann das!“

„Also gut! Ich habe schon alles herausgelegt, da sind das Brett, das Messer und die Zwiebeln. Versuchen Sie Ihr Glück.“

„Das ‚Sie‘ hört sich komisch an“, meinte Marc, während er den Wein von Vincent entgegennahm. „Alle Welt duzt mich.“

Vincent ging nicht darauf ein. „Probieren Sie den Wein, Marc! Es ist ein Zinfandel.“

Der tat, wie ihm geheißen. „Gut!“

„Was haben Sie heute gemacht?“

„Es war der letzte Tag vom Video-Dreh. Ich bin ziemlich kaputt. Die anderen wollten noch feiern, aber mir war nicht danach. Daher habe ich mich heimlich abgesetzt.“

„Und da kommen Sie ausgerechnet zu mir?“ Mit einer Geste forderte Vincent Marc auf, sich um die Zwiebeln zu kümmern, was dieser sofort in die Tat umsetzte. Marc wusch sich an der Spüle die Hände, dann ging er zur Arbeitsfläche und begann, die Haut von den Zwiebeln zu pellen.

„Auch noch Hunger?“, fragte Vincent.

„Oh ja!“

„Dann taue ich noch ein schönes, dickes Steak in der Mikrowelle für Sie auf. Und die Pilze und Zwiebeln reichen auch für Zwei.“

„Danke schön!“, freute sich Marc. „Soll ich Zwiebelringe schneiden?“

„Ja!“

Während das zweite Steak in der Mikrowelle taute, kümmerte sich Vincent um die Pilze. „Also?“, hakte er nach.

„Steve sagt, ich bräuchte dringend einen Anwalt und Sie wären der beste.“

„Steve hat recht“, entgegnete Vincent mit einem Schmunzeln.

„Werden Sie mich vertreten?“

„Wenn Sie das wünschen und auf mich hören, Marc.“

Jener errötete und nickte unter Tränen, die ihm wegen der Zwiebeln über die Wangen liefen. Er sah süß aus, zum Anbeißen.

Marc überredete Vincent, dass er die Steaks grillen durfte, während sein Gastgeber sich um die Pilzsoße und die Röstzwiebeln kümmerte. Und er löste seine Aufgabe wirklich geschickt.

Sie aßen gleich in der geräumigen Küche, an dem gemütlichen Küchentisch. Danach gingen sie ins Wohnzimmer. Vincent öffnete eine weitere Flasche Wein, während Marc zu der Musikanlage ging und diese in Augenschein nahm.

„Wow, ein Thorens, tolles Teil, ganz schön retromäßig, aber toll. Darf ich eine Schallplatte auflegen?“

„Ich weiß nicht ...“

„Ich kann mit solchen Geräten umgehen, wirklich. Mein Onkel William hat so ein Teil. Biiitte!“

Weil Marc so nett bettelte und dabei so wahnsinnig süß und verführerisch aussah, erlaubte ihm Vincent, die Anlage zu bedienen. Bald erklang leise klassische Musik. Vincent dimmte das Licht und zündete einige Kerzen an. Unbefangen setzte sich Marc dicht neben ihn auf die Couch und kuschelte sich wie ein Welpe an ihn.

Wenn er so weitermacht, kann ich für nichts garantieren’, dachte sich Vincent. Angesichts ihrer körperlichen Nähe verzichtete er endlich auf das förmliche Sie, als er sagte: „Sprechen wir jetzt über deinen Fall, Marc!“

„Ich mag nicht“, nuschelte der.

„Ich brauche noch einige Informationen, die nur du mir geben kannst“, beharrte Vincent.

„Ich mag dein Rasierwasser. Du riechst toll!“

„Wirklich? Ich hatte noch keine Gelegenheit, heute Abend zu duschen.“

„Hmm!“, schnurrte Marc.

„Du lenkst mich ab, kleiner Kater“, amüsierte sich Vincent.

„Ich will mit dir schlafen, jetzt! Hoffentlich gibt es keine shit Anwalts-Regel, die das verbietet.“

„In unserem Fall nicht“, meinte Vincent und zog Marc in seine Arme. Die Männer küssten sich stürmisch.

„Ich bin viel älter als du“, brummte Vincent, als Marc ihm das Hemd aufknöpfte.

„Ich bin dreiundzwanzig, also wirklich alt genug. Wirf mir jetzt nicht meine Jugend vor! Und du bist doch höchstens fünfunddreißig.“

„Vierzig“, stöhnte Vincent, als ihm Marc mit den Fingern durch das dichte, dunkle Brusthaar fuhr.

„Geiler Pelz! Ich hab' mir gleich gedacht, dass du behaart bist.“

Marc senkte seinen Kopf auf Vincents breite Brust und zog einen der Nippel in den Mund. Während er ausgiebig an dem einen knabberte, nahm er den anderen mit den Fingern in die Zange, bis er für kurze Zeit unterbrechen musste, weil Vincent ihm das Shirt über den Kopf zog. Danach widmete sich sein Mund dem anderen Nippel.

Marc schrie überrascht auf, als er plötzlich hochgehoben wurde und mit dem Rücken auf die Sitzfläche der Couch gebettet wurde. Doch schon ergab er sich in sein Schicksal, als nun Vincent seinerseits bei ihm mit einer feuchten Erkundungstour über den Hals und die schmale Brust begann und diese über den schlanken Bauch fortsetzte. Spielerisch tauchte seine Zunge in Marcs Bauchnabel ein. Währenddessen kümmerte sich Marc um die Knöpfe seiner Jeans und erleichterte so den Zugang zu seinem Schwanz.

