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Der Himmel erst ist mein Limit

Dieses Buch widme ich

meiner lieben Mutter
meinem lieben Vater

Leider wurdet ihr uns viel zu früh genommen,

und doch habt ihr uns stark genug für das Leben gemacht.

Ich vermisse euch Beide sehr.

Ich denke jeden Tag an euch.

Ihr gebt mir immer noch die nötige Kraft.

Irgendwann werden wir uns wiedersehen, ganz bestimmt. Nur jetzt noch nicht.

Hi ich bin’s Tuen

möchte dir aus meinem Leben erzählen!

Bin kein Promi, bin kein berühmter Mensch und habe bis dato ein recht normales Leben gelebt.

Oder vielleicht doch nicht?

War es gar nicht so normal? Was ist normal?

Lass dich überraschen. Eines kann ich dir versprechen, wenn du die letzten Zeilen meines Buches gelesen hast, wirst du denken:

Das kann doch alles gar nicht wahr sein, aber es ist wahr, dies ist meine wahre Geschichte, nicht verschönert nicht dramatisiert.

Ich werde dir aus meinem Leben erzählen mit all seinen

Höhen und Tiefen.

Auf manche Abschnitte meines Lebens werde ich etwas

detaillierter eingehen. Es ist aber nicht möglich aus

jedem einzelnen Jahr komplett zu berichten.

Zum einen, weil es den Rahmen sprengen würde.

Zum anderen, weil ich auch nicht mehr alles weiß.

Meistens nutze ich Füllwörter wie Freund und Kumpel.

Manchmal muss ich aber, des Erlebnisses wegen, Namen nennen.

Um die Privatsphäre jedes einzelnen zu schützen sind die

NAMEN FREI ERFUNDEN !!

Einige Jahre sind wie im Flug vorbei gegangen,

einige Jahre schienen kein Ende zu nehmen.

Im Verlaufe der einzelnen Jahre werde ich mehr ins Detail gehen.

Dadurch, dass einige Ereignisse in meinem Leben Jahre verschlingen, ist meine Geschichte nicht immer chronologisch in der Reihenfolge darstellbar.

Das Leben schreibt seine Geschichten ohne Drehbuch und ohne doppelten Boden.

Also dann, los geht’s!

Meine Geburt

Ich wurde im August in ein glückliches Elternhaus hinein geboren, war der zweite Sohn der Familie. Meine Familie hatte schon sehr früh ihren ersten Schicksalsschlag hinnehmen müssen.

Die erstgeborene Tochter ist leider drei Tage nach einer komplizierten Geburt verstorben.

Wer weiß, vielleicht würde es mich ohne diese Tragödie gar nicht geben?

Vielleicht wollten meine Eltern immer nur zwei Kinder? Jetzt bin ich ja da, und kann Dich auf meine Reise in die Vergangenheit mitnehmen.

An meine Geburt kann ich mich natürlich nicht erinnern, kann nur das weitergeben, was meine Eltern mir erzählt haben.

Ich war auch eine komplizierte Geburt. Wer hätte das gedacht, wo ich doch eigentlich ein unkomplizierter Mensch bin. Alleine hatte ich wohl an diesem denkwürdigen Tag noch nicht den Drang auf die Welt zu kommen. Ich wurde mit Hilfe einer so genannten „Saugglocke“ regelrecht ins Leben gezogen.

Die Saugglocke wird in der Regel so auf dem Kopf platziert, dass dem Kind nichts passieren kann. Es bildet sich ein Vakuum, und die Geburt wird somit unterstützt. Das Kind wird mit dieser Unterstützung schneller geboren. Die Saugglocke wird immer dann eingesetzt, wenn die Mutter es nicht alleine schafft. So auch bei meiner Geburt.

Die Arzthelferin oder Hebamme, man weiß es nicht so genau, hatte die Saugglocke falsch angesetzt.

Mir wurde dadurch bei der Geburt beinahe das linke Augenlicht genommen.

