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Der Marshal von Plainview (U.S. Marshal Bill Logan Band 93)

Pete Hackett

Der Marshal von Plainview (U.S. Marshal Bill Logan Band 93)

Cassiopeiapress Western





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Der Marshal von Plainview

U.S. Marshal Bill Logan

Band 93

Der Marshal von Plainview

Western von Pete Hackett

 

U.S. Marshal Bill Logan – die neue Western-Romanserie von Bestseller-Autor Pete Hackett! Abgeschlossene Romane aus einer erbarmungslosen Zeit über einen einsamen Kämpfer für das Recht.

 

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

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© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

www.postmaster@alfredbekker.de

 

Die Stagecoach rollte vor dem Depot der Overland Mail Company aus. Der Kutscher blutete aus einer Wunde am Oberarm. Er war bleich. In seinen Augen flackerte das nachträgliche Entsetzen. Schweiß rann über das stoppelbärtige Gesicht des Mannes.

Er sprang vom Kutschbock. Der Stationer kam ins Freie. Er trug einen grünen Schirm über den Augen. Über die Ellenbogen hatte er sich Ärmelschoner gezogen, seine Hose wurde von Hosenträgern gehalten. »Wo ist Brandon?«, fragte er den Kutscher. Plötzlich stutzte er. »He, was ist? Was sind das für Löcher in der Kutschenwand? Großer Gott …«

»Wir wurden überfallen«, krächzte Sam Hondo, der Kutscher. »Fünf Meilen vor der Stadt etwa. Es waren vier Kerle. Brandon ist tot, ebenso einer der Passagiere …«

Eine eiskalte Hand schien das Herz des Stationers zu umkrampfen. Betroffenheit prägte sein Gesicht. In seinen Mundwinkeln begann es zu zucken.

Der Stationer öffnete den Schlag der Kutsche. Ein Mann saß auf der Bank und presste sein Halstuch auf eine Wunde an der Schulter. In seinen Zügen wütete der Schmerz. Seine Hand war voll Blut. Auf dem Boden der Kutsche lagen zwei reglose Gestalten. Der Stationer schluckte würgend. Ein zittriger Atemzug … »Wir müssen den Town Marshal verständigen«, murmelte der Mann mit einer ihm selbst fremd klingenden Stimme.

Bald war der Platz vor dem Postkutschendepot voller Menschen. Sie standen Schulter an Schulter, Geflüster und Gemurmel erhob sich. Die sechs Pferde im Gespann der Kutsche stampften nervös auf der Stelle und peitschten mit den Schweifen. Sie standen ungeschützt in der heißen Sonne. Aber niemand dachte daran, die Pferde zu versorgen. Die Stadt befand sich im Klammergriff des Entsetzens, der Betroffenheit und der Erschütterung. Die Nachricht von dem Überfall war wie ein Lauffeuer von Haus zu Haus gegangen.

Town Marshal Stuart Hancock bahnte sich einen Weg durch die Gaffer. Einige Gehilfen des Stationers hatten die beiden Toten ausgeladen und auf den Vorbau gelegt. Der verwundete Passagier war zum Arzt gebracht worden. Der Kutscher saß auf dem Trittbrett am Einstieg der Kutsche. Bei ihm standen der Stationer und ein paar weitere Männer.

»Bist du in der Lage, zu sprechen, Sam?«, fragte der Marshal. Er war Mitte dreißig, groß und blondhaarig. Bekleidet war er mit einem grauen Anzug und einem weißen Hemd, um seinen Hals lag eine weinrote Schnürsenkelkrawatte. Die obere Hälfte seines Gesichts befand sich im Schatten der Krempe seines breitrandigen Stetsons. Der untere Teil mit dem schmallippigen Mund und dem eckigen, markanten Kinn verriet Härte und Entschlossenheit.

