Logo weiterlesen.de
Der Hexer 53

E-Book-Titel von Wolfgang Hohlbein

Anubis

Horus

Thor

Der Hammer der Götter

Der Widersacher

Die Heldenmutter

Die Schatten des Bösen

Dunkel

Raven – Schattenchronik

Raven – Schattenreiter

Die Tochter der Midgardschlange

Intruder – Chronik eines Albtraums (Band 1 bis 6)

Was ist DER HEXER?

Der Hexer ist eine Romanserie in der Tradition von H.P. Lovecraft, geschaffen von Wolfgang Hohlbein, der auch die meisten Folgen schrieb. Das Epos wurde 1984 in der Reihe »Gespenster-Krimi« begonnen und später als eigenständige Serie unter »DER HEXER« und schließlich als Paperback und Sammeledition fortgesetzt.

Die Geschichte spielt hauptsächlich in London des 19. Jahrhunderts und verstrickt den Hexer Robert Craven und später auch seinen Sohn in fantastisch-schaurige Abenteuer. Immer wieder kommt es dabei zu Begegnungen mit den GROSSEN ALTEN – göttergleichen Wesen, die den Menschen feindlich gesonnen sind – und deren Vertretern auf der Erde.

Der Autor

Wolfgang Hohlbein ist ein Phänomen – einer der produktivsten Autoren fantastischer Literatur mit mehr als hundertsechzig Büchern und einer Weltauflage von über vierzig Millionen Exemplaren! Bekannt wurde er neben seinen Jugendbüchern vor allem durch den Romanzyklus DER HEXER. Die E-Book-Sammleredition präsentiert die Hexer-Geschichten als »Director’s Cut« in ihrer ursprünglichen Form und in chronologischer Reihenfolge, gespickt mit vielen Hintergrundinfos.

Vorwort

Mitautor Frank Rehfeld gibt in aufschlussreichen Vorworten Auskunft über Hintergründe und Inhalte der Hexer-Reihe. Seine Anmerkungen beziehen sich dabei in der Regel auf mehrere E-Book-Folgen. Hier das Vorwort zu Band 52, 53 und 54.

Den Lesern dieser Edition Wolfgang Hohlbein näher vorstellen zu wollen hieße vermutlich, Eulen nach Athen zu tragen, zumal auch die erste Ausgabe von »Das Necronomicon des Robert Craven« ein ausführliches Portrait enthält. Trotzdem möchte ich in diesem Vorwort auf einige eng mit der Edition verknüpfte Aspekte seines Werkes eingehen, die noch nicht allzu oft besprochen wurden.

Gerade in der deutschen Literaturlandschaft scheint es eine besondere Vorliebe für Etikettierungen zu geben. Nicht nur einzelne Bücher werden mit solchen Etiketten versehen, auch der Autor selbst wird geistig gleich mit in die entsprechende Schublade gesteckt. Ausbrüche aus diesem bequemen System der Katalogisierung werden generell nicht allzu gern gesehen.

Dennoch hat gerade Wolfgang Hohlbein sich ihm von Anfang an weitgehend erfolgreich entzogen. Seine ersten großen Erfolge feierte er mit »Märchenmond« und dem Enwor-Zyklus auf dem Gebiet der Fantasy, und flugs fanden sich auf zahlreichen weiteren Büchern von ihm Katalogisierungen wie »Deutschlands erfolgreichster Fantasy-Autor« oder dergleichen.

Dabei hat er nicht einmal in diesem Genre begonnen. Seine erste professionelle Veröffentlichung war eine Science-Fiction-Kurzgeschichte. Seine ersten Romane waren Grusel-Romane, allerdings handelte es sich um unter Pseudonym veröffentlichte Hefte, und der wirkliche Name ihres Verfassers war nur wenigen Eingeweihten bekannt.

Im Buch-Bereich einmal als Fantasy-Autor abgestempelt, hätte Hohlbein bequem in diesem Genre verharren und einen entsprechenden Roman nach dem anderen schreiben können. Stattdessen jedoch suchte er ständig neue Herausforderungen.

Die reine Science-Fiction nimmt in seinem Gesamtwerk nur einen relativ kleinen Platz ein, doch wandte er sich ab den neunziger Jahren mit Büchern wie »Magog«, »Azrael« und »Das Druidentor« wieder verstärkt dem Grusel-Bereich zu. Da Begriffe wie »Grusel« oder gar »Horror« vor allem aufgrund diverser Filme mittlerweile in Verruf gekommen waren, wählte man für seine Werke eher den allgemeineren Begriff »Fantastik«, und obwohl der Begriff »Fantasy-Autor« immer noch häufig genug zu finden ist, wurde er in diversen Klappentexten immer häufiger als »Fantastik-Autor« etikettiert. Praktischerweise schloss dieser Begriff sämtliche Subgenres gleich mit ein.

Doch auch damit gab Wolfgang sich nicht zufrieden. Sein Werk umfasst auch Jugendbücher ohne jegliches fantastische Element, historische Romane und reine Krimis.

Zu der Zeit, als die Hexer-Serie erschien, war er jedoch hauptsächlich als Fantasy-Autor bekannt geworden. Unter den Lesern, die herausgefunden hatten, wer sich hinter dem Pseudonym Robert Craven verbarg, wurde deshalb der Ruf immer lauter, auch in den Hexer verstärkt Fantasy-Elemente einzubauen. Der in diesem Buch enthaltene Zweiteiler um die Welt unter dem Meer ist ein Ergebnis davon.

Nach Erscheinen der Romane meldeten sich andere Leser zu Wort, für deren Geschmack dies schon wieder zu viel Fantasy war. Nun, es jedem Recht zu machen ist eine Kunst, die niemand beherrscht. Vielleicht ist gerade dies eine Stärke der Hexer-Serie: der Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen, und so eine Vielfalt zu bieten, die sich ebenso wie Wolfgang Hohlbeins Gesamtwerk einer bequemen Etikettierung weitgehend entzieht.

Frank Rehfeld

Wolfgang Hohlbein

DER HEXER

Band 53
Endstation Hölle

Bastei Entertainment

Talsah, gib mir deine Hand!«

Die Stimme erklang ruhig und ausgeglichen über der von weichem Moos bewachsenen Felsbalustrade hoch über dem grünen Tal des Bhima. Sie trug die Weisheit des Alters in sich; eine Weisheit von solcher Eindringlichkeit, dass die Bewohner des Dorfes unten am Fluss ihr nur mit Furcht gelauscht hatten. Bis sie den blinden Alten schließlich fortjagten und die fürchterlichsten Drohungen für den Fall ausstießen, dass er jemals zurückkehrte. Jetzt lebte er hier oben, nahe dem Himmel, weit weg von den Störenfrieden und ihren Nachkommen, und richtete seinen Geist auf das, was in ihm war.

Manchmal erschrak er selbst vor diesen unbeschreiblichen Kräften, die ihn über andere Menschen erhaben machten.

»Talsah, deine Hand!«, wiederholte er. Talsah tat wie ihm befohlen, und Rajniv Sundhales begann zu sehen:

Die Berge spien weiße, feurige Glut über das gesamte Land zwischen den Abgründen, ließen die kleinen Meere verdunsten und füllten die entstandenen Täler mit Schlacke und Asche. Brodelnde Lava wälzte sich unaufhaltsam die Hänge hinab wie glühende Schlangen, um über die Fliehenden und die Bestraften hereinzubrechen und sie in den Bann ihres steinernen Kerkers zu ziehen. Sie warf sich über sie und erstarrte, erstarrte in Millionen kleiner und kleinster Brocken, porös und schwarz wie alles aus dieser alten Zeit. Was in ihnen eingesperrt wurde, war gefangen für alle Ewigkeit, und was so töricht gewesen war, seine Lungen mit dem giftigen Odem aus dem Erdinnern zu füllen, atmete ihn nun auf immer, ohne die Möglichkeit, ihm jemals zu entkommen.

Nein, zu diesen Zeiten war es eine andere Welt, ein Reich voller Düsternis, eine Welt, die noch kein eigenes Leben entwickelt hatte und sich die Opfer bei denen suchte, die von außen gekommen waren. Viele erwiesen sich als zu schwach und suchten ihr Heil in der Flucht, ohne entkommen zu können. In ihrem Bewusstsein dämmerte die Erkenntnis, dass ihr Unheil allein damit begonnen hatte, dass sie hergekommen waren, um ihre Macht zu festigen.

Die Erde fraß sie alle, dieser unheilvolle Planet mit seiner Entsetzen verbreitenden Natur.