In den ersten Jahren meines Lebens musste ich mehrmals am linken Auge operiert werden. Jahrelang war die Sehschule die erste Schule die ich kannte. Nach den Operationen musste ich immer ein bis zwei Wochen im Krankenhaus bleiben. Anschließend, wochenlang mindestens einmal in der Woche, zur Sehschule. Irgendwann konnte ich auch einigermaßen mit dem linken Auge sehen. Das linke Brillenglas glich früher einem „Colaflaschen Boden“, mittlerweile ist auch die „Brillenglas Technik“ so weit, dass selbst die stärkeren Gläser normal aussehen.

Die volle Sehkraft allerdings würde ich nie erreichen.

Das linke Auge ist schon sehr beeinträchtigt; kann ja mal vorkommen so eine Geburt, fängt ja mal gut an, der Start ins Leben.

War das die erste Prüfung?

Es sollten in den nächsten Jahren noch einige folgen.

Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf mit rund 800 Einwohnern nahe der niederländischen Grenze. Ein typisches Dorf zu dieser Zeit, meine Oma hatte einen kleinen „Tante-Emma-Laden“ und es gab einen kleinen „Supermarkt“. Für die Wochenendeinkäufe fuhren wir in die nächst gelegene größere Stadt in ca. zehn Kilometern Entfernung. Eine kleine Feuerwehrstation und eine Kirche gab es ebenfalls im Dorf, die „Dorfjugend“ traf sich in der alten Schule. Durch die verschiedenen Vereine, und den damit verbundenen Veranstaltungen, war im Dorf immer was los.

Mein Bruder und ich, wir hatten eine unbeschwerte Kindheit. Unsere Eltern haben alles Schlechte von uns ferngehalten. Es fehlte uns an nichts.

Jedes Jahr fuhren wir gemeinsam in den Urlaub, in der Regel ins Bergische Land nach Bayern oder Österreich. Es wurde viel gewandert, und wir haben so manche Tour hoch in die Berge zu den Berghütten unternommen.

Mein Bruder und ich sammelten in den Urlauben immer fleißig Plaketten für unsere Wanderstöcke. Die von uns erklommenen Berghütten sind kaum zählbar, es waren in den Jahren einige, manchmal lagen diese so hoch im Berg, dass wir durch Schneefelder mussten um diese zu erreichen. Wir sind auch einige Jahre mit dem Verein ins Jugendzeltlager gefahren.

Ich war 7 oder 8 Jahre jung. Genau weiß ich es nicht mehr und mit meiner Mutter beim Frisör.

Meine Mutter kannte den Frisör sehr gut. Jupp machte dem Klischee des Frisörs alle Ehre. Es wurde gequatscht was die Wände aushielten.

Abgelenkt von dem Gequatsche, und zack schnitt mir der Frisör in mein linkes Ohr. Die Aufregung war groß. Das Blut schoss im Bogen aus meinem Ohr. Meine Mutter drückte es instinktiv mit einem Taschentuch ab. Der Frisör Jupp brachte uns sofort ins Krankenhaus.

Der Schnitt wurde mit drei Stichen genäht. Diese Narbe ist noch heute zu sehen.

Jahre später, mit 18 Jahren, wie es das Schicksal wollte, wurde ich Frisörmodell bei der Meisterprüfung zum Herrenfrisör in den Niederlanden. In den Niederlanden gibt es für Herren und Damen jeweils eine Prüfung zum Frisörmeister.

Die Tante meiner damaligen Freundin suchte für Ihre Prüfung noch ein Modell für den Kurzhaarschnitt. Was sollte schon passieren, ich hatte ja noch beide Ohren. Ich sagte zu. Meine Haare musste ich damals fast ein Jahr wachsen lassen. Die Prüfung wurde ohne besondere Vorkommnisse bestanden, und somit hatte es sich gelohnt die Haare wachsen zu lassen.

Übrigens: Ich habe immer noch beide Ohren.

