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Das kleine Börsen-Lexikon

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Vorwort

Im Vorwort zu der 1984 erschienenen 15. Auflage des »kleinen Börsen-Lexikons« habe ich – obwohl es damals noch »richtig« klein war – geschrieben: »Aus dem Verständnis heraus, dass von einer Darstellung zur ›Börse‹ wesentlich mehr zu erwarten ist und erwartet wird als Beschreibungen von Börsentechnik, Aktienrecht u. dgl., ist die vorliegende Neuauflage um den Kern und Schwerpunkt Börsen- und Aktienwesen herum zu einem Handbuch für zahlreiche Fragen und Gebiete eines umfassenden Vermögens- und Kapitalanlage-Managements erweitert und vertieft worden. Der rationale Kapitalanleger muss sich heute – neben seinem eigentlichen ›Zielgebiet‹: der Börse und der Wertpapieranlage – mit einer Vielzahl alternativer Anlageobjekte und -wege auf inländischen, ausländischen und internationalen Märkten auseinandersetzen. Die Anlagepolitik und der anlagestrategische Möglichkeitsbereich des Kapitalanlegers, ebenso wie das Umfeld des Börsen- und Wertpapierinteressenten im engeren Sinne, unterliegen heute einer Vielzahl von externen Einflüssen und Bedingungen, die es zu kennen und einzuschätzen gilt, möglichst durch schnell verfügbare und präzise Informationen. Diese und entsprechende weitere Zielvorstellungen hat sich die Neubearbeitung des ›kleinen Börsen-Lexikons‹ zu eigen gemacht.« Trotz der inzwischen verstrichenen langen Zeit müsste ich das heutige Vorwort mit den gleichen Sätzen beginnen wie damals; sie haben allerdings noch weitaus größeres Gewicht erhalten.

Die relativ lange Zwischenzeit zur vorhergehenden 22. Auflage dieses Lexikons erklärt sich so (auch) aus einer nur schwer überschaubaren und lexikalisch fassbaren Vielfalt und Komplexität von neuen Entwicklungen, grundlegenden Veränderungen usw. auf den Gebieten, denen sich »Das kleine Börsen-Lexikon« seit jeher widmet und die es für diese Neuauflage zu erfassen und zu verarbeiten galt. So war es nicht zu vermeiden, dass Letztere nicht nur eine mehr oder weniger stark überarbeitete Auflage wurde, sondern in größtem Umfang neu zu erstellen und teils auch neu zu konzipieren war. Es sind Schnelllebigkeit und Innovativität des finanzwirtschaftlichen Sektors der Wirtschaft – weit über den Bank- und Börsenbereich hinausgehend –, »Produktivität« des Ordnungsgebers (oder besser: der Ordnungsgeber national und international), die dafür verantwortlich zeichnen: Nicht zuletzt die so genannte große Finanzkrise der letzten Jahre hat mir auferlegt, Vieles, was ich bereits neu oder stark verändert für die Neuauflage in trockenen Tüchern zu haben glaubte, erneut ändern zu müssen – zuweilen mehr als einmal.

Dass der traditionsbeladene Titel »Börsen-Lexikon« die Realität des Buches nicht mehr ausreichend abbilden kann, gilt nicht erst seit dieser Neuauflage, ist aber erheblich verstärkt der Fall. Die heutige Vielzahl und Vielfalt von Geld- und Kapitalanlageprodukten, -techniken, -strategien, von Finanz-, Absicherungs- und spekulativen Instrumenten war bis vor wenigen Jahren nicht denkbar. Der Wandel bei Institutionen – z.B. sind Börsen im engeren Sinne nur noch eine Gruppe der vielfältigen »Handelsplattformen« –, und den für ein Börsenlexikon heute einschlägigen, obwohl Börsen gar nicht mehr berührenden Finanztransaktionen, Kapitalanlagevorgängen und -objekten sowie Märkten und Verfahren – »Der Spiegel« (2011) spricht treffend von einer »neuen, virtuellen Handelswelt« –, rasant sich fortentwickelnden Informationstechnologien, rechtlichen Rahmenbedingungen, anderen Vorgaben und vielem mehr, haben insgesamt bewirkt, dass »Das kleine Börsen-Lexikon« sich in dieser Neuauflage noch wesentlich stärker zu dem umfassenden Handbuch und Nachschlagewerk des gesamten Spektrums vorgenannter Erscheinungen fortentwickeln musste. Auch vor diesem neuen Hintergrund soll es die umfassende Informationsquelle sein und bleiben, als die es stets angelegt war.

Dass dabei rechtliche Vorgaben für Märkte, Produkte und Handelnde wesentlich ausführlichere Berücksichtigung erfahren haben als in früheren Auflagen, soll zum einen versuchen, das Dickicht ihrer kaum noch zu überblickenden Vielfalt zu lichten und zu strukturieren, zum anderen aber auch den Adressatenkreis des Buches erweitern: über Studierende, Berufsanfänger usw. hinaus auch den vielen professionell auf einschlägigen Gebieten Tätigen Informationshilfe sein. Es soll sich damit auch deutlich abheben von der inzwischen Vielzahl einschlägiger Veröffentlichungen vor allem im Internet, die die Sachwörter in kurzen stichwortartigen Erläuterungen behandeln.

Sollten solche Absichten in etwa Erfolg haben, würde ich mich freuen. Wie immer bitte ich aufmerksame Leser, die (allein von mir zu verantwortende) Mängel entdecken, um entsprechende Mitteilung, wofür ich dankbar wäre. Gegenstände, die der Leser im vorliegenden Buch nicht findet, lassen sich möglicherweise aus der Schwesterpublikation, meinem »kleinen Bank-Lexikon«, erschließen.

Es ist mir last but not least ein besonderes Bedürfnis, mich anlässlich des Erscheinens gerade dieser Auflage sehr herzlich bei Herrn Michael Tochtermann zu bedanken, der über lange Zeit hinweg bis heute, da er diese Aufgabe nicht mehr gerade hauptberuflich ausübt, meine Lexika als Verlagsleiter und -lektor begleitet und intensiv betreut hat – und sie auch lesen musste (was angesichts ihres Umfangs ein nicht stets leicht zu schulterndes Unterfangen war). Michael Tochtermann stand mir bei allen Fragen und zu allen Zeiten freundschaftlich zur Seite, auch in etwas »problematischen« Phasen, wie sie wohl jeden Autor von Zeit zu Zeit quälen.

Köln, Mitte 2011

Hans E. Büschgen

B

b

b, bez, bz.

B

1. Single B. Klassifikation (Kategorie Speculative) beim Rating langfristiger Schuldtitel; Non-Investmentgrade. Die Sicherheit für Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung ist langfristig gering.

2. Single B. Klassifikation für Shortterm-Debtratings mit Ursprungslaufzeiten unter 365 Tagen, speziell Notes und Commercialpaper. Verbindlichkeiten, die nur ausreichende Voraussetzungen für pünktliche Bezahlung der Verbindlichkeiten daraus aufweisen. Eingeteilt in Stufen A1, A2, A3.

2. Kurszusatz. Abk.f. Brief (Angebot) in Kursblättern: Zum genannten Kurs wurden Wertpapiere angeboten, ohne dass Nachfrage vorlag.

3. Abk.f. Bénéfice (Report).

Ba

Klassifikation (Kategorie: Speculative) beim Rating langfristiger Schuldtitel; Non-Investmentgrade. Nur mäßige Abdeckung von Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung, auch in wirtschaftlich günstigen Zeiten.

BA

1. Abk.f. Bundesanzeiger.

2. Abk.f. Berichtigungsaktie.

Baa

Klassifikation (Kategorie: Mediumgrade) beim Rating langfristiger Schuldtitel; Non-Investmentgrade. Zwar ausreichende Fähigkeit für Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung, aber bestimmte Deckungselemente für diese Zahlungen können im Fall ungünstiger wirtschaftlicher Bedingungen fehlen und zur Schwächung der Schuldendienstzahlungen führen.

Backbond

1. Auch: Virginbond. Aus Ausübung eines Warrant resultierender Bond.

2. Frontbond.

Backmonth

Zeitlich ferne Monate, Kontrakte. An Terminbörsen dem Spotmonth folgende Fälligkeiten von Terminkontrakten bzw. diejenigen Kontrakte, deren Verfalldaten am weitesten vom derzeitigen Verfall bzw. Lieferung entfernt liegen.

Backmonth-Spreadmargin

Marginart an Terminbörsen bei Spreadgeschäften, die auf Backmonth-Basis abgewickelt werden, d. h. auf Basis zeitlich entfernterer Fälligkeiten.

Backoffice

Im Wertpapierkundengeschäft von Banken, Brokern u. a. WDU Bez. für Abteilungen und Mitarbeiter, die mit der Gesamtheit der technischen Abwicklung der im Frontoffice getätigten Wertpapier- u. ä. Geschäfte befasst sind. Ggs.: Frontoffice.

Backspreader

Spreader, der eine Backspread-Strategie verfolgt.

Backspread mit Calls

Auch: Callratio-Backspread. Arbitragegeschäft; Optionskombinationsstrategie, bei der At-the-Money-Calls mit niedrigem Basispreis ver- und eine größere Zahl Calls mit höherem Basispreis gekauft werden. Die Verfalltermine aller Kontrakte sind gleich. Der Backspreader erzielt bei steigendem und fallendem Kassakurs bzw. Marktpreis des Basiswerts Gewinn unter der Voraussetzung, dass bei Eröffnung der Position eine Nettooptionsprämie (Netcredit) vereinnahmt wird. Das Verhältnis zwischen ge- und verkauften Kontrakten wird bei einem solchen Deltaspread mit Hilfe der Deltas der beiden Optionskontrakte ermittelt. Das Delta der zu kaufenden wird durch das der zu verkaufenden Option dividiert. Steigt der Kurs nach Eröffnung der Position, begründet die Kaufposition ein theoretisch hohes Gewinnpotenzial, da mehr Kaufoptionen ge- als verkauft wurden; jedoch steht dem die ggf. frühzeitige Inanspruchnahme aus der Verkaufsposition entgegen, vor allem wenn sich die verkauften Calls deutlich ins Geld bewegen und ihr innerer Wert nur noch gering ist. Dem kann durch Rückkauf der Kontrakte vorgebeugt werden. Ein Verlust bleibt stets auf den Unterschied zwischen den beiden Basispreisen abzgl. vereinnahmter Optionsprämie begrenzt. Entspricht der Kurs des Basiswerts zum Verfalltermin dem Basispreis der verkauften Calls oder unterschreitet er diesen, verfallen meist alle Optionen, ohne dass es zur Ausübung kommt; es entsteht ein Gewinn in Höhe der vereinnahmten Optionsprämie. Max. Gewinn entsteht bei geringem, Inanspruchnahme aus der Verkaufsposition ausschließendem Kursanstieg. Anders: Backspread mit Puts.

Backspread mit Puts

Auch: Putratio-Backspread. Arbitragegeschäft; Optionskombinationsstrategie, bei der At-the-Money-Puts mit einem höheren Basispreis ver- und eine größere Zahl Out-of-the-Money-Puts mit niedrigerem Basispreis gekauft werden. Einerseits profitiert der Backspreader mit den gekauften Puts von fallendem Kassakurs, andererseits erzielt er durch gleichzeitigen Verkauf dieser Kontrakte bei steigendem Kurs geringfügigen Gewinn unter der Voraussetzung, dass bei Positionseröffnung eine Nettooptionsprämie (Netcredit) vereinnahmt wird. Eine Baissebewegung eröffnet auf der Longseite theoretisch hohes Gewinnpotenzial, das durch eine ggf. frühe Inanspruchnahme aus der Shortseite begrenzt wird. Tritt ein unerwarteter Kursanstieg ein, verfallen die ge- und verkauften Kontrakte unausgeübt. Das Verlustrisiko wird max., wenn der Kassakurs zum Verfalltermin dem niedrigen Basispreis der gekauften Puts entspricht, da bei einem Überschreiten dieses Punkts der Verlust aus der Verkaufsposition durch den Wertzuwachs der Kaufposition kompensiert wird. Der Gewinn ergibt sich aus der vereinnahmten Nettooptionsprämie. Anders: Backspread mit Calls.

Backspread(strategie)

Arbitragegeschäft; Optionskombinationsstrategie. Umkehrung von Ratiocall- bzw. -putspread. Backspread-Strategien machen den Aufbau größerer Positionen mit hohen Transaktionskosten erforderlich, sodass aus dem Back- ein Alligatorspread werden kann (Spread, dessen Gewinn durch hohe Transaktionskosten aufgezehrt wird). Arten: Backspread mit Calls oder Puts.

