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Der Geister-Computer

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Inhaltsverzeichnis

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Der Geister-Computer

Geister-Krimi von W. A. Castell


Der Umfang dieses Buchs entspricht 119 Taschenbuchseiten.


Immer schon hat es Geheimdienste gegeben. Einer der Männer, die für so einen Geheimdienst arbeiten, ist einer gewaltigen Verschwörung auf der Spur. Doch als er sich in die Gruppe seiner Widersacher eingeschleust hat, um letzte Beweise und Informationen zu bekommen, wird er ermordet. Ein seltsamer Mord, denn auf seiner Stirn sind drei Sonnen eingebrannt...



1

Er warf einen Blick auf seine Armbanduhr. Die Zeiger standen auf einundzwanzig Uhr dreißig. Die Dunkelheit war bereits hereingebrochen. Zeit für ihn, seine Arbeit zu tun.

Er betrat die Telefonzelle. Mit ruhiger Hand hob er den Hörer ab, wählte die Nummer.

»Roger Collins«, meldete er sich mit markanter Stimme. »Es ist soweit. Heute Nacht werde ich das Nest ausheben... Nein, ich benötige keine Unterstützung. Die Sache ist ganz allein meine Angelegenheit!«

Damit war für Roger Collins das Gespräch beendet. Er legte den Hörer zurück.

Vor der Zelle blieb er einige Augenblicke stehen. Seine Sinne konzentrierten sich auf die Umgebung. Automatisch registrierte er jedes Geräusch, jede noch so kleine Veränderung. Er war darauf getrimmt, denn davon hing sein Leben ab!

Sein Job war es, im Stillen zu wirken. Nichts von dem, was er tat, drang an die Öffentlichkeit. Und doch war er es, der mitverantwortlich war für die Geschicke der großen Politik. Ein Geheimdienstler, und in dieser Beziehung einer der fähigsten Männer im Lande. Vielleicht der Beste. Viele waren davon überzeugt!

Minuten später tauchte er in der Dunkelheit unter. Sein Ziel war nicht weit. Das Gebäude stand mitten in der Londoner City.



2

Collins überquerte die Straße. Er brauchte sich nicht zu verstecken. Sein Auftreten war im Sinne des Gegners legitim. Die Gegenseite selbst verstrickte sich dadurch in das eigene Netz, dass keiner das Aussehen des anderen kannte. Anonymität war oberstes Gebot. Zum Schutze der Organisation!

Durch ein breites Portal gelangte er ins Haus. Ein weitläufiger Flur tat sich vor ihm auf. Es herrschte gedämpftes Licht. Es spiegelte sich matt im blankgeputzten Marmorboden.

Roger Collins stieg die Treppe hoch. Er benötigte keinen Wegweiser. Sein Informationswissen war nahezu perfekt. Nahezu! Dass es ein entscheidendes Detail nicht beinhaltete, konnte der Geheimagent in diesem Augenblick nicht wissen!

Die zweite Etage war mit einem kostbaren Teppich ausgelegt. Er verschluckte Collins’ Schritte, die ihn bis zu einer bestimmten Tür führten.

Er klopfte nach einem Rhythmus, der nur eingeweihten Personen bekannt war.

Sekundenlang rührte sich nichts. Dann rasselte das Schloss. Die Tür öffnete sich einen Spalt.

»Geben Sie mir bitte Ihren Ausweis«, verlangte eine Männerstimme, ohne dass Roger Collins jemanden sehen konnte.

Collins war darauf vorbereitet. Er wusste, welche Art Ausweis von ihm gefordert war. Aus seiner Brieftasche entnahm er eine halbe Dollarnote und reichte sie durch den Spalt der Tür.

Die Überprüfung dauerte nur kurze Zeit. Die Männerstimme war wieder zu hören. Diesmal mit einem freundlicheren Unterton. »Das Losungswort noch bitte...«

Roger Collins kam der Forderung nach.

Die Tür öffnete sich ganz. Ein breitschultiger Herr stand vor dem Geheimagenten. Mit einer angedeuteten Verbeugung wurde der Eintretende begrüßt.

