Logo weiterlesen.de
Der Hexer 68

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist DER HEXER?
  3. Der Autor
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Zweiter Teil: Die Schattenwerkstatt
  7. Die Serie auf einen Blick
  8. E-Book-Titel von Wolfgang Hohlbein
  9. Unsere Empfehlungen

Was ist DER HEXER?

Der Hexer ist eine Romanserie in der Tradition von H.P. Lovecraft, geschaffen von Wolfgang Hohlbein, der auch die meisten Folgen schrieb. Das Epos wurde 1984 in der Reihe »Gespenster-Krimi« begonnen und später als eigenständige Serie unter »DER HEXER« und schließlich als Paperback und Sammeledition fortgesetzt.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in London des 19. Jahrhunderts und verstrickt den Hexer Robert Craven und später auch seinen Sohn in fantastisch-schaurige Abenteuer. Immer wieder kommt es dabei zu Begegnungen mit den GROSSEN ALTEN – göttergleichen Wesen, die den Menschen feindlich gesonnen sind – und deren Vertretern auf der Erde.

Der Autor

Wolfgang Hohlbein ist ein Phänomen – einer der produktivsten Autoren fantastischer Literatur mit mehr als hundertsechzig Büchern und einer Weltauflage von über vierzig Millionen Exemplaren! Bekannt wurde er neben seinen Jugendbüchern vor allem durch den Romanzyklus DER HEXER. Die E-Book-Sammleredition präsentiert die Hexer-Geschichten als »Director’s Cut« in ihrer ursprünglichen Form und in chronologischer Reihenfolge, gespickt mit vielen Hintergrundinfos.

4. August 1862

Das Haus war eine Falle.

Roderick Andara vermochte nicht zu sagen, woher er diese Überzeugung nahm. Nichts an dem schäbigen kleinen Häuschen inmitten des kaum größeren, von der schon seit Wochen anhaltenden Hitze ausgedörrten Gartens am Ortsrand von Innsmouth war irgendwie auffällig, nichts deutete auf eine wie auch immer geartete Bedrohung hin. Hinter einem der Fenster im Erdgeschoss brannte Licht, doch die Vorhänge waren zugezogen und der Stoff zu dicht, um etwas dahinter zu erkennen. Auch zu hören war nichts. Und doch fühlte Andara die Gefahr so deutlich, als ob die Warnung mit Leuchtfarbe auf die Wände gepinselt wäre.

Er wechselte einen raschen Blick mit H.P. und dessen hünenhaftem Leibdiener, doch die beiden schienen nichts von dem zu spüren, was in ihm vorging.

Vielleicht bildete er sich nur etwas ein, was nach allem, was sie durchgemacht hatten, kein Wunder wäre. Noch immer verspürte er abgrundtiefes Entsetzen, wenn er nur an die titanische Scheußlichkeit in der unterirdischen Höhle dachte, konnte kaum glauben, dass er die Konfrontation mit der blasphemischen, protoplasmischen Kreatur, die vor Jahrmillionen von den Sternen herabgestiegen war, lebend überstanden hatte.

Die Begegnung mit einem der GROSSEN ALTEN selbst.

Andara schauderte und bemühte sich mit aller Kraft, die Erinnerungen zu verdrängen. Es war vorbei. Er hatte Necron bezwungen und den Bann, den dieser über die Bewohner von Innsmouth gelegt hatte, gebrochen; und zur Strafe für sein Versagen hatte der GROSSE ALTE den Magier verschlungen und war wieder in die lichtlosen Tiefen des Meeres zurückgekehrt, aus denen er emporgestiegen war.

Es war vorbei.

Jetzt waren sie hier, um Robert Craven, seinen Sohn, abzuholen, der sich laut H.P. in diesem Haus befinden sollte, und diesen Albtraum endgültig zu beenden. Wie hatte Lovecraft gesagt: Es sind gute Leute, die auf ihn Acht gegeben haben. Sie hatten nur Angst vor Necron.

»Wat issn nu?«, erkundigte sich Rowlf. »Worauf waten wa?«

Andara nickte. Wenn er herausfinden wollte, was mit Bob passiert war, würde es ihm nichts nutzen, wenn er weiterhin hier draußen herumstand. Dennoch kostete es ihn Überwindung, die letzten zwei Schritte vorzutreten, die Hand zu heben und an die Tür zu klopfen.

