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Der Escortservice, Teil 1

Erotik vom Feinsten

 

NEUBEGINN

Die Meinungsverschiedenheiten mit dem Chefredakteur darüber, worüber ich schreiben darf und kann oder nicht, hatten ein Stadium erreicht, bei dem der Deckel der Schachtel, in der er mich offenbar eingeordnet hat, einfach wegflog.

 

Die Order, mit Angabe der Adresse, wo ich hinschauen soll, weil dort in irgendeinem Kindergarten gemeldete Missstände aufgetreten sind, habe ich ihm einfach zerknüllt auf den Schreibtische geworfen, meinen, an das Magazin gebundenen Presseausweis habe ich hinterher geworfen und die Glastüre seines Büros hinter mir zugeknallt. Das Klirren, als die Scheibe zerbrach, habe ich noch immer im Ohr.

Die wirklich guten Reportagen mit Auslandsaufenthalten mit Inhalten, die die Welt interessieren, über Ereignisse, die erschüttern oder aufregen, bekamen immer nur die männlichen Kollegen, den Lokalteil des Magazins, wo es um Familien, Kinder und davongelaufenen Hunden geht, hatte ich zu füllen.

Meine Hinweise auf meine beiden abgeschlossenen Studiums hat er immer mit einer Handbewegung abgewürgt. Nur meine nicht zu kaschierende beachtliche Oberweite und meinen Hintern jedoch wohlwollend bis gierig betrachtet.

 

Nun saß ich in meiner Küche auf dem Barhocker, schlürfte den heißen Tee langsam in mich hinein und rügte mich selbst. Klug war das ja nicht gerade. Eigentlich war es eine fixe Anstellung mit Krankenversorgung und monatlichem Gehaltsscheck. Eine gute Nachrede wird es auch kaum geben.

 

Aber seine herablassende Art und Weise, seine innere Einstellung zu Frauen und seine Selbstüberschätzung waren mir so widerlich, dass es einfach sein musste.

 

Also mit meiner Ausbildung als Journalistin und meinem Diplom als Dolmetscherin in Englisch und Französisch, meiner griechischen Muttersprache und meinen bisherigen Erfahrungen musste doch etwas zu machen sein!

Ich kenne genug Kollegen, die sich als selbständige Journalisten durch die Weltgeschichte bewegen und aufregende Artikel und Photomaterial an verschiedene Medien verkaufen. Freund Felix zum Beispiel hatte sogar seine eigene Privatmaschine mit der er in Afrika unterwegs ist und aufregende Bilder und Artikel verfasste.

Nur hatte ich keine Privatmaschine, auch keinen eigenen Kameramann und schon gar keine Fotoausrüstung, die dafür geeignet wäre. Der Tee war inzwischen auch kalt geworden.

Meine erste Aktion am nächsten Morgen war, mir einen Presseausweis für selbstständige Journalisten zu besorgen. Dann rief ich eine Zeitung nach der anderen an, um das Terrain zu erkunden. Sie waren alle nur an fertigen Reportagen interessiert, aufgearbeitet und zur sofortigen Verwendung geeignet, möglichst so fünf bis zehn fertige Manuskripte, um sich eine Thema aussuchen zu können. Der Grund lag natürlich auch daran, dass mich das als Journalistin ausweisen sollte. Studium alleine genügte da gar nicht. Und meine Tätigkeit bei meinem bisherigen Magazin war keine wirkliche Empfehlung. Da konnte ich nur vom Regen in die Traufe kommen. Eine Zeitung bot mir die Horoskop-Seite an, eine andere die Tierecke.

Das war nun einmal schon eine erste Hürde. Es mussten also einige aufregende Reportagen her, eine Mustermappe sozusagen.

 

Wo war nur die Telefonnummer von Felix?

Seine Stimme am Telefon klang sehr undeutlich, er war weit weg.

„Was willst Du? Selbstständig Reportagen in Afrika machen? Das ist nichts für allein stehende Frauen, oder hast Du einen bulligen, kräftigen Kameramann mit Nahkampfausbildung?“

Das musste ich verneinen.

„Ich weiß, Du bist ein kluges Köpfchen, sei nicht gleich so eingeschnappt. Was Du aber hast, ist ein aufregend, erotischer Körper, mit hervorstechenden Möpsen und einen schwingenden Hintern, der mich immer schwindelig machte. Warum fängst Du damit nicht was an?“

Männer! Ich werde nie wieder mit Felix, diesem Macho, sprechen.

 

Die nächsten Wochen waren ernüchternd. Nach einigen Enttäuschungen und schlaflosen Nächten beschloss ich, meine Nerven ein wenig aufzupolieren und ein Wellness-Wochenende einzuschieben.

Dieses Wochenende veränderte mein Leben. Ich traf dort Lisa, eine Studienkollegin, die ebenfalls eine Zeitlang als Journalistin unterwegs war, dies aber in der Zwischenzeit an den Nagel gehängt hatte. Sie sah aufregend aus, hatte eine Figur wie aus einem Modejournal und die edelsten Klamotten an, die ich je an einer meiner Freundinnen gesehen hatte.

 

„Warum willst Du Dich wieder solchen Machos ausliefern, die von Dir sensationelle Artikel ins Haus geliefert haben wollen, selbst aber nur mit ihrem Schwanz denken können und das 25 Stunden am Tag. Ich suche eine Partnerin. Ich will ein Magazin für Sexhungrige herausbringen. Ich habe einen Escortservice mit einigen Mitarbeiterinnen, in dem ich sogar auch hin und wieder selbst mitarbeite, der läuft ganz gut. Kapital ist also nicht das Problem, ich brauche aber eine Frau mit Insiderwissen aus der Medienbranche und der Fähigkeit, unsere Erfahrungen, Erlebnisse und die geheimen Wünsche mancher Kunden aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Ganz seriös und anonym, ohne dass man die Protagonisten erkennt. Ich denke, wir könnten vorerst einmal jeden zweiten Monat erscheinen. Traust Du Dir das zu?“

 

Ich bat um Bedenkzeit und zog mich auf mein Zimmer zurück.

