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Der Bergdoktor - Folge 1755

Inhalt

  1. Cover
  2. Impressum
  3. Dr. Burger und die Pflicht der Erbin
  4. Vorschau

Dr. Burger und die Pflicht der Erbin

Was Sanna für ihr Lebensglück durchlitt

Von Andreas Kufsteiner

Susanna Frey, genannt Sanna, bleibt auf der Anhöhe stehen, von wo aus sie die Talmulde überblicken kann, in welcher der Menzer-Hof liegt. Es ist wie eine Heimkehr! Hier hat sie ihre Kindheit verbracht, bis man sie auf die Klosterschule geschickt hat. Dass sie nur die uneheliche Tochter der Magd ist, hat man sie nie spüren lassen. Selbst die strenge Bäuerin war Sanna gegenüber stets von außergewöhnlicher Milde. Und Jakob Menzer, der Bauer, hat sie genauso liebevoll behandelt wie seinen Sohn …

Nun hat der Bauer Sanna in einem knappen Brief darum gebeten, auf den Hof heimzukehren. Seine Zeit auf Erden ist abgelaufen, doch es gibt etwas, was er regeln muss, bevor der Herrgott ihn abberuft …

Im Doktorhaus herrschte helle Aufregung.

»Filli, Filli, wo steckst du? Das ist kein Spaß mehr!«, schallte es durch die Räume, doch Philipp, der fünfjährige Sohn der Burgers, ließ sich nicht blicken.

Dr. Pankraz Burger, der rüstige Großvater, machte ein besorgtes Gesicht. Er hatte wie so oft mit den Kindern – die zweijährige Laura im Buggy – einen Ausflug unternommen, der in ungetrübter Freude verlaufen war.

»Filli war die ganze Zeit bei uns. Er hat mit Tessa Fangen und Verstecken gespielt. Ich hab keines der Kinder aus den Augen gelassen, net wahr, Tessa?«, wandte er sich an das Älteste der Kinder.

Tessa nickte eifrig. »Wie ein Wachhund hat der Opa aufgepasst!«

Die Achtjährige war ein entzückendes kleines Mädchen mit Brombeeraugen und üppigen dunklen Locken, auf die sie nicht wenig stolz war. Einst ein Findelkind, das die Burgers aufgenommen und später adoptiert hatten, gehörte sie nun ganz zu der Familie. Was sich vorher ereignet hatte, war längst aus ihrem Gedächtnis verschwunden.

»So tät ich das net sagen, aber …«

»Hast du mit Sicherheit gesehen, wie der Filli ins Haus gegangen ist?«, fiel Sabine Burger ihrem Schwiegervater erregt ins Wort.

Die sonst immer so ausgeglichene junge Frau war nicht mehr wiederzuerkennen. Angst stand in ihren schönen braunen Augen, und sie bebte am ganzen Körper. Die lebensfrohe Wienerin, die ihr Herz an Martin Burger, den Bergdoktor, verloren und es nie bereut hatte, war völlig außer sich, seitdem Filli anscheinend unauffindbar war.

»Er ist durch den Krähenwald gerannt, die Tessa hinterher, und da hab ich natürlich angenommen, dass er von dort aus in die Kirchgasse gelaufen ist. Einen anderen Weg nach Hause kennt er nicht. Ich hab die ganze Zeit gedacht, er wäre auf seinem Zimmer, um sich auszuruhen, denn er ist mit der Tessa ziemlich wild herumgetollt.«

»Das haben wir alle gedacht«, erwiderte Sabine und fasste Tessa prüfend ins Auge.

»Und du? Seid ihr zusammen in der Kirchgasse angekommen? Du bist doch hinter ihm hergerannt.«

Tessa senkte den Kopf, dass ihr die dunklen Locken ins Gesicht fielen.

»Der Filli ist zwar kleiner als ich, doch er kann rennen wie ein Wiesel. Im Krähenwald hab ich ihn plötzlich nimmer gesehen. Aber ich hab gedacht, er hätte sich so beeilt, um vor mir zu Hause zu sein und von dem Nachtisch zu naschen. Den haben wir nämlich in der Küche entdeckt, bevor wir mit dem Opa weggegangen sind«, gestand sie ein.

Der Nachtisch allerdings stand immer noch unberührt da.

Bevor Sabine zu einer Antwort ansetzen konnte, tauchte die Bachhuber-Zenzi auf, die gute Seele des Hauses. Schon seit vierzig Jahren lebte sie als Wirtschafterin im Doktorhaus, wo sie nach dem frühen Tod von Martins Mutter eingezogen war und sich aufopfernd um Vater und Sohn gekümmert hatte. Sie gehörte zur Familie, daran bestand kein Zweifel, und ihr Wort hatte Gewicht.

Ihr grauer Haarknoten, der sonst immer wie festgeleimt am Hinterkopf saß, war in Auflösung begriffen, außerdem hingen Spinnweben daran.

»Ich hab noch einmal das ganze Haus durchsucht, auch sämtliche Wandschränke, denn darin verstecken sich Kinder nun einmal gern. Auf dem Speicher war ich auch und hab in dem alten Geraffel gewühlt, man weiß ja nie, auf welche Gedanken so ein Lausbub kommt«, fügte sie missbilligend hinzu.

Das war nicht zu überhören gewesen, denn Zenzi hatte dabei lautstark geschimpft und grimmig mit Erziehungsmaßnahmen gedroht, die eher aus dem neunzehnten Jahrhundert stammten. Aber das nahm niemand ernst, denn jeder wusste, dass die Zenzi »ihre« Kinder von ganzem Herzen liebte.

»Im Gartenhäusel ist er auch net«, sagte Sabine niedergeschlagen.

»In meinem Kabinettl ebenfalls net. Aber vielleicht im Anbau?«, schlug Pankraz Burger vor, der Sabines Angst allmählich zu teilen begann.

Der Senior bewohnte das Kabinettl neben dem Wohnzimmer, wo er in aller Ruhe an seiner Dorfchronik schreiben konnte.

Das ursprüngliche Doktorhaus war inzwischen von seinem Sohn um einen Anbau erweitert worden, in dem sich ein kleiner Operationssaal sowie Labor und Röntgenraum befanden. Außerdem zwei Krankenzimmer, sodass diese erweiterte Praxis von den Dörflern »Miniklinik« genannt wurde.

»Aber es ist den Kindern doch streng verboten …«, wandte Sabine ein.

Zenzi schnaubte.

Doch auch die gründliche Durchsuchung sämtlicher Räume der »Miniklinik« führte zu nichts – Filli war und blieb verschwunden.

»Das bedeutet, dass Filli wahrscheinlich gar net zu Hause angekommen ist. Und jetzt ist so viel Zeit vergangen, weil alle dachten, er wäre in seinem Zimmer. Er kann weiß Gott wo sein«, rief Sabine entsetzt aus.

Fillis Verschwinden war erst entdeckt worden, als Laura zu Bett gebracht worden war und man den Buben vergeblich zum Abendessen heruntergerufen hatte. Dann hatte man sein Zimmer leer vorgefunden und schließlich beunruhigt angefangen, nach ihm zu suchen.

»Vielleicht ist er in der Roswitha-Apotheke gegenüber und lässt sich mit Gutseln verwöhnen. Oder er hat bei der Jeggl-Alma vorbeigeschaut«, schlug Zenzi vor.

So wurde die Suche auf die Kirchgasse, in der das Doktorhaus stand, ausgedehnt, aber weder der Apotheker noch Alma, die Besitzerin des Gemischtwarenladens und Zenzis engste Freundin, konnten Auskunft über Fillis Verbleib geben. Alle waren jedoch der Auffassung, dass der Bub irgendwo herumtrödelte.

»Wie Jungs halt so sind«, hieß es.

»Aber so ist der Filli net«, murmelte Sabine unhörbar, und ihre Furcht steigerte sich immer weiter.

»Der Poldi ist halt auch net dabei gewesen. Der tät uns zu ihm führen. Wo ist der Martin überhaupt?«, fragte Pankraz Burger.

»Der ist zum Menzer-Hof gerufen worden. Das wird eine Weile dauern, denn dem Bauern geht es sehr schlecht. Poldi hat er mitgenommen, denn er kann immer noch net recht laufen«, erwiderte Sabine unglücklich.

Poldi, der Rauhaardackel, folgte den Kindern gern auf ihren Spaziergängen, doch er hatte sich am Hinterlauf verletzt, sodass er lieber den Bergdoktor bei den Patientenbesuchen begleitete. Geduldig blieb er im Auto sitzen, was, wie er ganz genau wusste, auch öfters mit einem Leckerchen belohnt wurde.

»Und wenn Filli auf den Wanderparkplatz im Krähenwald gelaufen ist? Vielleicht hat ihn jemand mit dem Auto mitgenommen? Wir müssen die Polizei rufen, ehe es zu spät ist«, rief Sabine völlig aufgelöst.

»Wir warten ab, bis der Martin zurückkommt«, entschied Pankraz.

Sabine schüttelte heftig den Kopf. Es war ihr, als ob ihre sonst so festgefügte Welt auseinanderbrechen würde.

»Wir suchen erst noch im Krähenwald weiter nach Filli. Dort hat Tessa ihn zum letzten Mal gesehen. Vielleicht ist er über eine Wurzel gestolpert.«

Das sah Sabine ein, auch wenn ihr die Vorstellung, dass Filli irgendwo verletzt und hilflos lag, neuen Schrecken einflößte. Das Laura-Mauserl wurde der Obhut Zenzis übergeben, die den Bergdoktor von der Suche nach Filli unterrichten sollte.

***

Dr. Martin Burger hielt sich derweil nichts ahnend auf dem Menzer-Hof auf. Es war nicht das erste Mal, dass er in höchster Not zu Jakob Menzer gerufen worden war, denn der Zustand des Altbauern hatte sich in der letzten Zeit dramatisch verschlechtert.

Obwohl Jakob noch keine sechzig war, wirkte er beträchtlich älter. Seine Züge verrieten zwar immer noch, dass er früher ein sehr gut aussehender Mann gewesen war, doch jetzt waren seine Wangen hohl und eingefallen, und die Augen lagen tief in ihren Höhlen.

Dr. Burger hatte ihm eine Spritze gegeben, die bereits Wirkung zeigte. Jakobs Atem war ruhiger geworden, der Schmerz im Brustkorb hatte nachgelassen, und der Kranke war sogar wieder imstande zu sprechen.

»Das Herz macht nimmer mit«, klagte der Bauer, seine Stimme klang immer noch heiser und angestrengt.

»Du nimmst deine Tabletten auch nicht regelmäßig, und wahrscheinlich hast du dich auch wieder übernommen, obwohl ich dir dringend Ruhe angeraten habe«, sagte Dr. Burger nicht ohne Vorwurf in der Stimme.

»Die Medizin macht mich so müde, dass ich net mehr richtig schaffen kann. Was bin ich denn noch wert, wenn ich als Hofbauer faul in der Ecke liege?«, begehrte Jakob auf, und sein Gesicht rötete sich bedenklich.

»Ganz ruhig, Jakob. Du hast genug geschafft in deinem ganzen Leben, und es ist an der Zeit, dass dein Sohn die Verantwortung für den Hof übernimmt. Sei froh, dass der Florian so gut geraten ist«, fügte der Bergdoktor hinzu.

Jakob gab etwas Unbestimmtes von sich, dann flog sein Blick zu der Bettseite, die seit dem Tod seiner Frau verwaist war. Dennoch war alles mit spitzengesäumten Paradekissen so hergerichtet, als ob Priska Menzer jeden Augenblick wieder ihren Platz neben ihm einnehmen würde.

Das rührte Dr. Burger an. Denn obwohl die Dahingeschiedene sich nicht gerade durch Sanftmut ausgezeichnet hatte, trauerte Jakob immer noch um sie.

»Ich habe gehört, dass eure Wirtschafterin bald bei euch aufhört, weil sie heiratet. Hast du schon eine Nachfolgerin gefunden? Außerdem brauchst du jemanden, der dich versorgt …«

»Ist schon recht, Sie brauchen mir net zu sagen, dass ich gepflegt werden muss. Demnächst kommt die Sanna zurück, das Madel von der Thekla. Sie war ja bei den Ursulinerinnen auf der Hauswirtschaftsschule, und anschließend hat sie eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht. Vorläufig bleibt sie hier auf dem Hof, bis alles überstanden ist.«

Jakob ließ sich nicht weiter darüber aus, was er damit meinte, dass »alles überstanden« wäre, und der Bergdoktor fragte wohlweislich auch nicht nach.

»Dann ist sie ja die Richtige für euch, vor allem, wenn sie so tüchtig ist, wie es ihre Mutter war«, sagte Dr. Burger.

»Die Thekla – ewig schad drum«, murmelte der Altbauer, und ein dunkler Schatten glitt über sein bleiches Gesicht.

Thekla Frey war jahrelang Wirtschafterin auf dem Menzer-Hof gewesen, bis sie im letzten Jahr ein heimtückisches Leiden hinweggerafft hatte. Danach hatte es immer nur untaugliche Aushilfen gegeben, die den Hof schnell wieder verlassen hatten, weil er zu abgelegen war. Die Letzte hatte es länger ausgehalten, aber nun zog sie nach Schwaz, wo ihr zukünftiger Mann ein kleines Schreibwarengeschäft besaß.

Dr. Burger wartete noch eine Weile ab, bis er sicher sein konnte, dass keine Gefahr mehr für Jakob bestand. Dann nahm er seinen schwarzen Arztkoffer auf, aber ehe er sich endgültig zum Gehen wandte, richtete er noch ein paar mahnende Worte an den Altbauern.

»Also, keine Anstrengungen und denk an deine Tabletten!«

Jakob Menzer grummelte etwas Unverständliches vor sich hin, und Dr. Burger unterdrückte ein Seufzen.

Es war halt nicht einfach mit den alten Krauterern!

Als er das Haus verließ, kam ihm Florian Menzer mit besorgter Miene entgegen. Dr. Burger kam unwillkürlich in den Sinn, dass der junge Mann das Abbild seines Vaters in Jugendzeiten war. Hochgewachsen wie er, mit markanten, gut geschnittenen Zügen und freundlichen braunen Augen.

»Wie geht es dem Vater?«, fragte Florian.

»Ich hab ihm eine Spritze gegeben«, gab der Bergdoktor ausweichend zur Antwort. »Man muss halt darauf achten, dass er regelmäßig seine Medizin nimmt.«

Florians Gesichtsausdruck verdüsterte sich.

»Ich pass schon auf, aber ich hab oft das Gefühl, dass er sie heimlich …« Er stockte.

»Ich weiß schon, was du meinst. Aber demnächst soll ja die Sanna wieder auf den Hof kommen, die lässt ihm das sicher nicht durchgehen«, fiel ihm Dr. Burger ins Wort.

Florians Gesicht hellte sich unversehens wieder auf.

»Die Sanna war ja als Kind schon recht resolut«, erwiderte er und lächelte. »Als ich sie einmal am Zopf gezogen hab, ist sie herumgefahren und hat mir eine ordentliche Watschen gegeben.«

Der junge Hofbauer lud den Bergdoktor noch zu einem Obstler ein, doch der lehnte freundlich, aber bestimmt ab.

»Ich muss mich wieder einmal zu Hause blicken lassen, damit die Kinder nicht vergessen, wie ich ausschau.«

Poldi begrüßte ihn freudig, als er die Fahrertür seines Wagens öffnete. Der Dackel hatte geduldig auf dem Nebensitz ausgeharrt und wurde nun von seinem Herrchen gebührend gelobt und gestreichelt.

Doch als Dr. Burger am Doktorhaus ankam und sich einen harmonischen Abend im Kreis seiner Familie erhoffte, lief ihm Zenzi völlig aufgelöst entgegen.

»Du, Martin, es ist fei ein Unglück …«

Dr. Burger verspürte ein jähes Schwächegefühl, was sehr ungewöhnlich für ihn war.

»Die Sabine? Eines der Kinder oder gar der Vater?«, rief er aus, bevor Zenzi den Satz beenden konnte.

»Filli ist verschwunden!« Ihre Stimme klang wie ein heiseres Krächzen.

»Was heißt verschwunden? Er war doch mit dem Opa unterwegs. Wo sind eigentlich die anderen alle?«

Zenzi schilderte ihm kurz den Sachverhalt, und Dr. Burger schüttelte mehrmals ungläubig den Kopf.

