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Das schwarze Portal

Alfred J. Schindler

 

 

                                                         Das schwarze Portal

 

Mysterythriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

 

Es gibt ein altbekanntes Sprichwort, das lautet: Er / sie war im falschen Moment am falschen Ort.

 

Genau dies passierte uns...

 

 

... außerhalb

 

 

Die gemeinsame Fahrt mit meinem Freund Gerhard verläuft wie immer problemlos. Wir befinden uns gerade auf der Inntalautobahn und düsen Richtung österreichische Grenze. Schon lassen wir Wörgl hinter uns, und kommen kurz darauf nach Kitzbühel. Und jetzt sind wir bereits in Aurach.

 

„In Lienz habe ich noch nie einen Wagen gekauft, Alfred. Aber der Händler dort soll recht human und annehmbar sein“, meint Gerhard, mein bester Freund.

„Wieso? Habt ihr denn den Preis für den Wagen noch nicht festgelegt?“ Überrascht blicke ich ihn an, denn normalerweise steht der Kaufpreis für das jeweilige Auto schon lange zuvor fest, also, bevor wir es abholen.

Er meint: „Doch, doch. Ich sage ja nur. Wenn das Geschäft ohne Probleme und Tricks abläuft, könnte es sein, dass wir in nächster Zeit zu diesem österreichischen Tuner öfter fahren.“

 

Er zieht einen dicken Packen Geldscheine aus der rechten Hosentasche.

 

„Schau, Alfred (er deutet mit dem Finger auf die Landkarte, die auf seinem Schoß liegt): Der nächste größere Ort heißt Mittersill. Danach geht es weiter durch den bekannten Felbertauerntunnel nach Mattrei. Und dann sind wir schon fast in Lienz.“

„Prima.“

 

Etwas später durchfahren wir den Felbertauerntunnel. Wenn ich mich nicht irre, beträgt die Länge des Tunnels etwa 5300 Meter. Nun gut.

 

Wir erreichen endlich unser Ziel, den Lienzer Autotuner Günter Krapf. Schon von zwanzig Metern Entfernung sehen wir das Objekt unserer Begierde, das vor dem eigentlichen Ausstellungsraum steht.

 

„Da ist das Prachtstück, Alfred.“

 

Es handelt sich um einen Porsche 911 Cabriolet mit einem großen, schwarzen Heckflügel, Spezialfelgen, getuntem Motor etc. Er hat eine wunderschöne Speziallackierung, die rötlich schimmert.

 

„Wahnsinn, Gerhard.“

„Ja, er ist bildschön.“

 

Krapp, (ein etwa Vierzigjähriger, kleiner Mann) erscheint auf der Bildfläche. Lächelnd kommt er auf uns zu:

 

„Wer von Ihnen ist Herr Stecher aus München?“

Gerhard antwortet freundlich: „Ich bin der Gesuchte. Angenehm, Herr Krapf. Das hier ist mein Freund Alfred Stamm.“

 

Die beiden Männer ziehen sich in Krapfs Büro zurück, während ich mich in den Porsche setze. Nach einer guten halben Stunde erscheint Krapf mit Gerhard am Wagen. Ich rauche mittlerweile die dritte Zigarette und trinke den Rest meines Kaffees, den ich mir immer - bei jeder Fahrt mit Gerhard - in meiner altbewährten Thermoskanne mitnehme. Eine kleine Stärkung zwischendurch muss schließlich sein.

 

Gerhard grinst: „Alfred, es ist alles erledigt. Hier, bitte. Die Schlüssel. Und gute Fahrt.“

 

Wir verlassen das Autohaus, hintereinander in zwei Autos fahrend. Er fährt in seinem alten Audi voraus, und ich folge ihm mit dem fast neuen Porsche. Der Urlaubsverkehr ist sehr intensiv, so dass wir nur sehr langsam vorwärts kommen.

 

Exakt um sechzehn Uhr erreichen wir den Felbertauerntunnel. Gerhard fährt nach wie vor direkt vor mir und wir ahnen nichts Böses. Wir befinden uns nun noch etwa dreihundert Meter vor dem Tunnel. Ich werfe einen raschen Blick auf die herrliche Gegend, und freue mich über das phantastische Wetter...

 

 

... innerhalb

 

 

Mein Handy klingelt. Es ist natürlich Gerhard: „Und? Wie ist der Wagen, Alfred?“

„Phantastisch, ganz wunderbar.“

„Ja, es ist ein sagenhaftes Fahrzeug. Der neue Besitzer wird sich sicherlich sehr freuen.“

 

Jetzt fahren wir in den Tunnel ein.

 

„Bis nachher, Alfred.“

„Gerhard, ich werde aber nicht bis München hinter dir hergondeln.“

„Aber natürlich nicht. Aber passe bitte auf, ja? Du kennst die gefährlichen Stellen, an denen geblitzt wird.“

 

Wir sind nun schon etwa drei- bis vierhundert Meter im Tunnel. Unsere Geschwindigkeit beträgt etwa vierzig km/h. Langsam rollen wir dahin. Ich bin in Gedanken schon wieder zu Hause. Verdammt. Ich muss ja heute noch Rasenmähen. Das hätte ich beinahe ganz vergessen. Aber vielleicht nimmt mir ja Wilhelmine diese Arbeit ab. Außerdem bat sie mich, als ich heute Morgen von zu Hause losgefahren war, Brot und Milch mitzubringen. Ich überlege: Soll ich ihr noch zusätzlich eine Kleinigkeit kaufen? Sie freut sich doch immer so sehr, wenn ich von einer Tour zurückkomme und ihr ein kleines Präsent überreiche.

 

Die Geschwindigkeit verringert sich. Was ist denn wieder los da vorne? Pennt da Einer, oder ist jemandem das Benzin ausgegangen? Ach, wie hasse ich doch diese engen Tunnels. Wenn wenigstens der Gegenverkehr nicht so sehr blenden würde. Ich darf gar nicht daran denken, in einem dieser Röhren einen Unfall zu bauen. Wenn nur einer der Entgegenkommenden einen Bruchteil von einer Sekunde unaufmerksam ist - vielleicht abgelenkt von einem mitreisenden Kind oder Hund, - käme es zu einer Katastrophe.

 

Ein Frontalzusammenstoß.

Ich könnte ja nicht einmal ausweichen.

 

Mit diesen bitteren Gedanken geht es weiter. Unsere Geschwindigkeit beträgt nun knapp dreißig km/h. Ich fahre im ersten Gang. Auch der Gegenverkehr zieht nur sehr langsam an uns vorbei. Verflucht. Was soll das denn?

 

Wie weit sind wir nun schon in dem Berg? Frage ich mich. Dieser liegt, soweit ich mich erinnern kann, etwa 1650 Meter über dem Meeresspiegel. Ja, wir befinden uns nun schon ungefähr einen bis eineinhalb Kilometer innerhalb dieses irrsinnig schweren Massivs. Ich frage mich sowieso, wie es überhaupt möglich sein kann, solch ein riesiges Loch in einen dieser monumentalen Berge zu bohren. Noch unverständlicher ist für mich, wie es sein kann, dass der Tunnel diese auf ihn einwirkenden Kräfte überhaupt aushält, und nicht einfach in sich zusammenbricht.