»Ich freue mich, dass Sie eingetroffen sind. Hatten Sie eine angenehme Reise? Und sind an Ihrem Standpunkt die Geschäfte derart geregelt, dass eine überraschende Aktion ohne Schwierigkeiten über die Bühne gehen könnte?«

Collins hätte innerlich aufjubeln können. Die wenigen Worte seines Gegenübers sagten für ihn Bände aus. Etwas war von denen geplant. Etwas Entscheidendes! Und er, Roger Collins, würde der Sache den Garaus machen!

Roger bedankte sich für die Aufmerksamkeit und versicherte, dass seine Gruppe in jeder Sekunde vollen Einsatz bringen könnte.

Sie betraten einen Raum, dessen Fenster mit Rollos verschlossen waren. Rötliches Licht, das aus unsichtbaren Quellen drang, beleuchtete die Szene.

An einem schweren Eichentisch saßen sie. Vier Männer. Geheimagenten einer anderen politischen Macht!

Sie musterten den Ankömmling mit kritischen Blicken. In ihren Augen lag etwas Lauerndes. Jedem Normal-Bürger würde es einen Schauer über den Rücken jagen, nicht so Roger Collins!

Er wandte sich an seinen Begleiter.

»Würden Sie mir die Herrschaften vorstellen...« Collins lächelte mild. »Selbstverständlich nur die jeweiligen Decknamen. Ich bin nicht potent genug, um mehr zu verlangen.«

In den Augen des Gastgebers blitzte es kurz auf. Dann erwiderte er das Lächeln. Ein Lächeln, das nur den Mund berührte. Der Gesichtsausdruck blieb dabei maskenhaft starr.

»Sie werden Einzelheiten erfahren. Begeben Sie sich auf Ihren Platz. Ich werde indessen für die Anwesenden eine Überraschung vorbereiten. Die Herrschaften werden staunen!«

»Ich würde sagen, das ist nicht gerade der Stil, auf dem wir bisher aufgebaut haben«, hakte Collins sofort nach. Er musste wissen, um was es da ging. Es war höchste Vorsicht geboten!

Der Gastgeber zögerte. Für den Bruchteil einer Sekunde verkörperte sein Mienenspiel offenes Misstrauen. Der Ausdruck verlor sich aber wieder.

»Nur so viel«, sagte er. Er senkte die Stimme. »Es sind Freunde. Freunde, die auf unserer Seite stehen. Mit ihrer Hilfe gibt es für uns nichts mehr, das uns aufhalten könnte!«

Dabei drehte sich der Gastgeber um und verließ den Raum.

Roger Collins stand wie versteinert. Seine Gedanken bewegten sich im Kreis. Welche Freunde waren gemeint? Noch nie hatte er in dieser Richtung ein Sterbenswörtchen gehört. Monatelang hatte er sich mit der Organisation befasst. Er war davon überzeugt gewesen, deren Struktur bis ins Kleinste zu kennen. Und mehr noch!

Jetzt aber dies. Geradezu ein Faustschlag mitten ins Gesicht!

Collins’ Benehmen war im Moment reine Täuschung. Während er sich an den Tisch begab, dabei freundliche Miene zum bösen Spiel machte, tobte in ihm ein Vulkan. Nur die Tatsache, dass er ein Profi der Spitzenklasse war, verhinderte, dass die anderen am Tisch seine innere Unruhe nicht bemerkten.

Es herrschte Schweigen. Ein lästiges Schweigen. Roger Collins vermutete, dass er nicht allein es war, den der Gastgeber geschockt hatte. Allen war die Neuigkeit auf den Magen geschlagen. In ihrer Branche konnte man nie wissen...

Die Spannung steigerte sich von Minute zu Minute. Es war endlich Collins, der in die Stille sagte: »Ich hasse Dinge, die mich unvorbereitet treffen! Wenn nicht ein triftiger Grund vorliegt, wird sich der Genosse für sein Verhalten verantworten müssen!«

Es war eine gewagte Feststellung. Aber sie löste etwas die herrschende Spannung. Keiner wagte offene Zustimmung, doch beifälliges Gemurmel ergab den gleichen Sinn.