„Sehr beflissen“, spottete Vincent und grinste. Er richtete sich auf und zog die Jeans bis zu Marcs Knöcheln herunter. Der trat seine Turnschuhe fort und entledigte sich danach vollständig seiner Hose.

„Du bist ganz schön unanständig, keine Unterhose anzuziehen. Wenn das die Klatschpresse wüsste“, neckte Vincent ihn. Er schloss seine Lippen um den Ständer. Marc vergaß seine Antwort und schnurrte erregt. An ihm war wirklich ein Kätzchen verloren gegangen, besser gesagt, ein geiler, kleiner Kater mit einem gar nicht so kleinen Schwänzchen. Der zarte, grazile Marc hatte ganz schön etwas zu bieten, mehr, als sein schmaler Körperbau vermuten ließ. Einer solchen Herausforderung hatte Vincent noch nie widerstehen können. Er umzüngelte das Geschlecht und er vergaß natürlich auch die Hoden nicht. Sie waren angenehm glatt und es machte Spaß, sie in den Mund zu nehmen und an ihnen zu saugen. Marc hatte sich doch tatsächlich dort rasiert. Neugierig glitt Vincent mit seiner Zunge weiter nach hinten. Kein lästiges Härchen hinderte ihn, die hübsche Rosette zu lecken, was er ausgiebig tat, da diese Stelle frisch und sauber schmeckte. Marc wimmerte vor Lust. Da erinnerte sich Vincent wieder, was er eigentlich hatte tun wollen. So stülpte er seine Lippen erneut über das Glied und schob seinen Kopf langsam, aber sicher nach unten.

„Oh ja!“, gurrte Marc und fasste ihm fordernd in das dichte schwarze Haar. Vincent hatte nichts gegen diese Führung einzuwenden. Für ihn bot sie einen zusätzlichen Reiz, solange Marc es nicht übertrieb. Vincent begann sein gemächliches Auf und Ab und mit jedem Mal konnte er sich ein wenig tiefer schieben.

„Das ist der Hammer, total geil“, keuchte Marc, als Vincent die volle Länge geschluckt hatte. „Verdammt geil ...“, wiederholte er. Dann kam er und pumpte seinen Saft in Vincents Rachen. Er bäumte sich mehrmals auf und zuckte wie verrückt, bis er endlich ruhiger wurde. Vincent richtete sich auf.

„So tief hat mich noch nie jemand geblasen“, raunte Marc mit einem seligen Lächeln.

„Da kannst du Mal sehen, was langweilige Anwälte alles können.“

„Gehört das mit zum Service?“, freute sich Marc.

„Bei dir schon, Katerchen, bei dir schon.“

Marc kicherte.

„Und jetzt ficke ich deinen süßen, rasierten Knackarsch“, erklärte Vincent, hob ihn auf die Arme und trug ihn in sein Schlafzimmer.

„Weshalb der Ortswechsel? Mir hat es auf der Couch gefallen“, beschwerte sich Marc. Sanft bettete ihn Vincent auf das Bett.

„Weil ich hier die Präser habe.“

„Ich hab' welche in der Jeans.“

„Auch Gleitmittel?“

„Die Präser sind feucht.“

„Sei dir versichert, mein Süßer, wenn ich dich rannehme, ist es besser, du bist gut eingeschmiert.“

Marc bekam lustglänzende Augen und starrte Vincent auf den Schritt seiner Anzughose. „Habe ich am Sonntag doch richtig gesehen. Zeig mir dein Prachtstück!“, forderte er.

„Ich geh schnell noch ins Wohnzimmer zurück und blase die Kerzen aus“, lenkte Vincent grinsend von sich ab. Ein klein wenig sollte Marc ruhig noch zappeln.

Als Vincent mit der Weinflasche in der einen und den Gläsern in der anderen Hand in sein Schlafzimmer zurückkehrte, war der Raum in sanftes Licht gehüllt. Hatte Marc also die Kerzen entdeckt. Vincent reichte ihm eines der Gläser. Sie stießen an und tranken. Danach setzte sich Marc auf das Bett und schmiegte seinen Rücken gegen das Polster der Kopfseite. Den Wein hielt er lässig in der Hand und nippte daran. Sein Lächeln wirkte herausfordernd.

„Ich kann nicht strippen“, wehrte Vincent ab.

„Ich bin mir sicher, du wirst es gut machen.“

Vincent strippte nicht wirklich, aber er machte aus seinem Entkleiden ein sinnliches Spiel. Sehr bewusst streifte er sich sein Hemd vom Oberkörper. Danach schlenderte er zum Bett und stellte auffordernd das rechte Bein darauf. Marc grinste amüsiert und zog ihm den Schuh und den Socken aus. Ebenso verfuhren sie mit dem anderen Bein. Vincent beglückwünschte sich zu seinem Schachzug, diese Arbeit von Marc erledigen zu lassen. Sich der Schuhe und Strümpfe selbst zu entledigen, wirkte nicht gerade sexy.

Aufregend langsam öffnete Vincent seine Anzughose. Seine muskulöse Figur konnte sich sehen lassen, daher machte es ihm Spaß, sich von Marc beobachten zu lassen. Er war sich seiner sicher und die glänzenden Augen, der lüsterne Blick seines Gegenübers gaben ihm recht. Als die Hose zu Boden fiel und ihr Träger herausstieg, leckte sich Marc die Lippen. Erwartungsvoll starrte er auf die Boxer-Shorts. Endlich fiel auch dieses Kleidungsstück. Marcs Augen weiteten sich angesichts des Ständers, der ihm da präsentiert wurde.

„Habe ich dir zu viel versprochen?“, neckte Vincent ihn.

„Sicher nicht“, frohlockte Marc. „Du brauchst echt 'ne Übergröße. Wird nicht einfach sein, den Prügel reinzubekommen.“

„Hast du Angst?“ Vincent beobachtete Marcs Reaktion genau.