 

Eine Hommage auf die Ingenieure.

 

Unser Tempo wird immer langsamer. Wir haben nun bestimmt schon knapp die Hälfte des Tunnels hinter uns. Es geht nur noch sehr langsam voran. Auch der Gegenverkehr droht, zum Erliegen zu kommen. Mein Gott.

 

Jetzt stehen wir.

 

Ich öffne das linke Seitenfenster und zünde mir eine Zigarette an, um meine angespannten Nerven zu beruhigen. Das darf doch nicht wahr sein. Da habe ich einen Wagen mit fast vierhundert Pferdestärken unter meinem Hintern, und dann stehe ich völlig machtlos in dieser endlos langen Röhre. Ruhig, Alfred, immer ganz ruhig bleiben. Und dann werde ich Gas geben. Das dürfte wohl klar sein. Wie wird es wohl Gerhard ergehen? Ob er auch so geladen ist, wie ich? Nein, er ist von uns Beiden wohl der Ruhigere. Er hat die besseren Nerven. Aber man könnte in solch einer Situation schon mal ausrasten.

 

Ich nehme mein Handy und drücke die Schnellwahl von Gerhards Handynummer. Mal sehn, was er zu diesem Fall sagt Das Belegzeichen ertönt. Er spricht also. Nun ja... - Ein kurzer Blick auf meine Armbanduhr: Es ist genau zwanzig Minuten vor siebzehn Uhr. Wenn ich noch eine halbe Stunde Wartezeit einkalkuliere, könnte ich eventuell um neunzehn Uhr dreißig, oder zwanzig Uhr zu Hause sein. Genau richtig zur Tagesschau. Vorausgesetzt, die Strecke ist frei.

 

Ich schalte das Radio ein und stelle den Verkehrsfunk an, um mich nach etwaigen Neuigkeiten zu erkundigen. Ja, was ist denn das? Das Gerät funktioniert nicht. Es rauscht nur laut. Das kann doch nicht möglich sein. Wieso geht das Radio nicht? Aber natürlich: Keine Funkwellen. Nun, wenn das so ist, dann dürfte ja auch das Handy nicht funktionieren. Eine schöne Bescherung. Deswegen kam also vorhin das Belegzeichen, als ich versucht hatte, Gerhard zu kontaktieren.

 

Apropos Gerhard: Ich sehe, wie er gerade aus seinem Wagen steigt. Langsam kommt er auf mich zu. Er lehnt sich vorsichtig an den Porsche und grinst mich an: „Und?“

„Und - was?“

„Eine schöne Bescherung ist das heute wieder.“, murrt er.

„Ja, allerdings.“

„Dort vorne ist wieder sicher einer dieser blödsinnigen Auffahrunfälle, Alfred.“

„Ja, weil die Leute einfach keine Sicherheitsabstände einhalten.“

 

Gerhard lächelt.

 

Eine etwa fünfunddreißigjährige Frau mit hochrotem Gesicht, die mit ihrem blauen Van auf der Gegenspur steht und aus dem Fenster schaut, schreit herüber:

 

„Was gibt es denn da zu lachen?“

„Nun, wenn ich Sie mir so ansehe...“, frotzelt Gerhard.

„Wen sehen Sie sich an? Meinen Sie etwa mich?“ Ihr feistes Kinn wabbelt leicht hin und her.

„Nur, wenn Sie sich angesprochen fühlen, Gnädigste“, antwortet er freundlich.

„So eine Unverschämtheit!“, keift die Dame.

 

Im Hintergrund ihres Wagens hören wir einen Hund bellen. Jetzt schaut er neugierig aus dem hinteren, linken Fenster. Es ist ein Dackel. Ein Rauhaardackel.

Gerhard dreht sich einfach um und zeigt ihr die kalte Schulter.

 

Leise sagt er zu mir: „Die spinnt doch, die Alte, oder?“

„Ja, aber ehrlich. Du Gerhard, mal ganz was anderes: Ist dir zufällig auch aufgefallen, dass das Gestein des Tunnels auf der Herfahrt anders aussah, als jetzt?“

„Nein. Darauf hatte ich nicht geachtet.“ Er blickt sich um, schaut nach oben und schüttelt mit dem Kopf.

„Ich bin mir ganz sicher. Auf der Herfahrt bestanden die Wände und die halb abgerundete Decke des Tunnels aus riesigen, quaderförmigen Platten. Und jetzt sieht man nur nacktes, schwarzes Gestein.“

„Was dir alles auffällt.“

„Es könnte aber auch sein, dass nur dieser mittlere Abschnitt des Tunnels so aussieht. Schließlich habe ich mir nicht den gesamten Tunnel angesehen, als wir Richtung Lienz gefahren sind. Schau! Jetzt geht es wieder weiter.“

 

Tatsächlich. Es tut sich etwas. Ganz vorne rollen die ersten Fahrzeuge wieder an. Gott sei dank. Er dreht sich noch einmal zu mir um und flüstert, damit ihn die Dame von Gegenüber nicht verstehen kann:

 

„Ich bin, ehrlich gesagt, heilfroh, wenn wir aus diesem Tunnel heraus sind.“

„Ich auch, Gerhard. Ich auch.“

 

Er sprintet die etwa zehn Meter zu seinem Audi, wirft den Motor an, schaltet das Licht ein und gibt Gas. Der Wagen vor ihm ist schon etwa fünfzig Meter von ihm entfernt. Halleluja aber auch. Was einem in solchen Momenten alles durch den Kopf geht! Ich bin fest davon überzeugt, dass sich in diesem Tunnel auch Leute aufhalten, die unter Klaustrophobie leiden. Diese armen Schweine sind bestimmt so fertig, dass sie sich nie wieder in einen dieser langen Tunnel wagen werden. Je länger ich mir diese wuchtigen Felswölbungen betrachte, desto mulmiger wird mir. Ja, hier drinnen kann man schon Angst kriegen. Man fühlt sich gewissermaßen doch sehr eingeengt.

 

So, jetzt stehen wir schon wieder. Es sah gerade vorhin noch so aus, als ob sich der Stau nun endlich aufgelöst hätte. Aber Pustekuchen! Ich stelle den Motor ab, denn es muss ja nicht sein, dass man hier unnötigerweise auch noch die Luft verpestet. Links von mir steht ein silberfarbiger Range Rover - natürlich in entgegen gesetzter Richtung. Seine linke Seitenscheibe ist heruntergelassen. Es geht recht laut zu in dem Fahrzeug. Der Fahrer, ein wuchtiger, vollbärtiger Bursche, brüllt soeben seine Mitinsassen an:

 

„Haltet endlich eueren Mund! Verflucht noch mal! Man versteht ja sein eigenes Wort nicht mehr.“

 

Es wird schlagartig still. Seine Frau und das Kind, ein kleiner Junge, halten ihre losen und lauten Münder.

 

„Können Sie sich diese beiden Staus erklären?“, plärrt er zu mir herüber. Seine gewaltige Stimme übertönt alle Motorengeräusche und seine riesigen, behaarten Pranken liegen auf dem Lenkrad. Man könnte meinen, dass es ihm ein Leichtes wäre, dieses einfach herauszureißen.

„Ich verstehe es auch nicht.“, antworte ich ihm.

