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Roman zur Serie - Der Mann für Sonderfälle

Inhalt

  1. Cover
  2. Der Bundesbulle – Der Krimi-Klassiker mit Ruhrpottcharme
  3. Über diese Folge
  4. Hinweis zu dieser Folge
  5. Über den Autor
  6. Titel
  7. Impressum
  8. Prolog
  9. Kapitel 1
  10. Kapitel 2
  11. Kapitel 3
  12. Kapitel 4
  13. Kapitel 5
  14. Kapitel 6
  15. Kapitel 7
  16. Kapitel 8
  17. Kapitel 9
  18. In der nächsten Folge

Der Bundesbulle – Der Krimi-Klassiker mit Ruhrpottcharme

Sein einmaliger Status gefällt den meisten nicht. Die Vorstellung von einem Polizisten, für den es keine Grenzen und Schranken gibt, bereitet ihnen Kopfschmerzen. Sie akzeptieren ihn als den Versuch einer Ausnahmeregelung, die aber keinesfalls zu lange dauern darf.

Trotzdem wurde die Ein-Mann-Soko ins Leben gerufen. Peter Mattek, der Bundesbulle, ist der Mann für ausweglose Situationen. Und auf ihn ist Verlass.

Über diese Folge

Der Bundesbulle – Der Mann für Sonderfälle

Bei einem Überfall auf einen Dortmunder Juwelier wird einem jungen Mädchen ins Gesicht geschossen. Ziemlich klarer Fall von Raubmord, so schien es. Doch klare Fälle wie dieser waren wenig geeignet, um meine neue Position als Ein-Mann-Soko zu rechtfertigen.

Entsprechend hatte Joellenbeck vom BKA andere Pläne mit mir. Ich sollte einem Mann nachspüren, der nur ganz entfernt mit dem Fall in Verbindung gebracht werden konnte. Einem gefährlichen Mann zwar, der mit illegalen Spielclubs, Bars, Discotheken und Drogenhandel in Zusammenhang gebracht werden konnte, dem man aber bisher nicht viel nachweisen konnte.

Einer kalten Spur also. Ich ging der Sache trotzdem nach – und schneller als mir lieb war, ging es nicht mehr nur um Raubmord, sondern auch um Waffenhandel, Terrorismus und die nationale Sicherheit …

Der Bundesbulle – Der Krimi-Klassiker mit Ruhrpottcharme. Die unveränderte Neuausgabe der Krimi-Serie „Peter Mattek“ von Peter Hebel aus den 90ern jetzt exklusiv als eBooks. Jede Folge ist in sich abgeschlossen.

Hinweis zu dieser Folge

Bei diesem Titel handelt es sich um eine digitalisierte Neuausgabe aus den 90er Jahren. Um das Werk und das in den Romanen gezeichnete Zeitkolorit nicht zu verfälschen, wurde hier aus kulturhistorischen Gründen inhaltlich nicht in den Text eingegriffen. Bitte beachten Sie, dass Äußerungen in Bezug auf Politik, Religion, Umgangsformen und Ethnien im Kontext dieser Zeit zu verstehen sind und unter Umständen nicht mehr den heutigen Umgangsformen entsprechen.

Über den Autor

Peter Hebel, geb. am 2. Mai 1942, hat ein bewegtes Leben gelebt. Er fuhr zur See und verbrachte Jahre in der französischen Fremdenlegion, bevor er als freier Journalist und Autor arbeitete. Unter seinem Namen und diversen Pseudonymen hat er zahlreiche Spannungsromane veröffentlicht. Mit »Malkowski«, dem Privatdetektiv, und »Der Bundesbulle - Die Männer vom Ruhr-Revier« hat Peter Hebel zwei Serien geschaffen, die im In- und Ausland ein großes Publikum fanden. Am 3. November 1997 nahm sich Peter Hebel, unheilbar an Krebs erkrankt, in Villajoyosa, Spanien, das Leben.

Peter Hebel

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Roman zur Serie

Der Mann für Sonderfälle

Prolog

»… bitten wir Sie, nicht mehr zu rauchen. Wir landen in wenigen Minuten in Schiphol. Captain van Veen und seine Crew verabschieden sich. Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Flug, und würden uns freuen, Sie wieder an Bord der KLM begrüßen …«

Das wehte regelrecht an Colonel Harry McCallums Ohr vorbei. Seine Gedanken waren mit anderen, ihm lebenswichtiger erscheinenden Dingen beschäftigt. Da war die Angst vor der bevorstehenden Landung. Was kaum einem anderen Menschen passiert war, war ihm widerfahren: ein Crash in Singapur. McCallum war einer von zwölf Überlebenden gewesen, die mit heilen Knochen und einem Schrecken davongekommen waren. Dann eine Notlandung in Madrid, die ihm ein gebrochenes Bein und leichte Verbrennungen eingebracht hatte – dazu den schlimmsten Anblick seines Lebens: verstümmelte und verbrannte Leichen, die man kaum noch als ehemals menschliche Wesen hatte identifizieren können.

Seit zehn Minuten schaukelte die DC-10 der KLM durch die bedrohlich schwarz aussehende Wolkendecke über Holland. Die kleinen Fenster waren regenverhangen. Aber auch ohne die dichten Regenschnüre wäre nichts zu sehen gewesen.

»Alles in Ordnung, Sir?«

Harry McCallum schreckte auf. Die in blau gekleidete Stewardess war groß und superschlank. Für seinen Begriff hatte sie das strenge Gesicht jener Frauen, die mit dem linken Bein zuerst auf die Welt gekommen waren. Sie versuchte zu lächeln, aber selbst das sah aus, als nage sie heimlich an einer Zitrone.

McCallum nickte.

»Die Stuhllehne, Sir.«

McCallum drückte den Knopf. Die Lehne hob sich in

Normalpositur. Ob das etwas nutzte, wenn der Captain die Mühle doch nicht richtig runter bekam? Die verdammte Angst! McCallum versuchte, dagegen anzukämpfen und an etwas anderes zu denken. Daran, dass es auf dem Boden, in Amsterdam, schönere Frauen gab als dieses Sauerampfergesicht von Stewardess in ihrer blauen Uniform. McCallum schaute ihr nach. Gleichzeitig zog er mit den Füßen den Aktenkoffer heran, der im Sinkflug der Maschine halb unter den Sitz seines Vordermanns gerutscht war. Er bückte sich, hob ihn auf und wunderte sich erneut, wie schwer eine Million Dollar in Scheinen sein konnte.

Colonel Harry McCallum stellte den Koffer neben sich auf den freien Sitz, was ihm augenblicklich wieder den strafenden Blick der Stewardess mit dem Sauerampfergesicht eintrug. Diesmal ignorierte er ihn. Er ließ den Koffer stehen und drehte den Kopf demonstrativ zum regennassen Fenster.

Hin und wieder rissen die Wolken auf. Dann war das Lichtband der Autobahn zu sehen, dem die Maschine ein Stück folgte, bevor sie über den rechten Flügel abkippte und sehr schnell sackte.

Wie in Singapur oder Madrid?

Colonel Harry McCallum schüttelte den Kopf. Er hatte noch von keinem Menschen gehört, der dreimal einen Crash mitgemacht hatte. Und für so was Besonderes hielt sich der Engländer auch nicht, der im Rang eines Colonels stand und bei der MI 5 einen ausgezeichneten Namen hatte.

Max Claussen erwartete ihn in Amsterdam. Er kannte den Deutschen nur dem Namen nach. Er hatte das Bild des kleinen, dicklichen Mannes gesehen, der basedowsche Augen hatte und im Vergleich zu seinem rundlichen, Vertrauen einflößenden Vertretergesicht extrem schmale Lippen. So auffällig, dass man ihn unter Tausenden erkennen konnte. Aber gerade weil er so aussah, fiel er wahrscheinlich niemandem auf. Man schenkte ihm einen Blick und vergaß ihn danach wieder. Ihn zweimal anzusehen wäre eine Beleidigung gewesen.

Claussen wartete im Hilton in Schiphol. Dort sollte der erste Kontakt stattfinden. Wenn etwas schiefging, wenn irgendetwas nicht in Ordnung war, würde Claussen es ihm mitzuteilen wissen. In diesem Fall würde McCallum die nächste Maschine der Lufthansa nach Frankfurt nehmen, auf der um diese Zeit immer ein Platz zu bekommen war.

Eine Million Dollar verlangte Claussen als Informationshonorar für den Namen eines Mannes, der die IRA mit allem versorgte, was sie brauchte, der zwei der führenden Köpfe kannte und sie ans Messer liefern wollte, wenn es sich für ihn lohnte. Für eine Million wollte Claussen zum Verräter werden.

Wäre es nach ihm, Colonel Harry McCallum, gegangen, hätte er sich Claussen geschnappt, aus ihm herausgeholt, was der Schmallippige wusste, und der englischen Krone damit eine Million Dollar erspart.

McCallum grinste, weil er in genau diesem Moment daran dachte, dass er auf die gleiche Art verfahren und mit der gewonnenen Million seine Rente aufbessern konnte.

Das Grinsen verging dem MI-5-Offizier, als die DC-10 rumpelnd auf der Piste aufsetzte. Er schloss die Augen, wartete auf das Dröhnen des Gegenschubs und öffnete die Augen erst wieder, als sich die Maschine stabilisiert hatte und langsamer fuhr. Er war heil unten. Der schwierigste und gefährlichste Teil seiner Aufgabe lag hinter ihm, glaubte er.