Sie schwang unter der Berührung auf, war nur angelehnt gewesen.

Seine Vorahnungen einer drohenden Gefahr verstärkten sich noch, aber jetzt gab es für ihn kein Halten mehr. Wenn Bob etwas zugestoßen war …

Entschlossen stieß er die Tür ganz auf, durchquerte die kleine Diele dahinter und stürmte in den Wohnraum, in dem er schon von außen das Licht gesehen hatte.

Die beiden Leichen lagen kaum einen Schritt von der Tür entfernt auf dem Boden, ihre Gesichter noch im Tode von dem Entsetzen gezeichnet, das sie in den letzten Sekunden ihres Lebens empfunden hatten. Es handelte sich um einen Mann und eine Frau, beide um die sechzig Jahre alt. Ihre Körper waren grausam verstümmelt, aber dafür hatte Andara nur einen flüchtigen Blick übrig.

»Robert!«, brüllte er mit sich überschlagender Stimme so laut er nur konnte. »Bob, wo bist du?«

Keine Antwort. Im Haus war es still wie in einem Grab.

Andara fuhr herum, stieß H.P., der hinter ihm stand, aus dem Weg und riss die nächstgelegene Tür auf. In rasender Hast überprüfte er die Räume im Erdgeschoss, ohne eine Spur seines Sohnes zu entdecken, dann stürmte er die Holztreppe ins obere Stockwerk hinauf und durchsuchte es ebenfalls, allerdings mit dem gleichen Ergebnis.

Bob war hier gewesen. In einem der Zimmer stand ein Kinderbettchen, und auf einer Kommode lagen mehrere Kleidungsstücke, die er seinem Sohn selbst – wie es ihm vorkam in einem anderen Leben – gekauft hatte.

Andara spürte, wie seine Augen zu brennen begannen, und er biss die Zähne so fest zusammen, dass sein Kiefer zu schmerzen begann. Langsam, wie in Trance, trat er an das Bettchen heran und strich mit der Hand über das Kissen, in dem noch der Abdruck eines Kinderkopfes zu erkennen war. Das Kissen und die Decke waren noch nicht einmal richtig ausgekühlt, er konnte nur um wenige Minuten zu spät gekommen sein.

Alles war umsonst gewesen. Sie hatten Necron besiegt und sogar einen der GROSSEN ALTEN selbst zum Rückzug gezwungen, aber er hatte die Macht und Bosheit der uralten Götter von den Sternen unterschätzt. Sie hatten ihm das Einzige genommen, was ihm auf dieser Welt noch etwas bedeutete.

Aus dem Erdgeschoss war das Bersten von Holz zu hören, gefolgt von einem Schrei. Andara fuhr herum, und die Bewegung rettete ihm das Leben. Nur um eine Winzigkeit verfehlte die Faust eines Tiefen Wesens seinen Kopf, das sich von hinten an ihn herangeschlichen hatte, ohne dass er es in seinem Schmerz bemerkt hatte. Er blickte direkt in die Fratze der halb menschlichen, halb amphibischen Albtraumkreatur mit ihrem flachen Krötenschädel, den großen, hinter schleimig aussehenden Nickhäuten verborgenen Fischaugen und den rasiermesserscharfen Knochenplatten, die in seinem breitlippigen Maul die Stelle von Zähnen einnahmen.

Obwohl er bis ins Mark erschrak, reagierte Andara mit ungeheurer Schnelligkeit. Noch bevor das Monstrum ein weiteres Mal nach ihm greifen konnte, warf er sich zur Seite, tauchte unter den zuschnappenden Händen hindurch und kam zwei Schritte entfernt mit einer perfekten Rolle wieder auf die Beine.

Das Tiefe Wesen stieß ein enttäuschtes Zischeln aus, wandte sich wieder zu ihm um und starrte ihn hasserfüllt an.

Und in Andara zerbrach etwas.

