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Das kleine Buch der Mafiaweisheiten

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WESLEY JACQUES

DAS KLEINE BUCH DER

MAFIA-
WEISHEITEN

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Übersetzung aus dem Englischen
von Wolfdietrich Müller

Illustriert von Jürgen Speh

INHALT

  1. EINLEITUNG
  2. 1. DIE ÜBLICHEN VERDÄCHTIGEN
  3. 2. FAMIGLIA E AMICI
  4. 3. DES LIEBEN GELDES WEGEN
  5. 4. MANCHMAL MUSS MAN DEUTLICH WERDEN
  6. 5. ZUTATEN FÜR EINEN GEMACHTEN MANN
  7. 6. SEI IN ALLEN SITUATIONEN LOYAL ZU DEINEN LEUTEN
  8. 7. BERÜHMT-BERÜCHTIGT
  9. 8. MANCHMAL SIND DIE SCHEINBAR GUTEN DIE BÖSEN
  10. 9. ICH BIN DER BOSS
  11. 10. DIE MÖGLICHKEIT ZU SCHEITERN GEHÖRT ZUM GESCHÄFT

EINLEITUNG

Die Männer, die in hohem Maß zur Wirklichkeit des amerikanischen Traums beigetragen haben – die das Vermächtnis dieses Landes durch ihre Taten und Leistungen geprägt haben –, fallen selten hübsch säuberlich in die Kategorien gut oder böse, rechtschaffend oder niederträchtig. Manche waren ausgesprochene Gauner, Schurken oder Gangster. Manche mordeten, und viele stahlen. Manche bedienten sich einer Sprache, bei der Ihre Mutter erröten würde. Diese Männer werden zumeist »Politiker« genannt.

Aber ein Mafioso oder ein namhafter Gangster zu sein verlangt mehr als nur kriminelle Aktivität. Solche Personen erlangen dauernde Achtung und Bewunderung, weil sie komplizierte, aber durch und durch amerikanische Vorstellungen von Ehre, Ehrgeiz und Stil verkörpern. Sie kommen oft aus dem Ausland – Italien, Irland und Hollywoods Kuba –, leisten aber einen beträchtlichen Beitrag zu unserem kulturellen Herzschlag und unseren Idealen. Indem man ihre Großtaten aufgreift, werden sie als Superhelden vergöttert – mit Schnellfeuerwaffen und illegalem Alkohol anstatt Capes und Strumpfhosen, ansonsten aber nicht zu unterscheiden.

Wir kennen ihre Namen: Capone, Gotti, Sammy the Bull. Wir laden sie ständig in unsere Häuser ein, damit sie ihre Geschichten mit zusätzlichem filmischen Glanz nacherzählen. (Würden wir sie in persona zu uns nach Hause einladen? Nein, ganz bestimmt nicht. Aber das gehört nicht zur Sache.) Diese Schlägertypen haben unleugbar einen festen Platz in unseren Köpfen und Herzen.

Hier also folgt eine Sammlung ihrer Weisheit, ihrer pfiffigen Bemerkungen und Sprüche, die einen Einblick in die Philosophie und Persönlichkeit des kriminellen Untergrunds zulassen. Die Perlen hierin reichen von verhängnisvoll über arrogant bis dümmlich, aber die Weisheit ist dennoch sonnenklar.

(Maschinenpistolen werden separat verkauft.)

Kapitel 1

Alles, was ich jemals tat, war, Bier und Whiskey an unsere besten Leute zu verkaufen. Alles, was ich jemals tat, war, einen Bedarf zu decken, der ziemlich populär war.

– Alphonse Gabriel »Al« Capone

Ich wollte nur sein, was ich schließlich wurde.

– John Joseph Gotti Jr. »The Dapper Don«

Wenn du viel von dem hast, was die Leute wollen und nicht kriegen, dann kannst du den Bedarf decken und Kohle scheffeln.

– Charles »Lucky« Luciano

KOMMANDIEREN IST BESSER ALS SEX.

(Comandare è meglio che fare sesso.)

– Salvatore »Toto« Riina

MIT MIR LEGT SICH NIEMAND AN.

– Vincent »The Chin« Gigante, als ihn ein Wachmann fragte, ob er im Gefängnis Schutz brauche

[Gigante] war vermutlich die am cleversten organisierte Verbrecherpersönlichkeit, die ich jemals gesehen habe.

– John Pritchard, ehemaliger leitender FBI-Beamter, der in den 1980ern mit den Ermittlungen gegen die Genovese-Familie beauftragt war

Gute Geldanlagen gehen nicht in die Vorstädte. Du und deine Familie werden auffallen wie ein bunter Hund, und die Bundespolizei wird immer genau wissen, wo du bist.