Backtesting

Verfahren zur Validierung (Überprüfung der Prognosegüte) eines Risikomodells, insbesondere im Bereich von Kurs- und Preisrisiken von institutionellen Anlegern. Dabei wird auf den Vergleich der vom Risikomodell prognostizierten Werte und den unter Zugrundelegung der tatsächlichen Preisbewegungen eingetretenen negativen Wertveränderungen (Verluste) unter der Annahme eines unveränderten Portfolios über einen Tag (Haltedauer) abgestellt. Die prognostizierte Nettovermögensänderung wird mit der tatsächlich aufgetretenen innerhalb eines Handelstages verglichen. Als Maß für die Güte eines Risikomodells gilt die Anzahl der Überschreitungen des Ersteren durch die tatsächliche Wertänderung. Sofern das Modell innerhalb eines bestimmten Zeitraums häufig Fehlprognosen produziert – der tatsächlich eingetretene Verlust ist größer als der errechnete VaR –, wird die Prognosegüte des Modells von der BaFin in der Weise beurteilt, dass, je mehr Fehlprognosen in den zurückliegenden 250 Handelstagen festgestellt werden, desto schlechter das Modell eingestuft wird. Bis zu 4 Fehleinschätzungen gelten als akzeptabel, während sich bei darüber hinausgehenden Fehlprognosen der Faktor, mit dem der VaR zur Ermittlung der Eigenmittelanforderungen multipliziert werden muss, erhöht. Der sog. Ampelansatz zeigt die Stufung dieses Erhöhungsfaktors.

Backup-, Backstop-, Back-to-Backstop-Facility, -Fazilität, -linie

1. Auch: Standby-, -Facility, -Fazilität, -linie. Absicherungszusage gegen Platzierungsrisiken bei der Emission von Wertpapieren.

2. Verfügbarkeitszusage – evtl. Garantie – von Banken zu Gunsten eines Unternehmens, das mittel- bis langfristigen Finanzbedarf durch revolvierende Emission kurz- bis mittelfristiger spez. Schuldtitel – Notes o. Ä. – decken will. Banken verpflichten sich, in den Fällen, in denen die Schuldtitel des Unternehmens am Markt nicht platziert werden können, sie laufend zu übernehmen oder das benötigte Kapital unmittelbar zur Verfügung zu stellen.

Backwardation

1. Situation, in der ein höherer Kassa- als Terminpreis für Terminhandelsobjekte existiert, vor allem Produkte, Waren etc. (urspr. Edelmetalle). Kann unterschiedlich lange andauern und u. U. bestimmte Spekulationsausrichtungen in Schwierigkeiten bringen, denn das Vorliegen von Backwardation deutet oftmals auf Beschaffungsprobleme bzw. Marktengen in den entsprechenden physischen Märkten hin, was u. U. gezielt hervorgerufen wird (Corner, cornering, cornern). Ggs.: Contango.

2. Situation, in der der Preis für länger laufende Rohstofffutures niedriger ist als der für kürzer laufende. Das bedeutet, dass die Preiserwartung des betr. Rohstoffs bis zur Fälligkeit des länger laufenden Futures negativ ist. Gründe hierfür können darin liegen, dass verschiedene Marktteilnehmer die aktuellen Preise als überhöht ansehen, andererseits dass es zu einer plötzlichen, unerwarteten Verknappung des Angebots kommt (z. B. weil die tatsächliche Ernte kleiner als erwartet ausfällt). Daraus entsteht am Markt ein Nachfrageüberhang, was zwangsläufig zu höheren Preisen sowohl am Spotmarkt als auch bei den kürzer laufenden Futures führt. Wird darüber hinaus erwartet, dass es sich lediglich um vorübergehende Verknappung handelt, weil die nächste Ernte bereits als sicher oder zumindest derzeit nicht als gefährdet angesehen wird, ist der Preis für länger laufende Futureskontrakte günstiger. Contango dagegen ist der Normalzustand, wenn längere Laufzeiten höher notieren als kürzere.

BaFin

Abk.f. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Bahamas

Währung: (Bahamian) Dollar. Wertpapierbörse: Bahamas International Securities Exchange (BSIX) in Nassau.

Bahnanleihe

Schuldverschreibung (Anleihe), deren Emittent die Deutsche Bahn AG – allg.: eine Eisenbahngesellschaft – ist.

Bahrain

Währung: (Bahrain) Dinar. Wertpapierbörse: Bahrain Stock Exchange (BSE). Indizes: Bahrain All Share, Dow Jones Bahrain, Estirak Index. Staatsfonds: Bahrain Mumtalakat Holding Co.

BAI

Abk.f. Bundesverband Alternative Investments.

Baisse

Auch: Bärenmarkt, Bearmarket. Durch längere Zeit anhaltend stark sinkende Kurse (Kursverluste) charakterisierte Börsentendenz. Umfasst i. d. R. große Teile des Markts bestimmter Wertpapiere bzw. den Gesamtmarkt und hält oft lang an. Börsenweisheit: La Baisse amène la Baisse (die Baisse nährt die Baisse). Ggs.: Hausse, Bullenmarkt, Bullmarket.

Baisseengagement

Im Terminhandel eingegangene Verpflichtung zum Verkauf i.Hbl.a. erwartetes Sinken der Kurse (Preise) in Gestalt eines Leerverkaufs (Fixen). Der ein solches Engagement eingehende Baissier erwartet, dass er die kontrahierten Wertpapiere spätest. kurz vor dem Termin seiner Lieferverpflichtung zu einem niedrigeren Kurs erwerben kann. fixen, Fixing, Schwänze, (auf)schwänzen. Ggs.: Hausseengagement.

Baisseformation, -umkehrformation

Hausse- und Baisseformation, Hausse- und Baisseumkehrformation.

Baisseklausel

Vereinbarung, dass sich ein Geldkapitalbetrag mit steigendem Kurs einer bestimmten Auslandswährung entsprechend erhöht. Form der Indexierung.

Baissepartei

Auch: Contremine. Gesamtheit der à la Baisse spekulierenden Personen, der Baissiers. Ggs.: Haussepartei.

Baisseposition

Shortposition.

Baisseprodukt

Finanzprodukt, das für Kapitalanleger in Frage kommt, die auf fallende Kurse spekulieren. Beispiel: Reversezertifikat. Meist sehr risikobehaftet, kann bei sehr starken Kursverlusten des Basiswerts (Underlying) zu Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Ggs.: ­Hausseprodukt.

Baissespekulant

Spekuliert à la Baisse, auf eine Baisse; er ist Baissier. Ggs.: Haussespekulant, Haussier.

Baissespekulation

Marktpolitisches Verhalten an der Börse, das in Erwartung sinkender Kurse durch Verkäufe gekennzeichnet ist. Ggs.: Haussespekulation.

Baissespread

Bearspread.

Baissetrendkanal

Trendkanal(analyse), Point&Figure-Analyse, -Chart.

Baisseunterstützungs- und Baissewiderstandslinie

Konstrukte der technischen Analyse. Bei Konstruktion einer Baissewiderstandslinie ist das Element im Point&Figure-Chart Ausgangsbasis, das sich oberhalb der höchsten Kreuzsäule befindet; davon ausgehend wird eine 45 °-Linie nach rechts unten gezeichnet; entsprechend eine Baisseunterstützungslinie von dem Punkt aus als 45 °-Linie ebenfalls nach rechts unten, von dem ausgehend sie unterhalb des letzten Bodens in eine Kreuzsäule hinein verläuft. Baissewiderstands- können sich in -unterstützungslinien verwandeln und umgekehrt. Chartisten sehen Kaufsignale unterhalb der Baissewiderstandslinie und Verkaufsignale oberhalb der Hausseunterstützungslinie als Fehlsignale an.

Baissier

Auch: Bär, Bear, Fixer. Auf einen Kursrückgang, à la Baisse spekulierende Person, vor allem an der Börse. Wertpapierverkäufer, der mit rückläufigen Börsenkursen rechnet und deshalb Wertpapiere, die er nicht besitzt, verkauft (Leerverkauf, Fixen) bzw. im Terminhandel Geschäfte zur Lieferung an einem späteren Termin abschließt, ein Baisseengagement eingeht. Der Baissier erwartet, die für die Erfüllung seiner Lieferverpflichtung kontrahierten Wertpapiere vor dem vereinbarten Liefertermin zu niedrigeren Kursen kaufen zu können. Treten die vom Baissier erwarteten Kursrückgänge nicht ein, muss er die verkauften Wertpapiere mit Verlust eindecken. Allerdings gibt es im Termingeschäft evtl. Prolongationsmöglichkeiten. Ggs.: Haussier, Bulle, Bull.

B-Aktien

In China für ausländische Kapitalanleger zugängliche Aktien; sie sind in Shanghai in US$ und in Shenzhen in Hongkong-Dollar denominiert und unterliegen international üblichen Rechnungslegungs- und Publizitätsstandards. Inzwischen ist es auch chinesischen Anlegern, die über entsprechende Devisenreserven verfügen, erlaubt, B-Aktien zu handeln.

Balanced Fund

»Ausbalancierter« (Investment-)Fonds, der in einer bestimmten prozentualen Relation qualitativ hochwertige (Bluechip-) Werte und festverzinsliche Papiere enthält.

Balancesheet

Bilanz, Jahresabschluss.

Balancesheet-CDO

Abk.f. Balancesheet-Collateralized-Debt-Obligation.

Balancesheet-Collateralized-Debt-Obligation

Abk.: Balancesheet-CDO. Form der Collateralized-Debt-Obligationen (CDO). Anders: Arbitrage-CDO.

Balkenchart

Bar-, Balkenchart(analyse).

Balloon

Restbetrag einer Anleihe, der am Ende der Laufzeit noch nicht getilgt und dann in einem Betrag zurückzuzahlen ist.

Ballooning

Künstliches Hinauftreiben von Börsenkursen.

Balloon Maturity

Die letzten zur Tilgung vorgesehenen Papiere einer Gesamtemission, wenn sie am Laufzeitende wesentlich größere Mengen darstellen als die Beträge der vorauf gegangenen planmäßigen Tilgungen.

Baltic Exchange

Bereits 1744 gegründete Warenbörse für Waren und Frachten mit heutigem Sitz in London als Schifffahrtsbörse.

Baltic Indizes

Der Baltic Dry Index (BDI) wird als Schiffsfrachten-Index täglich von der Baltic Exchange als Index für die Frachtraten (Zeit- und Reisecharter) auf 26 internationalen wichtigsten Standardrouten für das Verschiffen von Massenfrachtgut (z. B. Eisenerz, Kohle, Getreide) errechnet und publiziert. Der Preisindex wird aus standardisierten Angaben von Maklern, Reedern und Charteren ermittelt. Untergliedert wird der BDI in 4 als Standard geltenden Schiffsklassen; für jede Schiffsklasse wird ein eigener Index berechnet, die dann als Subindizes in die Berechnung des BDI eingehen, neben verschiedenen Größen, vor allem jeweils gültige Frachtraten und insgesamt verfügbarer Schiffsladeraum sowie freie Hafenkapazitäten. Zusätzlich veröffentlicht die Baltic Exchange die Tankerindizes BTI Dirty (Frachtraten für ungereinigte Ladung wie Rohöl) und BTI Clean (Frachtraten für gereinigte Ladung wie Benzin, Diesel, Heizöl oder Kerosin). Der BDI gilt als ein Frühindikator für die Weltwirtschaft; da er die Verschiffungskosten von Rohstoffen, der Vorstufe der Produktion ermittelt, misst er das Volumen des Welthandels auf der Anfangsstufe, während andere Indizes – auch Wertpapierindizes – erst die spätere wirtschaftliche Situation spiegeln, wenn die Rohstoffe längst produktiv verarbeitet sind.

Baltic List

Baltischer Index. Gemeinsamer Aktienindex der baltischen Börsen, der die wichtigsten Aktien aus den 3 Ländern umfasst. Erforderlich: Börsenkapitalisierung mind. 15 Mio. .

baltische Börsen

Wertpapierbörsen in den Hauptstädten der baltischen Staaten, alle zur OMX gehörend. Mit ihnen wurde ein gemeinsamer baltischer Markt im Börsenbereich geschaffen, um Investitionsbarrieren zwischen den 3 baltischen Staaten zu verringern. Estland: The Exchange Association of Estonia in Tallinn; Lettland: The Baltic Universal Exchange – Unibalt in Riga; Baltic Stock Exchange in Riga; Litauen: NASDAQ OMX Vilnius (Lithuanian Exchange Ltd.) in Vilnius. Der baltische Markt, der die vorgenannten Börsen umfasst, verfügt über einen gemeinsamen Kurszettel und ein gemeinsames Handelssystem sowie harmonisierte Marktregeln. Rechtlich sind die Unternehmen nach wie vor an ihrem Heimatmarkt notiert und werden von den jeweiligen nationalen Finanzaufsichtsbehörden überwacht. Die baltischen Börsen haben gleich lange Handelstage und identische Handelsstruktur. In Tallinn ist der Euro Handelswährung, während in Riga und Vilnius weiterhin die Landeswährungen verwendet werden.

Bandbreitenoption(sschein, -warrant)

1. Option(sschein), bei der der Inhaber für jeden Stichtag, den sich das Papier innerhalb einer festgelegten Bandbreite befindet, einen festen Betrag gezahlt bekommt.

2. Devisentermingeschäft mit Bandbreitenoption.

Bandbreitenoptionsschein (-warrant) mit Knock-out-Klausel

Strukturiertes Anlageprodukt. Rangebarrier-Optionsschein (-Warrant) mit Knock-out-Klausel. Optionsschein, bei dem der Anleger am Ende der Laufzeit vom Emittenten einen festgelegten Geldbetrag erhält, falls der Kurs des Basiswerts (Underlying) während der Laufzeit die vertraglich festgelegte Bandbreite nicht verlassen hat. Wird diese Grenze überschritten, verliert der Anleger dieses Recht (Knock-out).