„Ich? Niemals! Komm her, ich streif dir den Pariser drüber!“

Vincent gesellte sich zu Marc. Der riss ein Kondom aus der Packung und rollte es geschickt über den dicken, geäderten Schaft. Dann zog Marc Vincent über sich. Sie küssten sich zärtlich und ohne Eile. Marc kraulte dabei ausgiebig durch Vincents Brusthaare, tastete langsam über den dunklen, schmalen Bauchstreifen bis nach unten, wo er den Schwanz umspannte und rieb.

„Jetzt!“, flüsterte er nach einer Weile.

Vincent griff sich die Tube und schmierte seinen Schwanz gut ein. Danach nahm er ein Kissen und schob es Marc unter den Po, der sogleich bereitwillig die Beine spreizte. Marcs Blick war verhangen. Eine dicke Portion Gleitmittel landete in seiner Kerbe. Dann tat er etwas, das Vincent in Staunen versetzte. Marc hob seine Beine hoch über den Kopf und klemmte seine Füße an einer der Stangen fest, die die Polster am Kopfende des Bettes festhielten.

Vincent fragte ihn nicht, ob diese Haltung wohl bequem war, immerhin war Marc nicht nur Sänger. In seinen Musikvideos tanzte er oft ziemlich komplizierte Figuren. Als Tänzer war er offensichtlich sehr gelenkig. Vincent nahm ohne weiteres Federlesen diese ungewöhnliche Einladung an und führte seinen Schwanz an die Rosette. Marc stöhnte auf, als er in ihn eindrang. Vorsichtig schob sich Vincent mit sanften, kleinen Stößen immer tiefer in den zierlichen Körper hinein. Erst, als er das Gefühl hatte, dass Marc anfing, die Sache zu genießen, wurde er ein wenig leidenschaftlicher.

Marc nahm die Beine herunter und verschränkte sie hinter Vincents Rücken.

„Leg schon los mit deinem tollen Schwanz! Ich kann's vertragen.“ Seine Ungeduld verlieh seiner Stimme einen aufgekratzten Klang und Vincent wollte ihn noch ein wenig zappeln lassen. Deshalb sagte er:

„Weißt du, dass ich dich schon am letzten Sonntag vögeln wollte, in deinem Haus auf diesem nervigen Flipperautomaten?“

„Um mich zu bestrafen?“

„Na loben wollte ich dich für dein idiotisches, kindisches Verhalten nicht gerade.“

„Au ja, bestraf mich!“, raunte Marc.

Und Vincent legte los, hämmerte ihn regelrecht in die Matratze hinein. Marc hielt sich an seinen breiten Schultern fest, klammerte sich an ihn, wimmerte, schrie, stöhnte, bettelte um Gnade, nur um Vincent im nächsten Moment erneut anzufeuern, sobald dieser zuvorkommend langsamer wurde. Ihre Leiber prallten unter der Wucht der Stöße klatschend aufeinander. Mit einem langgezogenen Aufschrei kam Vincent. Er brach auf Marc zusammen. Als sich sein Kreislauf wieder beruhigt hatte, stützte er die Hände auf, um ihn von seinem Gewicht zu entlasten. Marc schien aber gar nichts dagegen zu haben und zog Vincent wieder in die Umarmung zurück.

„Wahnsinn!“, schnurrte er.

„Hat's dir gefallen?“, fragte Vincent. Er hatte irgendwann nicht mehr darauf achten können, ob auch sein Partner auf dem Weg zum Höhepunkt gewesen war. Marc murmelte eine unverständliche Antwort. Aber sein Gesicht strahlte eine tiefe Zufriedenheit aus, die nur durch einen intensiven Orgasmus erklärt werden konnte.

Vorsichtig löste sich Vincent aus seinen Armen, ging in das angrenzende Bad und entledigte sich des Präsers. Als er wiederkam, war Marc eingeschlafen. Vincent deckte ihn fürsorglich zu, setzte sich mit seinem Weinglas in einen Sessel in der Nähe und betrachtete seinen schlafenden Gast im Kerzenlicht. Marcs blonde lange Haare lagen auf dem Kissen wie ein Fächer ausgebreitet. Es gab weibliche und männliche Fans von Angel, die allein für diesen Anblick morden würden. Aber Angel war nur eine Rolle. Hier lag der schwule junge Mann Marc Stone und erholte sich im Bett seines Liebhabers von den Strapazen der Liebe. Vincent hoffte, dass er noch oft dort schlafen würde. Nun ja, für die Dauer des Rechtsstreits würde wohl Marc auf einer umfassenden Betreuung durch seinen Anwalt bestehen. Dieses Mandat versprach, spannend zu werden. Vincent prostete sich selbst zu und nahm einen großen Schluck Wein.

Zwei

 

Gebannt starrte Vincent Gable auf den Bildschirm seines Fernsehers. Gerade fragte ein Nachrichtensprecher in ironischem Tonfall:

Ist aus einem Engelchen ein kleiner Teufel geworden? Die renommierte Film-Produktionsgesellschaft C. L. Ifford verklagt den Popstar Angel auf satte zehn Millionen Dollar Schadensersatz wegen böswilliger Vereitelung einer Filmproduktion. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte der sonst so brave und zuverlässige Angel vor einigen Monaten die Hauptrolle zu einer Pop-Musical-Komödie während der Dreharbeiten nach nur einer Woche hingeschmissen und war ohne weitere Erklärung nach Hause geflogen.