„Immer diese Urlauber.“, tönt sein Bass. Er vergisst dabei völlig, dass er selbst ein solcher ist. Aber ich stimme ihm natürlich zu, denn seine Hände sind mir zu überdimensional.

„Passieren darf in solch einem Tunnel ja nichts.“, brülle ich hinüber.

 

Der Geräuschpegel ist schon wieder sehr hoch, da einige Idioten völlig grundlos im Leerlauf Gas geben. Wie es scheint, bauen sich hier drinnen ganz langsam, aber konstant, gewisse Aggressionen bei den Leuten auf. Ich hätte es nicht sagen sollen, denn jetzt habe ich bei seiner kleinen Familie sicherlich die Angst geschürt, die hintergründig doch bei jedem der Leute, die sich in diesem düster wirkenden Tunnel befinden, lauert. Insbesondere bei den Kindern.

 

Dieses leicht beklemmende Gefühl.

Es erzeugt einen gewissen Druck auf der Brust.

 

Die Ehefrau des Burschen holt ein Taschentuch hervor und schnieft in dieses, dass es eine wahre Pracht ist. Wahrscheinlich versucht sie, ihrem Kind nicht zu zeigen, wie groß ihre Angst ist. Aber der Kleine kennt seine Mutter:

 

„Mama, warum weinst du denn?“, fragt er altklug. Er dürfte etwa fünf oder sechs Jahre alt sein.

 

Sie antwortet ihm nicht.

 

„Mama hat Angst!“, lacht er schadenfroh, dieser kleine, übergewichtige Rotzlöffel. (Soviel kann ich trotz meiner niedrigen Position erkennen)

 

Ich halte es in dem Supersportschalensitz nicht länger aus. Außerdem geht mir das dumme Gestammel des Jungen auf den Geist. Ich zünde mir eine weitere Zigarette an und steige behutsam aus. Eben so, wie sich das für einen etwas älteren Herrn gehört. Und ich strecke genüsslich meine Gliedmaßen.

 

„Ist das Ihr Wagen?“, will der Roverfahrer wissen.

 

Ich sehe, wie seine Augen blitzen. Ich habe den Eindruck, als ob er noch nie in seinem Leben solch ein auserlesenes Fahrzeug gesehen hat.

 

„Ja, sicher.“, lüge ich ihn an.

„Er passt gut zu Ihnen!“ Sein Blick sagt mir alles: Er verarscht mich.

„Ja, der Range Rover samt Inhalt passt auch gut zu Ihnen.“

„Welcher Inhalt?“

„Nun, Ihre Familie.“

„Wie meinen Sie das denn, dass dies alles gut zu mir passt?“, brummt er überrascht. Er wirkt verun-sichert.

„Wie ich es gesagt habe.“

„Wollen Sie mich etwa auf den Arm nehmen?“, knurrt er mich an.

„Sie haben doch angefangen.“

 

Ich schließe die Tür des Porsche und marschiere langsam zu Gerhards Wagen vor. Er sitzt an seinem Steuer, und als er mich sieht, sagt er:

 

„Wenn das so weitergeht, Alfred, dann kommen wir nicht vor Mitternacht nach Hause.“

„Ja, wir sollten unsere Frauen anrufen, damit sie sich keine Sorgen machen.“

„Aber zuerst müssen wir aus diesem Tunnel heraus sein.“

„Ja, natürlich.“

„Hast du zufällig noch eine Flasche Limonade oder Cola im Porsche?“, will er wissen. Ich merke, wie trocken sein Mund ist. Aber das kommt davon, wenn man sich nichts mitnimmt. Ich sorge immer vor, denn man kann nie wissen, wo man irgendwann irgendwo steht, und nicht weiterkann.

„Tut mir leid, Gerhard. Aber ich habe gerade vorhin den letzten Schluck meiner Cola getrunken.“

„Auch keinen Kaffee mehr? Du hast doch deine Thermosflasche dabei!“

„Leer, absolut leer.“

„Man sollte sich wirklich immer etwas zu Essen und zu Trinken mitnehmen. Verflixt noch mal!“, ist sein gereizter Kommentar.

„Eine Zigarette kann ich dir anbieten.“

„Nein, danke. Davon wird mein Hals noch trockener, als er es jetzt schon ist.“

 

Er steigt aus und wir starren gemeinsam ein Stück nach vorne. Die meisten Fahrzeuge haben ihre Motoren laufen und das Licht eingeschaltet, obwohl sie stehen. Da der Tunnel natürlich sehr gerade verläuft, können wir mindestens zwei- bis dreihundert Meter weit sehen. Es tut sich nichts. Gar nichts. Der absolute Stau. Auch auf der Gegenfahrbahn ist der totale Stillstand.

 

„Die Leute sollten ihre Motoren ausstellen, Alfred.“

„Ja, das wäre wohl gesünder.“

„Und billiger.“, ergänzt er.

„Stimmt.“, kommentiere ich.

„Was glaubst du, wie lange wir hier drinnen noch stehen werden?“ Sein Gesicht drückt eine gewisse Angst aus. Er will sie mir natürlich nicht zeigen, diese, seine innersten Gefühle, aber sie entgehen mir nicht. Ich kenne ihn zu lange, den guten Gerhard Stecher.

„Nun, das kommt ganz darauf an, alter Freund.“ „Wie weit wird es wohl noch bis zum Ausgang sein?“, will er von mir wissen.

„Ich schätze, knapp drei Kilometer.“

„Mein Gott, es ist doch unglaublich, wie lange drei Kilometer sein können.“

„Nur keine Aufregung, Gerhard. Wir werden schon sehr bald wieder in freier Natur sein.“, versuche ich ihn zu trösten.

 

Er schaut mich an und versucht aus meinem Gesichtsausdruck herauszulesen, ob dies mein Ernst ist, oder ob ich ihn nur beschwichtigen will. Aber ich lasse mir natürlich nichts anmerken, denn so überzeugt bin ich von meiner Aussage nun auch wieder nicht. Aber ich sage mir: So lange kann es ja gar nicht mehr dauern. Und wenn es auch nur sehr langsam vorwärts geht: Jeder Meter, den wir zurücklegen, hilft uns, aus diesem grässlichen Tunnel herauszukommen.

 

Immer positiv denken.

Immer vorwärts schauen.

 

 

... innerhalb

 

 

Insgeheim schwöre ich mir, nie mehr diesen Felbertauerntunnel zu durchfahren. Falls Gerhard in Zukunft weitere Autos von diesem Händler Krapf in Lienz kaufen sollte, werde ich nicht mehr zusagen. Einmal ist genug, finde ich. Die andere Frage ist die, ob Gerhard noch diese Strecke fahren wird. Andererseits ist es aber albern, zu sagen, dass ich nicht mehr nach Lienz fahren will. Sicherlich ist hier normalerweise kein Stau. Es liegt, wie gesagt, an den Tausenden von Urlaubern, die diese Strecke alljährlich benutzen. Sie verstopfen mit ihren Vans und Wohnwagen die Strassen, und falls nur Einer von ihnen einen Fehler macht, weil er übernächtigt ist, führt dies dann zu dem großen Stau. Meistens sind es ja diese Holländer. Oder auch die Belgier.