Bandbreitenzertifikat

Strukturiertes Anlageprodukt. Ermöglicht, innerhalb einer bestimmten Kursspanne doppelt an der Entwicklung des Basiswerts Teil zu haben; andererseits ist der maximal erzielbare Gewinn durch einen Cap begrenzt. Die je nach Zertifikat unterschiedlichen Bedingungen dafür werden vertraglich fixiert. U.U. kann der Emittent auch Rückzahlung ganz oder teilweise durch Lieferung von Aktien vornehmen.

Bangladesch

Währung: Taka. Börse: Dhaka Stock Exchange (DSE). Handel mit Wertpapieren, Devisen und Derivaten. Indizes: DSI Index, DSE General Index. Aufsichtsbehörde: Securities and Exchange Commission (SEC).

Bankaktie, -titel, -wert, -papier

Aktien von Banken in den Rechtsformen der AG oder KGaA. Zu unterscheiden: Aktien von Geschäfts-, Pfandbrief- bzw. Hypotheken- (einschl. Schiffspfandbrief-) und Spezialbanken.

Bankanleihe, -schuldverschreibung, -obligation, -bond

Auch: eigene Schuldverschreibung. Im Regelfall bis zu Nennwerten von 100 gestückelt. Werden von Kreditinstituten in verschiedenen Formen zur mittel- und langfristigen Fremdkapitalbeschaffung zur Refinanzierung ihres entsprechenden Aktivgeschäfts emittiert. Bankanleihen werden von Einmal- und Daueremittenten emittiert. Kommen in vielen Formen vor: Schuldverschreibungen von universalen Geschäfts-, Pfandbrief- (Hypotheken-, Schiffs-)banken, öffentliche Pfandbriefe –, Spezial- und Banken mit Sonderaufgaben. Laufzeiten meist bis 10 Jahre. Die Emissionen sind weitestgehend gesamtfällig bei fester Nominalverzinsung, manchmal aber auch als u. a. Floating­rate-Bonds. Für Großanleger existiert für Bankschuldverschreibungen auch starker außerbörslicher Handel. Die Börsenumsätze sind meist relativ niedrig, obwohl die Titel i. d. R. im Regulierten Markt notiert werden. Das emittierende Institut mit seinen gesamten Eigenmitteln; weitere Sicherheiten werden normalerweise nicht gestellt. Banken behalten sich zumind. bei internationalen Anleiheemissionen häufig Kündigungsberechtigung für bestimmte Ausnahmesituationen vor, z. B. bei gravierender Änderung der Steuergesetzgebung, die zu deutlicher Erhöhung der Finanzierungskosten führen würde. Gläubigerkündigungsrechte werden normalerweise nicht gewährt. Zu unterscheiden: gedeckte Bankschuldverschreibung, sonstige Bankschuldverschreibungen.

Bankdienstleistungen bei Kapitalanlagen

Kapitalanlage, Bankdienstleistungen, Vermögensverwaltung, Anlageberatung. Anders: beratungsfreies Geschäft, Ausführungsgeschäft, reines.

Bankdienstleistungen im Wertpapiergeschäft

Neben Kauf und Verkauf von Wertpapieren usw. vor allem: 1. Die Bank o. a. WDU erteilt mind. einmal jährlich einen Depotauszug. 2. Bei im Inland verwahrten Wertpapieren sorgt die Bank für die Einlösung von Zins-, Gewinnanteil- und Ertragscheinen sowie von rückzahlbaren Wertpapieren bei deren Fälligkeit. Der Gegenwert von Zins-, Gewinnanteil- und Ertragscheinen sowie von fälligen Wertpapieren jeder Art wird unter dem Vorbehalt gutgeschrieben, dass die Bank den Betrag erhält, und zwar auch dann, wenn die Papiere bei der Bank selbst zahlbar sind. Die Bank besorgt neue Zins-, Gewinnanteil- und Ertragscheinbogen (Bogenerneuerung). Diese Pflichten obliegen bei im Ausland verwahrten Wertpapieren dem ausländischen Verwahrer. 3. Bei im Inland verwahrten Schuldverschreibungen überwacht die Bank den Zeitpunkt der Rückzahlung infolge Auslosung und Kündigung anhand der Veröffentlichungen in den Wertpapier-Mitteilungen. 4. Bei Auslosung von im Ausland verwahrten rückzahlbaren Schuldverschreibungen, die anhand deren Urkundennummern erfolgt (Nummernauslosung), ordnet die Bank nach ihrer Wahl dem Kunden für die ihm in Wertpapierrechnung gutgeschriebenen Wertpapiere entweder Urkundennummern für die Auslosungszwecke zu oder nimmt in interner Auslosung die Aufteilung des auf den Deckungsbestand entfallenden Betrags auf die Kunden vor. Diese interne Auslosung wird unter Aufsicht einer neutralen Prüfungsstelle vorgenommen; sie kann stattdessen unter Einsatz einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage durchgeführt werden, sofern neutrale Auslosung gewährleistet ist. 5. Werden Zins-, Gewinnanteil- und Ertragscheine sowie fällige Wertpapiere in ausländischer Währung oder Rechnungseinheiten eingelöst, schreibt die Bank den Einlösungsbetrag auf dem Konto des Kunden in dieser Währung gut, sofern der Kunde ein Konto in dieser Währung unterhält. Andernfalls erteilt sie dem Kunden hierüber Gutschrift in Euro, soweit nichts anderes vereinbart ist. 6. Über die Einräumung von Bezugsrechten benachrichtigt die Bank den Kunden, wenn hierüber eine Bekanntmachung in den Wertpapier-Mitteilungen erschienen ist. Soweit die Bank bis zum Ablauf des vorletzten Tages des Bezugsrechtshandels keine andere Weisung des Kunden erhalten hat, verkauft sie sämtliche zum Depotbestand des Kunden gehörenden inländischen Bezugsrechte bestens; ausländische Bezugsrechte darf die Bank gemäß im Ausland geltenden Usancen bestens verwerten lassen. 6. Über den Verfall von Rechten aus Optionsscheinen oder Wandlungsrechten aus Wandelschuldverschreibungen benachrichtigt die Bank den Kunden mit der Bitte um Weisung, wenn auf den Verfalltag in den Wertpapier-Mitteilungen hingewiesen worden ist. 7. Werden in den Wertpapier-Mitteilungen Informationen veröffentlicht, die die Wertpapiere des Kunden betreffen, oder werden der Bank solche Informationen vom Emittenten oder von ihrem ausländischen Verwahrer/Zwischenverwahrer übermittelt, gibt sie dem Kunden diese Informationen zur Kenntnis, soweit sich diese auf die Rechtsposition des Kunden erheblich auswirken können und die Benachrichtigung des Kunden zur Wahrung seiner Interessen erforderlich ist (insbesondere Informationen über gesetzliche Abfindungs-und Umtauschangebote, freiwillige Kauf-und Umtauschangebote, Sanierungsverfahren). Benachrichtigung kann unterbleiben, wenn die Information bei der Bank nicht rechtzeitig eingegangen ist oder die vom Kunden zu ergreifenden Maßnahmen wirtschaftlich nicht zu vertreten sind, weil die anfallenden Kosten im Missverhältnis zu möglichen Ansprüchen des Kunden stehen. 8. Die Bank prüft anhand der Bekanntmachungen in den Wertpapier-Mitteilungen einmalig bei Einlieferung von Wertpapierurkunden, ob diese von Verlustmeldungen (Opposition), Zahlungssperren u.dgl. betroffen sind. Die Überprüfung auf Aufgebotsverfahren zur Kraftloserklärung von Wertpapierurkunden erfolgt auch nach Einlieferung. 9. Die Bank darf ohne vorherige Benachrichtigung des Kunden einer in den Wertpapier-Mitteilungen bekannt gemachten Aufforderung zur Einreichung von Wertpapierurkunden Folge leisten, wenn diese Einreichung offensichtlich im Kundeninteresse liegt und damit auch keine Anlageentscheidung verbunden ist (wie z. B. nach Fusion der Emittentin mit einer anderen Gesellschaft oder bei inhaltlicher Unrichtigkeit der Wertpapierurkunden). Der Kunde wird hierüber unterrichtet. 10. Verlieren die für den Kunden verwahrten Wertpapierurkunden ihre Wertpapiereigenschaft durch Erlöschen der darin verbrieften Rechte, können sie zum Zweck der Vernichtung aus dem Depot des Kunden ausgebucht werden. Im Inland verwahrte Urkunden werden soweit möglich dem Kunden auf Verlangen zur Verfügung gestellt. Der Kunde wird über Ausbuchung, Möglichkeit der Auslieferung und mögliche Vernichtung unterrichtet. Erteilt er keine Weisung, kann die Bank die Urkunden nach 2 Monaten nach Absendung der Mitteilung an den Kunden vernichten. 11. Bei Verwahrung von Wertpapieren im Inland haftet die Bank für jedes Verschulden ihrer Mitarbeiter und der Personen, die sie zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen hinzuzieht. Soweit dem Kunden eine GS-Gutschrift erteilt wird, haftet die Bank auch für die Erfüllung der Pflichten der Clearstream Banking AG. Bei Verwahrung von Wertpapieren im Ausland beschränkt sich die Haftung der Bank auf sorgfältige Auswahl und Unterweisung des von ihr beauftragten ausländischen Verwahrers oder Zwischenverwahrers. Bei Zwischenverwahrung durch die Clearstream Banking AG oder einen anderen inländischen Zwischenverwahrer sowie einer Verwahrung durch eine eigene ausländische Geschäftsstelle haftet die Bank für deren Verschulden. 12. Ausländische Wertpapiere, die im Ausland angeschafft oder veräußert werden oder die ein Kunde von der Bank im Inland oder im Ausland verwahren lässt, unterliegen regelm. ausländischen Rechtsordnungen. Rechte und Pflichten der Bank oder des Kunden bestimmen sich daher nach dieser Rechtsordnung, die auch die Offenlegung des Namens des Kunden vorsehen kann. Die Bank erteilt entsprechende Auskünfte an ausländische Stellen, soweit sie hierzu verpflichtet ist; sie benachrichtigt den Kunden hierüber. 13. Die Sonderbedingungen für Wertpapiergeschäfte gelten auch, wenn der Kunde der Bank in- oder ausländische Wertpapiere zur Verwahrung effektiv einliefert oder Depotguthaben von einem anderen Verwahrer übertragen lässt. Verlangt der Kunde Verwahrung im Ausland, wird ihm WR-Gutschrift erteilt.

Bankeinlagen, -depositen

Auch: Einlagen, Depositen. Sammelbez.f. alle bei Banken getätigten bzw. vorhandenen Einlagen. I.e. S. Gelder, die bei der Bank von Bankkunden zur kurz- bis mittelfristigen Anlage eingelegt werden, im Wesentlichen Termingelder (Fest- und Kündigungsgelder) sowie Spareinlagen.

Banken als Aktionärsvertreter in der Hauptver­samm­lung der Aktiengesellschaft

Depotstimmrecht.

Bankenbonifikation

Bankier-, Bankenbonifikation.

Bankengeldmarkt

Geldmarkt, internationaler Geldmarkt.

