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Der Cop

Kapitel 1

 

 

 

»Anhalten! Polizeikontrolle! Stellen Sie Ihr Fahrzeug bitte hier in die Einfahrt!«

Der Polizist dirigierte die zwanzigjährige Michelle Hunter zu der einzigen freien Stelle zwischen den parkenden Autos direkt in die Ausfahrt eines hellgrauen Zaunes. Dort stand sie gewiss im Halteverbot.

Doch Michelle hatte ganz andere Probleme … Hoffentlich fand der Polizist nichts davon heraus. Ihr brach trotz ihrer knappen Kleidung der Schweiß aus. Am liebsten würde sie sofort hier verschwinden, dennoch hielt sie mit ihrem roten Kleinwagen an besagter Stelle.

Sie schluckte. Dabei war sie sich so sicher gewesen, es zu schaffen. Wer hätte gedacht, dass gerade nach Mitternacht in einer zu dieser Zeit wenig befahrenen Straße des zu Birmingham gehörenden Bordesley unweit des Forgeplace eine Polizeikontrolle durchgeführt werden würde?

Der Polizist war ungewöhnlich attraktiv. Groß und breitschultrig besaß er etwas zu langes, leicht gewelltes nachtschwarzes Haar und einen Dreitagebart. Unter anderen Umständen wäre ihr seine Bekanntschaft gar nicht so ungelegen gekommen … Schließlich war sie seit einiger Zeit Single und hatte lange niemanden mehr kennengelernt, zu dem sie sich auf Anhieb derart hingezogen fühlte. Sie verwünschte diese Empfindungen, da sie sie noch angreifbarer machten.

Er trug das schwarze Uniformhemd mit dem gelb umrandeten schwarzen Emblem der Birmingham West and Central Local Policing Unit und den dunkelblauen Schulterleisten, welche der Hosenfarbe entsprachen. Ihm standen diese Farben ausgezeichnet.

»Ihren Führerschein bitte.« Auch seine Stimme berührte etwas in Michelle. Sie war warm und tief mit einem rauen Unterton, der sie an raschelnde Seide in dunklen Räumen erinnerte.

»Ihren Führerschein bitte, Miss«, wiederholte er seine Worte, da sie nicht reagiert hatte.

Michelle suchte nach ihrer Handtasche, doch sie lag nicht wie sonst auf dem Beifahrersitz. Nach der Eile und dem Stress der vergangenen Tage hatte sie sie tatsächlich in ihrer neuen Wohnung vergessen. Auch das noch! Warum gerade jetzt? So etwas war ihr lange nicht mehr passiert und ausgerechnet heute musste eine Polizeikontrolle durchgeführt werden. Es kam immer alles auf einmal. In der letzten Zeit wurde sie wirklich vom Pech verfolgt.

Noch dazu hatte sie einige höchst brisante Dinge im Kofferraum. Etwas, das er unter keinen Umständen sehen durfte, sonst wäre es aus! Während des Umzugs hatte sie diese bei einer vertrauenswürdigen Nachbarin zwischengelagert und wollte sie heute mitten in der Nacht höchstpersönlich rasch in ihre neue Wohnung transportieren. Keineswegs durfte er in den Kofferraum schauen. Das musste sie mit allen Mitteln verhindern.

»Es tut mir leid. Den hab ich zuhause vergessen«, sagte sie leise. Trotz ihrer halb gesenkten Lider fiel ihr auf, dass er in den Ausschnitt ihres knappen schwarzen Kleides blickte.

»Dann bitte den Ausweis, Miss.«

»Der ist auch zuhause in meiner Handtasche. Es tut mir wirklich leid, aber ich habe gar keine Papiere bei mir.« Michelle war der Verzweiflung nahe.

Der Polizist hob eine Augenbraue. Er hatte wunderschöne dunkelbraune Augen, eine gerade Nase und ein leicht kantiges Kinn. Warum musste er ausgerechnet auch noch so verflixt attraktiv sein?

»Wie ist Ihr Name, Madam?«

Sie senkte den Blick und ließ eine ihrer hüftlangen honigblonden Haarsträhnen in ihr Gesicht fallen. »Miss.«

»Dann eben Miss.«

»Ich bin Michelle Hunter.«

Er notierte sich ihren Namen und das Nummernschild. Damit landete sie schon mal in den Polizeiakten … Das war gar nicht gut.

»Ihr Alter, Miss Hunter?«

»Zwanzig.«

»Ich hoffe, das stimmt, denn Sie sehen eindeutig jünger aus.« Er ließ einen Blick voller Zweifel, jedoch auch mit offensichtlichem Wohlgefallen, über ihr Gesicht gleiten.

Glaubte er etwa, sie wäre erst sechzehn, da man frühestens mit siebzehn Autofahren durfte? Vom Gesicht her sah sie tatsächlich jünger aus, das musste sie zugeben, doch ihr Körper war an den richtigen Stellen weiblich gerundet, was dem Polizisten nicht zu entgehen schien. Vielleicht konnte sie ihn mithilfe ihrer weiblichen Reize ablenken, sollte er sich zu sehr für ihr Auto interessieren …

»Verlassen Sie bitte das Fahrzeug, Miss Hunter.«

Was hatte er vor? Wollte er das Auto durchsuchen? Das wäre fatal … Oh, Gott, was sollte sie tun? Sie war verzweifelt.

Als Michelle ausstieg, ließ sie absichtlich ihr Kleid ein wenig höher rutschen und gab ihm gleichzeitig einen tiefen Einblick in ihr Dekolleté.

»Ich kann doch meinen Führerschein morgen auf dem Polizeirevier vorlegen, Mister …«, sagte sie mit rauchiger, leicht bebender Stimme. Ein gekonnter Augenaufschlag von ihr genügte und er schien kurzzeitig abgelenkt zu sein. Sehr gut. Er war also gegenüber ihren Verführungskünsten keineswegs immun.

»Jones.« Der Polizist schluckte. »Darauf kann ich mich leider nicht verlassen. Viele sagen, sie würden es tun und lassen sich dann nicht blicken. Wenn sie illegal gefahren sind, verschwinden sie über alle Berge. Danach hat man mehr Ärger als zuvor.«

Michelle versuchte sich ihre Nervosität nicht anmerken zu lassen. »Aber Sie haben sich doch mein Kennzeichen aufgeschrieben. Dadurch können Sie meinen Namen und meine Adresse gewiss überprüfen.«

»Für gewöhnlich schon. Falls der Wagen nicht gestohlen wurde. Das kam in der letzten Zeit leider häufiger vor.«

»Sehe ich etwa aus wie eine Autodiebin, Mister Jones?«, fragte sie mit kokettem Augenaufschlag. Sie trat zwei Schritte näher zu ihm, sodass sie jetzt auf Armeslänge von ihm entfernt stand.

Er ließ seinen Blick über ihre wohlgeformte Figur gleiten. Michelle strich sich eine Strähne ihres hüftlangen honigblonden Haares zurück und leckte sich laszive über die vollen Lippen. Mit den Fingerspitzen strich sie über den Saum ihres Seidenkleides und die halterlosen Nylons, deren Spitzenrand leicht unter ihrem hochgerutschten Kleid hervorlugte. Mit der zarten Naht vermittelten sie ihr ein Gefühl der Verruchtheit.

Sein Blick folgte wie hypnotisiert der Bewegung ihrer Finger. »Nun, das sieht man den wenigsten an. Aber wenn ich mir eine Autodiebin durch die Lappen gehen ließe, wäre ich ein verdammt schlechter Polizist.«

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