Ungefähr zur gleichen Zeit, im Alter von 7 oder 8 Jahren, trat ich auch ins örtliche Vereinsleben ein. Das Trommlerkorps sollte es sein, ich wurde mit meinem Bruder und noch weiteren Einsteigern an der Querflöte ausgebildet. Es war für mich eine harte Schule. Noten lernen stand auf dem Programm. Die Musikstücke mussten alle auswendig gelernt werden. Flöte spielen war nicht unbedingt das was ich wollte, ich wollte lieber Trommler werden!

Nur war ich nach Meinung einiger Mitglieder des Vereins und nach Meinung meines Vaters, der auch Trommler war, noch zu klein um die doch recht schwere Trommel bei den Aufzügen durch die Dörfer zu tragen. Also blieb ich bei der Querflöte.

Im Alter von 12 Jahren wechselte ich dann zur Trommel. Der Übungsleiter stellte schnell fest, dass ich ein begnadeter Trommler war.

So durfte ich mit 13 Jahren schon in der Kirche zur Christmette zusammen mit einem Erwachsenen mehrere Trommler-Stücke aufführen, unter anderem „Der kleine Trommler“.

Das Trommeln habe ich nie ganz aufgegeben aber auch nicht professionell verfolgt. Mein Traum war es immer in einer Trommelband zu spielen. Immerhin spielte ich dann in einer Playback-Coverband den Schlagzeuger. Wir traten aus Spaß bei dem ein oder anderen Geburtstag auf. Na ja, sag niemals nie, vielleicht kommt meine Trommlerzeit noch.

Wie sich herausstellte, wurde ich nach Meinung einiger Menschen mit einem gewissen Talent fürs Fußballspielen geboren. Ich stand dadurch schon früh in jungen Jahren beim Fußballverein im Mittelpunkt. Schaffte es durch mein Talent und meinen Trainingsfleiß im Alter von neun Jahren in die Kreisauswahl. Vier Jahre später sogar in die Mittelrheinauswahl. Bin damit bis dato einer der wenigen aus meinem Heimatdorf, die es in diese Auswahl geschafft haben.

Mit den Auswahlmannschaften war ich auf vielen Turnieren in einigen Sportschulen im ganzen Land unterwegs. Ich durfte mit Fußballlegenden wie Overath, Grabowski und Netzer trainieren. Bei den jährlichen Mittelrheinmeisterschaften hatte es unser kleiner Landkreis schwer. In einem Jahr schafften wir es aber auf den dritten Platz. Das Spiel um den dritten Platz ging nach einem 2:2 unentschieden in die Verlängerung.

Dies reichte aber noch nicht für eine Entscheidung aus, somit musste das Spiel durch ein Elfmeterschießen entschieden werden. Es wurden fünf Schützen pro Mannschaft bestimmt. Sollte nach den ersten fünf Schützen pro Mannschaft immer noch keine Entscheidung vorliegen, ging es nach dem KO-System weiter. Das heißt, der erste Schütze der verschießt, dessen Mannschaft verliert das Spiel. Den letzten Elfmeter der ersten fünf Schützen für meine Mannschaft musste ich schießen.

Mein Vorgänger der gegnerischen Mannschaft hatte verschossen, ich musste also nur noch treffen, und wir hatten den dritten Platz gewonnen.

     Und ich traf!

Die Zeit in den verschiedenen Auswahlmannschaften war eine tolle Erfahrung in jungen Jahren, aus der ich viel gelernt habe über Teamgeist, Zusammenhalt und Respekt.

Als ich sechszehn war, schaffte mein Heimatverein den Aufstieg in die Landesliga, damals die fünf höchste Liga im deutschen Fußball. Mit 16 Jahren wurde ich, als einer der wenigen Jungs im Mittelrhein, über einen Antrag meines Vereins beim DFB, und somit über eine Sondergenehmigung, spielberechtigt für die Seniorenmannschaft gemacht. Ich durfte dann tatsächlich ein paarmal in der 1. Mannschaft mitkicken.

Zweimal für zwei Jahre konnten wir uns in der Landesliga halten, aber dies werde ich im weiteren Verlauf noch etwas genauer erzählen.

In dieser Zeit spielte ich auch in der A-Jugendmannschaft des Vereins, der Kreisauswahl und der Mittelrheinauswahl Fußball.

In einem meiner letzten A-Jugendspiele passierte es dann. Bei einem Eckball sprang ich zum Kopfball hoch, muss dazu sagen, ich war kein großer Kopfballspieler.

Im Luftkampf um den Ball stieß ich mit einem Gegenspieler zusammen und kam unsanft auf dem Boden auf. Den Gegenspieler traf keine Schuld, dies nur zur Klarstellung.

Ich konnte mich von der einen auf die andere Sekunde nicht mehr bewegen und hatte starke Schmerzen im unteren Rücken. Es ging nichts mehr, der Krankenwagen kam und brachte mich ins Krankenhaus.

Es sollte nicht das letzte Mal im Krankenwagen sein.

Ich wurde in verschiedenen Positionen geröntgt und man machte Mobilisations-Tests mit mir.

Nach den Untersuchungen stellte man fest, dass ich wohl von Geburt an ein „Wirbelgleiten“ habe. Durch das viele Training: Fußball, Tennis, Kampfsport und Fitness, blieb dies bis zu diesem Moment verborgen.

In meiner Lendenwirbelsäule fehlt bei zwei Wirbeln die direkte Verbindung zu den anderen Wirbeln, somit haben die Wirbel zu viel „Spiel“ und können gleiten. Als positiv empfand ich damals die Tatsache, dass ich wegen dieser „Krankheit“ nicht zur Bundeswehr eingezogen wurde. Musste aber bei der Musterung erneut geröntgt werden. Mit dem Ergebnis, dass ich ausgemustert wurde.

T5 war mein Status. Laut der Einschätzung der Ärzte, die mich untersuchten, hätte ich maximal Musiker werden können. Welche Ironie.

Nach der Rehabilitation, und bis heute, hatte ich nie wieder einen solchen Zwischenfall. Durch Bauchmuskel- und Rückentraining habe ich dies bis dato sehr gut im Griff.

Durch die aktive Zeit im Trommlerkorps war ich immer bei den Dorfveranstaltungen dabei.

Im Alter von 16 Jahren konnte ich mir einen weiteren Traum erfüllen.

Einmal im Leben Prinz zu sein.

Wer träumt als kleiner Junge nicht davon?

Ich nahm am örtlichen Vogelschuss teil. Vogelschuss ist einmal im Jahr. Bei dieser Veranstaltung wird der neue Schützenkönig und der neue Schützenprinz für das nächste Jahr durch einen, sagen wir Schießwettbewerb, ermittelt. Geschossen wird auf einen Holzvogel, der auf einer fünf Meter hohen in den Himmel ragenden Stange am oberen Ende montiert ist.

Der Schütze, der es schafft den Vogel herunter zu schießen, ist der neue Schützenkönig. Es wird solange geschossen, bis der Vogel von der Stange fällt.

Nachdem der König feststeht, wird in gleicher Art und Weise der neue Prinz ermittelt.

-- Peng –

und ich war der neue Schützenprinz im Dorf.

Als Prinz tritt man bei verschiedenen Veranstaltungen und Kirmesumzügen in der Region auf. Natürlich hatte ich auch eine Prinzessin an meiner Seite.

Zur Dorfkirmes, eine findet im Frühjahr und eine im Herbst statt, wurde immer der Hauseingang meines Elternhauses von der Nachbarschaft geschmückt. Wie es sich für einen Prinzen gebührt, wurde ein großer Bogen aus grünen Tannen aufgebaut und mit Rosen verziert. Die Rosen wurden von den Nachbarsfrauen mit der Hand geflochten. Dies kennt sicherlich der ein oder andere von den Maiherzen.

Die Höhepunkte für Prinzenpaare waren zweifelsfrei die Kirmesveranstaltungen.

Kirmesveranstaltung, da war doch noch was; darauf kommen wir später noch an anderer Stelle zurück.

Meine Prinzessin und ich saßen beim Königsball der Kirmes am Königstisch und feierten mit der Dorfgemeinschaft zwei tolle Feste. Königspaar und Prinzenpaar wurden zum Königsball vom Trommlerkorps abgeholt und ins Zelt gebracht. Nachdem das Königspaar und das Gefolge am Königstisch Platz genommen hatten, wurde der Königsball eröffnet.

König und Königin tanzten den Königswalzer, zuerst kommen dann Prinz und Prinzessin dazu und anschließend alle anderen Gäste.

Ich musste im Vorfeld erstmal tanzen lernen, dies klappte so gut, dass man mich später den „Eintänzer“ nannte.

Es war ein schönes Jahr, ich im schicken Anzug und meine Prinzessin in einem bezaubernden Ballkleid.

1986 – Führerscheine

Es folgte bei mir, nach dem achtziger Mopedführerschein, den ich zwei Jahre zuvor bestanden hatte, der Auto- und Motorradführerschein. Wir Dorfkinder haben das Autofahren auf Feldwegen gelernt. Als mein Vater meinem Bruder das Autofahren beigebracht hat, durfte ich im Alter von sechzehn Jahren auch schon mal fahren.

So war das früher. Mein Fahrlehrer sagte bei der ersten Fahrstunde: „Ich sehe, dein Vater hat den gleichen Wagen, dann brauche ich dir ja nicht viel zu erklären“.

Das Motoradfahren war auch kein Problem, ich bin ja zwei Jahre lang Moped gefahren. Wir haben zwei schöne Motorradtouren gemacht, ein bisschen Stadtverkehr in der kaiserlichen Domstadt und dann durfte ich zur Prüfung. Mit der mindest geforderten Anzahl an Fahrstunden konnte ich beide Führerscheine; Auto und Motorrad, im ersten Durchgang bestehen.

Der Beginn einer langen Freundschaft

Schnell habe ich, durch die vielen Vereine, in denen ich aktiv war, Freunde gefunden. Meine jetzige Clique hat sich im Laufe der Schulzeit gebildet. Wir waren zwar nicht alle auf der gleichen Schule aber egal, wir waren die Clique, und sind es bis heute. Meinen besten Freund lernte ich durch einen Freund aus meinem Dorf kennen. An einem Tag fuhren wir zu Peter, mein Freund Karl und ich. Peter ließ Karl in der Einfahrt des elterlichen Hauses mit seinem Mofa fahren. Karl konnte es nicht wirklich, er drehte auf und fuhr das Mofa fast ungebremst ins Garagentor. Das Tor war ziemlich verbeult, und auch das Mofa hatte gut was abbekommen.

Es entwickelte sich eine sehr enge Freundschaft zwischen uns, wir haben damals sehr viel gemeinsam unternommen.

Mit unseren damaligen Freundinnen sind wir zusammen nach Holland ans Meer gefahren. Es war ein sehr schönes Wochenende an der holländischen Nordseeküste.

Peter wurde bei meiner Hochzeit mein Trauzeuge, und zwei Jahre später auch der Taufpate unseres Sohnes

Wir 9 Jungs der Clique sind vor zwei Jahren allesamt innerhalb von 12 Monaten 50 geworden.

Es wurde neun Mal die 50 ausgiebig gefeiert. Wir halten wie früher zusammen, daran hat sich nichts geändert und ich hoffe, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Da wir zu dritt den gleichen Vornamen haben, sprechen wir uns immer alle mit Spitznamen an. Selbst die Kinder meiner Kumpel sprechen mich mit meinem Spitznamen Tuen an.