– Murray »The Camel« Humphreys zu Antonio »Big Tuna« Accardo

Mein Herr, Sie machen einen großen Fehler.

– Salvatore Riina, als die Polizei ihn 1993 festnahm

Ich hätte was werden können, zumindest ’n klasse Boxer. Und was bin ich geworden? ’n gemeiner Lump.

– Terry Malloy, Die Faust im Nacken (1954)

WER TAUB, BLIND UND STUMM IST, LEBT TAUSEND JAHRE IN FRIEDEN.

(Cu è surdu, orbu e taci, campi cent’anni ’mpaci.)

– John Gotti, altes sizilianisches Sprichwort

Accordo hat mehr Grips vor dem Frühstück, als Al Capone jemals den ganzen Tag hatte.

– Kolumnist George Murray aus Chicago, der die Klugheit der zwei Mafiabosse verglich

Wäre er kein Mafioso gewesen, hätte er ein erfolgreicher Geschäftsmann sein können. Er denkt moderner als die meisten Mafiosi in Nordamerika. Er hat nichts vom Erscheinungsbild des Filmstereotyps von einem Gangster. Er ist nicht wie Anthony Soprano oder Figuren, wie sie im Fernsehen oder in Hollywood verkörpert werden. In Montreal wird Rizzuto von jedermann respektiert.

– Krimiautor Antonio Nicaso über Vito »Montreal’s Teflon Don« Rizzuto

[ICH] MACHE GAR NICHTS.

– John »No-Nose« Difronzo, als er nach seiner Verbindung mit D&P Construction gefragt wurde, einer Firma in Chicago, die seiner Frau gehörte und vom FBI häufig zwielichtiger Geschäfte beschuldigt wurde

Wer schweigt und den Kopf neigt, stirbt jedes Mal, wenn er dies tut. Wer laut spricht und mit erhobenem Kopf geht, stirbt nur einmal.

– Giovanni Falcone, sizilianischer Richter, bevor er 1992 von der Corleoneser Mafia ermordet wurde

Wenn jemand oder etwas seine Geliebte war, dann war es dieses Hotel in Las Vegas. Ich wusste nie, dass Ben in diesen Bandenkram verwickelt war. Ich kann mir nicht vorstellen, wer ihn erschoss oder warum.

– Virginia Hill, Benjamin »Bugsy« Siegels Geliebte, die nach seinem Tod 1947 die Behörden belügt

HABEN SIE BITTE GEDULD MIT MIR. ICH BIN EIN WENIG NERVÖS.

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– Carmine »The Snake« Persico als sein eigener Verteidiger während des Prozesses 1985

Das ist das Paradies, ich sag es dir. Diese Stadt ist wie ’ne schöne große weiche Muschi, die nur darauf wartet, gefickt zu werden.

– Tony Montana, Scarface (1983)

Sie kennen meine Gefühle: Jeder Tag ist ein Geschenk. Es ist bloß ... muss das Geschenk nur ein Paar Socken sein?

– Anthony »Tony« Soprano Sr., Die Sopranos (2006)

Unser Leben, es ist ein wunderbares Leben. Wenn du so leben kannst und davonkommst, hey, das ist fantastisch. Aber es ist völlig unberechenbar. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie du es vermasseln kannst.

– Paul »The Howard Hughes of the Mob« Castellano

Das ist eine Verleumdung.

– Lucky Luciano, der Behauptungen, er sei ein Zuhälter, abstreitet

Keine Sorge, keine Sorge. Sehen Sie sich die Astors an und die Vanderbilts, die ganze feine Gesellschaft. Sie waren die größten Diebe, und betrachten Sie sie heute. Es ist nur eine Frage der Zeit.

– Meyer Lansky

Ich kenn [ein Sprichwort] aus Italien: Bau einmal Scheiße, und du verlierst zwei Zähne.

– Tony Soprano, Die Sopranos (2000)

Trage keine Waffe bei dir. Es ist schön, sie in der Nähe zu haben, aber trage sie nicht bei dir. Du könntest verhaftet werden.

– John Gotti

Jetzt werden wir eine Runde drehen! [Bart und Lisa erschrecken] Ich bin mit der Fahrgemeinschaft dran! [Die Kinder atmen auf] Also wer von euch will bei den Fischen schlafen? [Sie erschrecken] ... Ich hab euch nämlich diese Findet Nemo-Bettwäsche mitgebracht!

– Fat Tony, Die Simpsons (2006)

ABER ICH SCHEISS NICHT DA, WO ICH ESS.