Durch den dichten Nieselregen war wenig zu sehen. McCallum strich über seine langen, blonden Haare, die absolut untypisch für einen Offizier waren, spürte den Zweitagebart, als er über sein Gesicht strich und versuchte, aus den Beulen in seinen Hosenbeinen wieder halbwegs Bügelfalten zu machen. Normalerweise war er eitel. Aber bei einem schmutzigen Job wie diesem kam es nicht darauf an, anständig auszusehen. Hier ging es nur darum, die notwendigen Informationen zu kaufen, die richtigen Männer ausfindig zu machen, sie zu liquidieren und zu verschwinden, bevor jemand auf ihn aufmerksam wurde.

Er wartete eine halbe Stunde auf seine Reisetasche, die als letzte über das Band kam. Der Zöllner war eine Frau. Und mit dem weiblichen Geschlecht hatte McCallum an diesem Tag nicht besonders viel Glück. Sie traute ihm nicht, oder er gefiel ihr nicht, obgleich er mit seiner Größe von 1,85, seiner durchtrainierten Figur und dem sonnengebräunten, scharfkantigen Gesicht normalerweise anziehend auf Frauen wirkte. Die Zöllnerin durchstöberte seine Reisetasche. Sie tat es gründlich. Selbst die Unterwäsche faltete sie auseinander und warf sie dann lieblos wieder in die Tasche zurück. Dann fiel ihr Blick misstrauisch auf den Diplomatenkoffer.

»Was ist da drin?«

»Papier!«

»Aufmachen!«

Er nickte missmutig und öffnete den Koffer, der genau die richtige Größe für eine Million hatte, wenn man die Scheine sorgsam stapelte. Er schaute die junge Frau an, die eine dunkelblaue Uniform trug, und sah sie erbleichen.

»Papier«, wiederholte McCallum. »Steht das etwa auf der Liste der verbotenen Güter?«

»Wie viel ist das?«

»Eine Million. Wollen Sie nachzählen?«

Sie wusste nicht, was sie wollte und tun sollte. »Es ist ungewöhnlich«, sagte sie dann.

»Ich bin ein ungewöhnlicher Mann.« McCallum schaute zur Uhr. Das Hilton befand sich nur wenige Minuten vom Flughafen entfernt. Es war acht vorbei. Max Claussen würde auf jeden Fall bis zehn warten. »Was ist? Wenn's noch lange dauert, verlange ich einen Stuhl. Ich bin Invalide.«

»Warten Sie!«

McCallum sehnte sich plötzlich nach einer schönen Frau ohne Uniform. Nach einer nackten, wilden Katze, die keine Fragen stellte und ihm keine Schwierigkeiten machte.

Max Claussen war nervös. Nicht, weil McCallum noch immer nicht aufgetaucht war, obgleich sein Flieger schon länger als eine halbe Stunde auf dem Grund stand. Nervös machte Claussen die groß gewachsene, rothaarige Frau, die ihm gegenüber in einer gemütlichen Ledersitzgruppe saß und andauernd die langen Beine anders herum übereinander schlug. Immer genau in dem Moment, wenn Claussen sich nicht beherrschen konnte und sie anschaute – was beinahe permanent der Fall war.

Claussens Plan und Reiseablauf standen fest. Da gab es eigentlich keinen Raum mehr für ein schnelles Abenteuer. Er würde McCallum ins American Hotel lotsen, ihm dort die Informationen übergeben, das abgesprochene Geld kassieren und mit der Nachtmaschine nach Aruba weiter fliegen.

Claussen tastete blind nach dem Sherryglas und kippte es um ein Haar um. Die Rothaarige lächelte, stellte die Füße mit den hochhackigen Schuhen nun nebeneinander auf den braunen Teppich und stand auf. Langsam kam sie auf ihn zu. Der Rock schmiegte sich so um ihre Hüften, dass auf den ersten Blick deutlich war, dass sie nichts darunter trug, genauso wenig wie unter dem weißen T-Shirt. Es saß locker. Ihr Busen war fest und wippte kaum.

»Kann ich bitte Feuer haben?«

Claussen gab ihr Feuer.

»Ich weiß nicht, woher ich Sie kenne«, sagte die Rothaarige, blieb stehen und musterte ihn eingehend. »Auf jeden Fall von Film oder Fernsehen, oder?«

Claussen dachte an die Nachtmaschine nach Aruba, daran, dass er den Flug auf eine spätere Maschine umbuchen konnte – was gegen die Regel war – und daran, dass die Rothaarige genau der Typ Frau war, den man mit Film und Fernsehen in jede nur erdenkliche Lage rollen konnte.

Also nickte Max Claussen, und seine Lippen wurden noch schmaler.

»Komisch«, dehnte er und strich über sein glattes schwarzes Haar. »Normalerweise sind wir Produzenten nicht so bekannt.«

Sie setzte sich unaufgefordert. Claussen roch das schwere, beinahe betäubende Parfüm. Als sie sich etwas umdrehte, streifte ihr rechter Busen seinen Oberarm, trotzdem gab Claussen sich keinen Illusionen hin. Was sie aufregte, war nicht er als Mann, sondern der »Filmproduzent«, für den er sich ausgegeben hatte.

»Sind Sie lange in Amsterdam?«

»Genau genommen noch sieben Stunden«, antwortete Claussen. Er setzte jenes Lächeln auf, mit dem ein guter Autoverkäufer seine letzte Schrottmühle zu einem weit überzogenen Preis an den Mann brachte. »Aber für Sie könnte ich glatt eine Ausnahme machen.«

Wenn schon – denn schon, dachte Claussen. Klare Sachen und keine Zeitverschwendung! Ihr Lächeln versprach, dass es eine klare Sache würde. Als sie noch etwas dichter an ihn heranrückte, unterstrich sie das noch.

»Ich bin Janine.«

»Max«, sagte Claussen rau.

»Wohnen Sie hier im Hotel?«

»Ja.«

»Wollte ich auch. War aber alles besetzt. Ich habe eine vielleicht ungewöhnliche Bitte.«

»Schon erfüllt.«

»Ich würde gern ein Bad nehmen und mich etwas hinlegen. Ich störe Sie ganz sicher nicht.«

Claussen grinste schief. »In meinem Zimmer stehen zwei Betten«, sagte er und hielt die Luft an. Jetzt musste es sich entscheiden, ob er sie richtig eingeschätzt hatte.

»Ist eigentlich eines zu viel«, sagte Janine. »Aber nicht, dass Sie denken …«

Claussen winkte ab. »Ich denke niemals in solchen Situationen.« Er griff in die Tasche und legte die Plastikkarte auf den Tisch, mit der man die Tür öffnen konnte.

»Haben Sie etwas dagegen, wenn ich schon mal hochgehe?«

Claussen schüttelte den Kopf. Er sah ihr nach, als sie sich zwischen den Sitzgruppen hindurch schlängelte. Normalerweise machte er nicht schnell Eroberungen. So schnell und ohne Mühe wie heute war es eigentlich noch nie gegangen. Aber so viel Geld wie heute hatte er auf einen Schlag auch noch nie verdient.

Es war sein Glückstag!

Claussen stand auf. Er ging an die Bar. Er musste auf McCallum warten, ihn ins American Hotel schicken und ihm später folgen. Dort sollte das Geschäft stattfinden. Informationen gegen cash. Das würde nicht lange dauern. Vielleicht eine Stunde, wenn's hochkam. Und wenn er McCallum folgte, würde er oben anrufen und der Rothaarigen sagen, dass er kurz verhindert sei. Sie würde auf ihn warten, da war er sicher.

Claussen hatte ihn nicht kommen sehen. McCallum saß plötzlich neben ihm an der Bar. Claussen wurde erst auf ihn aufmerksam, als der Engländer einen Gin Tonic bestellte.

»Hat etwas länger gedauert«, sagte McCallum. Er schaute Claussen von der Seite an und stellte fest, dass der kleine, dickliche Kerl in natura noch schlechter aussah als auf dem Bild. Das Gesicht wirkte wie aus Teig geknetet und war an manchen Partien misslungen. Unwillkürlich fragte sich der Colonel des MI 5, wie man zu solchem Mann überhaupt Vertrauen haben konnte. Und Vertrauen musste man Claussen eine ganze Menge entgegengebracht haben. Anderenfalls wäre er gar nicht an die brisanten Informationen herangekommen.

Der Gin Tonic kam. McCallum trank einen kleinen Schluck und schob das Glas zurück. Man hatte Larios Gin anstatt Gordon verwendet. Er mochte keinen Larios und hätte ihn bestenfalls getrunken, wenn sein Leben davon abhing.

»Der schwarze Mercedes 200 D«, sagte Claussen. Er wollte es schnell hinter sich bringen. Nicht zuletzt wegen des rothaarigen Paradiesvogels, der in seinem Zimmer auf ihn wartete. »Der Wagen steht als letzter in der Reihe. Das Parklicht brennt. Die Papiere sind im Handschuhfach. Der Schlüssel für das Zimmer im American Hotel ebenfalls. Ich begreife noch immer nicht, wofür der ganze Zirkus gut sein soll. Ihre Leute haben Proben der Informationen bekommen, und die waren in Ordnung.«

»Aber nichtssagend. Für so viel Geld muss mehr auf den Tisch und überprüfbar sein.«

Claussens Lippen wurden noch schmaler. »Eigentlich«, sagte er, »mag ich keine Engländer. Mit Amerikanern kann man schneller und besser Geschäfte machen. Aber die haben kein Problem mit der IRA.«

»Warum sind Sie nicht an die IRA herangetreten?«

»Weil die nicht genug bezahlen.«

»Bastard«, sagte McCallum. Genau das meinte er auch. Es hätte ihm nichts ausgemacht, diesen Mann zu töten. »Fucking German!«

Claussen grinste schief. »Kotz dich nur aus, wenn dir dadurch besser wird, Tommy! Hauptsache, du zahlst, Motherfucker!« Ein anderes Schimpfwort fiel Claussen nicht ein. »Und komm ja nicht auf komische Gedanken.«

McCallum nahm den Wagenschlüssel, hielt den schweren Aktenkoffer fest und verließ die Lobby des Hilton Flughafenhotels, ohne sich noch einmal umzudrehen. Warum es unbedingt auf diese Art und Weise gehen musste, wusste er selbst nicht. Den Modus hatten sich einige Eierköpfe am Schreibtisch ausgedacht.

Die Beleuchtung auf dem Parkplatz war schlecht, sobald man den Lichtschein des Eingangs verlassen hatte. McCallum tastete sich an der Reihe der geparkten Fahrzeuge entlang. Es gab einige Mercedes-Limousinen. Nur an einer war das Parklicht eingeschaltet. McCallum schloss auf und stieg ein. Er lehnte sich in die noch neu riechenden Ledersitze zurück, schaltete das Parklicht aus und zündete sich eine Zigarette an. Langsam gewöhnte er sich an die veränderte Sitzposition und das Steuer an der rechten Seite. Wenn dieser Coup glatt verlief, und daran hegte er nach der langen Vorbereitungsphase eigentlich keinen Zweifel, dann gab es bald zwei gefährliche IRA-Führer weniger, die sich in Deutschland verschanzt hatten, sich sicher fühlten und darauf warteten, dass sie durch Mittelsmänner ausgerüstet wurden.

McCallum schaute sich um. Binnen weniger Minuten fuhren drei weitere Fahrzeuge vor. Ein Jaguar, der neben dem Eingang des Hotels parkte, und zwei Taxis, die Hotelgäste brachten. Er fragte sich, warum er nervös war. Es hatte viele Einsätze in seiner Laufbahn gegeben, die einen Mann hatten nervös machen können. Dieses jedoch war im Grunde nicht mehr als ein Kinderspiel. Claussen befand sich offiziell auf Urlaub. Niemand vermisste ihn. Und nachdem Claussen sich schon länger als achtundvierzig Stunden in Amsterdam aufhielt, wäre ihm ein Schatten mit Sicherheit aufgefallen. Ein Mann, der im Begriff stand, eine Million zu kassieren, war besonders wachsam.

McCallum schnippte die angerauchte Zigarette aus dem Fenster. Zischend verlosch die Glut in einer Pfütze. Dann startete er. Langsam drehte er die Schnauze des Daimler in Richtung Zubringer Amsterdam – Rotterdam – Den Haag. Er fädelte sich in den sanften Bogen ein, sah eine Maschine dicht über der Autobahn einschweben und dann einen grellen Blitz.

Sein erster und letzter Gedanke war der, dass etwas mit der Maschine nicht in Ordnung war. DAB der Blitz seine eigene Himmelfahrt einleitete, dass ihm der Wagen regelrecht unter dem Hintern in die Luft flog, nahm er schon gar nicht mehr wahr. Auch nicht den Massenunfall, den die Explosion des Mercedes nach sich zog.

Der Taxifahrer schüttelte den Kopf, als Claussen einsteigen und McCallum nach Amsterdam folgen wollte. »Wenn Sie es eilig haben, müssen Sie zu Fuß gehen«, sagte er. »Es hat einen Unfall gegeben. Die Autobahnauffahrt ist gesperrt, und es gibt keinen anderen Weg. Falls Sie im Hotel wohnen, geben Sie mir Ihre Zimmernummer. Ich lasse Sie rufen, wenn es weitergeht. Okay?«

Claussen fluchte. »Wie lange kann das dauern?«

Der Taxifahrer zuckte mit den Schultern. »Eine Stunde, aber wahrscheinlich länger.«

»417«, sagte Claussen. »Geben Sie mir Bescheid.«

Claussen betrat das Hotel wieder. Er ging an der Rezeption vorbei zu den Liften und fuhr nach oben. Er klopfte. Die Rothaarige öffnete. Eine knappe halbe Stunde war inzwischen vergangen. Claussen schaute sie etwas enttäuscht an. Zumindest hatte er damit gerechnet, dass sie sich schon entblättert hatte. Sollte er sich doch in ihr getäuscht haben?

»Das Bad läuft gerade ein. Ich habe mir etwas zu trinken genommen.«

»Alles, was du willst«, sagte Claussen. Er betrat das Zimmer, setzte sich auf das Bett und rief im American Hotel an. McCallum sollte sich keine Gedanken machen, wenn er auf ihn warten musste.

Janine blieb neben dem Fenster stehen. Von hier aus konnte sie zum Autobahnzubringer schauen. Ganz vorn in der Schlange brannten einige Wagen.

»Ein verdammter Unfall«, sagte Claussen.

Janine drehte sich um und schaute ihn lächelnd an. Dann schüttelte sie den Kopf.

»Ein Kommandounternehmen der IRA«, sagte sie.

Claussen zuckte zusammen. Sein Teiggesicht wurde noch unförmiger. Die Augen traten noch weiter aus dem Kopf, und seine Lippen waren ein einziger Strich. »Was?«, fragte er tonlos.

»Den verdammten Tommy hat es erwischt, Herr Claussen!«

Claussen wirbelte herum. In der Tür zum Bad stand ein schlanker Mann. Er hatte die gleichen roten Haare wie Janine, In der Rechten hielt er eine Mauser mit aufgesetztem Schalldämpfer. »Du hättest nicht gegen uns arbeiten sollen. Das hätte dir zwar keine Million eingebracht, aber die Garantie für ein längeres Leben. Wo ist das Geld?«

Claussen schüttelte den Kopf.

Janine lachte leise. »Du siehst nicht besonders intelligent aus«, sagte sie. »Aber so dumm kannst du nun auch wieder nicht sein. McCallum ist mit den Unterlagen, die du ihm ausgehändigt hast, in die Luft geflogen. Du sagst uns jetzt, wie viel das BKA oder ein anderer Verein von unseren Männern in Deutschland weiß und wo du den Koffer mit dem Geld deponiert hast, den McCallum dir gegeben hat. Wir werden es ganz sicher aus dir herausbekommen. Entweder bekommst du eine Kugel an eine Stelle, wo es sehr wehtut, oder du nimmst ein viel zu heißes Bad. Wir wollen wissen, woran wir sind, damit wir Gegenmaßnahmen treffen können. Zum anderen brauchen wir die Million sehr dringend, Max.«

»Das ist doch Wahnsinn«, keuchte Claussen. »Ich habe die Unterlagen bei mir. McCallum ist mit dem Geld nach Amsterdam gefahren. Das Geschäft sollte dort im American Hotel stattfinden. Das ist die verdammte Wahrheit. Mein Gott, euch kann nichts passieren, wenn die Unterlagen nicht an die falsche Adresse geraten. Das werden sie ja wohl nicht, wenn ihr sie in den Händen haltet. Das BKA tappt völlig im Dunkeln. Natürlich habe ich denen nichts gesagt, wo ich doch das Geschäft mit den Engländern machen wollte. Das ist alles ein großes Missverständnis.«

Claussen wollte schreien, als Janine ihn mit einem gezielten Handkantenschlag niederstreckte. Jeffrey Wells, der noch in der Badezimmertür stand, fluchte leise. »Was jetzt?«

Janine zuckte mit den Schultern. »Die Informationen hat er wahrscheinlich wirklich nicht durchgespielt«, sagte sie. »Wir geben ihm eine Spritze, dann wird er sich, falls er jetzt gelogen hat, selbst korrigieren. Anschließend wird er gebadet. Dann müssen wir uns mit unserem Mann in Deutschland in Verbindung setzen. Wir haben ihn mehr oder weniger in der Hand. Was uns fehlt, soll er auftreiben. Oder er soll seine Geschäftspartner übers Ohr hauen. Unsere Leute haben die Aktionen vorbereitet. Sie brauchen das Zeug, und sie werden es bekommen. So oder so.«

»Wie viel Zeit haben wir?«

»Mehr als zwei Wochen«, antwortete Janine.

Kapitel 1

Es war einer jener regnerischen Freitage, an denen man sein Bett besser nicht verlässt. Und wenn doch, dann sollte man nicht weiter als bis in die nächste Eckkneipe gehen, sich die Sorgen der anderen anhören und befriedigt feststellen, dass der Rest der Menschheit auch nicht besser dran ist als man selbst.

Aber dass es einer jener Freitage ist, merkt man immer erst dann, wenn man mitten im Schlamassel steckt.

Der Regen peitschte durch die ausgestorbene Innenstadt. Kein Hund war auf der Straße, der unter die durchdrehenden Reifen meines Porsche 911 kommen konnte, den ich durch die Fußgängerzone scheuchte. Kein Hund, aber zwei übel gelaunte, grimmig in die Welt schauende Schutzpolizisten an der Kreuzung Westenhellweg und Petergasse.

In einem Geschäftseingang hatten sie Schutz vor dem prasselnden Regen gefunden und vor sich hingedöst. Der nahende Porsche hatte sie aus ihrem Vorabendschlaf gerissen. Der Motor knallte etwas nach, und die Karosserie dröhnte, weil einige Blechteile nicht mehr vorschriftsmäßig mit dem Rest verschweißt waren. Die Uniformierten, die sich mir nun winkend in den Weg stellten, hatten den Geräuschen nach wahrscheinlich an eine tief fliegende MIG geglaubt. Jetzt sahen sie den Porsche, und der gefiel ihnen bedeutend besser. Mit MIGs konnten sie nichts anfangen, aber einen Veteranen auf vier Reifen konnten sie anhalten. Und dass ich an diesem Freitagabend in meinem schmuddeligen Bundeswehr-Parka nicht besonders Vertrauen einflößend aussah, ließ ihr Beamtenherz noch höher schlagen.

Ich wusste aus Erfahrung, wie das war: Man langweilte sich, verfluchte das Wetter, das verlorene Spiel der Dortmunder Borussia, und dann tauchte ein Porsche auf, der dem Baujahr nach schon längst hätte verschrottet sein müssen. Jemand, der dem landläufigen Bild eines Sportwagenfahrers so ganz und gar nicht entsprach. So was ließ einen die Langeweile vergessen, gab dem Körper den nötigen Adrenalinschub, und dann plötzlich erinnerte man sich wieder daran, dass man Polizist und damit privilegiert war – jedenfalls mehr als ein windiger Porschefahrer.

Der Sprung der Beamten aus dem Geschäftseingang mitten auf die Straße war selbstmörderisch. Ich trat auf die Bremse. Die breiten Reifen blockierten, ABS war nicht bei diesem Jahrgang. Das Heck brach aus. Mit der verkratzten Seite griff der Wagen den jüngeren der beiden Schutzpolizisten an. Denjenigen, der die schwächeren Nerven hatte und gar keinen Humor besaß.

Er sprang zurück, stolperte über den Bordstein und knallte auf das nasse Pflaster. Unter ihm spritzte das Regenwasser hoch auf. Die Schmutzflecken auf seinem bleichen, schmalen Gesicht sahen aus wie schwarze Blattern. Er stemmte sich in die Höhe, als ich den 911 endlich zum Stillstand gebracht hatte, und fingerte nach seiner Dienstwaffe. So schnell wie Wyatt Earp war er nicht.

Der zweite Polizist, er war um die dreißig herum, hatte sich die Hörner schon abgestoßen. Der war so leicht nicht mehr aus der Ruhe zu bringen. Er wartete geduldig darauf, dass ich ausstieg.

»Flossen auf das Dach!«, bellte der Junge mit heiserer Stimme. Ich schaute ihn an. Es verwunderte mich, dass er bei seinem überhöhten Blutdruck noch keine rot glühenden Augen hatte.

»Flossen auf das Dach! Pass auf, Erich! Die Sorte kenne ich!«

Woher er Leute wie mich kennen wollte, war mir ein Rätsel.

»Der Kleine ist nervös«, sagte ich zu Erich, dem älteren. »Pass lieber auf, dass er sich nicht selbst ins Knie schießt. Das tut verdammt weh!«

Der Junge wollte etwas sagen, aber die Empörung schnürte ihm die Luft ab.

»Mattek«, nannte ich meinen Namen. »Peter Mattek, Ruhr-Revier. Es soll ein Juwelierladen sein.«

»Pass auf, Erich«, ließ der Junge nicht locker. »Wenn der Typ 'n Bulle ist, dann hänge ich den Deckel an den Nagel!«

Ich grinste ihn an. Nicht besonders lustig. Aber das war die ganze Situation nicht, auch war das Wetter nicht danach, und drittens hatte auch Schalke 04 seine Erstklassigkeit verspielt. Freitagabend im Regen, in einer ausgestorbenen Innenstadt – das war wirklich nicht, um lustig zu sein.

»Ausweis«, verlangte Erich.

»Wenn der Bulle ist, dann nagel ich …«, sagte der Jüngere.

»Nagel dir den Deckel doch an den Holzkopf, Sohn!«, sagte ich wütend. Das hörte sich irrsinnig alt und erfahren an. So wie Kojak seinen Untertan Stavros anschnauzt, der sich darüber beschwert, das Crocker ihm in den Blumentopf gepinkelt hat. In Wirklichkeit jedoch war ich bestenfalls zehn Jahre älter als der Junge. Und mit zehn hatte ich nicht die Chance gehabt, seine Mutter näher kennenzulernen.

Ich fischte den Dienstausweis aus der Brusttasche. Das waren Sekunden, in denen ich um mein Leben bangte. Der junge Polizist hatte sich in New Yorker Manier über das Dach des Porsche gelehnt. Er hielt mir die Rechte mit der Dienstwaffe vor den Kopf, so nah, dass ich in den Lauf hätte hineinbeißen können, wenn ich gewollt hätte.

Irgendwie schien es mir, als überschätze er das Abzuggewicht seiner Waffe gewaltig. Sein Zeigefinger krümmte sich Besorgnis erregend.

»Was ist?«, fragte er hektisch, als Erich meinen Ausweis begutachtete, der ihm auf den ersten Blick bekannt vorkam, weil er genauso aussah wie sein eigener. »Verdammt, was ist, Erich?«

»Scheiße!«, fluchte Erich und rieb sich den Regen aus dem Gesicht. »Du und deine verdammte Menschenkenntnis hängen mir kilometerweit zum Hals raus. Der ist als Bulle genauso echt, wie deine Rolex falsch ist!«

Der Junge stöhnte vor Enttäuschung. Er hätte es verständlicherweise gern anders gehabt.

»Wo ist der Juwelierladen?«, fragte ich.