Bankenkonsortium

Auch: (Banken-) Syndikat. Kooperation von Banken zur Durchführung eines einmaligen Geschäfts oder sich wiederholender Geschäfte in der Rechtsform BGB-Gesellschaft unter Führung einer besonders mandatierten Bank (federführende Bank, Leadmanager, Bookrunner) oder einer Führungsgruppe (Managementgroup) zur gemeinsamen Durchführung bestimmter Geschäfte, insbesondere Fremdemission von Wertpapieren im Rahmen des Emissionsgeschäfts. Am internationalen Kapitalmarkt erfolgt Emission von Schuldverschreibungen ebenfalls unter Anwendung des Konsortialgeschäfts. Die Konsortien sind meist 3-stufig aufgebaut: Führungs- (Managementgroup), Garantie- (Underwritinggroup), Verkaufsgruppe (Sellinggroup). Der Konsortialführer (federführende Bank, Leadmanager, Bookrunner) trägt die grunds. Verantwortung für die Durchführung der Emission. Er berät den Emittenten in allen wesentlichen Fragen des Emissionsvorhabens, stellt das Emissionskonsortium zusammen und garantiert die Übernahme einer hohen Quote des Emissionsvolumens, sofern die Anleihe nicht vollständig platziert werden kann. Underwriter tragen das Platzierungsrisiko. Unabhängig von der Nachfrage der Kapitalanleger verpflichten sie sich, den Emissionsgegenwert zur Verfügung zu stellen und die nicht zu platzierenden Titel ins eigene Portefeuille zu übernehmen. Die Aufgabe der Seller besteht ausschl. in der Anleiheplatzierung; sie übernehmen kein damit verbundenes Risiko. Die Funktionen Distribution und Absatzrisikoübernahme sind somit i.Ggs. zu dem in Deutschland lange Zeit dominierenden kombinierten Übernahme- und Begebungskonsortium de jure getrennt. De facto wird diese Trennung gleichwohl nicht durchgehalten. So fungieren Konsorten bei internationalen Emissionen häufig gleichzeitig als Mitglieder von Management-, Underwriting- und Sellinggroup. Basisformen der Übernahme international zu platzierender Obligationen sind bzgl. der Mengenkomponente Firmcommitment und Besteffort-Vereinbarung, bzgl. der Preiskomponente Open- und Advancedpricing. Beim Firmcommitment vereinbaren Leadmanager und Emittent feste Übernahme der zu emittierenden Anleihe mit Wirkung der erfolgreichen Bildung der Managementgroup durch den Leadmanager. Demgegenüber erklärt der Leadmanager bei der in praxi selten angewendeten Besteffort-Vereinbarung gegenüber dem Emittenten nur sein Bemühen, das gewünschte Obligationenvolumen nach besten Kräften zu platzieren. Das Platzierungsrisiko verbleibt vollständig beim Emittenten. Üblicherweise erfolgt die Anleiheemission in Form des Firmcommitment auf Advancedpricing-Basis. Der Emissionskurs wird hierbei noch vor der Einladung der Verkaufsbanken (Sellinggroup) bestimmt. Alternativ kann dessen Festsetzung erst dann erfolgen, wenn die Sellinggroup gebildet wurde und die Verkaufsbanken das von ihnen voraussichtlich zu platzierende Anleihevolumen dem Leadmanager mitgeteilt haben (Openpricing). Anleiheemissionen am Eurokapitalmarkt erfolgen in jüngerer Zeit häufig auf Boughtdeal-Basis. Hierbei erwirbt der Leadmanager die Obligation bereits mit der Mahndatierung zu fixierten Konditionen vom Emittenten. I.Ggs.z. Firmcommitment auf Advancedpricing-Basis erfolgt die Emissionskursbestimmung somit zu einem deutlich früheren Zeitpunkt. Der Leadmanager trägt das Platzierungs- und Syndizierungsrisiko bis zur Bildung der Managementgroup allein. Industrieanleihen können am Eurokapitalmarkt privat und öffentlich platziert werden. Privatplatzierungen weisen i. d. R. geringere Volumina und kürzere Laufzeiten auf. Die Titel werden gewöhnlich durch wenige Banken bei einer begrenzten Anzahl direkt angesprochener, überwiegend institutioneller Kapitalanleger platziert. Auf die Bildung von Konsortien wird häufig verzichtet (Clubdeal). Bei öffentlichen Platzierungen erfolgt Distribution der Titel im Wege des öffentlichen Verkaufs im breiten, institutionelle Anleger und Privatpersonen umfassenden Anlegerpublikum. Erfolgreiche Ansprache der breiten Öffentlichkeit erfordert umfangreiche Werbekampagnen und Roadshows. Bei öffentlicher Platzierung von internationalen Anleihen kommt eine Kombination der Auflegung zur öffentlichen Zeichnung und des freihändigen Verkaufs zur Anwendung. Komponenten der Auflage zur öffentlichen Zeichnung sind die der Sellinggroup vorgegebene Verkaufsfrist, die Unsicherheit der Seller über das Zuteilungsvolumen und die von ihnen mit Unterzeichnung der Konsortialverträge eingegangene Verpflichtung der Platzierung zum offiziellen Emissionskurs. Demgegenüber erfolgt Zuteilung der Titel an die Kapitalanleger individuell durch die jeweilige Verkaufsbank bzw. – sofern die Anleihe nicht vollständig platzierbar ist – durch die Underwriter ohne Verkaufsfrist, mithin in Form des freihändigen Verkaufs.

Bankenstimmrecht

Depotstimmrecht.

Banken- und Börsenschließung

Sind wirtschaftliche Schwierigkeiten bei Kreditinstituten zu befürchten, die schwerwiegende Gefahren für die Gesamtwirtschaft, insbesondere den geordneten Ablauf des allgemeinen Zahlungsverkehrs erwarten lassen, kann die Bundesregierung durch RVO 1. einem Kreditinstitut einen Aufschub für die Erfüllung seiner Verbindlichkeiten gewähren und anordnen, dass während der Dauer des Aufschubs Zwangsvollstreckungen, Arreste und einstweilige Verfügungen gegen das Kreditinstitut sowie das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Kreditinstituts nicht zulässig sind; 2. anordnen, dass die Kreditinstitute für den Verkehr mit ihrer Kundschaft vorübergehend geschlossen bleiben und im Kundenverkehr Zahlungen und Überweisungen weder leisten noch entgegennehmen dürfen; sie kann diese Anordnung auf Arten oder Gruppen von Kreditinstituten sowie auf bestimmte Bankgeschäfte beschränken; 3. anordnen, dass die Börsen vorübergehend geschlossen bleiben. Vor solchen Maßnahmen muss die Bundesregierung die Bundesbank hören. Sie kann nach Anhörung der Bundesbank nach vorübergehender Schließung der Kreditins­titute und Börsen Vorschriften für die Wiederaufnahme des Zahlungs- und Überweisungsverkehrs sowie des Börsenverkehrs erlassen. Die zur Schließung erlassenen RVO treten, wenn sie nicht vorher aufgehoben worden sind, 3 Monate nach Verkündung automatisch wieder außer Kraft.

Banker’s Acceptance

Abk.: BA. Am Geldmarkt meist handelbares, kurzlaufendes, abgezinstes Geldmarktpapier; entsprechend Bankakzept. Enthält die Anweisung eines Kunden an seine Bank, zu einem festgelegten Termin eine bestimmte Geldsumme an den Inhaber des Papiers zu bezahlen. Die Laufzeit beträgt meist bis 6 Monate. Wenn eine Bank ein solches Papier akzeptiert, übernimmt sie gegenüber dem Inhaber zum Fälligkeitszeitpunkt eine Zahlungsverpflichtung.

Bankgebühren

Bankprovision, Bankspesen.

Bankgenussaktie

Fälschl. als Aktie bezeichneter, mit Stimmrecht ausgestatteter Bankgenussschein (Partizipationsschein).

Bankgeschäfte

Gem. KWG Geschäfte, deren Betreiben ein Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen zum Kreditinstitut – mit allen rechtlichen, vor allem bankenaufsichtsrechtlichen Konsequenzen – werden lässt. Als Bankgeschäfte aus dem Börsen- und Wertpapierbereich sind definiert: Finanzkommissions-, Depot-, Pfandbrief-; Investment-, Emissionsgeschäft. Weitere Geschäfte aus diesem Bereich gem. KWG: Finanzdienstleistungsinstitut, Wertpapierdienstleistungsunternehmen.

Bankguthaben

Guthaben, vor allem Einlagen der Bankkunden bei Banken, als Sparguthaben und befristete Guthaben zur verzinslichen Geldanlage und Liquiditätsreserve, als Sichtguthaben für Zahlungsverkehrs- u. a. laufende Transaktionszwecke.

Bankier-, Bankenbonifikation

Im Zusammenhang mit Fremdemission von Wertpapieren durch Banken und deren Platzierung im Anlegerpublikum vom Emittenten zu zahlende Vergütung an die platzierenden Banken des Emissionskonsortiums.

Bankkonto(geld)anlage

Einfachste Anlageform für einen Kapitalanleger. Vorteile: i. d. R. sicher, nur geringe Kenntnisse über Finanzmärkte erforderlich, kaum Verwaltungsaufwand. Nachteile: geringe Verzinsung, Kosten. Bankeinlagen, -depositen.

Bankkredithandel

Sekundärmarkt für Bankkredite.

Bank, Kreditinstitut

Banken bzw. Kreditinstitute sind Wertpapierdienstleistungsunternehmen (WDU), soweit sie, was fast ausschl. der Fall ist, Wertpapierdienst- und -nebendienstleistungen für Kunden erbringen.

bankmäßige Devisenoption

Auch: Over-the-Counter-Devisenoption. Devisenoption.

Bankobligation

Bankanleihe, -schuldverschreibung, -obligation, -bond.

Bankprovision

Für ihre Dienstleistungen berechnen Banken Provisionen in je nach Leistungsart unterschiedlicher Höhe: so für Kauf und Verkauf von Wertpapieren u. a. Finanzinstrumenten sowie Devisen im Kundenauftrag, Depotführung, Wertpapieremissionen u. a. m. Nicht zu verwechseln mit Zinsen als Preis für Geldüberlassungen und Bankspesen. Wertpapiergeschäft, Bankprovisionen.

Bankschuldverschreibung

Bankanleihe, -schuldverschreibung, -obligation, -bond.

Bankschuldverschreibung, Börsenzulassung

Börsenzulassung von dauernd oder wiederholt ausgegebenen Bankschuldverschreibungen.

Bankschuldverschreibung, gedeckte


gedeckte Bankschuldverschreibung.

Bankschuldverschreibung, sonstige


sonstige Bankschuldverschreibungen.

Bankschuldverschreibung von Spezialkreditinstituten

Spezialkreditinstitute (Kreditinstitute mit Sonderaufgaben) sind überwiegend Banken in staatlichem Besitz (z. B. Kreditanstalt für Wiederaufbau). Sie emittieren zur Finanzierung ihrer meist Kredit(sonder)programme Anleihen in nahezu allen Laufzeitbereichen. Nach der Emission erfolgt Einführung in den Regulierten Markt. Die Anleihen sind meist gesamtfällig und überwiegend mit festem, teilweise aber auch variablem Nominalzinssatz ausgestattet; manchmal auch Nullkuponanleihen. Bedienung der Zins- und Tilgungsleistungen ist bei einigen Instituten nicht (nur) durch die Vermögensmasse des Instituts, sondern auch Gewährleistung der öffentlichen Hand gesichert.

Bankspesen

Von den Banken für nahezu alle Geschäfte dem Kunden in Rechnung gestellte, meist von ihnen für ihn verauslagte oder pauschaliert berechnete Beträge. Sind weder Zinsen noch Bankprovisionen. Werden aber i. w. S. oft als diese mitumfassend verstanden.

Bankster

Erstmals im engl. »Time Magazine« vom 5.9.1932 verwendete Bez. für einen wg. Betrugs verurteilten Bankier. Während der sog. Großen Finanzkrise 2008/09 feierte die Mischung aus Banker und Gangster vor allem in englischsprachigen Medien eine unrühmliche Renaissance.

Banktitel, -wert

Bankaktie, ggf. auch Bankschuldverschreibung.

Bankvaloren

Valoren.

Bankvaloren 1. Klasse

In der Bankvalorenversicherung Bankvaloren, für die ein Identitätsnachweis durch Angabe von Gattungen, Seriennummern, Bezeichnungen usw. beigebracht werden kann, sodass für sie im Schadensfall eine Sperrung sowie Aufgebots- und Ersatzverfahren möglich sind. Bsp.: Anleihen, Aktien, Sparurkunden, Schatzanweisungen usw. Anders: Bankvaloren 2. Klasse.

Bankvaloren 2. Klasse

In der Bankvalorenversicherung Bankvaloren, für die im Schadensfall ein Ersatzverfahren nicht durchführbar ist. Bsp.: Bargeld, Gold, Edelmetallmünzen, Zins- und Dividendenscheine, Sorten u. a. Anders: Bankvaloren 1. Klasse.

Bankvalorenversicherung

Valorenversicherung.

Bankverkehr

Im Wertpapiergeschäft, Devisenhandel u. a.: Handel von Bank zu Bank, mündlich (an der Börse), am Telefon, am Fernschreiber.

Bankverwahrung von Wertpapieren

Neben der Verwaltung Teil des Depotgeschäfts einer Bank.

Bankverwaltung von Wertpapieren

Neben der Verwahrung Teil des Depotgeschäfts einer Bank.

Bankwert

Bankaktie, zuweilen auch Bankschuldverschreibung.

B-Anteile

Ausschüttungs-, ausschüttender (Investment-) Fonds.

Bär

Bear; in zahlreichen Zusammensetzungen. Kapitalanleger bzw. Spekulant, der von einer Abschwächung der Börsenkurse auf breiter Front überzeugt ist, bzw. in der Verbindung Bull and Bear Börsenteilnehmer, die mit fallenden Börsenkursen für einzelne Aktien oder – häufiger – den Gesamtmarkt rechnen. Treten als Baissiers auf. Demgem. qualifiziert man ihn als bearish bzw. den ganzen Markt als Bärenmarkt (Bearmarket). Der Bär gilt als Symbol für fallende Börsenpreise, weil er mit seinen Pranken von oben nach unten schlägt. Ggs.: Bulle, Bull.

Barabfindung ausgeschiedener Aktionäre bei Eingliederung, angemessene

Eingliederung von Aktiengesellschaften, Abfindung ausgeschiedener Aktionäre.

Barabfindung außenstehender Aktionäre bei Beherrschungsvertrag, angemessene

Beherrschungsvertrag, Sicherung der außenstehenden Aktionäre.

Barabfindung außenstehender Aktionäre bei Gewinnabführungsvertrag, angemessene

Gewinnabführungsvertrag, Sicherung der außenstehenden Aktionäre.