In jungen Jahren waren wir an den Sonntagen, in der Regel jeden Sonntag, mit unseren Mofas und später mit unseren Mopeds im Jugendtreff des Dorfes.

Wir sind auch manchmal zu anderen Jugendheimen gefahren. Als wir Jungs Richtung des 18. Lebensjahres gingen, gab es eine Disco ein paar Dörfer weiter.

„Für die jüngeren Leserinnen und Leser:

Club’s, hießen früher Disco’s“.

Diese Disco wurde unser zweites Zuhause. Direkt neben der Disco war eine Kneipe. Freitagabend war unser Abend. Erst wurde in der Kneipe genagelt, und gegen Mitternacht ging es rüber zur Disco. Mehr als zählbar sind wir aber auch in der Kneipe versackt.

Das Nageln war zu dieser Zeit ein sehr beliebtes Trinkspiel. Jeder bekommt einen 10 cm langen Nagel. Die Nägel werden rundum mit einem Hammer in einen Baumstumpf geschlagen, immer der Reihe nach. Auf welchen Nagel man schlägt, entscheidet man selber aus taktischen Gründen. Wer den ersten Nagel versengte bestellte die Runde, wer den letzten Nagel versengte, also der Verlierer, zahlte die Runde. Es war die eine oder andere feuchtfröhliche Nacht.

Genau zu dieser Zeit machte ich nebenher auf der Abendschule meinen Techniker für Elektrotechnik.

Das Problem, am Samstag sechs Stunden Schule. Die Schule musste an so manchem Samstag ohne mich zurechtkommen. Es war eine intensive Zeit. Dienstags und donnerstags fuhren wir immer morgens zu zweit. Ein Arbeitskollege ging zur selben Schule. An diesen Tagen fuhren wir gemeinsam gegen 5 Uhr 30 in der Frühe los. Erst in die Domstadt am Rhein zur Arbeit. Nach Feierabend ging es direkt weiter in die nächste Domstadt, zur Schule. Schulschluss 21:30 Uhr. Am nächsten Morgen wieder um 5:30 Uhr zur Arbeit an den Rhein, und so weiter und so weiter. Nach gut zwei Jahren war die Luft raus, ich hatte keine Lust mehr und brach den Techniker ab.

Irgendwann in dieser Zeit eröffnete ein paar Dörfer weiter eine neue Disco. Strenger Einlass ab achtzehn. Es wurde unsere neue Stammdisco. Samstags ging es regelmäßig in diese Lokalität.

Vor der Disco gab es ein Bistro, hier wurde vorgeglüht. Nach Mittenacht ging dann die Party in der Disco los. Wir machten so viel Stimmung im Laden, dass der DJ uns nach einiger Zeit jeden Samstag persönlich begrüßte. Er legte extra für uns Musik auf.

Es wurden viele ausgedehnte Nächte gefeiert.

 

Wir Jungs unternahmen auch in der ein oder anderen Konstellation einige Urlaube zusammen.

Spanien-Llorret de Mar;

Im Herbst ging es mit dem Bus ins spanische Lloret de Mar. Sicherlich zu dieser Zeit einer der angesagtesten Partyorte des Landes. Wir waren zu dritt unterwegs. Während der Busfahrt wurde schon gut gefeiert, und wir lernten auch schon einige Mädels kennen.

Sonne Strand und Meer, was gibt es Schöneres. Vierzehn Tage power Partyprogramm.

Mike Tyson verteidigte in diesem Jahr seinen Box-WM-Titel im Schwergewicht. Wir konnten dieses Spektakel auf riesigen Leinwänden in einer Mega-Disco verfolgen.

Nachts feiern, tagsüber schlafen am Strand.

Es waren vierzehn schöne Tage in Spanien, aus einigen Bekanntschaften wurden Freunde, andere Bekanntschaften verliefen im Sand.

Italien-Venedig;

Zu viert mit den damaligen Freundinnen ging es nach Italien.