 

Ganz weit vorne sehe ich, dass sich einige winzige Lichter bewegen. Es geht weiter. Na endlich. Wir laufen die paar Schritte, die wir nach vorne gegangen sind, zurück zu unseren Wagen, Gerhard springt in seine Karre und ich tue es ihm gleich. Der Range Rover-Fahrer setzt sich in entgegen gesetzter Richtung in Bewegung. Ich lege den ersten Gang ein. Vor Erregung gebe ich versehentlich etwas zu viel Gas. Der Motor brüllt auf, und der Wagen schießt los. Hart trete ich auf die Bremse. Das war aber knapp. Beinahe hätte ich Gerhards alten Audi auf die Hörner genommen. Wir beschleunigen etwas, und schon nach etwa dreihundert Metern kommt der Verkehr erneut zum Erliegen. Das darf doch nicht wahr sein! Die Sache wird mir langsam, aber sicher, ein wenig unheimlich.

 

Jetzt befindet sich vis`a vis` von mir, auf der Gegenseite, wo der Verkehr unglaublicher Weise auch schon wieder steht, ein schwarzer VW Golf. Er hatte wohl den Anschluss an den Range Rover verpasst. Ein wüstes Hupkonzert hatte ihn schließlich aus seiner momentanen Lethargie gerissen. Der Fahrer dessen, ein Mann von gerade mal achtzehn oder neunzehn Jahren, grinst frech und herausfordernd zu mir herüber und schreit:

 

„Na, Herr Porschefahrer? Null Chance trotz dreihundert PS, was?“

„Vierhundert, Bubi.“, antworte ich höflich.

„Dir gebe ich gleich einen Bubi!“, pfeift er mich an.

 

Er steigt aus, haut seine Tür aggressiv zu, und schlendert lässig einige Schritte zu mir herüber. Seine zwei Freunde, die ihn wahrscheinlich gut kennen, versuchen, ihn zu beruhigen:

 

„Komm, steige wieder ein!“, schreit der Eine. Er ist der Beifahrer, und er streckt seinen Kopf aus dem Schiebedach.

„Lass den Mann in Ruhe, Gustav!“, brüllt der Andere, der hinten sitzt.

 

Jedoch Gustav lässt sich von seinen Freunden nicht aufhalten. Jetzt steht er auch schon an meinem Wagen und klopft provozierend laut und intensiv mit der Faust auf die Windschutzscheibe:

 

„Ich würde mir lieber einen Sarg zulegen, als solch eine Karre.“

 

Sein schadhaftes Gebiss hat sicherlich schon bessere Zeiten gesehen, überlege ich. Ein typischer Fall von Parodontose. Oder putzt er sich die Zähne nicht, dieser Hammel - so ungepflegt, wie er aussieht?

 

„Nimm die Finger von dem Wagen.“

„Meinst du mich, Alterchen?“

„Ich sage es kein zweites Mal.“ Langsam komme ich in Rage. „Außerdem duzt du mich nicht, ja?“

 

Wenn man auf solche Fahrten geht, muss man selbstverständlich immer etwas vorsorgen. Es ist nicht nur mit den Papieren, Zigaretten, einer kleinen Brotzeit und einer Kanne Kaffee getan. Nein. - Ich steige langsam aus, und wir stehen uns jetzt fast gegenüber. Nur meine offene FahrerTür trennt uns voneinander. Er ist sehr groß und schaut mich so richtig mitleidig an.

 

„Steig in deinen Wagen und lasse mir meine Ruhe, Junge.“

„Wie nennst du mich? Junge? Dir haue ich gleich eins in die mumifizierte Fresse.“

 

Was zuviel ist, ist einfach zuviel: Mein Pfefferspray, das ich immer in der linken Hosentasche habe, tritt in Aktion. Man weiß ja nie, welche blöden Tricks diese Burschen auf Lager haben. Außerdem sieht man es oft gerade diesen Magermilchbürschchen nicht an, ob sie ein Messer, oder auch einen Schlagring besitzen.

 

Psssssssssssscht.

Ein Volltreffer, wie es scheint.

 

Er brüllt auf und hält sich beide Hände vors Gesicht. Und er heult. Wie aus dem Boden gewachsen steht der kräftige Gerhard neben uns.

 

„Dem hast du es aber gegeben!“, lacht er. Ja, er freut sich. Er brüllt den Knaben, der anscheinend überhaupt nichts mehr sieht, an: „Was musstest du auch den Porsche anfassen? Hörst du mich? Du bist selbst schuld an dieser Misere!“

 

Nun steigen die beiden Freunde aus. Ich bin auf alles gefasst. Einer der Beiden kommt zu mir her und sagt leise, so dass es sein Freund, der momentan Blinde, nicht hören kann:

 

„Immer muss er herumstänkern. Aber darauf war er sicherlich nicht gefasst.“

„Ja, was hätte ich denn tun sollen?“, verteidige ich mich, obwohl er mich gar nicht angeklagt hat.

„Sie hatten vollkommen Recht. Vielleicht merkt er es sich für die Zukunft.“, gibt er zurück.

 

Der andere Bursche steht dumm in der Gegend herum, und nun unterhält er sich mit Gerhard: „Ist das sein Wagen?“ Er deutet mit dem Finger auf mich.

„Er gehört uns.“

„Wahnsinn.“, ist sein Kommentar.

„Ja, Wahnsinn. Solch einen Wagen darf man nicht ungestraft beklopfen.“, wiederholt Gerhard.

„Da muss ich Ihnen zustimmen“, antwortet der junge Mann. Er fährt fort: „Was für ein Traum, dieser wundervolle Porsche.“ Seine Augen blitzen träumerisch. Und wieder habe ich den Eindruck, als ob auch dieser Bursche noch nie ein solches Traumauto gesehen hat.

 

Seltsam.

 

„Ja, da hilft nur eines: Sparen, sparen und noch einmal sparen“, lacht Gerhard, und streicht zärtlich über die geduckte Motorhaube des Autos.

 

Unser vorübergehend Blinder reibt sich immer noch die Augen. Er jammert laut und herzzerreißend: „Ich sehe nichts mehr, Egon!“

„Das gibt sich wieder, Gustav“, gibt dieser gnadenlos zurück. „Außerdem ist es hier drinnen sowieso so gut wie dunkel.“ (Was ja wahrlich nicht stimmt)

 

Natürlich haben noch mehr Leute, die vor und hinter uns stehen, von der Sache Wind bekommen. Aber sie alle bleiben in ihren Autos sitzen und halten sich aus der Sache tunlichst heraus. Mir ist das ganze Recht, denn ich habe keine Lust, noch mehr Ärger zu kriegen.

 

„Ich habe es ganz genau im Rückspiegel gesehen, Alfred.“, meint Gerhard.

„Ich dachte, er geht mir an die Wäsche. Deswegen habe ich gar nicht lange überlegt und ihm die Portion Pfeffer verpasst.“

 

Gerhard trägt bei seinen Fahrten immer seinen kleinen, handlichen Revolver mit sich. Diese Autogeschäfte gehen meistens in bar über den Tisch, und heute hatte er mehr als einhunderttausend Euro in der Hosentasche.