Angels neue CD steht gerade auf Platz drei der Charts mit der Tendenz nach oben. In Kürze beginnt seine bereits jetzt ausverkaufte Tournee durch mehrere Städte der USA. Spötter regen an, ihn gleich unter dem Ifford-Logo auftreten zu lassen, da er den Gewinn der Tournee ohnehin für die Zahlung des Schadensersatzes aufwenden müsse ...‘

„Shit!“, fluchte Angel, riss seinem Anwalt die Fernbedienung aus der Hand und schaltete den Fernseher aus. Wutentbrannt feuerte er das kleine Gerät auf den nächstbesten Sessel.

„Marc!“, wies Vincent ihn unter Anwendung seines richtigen Namens zurecht. „Ich wollte die Nachrichten gerne bis zu Schluss sehen.“

„Mir hat's echt gereicht“, zischte Marc, sprang von der Wohnzimmer-Couch auf und rannte aus dem Raum. Mit einem lauten Krachen fiel die Tür hinter ihm zu und Vincent seufzte. Marcs Launenhaftigkeit und Verdrängungsmechanismen in diesem Rechtsstreit waren eine Herausforderung für Vincents Geduld. Andererseits lohnte es sich, Langmut zu üben. Vom Honorar einmal abgesehen, was Vincent einstrich, gab er sich selbst gegenüber zu, dass es ihm Spaß machte, sich um Marc zu kümmern, besonders in den Nächten und mit vollem Körpereinsatz. Als Single lebte Vincent eigentlich gut. Er widmete sich seiner Karriere und kannte die richtigen Saunen und Clubs, in denen er stets ausreichend Begleiter fand, die ihm sein Sexleben versüßten. Mit seiner Schwanzgröße liefen ihm die attraktivsten Männer hinterher. Die letzten Jahre hatte seine Karriere sein Leben beherrscht. Seit der süße Marc in sein Bett schlüpfte und dort so wunderbar hinein passte, standen plötzlich mehr private Termine in Vincents Timeplaner und er machte früher Feierabend. Eine seiner Angestellten war total überrascht gewesen, als er ihr einen neuen Fall überantwortete, den er normalerweise selbst übernommen hätte. Er wollte einfach die Zeit, die ihm mit Marc blieb, in vollen Zügen genießen.

Wer der süße, blonde Hotti war, mit dem Marc am Tag ihres Kennenlernens herumgeknutscht hatte, blieb zwischen ihnen unausgesprochen. Vincent fragte nicht danach und Marc sprach es nicht von sich aus an. Das Gesicht des jungen Mannes kam ihm vage bekannt vor. Vielleicht arbeitete er für Marc als Hintergrundmusiker. Vincent forschte extra nicht im Internet nach, weil er fand, dass es Marcs Aufgabe war, ihn ins Bild zu setzen. Solange Marc nicht mit der Sprache herausrückte, fühlte sich Vincent nur wie dessen Abenteuer. Normalerweise störten ihn solche lockeren Affären wenig. Es lag nicht in seinem Verantwortungsbereich, ob jemand seinen Partner mit ihm betrog oder ob die beiden eine offene Beziehung führten. Das war eine Sache, die sie selbst miteinander ausmachen mussten. So wie Marc mit seinem ‚Was-auch-immer‘ zurechtkommen musste. Wahrscheinlich wusste der andere von ihm. Einmal hatte Marc beim Kochen einen Arm um Vincent geschlungen, ein Selfie von ihnen beiden gemacht und es an jemanden geschickt. Fast hatte Vincent an dem Abend den Eindruck, dass Marc nur darauf wartete, danach gefragt zu werden, wer der Empfänger war. Aber den Mut, Vincent zu gestehen, dass er einen Freund hatte, musste er schon selbst aufbringen. Die Aussicht, dass die Sache mit Marc endete, sobald der Rechtsstreit erledigt war, setzte Vincent mehr zu, als ihm passte. Er schüttelte das Unbehagen ab und konzentrierte sich wieder auf das Problem, was sich gerade aufgetan hatte. Jemand hatte lästigerweise gegenüber den Medien von der Schadensersatzklage geplaudert. Die Gegenseite hatte während der laufenden Gespräche über den Rechtsstreit Stillschweigen zugesichert. Bevor er überlegen konnte, wen er alles anrufen musste, klingelte auch schon sein Telefon. Es war Anne Bach, die Anwältin von Ifford.

„Hi Anne!“, grüßte Vincent betont entspannt.

„Ich habe gerade die Nachrichten gesehen und frage mich, was los ist. Wollen Sie etwa auf Konfrontationskurs gehen?“

„Selbstverständlich nicht! Natürlich sind wir immer noch an einer gütlichen Beilegung des Streits interessiert.“

„Haben Sie etwas durchsickern lassen?“

„Nein, von unserer Seite hat niemand das Fernsehen informiert. Keine Ahnung, woher die Wind von der Sache bekommen haben, vielleicht von Ihrer Seite?“

„Also das ist ja eine Unverschämtheit …“, erregte sich Anne.

Vincent musste den Telefonhörer von seinem Ohr weghalten, weil Anne diesen Verdacht lauthals und wortreich von sich wies. Geduldig nahm er einen Schluck aus seinem Weinglas und ließ ihr Zeit, sich wieder zu beruhigen. Dann schmeichelte er mit seiner Samtstimme, die nur selten ihren Effekt verfehlte:

„Anne, weshalb treffen wir beide uns nicht noch zu einem späten Essen bei Ihnen im Hotel? Dann können wir in Ruhe über die Sache reden.“

Die Anwältin der Gegenseite hatte sich in den letzten Tagen durchaus anfällig für seinen Charme gezeigt. Auch jetzt gab sie nach. Vincent versprach, in einer Stunde bei ihr zu sein. Nach Beendigung des Telefonats machte er sich auf die Suche nach Marc und fand ihn im Schlafzimmer. Er setzte sich zu ihm auf das Bett und nahm ihn tröstend in die Arme.