Die Tür öffnete sich. Der Gastgeber erschien. In den Händen trug er einen Karton in der Größe einer Schuhschachtel. Gemessenen Schrittes kam er auf den Tisch zu, setzte sich und legte das Mitbringsel ab.

Fünf Augenpaare richteten sich auf den unscheinbaren Gegenstand. Der Gastgeber lehnte sich weit in den Stuhl zurück. Sichtlich genoss er das Interesse.

Mit einer herrischen Handbewegung lenkte er die Aufmerksamkeit auf sich. In seine Augen trat ein seltsamer Glanz. Seine Hände bewegten sich zu dem Karton, hoben den Deckel ab. Er fasste nach, entnahm den Inhalt und stellte ihn auf den Tisch.

Rogers Augen sogen sich an dem fest, was ihm da präsentiert wurde. Eine Art Schach-Computer, den man in jedem großen Kaufhaus für weniger als hundert Pfund erwerben konnte..

Und doch hinkte der Vergleich. Hier war mehr Tastatur, kein Sichtfenster. Es blieb der Phantasie überlassen, was man mit dem Ding anfangen konnte. Jedenfalls war bei Roger Collins das drückende Gefühl im Magen wieder verschwunden. Sein Intellekt registrierte keine Gefahr!

»Ich sehe, das Erscheinungsbild meines kleinen Freundes nimmt den anwesenden Genossen einige gedankliche Probleme!« Die Worte des Gastgebers trieften vor hintergründigem Spott. »Dem ungeachtet, sollte sich niemand zu voreiligen Schlüssen hinreißen lassen! Ich stelle die Behauptung auf, dass vor unseren Augen die genialste Erfindung aller Zeiten steht! Doch genug der Worte, ich werde Ihnen zeigen, weshalb ich Sie hergebeten habe.«

Mit dem Zeigefinger der rechten Hand betätigte der Gastgeber eine Taste. Ein tiefer Ton entstand, der sich langsam in eine höhere Tonebene steigerte. Der Schall schmerzte in den Ohren der Männer. Doch keiner verschwendete einen Gedanken daran, sich davor zu schützen. Unendliche Neugierde hatte sie gepackt. Hoffnungslos waren sie einer Faszination erlegen, deren Ursache sie bei Befragung nicht würden erklären können... iij..

Der Sington hatte sich jetzt in eine Region begeben, die für das menschliche Ohr nicht mehr schmerzhaft war. Fast angenehm war der Tonfall. Er wirkte beruhigend auf die angespannten Nerven der Männer.

Der Moment war gekommen, in dem der Gastgeber weitere Schalter betätigte. Sekundenlang zeigte sich keine Veränderung. Dann entstand über dem Kasten ein Lichteffekt. Eine Art Nebel wallte aus dem Elektronik-Gehirn. Im grünlichen Schimmer reichten sie bis zur Decke des Raumes.

»Da!«

Einer der Geheimagenten hatte den Ausruf getan. Auch die anderen sahen es. Der Nebel formte sich zu Konturen. Deutlich war eine durchschimmernde Gestalt zu erkennen!

Sie hob den rechten Arm wie zum Gruß, Sie deutete auf den Gastgeber und verlangte mit singender Stimme: »Erklären Sie meine Person. Mir würde man vielleicht keinen Glauben schenken!«

Der Angesprochene beugte sich über den Tisch. Sein Gesicht war aschfahl. Er bildete einen markanten Kontrast gegenüber dem grünlichen Lichtwesen, das über dem Tisch schwebte.

»Ich möchte mich in knappe Worte fassen«, begann der Gastgeber mit seltsam rauer Stimme. »Wir stehen vor dem Ergebnis einer zufälligen Entdeckung. Ein bekannter Elektronik-Experte unseres Landes hat sie gemacht. Mit modernsten Mitteln stellte er einen leistungsfähigen Computer her, der in Richtung Parapsychologie agiert. Er durchstieß dabei die Schranke zu einer uns fremden Dimension. Die dort lebenden Wesen gelangten mit Hilfe des Computers in unsere Welt. Es entstand sozusagen ein Durchgang zu der anderen Dimension! Diese Wesen sind bereit, für uns zu arbeiten. Sie haben sich mit unserer Weltanschauung solidarisch erklärt. Da sie mit ungewöhnlichen geistigen Kräften ausgestattet sind, werden wir mit ihrer Unterstützung bald die Weltherrschaft an uns reißen!«