Unter anderem sind wir mit einer Jacht vom Urlaubsort übers Mittelmeer nach Venedig geschippert.

In Venedig gibt es einiges zu sehen. Die Seufzerbrücke, die für die verurteilten Straftäter vom Gericht direkt ins Gefängnis führt. Hier sollen, der Legende nach, die Verurteilten zum letzten Mal mit einem Seufzer in die Freiheit geschaut haben. Dies hat dann zur Namensgebung der Brücke geführt.

Die Rialto-Brücke, der Markusplatz mit seinem Dom, und vieles mehr gab es zu bewundern.

Italien, das Land der Legenden. Eine Legende besagt:

Wer mit seinem Partner durch die beiden Löwenstatuen auf dem Markusplatz geht, bleibt nicht zusammen. Siehe da, nach und nach haben wir uns alle von unseren damaligen Partnerinnen getrennt. Ob es tatsächlich an diesem einen Tag in Venedig gelegen hat, ich wage es zu bezweifeln.

Trotzdem war es ein schöner Urlaub in Italien.

Niederlande-Ijsselmeer;

Mit fast der ganzen Clique fuhren wir zu einem „Segel Törn“ auf dem niederländischen Ijsselmeer. Darauf muß ich etwas näher eingehen.

Wir hatten über eine Agentur eine Woche Ijsselmeer gebucht auf einem, sagen wir, Segelschiff - die Seemöve. Der Kapitän der Seemöve sollte vor Ort sein. Wir sind mit zwei VW-Bullis nach Holland zum Ijsselmeer gestartet, wenn ich mich recht erinnere Freitag, früher Nachmittag.

In Holland am Ijsselmeer angekommen mussten wir erst einmal unser Schiff suchen. Das Schiff haben wir recht schnell gefunden.

Nun fehlte nur noch der Kapitän. Zu zweit zogen wir los ins kleine Hafenstädtchen um bei der Agentur, über die wir diesen Trip gebucht hatten, nachzufragen, wo wir unseren Kapitän finden könnten, doch die hatte schon geschlossen. Wir haben dann auf der Promenade einige Leute gefragt. Vielleicht kannte ja jemand den Kapitän der Seemöve?

Irgendwann sagte eine junge Frau: „Gehen Sie mal dahinten in die Kneipe, dort ist er normalerweise immer zu finden“. Gesagt getan, wir sind rein in diese Kneipe. Tatsächlich unser Kapitän war in der Kneipe.

Er saß volltrunken an der Theke, nachmittags um 17 Uhr. Er hatte wohl irgendwie vergessen, dass er noch einen Segel-Törn mit uns hatte. Er hat sein Glas geleert und ist mit uns zusammen zum Schiff gekommen. Aufgrund der Verspätung sind wir an diesem Abend zwar noch vom Bootsanlegeplatz weggekommen, aber die Fahrt war schnell vorbei.

Die Schleuse der Autobahnbrücke wurde an dieser Stelle des Zubringerflusses nur zweimal täglich geöffnet, den Zeitpunkt hatten wir nun leider verpasst. Unseren ersten Abend der Tour verbrachten wir dadurch irgendwo am Zubringerfluss des Ijsselmeeres im festgetauten Boot. Die nachfolgenden Tage waren dann doch sehr schön, eine tolle Zeit auf dem Ijsselmerr.

Die Fußball Weltmeisterschaft war in vollem Gange, und wir haben in einem Hafen zusammen mit anderen Fußball-Fans in einer Kneipe das Spiel: Holland - Brasilien geschaut. Einer meiner Kumpels meinte spät abends nach dem Spiel. Kommt wir machen noch ne kleine Bootstour ohne unseren Kapitän. Wir sind alle aufs Boot geklettert. Da die Boote alle aneinander getaut waren, mussten wir erst einmal einige Boote losmachen, um unser Boot frei zu bekommen. Gott sei Dank haben wir das Boot nicht richtig lösen können und Gott sei Dank sprang der Motor nicht an. Es wäre wohl sonst eine kleine bis mittelschwere Katastrophe geworden. Der Hafen lag voll mit Schiffen, Booten und Jachten.