Das Ungeheuer vor ihm und andere seiner Art hatten Bob geraubt, ihn vielleicht sogar ebenso wie die beiden unschuldigen Menschen dort unten im Wohnzimmer bereits ermordet; und wenn er noch lebte, dann erwartete ihn ein Schicksal, das sogar schlimmer als der Tod war. Zorn brodelte in Andara hoch, eine kochende, brennende Wut von unbezähmbarer Gewalt. Ohne dass er es verhindern konnte oder auch nur wollte, erweckte sie die finsteren Kräfte in seinem Geist, die er in der unterirdischen Grotte entfesselt hatte und die seither nur mühsam unter der dünnen Oberfläche seines Verstandes gebändigt waren und auf ein Opfer lauerten, zu neuer Raserei.

»Stirb!«, stieß er hervor. Nur dieses eine Wort, aber es war begleitet von einem magischen Hieb von so ungeheurer Macht, dass es ihn selbst erschreckte.

Das Tiefe Wesen stieß ein gepeinigtes Wimmern aus und taumelte zurück, doch selbst wenn er es gewollte hätte, wäre Andara nicht mehr in der Lage gewesen, seinen Angriff abzubrechen. Unsichtbare Hände rissen das Ungeheuer in die Höhe und zerfetzten es binnen eines einzigen Sekundenbruchteils. Wände, Möbel, Fußboden und sogar die Decke waren plötzlich voller grünem Blut und Fetzen der geschuppten Amphibienhaut.

Der Anblick ernüchterte Andara ein wenig. Noch immer raste und tobte das Ding in ihm, seine Hexerkräfte, von denen er geglaubt hatte, er hätte sie im Laufe der vergangenen Jahrzehnte zu beherrschen gelernt; deren ungezügelte Macht ihn in diesem Moment aber beinahe mehr erschreckte als alles, was er zuvor erlebt hatte. Nur mit äußerster Willenskraft gelang es ihm, sie wieder halbwegs unter Kontrolle zu bekommen.

Erneut ertönte ein Schrei aus dem Erdgeschoss und erinnerte ihn daran, dass die Gefahr noch nicht vorbei war.

Hastig stürmte er aus dem Zimmer, wobei er sich bemühte, die zerfetzten Überreste des Tiefen Wesens nicht anzusehen, und die Treppe hinunter. Er hatte gespürt, dass das Haus eine Falle war, und doch waren sie blindlings hineingetappt. Aber es war der einzige Weg gewesen, Klarheit über Roberts Schicksal zu erlangen.

Im Wohnraum stieß er auf zwei weitere Amphibienkreaturen. Rowlf verteidigte sich zumindest halbwegs erfolgreich gegen eine von ihnen, obwohl abzusehen war, dass auch er ihren Kräften auf Dauer nicht gewachsen war, doch für H.P. sah es wesentlich schlechter aus. Das zweite Ungeheuer hatte ihn in eine Ecke gedrängt. Nur mit dem Bein eines zerbrochenen Stuhls bewaffnet, hielt er es noch notdürftig auf Distanz. Sein Gewehr lag mehrere Meter entfernt auf dem Boden.

Alles in Andara drängte danach, das Ungeheuer ebenso zu töten wie die Kreatur in Bobs Zimmer. Die einmal erwachte Gier der Bestie in ihm war noch längst nicht gestillt. Trotzdem widerstand er dem Verlangen. Stattdessen riss er seinen Spazierstock aus dem Gürtel. Ein Druck auf eine winzige Schließe gab die in der Umhüllung verborgene Degenklinge frei.

Das Tiefe Wesen ließ von Lovecraft ab und fuhr herum. Andara ließ ihm keine Chance. Die Klinge des Degens durchbohrte seinen Hals. Mit einem erstickten Blubbern stürzte es zu Boden und rührte sich nicht mehr.

Das zweite Ungeheuer hatte von Rowlf abgelassen. Mit glotzenden Augen starrte es Andara einen Moment lang an, dann warf es sich herum und versuchte zu fliehen. Mit zwei raschen Schritten verstellte Andara ihm den Weg zur Tür, während Rowlf sich ihm von der anderen Seite her mit drohend erhobenen Fäusten näherte. Er blutete aus einer Platzwunde am Kopf, die ihn aber nicht zu behindern, sondern seinen Kampfeswillen im Gegenteil noch mehr anzustacheln schien. Sein Gesichtsausdruck verriet grimmige Entschlossenheit.