 

Wir führen noch ein belangloses Gespräch mit Egon, dem kleinen, netten Burschen und auch mit Mike, dem großen, intelligent wirkenden Mann, der den Sportwagen nicht aus den Augen lässt. Gustav zieht sich beleidigt in seinen Golf zurück. Für ihn ist der Tag wohl gelaufen. Er setzt sich auf den Beifahrersitz, wie wir sehen. Denn jetzt darf Egon, oder auch Mike fahren, das dürfte wohl klar sein. Und ich habe nicht das geringste Mitleid mit ihm.

 

 

... innerhalb

 

 

Sehr weit vor uns wird es plötzlich taghell. Es ist wie ein langer, auf- und abschwellender Blitz, der zu sehen ist. Ist das schon die Ausfahrt? Normalerweise müsste ich jetzt innerlich jubeln, aber ich weiß hundertprozentig, dass wir uns erst in der Mitte des Tunnels befinden. Wir haben in den letzten zwanzig Minuten nur etwa weitere drei- bis vierhundert Meter zurückgelegt. Ja, es kann gar nicht möglich sein, dass wir das Ende erreicht haben, weil ich zufällig, als wir in den Tunnel eingefahren waren, auf den Kilometerzähler geschaut hatte. Aber nun geht es doch wieder etwas weiter, auch der Gegenverkehr fährt langsam los. Der schwarze Golf mit den drei jungen Männern verschwindet in meinem Rückspiegel. Und hinter ihm ist seltsamer Weise nur ein einziges Fahrzeug zu sehen. Wahrscheinlich steht dort hinter uns noch so ein Kandidat, der vergessen hat, dass es weitergeht, Überlege ich. Doch dann passiert es: Gerhard bleibt plötzlich grundlos stehen, obwohl vor ihm die Autos weiterfahren. Was macht er denn, verdammt noch mal? Warum fährt er denn nicht? Ich stelle den Motor ab, steige aus und gehe nach vorne. Gerhard steigt gerade aus:

 

„Der Wagen hat den Geist aufgegeben, Alfred.“

„Lass mich mal sehen.“

 

Ich steige ein, und versuche, den alten Wagen zu starten. Nichts. Ist es die Batterie, die urplötzlich kaputt gegangen ist, oder ist es der Anlasser? Es könnte auch die Lichtmaschine sein.

 

„Was wird ihm wohl fehlen, Gerhard?“

„Entweder ist es die Batterie oder der Anlasser.“, entgegnet er.

„Das dachte ich mir auch schon.“

 

Wir öffnen die Motorhaube des in die Jahre gekommenen Wagens, können aber keine Unregelmäßigkeiten entdecken. Kein Kabel hängt lose herum, auch bildet sich kein Wasser- oder Ölfleck unter dem vorderen Teil des Fahrzeugs.

 

„Kruzifix, das hat uns ja noch gerade gefehlt.“, schimpft er laut und äußerst gereizt. „Was muss ich auch mit solch einer alten Schindmähre noch solche Strecken fahren.“

 

Plötzlich hören wir jemanden schreien: „Meine Karre springt auch nicht mehr an.“

 

Wir drehen unsere Köpfe und sehen ein älteres Ehepaar in einem nahezu neuen, roten Opel Vectra. Sie stehen auf der Gegenfahrbahn und haben die Fenster heruntergelassen. Sie schauen uns Hilfe suchend an. Aber wie sollen wir ihnen denn helfen? Wir können uns ja selbst nicht helfen!

 

„Entweder ist der Anlasser oder die Batterie!“, schreit seine stimmgewaltige Ehefrau zu uns herüber.

 

Der Mann steigt aus und öffnet die Motorhaube seines Opels. Wir stehen neben ihm und schauen ratlos. Auch hier sind keine etwaigen Mängel zu sehen.

 

Der Stau vor uns hat sich vollkommen aufgelöst. Einfach so. Auch der Stau in die entgegen gesetzte Richtung, also direkt vor dem alten Ehepaar, ist verschwunden. Lediglich wir Beide, und dieses nette Paar, befinden sich nun noch in der Mitte des Felbertauerntunnels. Fast in der Mitte. Völlig alleine. Wie kann das möglich sein? Die Situation ist makaber. So könnte man es getrost nennen. Weder in unsere, noch in die andere Richtung, kommen Autos nach. Hinter uns gähnende Leere, und auch auf der Gegenseite sind ebenfalls keine nachfolgenden Fahrzeuge.

 

Nichts.

 

Gerhard blickt mich an und ich sehe, welch eine Angst er plötzlich hat. Aber mir geht es auch nicht viel besser als ihm. Die Situation ist abstrakt. Und sie ist obendrein unheimlich. Und völlig unerklärlich.

 

„Der Wagen ist noch fast neu!“, keift die Alte. Ihr Gesicht ist knallrot. Es passt gut zur Farbe des Wagens, finde ich. Es kommt mir plötzlich so vor, als ob es hier drinnen vor einer Viertel- oder halben Stunde noch wesentlich heller war. Irre ich mich, oder hat die Intensität der Lampen dort oben an der Decke des Tunnels nachgelassen?

 

Nein.

Das kann doch gar nicht sein.

 

„Ist Ihr Motor auch plötzlich ausgegangen?“, will Gerhard von dem sympathisch wirkenden, älteren Herrn wissen, der sehr gepflegt ist.

„Ja, das ist er.“ Er ist verzweifelt.

„Ist euch schon aufgefallen, dass wir hier völlig alleine sind?“, schreit die Frau zu uns herüber. Sie wirkt sehr aufgebracht. Und sie fuchtelt wild mit den Händen herum, so, als ob sie etliche imaginäre Fliegen verjagen möchte. Sicherlich leidet sie unter Bluthochdruck, überlege ich. Und sie sitzt immer noch auf ihrem Beifahrersitz. Warum schreit sie so hemmungslos durch die Gegend? Sie könnte sich doch die Mühe machen, und aussteigen. Meine Güte, was haben manche Leute doch für eine schlechte Kinderstube.

 

Jetzt steigt sie aber doch aus. Als ob sie meine Gedanken gelesen hätte. Sie wälzt ihr stattliches Gewicht von sicherlich neunzig, fünfundneunzig Kilogramm auf uns zu. Direkt bei Gerhard bleibt sie stehen. Aufgeregt erklärt sie ihm:

 

„Wir haben da vorne ein helles, gleißendes Licht gesehen. Wir denken, dass dort in etwa dreihundert Metern der Tunnel zu Ende sein muss.“

 

Ihr kleiner, schmächtig wirkender Mann schaut sie von der Seite an, sagt aber kein Wort.

 

„Nun sag doch auch mal etwas!“, plärrt sie ihn an. „Du hast das Licht doch auch gesehen.“

„Ja, schon, aber warum ist es dann wieder verschwunden?“ Er blickt verzweifelt und ist mit seiner Göttergattin offensichtlich überlastet.

„Vielleicht war da vorne eine Explosion?“, überlegt sie laut. Sie wiegt dabei ihren Kopf zweifelnd hin und her.

 

Warum fragt sie uns, wo wir doch in die andere Richtung unterwegs sind? Aber irgendwie sah es auch vor uns nach einer kleinen Explosion aus.

 

„Woher kommen Sie denn?“, fragt Gerhard das Ehepaar mit einem Baden-Württemberger Kennzeichen. Er versucht, die Weltuntergangsstimmung, die sich bei uns anbahnt, abzumildern. Er springt über seinen eigenen Schatten, wie es scheint.

„Aus Stuttgart.“, antwortet die Walküre.

„Wir haben an der anderen Seite des Tunnels gerade vorhin auch einen Lichtschein, besser gesagt einen Blitz, gesehen, liebe Frau.“, sage ich zu ihr.

„Wir sind fast in der Mitte des Tunnels.“, meint er, der gute, alte Mann. Er fährt fort: „Ich habe zufällig auf den Tacho geschaut, als wir in den Tunnel eingefahren sind.“

„Dasselbe habe ich auch getan.“, antworte ich ihm.

„Wir befinden uns also etwa zweieinhalb bis drei Kilometer vom Ein- oder Ausgang entfernt.“, stellt Gerhard fest.

„Ja, mein Freund. Im Zentrum des Berges.“, sage ich.

„Und wie konnte dann dieses Licht entstehen?“, will er von mir wissen.

„Ich weiß es nicht.“

Sie, die Lautstarke, meldet sich zurück: „Wie können auf beiden Seiten Lichter gewesen sein? Das ist doch unmöglich! An einer Seite hätte ich es mir ja noch eingehen lassen, aber an beiden Seiten...“

Ich versuche, sie zu beruhigen: „Vielleicht waren es auch nur optische Täuschungen.“

„Unsinn“, meint Gerhard mit ernster Miene.

 

Der alte Mann wendet sich an mich: „Wir regen uns jetzt gar nicht länger auf und machen folgendes: Unsere Autos sind nun mal momentan defekt. Ich laufe jetzt im Tunnel in unsere Richtung, also in die von Lienz, und versuche, Hilfe zu holen.“

Ich sage: „Warten Sie. Der Porsche funktioniert ja noch. Wir Beide, also Sie und ich, fahren jetzt in die andere Richtung, in die von Mittersill. Wenn wir aus dem Tunnel heraus sind, rufe ich den ADAC an. Die sollen dann unsere Autos überprüfen, oder abschleppen. Was hältst du davon, Gerhard?“

„Ja, ich bin ganz deiner Meinung.“ Er wendet sich freundlich an den Mann: „Sie vertrauen mir bitte Ihre Frau an - ich werde auf sie aufpassen, wenn Sie gestatten - und wenn ihr zurückkommt, Alfred, wird sich mit Hilfe des ADAC hoffentlich eine vernünftige Lösung finden.“

„Ich bleibe doch lieber bei meiner Frau.“, meint der Herr. (Wir wissen immer noch nicht seinen Namen)

„Nein!“, schreit sie ihn an. „Du fährst mit ihm, (sie deutet mit ihren nackten Wurstfingern auf mich) und er bleibt bei mir.“ Anscheinend gefällt ihr Gerhard.

 

Herr Müller aus Baden-Württemberg (er stellte sich bei uns nun doch vor) steigt vorsichtig bei mir rechts in den Porsche ein. Wenn die allgemeine Situation nicht so unübersichtlich wäre, würde ich jetzt hellauf lachen. Es ist für einen etwas älteren Menschen schon eine große Kunst, in einen Porsche einzusteigen Ich beobachte ihn, wie er verzweifelt versucht, den Sicherheitsgurt anzulegen.

 

„Die kurze Strecke brauchen Sie sich nicht anzuschnallen. Wir sind ja gleich da.“, sage ich beruhigend zu ihm.

Er schaut mich irgendwie misstrauisch von der Seite an: „Meinen Sie, ja?“

 

Was denkt er denn, wie lange ich mit diesem Geschoss von Wagen für drei läppische Kilometer brauche? Eine halbe Stunde? Da wird er sich aber täuschen.

 

„Bring mir bitte, falls du draußen eine Kneipe oder einen Kiosk siehst, eine Flasche Bier mit, Alfred.“

„Mache ich.“

 

Trotz der ungewöhnlichen und absurden Situation, in der wir uns momentan noch befinden, merke ich, wie wir durch unseren kleinen Plan, der für uns so entscheidend werden kann, allesamt etwas Aufwind kriegen. Der Schrecken wird sicherlich schon sehr bald vorbei sein. Sage ich mir insgeheim. Ach, wie freue mich auf den ersten Sonnenstrahl beim Verlassen des Tunnels.

 

Ich drücke auf den Startknopf, aber nichts tut sich. Nichts. Der Motor macht keinen Mucks. Und die Zündung sagt nur: „Klick.“

 

„Kreuzteufel, aber auch!“, flucht Gerhard. Sein Blick zeigt totale Überraschung, gemischt mit deutlichem Schrecken.

„Hier stimmt doch etwas nicht“, jammert der Mann. (Er heißt übrigens Franz, und der Vorname seiner herrischen Gemahlin ist Marga, wie er mir soeben erzählte, als wir gerade starten wollten)

„Es kann doch nicht möglich sein, Gerhard, dass drei Autos, von denen zwei neuwertig sind, urplötzlich nicht mehr anspringen.“

 

Ich sehe, wie sich Gerhard misstrauisch umblickt. Sein Blick wandert über die seitlichen Mauern, bis hinauf an die Decke des Tunnels. Dann starrt er Richtung Lienz und hinterher sofort Richtung Mittersill. Und er schüttelt den Kopf:

 

„Was wird hier gespielt, Alfred?“

 

Sein Blick flackert. Er wirkt auf mich sehr unsicher.

„Ich weiß es nicht, Gerhard.“

 

Natürlich ist uns vier Leuten, die uns hier so dumm herumstehen, so halbwegs klar, dass in diesem scheußlichen Tunnel etwas Unerklärliches vor sich geht. Ja, wir ahnen es. Dass ein Wagen irgendwann einmal stehen bleibt, ist ganz normal. Aber, wenn dann noch ein nahezu neuer Porsche auch den Geist aufgibt, kann man nicht mehr von Zufällen sprechen.

 

So etwa gibt es einfach nicht

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit

 

Und genau das wird uns jetzt klar. Ich weiß nicht, ob es Marga schon kapiert hat, aber ich bin mir sicher, dass es Franz, Gerhard und meine Wenigkeit mittlerweile eingesehen haben:

 

Hier, in diesem Felbertauerntunnel, läuft etwas schief. Ja. Hier läuft so einiges schief. Wieso kommen von beiden Seiten keine Fahrzeuge mehr? Ist der Tunnel denn von links, und von rechts, gesperrt? Falls ja, warum? Befinden wir uns etwa in großer Gefahr? Besteht Einsturzgefahr?

 

Oder brennt es an beiden Einfahrten?

Besteht Explosionsgefahr?

 

Mir wird bei diesen überstürzten Gedanken siedend heiß. Es kann ja alles Mögliche passiert sein, was wir nicht wissen. Was geschieht dort, außerhalb unserer Sichtweite?

 

Hat man den Tunnel etwa evakuiert?

 

 

... innerhalb

 

 

Gerhard starrt mich unentwegt an. Er, der im Grunde genommen ein recht abgedroschener Bursche ist, hat meiner Meinung nach eine Scheißangst. Genau wie ich. Ich gebe es ja zu.

 

Gerhard sagt: „Alfred, ich laufe jetzt die zwei Kilometer bis zum Ausgang, also Richtung Mittersill, und hole Hilfe herbei.“

„Ich gehe mit“, meint Franz. Seine Stimme klingt sehr aufgeregt.