»Die Straße hoch, Mattek«, sagte Erich. »Kannst du nicht verfehlen. Ist abgesperrt. Paar Leute aus dem Ruhr-Revier sind auch schon da.«

Paar Leute aus dem Ruhr-Revier, das waren Hauptkommissar Alfred Meise, Leiter der Abteilung S II, Kriminalhauptwachtmeister Paul Koslowski und Polizeimeister Werner Okker.

Das war über Funk durchgegeben worden. Der Funkspruch war nicht an mich gerichtet gewesen, sondern an verschiedene Streifenwagen, die sich in der Nähe des Tatortes aufhielten. Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Petergasse. Die Zentrale hatte die Namen meiner Kollegen genannt und mitgeteilt, dass die Staatsanwaltschaft ebenfalls schon verständigt worden sei.

Ich war auf dem Weg nach Hause gewesen und hatte kehrtgemacht, weil – warum, wusste ich schon nicht mehr.

Vielleicht weil Freitag war, weil es regnete, weil meine Junggesellenbude einsam und kalt war, weil im Fernsehen doch nur Wiederholungen ausgestrahlt wurden und ich nicht einmal einen Hund besaß, der sich über mein nach Hause kommen so sehr freute, dass er mit dem Schwanz wedelte und mir die Hände leckte.

Ich stieg in den Porsche und fuhr die wenigen hundert Meter. Dann betrat ich den Juwelierladen und wünschte mir wenig später, ich hätte es nicht getan.

Das Mädchen lag hinter der ersten Glasvitrine auf der rechten Seite des Verkaufsraums. Ihre nylonbestrumpften langen Beine schauten dahinter hervor und ihre Füße lagen in einer Blutlache. Sie war blond, das war noch zu erkennen. Und sie hatte einen schönen Körper. Ob ihr Gesicht schön gewesen war, konnte man nur noch anhand einer Fotografie feststellen. Eine Kugel hatte sie ins Gesicht getroffen und alles zerstört.

Wie viele Tote man auch gesehen hat, man bekommt doch immer wieder diesen kalten Schauer, diesen bedrückenden Gedanken an die Vergänglichkeit des Lebens und diese unbändige Wut auf denjenigen, der getötet hat.

Werner Okker stand neben der Vitrine. Er schaute mich an. In seinen großen Augen spiegelte sich alles Unverständnis dieser Welt. Seine eckigen Schultern waren nach vorn gefallen. Dadurch wirkten die ohnehin langen Arme noch ein Stück länger. Das dunkle volle Haar, das er etwas zu lang trug, hing ihm wirr in der Stirn. Immer wieder ballte er seine feingliedrigen Pianistenhände zu Fäusten. Okker war Feuerwerker bei der Berufsfeuerwehr gewesen, bevor er Polizist geworden war. Er liebte alles, was knallte. Eine alte Fliegerbombe, so hatte es manchmal den Anschein, begeisterte ihn mehr, als alle Frauen dieser Welt. Deshalb nannten wir ihn auch »TNT«. Und Okker war einer der letzten Zeitgenossen, die noch immer an das Gute im Menschen glaubten. Sicher in Augenblicken wie diesen, wenn er mit dem sinnlosen Tod eines jungen Menschen konfrontiert wurde, zweifelte er zwar, aber das war nicht von Dauer. So war er, so würde er bleiben. Auch Okker konnte nicht über seinen eigenen Schatten springen.

»Meise und Koslowski sind hinter ihm her, Peter«, sagte Okker.

Ich hob die Brauen. »Hat der vielleicht auf die Ankunft der Bullen gewartet?«

Okker zuckte mit den eckigen Schultern. »Anscheinend hat jemand Lunte gerochen, als der Kerl den Laden durch den Hintereingang betrat, und die Polizei angerufen«, vermutete Okker. »Auf jeden Fall suchte er gerade das Weite, als wir hier ankamen. Meise und Koslowski sind ihm nach. Die schnappen ihn, da bin ich mir sicher.«

»Hast du ihn gesehen?«

»Ja. Ein Bürschchen.«

Ich warf noch einen Blick auf das tote Mädchen. Dann dachte ich an das schwere Kaliber, das das »Bürschchen« benutzte, und hoffte, dass Meise und Koslowski besonnen blieben. DAB sie keinen Heldenmut entwickelten, für den sie doch viel zu schlecht bezahlt wurden.

»Klausmann ist hinten im Büro«, sagte TNT Okker. »Er ist mit seinen Nerven am Ende.«

»Wer ist Klausmann?«

»Der Juwelier.«

»Und?«

»Ich habe ein erstes Gespräch mit ihm gehabt. Er hat mit dem Mädchen, sie ist seine feste Angestellte, eine Zwischeninventur gemacht. Vorn war alles dicht. Hinten angeblich auch, behauptet Klausmann. Kann aber nicht sein, denn der Kerl ist hinten reingekommen. Das heißt, es müssen zwei gewesen sein. Nachdem der eine hier abgeräumt hat, hat er alles nach hinten an den zweiten Mann weitergegeben, der mit der Beute schließlich verschwunden ist.

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