»Wo ist Robert?«, zischte Andara. »Was habt ihr Ungeheuer mit meinem Sohn –«

Ohne Ansatz sprang das Tiefe Wesen vor, in einer Bewegung, die selbst für Andara zu schnell kam. Ein heftiger Schlag traf seine Brust und schleuderte ihn zurück. Noch bevor Rowlf es ergreifen konnte, hetzte das Ungeheuer los, nicht in Richtung der Tür, wohin der Hüne sich automatisch gewandt hatte, sondern direkt auf das Fenster zu.

Aus den Augenwinkeln sah Andara, dass H.P. sein Gewehr aufgehoben hatte und auf das Monstrum anlegte. »Nein!«, brüllte er entsetzt, aber es war zu spät.

Ein Schuss krachte, der sich in dem engen Raum wie Kanonendonner anhörte. Schon halb im Sprung begriffen, zuckte das Tiefe Wesen mit einem Schrei zusammen und stürzte zu Boden.

»Verdammter Narr!«, keuchte Andara. Er stürzte zu der Stelle, an der die Amphibienkreatur zusammengebrochen war. Grünes Blut quoll aus ihrer Brust, aber sie lebte noch, auch wenn ihre Augen sich bereits zu trüben begannen. Andara packte sie an den Schultern.

»Wo ist mein Sohn!«, brüllte er. »Sag es mir, oder –«

»Er ist … weg«, stieß das Ungeheuer hervor. »Dort wo … du ihn niemals … finden wirst.«

Mit diesen Worten starb es.

Voller hilfloser Wut schüttelte Andara die Kreatur, bis er die Sinnlosigkeit seines Tuns einsah und sie angeekelt losließ. Zornig fuhr er zu Lovecraft herum.

»Verdammter Narr!«, keuchte er noch einmal. »Wir brauchten ihn lebend! Er war unsere einzige Spur zu Robert!«

»Es … tut mir leid«, murmelte H.P. »Aber wenn ich nicht geschossen hätte, wäre er entkommen. Dort draußen hätten wir ihn niemals eingefangen.«

Obwohl die Wut sein Denkvermögen trübte, wusste Andara, dass er Recht hatte. Noch eine Sekunde länger, und das Tiefe Wesen wäre durch das Fenster gesprungen und in der Nacht untergetaucht.

»Schon gut«, presste er mühsam hervor. »Ich … ich glaube, ich weiß auch so, wohin Robert verschleppt wurde.«

Er hatte es die ganze Zeit über gewusst. Necron selbst hatte es ihm voller Hohn verraten, aber er hatte es nicht wahrhaben wollen und die Augen vor der Wahrheit verschlossen, hatte sich an die Hoffnung geklammert, dass es ihm gelungen wäre, mit Necrons Niederlage auch das dem Jungen drohende Schicksal abzuwenden.

R’lyeh, hatte der Magier gesagt. Der schwarze Pfuhl im Herzen der Erde, das Zentrum der Macht der GROSSEN ALTEN. Der Ort, von dem aus Cthulhu, der schrecklichste der sterngeborenen Dämonen, vor Millionen von Jahren über diese Welt geherrscht hatte und wo sein nasses Grab lag.

R’lyeh.

Die Stadt, über die Robert nach dem Willen der GROSSEN ALTEN als Statthalter des Bösen herrschen sollte …

Angst überflutete mein Denken im Augenblick des Erwachens, eine tiefe, kreatürliche Panik, durch keinerlei Filter des Bewusstseins gemindert, wie ich sie sonst nur aus den schlimmsten Albträumen kannte. So unerträglich, dass ich mir wünschte, zu sterben oder wenigstens sofort wieder in die sanfte Umhüllung der Ohnmacht zurückgleiten zu können.

Ich versuchte mich auf die Ursache dieser Angst zu konzentrieren, doch es gelang mir nicht. Bizarrerweise wusste ich weder warum noch wovor ich mich fürchtete. Das Gefühl war einfach da, als wäre es nicht einmal mein eigenes, sondern mir von einem fremden Willen eingegeben worden.

Im nächsten Moment tauchten Erinnerungsfetzen in meinem Geist auf, die mit der Angst verbunden waren; Erinnerungen an ein älteres Ehepaar, aber auch an amphibienhafte Kreaturen mit Krötenschädeln und glotzenden Fischaugen: Tiefe Wesen. Und ebenso wie bei der Angst hatte ich auch jetzt das absurde Gefühl, dass es sich nicht um meine Erinnerungen handelte! Tiefen Wesen war ich schon mehr als einmal begegnet, doch die Gesichter der beiden älteren Leute waren mir völlig fremd.