„Reiße dich gefälligst am Riemen, Franz. Denke an dein Herz“, wettert seine bessere Hälfte. Ihre kleine Handtasche, an der sie sich offensichtlich festhält, baumelt leicht hin und her. Wenn die Situation nicht so brenzlig wäre, würde ich über ihr Äußeres schamlos lachen.

„Sei ruhig, Marga. Halte endlich deinen Mund“, gibt er wütend zurück.

 

Sie fühlt sich offensichtlich vor uns Beiden bloßgestellt und dreht sich kommentarlos um. Sie setzt sich in den Opel auf den Beifahrersitz und rührt sich nicht mehr. Wie angenehm.

 

„Immer hat sie ihr Maul offen“, meckert Franz gereizt. Seine Stimme ist etwas gedämpft, denn er will wohl nicht, dass sie ihn hört.

„Ja, ja, diese Frauen“, meint Gerhard, und ist über den Auftritt der resoluten Dame sicherlich sehr erfreut.

Der Senior spricht weiter: „Also, Gerhard und ich gehen jetzt los, Alfred. Pass bitte auf sie auf, (er deutet etwas abfällig mit dem Finger auf seine bessere Hälfte) und natürlich auch auf den Wagen.“ Ich wundere mich insgeheim, dass er nicht den Wagen zuerst genannt hat.

 

Gerhard und Franz sind gerade zehn, fünfzehn Meter von uns entfernt, als wir von hinten lautes Geschrei hören. Wir schauen natürlich alle zurück, Richtung Lienz und was sehen wir da? Drei junge Männer, von denen Einer eine Taschenlampe bei sich hat. Ihr Lichtpegel flackert unstet hin und her. Ich frage mich, wieso er, Egon, der Schmächtigste von ihnen, die Taschenlampe eingeschaltet hat. Ist es da hinten etwa so dunkel? Ist dort vielleicht die Beleuchtung ausgefallen?

 

„Hallo, hallo, ihr da!“, schreien die jungen Männer aufgeregt durcheinander. Sie kommen sehr schnell näher. Gerhard und Franz sind natürlich wieder umgedreht, denn auch sie möchten von den Burschen sicherlich gerne wissen, was denn vorgefallen ist. Diese sind jetzt noch etwa fünfzig Meter von uns entfernt.

 

„Gerhard, sie sind verletzt“, sage ich leise zu ihm.

„Ja, sie bluten.“, antwortet er.

„Sie hatten sicherlich einen Unfall“, meint Franz.

 

Jetzt haben sie uns endlich erreicht, und sie sehen tatsächlich recht mitgenommen aus.

 

„Was ist euch denn passiert?“, frage ich sie nervös.

„Wir hatten einen Unfall. Der Golf ist nur noch Schrott.“, meint der ruhige Egon mit zitternder Stimme.

„Plötzlich war keine Straße mehr vor uns.“, jammert Mike. Er wirkt sichtlich angegriffen. Aber er hat sich gut in der Gewalt.

Gustav, der mittlerweile schon wieder so einigermaßen sehen kann, flucht: „Mein schöner Golf ist kaputt. Ich werde den Staat Tirol verklagen.“

„Wie hast du das gemeint, Mike, mit der Straße?“, frage ich ihn.

 

Gerhard, Franz und ich hängen förmlich an seinen Lippen. Denn wir ahnen, dass sich hier, in diesem Tunnel, etwas Furchtbares ereignet hat. Jeder von uns Dreien (und natürlich auch Marga) bastelt sich insgeheim seine eigene Geschichte zusammen...

 

... aber Keiner spricht sie aus.

 

Und Mike erzählt: „Vor uns war die lange Autoschlange. Direkt vor uns fuhr ein Range Rover mit einer Familie aus Würzburg. Und vor ihm war ein blauer Van, in dem eine Frau und ein Hund saßen. Wir hatten sie schon zuvor im Stau gesehen. Sie war aus Nürnberg, soviel wir am Nummernschild sehen konnten. Dann kam plötzlich diese schwarze Wand herunter. Ganz ohne Vorwarnung. Die Frau im Van knallte als Erste ungebremst gegen diese Felswand. Der Mann im Range Rover fuhr voll auf sie. Und dann kamen wir.“

„Und wo sind diese Leute?“, will Franz von ihm wissen.

„Ich glaube, die Frau im Van ist schwer verletzt. Über den Hund kann ich nichts Genaueres aussagen. Der Bulle in seinem Rover, denke ich, ist unverletzt. Ob seiner Familie etwas fehlt, sei dahingestellt. Und wir drei Idioten waren natürlich nicht angeschnallt.“

„Was fehlt euch denn?“, fragt Gerhard.

„Mir geht es, außer meinen immer noch brennenden Augen, gut“, erklärt Gustav anzüglich, mich taxierend.

„Mir fehlt, außer ein paar Blessuren, nichts“, sagt Egon bescheiden.

„Mir fehlt auch nicht viel. Ich habe nur eine Platzwunde an der Stirn“, meint Mike, der große, starke Bursche. Seine Wunde sieht wahrscheinlich schlimmer aus, als sie es ist, überlege ich.

 

Die Situation ist bedenklich.

Sehr bedenklich.

 

Die Jungen waren in Panik, und leisteten aus diesem Grund keine erste Hilfe. Wenn es stimmt, was die drei jungen Männer da von sich geben, dann ist die Ausfahrt Richtung Lienz offensichtlich gesperrt. War da ein Einsturz, oder was? Mir wird schon wieder fürchterlich heiß, denn ich denke weiter: Was ist, wenn sich weitere Einstürze ereignen? Also, nicht nur im letzten Viertel des Tunnels in südöstlicher Richtung? Was geschieht eigentlich mit einem solchen Tunnel, wenn der Berg in Bewegung gerät? Ob er komplett einstürzt? Wenn das geschehen würde, geht es mir durch den Kopf, hätten wir alle hier Anwesenden einen blitzschnellen Tod.

 

Ratz - fatz - Ende.

 

Falls er aber nur langsam und Schicht für Schicht einstürzt, was wäre dann? Gäbe es für uns überhaupt eine Möglichkeit, aus diesem dunklen, riesigen Grab entrinnen zu können? Nein. Die prozentuale Chance stünde 0: 100. Man könnte uns auch unmöglich aus diesem Tunnel herausholen. Denn wie sollten die Bergungsmannschaften diese Tausende und Abertausende von Tonnen Gestein beiseite schaffen? Das wäre sicherlich unmöglich.

 

Gab es eigentlich solch ein Ereignis schon einmal in der Vergangenheit? Überlege ich weiter. Soviel mir bekannt ist, gab es so etwas Grauenhaftes noch nie. Gut, es brannte schon mal recht anständig, wenn ein Wagen oder ein Lkw in einem der Tunnels verunglückt war, aber es war den Löschmannschaften dann doch immer gelungen, irgendwann bzw. in absehbarer Zeit an die Unglückstelle zu gelangen.

 

„Was überlegest du denn andauernd, Alfred?“, will Gerhard wissen.