»Ich verstehe nicht ganz!«, warf einer hin. »Wenn der Kasten derart wichtig ist, weshalb steht er hier? Unsere Organisation ist zu klein, als dass...«

»Ein guter Einwand«, bestätigte der Gastgeber. »Dazu habe ich folgendes zu sagen: Es ist bereits gelungen, die erforderliche Technik in die vor uns stehende Größe zu bringen. Außerdem wurden bisher fünf dieser Mini-Computer hergestellt. Weitere werden in wenigen Wochen folgen! Das bedeutet: Jeder unserer Agenten verfügt in absehbarer Zeit über einen solchen Apparat. Eine Macht wird in unseren Händen liegen, der die andere Seite nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat!«

Die Stimme des Gastgebers hatte sich gesteigert. Ihr Nachklang hing im Raum.

Die Worte waren bei den Zuhörern eingeschlagen wie eine Bombe. Sie waren gekommen, um eine Konferenz abzuhalten. Nun hatte man sie mit einer Sache konfrontiert, die jedes Maß an Vorstellungskraft überbot. Es fiel schwer, zu glauben, und ohne eindeutige Beweise würden sie sich nicht überzeugen lassen!

»Genau darin liegt meine Absicht!«

Es war wieder die singende Stimme des Lichtwesens. Es deutete an, dass es die Gedanken der Männer erraten hatte. Ohne darauf einzugehen, fuhr es fort: »Zuvor aber müssen wir uns von einer

Person trennen, die nicht in unsere Mitte passt!«

Man hätte das Fallen einer Stecknadel hören können. Niemand wagte zu atmen. Die Behauptung des Lichtwesens war einfach ungeheuerlich!

Der Gastgeber war es, der das Schweigen brach. »Einen Verräter gibt es bei uns nicht!«, stellte er fest. »Unsere Leute sind unbedingt zuverlässig. Selbst wenn sie in die Hände des Feindes geraten, werden sie lieber sterben, als unsere Sache schänden!«

»Ich spreche nicht von Verrat«, belehrte das Lichtwesen. »Der Mann, den ich meine, ist ein Agent von der anderen Seite. Er hat den Umstand genutzt, dass vor dem heutigen Tag keiner von euch den anderen je zu Gesicht bekam! Unser Agent, der hier erscheinen sollte, wurde von ihm eliminiert. Zuvor aber wurde ihm mit brutalsten Mitteln sein Wissen entnommen!«

Der Gastgeber ballte die Hände zu Fäusten. Sein Mund bildete einen schmalen Strich. In seine Augen trat ein gefährliches Feuer.

»Es ist genug«, sagte er unnatürlich ruhig. »Da es keine großen Umstände bedeutet, die Worte unseres Computer-Freundes innerhalb der nächsten Stunden zu überprüfen, möchte ich die betreffende Person bitten, sich freiwillig zu stellen. Die Strafe, die ihn erwartet, wird dadurch zwar nicht geringer ausfallen, doch ersparen wir uns beiderseitig unschöne Dinge...«

Roger Collins schloss für Sekunden die Augen. Er focht einen inneren Kampf aus. Ihm war klar, dass er verloren hatte. Und doch sträubte sich alles in ihm gegen eine widerstandslose Aufgabe. Es war nicht seine Mentalität, so zu handeln!

Roger fasste blitzschnell in seine Jacke.

Wie hingezaubert lag die Waffe in seiner Hand Eine Pistole sowjetischer Herkunft. Er hatte sie dem Agenten der anderen Seite abgenommen.

»Treten Sie zur Wand, und schön die Hände nach oben!«, zischte Roger Collins. »Ich werde das unfreundliche Haus verlassen. Aber ohne Begleitung!«

Einen Augenblick lang war der Gastgeber verblüfft, dann lachte er schallend.

»Sie also sind der falsche Vogel! Geben Sie auf. Sie sind Profi genug, um zu wissen, dass hier Vorkehrungen getroffen sind, an denen Ihr Vorhaben scheitern wird! Geben Sie mir die Waffe, und sterben Sie wie ein Mann!«

Collins dachte nicht daran, klein beizugeben. Sein Entschluss stand fest. So lange er noch atmen konnte, würde er kämpfen!