Was um alles in der Welt war mit meinem Gedächtnis geschehen? An vieles erinnerte ich mich völlig klar, an den Kampf gegen Joshua, die Zerstörung des Reliefs, dass ich mich in das Tor in der Standuhr gestürzt hatte, um die Thul Saduun zu verfolgen – und an den grauenhaften Schmerz und meinen letzten Gedanken beim Durchgang durch das Tor, dass etwas nicht stimmte.

Meine unerklärliche Furcht legte sich ein wenig, wich Verwirrung und einer fast kindlichen Neugier, die nicht meine zu sein, sondern mir vielmehr zu gelten schien.

Ich verschob die Lösung dieses Rätsels auf später und öffnete die Augen. Wenn ich herausfinden wollte, was mit mir geschehen war, musste ich erst einmal wissen, wo ich mich befand. Düsteres Dämmerlicht umgab mich, und hoch über mir wölbte sich eine steinerne Decke, mehr konnte ich nicht erkennen. Ich wollte den Kopf zur Seite drehen, aber es gelang mir so wenig, wie ich in der Lage war, ein anderes Körperteil zu bewegen. Ich war vollständig gelähmt, spürte lediglich, dass ich auf einer harten, kühlen Unterlage ausgestreckt lag.

Wieder flackerte die Panik in mir auf, genauer gesagt in einem Teil meines Geistes, der zwar ein Teil von mir war, aber dennoch nicht richtig zu mir zu gehören schien. Fast ohne nachzudenken, sandte ich beruhigende Impulse in diesen Teil meines Verstandes und spürte, wie die Angst tatsächlich etwas nachließ.

Die Lähmung, die von mir Besitz ergriffen hatte, ging auf einen recht simplen magischen Bann zurück, den aufzuheben kein Problem für mich darstellen sollte. Ich bemühte mich, meine Hexerkräfte zu erwecken, doch es fiel mir ungeheuer schwer, wesentlich schwerer als gewöhnlich. Die Kräfte waren da, aber es schien, als schlummerten sie tiefer als sonst in mir oder als hätte ich sie schon seit langer, langer Zeit nicht mehr benutzt. Ähnlich war es gewesen, als ich vor nunmehr rund zehn Jahren von meiner wahren Herkunft und damit überhaupt erst von der Existenz meiner magischen Fähigkeiten erfahren hatte; und dann noch einmal, als ich von den Toten auferstanden war und wieder ganz neu hatte lernen müssen, meine Kräfte zu beherrschen.

Noch bevor es mir gelang, den Bann aufzuheben oder wenigstens zu schwächen, hörte ich plötzlich sich nähernde Schritte. Ein widerlicher Gestank nach Moder und Fäulnis stieg mir in die Nase. Gleich darauf sah ich die hässlichen Gesichter mehrere Tiefer Wesen, die sich über mich beugten.

Diesmal war die Woge aus Panik, Abscheu und Schrecken, die in mir aufstieg, so stark, dass ich nicht mehr dagegen ankam. Es war wie bei der Beschwörung der Thul Saduun, als Joshua die Kontrolle über meinen Körper und meine Hexerkräfte übernommen hatte, und plötzlich begriff ich, dass der Vergleich der Wahrheit erschreckend nahe kam.

Mein Gefühl hatte mich nicht getäuscht, etwas war beim Durchqueren des Tores schiefgegangen, und das in weitaus stärkerem und bizarrerem Maße, als ich bislang geglaubt hatte.

Ich war nicht allein!

Mein Körper beherbergte noch ein zweites, mir gänzlich fremdes Bewusstsein!

Ich kam nicht mehr dazu, weiter über diese Entdeckung nachzudenken. Die nächsten Minuten waren ein einziger, nicht enden wollender Albtraum. Wie aus weiter Ferne hörte ich, wie sich die Tiefen Wesen in einer mir fremden, hauptsächlich aus disharmonischen Kehllauten und einem schrecklichen Blubbern bestehenden Sprache ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Der Hexer 68" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen