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Der Hexer 64

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist DER HEXER?
  3. Der Autor
  4. Vorwort
  5. Titel
  6. Impressum
  7. Dämonendämmerung
  8. Epilog
  9. Vorschau
  10. Die Serie auf einen Blick
  11. E-Book-Titel von Wolfgang Hohlbein
  12. Unsere Empfehlungen

Was ist DER HEXER?

Der Hexer ist eine Romanserie in der Tradition von H.P. Lovecraft, geschaffen von Wolfgang Hohlbein, der auch die meisten Folgen schrieb. Das Epos wurde 1984 in der Reihe »Gespenster-Krimi« begonnen und später als eigenständige Serie unter »DER HEXER« und schließlich als Paperback und Sammeledition fortgesetzt.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in London des 19. Jahrhunderts und verstrickt den Hexer Robert Craven und später auch seinen Sohn in fantastisch-schaurige Abenteuer. Immer wieder kommt es dabei zu Begegnungen mit den GROSSEN ALTEN – göttergleichen Wesen, die den Menschen feindlich gesonnen sind – und deren Vertretern auf der Erde.

Der Autor

Wolfgang Hohlbein ist ein Phänomen – einer der produktivsten Autoren fantastischer Literatur mit mehr als hundertsechzig Büchern und einer Weltauflage von über vierzig Millionen Exemplaren! Bekannt wurde er neben seinen Jugendbüchern vor allem durch den Romanzyklus DER HEXER. Die E-Book-Sammleredition präsentiert die Hexer-Geschichten als »Director’s Cut« in ihrer ursprünglichen Form und in chronologischer Reihenfolge, gespickt mit vielen Hintergrundinfos.

Vorwort

Mitautor Frank Rehfeld gibt in aufschlussreichen Vorworten Auskunft über Hintergründe und Inhalte der Hexer-Reihe. Seine Anmerkungen beziehen sich dabei in der Regel auf mehrere E-Book-Folgen. Hier das Vorwort zu Band 62 bis 64.

Angesichts des gewaltigen Erfolges, den die Nachdrucke des bereits tot geglaubten Hexers im Taschenbuch hatten, erhörte man im Bastei-Verlag nur zu gerne die in fast täglich eintrudelnden Briefen von Fans geäußerte Bitte nach neuen Abenteuern Robert Cravens. Und Wolfgang Hohlbein seinerseits erhörte nur zu gerne die Bitte des Verlages, er möge eine solche Fortsetzung schreiben.

Nur gab es da ein kleines Problem: Als beschlossen wurde, die eigenständige Heftserie einzustellen, hatte niemand damit gerechnet, dass dem Hexer noch einmal ein neues Leben beschieden sein würde, weshalb Wolfgang ihn im letzten Band sterben ließ, während gleichzeitig ein Sohn Roberts geboren wurde.

Wie sollte eine Fortsetzung nun aussehen? Der Titel des neuen Buches stand bereits fest, es sollte »Der Sohn des Hexers« heißen. Aber war es wirklich sinnvoll, Roberts Sohn zur neuen Hauptperson zu machen? Um ihn nicht schon als Kind auf Dämonenjagd zu schicken, hätte die Handlung gegenüber Heft 49 um rund zwanzig Jahre in die Zukunft verlegt werden müssen. Das typische Flair der Handlungsepoche gegen Ende des neunzehnten Jahrhunderts wäre verloren gegangen und andere beliebte Hauptpersonen wie Howard und Rowlf wären so alt geworden, dass sie dem neuen Hexer kaum noch eine aktive Hilfe gewesen wären. Außerdem hätte sich vieles wiederholen müssen, wenn Roberts Sohn von seiner Bestimmung erfahren und allmählich seine magischen Kräfte zu entwickeln begonnen hätte.

Was aber war die Alternative, nachdem Robert selbst nun einmal definitiv tot war? Das Grübeln über diese Frage dürfte Wolfgang damals manche schlaflose Nacht bereitet haben. Als Co-Autor diverser Hexer-Romane bat er auch mich um Vorschläge. Stundenlang diskutierten wir am Telefon und bei persönlichen Treffen über die verschiedenen Möglichkeiten, entwickelten Ideen und verwarfen die meisten davon kurz darauf wieder. Es war eine ähnlich verzwickte Situation, wie sie sich dem Schriftsteller Paul Sheldon in Stephen Kings Roman »Misery« stellt, der auch auf überzeugende Weise die tote Hauptperson seiner Bücher wieder zum Leben erwecken muss. Fest stand für Wolfgang jedenfalls, dass das schon fast sprichwörtlich unglaubwürdige »Dallas-Modell« aus der gleichnamigen TV-Serie nicht in Frage kam, wo der tote Bobby eines Morgens quicklebendig unter der Dusche stand und sein Tod (samt aller darauf folgenden Episoden) sich als Traum entpuppte. Nein, die Lösung für den Hexer sollte schon überzeugender sein.

Ein erster Lichtblick zeichnete sich ab, als wir uns Viktor Frankensteins erinnerten, der schon einmal einen Gastauftritt in der Serie hatte, doch wurde seine spezielle Fähigkeit, Tote wieder zum Leben zu erwecken, da nicht benötigt. Ihn dies jetzt so einfach nachholen zu lassen, erschien uns jedoch zu simpel, weshalb die Idee erst einmal in einem großen Ablagekorb landete.

Ebenso erschien es uns zu simpel, auf Howards Fähigkeit zur Manipulation der Zeit zurückzugreifen, ihn einfach in die Vergangenheit zu schicken, um Roberts Tod zu verhindern und so das Finale von Heft 49 quasi ungeschehen zumachen. Das lag schon wieder verdächtig nahe am Dallas-Modell.

Die Lösung, die uns schließlich beiden am gelungensten erschien, bestand aus einer Kombination beider hier vorgestellter Ideen, von denen jede für sich allein uns unvollkommen und nicht spektakulär genug erschien. Howard reist in der Zeit zurück, doch misslingt es ihm, Robert vor dem Tod zu retten. Aber er hüllt ihn in den letzten Sekunden seines Lebens in ein Zeitfeld und verhindert seinen endgültigen Tod, damit Frankenstein Roberts Körper in jahrelanger Arbeit heilen kann. So gibt es keinen logischen Bruch gegenüber den Geschehnissen in Heft 49, und nichts von dem, was dort passiert, wird ungeschehen gemacht.

Auf diese Weise also erstand der Hexer im wahrsten Sinne des Wortes wieder von den Toten auf, was allerdings nur den Auftakt zu einer wahrhaft apokalyptischen, Hunderttausende von Jahren umspannenden Geschichte bildete, deren zweiter Teil in diesem Buch erzählt wird.

Frank Rehfeld

Wolfgang Hohlbein

DER HEXER

Band 64
Dämonendämmerung

Die Stadt brannte. An einem Dutzend Stellen schlugen turmhohe, weiß glühende Flammen in die Luft, als wären inmitten des Häusermeeres Feuer speiende Vulkane ausgebrochen, und der Himmel war hinter einer Decke aus schwarzen brodelnden Wolken verschwunden, aus denen sich Glut und brennende Trümmer über die Stadt ergossen. Der Boden erzitterte ununterbrochen unter dem Donnergrollen schwerer, unablässig aufeinander folgender Explosionen, die den Horizont im Osten in einen Vorhang wabernder Glut tauchten und ein stroboskopisches Lichtgewitter über die Stadt schleuderten. In der Luft lagen Staub und ein Brandgeruch, der das Atmen zur Qual machte, und sie mussten nicht nur darauf Acht geben, nicht von einem der vom Himmel stürzenden glühenden Trümmerstücke getroffen zu werden, sondern auch, wohin sie ihre Schritte lenkten, denn überall in den Straßen klafften breite, gezackte Risse, aus denen manchmal Flammen oder auch schwarzer ätzender Rauch stiegen.

London lag im Sterben. Die ehemals blühende Themse-Metropole hatte sich in ein brennendes Schlachtfeld verwandelt, über das Explosionen und Feuerstürme tobten, dessen verheerte Straßenzüge voller in Panik flüchtender Menschen und großer, eiserner Kampfmaschinen war, die sich auf rasselnden Ketten vorwärts bewegten und mit riesigen Geschützrohren auf einen Gegner feuerten, den Howard immer noch nicht wirklich erkannt hatte. Manchmal glaubte er große, formlose Umrisse über den schwarzen Himmel gleiten zu sehen, und vor einigen Augenblicken hatte sich aus den Trümmern neben der Straße ein Projektil auf einem Flammenstrahl erhoben und einen dieser Schatten getroffen, woraufhin er auseinandergeborsten und in brennenden Fetzen zu Boden gestürzt war.

Howards Hoffnung, von ihrem geheimnisvollen Retter etwas über die Bedeutung dieser furchtbaren Geschehnisse zu erfahren, hatte sich bisher nicht erfüllt. Sie waren dem Mann aus dem Kellergeschoss eines vollkommen zerstörten Hauses an die Oberfläche gefolgt und hatten sich jäh inmitten dieser apokalyptischen Schlacht wieder gefunden. Seither hatten sie einfach keine Gelegenheit mehr gehabt, auch nur ein Wort mit ihm zu wechseln. Sie folgten ihm jetzt seit einer halben Stunde, in der sie sich in grob westlicher Richtung bewegt hatten, und es kam Howard schon wie ein kleines Wunder vor, dass sie überhaupt noch lebten. Wer immer in dieser bizarren Schlacht auch gegen wen kämpfte – es schien keine Front zu geben, an der die beiden gegnerischen Kräfte aufeinanderprallten. Vielmehr hatte sich ganz London in ein gigantisches Schlachtfeld verwandelt, und der Kampf fand nicht nur am Boden, sondern auch in der Luft und zu Wasser statt. Außer den riesigen formlosen Ungeheuern sah Howard auch Schwärme von motorgetriebenen Flugmaschinen, übergroßen, plumpen Vögeln mit starren Flügeln gleich, die mit Maschinengewehren oder feuergetriebenen Projektilen auf ihre fliegenden Gegner schossen, aber auch Ziele am Boden angriffen.

Einmal waren sie sogar selbst angegriffen worden. Weder Howard noch Rowlf hatten die Gefahr bemerkt, doch ihr Führer war plötzlich stehen geblieben und herumgefahren und hatte aus seiner sonderbaren Waffe das Feuer auf einen Schatten eröffnet, der plötzlich aus den Trümmern eines verbrannten Hauses herausgesprungen war. Howard hatte nicht erkennen können, worum es sich handelte, auf jeden Fall war es zu groß für einen Menschen, ja, selbst für ein TIEFES WESEN, und es bewegte sich auf eine unheimliche Art, die er nicht einmal in Worte fassen konnte. Doch was immer es gewesen war, die Waffe ihres Begleiters hatte es so rasch und präzise getötet, wie sie die beiden TIEFEN WESEN ausgeschaltet hatte. Howard wäre gern zu dem Kadaver hinübergerannt, um wenigstens einen Blick darauf zu werfen, aber ihr Führer hatte dies nicht zugelassen, sondern ihn nur mit heftigem Gestikulieren zum Weitergehen aufgefordert.

Nun aber blieb er plötzlich von sich aus stehen, warf einen Blick in die Runde und machte ein nachdenkliches, besorgtes Gesicht.

»Was haben Sie?«, fragte Howard alarmiert. »Gibt es ein Problem?«

Der Mann sah ihn auf eine Art an, als zweifle er ernsthaft an seinem Verstand, dann lachte er; aber ohne die mindeste Spur von wirklichem Humor. »Ein Problem? Man hat mir nicht gesagt, dass Sie ein Witzbold sind, Mann. Wir haben eine ganze Menge Probleme. Wenn Sie mir nicht glauben, dann schauen Sie sich doch einmal um!« Er schüttelte hastig den Kopf und machte eine abwehrende Geste, als Howard antworten wollte. »Wir müssen über den Fluss«, sagte er. »Aber das schaffen wir nicht zu Fuß. Wir brauchen ein Fahrzeug.« Er brach ab, sah sich abermals suchend und aus aufmerksam zusammengekniffenen Augen um und machte plötzlich eine befehlende Geste.

»Sie bleiben hier«, sagte er. »Rühren Sie sich nicht von der Stelle, egal, was passiert. Ich bin in drei Minuten zurück.«

Er ging, ohne auch nur eine Antwort abzuwarten und Howard sah ihm nach, bis er zwischen den Trümmern auf der anderen Seite der Straße verschwunden war. Dann wandte er sich um und ging zu Rowlf, der in zwei Schritten Abstand stehen geblieben war. Sie hatten auf dem Weg hierher kaum ein Wort miteinander gewechselt und Howard verzichtete auch jetzt darauf, ihn anzusprechen. Rowlfs Gesicht war so starr wie eine aus Stein gemeißelte Maske, doch Howard wusste, was in seinem Freund vorging. Es gab nichts, das er hätte sagen können. Die Situation, in der sie sich befanden, gehörte nicht zu denen, in denen Worte irgendetwas ändern konnten.

