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Demenz – Ein neuer Weg der Aktivierung

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Einleitung

Seit über 30 Jahren wächst in deutschsprachigen Ländern die Nachfrage nach Tierbesuchsdiensten und tiergestützten Therapie- und Förderangeboten in Einrichtungen zur Betreuung von Demenz-Betroffenen stetig an. Eine fachliche Professionalisierung in den Angeboten zur Begegnung zwischen Tieren und Demenz-Betroffenen ist dringend empfehlenswert, sollen die positiven Effekte für Mensch und Tier gewährleistet werden können.

Was bedeutet Tiergestützte Intervention und welche Wirkung können Begegnungen mit Tieren für den Demenz-Betroffenen erzielen? Wie profitieren Einrichtungen und ihre Mitarbeiter von einem tiergestützten Angebot und wie können sie professionelle und fachlich gute Anbieter* erkennen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet das Autorenteam in diesem Buch in kurzweiliger und praxisbezogener Weise.

Nach aktuellen Schätzungen leben heute in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz insgesamt 1,6 Millionen Demenz-Betroffene mit einer mittleren bis schweren Demenz. Aufgrund der wachsenden Zahl von betroffenen Menschen ist die Demenz-Erkrankung eine große soziale Herausforderung für die Gesellschaft, vor allem jedoch für die Betroffenen, ihre Angehörigen und deren professionellen Begleiter. Mit welchem Selbstverständnis begegnen wir Demenz-Betroffenen heute?

Die Selbstbestimmung ist wesentlicher Bestandteil des Selbstverständnisses des Menschen und ein zentraler Bezugspunkt der ethischen Grundlage der sozialpädagogischen, therapeutischen und pflegerischen Begleitung von Hilfsbedürftigen. Würden wir den Menschen allein auf seine geistigen Talente reduzieren, wären die Folgen einer Demenz gleichzusetzen mit der Zerstörung eines Menschen. Nehmen wir jedoch den Menschen darüber hinaus als empfindendes, emotionales und soziales Wesen wahr, erkennen wir darin die ethische Grundlage einer ressourcenorientierten Begleitung von Demenz-Betroffenen. Diese Blickrichtung unterstreicht auch die Empfehlung des Deutschen Ethikrates, der 2012 deutlich forderte, die Würde und die Selbstbestimmung von Demenz-Betroffenen zu achten und zu bewahren. Es gilt die Möglichkeiten zur Wahrnehmung, Achtung und Förderung der Selbstbestimmung bei Menschen mit Demenz zu entdecken und zu fördern. Die Tiergestützte Intervention unterstützt dies in besonderer Weise: Aufgrund der Einbeziehung der Themen Tier und Natur und mittels einer professionellen und methodischen Arbeit, die über den tiergestützten Einsatz hinaus die Ressourcen stärkend in den Alltag wirken kann.

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Die Autoren dieses Buches sind Fachleute aus den Bereichen Pflegewissenschaft, Sozialpädagogik, Physiotherapie, Biologie, Ethologie und Humanmedizin, die alle langjährige Praxiserfahrung in der tiergestützten Begleitung von Demenz-Betroffenen besitzen. Ihr Wunsch ist es mit diesem Buch sowohl Einrichtungen, Pflegenden, als auch Therapeuten, Angehörige und Anbietern der Tiergestützten Intervention eine erste Orientierung für eine achtsame und wirkungsvolle tiergestützte Begleitung von Demenz-Betroffenen an die Hand zu geben.

Dr. Carola Otterstedt, i.V. des Autorenteams, München 2012

1. Was bedeutet Demenz?

Was bedeutet Demenz? Die Demenz ist eine psychische Erkrankung, die das wichtigste Organ des menschlichen Körpers angreift – das Gehirn. Hier wird alles gesteuert: Das Denken, das Fühlen, die Bewegungen, die Organe. Dies geschieht durch die Reize der Nervenzellen, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Durch diese Reize (Geräusche, Gerüche etc.) bilden sich im Gehirn Verbindungen und Verknüpfungen zwischen den Zellen. So lernt der Mensch und erinnert sich: Zimtgeruch ist beispielsweise für die meisten von uns mit Weihnachten verknüpft.

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Gefühle bleiben erhalten: Traurigkeit, Freude, Unsicherheit.

Demenz bedeutet, dass die Nervenverbindungen im Gehirn nach und nach blockieren, so dass es schwer fällt Neues zu speichern und im Laufe der Zeit immer mehr Erlerntes verlorengeht. Gedächtnis, Orientierungsfähigkeit, Urteilsfähigkeit, Sprachfähigkeit und Zahlenverständnis sind beeinträchtigt und werden nach und nach zerstört. Somit wird die eigenständige Bewältigung des Alltags immer schwieriger und ist in der Regel letztlich ohne Unterstützung nicht mehr möglich. Auch die Persönlichkeit des von Demenz-Betroffenen kann sich durch die Erkrankung verändern. Was lange erhalten bleibt ist die Fähigkeit, Emotionen wahrzunehmen und auszudrücken. So erlebt der von Demenz Betroffene Gefühle wie Wärme, Nähe, Zuneigung, Zärtlichkeit, Freude aber auch Wut, Schmerz, Verletzung und Trauer genauso intensiv wie nicht betroffene Menschen und kann diese nicht immer auf gewohnte Weise ausdrücken.

Wie wird eine Demenz festgestellt? Oft beginnt eine Demenzerkrankung schleichend und wird mit „normalem Altern“ abgetan. Gegenstände werden verlegt – allerdings manchmal an eher unüblichen Orten (z. B. Autoschlüssel im Kühlschrank …), Termine vergessen, Hobbys vernachlässigt und Betroffene haben Probleme, sich in nicht vertrauter Umgebung zurechtzufinden.

Als wichtigster Bestandteil der Diagnostik gilt das Gespräch, die Angaben von Veränderungen in Persönlichkeit und Verhalten durch die Angehörigen und Freunde (sog. Fremdanamnese).

Sollten erste Veränderungen beobachtet werden, muss unbedingt eine professionelle ärztliche Untersuchung, z. B. durch einen Nervenfacharzt, erfolgen.

Es folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, Anwendung von speziellen Testverfahren (z. B. „Mini-Mental-Status-Test/MMST oder Uhrentest), dazu laborchemische Untersuchungen, evtl. auch Entnahme von Nervenwasser (Liquor), bildgebende Verfahren (u. a. Computertomographie, Kernspintomographie) und Messung der Hirnströme (Elektroencephalographie/EEG). Diese Untersuchungen werden gemacht, um andere, evtl. heilbare Ursachen der Demenzerkrankung auszuschließen.

Wie verläuft eine Demenz? Ausprägung und Verlauf der Demenzerkrankung ist von Betroffenem zu Betroffenem sehr unterschiedlich. Zu Beginn der Erkrankung sind häufig nur leichtgradige Beeinträchtigungen feststellbar, z. B. Abbau von Gedächtnisleistungen, was häufig noch als „normaler Alterungsprozess“ abgetan wird. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es dann zu einem Verfall körperlicher und geistiger Fähigkeiten, die zu Problemen im Alltag führen und letztlich eine eigenständige Lebensführung unmöglich machen. Oft beginnt die Erkrankung schleichend und verschlechtert sich kontinuierlich, manchmal aber auch in Phasen, vor allem dann, wenn stresshafte Ereignisse auftreten (dazu kann auch ein Ortswechsel, z. B.

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