Langsam bewegte er sich rückwärts zur Tür. Noch wenige Schritte, und es würde sich zeigen, ob er tatsächlich hier gefangen war.

Mit der freien Hand tastete er nach der Klinke. Die Tür ließ sich öffnen!

Da geschah es!

Vom Tisch her tastete ein grüner Lichtstrahl nach Roger Collins. Wie ein überdimensionaler Finger kam er auf den Agenten zu.

Collins wich entsetzt zurück. Vergebens. Das grausige Ding war schneller als er. Es berührte ihn an der Stirn.

Von den Lippen des Spezial-Agenten löste sich ein gellender Schrei...



3

Mit sichtlichem Wohlgefallen betrachtete er die kaum verhüllten Reize des Mädchens. Der knappe Bikini, den sie trug, zeigte mehr, als er verbarg. Dabei rekelte sie sich in der Sonne, dass dem jungen Mann die Augen fast übergingen.

Mit einem Ruck stemmte sie sich von der Liege ab, die auf einer sonnenüberfluteten Wiese stand.

»Du bist unmöglich, Gary!«, giftete sie. »Wie du ausschaust, könnte man meinen, einen unersättlichen...«

»Nicht doch!«, wehrte Gary Dano ab. Er erhob sich, ging auf seine Freundin zu und versetzte ihr einen leichten Klaps auf das Hinterteil. »Ich sehe die Sache anders«, berichtigte er. »Ein Mädchen, das die letzten Strahlen des Sommers auf solche Art nutzt, muss damit rechnen, begafft zu werden.«

»Vom eigenen Freund!«, setzte sie dagegen.

»Genau! Auch er ist nur ein Mensch!«

Sie lachten beide herzhaft. Diti Norkay deutete mit dem Daumen zum Strand. »Ich glaube, wir bekommen Besuch. Oder besser: da kommt noch ein Gaffer!«

Auf Gary Danos Stirn entstand eine steile Falte. Sein Blick richtete sich auf den Mann, der vom Dorf her auf sie zukam. Dann hellte sich die Miene des Privatdetektivs auf. In ihr spiegelte sich Unglauben.

»Das gibt es nicht!«, murmelte er. »Samuel Morley persönlich. Wenn es den in die Provinz treibt, muss einiges im Argen liegen!«

Die beiden Männer begrüßten sich herzlich. Diti Norkay erhielt einen Kuss, den der Yard-Inspektor sichtlich in die Länge zog.

»Das reicht!«, empörte sich Gary Dano. Er warf Morley bitterböse Blicke zu. »Ein Beamter hat sich zu benehmen!«, konstatierte er.

Samuel Morley schaute sich um. Tief zog er die Luft in seine Lungen.

»Habe ich euch beiden schon gesagt, dass ich euch beneide? Ein glückliches Paar, hier an der Westküste Englands, ringsherum nichts als Land, Meer und Wind. Dazu ein beachtliches Bankkonto, das sich der junge Mann dank seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten im Dienste der Polizei angeeignet hat.«

Gary Dano schüttelte den Kopf. »Sie übertreiben wieder einmal maßlos, Inspektor. Einmal ist das Guthaben gar nicht so enorm. Und außerdem stammt das Geld von Leuten, die sich eine solche Ausgabe leisten konnten.« Gary senkte die Stimme. »Dann ist da noch Vincent Corell. Ohne ihn . . .«

Der Yard-Inspektor zuckte leicht zusammen. Er hob die Augenbrauen. »Hört er mit? Äh ich meine, Sie waren doch mit Ihrer Freundin unter sich, und da...«

Um den Mund des Privatdetektivs spielte ein Lächeln. Das Benehmen des Inspektors wirkte einfach komisch. Der Beamte wusste nur zu genau von der Existenz Vincent Corells, Gary Danos zweitem Ich. Trotzdem war Morley stets von einer gewissen Zurückhaltung, ja Schüchternheit, was Vincent Corell betraf.

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Viel Spaß!



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