„Ich denke darüber nach, ob Richtung Mittersill, also in nordwestlicher Richtung der Tunnel offen ist, oder nicht.“

„Du meinst...“

„Es könnte ja sein, Gerhard. Schließlich sahen auch wir in unserer Richtung diesen unerklärlichen Blitz.“

„Du meinst, dass dieser Blitz, diese Blitze, für den Einsturz - nein, für die Einstürze - verantwortlich sind?“ Entsetzt schaut er mich an.

„Nun, es könnte sein, Gerhard.“

„Das hieße ja...“

 

„... dass wir eingesperrt sind“, ergänze ich seine Rede.

 

Franz, der kein Wort dazu sagt, steht neben uns und hört schweigend zu. Ich sehe, wie sehr er schwitzt. Sein Gesicht ist fast weiß, und auf seiner gefurchten Stirn stehen kleine Schweißperlen. Auch die jungen Männer verhalten sich verdächtig ruhig. Sicherlich haben auch sie eine panische Angst davor, hier drinnen gefangen zu sein.

 

Plötzlich meldet sich Gustav zu Wort: „Als wir vorhin zu Ihnen gelaufen sind, habe ich an einer Wand etwas sehr Seltsames gesehen.“

„Was denn, Junge?“, frage ich ihn.

„Es sah aus wie eine Stoßstange, die sich im Fels befunden hat. Wir sahen aber nur ihre Umrisse. Außerdem befand sie sich sehr weit oben. Etwa drei Meter über der Straße. Man hätte fast annehmen können, dass der Fels eine Stoßstange verschluckt hätte.“

 

Wir drei Alten sehen uns nur ungläubig an. Und Marga sitzt im Auto und bockt. Ich wende mich an die Umstehenden:

 

„Hört mal, Leute. Es ist niemandem gedient, wenn wir jetzt gemeinsam in Panik ausbrechen. Wir müssen systematisch vorgehen: Zwei von uns gehen Richtung Mittersill und schauen, ob der Ausgang frei ist. Und Zwei laufen zurück Richtung Lienz. Schließlich müssen wir nachsehen, wie es der Frau geht, die mit ihrem Van und ihrem Hund an die Wand geknallt ist. Sicherlich braucht sie Hilfe. Außerdem wissen wir nicht, wie es der Familie in ihrem Rover geht. Von ihnen könnte ja auch jemand ernsthaft verletzt sein.“

 

Ich schaue in die Runde, und alle nicken zustimmend. Aber Keiner von ihnen sagt auch nur ein Wort. Hat es ihnen die Sprache verschlagen? Oder stehen sie unter Schock? Wenn ich in mich selbst hineinhorche, muss ich mir eingestehen, dass auch ich unter großem Stress stehe. Ich wundere mich sowieso, dass ich trotz der furchtbaren Situation so ruhig bin. Außerdem wundere ich mich, dass Keiner von den anderen, die verunglückt sind, den Jungen gefolgt ist. Stehen auch sie so sehr unter Schock? Oder was ist los mit ihnen?

 

Gerhard meldet sich nun doch zu Wort: „Also, ich schlage jetzt endgültig vor, dass Franz und ich dort vorne nach dem Ausgang des Tunnels sehen. Und du, Alfred, kannst ja mit einem der Jungen zurücklaufen und nach den Verunglückten sehen.“

„Wir nehmen sicherheitshalber einen Erste-Hilfe-Kasten mit.“

Er antwortet: „Ja, mach das mal.“

„Ich gehe mit Ihnen“, meldet sich der kleine Egon bei mir.

„Gut“, sage ich. „Machen wir es so. Du, Gustav und du, Mike passt bitte auf Franz` Frau auf, bis wir wieder zurück sind. So lange kann es ja nicht dauern.“

 

Gerhard und Franz marschieren in nordwestliche Richtung los. Und Egon und ich machen uns auf den Weg in südöstliche Richtung. Was werden wir wohl erreichen? Wie stehen unsere Chancen? Schweigend laufen wir Beide nebeneinander her. Doch dann meint Egon kleinlaut:

 

„Ich habe keine Ahnung von erster Hilfe.“

„Ich mache das schon, Egon.“

 

Wir laufen einige Minuten schweigend nebeneinander her (es wird hier zusehends düsterer Offensichtlich verlieren die Leuchtkörper langsam ihre Wirkung), bis wir endlich an den Ort des Geschehens kommen: Direkt vor uns ist diese schwarze, leicht glänzende Wand. Der Tunnel ist in dieser Richtung absolut dicht. Der schwarze Golf hängt auf dem Rover, und dieser auf dem Van. Die drei Fahrzeuge sind absoluter Schrott. Soviel kann man schon von hier erkennen.

 

Und es ist verdächtig ruhig hier.

 

Wir gehen vorsichtig an den Rover heran und werfen einen Blick in das Wageninnere: Er, der Bulle, hängt über seinem Lenkrad und stiert auf den Schrotthaufen vor sich, also auf den blauen Van der Dame mit Hund. Seine Frau tut es ihm gleich. Sie bewegen sich nicht, auch reagieren sie nicht auf uns. Merkwürdig, überlege ich. Der kleine, feiste Junge liegt auf dem Rücksitz und schläft.

 

„Hallo! Sie da!“, sage ich zu dem Stier von Mann. Seine Fenster sind nicht mehr vorhanden. Die Splitter liegen überall verstreut auf der Straße.

Er blickt langsam zu mir herüber und sagt: „Ach, Sie sind es.“ Dabei kratzt er sich am Kinn.

„Was ist hier los? Warum sind Sie denn in Ihrem Wagen sitzen geblieben?“

„Ja, sehen Sie denn nicht die Wand vor uns?“, ist seine Gegenfrage. Es geht ihm offenbar recht gut. Zumindest physisch.

Seine Frau, eine kleine, schmale Person mit einem wieselflinken Blick, schaut mich an und sagt: „Ist dort hinten auch eine Wand?“

„Das wissen wir leider noch nicht“, antworte ich ihr.

 

Plötzlich hören wir ein leises, knurrendes Geräusch: „Das kann nur der Hund von der Frau da vorne sein“, stellt der vierschrötige Kerl fest.

Anscheinend ist der kleine Kerl hinten plötzlich wach geworden: „Papa, wo ist der Hund?“

„Kommen Sie.“, flüstert mir Egon ins Ohr. „Wir müssen nach der Frau schauen.“

„Ich befürchte, dass ihr mehr fehlt, als nur eine Schramme.“ Der Kerl deutet mit dem Zeigefinger nach vorne Richtung Van.

 

Egon und ich gehen die paar Meter zu dem völlig kaputten Van. Er sieht schlimm aus, der Wagen Sehr deutlich hören wir plötzlich den Dackel jaulen. Ich werfe einen kurzen Blick auf den Fahrersitz, auf dem die Dame aus Nürnberg hängt. Ja, sie hängt regelrecht hinter ihrem Steuer, trotz des angelegten Sicherheitsgurtes. Ich kann sie aber nicht genau erkennen, weil es hier so überaus düster ist. Ich versuche, die FahrerTür zu öffnen, jedoch gelingt mir das nicht. Zu Zweit ziehen wir mit vereinten Kräften an der verklemmten Tür: Hauruck, Hauruck. Warum hilft uns dieser Ochse in seinem Rover nicht? Verflucht noch mal! Peng! Die Tür kracht aus ihren Scharnieren und fällt seitlich herunter.

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