„Ich muss wieder weg, mein Katerchen, mich mit Anne treffen.“

„Warum denn?“

„Um sie wegen des Fernsehberichts zu beschwichtigen.“

„Aber wir beide wollten doch den Abend miteinander verbringen.“

„Nun schmoll nicht! Du willst doch, dass die Sache zu einem guten Ende kommt.“

„Diese Frau ist scharf auf dich.“

„Umso besser!“

„Willst du etwa mit ihr schlafen?“, fragte Marc mit einem eifersüchtigen Ausdruck im Gesicht.

„Ich verlasse mich lieber auf meine rednerischen Fähigkeiten“, entgegnete Vincent amüsiert und gab ihm einen Kuss auf die Nase.

„Wie lange wirst du fortbleiben?“

„Das kommt auf die Dauer der Besprechung mit Anne an.“

„Dann fahre ich jetzt nach Hause“, zischte Marc. Eigensinnig machte er sich aus der Umarmung los und sprang vom Bett.

„Warte! Ich werde deinen Fahrer Bruno anrufen, damit er dich abholt.“

„Ich nehme ein Taxi.“

„Man könnte dich erkennen.“

„Na dann mach schon!“, schrie Marc und rannte schon wieder fort.

Vincent seufzte. Dieser launische Popstar konnte wirklich unausstehlich sein. Da tat man alles, um ihm die Kastanien aus dem Feuer zu holen, und jetzt hatte Marc auch noch einen völlig aus der Luft gegriffenen Eifersuchtsanfall.

 

♫♫♫

 

Marc hatte handfeste Gründe gehabt, die Dreharbeiten abzubrechen, wie er Vincent gestand. Der Regisseur hatte ihn nämlich beim Sex mit einem Regieassistenten erwischt, ein peinlicher, aber normalerweise kein wirklich dramatischer Vorfall. In der Regel verhielten sich Künstler tolerant. Und Marc war nun wirklich nicht der einzige schwule Sänger, der sich den Fans zuliebe hetero gab. Allerdings war sein Liebhaber der Sohn des Regisseurs gewesen und der rastete regelrecht aus, als er seinen Spross mit einem Mann zusammen gesehen hatte. Die Wut des aufgebrachten Vaters prasselte auf Marc nieder.

„Ich mach' dich fertig, du schwule Sau. Ich habe Freunde beim Fernsehen und bei den Zeitungen. Morgen weiß ganz Amerika, dass du 'ne Schwuchtel bist. Dann wird niemand mehr deine Platten kaufen ...“

Ob dieser Beschimpfungen hatte Marc zugesehen, dass er fort kam. Er hatte den nächstbesten Flieger genommen und sich bei seinen Eltern verkrochen.

Der Regisseur hatte ihn dann doch nicht geoutet, ihn aber quasi mit seinem Wissen erpresst. Wenn Marc seine Karriere lieb wäre, solle er sich besser nicht wieder auf dem Filmset blicken lassen. Also war Marc zu Hause geblieben und hatte dadurch in Kauf genommen, des Vertragsbruchs beschuldigt zu werden. Die Leute von Ifford hatte er nicht ins Vertrauen gezogen. Der Regisseur war berühmt und hatte einen guten Ruf. Dass ein Mann wie er aus persönlichen Gründen die Produktion eines Filmes hintertrieb, würde niemand glauben. Sein Wort hätte gegen das des Sängers gestanden. Außerdem wollte Marc nicht, dass noch mehr Leute von seiner wirklichen sexuellen Orientierung wussten.

Und nun verklagte Ifford ihn auf zehn Millionen Dollar. Sein Anwalt Vincent konnte das Wissen über den Vorfall nur indirekt verwenden, wollte er Marcs Geheimnis wahren. Aber wie sich herausstellte, interessierte sich die Ifford nicht unbedingt für das Geld. Sie verwendeten die Klage als Druckmittel, um Marc doch noch dazu zu bewegen, den Film zu drehen. Anscheinend gab es innerhalb der Gesellschaft einflussreiche Personen, die das Projekt unbedingt mit ihm und keinem anderen durchführen wollten.

Vor dem rachsüchtigen Regisseur brauchte sich Marc auch nicht mehr zu fürchten. Der war nämlich zwischenzeitlich einem Herzanfall erlegen. Dessen Sohn hatte ein gutes Wort für Marc eingelegt und eingeräumt, dass sein Vater an dem ganzen Skandal eine Teilschuld trug, allerdings ohne genau auf die Gründe einzugehen.

Eigentlich ging es jetzt nur noch um die Aushandlung der Bedingungen einer erneuten Zusammenarbeit. Marc war so froh, dass sich alles zum Guten wendete, er wäre auch bereit gewesen, sich ohne Gage für die Dreharbeiten zur Verfügung zu stellen, was Vincent aber überhaupt nicht einsah. Und sollten die Songs des Musicals zu Hits werden, wovon beide Seiten ausgingen, stand Angel als Interpret natürlich auch hinsichtlich der Platteneinnahmen ein finanzieller Anteil zu.

Die Verhandlungen verliefen in den letzten Tagen ziemlich zähflüssig. Zu viele Leute hatten zu viele Bedenken, Einwendungen und Vorschläge eingebracht. Nun aber, da Vincent nur zu Anne fuhr, um sie zu beschwichtigen, lief es plötzlich. Die beiden Anwälte packten die Gelegenheit beim Schopfe, sprachen jeden strittigen Punkt durch und fanden stets zu einem Kompromiss. Am Ende war das Kuchenstück für Angel kleiner, als ein hochkarätiger Star wie er unter normalen Umständen abbekam. Nach Lage der Dinge konnte er aber sehr zufrieden sein. Statt zehn Millionen Dollar Verlust wegstecken zu müssen, war er wieder auf der Gewinnerseite.

Vincent fuhr erst im Morgengrauen nach Hause zurück. Bevor er ins Bett ging, um sich bis zur eilig angesetzten Pressekonferenz noch ein paar Stunden Schlaf zu gönnen, rief er Marcs Agenten Steve Scionti an und teilte ihm im Telegrammstil mit, was er mit Anne vereinbart hatte. Scionti fühlte sich von dem Alleingang der beiden Anwälte etwas überfahren, hörte aber andererseits die Kasse klingeln und beschwerte sich deshalb nicht, dass sie ihn nicht zu ihrer nächtlichen Besprechung hinzugezogen hatten. Der Agent versprach, Marc für die Pressekonferenz vorzubereiten.

 

Noch reichlich müde saß Vincent neben Angel an einem Tisch und beantwortete die wenigen Fragen der Pressevertreter, die an ihn gerichtet wurden. Meistens redeten Angel oder sein Agent Scionti. Ebenfalls mit am Tisch saßen drei Vertreter von C. L. Ifford, darunter Anne, die dank der Errungenschaften der Kosmetik einen absolut frischen und ausgeschlafenen Eindruck machte, wie Vincent ein wenig neidisch feststellte.

Nachdem die Neuigkeit von der Klage der Produktionsgesellschaft gegen Angel gestern noch die Runde gemacht hatte, war es heute eine kleine Sensation, dass das geplante Filmprojekt nun doch durchgeführt werden sollte. Man gab sich, als hätte es niemals auch nur die kleinste Streitigkeit gegeben. Die Dreharbeiten sollten in einem halben Jahr beginnen, fast direkt nach Angels Tournee. Es waren nur einige freie Tage für Marc eingeplant. Vincent machte sich ein wenig Sorgen um ihn. Nach einer Tournee machte man besser erst einmal einen ausgedehnten Urlaub von mehreren Wochen und stürzte sich nicht sofort auf ein neues Projekt. Aber Angel schien das nicht zu stören. Er strahlte, wie nur ein Star strahlen konnte, und war bester Laune.

Morgen würde er seine Tournee beginnen. Bisher hatten er und Vincent noch kein privates Wort miteinander wechseln können. Ständig umgaben sie irgendwelche Leute. Noch während der Pressekonferenz hatten sich Fans von Angel spontan vor dem Gebäude zusammengefunden, um ihren angebeteten Star gegen die Filmleute zu unterstützen. Nach dem Termin eskortierten ihn seine Leibwächter schnell zu seiner Limousine, während Vincent noch zurückbleiben musste, weil er mit Anne verabredet hatte, mit ihr gemeinsam in sein Büro zu fahren, wo die beiden Anwälte den langweiligen Papierkram erledigen wollten.

Das ist es wohl zwischen mir und Marc gewesen‘, dachte sich Vincent enttäuscht, als er mit Anne auf dem Beifahrersitz seinen BMW durch den Straßenverkehr steuerte. Insgeheim hatte er sich noch eine kleine private Siegesfeier mit Marc erhofft.

„Ist etwas nicht in Ordnung? Sie wirken so finster, Vincent. Dabei haben Sie gerade hervorragende Konditionen für Ihren Mandanten ausgehandelt und werden selbst noch ein schönes Sümmchen Honorar einstreichen.“

Vincent riss sich zusammen und lächelte Anne charmant an. „Ich bin nur etwas müde.“

 

♫♫♫

 

Am Abend, Vincent saß immer noch in seinem Büro, um einige liegen gebliebene Akten aufzuarbeiten, klingelte sein Handy.

„Ja?“

„Vince! Ich bin es, Marc. Ich steh hier mit einem Freund und zwei Tüten Lebensmitteln an dem Empfang deines Wohnhauses. Weshalb bist du denn noch nicht zu Hause? Kannst du hier anrufen und den Empfangstypen bitten, mir deinen Wohnungsschlüssel zu geben, damit wir bei dir rein können? Wir wollen etwas Schönes für dich kochen.“

„Okay!“, antwortete Vincent überrascht. Er wollte noch etwas fragen, doch da hatte Marc die Verbindung schon wieder beendet. Matt vom Empfang war schnell instruiert. Nachdem dies erledigt war, grübelte Vincent darüber nach, ob Marc ihm endlich seinen Hotti vorstellen wollte. Bevor er sich in Spekulationen über den Verlauf des Abends verlor, klappte er entschlossen seine Akten zu, zog sich sein Jackett wieder an, das er über die Stuhllehne gehängt hatte, und machte sich mit gemischten Gefühlen auf den Weg nach Hause. Er freute sich, weil Marc doch noch an ihn gedacht hatte.

In seiner Wohnung wurde er schon an der Tür von einem anschmiegsamen Marc empfangen und mit einem leidenschaftlichen Kuss begrüßt. Als Vincent nach einer geraumen Zeit wieder den Kopf hob, fiel sein Blick auf genau den hübschen, jungen Mann mit den kurzen, blonden Stoppelhaaren, den er erwartet hatte.

„Hi!“, sagte Marcs Begleiter und lächelte schüchtern.

Marc gesellte sich zu ihm und schlang ihm zärtlich seinen Arm um die schlanke Taille. „Das ist Jamie, mein Freund.“ Ein strahlendes Lächeln erhellte Marcs Züge. Was auch immer er für den Abend plante, Vincent würde ihn nicht enttäuschen.

„Hi Jamie! Ich, wo ich dich schon einmal gesehen habe, in Marcs Haus, nicht wahr? Du bist der Skater. Ihr beide habt euch geküsst.“

Jamie nickte zurückhaltend.