Vor Äonen waren sie gekommen, gewaltige Wesen von unbeschreiblicher Bosheit und Kälte, einen Panzer aus Eis hinter sich herziehend und mit schrillen, spitzen Schreien an den Toren wachend, jederzeit bereit, diese beim geringsten Anzeichen von Verfolgern zu zerstören. Sie waren aus der Finsternis gekommen und schleppten den Schatten des Todes mit sich, den verderblichen Hauch, und die kahle und tote Welt begann sich gegen sie zu wehren, als hätte sie den Keim des Lebens bereits in sich und müsste ihn nur noch gebären. Ein Heulen und Jaulen lag über den Landmassen, und es nahm beständig an Lautstärke zu, bis es die Schreienden an den Toren übertönte. Die Tore erloschen, die Ankunft war abgeschlossen.

Und damit begann alles.

Sie machten sich die Erde untertan und begannen die Geheimnisse unter ihrer Oberfläche zu ergründen, in der Absicht, diese Welt für alle Ewigkeit zu ihrem Eigentum zu machen. Der maßlose Wille nach absoluter Macht beherrschte sie, und in ihrem Gefolge befanden sich Legionen Schwächerer, die ihnen dienten und die dennoch so gewaltig und unendlich stark waren, dass sich kein normales Lebewesen gegen sie behaupten konnte.

Die Herrscher besaßen Namen, die man nicht aussprechen soll, will man nicht Gefahr laufen, sie dadurch zu rufen und den Preis für ihr Kommen zu zahlen. Einen schrecklichen Preis, der aus Tod und Verderben besteht, aus Untergang und Vergessen, aus Finsternis und erloschenem Seelenfeuer. Wehe, sie kehren einst zurück und zerbrechen den Kerker, in den sie von den ÄLTEREN GÖTTERN einst gepfercht wurden!

Aber so weit war es noch nicht. Die GROSSEN ALTEN begannen erst, sich die Erde untertan zu machen. Und sie schickten ihn hinauf in die Kälte, dorthin, wo es keine speiende Lava gab, wo keine Bergketten einstürzten und die nimmermüden Helfer unter sich erschlugen und für die Ewigkeit mit sich in die Tiefen rissen. Dort, wo das ewige Eis lag, knirschte der Schnee, und die Kälte machte ihm mehr zu schaffen als alles andere. Eis hatte sich auf dieser kalten und kahlen Welt gebildet, lange bevor sie gekommen waren. Aber die GROSSEN ALTEN hatten selbst einen Panzer aus Eis mit eingeschleppt, und er überwachte dessen Ablagerung in den Polregionen.

Das Eis kämpfte gegen das Eis, wie sich ein Körper gegen eine Krankheit zur Wehr setzt. Es versuchte das andere zu fressen und zu zerstören; und die Wogen der Eismeere schlugen höher, bildeten Wände von großer Höhe und rollten über das Eis, um es wegzufegen vom eigenen, kalten Untergrund.

Das fremde Eis klammerte sich an. Es bildete Myriaden um Myriaden feiner und feinster Krallen, dünne Splitter, die sich in den Untergrund bohrten und festhielten. So trugen die Wogen nur einen Teil mit sich weg, und dieser fasste an anderen Orten Fuß, und so konnte er nach vielen langen Jahren melden, dass seine Aufgabe erfüllt war.

Das war der Anfang. Millionen Jahre vergingen, bis der Erste Krieg begann. Sie entschieden ihn für sich, aber durch ihren Sieg machten die GROSSEN ALTEN die ÄLTEREN GÖTTER auf sich und ihren Hunger nach Macht aufmerksam, und diese kamen und verbannten die GROSSEN ALTEN nach langem und entsetzlichem Kampf vom Antlitz des verwüsteten Sterns.

Nur einer fand Gnade.

Er.

Er war ein fürchterliches Wesen, doch in den Augen der ÄLTEREN GÖTTER war er schwach.

Und er war ein Kind, geboren lange vor der Flucht auf die Erde, getrennt von seinen Erzeugern, die irgendwo zwischen den Sternen weit draußen ihr feuriges Leben ausgehaucht hatten. Er war der Letzte seiner Art, ein gewaltiger Gott in den Augen urzeitlicher Völker. Doch es sollte ihm nicht gegeben sein, jemals diese Rolle zu spielen.