Auch in den folgenden Jahren waren wir mehrmals mit unserer Clique unterwegs.

Da gab es die tollsten Ideen, eine zum Beispiel:

Wir radeln mit den Fahrrädern zu dem bekanntesten Stausee der Region. Sind ja nur 100 km. Wir waren zu dieser Zeit alle sehr geübte Fahrradfahrer, ha, ha. Schnapsidee!

Einmal in den Kopf gesetzt, wurde die Tour geplant. Wir haben sie tatsächlich in die Tat umgesetzt. Mit einem Kumpel zusammen fuhr ich den Mannschafts- bzw. Verpflegungsbus, vollgepackt mit allem was man für einen Wochenendtrip zum Zelten braucht.

Der Rest der Clique ist mit den Rädern gefahren. Es war recht anstrengend, wie man uns später erzählte. Wir Beide sind vorgefahren, haben die Zelte, soweit dies ging, aufgebaut und uns schon mal ein Bierchen gegönnt. Nachmittags waren dann alle oben am Stausee vor Ort angekommen.

Was macht man nach einer anstrengenden Fahrradtour? Genau, entspannen und ein kühles Blondes genießen.

Nacheinander sind wir in die nächste Kneipe um uns ein - zwei Bierchen zu gönnen, bevor wir uns auf dem Zeltplatz etwas zum Abendessen machen wollten. Es dauerte nicht lange und wir waren vollzählig in der Kneipe versammelt.

--  Barney Stinson, aus How I Met Your Mother,
würde sagen: „Der Abend war legendär“. --

Zum Schluss hatten wir die Kneipe komplett in unserer Hand, Peter hat kassiert, ein anderer Kumpel hat den DJ Part übernommen und wir haben die Bude auf den Kopf gestellt. Es war ein richtig geiler Start ins Wochenende. Auf dem Weg zu unseren Zelten hat einer unserer Jungs, normalerweise einer der ruhigsten der Clique, angefangen die bunten Glühbirnen der draußen hängenden Lichterketten heraus zu schrauben.

Die Glühbirnen warf er an die Hauswand gegenüber. Die bunten Glühbirnen platzten nacheinander an der Wand in tausende Teile. Würde sagen es hat drei oder vier Glühbirnen gedauert, und wir haben alle fleißig mitgemacht, bis keine einzige Glühbirne mehr in der Lichterkette war. Gott sei Dank wurden wir diesbezüglich von keiner Seite belangt.

Ohne Zweifel eines der legendärsten Wochenenden!

Österreich-Going am Wilden Kaiser, Skifahren.

In diesem gebuchten Hotel war ich mit meiner Familie als Elfjähriger im Sommerurlaub. In dem wir erst einmal keine Besonderheiten hatten. Es lagen zwei sehr schöne Sommerwochen hinter uns. Es wurde viel gewandert, wir haben einige interessante Touren zu verschiedenen Berghütten gemacht. Einen Tag vor Ende des Urlaubs wurde ich abends krank. Keuchhusten mit Bronchitis, es ging so schnell schlecht mit mir, dass ich zunächst für die Fahrt ins Krankenhaus nicht stabilisiert werden konnte. Meine Eltern mussten mit dem schlimmsten rechnen. Der Dorfpfarrer wurde verständigt, für den Fall der Fälle. Der Notarzt mixte einen Medikamenten-Cocktail, dieser Cocktail und die zusätzliche Beatmung mit einem Schlauch durch meine Nase brachten dann irgendwann tief in der Nacht die Besserung. Ich konnte mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden. Es waren zwei schlimme Tage für meine Eltern. Selbst habe ich nur noch sehr verschwommene Erinnerungen an diese dramatischen Tage in Österreich.

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