„Eigentlich ist es unser gemeinsames Haus. Wir haben es zusammen gekauft. Jamie ist mindestens genauso reich wie ich“, erklärte Marc mit stolzem Tonfall.

Weil Vincent ihn verwirrt ansah, meinte er: „Komm doch erst Mal in die Küche! Dort steht dein Martini, und außerdem müssen Jamie und ich uns um das Essen kümmern.“

In der Küche standen drei gefüllte Martini-Gläser nebeneinander. Eines davon drückte Marc dem Neuankömmling in die Hand, die beiden jungen Männer nahmen die anderen Gläser.

„Vielen lieben Dank für deine Hilfe, Vince“, sagte Marc und prostete ihm zu. Weil die anderen beiden tranken, sah sich auch Vincent veranlasst, an seinem Drink zu nippen. Danach stellte er das Glas zurück auf den Tisch und entledigte sich seines Jacketts, das er achtlos auf einen Stuhl legte. Während er die Krawatte aufzog, fragte er:

„Also?“

„Jamie und ich haben als Kinder zusammen angefangen und sind damals als Duo aufgetreten. Aber nach einer Weile wurde klar, dass ich allein mehr Wirkung zeigte. Also haben sie mich zum Star aufgebaut. Jamie bleibt seitdem im Hintergrund und schreibt die Songs. So ist es ihm ohnehin lieber, nicht wahr, Süßer?!“

„Ja!“, antwortete Jamie, der sich an den Herd zurückgezogen hatte und den Inhalt der Töpfe kontrollierte.

„Dann ist Jamie der andere Teil des Songschreiber-Duos Stone Stone“, erkannte Vincent.

„Wow, du hast den Covertext meiner CD gelesen, und dabei kannst du meine Musik noch nicht einmal leiden“, meinte Marc mit einem schiefen Lächeln.

„Anwaltliche Neugier“, entgegnete Vincent schulterzuckend. „Wie kommt es, dass ihr denselben Nachnamen tragt?“

„Wir sind Cousins. Jamies Vater ist der Bruder meines Vaters.“

„Und ihr seid ... zusammen?“

„Findest du das abartig? Unsere Eltern haben sich daran gewöhnt. Und schließlich waren sie es, die uns als Duo haben auftreten lassen.“ Marc verschränkte die Arme vor der Brust und funkelte Vincent herausfordernd an, die Sache jetzt bloß nicht zu vergeigen. Süß! Vincent verkniff sich ein Grinsen.

„Wir waren aber schon vorher unzertrennlich“, mischte sich Jamie vom Herd aus ein.

Marc ging zu ihm und schlang vertraut den Arm um ihn.

„Ich liebe Jamie, seit ich denken kann. Außerdem ist es nicht verboten, Sex mit seinem Cousin zu haben.“

„Ich hatte in meiner Jugend selbst ein kleines Abenteuer mit einem meiner Cousins“, erklärte Vincent schmunzelnd.

Marc strahlte ihn daraufhin an, als sei damit alles geklärt. Die Frage, weshalb er seinen Freund mit angeschleppt hatte, war damit allerdings immer noch nicht beantwortet, obwohl Vincent durchaus ahnte, wonach ihm der Sinn stand.

„Hab ich noch Zeit, vor dem Essen zu duschen?“, fragte Vincent.

Er erntete einen lüsternen Blick von Marc. „Klar! Dann können Jamie und ich dich später so richtig schön als Nachtisch vernaschen.“

„Dachte ich es mir doch!“ Vincent warf Jamie einen Blick zu. Der stand peinlich berührt mit hochrotem Kopf da und wirkte, als wäre er am liebsten im Erdboden versunken.

„Vielleicht möchte dein Jamie aber keinen solchen Nachtisch?“, wandte Vincent zweifelnd ein.

„Aber klar doch! Ich hab' ihm von deinem dicken, geilen Schwanz erzählt. Auf den ist er total scharf.“

„Marc!“, rief Jamie entsetzt aus. Er schlug mit dem Kochlöffel auf Marcs Oberarm ein. Kichernd flüchtete der sich eilig aus der Gefahrenzone.

„Ich geh' duschen“, zog sich Vincent kopfschüttelnd zurück.

 

Das Essen mundete ausgezeichnet. Marc und Jamie waren hervorragende Köche. Sie hatten den Tisch im Esszimmer hübsch gedeckt und Kerzen angezündet. Im Hintergrund lief leise Musik, klassische Klavierstücke jazzig variiert. Vincent hatte zwei, drei Platten in diesem Stil. Dennoch kamen ihm diese Stücke fremd vor.

„Habt ihr die Platte, die da gerade läuft, mitgebracht?“, erkundigte er sich bei Marc.

Der strahlte über das ganze Gesicht. „Das sind Jamie und ich am Klavier. Ich wollte dir eine Freude machen, und da du Jazz und Klassik magst, dachte ich, das könnte man auch miteinander kombinieren. Ich hab' ein paar solcher Platten in deinem Regal gesehen.“

Vincent fehlten die Worte. Mit offenem Mund starrte er Marc an. „D … danke!“, stotterte er.

„Zwei Wochen haben wir zu Hause nur Klassik oder Jazz gehört, bevor wir das Band eingespielt haben“, erklärte Jamie, während Marc Vincent noch eine zweite Portion zartes Fleisch in Weinsoße servierte.

„Ihr könnt nach zwei Wochen Zuhören solche Sachen spielen?“ Ungläubig sah Vincent die beiden an.

Jamie zuckte mit den Schultern. „Ist doch nicht schwer.“

„Es wird nur etwas lästig, wenn wir nach Noten spielen sollen, das ist richtige Arbeit“, ergänzte Marc.