Die ÄLTEREN GÖTTER erlaubten ihm zu schlafen. Sie räumten ihm ein, dass er sein kindhaftes Leben unbeschadet behalten durfte, und sie wussten zu genau, dass er ihre Entscheidungen und Maßnahmen nachträglich nicht zu durchkreuzen vermochte. Dazu war er zu schwach, dazu wusste er viel zu wenig von der Welt der Erwachsenen, die eigentlich gar nicht seine Welt war. In ihm lebte der Spieltrieb wie in jedem Kind, und ihm fehlte das Urteilsvermögen, um zwischen Recht und Unrecht unterscheiden zu können.

Er wählte sich den Bereich um den Nordpol für seine Ruhestatt. Längst war das fremde Eis mit dem vorhandenen verschmolzen, bildete eine friedliche Einheit und wehrte sich nicht gegen seine Annäherung. Die geflügelten Boten der ÄLTEREN GÖTTER schufen die Kaverne, und sie wiesen ihn an hinabzusteigen.

»Wann werde ich erwachen?«, fragte er immer wieder, doch erhielt er keine Antwort. Das Eis umschloss ihn, und es verhinderte, dass er jemals seine verderblichen Fähigkeiten gegen irgendein Lebewesen würde einsetzen können. Er legte sich zur Ruhe, und aus Cthugha, dem Flammenden, wurde Cthugha, der Eisige. Kälte und Finsternis umfingen ihn, während die Helfer der ÄLTEREN GÖTTER die Kaverne verschlossen.

»Schlafe, kleines Kind«, vernahm Cthugha endlich eine ihrer Stimmen. »Du hast den Schlaf bitter nötig. Du bist in eine falsche Welt geboren, denn du hast eine andere verdient. Doch merke dir: Was immer auch sein wird, es liegt an dir selbst, was aus dir wird, AUF WESSEN SEITE DU EINES TAGES STEHEN WIRST.«

»Wann werde ich erwachen?«

Sie blieben ihm die Antwort schuldig, und Cthugha wurde schläfrig und dachte nicht mehr an die Zukunft. Er besaß keine Vergleichsmöglichkeit, und so war in seinen Gedanken Zufriedenheit über sein bisheriges Leben, Zufriedenheit über die Handlungen der GROSSEN ALTEN und die Rebellion der Shoggoten und ihrer Helfer.

Cthugha nahm es hin, wie ein Kind etwas hinnahm, was es nicht ändern konnte. Er verdrängte die schlimmen Gedanken und wollte nur noch schlafen. Er fragte sich nicht, wie lange der Schlaf dauern würde.

Es spielte keine Rolle.

Nicht für ihn, den flammenden Cthugha.

Der Schlaf übermannte das Kind, und das Eis flüsterte ihm zu, dass er der Letzte seiner Familie war.

Cthugha schlief, und vielleicht war in ihm jene Art von wohliger Wärme, die bei Menschenkindern ein so stilles und sanftes Lächeln auf das Gesicht wirft, wenn sie träumen.

Sechs Tage lang führte ihr Weg durch unwegsames Gelände. Sie überquerten die Pässe der West-Ghats und ritten das Bhima-Tal hinab bis Gulbarga, an dem Flusslauf entlang, dessen grünblaues Wasser sie immer wieder zu einem Bad verlockte. Trotz der Jahreszeit war es in Indien sommerlich warm; die letzte Trockenperiode vor dem einsetzenden Winter hielt bereits seit Wochen an. Von Gulbarga gelangten sie hinauf nach Haiderabad, und von dort waren es nur ein paar Minuten bis zu der außerhalb der Stadt gelegenen Endstation der Bahn.

Eine halbe Meile hinter der Stadt zügelte Phileas Fogg sein Pferd. Er wandte sich zu seinem Diener um, und Passepartout erschrak ob des Aussehens seines Herrn. Foggs Gesicht war aschfahl und eingefallen, seine Augen lagen tief in den dunkel umrandeten Höhlen, und die Nase war gerötet und ein wenig geschwollen. Er machte den Eindruck, als litte er an Auszehrung, und dabei wusste der Diener genau, dass dies nicht der Fall war. Sie hatten sich in Bombay mit ausreichend Nahrungsmitteln für eine ganze Woche versorgt, und die Satteltaschen waren noch nicht vollständig leer geworden.