Barabfindung bei Squeeze-out

Ausschluss von Minderheitsaktionären.

Barausgleich

Auch: Barabgeltung, -abrechnung. Art der Gewinn- und Verlustrealisierung bei Terminkontrakten: Auszahlung der Differenz zwischen Basispreis der Option und Kassakurs bzw. Marktwert, den der zu Grunde liegende Titel zum Zeitpunkt der Glattstellung oder Fälligkeit der Position besitzt. Bei Futures kommt die Differenz zwischen urspr. kontrahiertem und Schlussabrechnungspreis zur Auszahlung. D.h.: Statt Lieferung des einem Derivat zu Grunde liegenden Basiswerts erfolgt eine Zahlung, die sich als Differenzbetrag zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts am Ausübungstag und dem bei Kontraktabschluss fixierten Basispreis darstellt. Ggs.: Differenzausgleich, Lieferung. Cashsettlement.

Barausgleichsoption

Option, bei der der zu Grunde liegende Optionsbasiswert nicht effektiv geliefert wird, sondern Barausgleich erfolgt. Ggs.: Belieferungsoption.

Barausschüttung

Bardividende, -ausschüttung.

Barbados

Währung: (Barbados) Dollar. Wertpapierbörse: Barbados Stock Exchange (BSE) in Bridgetown.

Bar-, Balkenchart(analyse)

Verbindung aus Stopping- und Polecharts und als solche Chartform der technischen Analyse. Die Kursentwicklung einer Aktie in Gestalt der Höchst- und Tiefst-, meist auch Eröffnungs- und Schlusskurse einer bestimmten Zeitperiode (Tag, Woche, Monat, Jahr) wird dabei fortlaufend in ein Diagramm (Chart) eingetragen, bei dem auf der Ordinate der Börsenkurs, auf der Abszisse die Zeiteinheit abgetragen und die Kurse durch senkrechte Striche verbunden werden. Solche Charts liefern dem Chartisten verglichen mit Liniencharts Zusatzinformationen, da sie neben Bewegungsrichtungen auch Bewegungsausmaße der Kurse in dem untersuchten Zeitabschnitt darstellen. Bei einem Tag als gewähltem Zeitraum wird durch den Balken Tageshöchst- und -tiefstkurs verbunden; je mehr diese voneinander abweichen, desto größer ist die Kursfluktuation an dem betreffenden Tag und damit desto länger der Balken. Zur Steigerung des Informationsgehalts wird oft jeder Balken mit einem Querstrich versehen, der, links eingetragen, den Eröffnungs-, rechts den Schlusskurs des Zeitraums kennzeichnet. Je nach Lage der Querstriche halten Chartisten Aussagen über Kurstrends für realistisch. Chartisten sprechen von Anchorcharts wg. der einem Anker gleichenden Figur, die sich aus Einbeziehung des Eröffnungskurses ergibt. Eine erweiterte Darstellung aus Eröffnungs-, Höchst-, Niedrigst- und Schlusskurs verdeutlicht ergänzend die Eröffnungs-/Schlussrelation. Von Candlecharts als verbesserte Darstellung der Anchorcharts sprechen Chartisten, weil durch Verwendung von weißen Kerzenkörpern ähnelnden Gebilden bei – in dem betreffenden Zeitraum – Kursanstiegs- und schwarzer bei -abwärtsbewegungen die Verarbeitung der zu Grunde liegenden Angebots- und Nachfragesituation weiter verdeutlicht wird, vor allem bei Einbezug charttechnisch wichtiger Börsenumsatzverläufe. Bei Balkencharts erfolgt auf der Abszisse das Abtragen der Zeit in normalem Maßstab, auf der Ordinate das der Börsenkurse, wofür unterschiedliche Darstellungsweisen infrage kommen: vor allem die übliche arithmetische, aber auch eine halblogarithmische; bei Einsatz Letzterer lassen sich besser gleiche relative Kurszuwächse und Kursveränderungen unverzerrt abbilden und damit besser erkennen, ob sich Kursänderungen beschleunigen oder verlangsamen. Nimmt die Steigung zu, ist dies gleichbedeutend mit höherer prozentualer Veränderung des Aktienkurses, und umgekehrt. Bleibt die Steigung unverändert, ist auch der Prozentsatz, mit dem der Aktienkurs variiert, konstant geblieben. Die eigentliche Bar- oder Balkenchartanalyse stellt vom Ansatz her auf Analyse der Kursentwicklung der einzelnen Aktie ab; allerdings findet sie sich zuweilen auch in gewisser Abwandlung bei Gesamtmarktanalysen.

Bär, Bear

1. Baissier.

2. Börsensymbol für fallende Kurse, für eine Baisse. Ggs.: Bulle, Bull.

Barclays Capital Euro All Government Bond Index

Rentenindex für Staatsanleihen des Euroraums.

Bardividende, -ausschüttung

Auf eine Aktie entfallender auszuzahlender Gewinn nach steuerlich vorgeschriebenen Abzugsbeträgen (Nettodividende, -ausschüttung) bzw. die von der AG an ihre Aktionäre ausgeschüttete Dividende, über die die HV auf Vorschlag des Vorstands zu entscheiden hat. Anders: Stockdividende.

Bareinschuss

1. Auch: Margin, Marge. Bei bestimmten Geschäften, die die Bank ganz oder teilweise per Kredit finanziert – vor allem Wertpapier- o. a. Finanzinstrumentekauf auf Kredit –, Mindesteinzahlung des betr. Kunden zur Abdeckung des von der Bank nicht finanzierten Teils der Transaktion. Auch bei Termingeschäften, Futureskäufen u.dgl.

2. Im Terminbörsengeschäft z. B. an der Eurex Teil des Marginsystems.

Bärenfalle

Beartrap.

Bärenmarkt

Bearmarket, -markt.

Bargain

An der Londoner u. a. angelsächsischen Börsen der einzelne Abschluss.

Bargründung

I.Ggs.z. Sachgründung Gründung einer AG unter Einbringung von Geldkapital, von Bareinlagen. Normalfall.

Barliquidität

1. Von Wirtschaftssubjekten – Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen usw. – unterhaltenes Bargeld (Banknoten, Münzen), das sich nicht verzinst (Barposition).

2. Cash(liquidity). Kennzahl der Fundamentalanalyse: Verhältnis liquide Mittel zu kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Barposition

1. Barliquidität.

2. Cashposition. Bei Investmentfonds der Teil des Fondsvermögens, der (noch) nicht in Wertpapieren, Immobilien usw. investiert ist oder vertragsgemäß in bar zu unterhalten ist. Umfasst liquide Mittel, Geldmarktpapiere u. a. kurzfristige Forderungen (vor allem Termineinlagen bei Banken). I. d. R. liegt es im Ermessen des Fondsmanagements, die Barposition zu bestimmen. Sie ist meist je nach Börsenlage hoch oder niedrig. Openendfonds müssen ständig eine Barreserve unterhalten, um ihre Verpflichtung zur Rücknahme von Anteilen erfüllen zu können.

Barrendite

Rendite.

Barrengold

Goldbarren, Bullioncoin.

Barrier-, Barriereoptionsschein, -warrant

Strukturiertes Anlageprodukt. Art der Nakedwarrants und exotischen Optionsscheine (Warrants). Verbriefen Optionen, die erlöschen können (als Knock-out bez.) bzw. entstehen (Knock-in), wenn der Basiswert einen bestimmten vorweg festgelegten Kurs (Barrier) erreicht. Die Ausgestaltungselemente Knock-out und Knock-in sind zusätzliche Merkmale, die bei jeglicher Art von Optionsrechten (-scheinen) hinzukommen (können). Dadurch wird das bei den existierenden und laufend neu entstehenden vielen Varianten und unterschiedlichen Ausgestaltungen der Barriereoptionsscheine tatsächliche Chance/Risikoprofil nur sehr schwer erkennbar. Beispiele: Standardkauf- und -verkaufsoptionsscheine mit Knock-out- bzw. Knock-in-Barrieren, bei denen verglichen mit herkömmlichen Standardoptionsscheinen Gewinnchancen eingeschränkt und Verlustrisiken erhöht sind. Daher haben solche Barriereoptionsscheine niedrigere Preise. Sie werden oftmals empfohlen, wenn der Anleger sehr genaue Vorstellungen über die künftige Kursentwicklung des Basiswerts hat.

Barrier-, Barrierezertifikat

Strukturiertes Anlageprodukt. Bonuszertifikat mit Barrieroption. Zusätzliche Risikoprobleme zu denjenigen, die für den Anleger aus den Optionskomponenten bei Zertifikaten allg. entstehen, treten dann auf, wenn Bonuszertifikate Barriereoptionen enthalten: das Risiko, dass die Option vorzeitig verfällt. Ein rechnerischer innerer Wert, der sich während der Laufzeit herausgebildet hat, kann jederzeit vollständig verloren gehen, sobald der Basiswert die Barriere verletzt. Deshalb können Barriereoptionen während der Laufzeit oft sogar deutlich unter ihrem rechnerischen inneren Wert notieren, der erst gesichert ist, wenn die Barriere nicht mehr verletzt werden kann – bei Fälligkeit der Option. Da Bonuszertifikate mehrere Optionen enthalten, ist jede einzelne getrennt zu betrachten, weil sich die Effekte kompensieren können. Die Bonuszahlung ergibt sich aus einer Put­option, die allerdings nur besteht, solange der Basiswert nicht auf oder unter den Protectlevel – die Barriere – fällt. Bei sinkenden Märkten gewinnt diese Putoption an Wert. Die Down-and-out-Komponente, die die Barriere repräsentiert, verliert dagegen an Wert, weil der Kursrückgang und die gestiegene Volatilität die Gefahr erhöhen, dass der Basiswert die Barriere verletzt und die Putoption vorzeitig wertlos wird. Knock-out-Optionsschein, -Warrant.

Barrier-Discount-Zertifikat

Strukturiertes Anlageprodukt. Knock-in-Zertifikat. Discountzertifikat mit Knock-in-Schwelle. Letztere liegt i. d. R. 15–25 % unterhalb des Kurses des Basiswerts bei Ausgabe des Zertifikats. Zu unterscheiden Zertifikate, 1. die bei einmaligen Erreichen oder Unterschreiten der Kursschwelle während der Laufzeit einen höheren Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit beinhalten; 2. die bei einmaligem Erreichen oder Unterschreiten der Kursschwelle während der Laufzeit einen Mindestrückzahlungsbetrag bei Fälligkeit beinhalten; 3. bei denen die Kursschwelle 15–25 % unterhalb des Cap liegt und der Anleger am Bewertungstag den Höchstbetrag gezahlt erhält, auch wenn der Feststellungskurs unterhalb des Cap liegt; die Kursschwelle darf allerdings während der Laufzeit nicht unterschritten worden sein.

Barrier-Reverse-Convertible

Strukturiertes Anlageprodukt, das in Gestalt der Barriere ein zusätzliches Sicherheitselement aufweisen soll. Dieses liegt bei der Ausgabe einen bestimmten Prozentsatz unterhalb des aktuellen Aktienkurses. Der Anleger bekommt während der Laufzeit feste Zinszahlungen; der Rückzahlungsbetrag ist unterschiedlich: Liegt der Basiswertkurs während der gesamten Laufzeit nicht unterhalb der Barriere, bekommt der Anleger bei Fälligkeit den Nominalbetrag zurückgezahlt; ist während der Laufzeit ein Barriereereignis eingetreten und notiert der Kurs bei Fälligkeit über dem Ausübungspreis, bekommt der Anleger gleichfalls den Nominalbetrag zurück; ist während der Laufzeit ein Barriereereignis eingetreten und bei Fälligkeit der Basiswertkurs unter dem Ausübungspreis, erfolgt für den Anleger Lieferung der Aktie zum aktuellen Aktienkurs.

Barterbörse

Art einer Tauschbörse. Wird verwendet, wenn Importländer auf Grund eigener Devisenknappheit an Kompensationsgeschäften in Waren (Bartergeschäfte) interessiert sind.

Barwert

1. Auch: Gegenwarts-, heutiger Wert, Presentvalue. Derzeitiger Wert eines oder mehrerer anfallender, in Zukunft fälliger Kapitalbeträge unter Berücksichtigung von Zinsen und Zinseszinsen. Wird errechnet durch Abzinsung jener Beträge. Der Barwert bringt gewissermaßen den Zeitwert des Geldes zum Ausdruck. Er hat große Bedeutung in der Ermittlung der Rentabilität von Kapitalanlagen, z. B. Obligationen und Aktien. Während beim Endwert mit Hilfe von Aufzinsungsfaktoren heutige und künftige Zahlungen auf einen künftigen Zeitpunkt bezogen (kapitalisiert) werden, werden beim Barwert mittels Abzinsungsfaktoren heutige und künftige Zahlungen auf heute bezogen (diskontiert). Der Gegenwartswert einer künftigen Zahlung in umgekehrtem Verhältnis abhängig von der Laufzeit: Je länger der Kapitalanleger auf die künftige Zahlung warten muss, desto niedriger ist deren Gegenwartswert. Zudem besteht eine inverse Beziehung zwischen Barwert einer künftigen Zahlung und Zinshöhe: Diskontierungsfaktoren sind umso niedriger, je höher der Zinsfuß angesetzt wird.