„Seid ihr beide Musikgenies?“, fragte Vincent.

„Jamie ist das Genie in unserer Familie. Er ist viel besser und kann viel mehr Instrumente spielen als ich.“

„Ach was! Ich bin nur deshalb besser, weil ich mehr übe. Dafür kann ich nicht so gut singen und tanzen.“

„Natürlich kannst du gut singen und tanzen, schließlich trittst du in all meinen Musikvideos als Hintergrundtänzer und –Sänger auf. Du hast sogar eigene Fans. Sie nennen dich ‚The Shadow‘. Wenn du wolltest, könntest du ein Star sein, wie ich.“

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Position.“ Jamie hob abwehrend die Hände.

Während er und Marc liebevoll miteinander debattierten, wer der Bessere von ihnen war, und der eine diese Position dem jeweils anderen geradezu aufdrängte, genoss Vincent stumm das Essen und den Wein. Er musste erst einmal verarbeiten, dass Marc als Musiker noch viel talentierter war, als er bisher angenommen hatte. Setzte er sich einfach ans Klavier und spielte aus dem Stehgreif Jazz-Klassik, eine Musikrichtung, mit der er sich vorher bestimmt noch nicht beschäftigt hatte.

Nach dem Essen zogen sie mit ihren Weingläsern ins Wohnzimmer um. Sie hatten alle beim Essen reichhaltig zugegriffen und waren deshalb entsprechend gut gesättigt. Marc suchte eine DVD heraus und legte sie in den Player ein. Dann kuschelte er sich zu Vincent. Der war nun eingerahmt von zwei hübschen, schlanken jungen Männern. Links fläzte sich Jamie auf der Couch, noch zurückhaltend auf Distanz, rechts kuschelte Marc. Der Film, irgendeine Komödie, schläferte Vincent ein, der ja in der Nacht kaum Schlaf bekommen hatte.

Es mochte ein Stunde vergangen sein, als er davon erwachte, wie eine weiche, feuchte Zunge kleine Kreise über seinen nackten Bauch zog. Da hatte ihm wohl jemand das Hemd aufgeknöpft! Vincent seufzte wohlig. Er öffnete seine Lippen einer Einlass begehrenden zweiten Zunge. Sanft, fast schüchtern erkundete sie das Terrain. Da Vincent die Augen geschlossen hielt, konnte er nur vermuten, wer ihn da gerade küsste, wahrscheinlich war es Jamie. Vincent wurde nun selbst aktiv, setzte mit sanfter, fordernder Nachdrücklichkeit seine Zähne auf der Unterlippe des Scheuen ein und fuhr mit der Hand zärtlich durch dessen Haare. Kurzes Stoppelhaar, also saugte sich wirklich gerade Jamie mit wachsender Leidenschaft an seinem Mund fest.

Marc ließ von Vincents Bauch ab und zog ihm Schuhe, Strümpfe und die Hose aus. Nun trug Vincent nur noch das geöffnete Hemd und Boxershorts. Marc legte ihm die Hand auf das Geschlecht und massierte es durch den Stoff hindurch, kam aber bald wieder davon ab. Er schlängelte seinen nackten, geschmeidigen Körper über Vincents breite, haarige Brust und rieb sich an ihr. Wann hatte er sich ausgezogen? Egal! Vincent genoss, was ihm geboten wurde.

Noch immer küsste ihn Jamie hingebungsvoll. Vincent löste seine Hand aus dessen Stoppelhaar und strich ihm sanft das Rückgrat entlang. Auch Jamie war schon nackt.

Zeit für das Dessert!

Jamie erbebte, als Vincent eine seiner Pobacken umfasste und besitzergreifend zudrückte. Währendessen machte sich Vincents andere Hand auf die Suche nach Marcs Hinterteil und fand es bald. Zwei knackige Hintern, die es zu erobern galt. Vincent konnte sich nicht so recht entscheiden, welchen er zuerst nehmen sollte. Aber das konnten die Jungen ja auch getrost unter sich ausmachen.

Jamie löste seine Lippen von Vincents Mund und saugte sich nun an dessen Halsbeuge fest. Gleichzeitig hörte Marc auf, Schlange zu spielen und kitzelte mit der Zunge einen von Vincents Nippeln. Mit sanftem Druck seiner Hand führte Vincent Jamies Kopf zu seinem anderen Nippel. Zu zweit saugten, leckten und knabberten sie, was das Zeug hielt. Ein Lustschauer nach dem anderen jagte durch Vincents Körper. Nach einer kleinen Ewigkeit ging es über seinen Bauch weiter nach unten. Endlich streifte ihm jemand den Short von den Hüften. Vincent hörte ein leises Aufkeuchen.

„Hab' ich dir zu viel versprochen?“, vernahm er sogleich die leise Stimme von Marc.

Jamie antwortete nicht, doch schon fühlte Vincent, wie sich eine Hand um seinen Schaft legte. Jemand zog seine Vorhaut zurück und küsste die Eichel.

„Na los, du wolltest ihm doch unbedingt einen blasen!“, forderte Marc seinen Freund auf.

„Ich mach ja schon“, antwortete Jamie gereizt. Er umzüngelte die Eichel, bevor er mit der Zunge den Schaft nach unten strich und wieder zurück. Sanft tauchte er mit der Zungenspitze in die Öffnung an der Spitze und leckte die glasklaren Tropfen auf. Fast ein wenig zu abrupt schob er seinen geöffneten Mund über die Erektion. Seine Zähne jagten einen heftigen Schmerz durch Vincents Körper.

„Aua!“, beklagte sich jener.

„Ups, ich hab' deine Größe unterschätzt“, entschuldigte sich Jamie.

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