Viel schlimmer war der allgemeine Zustand seines Körpers. Hände und Unterarme von Mr. Fogg zitterten unablässig, und manchmal ging es wie ein Zucken durch seine Beine. Ab und zu, wenn er sich unbeobachtet fühlte, sank sein Oberkörper nach vorn, rang sich über seine Lippen ein kaum hörbares Stöhnen, schien der ganze Körper dieses Mannes nach Erlösung zu schreien.

Und Passepartout ritt hinterher wie ein Häuflein Elend, unfähig, etwas Sinnvolles zu sagen und seinem Herrn zu helfen. Und wenn er einmal den Versuch machte, dann erkannte Fogg ihn bereits im Ansatz. Er fuhr im Sattel herum und raunzte seinen Diener an, dass er gefälligst Abstand zu halten habe.

Jetzt, unter den Mauern von Haiderabad, winkte er ihn zum ersten Mal zu sich. Auf seinem Gesicht erschien ein leichtes, Verständnis heischendes Lächeln, als er abstieg und Passepartout die Zügel in die Hand drückte.

»Mache einen guten Preis, und lass dich von den Indern nicht übers Ohr hauen«, trug er Passepartout auf. Er sammelte den Inhalt der Satteltaschen ein und verstaute alles in der Reisetasche, die Passepartout vor sich auf dem Pferd trug. Er entfernte sich mit ihr in Richtung des kleinen Bahnhofes, und Passepartout machte sich daran, den Auftrag auszuführen und die Pferde zu verkaufen.

In der Zwischenzeit suchte Phileas Fogg die kleine Kaffeestube auf, die sich neben dem Bahnhof befand. Ein riesenhaftes Schild über dem Eingang wies darauf hin, dass es hier eine letzte Erfrischung vor der Bahnfahrt gab.

Für Weiße wohlgemerkt. Farbige jeder Herkunft hatten keinen Zutritt, und als Mr. Fogg langsam eintrat und sich umsah, stellte er fest, dass er der einzige Zivilist war. Alle anderen Gäste trugen die Uniform der englischen Kolonialtruppen, und das Eintreten eines in staubige Straßenkleidung gehüllten Mannes wurde mit einem lauten Hallo quittiert. Sofort eilte der Wirt herbei und erkundigte sich beflissen nach den Wünschen seines hohen Gastes.

Phileas Fogg orderte zwei Kaffee. Er stellte die Tasche in eine Ecke und ließ sich auf dem Stuhl eines Tisches nieder, an dem niemand saß. Er legte die Hände so auf die Tischplatte, dass diese exakt mit den Handgelenken abschloss, wie er es von seinem Mittagsmahl im Reform Club gewöhnt war. Er dachte an seine Bekannten und Freunde, die von seiner neuerlichen Wette erfahren haben mussten. Wie reagierten sie? Glaubten sie daran, dass er es zum zweiten Mal schaffte?

Der Weltreisende wurde etwas ruhiger. In den vergangenen Tagen und Nächten hatte er kein einziges Mal an die Daheimgebliebenen gedacht, an seine Frau und die Kinder. Jetzt tat er es, und er tat es hingebungsvoll und merkte nicht einmal, dass der Wirt die beiden Tassen duftenden Kaffees vor ihn hinstellte und sich mit einem freundlichen Nicken entfernte. Er hörte auch nicht die Frage nach dem Woher und Wohin, die halblaut an einem der Nebentische gestellt wurde. Er hatte die Augen geschlossen und dachte nach.

Er war zum dreifachen Mörder geworden, und die Erinnerung an jene grauenhaften Abendstunden auf der Lichtung vor der Hügelformation hatte den Ritt nach Haiderabad zum Albtraum für ihn werden lassen. Je größer der Abstand zu den Ereignissen wurde, desto schlimmer litt er, und am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte es laut hinausgeschrien, dass er ein Mörder war.

Draußen entstand Unruhe, verbunden mit einem leichten Vibrieren des Fußbodens. Ein Pfeifsignal kündigte das Eintreffen des Zuges an, der in Stundenfrist wieder nach Bezwada zurückfahren sollte. Inder begannen laut zu schreien, und Phileas Fogg hob ein wenig den Kopf und öffnete die Augen, warf einen nachdenklichen Blick zu einem der ...

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "Der Hexer 53" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple iBookstore

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen