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Demokratie-Troll

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Demokratie-Troll

Zensur im Internet


Gewidmet meiner Mutter, die genau dann tapfer wurde, wenn der Tod vor der Tür stand. Genauer gesagt, in Krankheit und Krieg - immer nur dann.


BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

Demokratie-Troll

 

Zensur im Internet

(2014)

(4. Überarbeitung 2016)

Cover: "Zensur ist Unfreiheit", Logo des Demokratie-Trolls in den Medien.

Sich mit Intelligenz bewaffnen

 Ca. 1359 Seiten (BookRix-Format)

 Inhalt:

Vorwort

Zensur in Wikipedia

Myspace Blogg

Zensur im Kommentarbereich

4 Anhänge Demokratie-Troll Kommentare und Nachwort

Bildlizenzen:

Cover: Demokratie-Troll, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Johannes Baargeld, 1920, Tusche, Feder, Montage, Das menschliche Auge und ein Fisch, letzterer versteinert; New York (Gemeinfrei, denn der Künstler ist über 70 Jahre tot, † 18. August 1927)

Michelangelo (1475–1564), Ausschnitt, Das Jüngste Gericht. Dieses Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Dies gilt für die Europäische Union und alle weiteren Staaten mit einer gesetzlichen Schutzfrist von 100 oder weniger Jahren nach dem Tod des Urhebers.

Mehr Demokratie in Wikipedia, gemeinfrei (aus Wikipedia). Diese Datei erreicht nicht die für einen urheberrechtlichen Schutz nötige Schöpfungshöhe.

Francisco Goya (1746–1828), Tribunal. Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Titanus.giganteus CC BY-SA 3.0 (Hauke Koch) (Karmesinkoenig), aus Wikimedia Commons). Es ist erlaubt, die Datei unter den Bedingungen der GNU-Lizenz für freie Dokumentation, Version 1.2 oder einer späteren Version, veröffentlicht von der Free Software Foundation, zu kopieren, zu verbreiten und/oder zu modifizieren; es gibt keine unveränderlichen Abschnitte, keinen vorderen und keinen hinteren Umschlagtext.

Das Wort hat der Angeklagte, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Narrenschiff, Hans Bug, Grafik, 2005, (GNU-FDL/ GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Französischer Tapisseur (16. Jahrhundert). Das in diesem Bild gezeigte Kunstwerk und seine Reproduktion sind weltweit gemeinfrei. Die Wiedergabe ist Teil einer Sammlung von Reproduktionen von The Yorck Project. Das Copyright für die Zusammenstellung liegt bei Zenodot Verlagsgesellschaft mbH und steht unter der GNU Free Documentation License

Mao Zedong portrait CC BY 2.0 Zhang Zhenshi (1914–1992) Wikimedia Commons. Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 2.0 generisch“ lizenziert.

Capricho Nr. 20: Ya van desplumados von Goya, Serie Los Caprichos, 1799. Dieses Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Ausschnitt Demokratie-Troll, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Der Idiot lässt sich abkassieren, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Sei nutzlos, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Monument für alle Arbeitslosen, Eigenproduktion, alle Rechte liegen beim Autor

Michel Sittow: Maria mit dem Kind, 1515/18, Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

Pieter Bruegel der Ältere (1526/1530–1569): Triumph des Todes. Dieses Werk ist gemeinfrei, weil seine urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.

 

 

 

"Das menschliche Auge und ein Fisch, letzterer versteinert" des Dada-Künstlers Johannes Baargeld, 1920

Vorwort

Etwa im Jahre 2004 begann ich für die deutsche Wikipedia Artikel zu schreiben. Die folgenden Jahre waren geprägt von der Begeisterung für das neue Medium Internet. Gleichzeitig deuteten sich schon unschöne Erscheinungsformen der Schnüffelei und Zensur  an.

In Wikipedia machten sich Herrschaftstendenzen breit, die in einen Kampf  zwischen der Aufsicht führenden Administration und den Benutzern, die Artikelinhalte verbreiteten, mündete.

Eine der Fraktionen bei diesen Auseinandersetzungen machte sich unter  dem Etikett  'Demokraten' bemerkbar.

Der Name 'Demokratie-Trolle' für die Demokratie-Gruppe war ein von der Administration erfundene Bezeichnung, die Benutzer charakterisieren sollte, welche sich für eine größere öffentliche Kontrolle der  administrativen Funktionen in Wikipedia einsetzen. Die so Diskreditierten engagierten sich für eine turnusmäßige Wiederwahl der Administratoren und eine Beschränkung der Macht bei der temporären Sperrung von Accounts für unbotmäßiges Verhalten, bei der Löschung und Manipulation von Beiträgen auf den Diskussionsseiten - also außerhalb der enzyklopädischen Wikipedia-Inhalte - und der Profilseite der namentlich  eingetragenen Benutzer, in welcher sie sich persönlich vorstellten. Bei der Verbreitung von enzyklopädischen Inhalten  blieb diese Gruppe hingegen konform und führte keine Auseinandersetzung, sondern schrieb anerkannte Artikel.

Das Faszinierende an diesem Machtkampf war, dass von den Protagonisten dieser Forderungen kein einziger übrig blieb. Alle Mitglieder wurden in einem Radikalschnitt sämtlich ausgelöscht in Wikipedia. Dies geschah entweder klammheimlich ohne öffentliche Auseinandersetzung durch einsame Sperr-Entscheidung eines Administrators oder auf propagandistische Art in einem  öffentlichen Tribunal, das zur Abschreckung mit dem lebenslänglichen Ausschluss durch Mitgliederentscheid endete.

Eine weitere Betätigung hatte ich etwa ab 2007 in Myspace, das im Wesentlichen heute Musikinhalte verbreitet, damals aber auch ein freies Forum und Blogg-Funktionen führte. Es waren glückliche, ungestörte Jahre dort, frei von administrativer Einflussnahme auf  künstlerische und politische  Inhalte. Die Administration  konzentrierte sich auf die Überprüfung von Urheberrechten und die Entfernung von Nackt- und Ekelbildern. Ich bin in Myspace jahrelang nicht ein einziges Mal (sic!) von Zensur behelligt worden. Diese ruhmvolle Vergangenheit schloss mit der völligen Zerschlagung der Forums- und Blogg-Funktionen und der Einschränkung der relativ freien Gestaltungsmöglichkeiten des Profils durch die Benutzung von Hypertext. Heute führt Myspace nur noch ein Schattendasein.

Die nachfolgenden Jahre ab Ende 2012 beschränkte ich mich mehr und mehr auf die Nutzung der Kommentarseiten in den Online-Ausgaben der großen Tages- und Wochenzeitungen. Dort griff ich den Namen 'Demokratie-Troll' auf und durfte zu  meiner Verwunderung bemerken, dass nirgends soviel zensiert wird, wie auf diesen Medienseiten, obwohl doch gerade Zeitungsverlage und Redaktionen das Ideal der Meinungsfreiheit als Fundament ihres Geschäftsprinzips anerkennen sollten.

Während im Künstlermedium Myspace ich meine Beiträge völlig zensurfrei veröffentlichen konnte, wurden in den Onlineausgaben der Zeitungen teilweise von 50 bis zu 80 Prozent meiner Meinungsäußerungen wegzensiert. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Derart massive Eingriffe können nicht mehr mit dem Schutz vor Beleidigungen und vor persönlichen Angriffen gegen die Foristen oder mit der Vermeidung der Verbreitung von Verschwörungstheorien erklärt werden. Die Netiquette dient vielmehr als Feigenblatt, um mittels manipulatorischer Eingriffe in das Meinungsspektrum ein vom Verlag erwünschtes, selektives Meinungsbild vorzutäuschen. Die Verlage wollen sich ihre Webseiten schön zensieren. Die Meinungen ihrer Leser interessieren sie nicht, sie sind ihnen völlig unwichtig.

Das Fazit ist nicht neu: Das Wesen der Zensur ist Intransparenz herzustellen, Texte sollen dem Leser entzogen werden, um sie damit unüberprüfbar zu machen und eine eigene Meinungsbildung zu verunmöglichen. Es wird das Gegenteil von Aufklärung praktiziert.

Die gelenkte Öffentlichkeit  ist nicht frei, sie ist ein Täuschungsprodukt, und die Rolle des Zensors ist ein Missbrauch der Macht, um die politischen  Interessen und die Geschäftsinteressen der Eigentümer der Internetseiten über den redaktionellen Teil hinaus auf illegitime Weise in den Forumsbereich auszudehnen.

                                                                

Zensur in Wikipedia

Othello mit den Eselsohren wird von der Schlange gebissen

(Michelangelo, Minos im Jüngsten Gericht)

 

 

 

Herkunft des Begriffs Demokratie-Troll

 

In Wikipedia gibt es eine Anmerkung zum Begriff durch einen Benutzer Rewireable, dieser bezeichnet einen Demokratie-Troll als "Diskussionsteilnehmer in einem Wiki, der durch unangemessene Forderung nach Demokratie die eigentliche Diskussion blockiert".

In pluspedia.org wird die Herkunft des Begriffs als "ein klassisches Schimpfwort in der deutschen Wikipedia" mit Hinweis auf eine Gruppe von Wikipedia-Autoren  erörtert, die dafür eintrat, dass "nie ernsthaft gewählte Admins aus der Gründerzeit von wikipedia.de (Anfang 2001) ...sich nach einer gewissen Zeit einer Wiederwahl stellen sollten".

Daneben  gibt es in Wikipedia (2008) einen gesperrten Account dieses Namens, der verdächtigt wurde, als Zweitaccount  eigene Wikipediainhalte editorisch unter dem Zweitnamen zu unterstützen.

Dass sich noch weitere Spuren der Demokratie-Trolle in Wikipedia auffinden lassen, verdankt sich nicht zuletzt der Unterstützung durch zwei Administratoren aus damaliger Zeit, einer Kommunikationswissenschaftlerin mit dem Benutzernamen Elian, die die satirischen Wikipedia-Zeitschriften der 'Narrenschiffe' auf ihrer Benutzerseite archivierte (https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Elian/HB) und einer Administratorin Henriette, die Sperrungen der Demokraten aufhob, wo es noch möglich war und so ihr Wikipedia-Leben verlängerte.

In meta.wikimedia wurden von Elian das "Interview mit einem Phantom" (https://meta.wikimedia.org/wiki/Interview_mit_Quellnymphe) und die "Alternativen Benutzerhinweise" (https://meta.wikimedia.org/wiki/Alternative_Benutzerhinweise) veröffentlicht.

Lln

 

Zwei Texte aus dem Profilbereich von Benutzer:Lln

 

 

Herricks schöne neue Wikipediawelt

    Die Wikipedia Hierarchie (Wirklichkeit und Wunsch)

-    Gottkönig

        Jimbo - unser aller Gott und König

-   Aristokratie

        Stewards* u. Developer - Jimbos Aufpasser in der Welt von Wikipedia

        Bürokraten - die territorialen Chefs mit der Verfügungsmacht

        Administratoren - autoritäre Dirigenten des Fußvolks

 -   Fußvolk und Schreiberlinge

        Ober-Editoren - fleißige Schreiberlinge, die nach 200 Edits das Stadium der Mündigkeit und Stimmberechtigung erreicht haben

        Unter-Editoren - unmündige Wikipedia-Kinder ohne Stimmrecht (Maul halten und weiterschreiben!)

-    Parias und Nichtmenschen

        Nummern ohne Account - Nummern die nicht zählen (immer verdächtig / unter Sonderbeobachtung)

-        Trolle - abschießen!

(*Redaktionelle Anmerkung: In der Auflistung wurde der eigentliche von Jimbo damals eingesetzte Statthalter, der Steward, nicht aufgeführt, was wohl auf ein redaktionelles Versehen zurückzuführen ist.)

Feudales Administratoren-Erbrecht

Das Hauptproblem der Vergabe von Admin-Rechten auf Ewigkeit ist, dass sie letztlich wie feudale Erbhöfe funktionieren. Da sie nicht personengebunden sind und kein Mensch weiß, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, können die Rechte unkontrolliert weitergegeben werden, an die Freundin, den Enkelsohn, den Stammtischnachbarn oder wer sonst so interessiert ist, dem ehrlichen Artikelschreiber ins Handwerk zu pfuschen. Es gibt praktisch keine Kontrolle.

Wikipedia ist keine Demokratie

Screenshot aus dem Video: KenFM  Die dunkle Seite der Wikipedia (Lln ab ca. 20.10 Min.)

 

 https://www.youtube.com/watch?v=wHfiCX_YdgA

 

https://de.wikipedia.org/w/wiki.phtml?title=Benutzer_Diskussion:Quellnympheoldid=2889453

 

 

 

Quellnymphe, Rrr und die Admins