Nur um nicht weiter tatenlos herumzustehen, was er in diesem Moment einfach nicht ertragen hätte, entfernte sich Howard wieder ein paar Schritte von Rowlf und kletterte auf einen gut mannshohen Trümmerberg hinauf, von wo aus er einen besseren Überblick über die nähere Umgebung hatte. Und doch wünschte er sich beinahe, es nicht getan zu haben. Sie befanden sich in einem Teil der Stadt, in dem im Moment nicht gekämpft wurde. Der Anblick der niedergebrannten, zerborstenen Häuser ringsum bewies zwar, dass diese Ruhe wohl nur eine Atempause war, doch sie waren seit gut fünf Minuten keiner Kampfmaschine mehr begegnet, und Howard sah in weitem Umkreis auch nur wenige, kleine Feuer. In einer Entfernung von vielleicht zwei Meilen jedoch bot sich ein völlig anderes, grauenhaftes Bild. Dort schien die ganze Stadt zu brennen. Die Flammen waren zu einer kompakten Mauer zusammengewachsen und züngelten so hoch, dass sie fast die schwarzen Wolken über der Stadt zu berühren schienen. Ganze Schwärme der fliegenden Kampfmaschinen stießen immer wieder vom Himmel herab und warfen Bomben und Raketengeschosse in die Feuerwand und Howard sah, dass auch auf dem Boden Dutzende der großen Kettenfahrzeuge auf das Flammenmeer zurollten, wobei ihre Kanonen ununterbrochen schossen. Inmitten der Flammen bewegten sich große, unförmige Schatten, denen dieser unvorstellbare Angriff offensichtlich galt. Doch obwohl er viel zu weit entfernt war, um irgendwelche Einzelheiten ausmachen zu können, spürte er doch, dass selbst dieses Höllenfeuer, dass die Verteidiger entfacht hatten, den Vormarsch ihrer Gegner nicht wirklich aufzuhalten vermochte.

Schaudernd wandte er sich um und blickte in die entgegengesetzte Richtung. Hinter ihnen lag der Fluss. Sie befanden sich nicht einmal weit von der Tower-Bridge entfernt, doch Howard brauchte Sekunden, um sie überhaupt zu erkennen. Einer der großen Türme stand in Flammen und war halb

zusammengebrochen, der andere war völlig verschwunden. Wo er sein sollte, gähnte ein gewaltiger Krater, auf dessen Grund rote Glut loderte. Auch die Brücke selbst war beschädigt. Mindestens einer der Pfeiler war angebrochen, und ein Teil der gewaltigen Metallkonstruktion musste unvorstellbaren Hitzegraden ausgesetzt worden sein, denn er war verbogen und schwarz wie ein dünner Draht, den jemand ins Feuer geworfen hatte. Howard bezweifelte, dass es überhaupt noch möglich war, den Fluss auf dieser Brücke zu überqueren.

Sein Blick löste sich von dem entsetzlichen Bild und glitt weiter nach Norden, doch was er dort sah, war fast noch erschreckender. Der Buckingham-Palace hatte sich in ein einziges Flammenmeer verwandelt. Auch über ihm kreisten fliegende Kampfmaschinen, die immer wieder wie Raubvögel herabstießen und ihre tödliche Last auf dunkle, nur als Schemen erkennbare Körper am Boden abluden.

Und auch auf dem Fluss selbst wurde gekämpft. Howard erblickte gleich ein Dutzend unterschiedlich großer Kriegsschiffe, die in voller Fahrt durch das schäumende Wasser der Themse pflügten, zwei von ihnen standen in Flammen, ein drittes war gekentert und neigte sich immer weiter zur Seite, bewegte sich absurderweise aber immer noch. Die Geschütze der übrigen Schiffe feuerten ununterbrochen. Sie nahmen Ziele an beiden Ufern unter Beschuss, aber auch große, formlose Dinge, die sich im Wasser zwischen ihnen bewegten.

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