»Jetzt sind sie im Krähenwald, denn dort hat Tessa den Buben zuletzt gesehen«, schloss Zenzi mit einem Aufschluchzen.

»Dann fahr ich auch dorthin. Du bleibst natürlich hier, damit die Laura nicht allein im Haus ist«, sagte er energisch.

Kurz darauf hielt er am Waldrand an und nahm Poldi auf den Arm, was den Dackel sehr in seiner Ehre verletzte. Martin musste gar nicht weit gehen, als er schon die sonore Stimme seines Vaters hörte, der lautstark nach dem kleinen Filli rief.

Pankraz Burger war sichtlich erleichtert, als er seinen Sohn erblickte.

»Gut, dass du da bist! Sabine ist ganz außer sich und Tessa auch. Wir haben schon alles nach Filli abgesucht.«

Der Senior verstummte, er machte einen sehr erschöpften Eindruck.

»Geh zum Wagen und ruh dich aus, Vater.«

»Vielleicht kann der Poldi helfen, auch wenn er grad net gut zu Fuß ist«, sagte Pankraz niedergeschlagen und trat den Rückweg an.

Sabine, die nicht weit von ihnen das Unterholz durchsucht hatte, kam mit Tessa herbeigeeilt. Martin nahm sie kurz in die Arme und tröstete die weinende Tessa.

»Gibt es nicht eine Abzweigung, kurz bevor der Wald in die Kirchgasse übergeht? Vielleicht ist Filli dorthin gelaufen? Habt ihr in dieser Richtung schon gesucht?«, fragte Dr. Burger mühsam beherrscht.

Mutter und Tochter schüttelten den Kopf, und dann machten alle kehrt und fanden schließlich den halb zugewachsenen Weg, der eigentlich mehr ein Trampelpfad war. Er führte aus dem Wald heraus zu einer ausgedehnten Streuobstwiese, die dann in Ackerland überging.

Martin setzte vorsichtig den Hund auf den Boden, der aufgeregt zu schnüffeln begann und Laut gab.

»Ich glaube, Poldi hat eine Spur aufgenommen.«

»Wer weiß, wohin Filli von hier aus noch gelaufen ist. Das ist ja ein riesiges Gelände«, klagte Sabine.

»Jetzt warten wir erst einmal ab«, murmelte Martin beschwichtigend, obwohl es auch ihm schwerfiel, Ruhe zu bewahren.

Poldi bewegte sich vorwärts, was mit einem eingezogenen Hinterlauf nur langsam vonstatten ging und die Geduld der Burgers auf eine harte Probe stellte. Manchmal blieb er stehen, erkundete das niedergetretene Gras und stieß ein abgehacktes Bellen aus.

Nach einer Weile hielten sie entmutigt inne und ließen ihre Blicke über das wallende Grün schweifen, das sich bis ins Unendliche zu erstrecken schien. Keiner von ihnen sagte ein Wort, selbst Tessa schwieg.

Aber sie war es, die plötzlich in die Ferne deutete und ausrief: »Dort hinten! Ist das net ein kleines Häuschen?«

»Das net gerade. Eher ein alter Heustadel.«

Dr. Burger nahm den widerstrebenden Poldi auf den Arm und ging quer durch die Wiese voran. Vor ihnen tauchte tatsächlich ein aufgelassener alter Stadel auf, dessen eine Seite niederzusinken drohte.

Poldi, der wieder abgesetzt worden war, bellte heftig.

»Filli!«

Der Junge, der es sich in einer Ecke des Stadels gemütlich gemacht hatte, blinzelte ihnen schlaftrunken entgegen.

»Jetzt habt ihr mich ja doch gefunden«, murmelte er benommen.

»Ein Glück, Bub, was hast du dir nur dabei gedacht!«, sagte sein Vater ungehalten, aber man merkte ihm an, wie erleichtert er war.

Sabine kniete sich nieder und nahm Filli in den Arm. Dabei liefen ihr die Tränen herunter, was den Fünfjährigen auch zum Weinen brachte.

»Es tut mir leid. Aber das war so ein guter Platz.

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