2. Gem. HypBarwertV Summe aller mittels jeweils marktüblicher Zinskurven auf den aktuellen Tag abgezinsten Zahlungsströme. Dabei ist zur Ermittlung der Barwerte alleinige Verwendung der währungsspezifischen Zinskurve für Swapgeschäfte zulässig. Derivate sind abweichend davon mit ihrem aktuellen Marktpreis zu berücksichtigen, der durch eine vom Handel weisungsunabhängige Stelle, die alle zur Ermittlung des Marktpreises notwendigen organisatorischen, materiellen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt, zu ermitteln ist. Die Barwerte von Fremdwährungspositionen sind zum jeweils aktuellen Wechselkurs in Euro umzurechnen.

Barzeichnung

Einzahlung von Geldkapital auf das Anleihe- oder Aktienkapital, i.Ggs.z. Konversion oder Sacheinlage bei Aktien, wo andere Vermögenswerte anstelle von Barkapital in die AG eingebracht werden. Bargründung.

Bärzertifikat

Bearzertifikat. Indexzertifikat, mit dem ein Anleger – ohne Hebel – auf fallende Kurse spekulieren kann. Hat einen hohen Basispreis. Der Kurs errechnet sich aus Basispreis – aktueller Indexstand (unter Berücksichtigung des Bezugverhältnisses). Fällt der zu Grunde liegende Index, steigt der Wert des Zertifikats.

Bash, bashen

Verschlechtern von Aktienkursen durch gezielte Lancierung, Streuung usw. von Negativmeldungen.

Basis

1. Kurzbez.f. Basispreis.

2. Allg.: Differenz, Spread zwischen Termin- und Kassakursen eines Finanzinstruments.

3. Spez.: Unterschiedsbetrag zwischen dem aktuellen Preis des für einen Terminkontrakt (Future) verwendeten Kassainstruments und dem Preis des Terminkontrakts selbst. Die Basis z. B. bei einem Zinsterminkontrakt ergibt sich – neben allgemeineren Faktoren wie Erwartungen der Marktteilnehmer, Tagesereignissen, Angebots- und Nachfragestrukturen, jeweilige Marktliquidität usw. – auf Grund der zu zahlenden Nettofinanzierungskosten (Cost-of-Carry) als Saldo aus kurzfristigen Finanzierungskosten und Zinsertrag aus dem längerfristigen Wertpapier. Es handelt sich hier allerdings nur um einen – allerdings den wichtigsten – Teil der Basis: die Finanzierungskostenbasis (Carrybasis). Die Cost-of-Carry bestimmen den Verlauf der Zinsertragskurve; dabei ist zu unterscheiden zwischen einem positiven (normalen) Verlauf der Zinsertragskurve – die längerfristigen Zinsen sind höher als die kurzfristigen – und einem inversen Verlauf – die kurzfristigen Zinsen sind höher als die längerfristigen. Sind die Zinserträge höher als die Finanzierungskosten – positiver Verlauf der Zinsertragskurve –, so ergeben sich positive Cost-of-Carry, umgekehrt entsprechend negative. Je weiter in der Zukunft die Fälligkeit eines Zinsterminkontraktes liegt, desto größer ist bei positiven Cost-of-Carry der Abschlag auf den Futureskontraktpreis, bei negativen Cost-of-Carry der Aufschlag. Demzufolge ist bei positiven Cost-of-Carry die Basis positiv, bei negativen negativ. Durch die Erfassung der Cost-of-Carry in der Preisbildung der Zinsterminkontrakte können letztere die Funktion eines temporären Substituts zu den Zinspapieren am Kassamarkt übernehmen. Kassamarkt und Zinsterminmarkt sind im Gleichgewicht, wenn die Basis gleich den Cost-of-Carry ist. Ist diese Situation nicht gegeben, führt Gewinn orientierte Arbitrage dort hin bzw. minimiert die Differenz. Auf Grund der Arbitrage kann – abgesehen von bestehenden Marktunvollkommenheiten – die Basis nur in Höhe der Arbitragetransaktionskosten von den Cost-of-Carry abweichen. Die Arbitrage nutzt hier entweder Unterschiede zwischen den Notierungen des gleichen Zinsterminkontraktes an verschiedenen Handelsplätzen, sofern diese die zu erwartenden Transaktionskosten übersteigen, oder die Preisunterschiede zwischen verbundenen Kassa- und Terminkontraktinstrumenten, sofern diese von den Cost-of-Carry abweichen und die Transaktionskosten übersteigen. Weitere Komponente der Basis ist die Wertbasis (Valuebasis), in der die Vorteilhaftigkeit eines Terminkontraktes im Vergleich zum künftigen Kassakauf bzw. -verkauf zum Ausdruck kommt. Die Wertbasis bildet das für Financialfutures typische Basisrisiko im eigentlichen Sinn ab und stellt den Informationsgesichtspunkt der Finanzterminmärkte dar. Arbitrage setzt allerdings immer dann ein, wenn die absolute Wertbasis die Arbitragekosten übersteigt. Arbitrage sichert also die Parallelität der Kursverläufe der Kassainstrumente und der Zinsterminkontrakte und begrenzt auf diese Weise das Basisrisiko. Die Basis ist ferner vom Erfüllungszeitpunkt des Zinsterminkontraktes abhängig: Je weiter dieser in der Zukunft liegt, desto stärker wirken sich die Nettofinanzierungskosten auf Diskont bzw. Prämie aus, die in dem Terminkontraktpreis enthalten ist. Die Nettofinanzierungskosten bringen als Opportunitätskosten die Kosten des Haltens von Zinsterminkontrakten zum Ausdruck und konkretisieren sich in der Carrybasis. Sie nehmen im Zeitverlauf – d. h. mit näher rückendem Fälligkeitstermin – ab, da die Zeitspanne, in der diese Opportunitätskosten anfallen, laufend kürzer wird. Daher vermindert sich die Basis zum Kontraktlaufzeitende hin, Kassa- und Terminkontraktpreis gleichen sich an (Konvergenz der Basis). Kurz vor der Fälligkeit des Terminkontrakts nimmt die absolute Basis überproportional ab, da die Wertbasis wegen der ganz kurzen Restlaufzeit des Kontraktes ebenfalls gegen Null konvergiert. Theoretisch werden am Fälligkeitstag die Basis Null und beide Preise identisch. Dass dies in praxi nicht der Fall ist, ergibt sich aus Transaktionskosten und Marginerfordernissen. Die Entwicklung der Basis muss nicht kontinuierlich verlaufen, sondern kann von einem positiven Wert (Kassa- höher als Terminkontraktpreis) in einen negativen Wert übergehen. Da die Basis direkte Wirkung auf den Terminkontraktpreis ausübt, ist dem Terminkontrakt nicht nur das Zinsänderungsrisiko impliziert, sondern auch das Basisrisiko als Risiko der Änderung der Basis. Bei einer Parallelverschiebung der Zinsertragskurve des Kassamarktes verschiebt sich jeder Punkt auf der Kurve um die gleiche Zahl von Basispunkten. Wenn die Basis konstant bleibt, steigt entsprechend die Rendite des Zinsterminkontrakts. Parallele Verschiebungen der Zinsertragskurve wirken sich nicht auf die Renditedifferenz, sondern auf den Preisabstand zwischen Kassawertpapier und entsprechendem Zinsterminkontrakt aus.

4. Prämienbasis im Termin- (Prämien-)geschäft.

5. Futurebasis.

Basisfonds

Aktien(investment)fonds, der stark über verschiedene AG, Branchen usw. diversifiziert ist, auch durch internationale Anlagenstreuung.

Basishandel, -trade

Außerbörsliches Futuregeschäft als Spekulation auf Veränderungen der Basis im Zeitablauf, wobei gleichzeitig ein Future und das dem Future zu Grunde liegende Basisinstrument am Kassamarkt ge- bzw. verkauft werden. Kauf der Basis (Long-the-Basis) liegt vor, wenn z. B. eine die Kassamarktanleihe ge- und der entsprechende Zinsfuture verkauft wird. Eine solche Transaktion wird vorgenommen, wenn auf eine Vergrößerung der Basis spekuliert wird. Ein Verkauf der Basis (Short-the-Basis) liegt vor, wenn die betr. Anleihe verkauft und der entsprechende Zinsfuture gekauft wird; hierbei profitiert man von einer Verringerung der Basis.

Basishedge, -hedging

Absicherung einer Kassaposition durch einen bzgl. des Basisobjekts identischen Terminkontrakt mit somit (fast) gleicher Wertentwicklung. Bsp.: Bundesanleihen und Terminkontrakte auf Bundesanleihen. Hierdurch wird die Divergenz der Wertentwicklung von Kassaposition und Terminkontraktposition minimiert. Ggs.: Crosshedge, -hedging.

Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren

Vom Bundesverband Deutscher Banken über Bank-Verlag Medien GmbH in inzwischen zahlreichen Auflagen herausgegebene sehr informative, umfassende und praxisnahe Publikation. Wird von Kreditinstituten aller Gruppen an ihre Wertpapierkunden kostenlos ausgegeben. Kapitalanleger sollten dieses Werk unbedingt bei ihren Anlageentscheidungen zu Rate ziehen, da es die Möglichkeit bietet, sich umfassend über Wesen, Funktionen, Chancen und Risiken der Kapitalanlagen zu informieren.

Basiskonvergenz

Auch: Konvergenz der Basis. Nettofinanzierungskosten (Cost-of-Carry) sind zeitabhängig; sie nehmen bis zur Fälligkeit des Kontrakts tendenziell ab. Zum Fälligkeitszeitpunkt stimmen Kassakurs und Futurespreis in einem Gleichgewichtsmarkt nahezu überein, da sonst arbitriert würde. Das bedeutet, dass der Käufer (Verkäufer) bei positiver Zinsstruktur unabhängig von der Zinsentwicklung bis zur Fälligkeit einen Kursgewinn (-verlust) in Höhe des Terminabschlages hat. Bei inverser Zinsstruktur ist es umgekehrt: Der Käufer (Verkäufer) hat bis zur Fälligkeit einen Kursverlust (-gewinn) in Höhe der Prämie. Bei positiver Zinsstruktur erscheinen Futures optisch billig, weil bei den Nettofinanzierungskosten ein Überschuss entsteht, der zu einem Abschlag bei den Futures führt. Bei inverser Zinsstruktur erscheinen die Futures optisch teuer, weil bei den Nettofinanzierungskosten ein Minus entsteht, das zu einem Aufschlag bei Futures führt. Der faire Futurespreis und der Kassakurs der (zu liefernden) Anleihe nähern sich im Zeitablauf an, selbst wenn die Zinsstrukturkurve unverändert bleibt. Diese Konvergenz der Basis findet ihre Ursache in der Verkürzung der Restlaufzeit des Kontrakts, denn je kürzer die Zeit bis zum Liefertermin ist, desto geringer werden die Haltekosten. Die Verringerung der Basis erfolgt nicht linear, sondern sie ist abhängig von dem Verhältnis der kurzfristigen zu den langfristigen Zinsen, d. h. die Basis muss zwar im Zeitablauf abnehmen, die Stärke ihrer Abnahme schwankt jedoch. Die Schwankungen hängen davon ab, wie sich die kurzfristigen zu den langfristigen Zinsen bewegen, d. h. wie sich die Cost-of-Carry verändern bzw. sich die Zinsstrukturkurve verändert. Jede Veränderung der Zinsstrukturkurve führt also über eine Veränderung der Haltekosten zur Veränderung der Basis. Bei positiver Zinsstrukturkurve ist der Futureskurs wegen der negativen Cost-of-Carry kleiner als der Kassakurs (positive Basis). Bei inverser Zinsstrukturkurve ist der Futureskurs wegen der positiven Cost-of-Carry größer als der Kassakurs (negative Basis). Je steiler die Zinsstrukturkurve, desto größer ist die Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen und desto größer ist die Basis. Je flacher die Zinsstrukturkurve, desto geringer ist die Differenz zwischen kurz- und langfristigen Zinsen und desto kleiner ist auch die Basis.

Basiskurs, -preis

Basispreis, -kurs.

Basislinie

M-Formation.

Basisobjekt, -wert

Auch: Underlying. Bei Options- u. a. Termingeschäften das Kassamarktinstrument, das bei Ausübung oder Fälligkeit des Options- oder Termingeschäfts anzudienen oder zu erhalten ist. Auf Grund dieser Beziehung besteht eine hohe Korrelation der Wertentwicklung von Options- oder Termingeschäft und Kassamarktinstrument. Bei Optionen auf Financialfutures ist das Basisobjekt der entsprechende Terminkontrakt.

Basispoint

Basispunkt, -point.

Basispoint-Value

Abk.: BPV. Veränderung des Kurses (Preises) einer Anleihe, wenn sich die Anleiherendite um einen Basispunkt verringert.