Wollte ich das? Das würde bedeuten, dass ich meine Träume, irgendwo in der Weltgeschichte in Kriegsgebieten herumreisend, im Schlamm auf dem Bauch kriechend um sensationelle Bilder zu schießen und mit dem Mikro in der Hand im Kugelhagen dem Tode ins Auge zu sehen, vorläufig zumindest einmal begraben müsste.

Das Resultat meiner Überlegungen war zwar gar nicht gut für mein Ego, doch beeinflusst von der luxuriösen Umgebung des Wellnesshotels und dem sicheren und eleganten Auftretens Lisas, entschied ich mich spontan, ihr Angebot vorerst einmal anzunehmen.

 

Die nächsten Wochen waren geprägt von Standortsuche für die Redaktion, Gesprächen mit Druckereien, um günstige Angebote einzuholen und einigen Vorgesprächen mit den Damen des Escortservices. Denn ihre Geschichten waren die Quelle, die für den Inhalt des Magazins sprudeln sollte.

Es war mir natürlich bewusst, dass ihre Aktivitäten haarscharf an Prostitution grenzten, nur unter einem eleganten Mantel und mit etwas mehr Niveau. Sollte mich aber nicht weiter berühren, ich bin sozusagen der neutrale Beobachter, bzw. der Berichterstatter ohne mich selbst in diese „Niederungen“ begeben zu müssen. Zumindest einmal am Anfang, man konnte je nicht wissen, wie sich das entwickelte. Vielleicht könnte ich…… naja, diesen Gedanken fand ich amüsant.

 

Unsere erste Ausgabe sollte auf der Titelseite die Skulptur „Eros und Psyche“ von Antonio Canova zeigen. Das Original steht im Louvre in Paris und wird zweifelsfrei die Exklusivität unseres Verlages betonen. Lisa war von dieser Idee begeistert.

Der Leitartikel wird unseren Verlag vorstellen, unsere Seriosität betonen und amüsante Berichterstattung über das Zweitwichtigste in unserem Leben versprechen. Wir werden Offenherzigkeit, Detailtreue und absolute Diskretion ankündigen, aber auch versprechen, keine Tabus zu haben und wirklich wahrheitsgetreu zu berichten.

 

Zwischendurch fand ich immer wieder Zeit mir die Erzählungen unserer Mitarbeiterinnen anzuhören, mir Notizen zu machen und die eine oder andere Geschichte schon niederzuschreiben.

Wenn die Damen so erzählten, klang alles sehr einfach und leicht.

Lisa hatte alle Mitarbeiterinnen des Escort-Services mit Handys ausgestattet. Sie wurden zu den vereinbarten Terminen mit hauseigenen Autos gebracht. Doch in jenem Augenblick, wo sie die angegebenen Treffpunkte erreichten, waren sie ganz auf sich gestellt. Sollten sie in Gefahr sein, konnten sie sich bei der eingespeicherten Kurzwahl jederzeit Hilfe holen. Ein Restrisiko verblieb natürlich. Doch die Klienten wurden von Lisa sorgfältig ausgewählt und überprüft. Es gibt einige Stammkunden, die immer wieder gerne auf die Dienste des Services zurückkommen, bzw. auch welche, die sich immer wieder eine bestimmte Begleiterin wünschen.

 

Ein ganz besonders begehrtes Objekt war Miriam, erzählte mir Lisa. Sie war eine Mitarbeiterin der ersten Stunde. Sie war gebildet, elegant und äußerst anpassungsfähig. Das erste, was von ihr sichtbar wurde, wenn sie aus einem Auto stieg, waren ihre langen, schlanken Beine in zauberhaften Schuhen. Sie streckte immer ihre rechte Hand aus und der Chauffeur half ihr, sich ganz zu entfalten. Sie entstieg förmlich einer Kutsche, mit hoch erhobenem Kopf, umrahmt von platinblondem Haar, das ihr über die Schultern fiel. Wenn sie dann in voller Größe so da stand, blendete ihre Erscheinung jeden, der sie sah. Ihr strahlendes Lächeln mit den makellosen Zähnen erstrahlte wie ein aufgehender Stern und ihre, durch farbige Linsen unterstützt, unglaublich tiefblauen Augen nahmen jeden gefangen, der sie ansah. Es war eine eingespielte Zeremonie und verfehlte niemals ihre Wirkung.

Miriam wurde sehr oft von Klienten für einige Tage oder auch länger gebucht. Sie hatte einen festen Kundenstamm, der sie immer wieder engagierte. Verschiedene Bemühungen besonderer Kunden, sie der Agentur abspenstig zu machen, sie sich als ständige Begleiterin zu sichern, blieben bisher erfolglos. Sie blieb der Agentur treu. Ihre Position innerhalb der Organisation war gesichert und hochkarätig. Ihr Verdienst ebenso und das schätzte sie sehr.

 

Ich war ganz besonders neugierig auf sie, besonders, da sie mir von Lisa so beeindruckend geschildert wurde.

 

Ihr Haus in einem der vornehmsten Gegenden der Stadt gelegen, war beeindruckend. Es lag auf einem uneinsehbaren Areal, elektronisch gesichert, in elegantem Weiß gehalten, Licht durchflutet und weitläufig.

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