– Tony Soprano, Die Sopranos (1999)

Drei zu eins, dass ich freikomme.

– John Gotti, als Polizeibeamte ihn 1989 festnahmen

Homer: Augenblick mal, ihr könnt mich nicht umbringen, weil ich Krusty bin, das bin ich nicht. Ich bin Homer Simpson.

Fat Tony: Etwa der Homer Simpson, der diesen Wagen gegen unsere Klubhauswand gesetzt hat?

Homer: Ähm, eigentlich heiße ich Barney. Ja, Barney Gumble.

Louie: Etwa der Barney Gumble, der andauernd Fotos von meiner Schwester macht?

Homer: Na ja, mein richtiger Name ist im Grunde ... denk, Krusty, denk, Joe Valachi.

Louie: Etwa der Joe Valachi, der vor dem Senatsausschuss über Verbrecherorganisationen ausgepackt hat?

Homer: Benedict Arnold!

Legs: Etwa der Benedict Arnold, der Westpoint den verhassten Briten überlassen wollte?

Die Simpsons (1995)

Annahme eines Gangsterspitznamens:
John-Gotti-Ausgabe

Als John Joseph Gotti Jr. in Springfield, Missouri, geboren, nahm Gotti im Laufe seines Lebens auf seinem Weg zum Oberhaupt der kriminellen Gambino-Familie mehrere Decknamen an, darunter die berüchtigten:

  • »The Dapper Don« – wegen seines Sinns für modische Kleidung.
  • »The Teflon Don« – wegen seines juristischen Gespürs (Anklagen perlten stets an ihm ab).
  • »Black John« – wegen seines schwarzen Humors.
  • »Crazy Horse« – vermutlich nicht wegen indianischer Abstammung.
  • »Johnny Boy« – wegen mangelnder Kreativität, das ergibt einen Sinn.

KEIN PENNER REDET ÜBER EINEN PENNER.

– Carlo Gambino

Wenn du was von mir willst, musst du mich schon holen.

– Caesar Enrico »Rico« Bandello, Der kleine Caesar (1931)

Hüte dich, deine Feinde zu hassen, denn es trübt dein Urteilsvermögen.

– Michael Corleone, Der Pate: Teil III (1990)

Meine Freunde nennen mich Ben, Fremde Mr. Siegel, und Typen, die ich nicht leiden kann, nennen mich Bugsy, aber sagen es nicht zu mir persönlich.

– Benjamin »Bugsy« Siegel

Viele junge Männer sind den falschen Pfad zu ihrer wahren Bestimmung gegangen. Zeit und Glück bringen sie normalerweise auf den richtigen Pfad.

– Mario Puzo, Der Pate (Roman, 1969)

Evelyn Frechette: Was genau machst du so beruflich?

John Dillinger: Ich bin John Dillinger. Ich raube Banken aus.

Public Enemies (2009)

Fat Tony: Ich werd den Bürgermeister umlegen und ebenso seine Frau, auch seine Katze und seinen Hund. Alle umlegen.

Louie: Mo-mo-moment, Augenblick, wer kommt vor der Katze?

Fat Tony: (seufzt) Erledigt nur den Bürgermeister.

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Die Simpsons (1998)

Ich arbeite in der Abfallentsorgung, und dann glaubt jeder sofort, dass man Mafiaverbindungen hat. Das ist nur abgedroschen. Und beleidigend. Du solltest als Allerletzte so was verbreiten ... Es gibt keine Mafia.

– Tony Soprano, Die Sopranos (1999)

Du lernst, wenn du Leute essen siehst.

– Frank Costello, Departed – Unter Feinden (2006)

Gerade wo ich denke, ich bin raus, ziehen sie mich wieder rein.

– Michael Corleone, Der Pate: Teil III (1990)

Soll das denn heißen, eure Bande hat mir nur ’nen Gefallen getan, damit ihr was dafür wiederkriegt? Aber Fat Tony! Da kann ich dir wirklich nur noch den Rücken zukehren.

– Homer Simpson, Die Simpsons (1997)

Las Vegas macht Frauen zu Männern und
Männer zu Idioten.

– Benjamin »Bugsy« Siegel

Was Sie sehen werden, sind diese Männer, diese Verbrecherbosse, die gegeneinander kämpfen, sich gegenseitig in den Rücken fallen, weil jeder von ihnen versucht, einen größeren Anteil an den illegalen Gewinnen zu bekommen.

– Michael Chertoff, amerikanischer Staatsanwalt, der 1985 zahlreiche Mitglieder der Mafia verfolgte

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