Basispreise im Aktienoptionshandel an der Eurex

Gemäß den Bedingungen für den Handel an der Eurex können Optionsserien bestimmte Basispreise haben: bis 5 mit Preisabstufung von 0,20; zwischen 5,50 und 10 mit Preisabstufung von 0,50; zwischen 11 und 20 mit Preisabstufung von einem Euro; zwischen 22 und 50 mit Preisabstufung von 2; zwischen 52,50 und 100 mit Preisabstufung von 2,50 für ein und zwei Monate Laufzeit; für längere Laufzeiten erfolgt Preisabstufung von 5 für Optionsserien zwischen 55 und 200 und von 20 für Optionsserien mit Basispreisen über 200. Wird ein neuer Kontrakt eingeführt, stehen für jeden Call und Put für jede Fälligkeit 3 Basispreise zur Verfügung. Dabei ist ein Basispreis im Geld (in the Money), ein weiterer am Geld (at the Money) sowie ein Dritter aus dem Geld (out of the Money). Fallen Dividenden, Boni o. a. Barausschüttungen an, findet eine Berichtigung des Basispreises nicht statt. Werden bei Grundkapitalerhöhungen Bezugsrechte gewährt, ermäßigt sich bei Optionen auf Aktien der Basispreis für Optionen, die vor dem 1. Handelstag des Bezugsrechts abgeschlossen worden sind, um einen Betrag, der dem Wert des Bezugsrechts nach Maßgabe einer von der Eurex festgelegten Formel Rechnung trägt; entsprechend wird die dem Kontrakt zu Grunde liegende Zahl der Aktien so erhöht, dass der urspr. Kontraktwert erhalten bleibt (Verwässerungsschutz). Bei Ausübung nimmt die Eurex einen Barausgleich für die die Standardkontraktgröße, also grunds. 100 Aktien, übersteigende Zahl der Aktien vor. Der Barausgleich bestimmt sich nach der Differenz zwischen dem ermäßigten Basispreis der Aktie und dem Schlusskurs an der FWB. Bei vinkulierten Namensaktien bestimmt sich der Barausgleich nach dem Durchschnitt der letzten 3 über das elektronische Handelssystem der FWB bis Ende der Posttrading-Periode am Ausübungstag veröffentlichten Cum-bezahlt-Preise. Sind seit Ende des Handels an der FWB keine 3 Cum-bezahlt-Preise über das elektronische Handelssystem veröffentlicht worden, ist der Schlusskurs maßgebend. Die zum Bezug berechtigenden Ausweise müssen mitgeliefert werden, wenn die Option vor dem 1. Handelstag des Bezugsrechts ausgeübt wird. Bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln erhöht sich die Zahl der dem Kontrakt zu Grunde liegenden Aktien entsprechend dem Verhältnis ihrer Anteile am bisherigen Grundkapital. Der Basispreis verringert sich um einen Wert, der den urspr. Kontraktwert unverändert lässt. Bei Ausübung nimmt die Eurex Barausgleich für den nicht ganzzahligen Teil der neuen Kontraktgröße vor; im Übrigen müssen gemäß der neuen Kontraktgröße Aktien und etwaige Teilrechte geliefert werden. Das gilt auch für Stockdividenden, Aktiensplits u. Ä. Bei Kapitalherabsetzungen bleiben der Basispreis sowie die Kontraktgröße der Optionen unverändert, wenn die Kapitalherabsetzung durch Herabsetzung des Nennbetrags der Aktien oder durch Zusammenlegung erfolgt. Bei Kapitalherabsetzung durch Einziehung von Aktien verringert sich die Zahl der dem Kontrakt zu Grunde liegenden Aktien entsprechend dem Herabsetzungsverhältnis. Gleichzeitig erhöht sich der Basispreis um einen Wert, der den urspr. Kontraktwert unverändert lässt. Bei Änderungen der Kontraktgröße und des Basispreis werden neue Serien eingeführt. Bei Kapitalveränderungen werden alle im Auftragsbuch vorhandenen Aufträge und Quotes in den betroffenen Optionsserien von der Eurex gelöscht. Sie benachrichtigt alle Börsenteilnehmer von der bevorstehenden Löschung.

Basispreis, -kurs

1. Kurzbez.: Basis. Auch: Ausübungs-, Bezugspreis, Exercise-, Strikeprice. Der Preis (Kurs), der bei Abschluss eines Optionsgeschäfts vereinbart wird, zu dem die Option später ausgeübt werden kann, der also bei Ausübung des Optionsrechts für den gelieferten Basiswert zu bezahlen ist. Er bestimmt zu einem großen Teil den Wert der Option. Da der Käufer einer Kauf- oder Verkaufsoption das Recht hat, nach ausgeübter Option Wertpapiere zu erwerben oder zu liefern, muss bei Abschluss des Geschäfts außer dem Options- auch der Basispreis vereinbart werden.

2. Bei Option und Optionsschein Kurs des jeweiligen Basiswerts, zu dem der Anleger das Recht hat, eine Aktie, einen Index, eine Devise, einen Rohstoff oder ein anderes Objekt zu erwerben (Call) oder zu verkaufen (Put).

3. Basiswertkurs u. a. im Vorprämien-, Rückprämien-, Stellagegeschäft.

4. Aktienoptionen als Gehaltsbestandteil.

Basispreis, Limitherabsetzung

Fallen vor Abschluss des Optionsgeschäfts bei inländischen Werten Dividenden oder sonstige Barausschüttungen an, ermäßigt sich das Limit für den Basispreis um den Betrag der Bruttoausschüttung.

Basisprospekt

Kann für folgende Wertpapierarten der Anbieter oder Zulassungsantragsteller erstellen, der alle nach WpPG notwendigen Prospektangaben zu Emittent und öffentlich anzubietende oder zum Handel an einem organisierten Markt zuzulassende Wertpapiere enthalten muss, nicht jedoch die endgültigen Bedingungen des Angebots: 1. Nichtdividendenwerte sowie Optionsscheine jeglicher Art, die im Rahmen eines Angebotsprogramms ausgegeben werden; 2. Nichtdividendenwerte, die dauernd oder wiederholt von Einlagenkreditinstituten begeben werden, sofern die Wertpapiere durch in ein Deckungsregister eingetragene Vermögensgegenstände gedeckt werden, die eine ausreichende Deckung der aus den betr. Wertpapieren erwachsenden Verbindlichkeiten bis zum Fälligkeitstermin bieten, und sofern die Vermögensgegenstände im Fall der Insolvenz des Einlagenkreditinstituts vorrangig zur Rückzahlung des Kapitals und der aufgelaufenen Zinsen bestimmt sind. Die Angaben des Basisprospekts sind erforderlichenfalls durch aktualisierte Angaben zu Emittent und Wertpapieren, die öffentlich angeboten oder zum Handel an einem organisierten Markt zugelassen werden sollen, nach Maßgabe des WpPG zu ergänzen. Werden die endgültigen Bedingungen des Angebots weder in den Basisprospekt noch in einen Nachtrag aufgenommen, hat der Anbieter oder Zulassungsantragsteller sie spätest. am Tag des öffentlichen Angebots in der im WpPG für Prospekte genannten Art und Weise zu veröffentlichen. Der Anbieter oder Zulassungsantragsteller hat die endgültigen Bedingungen des Angebots zudem spätest. am Tag der Veröffentlichung bei der BaFin zu hinterlegen. Ist eine fristgerechte Veröffentlichung oder Hinterlegung aus praktischen Gründen nicht durchführbar, ist sie unvzgl. nachzuholen. Die Mindestangaben, die in einen Prospekt aufzunehmen sind, bestimmen sich nach einschlägigem EU-Recht. Bei Nichtdividendenwerten ist der Prospekt gültig, bis keines der betroffenen Wertpapiere mehr dauernd oder wiederholt ausgegeben wird. Nach Ablauf der Gültigkeit darf auf Grund dieses Prospekts kein neues öffentliches Angebot von Wertpapieren erfolgen oder deren Zulassung zum Handel an einem organisierten Markt beantragt werden. Ein Basisprospekt darf nicht in mehreren Einzeldokumenten erstellt werden.

Basisprospekt(veröffentlichung)

Regulierte Notierung, Basisprospekt(veröffentli­chung).

Basispunkt, -point

Abk.: BP, bp. An Finanzmärkten ein Hundertstel (1/100) eines Prozentpunkts: 1 BP = 0,01 % = 0,0001. Steigt/sinkt bspw. die Rendite einer Schuldverschreibung von 5,25 % auf 5,30 (5,20)%, beträgt die Steigerung (das Sinken) 5 Basispunkte. Findet Verwendung bei der Angabe von Renditen, Kursen, Preisen usw. bzw. von Unterschieden zwischen ihnen.

Basispunktwertverfahren, -methode

Methode beim Hedging durch Zinsfutures bei Bestimmung der Hedgeratio. Bei Absicherung durch Zinsfutures wird der Basispunktwert einer Anleihe ermittelt (Basispunkt), der deren absolute Kursveränderung angibt, wenn eine Zinsänderung von 1 BP am Markt eintritt. Diese Preisreaktion geht in die Ermittlung der Kontraktanzahl ein, die für die Absicherung einer Anleiheposition notwendig ist. Eignet sich aber nur für relativ geringe Zinsschwankungen von bis zu ca. 50 BP. Anders: Nominalwertverfahren, -methode.

Basisrate

1. Bei Cap, Floor, Collar und Corridor vereinbarter Zinssatz.

2. Zinssatz, der für ein mit einer Bank vereinbartes Zinstermingeschäft gilt.

Basisrisiken

Begriff der »Basisinformationen über Vermögensanlagen in Wertpapieren« für Grundrisiken von Kapitalanlageformen. Anders: produktspezifische Risiken.

Basisrisiken bei Aktien

Auch für die Aktie geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei Aktien. Aus Sicht des Aktienkäufers lassen sich grds. das allgemeine Marktrisiko und das unternehmensspezifische (und damit aktienspezifische) Risiko unterscheiden. Beide für sich genommen oder auch kumuliert beeinflussen die Aktienkursentwicklung.

Basisrisiken bei alternativen Anlageformen, Investments

alternative Anlageformen, Investments.

Basisrisiken bei Genussscheinen

Auch für Genussscheine geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei Genussscheinen.

Basisrisiken bei Investmentanteilscheinen

Auch für Investmentanteile geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei Investmentanteilscheinen.

Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen

Grundlegende Risiken, die für alle oder die meisten Kapitalanlageformen, -arten und -produkte wertpapiermäßiger (aber auch nicht wertpapiermäßiger) Art in Betracht kommen, also Vermögenswerte und -anlagen generell bedrohen. Dabei kumulieren sich solche Risiken oftmals, verstärken sich so gegenseitig. Anders: spezifische Risiken, die sich auf einzelne bestimmte Kapitalanlageformen beziehen und zu den Basisrisiken jeweils hinzutreten (können).

Basisrisiken bei Optionsscheinen

Auch für Optionsscheine geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen darin. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei Optionsscheinen.

Basisrisiken bei Termingeschäften

Grundlegende, typische Risiken, die für alle oder die meisten Termingeschäftsformen, -arten und -produkte mehr oder weniger gleich in Betracht kommen. Dabei kumulieren sich solche Risiken oftmals, verstärken sich so gegenseitig. Weitere Gefahren, die dem Termingeschäftsabschluss – als Risiken bez. – stets immanent sein können, resultieren nicht (nur) in potenziellen finanziellen Verlusten, sondern beinhalten u. U. weitere Nachteile. So kann es viel Zeit und Mühe kosten, bestimmten mit dem Termingeschäft verbundenen Pflichten und notwendigen Dispositionen nachzukommen. Anders: produktspezifische Risiken, die sich auf einzelne bestimmte Termingeschäftsformen beziehen und zu den Basisrisiken jeweils hinzutreten (können); dies kann die Beeinflussung des Wertes des betr. Produkts verstärken.

Basisrisiken bei (verzinslichen) Wertpapieren

Auch für (verzinsliche) Wertpapiere geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei (verzinslichen) Wertpapieren.

Basisrisiken bei Zertifikaten

Auch für Zertifikate geltende Basisrisiken bei Kapital- (Vermögens-)anlagen. Zusätzl.: produktspezifische Risiken bei Zertifikaten.

Basisrisiko

1. Basisrisiken. . .

2. Sonderform des variablen Zinsänderungsrisikos. Entsteht nicht durch Fristentransformation einer Bank, sondern durch Existenz unterschiedlicher Referenzzinssätze auf der Aktiv- und Passivseite ihrer Bilanz.

3. Spez. Preis- (Kurs-)risiko im Termingeschäft, insbesondere bei Futures (Futures-Basisrisiko): Möglichkeit der Veränderung der Basis – definiert als Preisdifferenz zwischen Kassatitel und Futureskontrakt – im Verlauf einer Absicherungsstrategie, d. h. zwischen Öffnen und Schließen der Kontraktposition. Eine möglichst konstante Basis ist Hauptbedingung einer effizienten Absicherung. Zu berücksichtigen ist jedoch die »natürliche« Basisveränderung durch die Reduktion der Cost-of-Carry. D.h. bei Hedging durch Terminkontrakte (Futures) besteht das Risiko, dass sich die Relation zwischen dem Preis des Finanzterminkontrakts und dem des zu Grunde liegenden Kassainstruments (Underlying) so stark verändert, dass der Erfolg der Hedgingtransaktion entscheidend gemindert wird.