»Sicher«, erwiderte der Kutscher mit kratziger Stimme. Er strich sich mit fahriger Geste über die Augen, als wollte er die Bilder, die er in der Erinnerung hatte, verscheuchen. Schließlich räusperte er sich. »Es waren vier. Sie kamen von zwei Seiten. Mit dem ersten Schuss töteten sie Brandon. Sie stoppten die Kutsche und raubten die beiden Passagiere aus. Einer von ihnen, jener, der getötet wurde, hatte eine Brieftasche voll Geld …«

Die Stimme des Kutschers brach. Ein Laut, der sich anhörte wie trockenes Schluchzen, entrang sich ihm. In der Runde war Stille eingekehrt.

»Wo geschah der Überfall genau?«, erkundigte sich Hancock. Sam Hondo beschrieb ihm die Stelle. Der Town Marshal reckte die Schultern und rief: »Ich will, dass sich die Männer der Bürgerwehr in einer halben Stunde vor dem Office einfinden. Bewaffnet und beritten. Wir versuchen, die Spur der Bande aufzunehmen und uns die Schufte zu schnappen.«

Eine halbe Stunde später stoben fast ein Dutzend Reiter aus der Stadt. Staub wirbelte unter den Hufen der Pferde. Der Pulk vermittelte einen unübersehbaren Eindruck von Wucht und Stärke und kalter Entschlossenheit. Das Hufgetrappel umgab die Männer. Zu beiden Seiten der Poststraße erhoben sich Hügel, hier und dort ragte ein Felsen aus dem Boden.

Sie fanden den Platz des Überfalles. Einige der Reiter saßen ab, um nach Spuren zu suchen. Sie fanden die Fährte mehrerer Pferde, die nach Westen führte. Die Spur war im verstaubten Gras ziemlich deutlich auszumachen.

»Die Schufte haben etwa zwei Stunden Vorsprung«, knurrte der Marshal. Er starrte versonnen auf einen unbestimmten Punkt in der Ferne. »Nach Westen zu erstreckt sich nur Wildnis. Vielleicht versuchen die Kerle, sich nach New Mexico abzusetzen. Auf die Pferde, Leute. Jagen wir sie, bis ihnen die Zungen zu den Hälsen heraushängen.«

Sie folgten der Spur. Die Banditen waren zwischen den Hügeln geritten. Heller Staub, den der Südwind vom Llano Estacado herauftrug, lag wie feiner Puder auf allem. Die Sonne stand hoch im Zenit. Pferde und Reiter warfen kurze Schatten. Die Männer schonten die Tiere nicht. Vor den Nüstern der Pferde bildete sich Schaum. Der Reitwind stellte die Krempen der Hüte der Reiter vorne auf. Die Tiere begannen zu schwitzen. Wenn sie die Pferde nicht zuschanden reiten wollten, mussten sie sie schonen. Sie drosselten das Tempo. Der Marshal war voller Ungeduld. Er wollte die Banditen auf jeden Fall einfangen und in die Stadt bringen. Seit zwei Jahren trug er den Stern in Plainview. Die Stadt war ruhig und friedlich. Jetzt bekam er zum ersten Mal Gelegenheit, zu beweisen, dass er ein guter Marshal war. Diesen Beweis wollte er antreten.

Stuart Hancock ritt an der Spitze des Rudels. Den Blick hatte er nach vorne gerichtet. Es war nicht auszuschließen, dass die Banditen irgendwo auf der Lauer lagen, um die Verfolger mit Pulverdampf und heißem Blei von ihrer Fährte zu fegen. Kerle, die für eine Handvoll Dollar vor eiskaltem Mord nicht zurückschreckten, waren absolut unberechenbar und skrupellos.

Die Sonne wanderte unaufhaltsam nach Westen. Es herrschte eine trockene Hitze. Sie sog Mensch und Tier regelrecht das Mark aus den Knochen.

Einer der Reiter holte auf und ritt Steigbügel an Steigbügel mit dem Marshal. Um den trappelnden Hufschlag zu übertönen rief der Mann laut: »Die Schufte sind wahrscheinlich geritten, als säße ihnen der Leibhaftige im Nacken. In zwei Stunden können sie einen Vorsprung von fünfzehn oder noch mehr Meilen herausgeritten haben. Wenn sie nicht anhalten, werden wir sie wohl kaum einholen.«

»Wir reiten, bis es finster ist!«, versetzte der Marshal hart. »Diese elenden Killer dürfen nicht ungeschoren davonkommen«

Die Schatten wurden länger. Dann versank die Sonne hinter dem welligen Horizont im Westen und färbte den Himmel mit ihrem Widerschein purpurn. Rötlicher Schein lag auf dem Land. In den Büschen zwitscherten die Vögel.

Ein Schuss sprengte die Stille, die über den Hügeln lastete. Einer der Männer des Aufgebots stürzte vom Pferd. Die Männer aus Plainview trieben ihre Pferde auseinander. Weitere Schüsse krachten. Die Detonationen stießen heran wie ein Gruß aus der Hölle, begleitet von den Kugeln, die Männer und Pferde trafen.

In der Deckung der Hügel sprangen die Männer der Bürgerwehr von den Pferden, die Gewehre in den Fäusten rannten sie die Abhänge empor. Zwei Männer und drei Pferde blieben auf der Stelle liegen, an der sie von den Kugeln der Banditen überrascht wurden.

»Kreist die Schufte ein!«, rief der Marshal. Er überquerte die Kuppe des Hügels und rannte hangabwärts. Ein Schuss peitschte, der Gesetzeshüter ging hinter einem Strauch in Deckung. Er atmete keuchend. Seine Lungen pumpten. Hier und dort sah er seine Männer, die von Deckung zu Deckung huschten. Immer wieder krachten die Gewehre.

Plötzlich kamen Hufschläge auf. Jemand brüllte: »Die Schufte fliehen!« Eine ganze Serie von Schüssen erklang. Ein Pferd wieherte hell. Dann schrie ein Mann: »Ich habe den Gaul eines der Schufte erschossen! Schnappt ihn euch!«

Drei der Banditen jagten nach Norden. Der vierte der Kerle lag am Boden und brachte sein rechtes Bein nicht unter dem toten Pferd hervor. Von mehreren Seiten näherten sich ihm die Männer aus Plainview. Sie hatten die Gewehre auf ihn gerichtet. »Wirf die Waffe weg, Bandit!«, rief einer warnend. »Oder müssen wir dich in Fetzen schießen?«

Die anderen drei Banditen waren zwischen den Hügeln verschwunden. Die Hufschläge waren nur noch leise zu hören.

Die Reiter des Aufgebots kreisten den Banditen ein. Der Marshal kam. Stuart Hancock sah den Mann am Boden und seine Miene verschloss sich. Er presste die Lippen zusammen, sodass sie nur noch einen dünnen, blutleeren Strich bildeten. Er war wie vor den Kopf gestoßen …

 

*

 

Die Laterne verbreitete trübes Licht. Die Schatten der Gitterstäbe fielen auf den Boden der Zelle. James McLaughlin saß auf der Pritsche. Er hatte die Ellenbogen auf die Oberschenkel gelegt und ließ die Hände zwischen den Knien baumeln.

»Warum, James?« Stuart Hancock stand an der Gitterwand, seine Hände umklammerten zwei der zolldicken Gitterstäbe.

»Wir waren auf dem Weg nach Lubbock und hatten kein Geld mehr«, sagte der Bandit. »Da sahen wir die Kutsche. Wir überlegten nicht lange.«

»O verdammt!« Stuart Hancock wandte sich ab und nahm eine unruhige Wanderung im Gang des Zellentraktes auf. Eine ganze Weile schwieg er. Plötzlich hielt er an. »Du weißt, was dir blüht?«

»Ja. Ich rechne mit deiner Hilfe. Du bist mein Schwager.«

»Sag das bloß niemand.«

»Ich werde mich hüten.« James McLaughlin lachte kehlig auf. »Es würde kein besonders gutes Licht auf dich werfen.«

Scharf stieß der Town Marshal die Luft durch die Nase aus. »Ich kann dich nicht einfach laufen lassen, James. Die Bürgerschaft würde Fragen stellen. Ich könnte den Stern zurückgeben.« Die Stimme des Marshals sank herab, er grollte: »Zur Hölle mit dir, James. Ich habe mir hier eine solide Existenz aufgebaut. Jetzt kommst du daher und drohst alles zu zerstören. Hast du denn nicht an deine Schwester gedacht?«

Der Bandit schwieg. Ein betretenes Grinsen umspielte seine schmalen Lippen.

Hancock nahm die Laterne vom Brett. Auf dem Boden wechselten Licht und Schatten. Das düstere Licht ließ die Linien in den Gesichtern tief und dunkel erscheinen. Die Augen der Männer glitzerten wie Glasstücke.

»Ich kann dich nicht einfach laufen lassen«, wiederholte der Town Marshal und verlieh jedem Wort eine besondere Betonung. »Du hast es dir selber zuzuschreiben.«

Er verließ den Zellentrakt. Die Laterne schaukelte am Drahtbügel und leises Quietschen war zu vernehmen. Dumpf fiel hinter dem Marshal die aus groben Brettern zusammengenagelte Tür ins Schloss. Hancock stellte die Laterne auf den Schreibtisch. Ein herber Zug hatte sich in seinen Mundwinkeln eingeprägt.

Der Town Marshal ging zum Fenster und starrte hinauf auf die dunkle Straße. Entfernter Lärm aus dem Saloon sickerte an sein Gehör. Die Männer des Aufgebotes hatten, nachdem sie in die Stadt zurückgekehrt waren, beschlossen, noch ein Glas zu trinken. Männer der Stadt verließen ihre Häuser und strebten in den Saloon, getrieben von Neugier und Sensationshunger.

Hancock empfand es nicht als Erfolg. Sicher, einen der Banditen hatten sie erwischt. Aber der Preis, den sie dafür bezahlt hatten, war hoch. Zwei Männer waren gestorben, drei Pferde waren getötet worden.

Der Town Marshal war in sich völlig zerrissen. Bei dem Banditen, den sie gefangen hatten, handelte es sich um den Bruder seiner Frau. Hancock befand sich in einem Zwiespalt der Gefühle. James war ein Mörder und Räuber. Er hatte den Tod verdient. Als Gesetzeshüter war er sich seiner Sache sicher. Als Schwager des Banditen aber …

Dem Marshal gefiel die Entwicklung ganz und gar nicht. Es war, als ahnte er, dass ihn das Schicksal vor eine Entscheidung stellen würde – eine Entscheidung, die sein Leben verändern würde.

Hancock drehte den Docht der Laterne nach unten, bis sie verlosch. Aus den Ecken des Raumes kroch die Dunkelheit heran und schlug über ihm zusammen. Es roch nach Petroleum. Der Regulator an der Wand tickte monoton. Der Town Marshal verließ das Office und verschloss von außen die Tür. Tief sog er die frische Luft in seine Lungen. Er fühlte sich nicht wohl in seiner Haut und wünschte sich weit, weit fort. Aus der Tür und den beiden Frontfenstern des Saloons fiel Licht auf den Gehsteig und in die Straße. Dumpfes Stimmendurcheinander trieb heran. Der Marshal setzte sich in Bewegung. Unter den harten Sohlen seiner Reitstiefel knirschte der Staub. Er ging zum Saloon und betrat ihn. Der Schankraum war gerammelt voll. Die Männer musterten den Town Marshal. Es war still geworden. Hancock ging zum Tresen und verlangte einen doppelten Whisky. Dann wandte er sich an die Menge, die sich abwartend verhielt: »Ich werde einen Boten nach Amarillo zum Bezirksgericht schicken. Richter Humphrey soll den Gefangenen abholen lassen. So schieben wir denen in Amarillo den schwarzen Peter zu und brauchen uns nicht länger mit dem Banditen zu befassen.«

»Warum so viel Aufhebens mit diesem Schurken?«, rief ein Mann rau. »Hängen wir ihn am nächsten Baum auf. Seine Schuld ist erwiesen. Wozu einen Richter und ein Dutzend Geschworene bemühen? Die Sache könnte innerhalb von zehn Minuten erledigt sein.«

»Vergessen Sie's, Donovan. In dieser Stadt gibt es keinen Lynchmord, zumindest nicht, solange ich hier den Stern trage.«

»Aber Donovan hat Recht!«, schrie ein anderer. »Dieser McLaughlin ist ein Mörder, der sein Leben verwirkt hat. Geh nach Hause, Hancock. Du weißt von nichts. Wenn du morgen früh deinen Dienst antrittst, ist alles vorbei. Niemand wird dir …«

»Denkt nicht einmal daran!«, stieß Hancock hervor und nippte an dem Whisky, den ihm der Keeper hingestellt hatte. »Ihr würdet euch mit dem Banditen auf eine Stufe stellen. Überlasst es dem Gesetz, Leute. McLaughlin wird hängen. Warum wollt ihr euch die Hände an ihm schmutzig machen? Ich appelliere an eure Vernunft. Ihr wollt euch doch nicht vor euren Söhnen und Töchtern schämen müssen?«

Hancock trank seinen Whisky aus, dann verließ er den Saloon. Ein kühler Wind streifte sein Gesicht. Er ging nach Hause. Seine Frau Mandy lag schon im Bett, aber sie war wach. »Es wird Zeit, dass du nach Hause kommst«, sagte sie. »Ihr habt einen der Banditen eingefangen?«

»Ja. Mir wäre es lieber, wir hätten ihn nicht erwischt.«

»Ich verstehe nicht.«

»Es ist dein Bruder James.« Die Worte fielen wie Hammerschläge.

»Was!?« Mandy saß mit einem Ruck.

»Ja«, grollte der Marshal. »Es ist dein Bruder. Er hat mit drei Kumpanen die Postkutsche ausgeraubt. Zwei Männer starben bei dem Überfall. Auf James wartet der Galgen. Ich werde einen Boten nach Amarillo schicken …«

Es dauerte einige Zeit, bis die junge Frau die Hiobsbotschaft verarbeitet hatte. In dem Raum war nur gepresstes Atmen zu vernehmen. Es war finster und so konnte Hancock nicht sehen, wie es im Gesicht seiner Frau arbeitete. Plötzlich sagte sie: »Du kannst doch nicht zulassen, dass mein Bruder gehängt wird.«

Er hatte es befürchtet, dass sie so reagierte. »Was soll ich denn tun? Soll ich seine Zelle aufsperren und ihn laufen lassen? Verdammt, Mandy, er und seine Kumpane haben zwei Männer ermordet.« Hancock machte eine kleine Pause und ließ seine Worte wirken. Schließlich fuhr er fort: »Wir haben hier eine gesicherte Existenz, Mandy. Ich bin Town Marshal. Wir verfügen über ein geregeltes Einkommen, es fehlt uns an nichts, wir sind angesehen in der Stadt, wir werden geachtet und respektiert. Willst du das alles aufs Spiel setzen?«

»Du – du darfst James nicht dem Henker ausliefern, Stuart. Ich bitte dich.« Mandys Stimme klang flehend. Und dann setzte sie abgehackt hinzu: »Oder willst du unsere Ehe aufs Spiel setzen? Ich kann mit keinem Mann zusammenleben, der meinen Bruder an den Galgen gebracht hat.«

»Mein Gott, Mandy …«

»Es ist so«, sagte sie hart und abschließend.

 

*

 

Eine Woche später kam 'One Eye' Jim Tucker mit seinem Gefängnisfuhrwerk nach Plainview. Der dunkel gekleidete U.S. Marshal hielt das Gespann vor dem Marshal's Office an und sprang vom Bock. Das Rumpeln des Wagens endete. Der Aufbau des Fuhrwerks war eine mit dicken Bandeisen verstärkte Balkenkonstruktion. Die Seite zum Kutschbock sowie die rechte Längsseite waren mit dicken Bohlen verschalt, und an diesen geschlossenen Wänden gab es jeweils eine hölzerne Sitzbank. Über den Sitzbänken waren an dicken, rostigen Eisenketten Handschellen befestigt. Die Bank an der Längsseite des Fuhrwerks bot einem halben Dutzend Männern Platz, die an der Breitseite dreien.

Die Rückseite und die linke Längsseite des Aufbaus waren mit soliden Eisenstangen gesichert wie eine Gefängniszelle. Die Tür in der Rückseite, zu der vier Stufen hinaufführten, ebenfalls.

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