Basis, schwache, breite, mehr negative

schwache Basis.

Basisspanne

Creditspread-Option.

Basisswap

Auch: Basiszins-, Floating-to-Floating-Swap. Swapform in Weiterentwicklung des einfachen Zins­swap, bei der nicht feste und variable Zinsen, sondern 2 unterschiedliche, auf verschiedenen Referenzzinssätzen basierende variable Zinszahlungen (-verpflichtungen) zwischen den Swappartnern getauscht (geswapped) werden(Dreimonats-EURIBOR gegen Sechsmonats-EURIBOR, EURIBOR gegen New Yorker Primeratezinsen; zahlreiche unterschiedlich variable Zinssätze werden den Swaps zu Grunde gelegt). Beinhaltet als Form des Floating-to-Floating-Zinsswap also Austausch von variablen Zinsverpflichtungen (bzw. -forderungen) mit unterschiedlichen Basiszinssätzen und/oder verschiedenen Zahlungsperioden. Je nachdem, ob dem Swapgeschäft Zahlungsverpflichtungen oder -forderungen zu Grunde liegen: Asset Swap- oder Liabilityswap. Handelt es sich um zu Grunde liegende Anleihen, stehen Swapgeschäft und Anleiheemission zwar in direktem wirtschaftlichen Zusammenhang, stellen jedoch de jure 2 getrennte Geschäfte dar. Vorteile des z. B. auf dem Austausch kurzfristiger Geldmarktpapiere beruhenden Basisswap ergeben sich aus der Möglichkeit, ökonomische Zugangsbeschränkungen zu bestimmten Finanztitelmärkten zu umgehen, um Finanzmittel in der gewünschten Fälligkeit zu erhalten, und aus dem im Basisswapgeschäft begründeten Arbitragegewinn, durch den die Swappartner die Mittel zu günstigeren Konditionen erhalten können.

Basistrade

Basishandel, -trade.

Basistrend

Konstrukt der technischen Aktienanalyse. Grundlegende längstfristige, säkulare Entwicklungsrichtung eines oder mehrerer Aktienkurse bzw. des Gesamtmarkts (Aktienkursbasistrend), wenn man diese über einen relativ langen Mehrjahreszeitraum verfolgt. Wird von 3 zyklischen Kursbewegungen überlagert, die jeweils eine Kursbewegung unterschiedlicher Fristigkeit repräsentieren: der langfristig um den Basistrend schwankende Zyklus als Primärtrend, des Weiteren Sekundär- und Tertiärtrend.

Basiswert bei Option(sschein) (Warrant)

Als Basiswerte (Underlyings) werden vor allem Aktien, Aktienkörbe, Anleihen, Indizes auf diverse Objekte, Währungen, Edelmetalle, Rohstoffe, Welthandelswaren und -produkte usw. verwendet, grds. sämtliche Werte, für die ein Marktwert ermittelt werden kann.

Basiswert-Insolvenzrisiko bei Zertifikaten

Zertifikat, Basiswert-Insolvenzrisiko.

Basiswert(kurs)risiko bei Optionsscheinen

Optionsscheinbasisrisiken.

Basiswert, -objekt

1. Auch: Bezugswert, Underlying. Bei Termin-, Options- u. ä. -geschäften das dem Terminkontrakt zu Grunde liegende Finanzinstrument (bzw. allg. das Gut), das bei Fälligkeit des Geschäfts anzudienen oder zu erwerben ist und von dessen Preis- (Kurs-)veränderung der Preis (Kurs) des Terminkontrakts wesentlich bestimmt wird. Typische Basiswerte: Aktien u. a. Wertpapiere. auch synthetischer Art, Indizes aller Art, Aktienkörbe, Währungen (Devisen), Edelmetalle, Rohstoffe, Welthandelswaren.

2. Bezugs-, Ausgangszahl bei einem Index (z. B. Aktienindex), auf die die weiteren Indexzahlen der zu Grunde liegenden Zeitreihe (z. B. monatliche Aktienkurse) bezogen werden.

Basiszins(satz)

Ersetzt seit Entstehen von EZB und ESZB den Diskontsatz der Bundesbank. Wird 3-mal jährlich an den Zinssatz für die längerfristigen Offenmarktgeschäfte der EZB angepasst, wenn sich dieser seit der letzten Anpassung um mind. 0,5 Prozentpunkte verändert hat.

Basket. . .

Finanzbasket, -korb.

Basket

(Ideelle) Zusammenfassung (-stellung) von Finanztiteln bestimmter Art oder Gattung: Aktien-, Währungs-, Rohstoffkorb usw., die in dieser Form als Bezugsbasis (-wert) für Fonds, Zertifikate, Optionsscheine u. a. gelten; z. B. Aktien (Aktienkorb als Verkörperung eines Aktienindex), Anleihen, Derivate, Genussscheine, Währungskorb als Basis für IWF-Sonderziehungsrechte usw. Oft branchenmäßig ausgerichtet. Werden überwiegend von Banken für die von ihnen emittierten Zertifikate zusammengestellt (Basketzertifikate). Allerdings ist der Index einer Börse, der demselben Zweck dient, erheblich transparenter als die von Banken konstruierten Baskets. Daher sind heute starre Aktienkörbe Ausnahmen; vielmehr legen die meisten Emittenten meist einen spez. Index auf und verwenden diesen als Basiswert für ihre Zertifikate usw. Einige Banken kooperieren dabei mit FWB oder Börse Stuttgart, die allgemeine oder kundenbezogene Indizes auflegen. Teilweise werden zudem Berater eingeschaltet, die die Zusammensetzung der Indizes periodisch überprüfen.

Basketcredit-Swap, -Option

Auch: Compound-Creditrisk-Swap, Multiple-Issuernote. Kreditderivat. Gestaltungsvariante der (Credit-) Defaultswaps, bei der das Ausfallrisiko mehrerer Schuldner zum Gegenstand des Kontraktes gemacht wird. Durch Zugrundelegen eines »Korbs« von Referenzinstrumenten, die sich i. d. R. auf verschiedene Emittenten beziehen, können mehrere Kreditrisiken gleichzeitig gehandelt werden. Im Gegenzug zur Risikoübernahme wird eine Prämie gezahlt, die ein Vielfaches der Prämie des einfachen Defaultswap beträgt, wobei die Prämie pro Schuldner jedoch geringer ist. Zu unterscheiden ist zwischen Vereinbarungen, die den Risikokäufer ledigl. beim 1. Creditevent innerhalb des fixierten Schuldnerkorbs zu einem Verlustausgleich verpflichten und der Schutz für die restlichen Referenzforderungen entfällt, sowie Kontrakten mit Mehrfachzahlung, bei denen ein Verlustausgleich – d. h. mehrmalige Ausgleichszahlungen – für mehrere oder alle Schadensfälle innerhalb des betrachteten Portefeuilles vereinbart wird. Die Kontraktbedingungen im Falle der Mehrfachzahlung können vorsehen, dass die Verlustausgleichspflicht des Risikokäufers mit Überschreiten einer bestimmten Anzahl von Creditevents innerhalb des fixierten Baskets einsetzt und alle weiteren Schadensfälle des Portefeuilles umfasst. Auf diese Weise kann sich der Risikokäufer zu günstigen Konditionen gegen Ausfallrisiken absichern, die über das erwartete Maß, das der Risikoverkäufer selbst zu tragen beabsichtigt, hinausgehen. Mit dem Basketcredit-Swap lassen sich Ausfallrisiken mehrerer Emittenten gleichzeitig handeln. In Abhängigkeit von der Korrelation der im Basket enthaltenen Basisinstrumente hinsichtlich kreditrelevanter Eigenschaften wie Branchenzugehörigkeit oder geografischem Standort des Schuldners kann ein besonderer Anreiz für die Vereinbarung einer Basketcredit-Option für beide Vertragsparteien darin bestehen, dass das Ausfallrisiko des zu Grunde liegenden Portefeuilles geringer ist als die Summe der enthaltenen Einzelrisiken.

Basketoptionsschein, -warrant

Art der Nakedwarrants. Ähnl.: Indexoptionsschein, -warrant. Nicht auf einen einzelnen Wert, sondern auf mehrere lautende Optionsscheine (i.Ggs.z. klassischen Optionen, die als Underlying Aktien, Anleihen, Indizes, Währungen, Zinsen u. Ä. haben, die den Inhaber zum Kauf bzw. Verkauf eines definierten Bestands (Korbes) von Aktien berechtigen. Der Korb besteht vielfach aus Aktien verschiedener Unternehmen einer bestimmten Branche eines Landes oder mehrerer Länder, Regionen usw., doch werden Baskets auch aus Anleihen, Rohstoffen usw. gebildet. Verbrieft somit das Recht, durch Ausübung des Optionsrechts einen vorweg festgelegten Korb von Aktien verschiedener Unternehmen zu beziehen (Calloptionsschein) oder zu verkaufen (Putoptionsschein). Meist wird dabei in der praktischen Handhabung allerdings das Recht zum Bezug der betr. Aktien ausgeschlossen und nur versprochen, den Differenzbetrag auszuzahlen, wenn bei Ausübung des Optionsrechts der tatsächliche Börsenkurs der im Basket enthaltenen Aktien zu Gunsten des Kunden vom Optionspreis abweicht (Barausgleich, Cashsettlement). Man kann den wirtschaftlichen Sinn dieses Optionsrechts darin sehen, dass man Aktiendepots, die ähnliche Zusammensetzung wie der Korb haben, so absichern kann. Der Anleger ist hierbei nicht von der Entwicklung einer einzelnen Aktie abhängig, sondern streut sein Risiko auf mehrere Werte. Die meisten Erwerber intendieren allerdings kein Hedging, sondern stellen auf die Gewinnchance ab. Hinsichtlich der Gewinnchancen des Basketoptionsschein-Käufers gilt sinngem. wie bei Indexoptionsscheinen.

Basketzertifikat

Auch: (Aktien-) Korbzertifikat. Strukturiertes Anlageprodukt. Ähnl. Indexzertifikat, wenn der Korb ein Aktien- o. a. -index ist. Basiswert ist ein vom Emittenten – meist Bank – des Zertifikats zusammengestellter Aktienbestand (-korb), vor allem nach bestimmten Branchen oder Märkten, insbesondere Technologie, Telekom, Internet, Pharma, Umwelt usw., aber auch von anderen Basiswerten. Hat als Basiswert (Underlying) also mehrere Einzelwerte oder Indizes, die als Korb (Basket, Pool) zusammengefasst werden und dessen Wert sich auf der Grundlage der Wertentwicklung der einzelnen Bestandteile und ihrer Gewichtung ergibt. Die Zusammenstellung des Korbs legt der Emittent vor Börsennotierung des Zertifikats fest, wobei grds. alle Wertpapiere mit regelmäßiger, zumindest täglicher Kursfeststellung für den Korb geeignet sind. Meist besteht ein Korb aus 5–20 Basiswerten (Wertpapieren, Rohstoffen, Edelmetallen). Zu unterscheiden sind passiv und semi- (halb-)passiv gemanagte Zertifikate: Je nach Variante bleibt der Korb bis zum Laufzeitende des Zertifikats statisch (unverändert, außer bei Insolvenzen, Übernahmen, Fusionen u.dgl.; buy-and-hold), oder die Gewichtung wird nach festgelegten Zeitspannen regelmäßig und in Ausgabebedingungen festgelegten Kriterien überprüft und ggf. angepasst. Auswahlkriterien für die im Korb enthaltenen Wertpapiere (o. a. Basiswerten) sind bei passiv gemanagten bekannt und ändern sich über die Laufzeit nicht, wenngleich sich die Zusammensetzung des Korbs im Zeitablauf ändern kann. Der Erfolg eines solchen Zertifikats zeigt sich darin, ob es eine bestimmte Benchmark (Vergleichsindex o. Ä.) übertrifft. Der Emittent verpflichtet sich, zu einem festgelegten Zeitpunkt dem Käufer des Zertifikats einen Geldbetrag zurückzuzahlen, der sich nach dem Wert der zu Grunde liegenden Aktien (o. a. Basiswerten) bestimmt. Es besteht für den Anleger kein Anspruch auf eine Dividende. Mit dem Kauf eines Zertifikats kauft der Anleger entsprechend dem Bezugsverhältnis einen Wertpapierkorbsbruchteil. Bestimmte Varianten bilden Aktien- oder Branchenindizes nach. Bei Ersteren wird die Zusammensetzung des Aktienkorbs bei der Emission fixiert und nicht mehr verändert. Bei Letzteren wird die Zusammensetzung des Basket regelmäßig überprüft und ggf. angepasst. Die Zertifikate können während der Laufzeit an der Börse verkauft oder an den Emittenten zurück verkauft werden. Z. T. wird angeboten, die Zertifikatlaufzeit am Ende der urspr. automatisch zu verlängern. Mittels Basketzertifikaten können bestimmte Investmentansätze nachgebildet werden, was i. d. R. über themenorientierte Auswahl bestimmter Aktien erfolgt (Themenzertifikat).

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