Logo weiterlesen.de
Das große Buch von Billy Backe. Alle Abenteuer in einem Band

Inhalt

Erstes Buch
Billy Backe aus Walle Wacke

Teil I: Billy Backe und der Schrönk

1 Was zur Hacke ist ein Schrönk?

2 Billy Backe gegen Billy the Kid

3 Die Igel-Indianer greifen an

4 Alter Häuptling Stinkender Fuß

5 Die Schlucht der Scharfen Zähne

6 Der Ampelmann wird rot

7 Ein Brief kommt selten allein

Teil II: Billy Backe und die Wackelriesen

1 Eine Walle-Wacke-Riesen-Sauerei

2 Der Kampf mit dem Schwarzen Löwen

3 Am Piratenfluss

4 Eine klebrige Falle

5 Im Unheimlich Unheimlichen Wald

6 Ein Walle-Wacke-Riesen-Spaß

7 Zur Hacke mit dem Winterschlaf!

Zweites Buch
Billy Backe und Mini Murmel

Teil I: Billy Backe und das Riesenhaselnuss-Ei

1 Ein Ballon mit Haselnuss

2 Der Kampf gegen die Misons

3 Jede Menge Klapperkrokodilstränen

4 Bei den Tollpatschen in der Patsche

5 Der Schrönk klebt fest

6 Was im Grauenhaften Grubentümpel geschah

7 Tohuwabohu, Zeltstadt der Strumpfnasen

Teil II: Billy Backe und das Monstermeer

1 Der böse Zauber kommt per Post

2 Durch die Rätselwüste zum Monstermeer

3 Eine Brücke mit Schluckauf

4 Im Netz der Unterwasserspinne

5 Bronco, das Urzeitungeheuer

6 Die Rotschopfmurmeltierleiter

7 Ein Orca fliegt selten allein

Karten vom Walle-Wacke-Land

Teil I: Billy Backe und der Schrönk

Also, Leute, eins sag ich euch gleich: Ich bin kein Hamster. Ich habe dicke Hamsterbacken, und deshalb nennt man mich auch Billy Backe. Aber ein Hamster? Nein. Das bin ich nicht.

Ich lebe im Walle-Wacke-Land. Keine Ahnung, wo genau das liegt. Irgendwo ziemlich weit weg, nehme ich an. Dort wohne ich mit meinen neununddreißig Freunden und Verwandten. In selbst gebuddelten Erdlöchern. Mit Tausenden von Gängen. Kreuz und quer und heck und queck. Das sind die reinsten Laby­rinthe.

Wenn wir nicht gerade auf Futtersuche sind oder uns putzen, lümmeln wir vor unseren Erdlöchern herum und wissen nicht, was wir tun sollen. Jedenfalls war das früher so. Aus Langeweile haben wir irgendwann mal Nüsse angemalt. Mit Wasserfarben: rot, blau, rosa, lila, gelb, orange, grün. Das waren die perfekten Murmeln. Und seit diesem Tag nennt man uns nur noch: Murmeltiere.

Und weil wir so verrückt nach Murmeln sind, erfinden wir ständig Murmelspiele: Murmel-Schnipsen, Murmel-Golf, Murmel-Weitwurf, Murmel-Balancieren, Murmel-Spucken, Murmel-Köpfen. Außerdem bauen wir immer neue schlangenlange, wunderbar kugelige Murmelbahnen.

Jeden Morgen um zehn Uhr dreizehn kommt Polly vorbei. Polly ist meine beste Freundin. Sie ist ein Posthörnchen und bringt die Post für mich und alle meine Freunde und Verwandten. Das heißt, sie würde gern die Post bringen, wenn es denn welche gäbe. Aber wir haben leider noch nie Post bekommen. So’n Pech, Leute!

„Hallo, Polly!“

„Hallo, Billy!“

„Hast du Post?“

„Nö.“

„Schade.“

So geht das jeden Tag.

„Das ist saulangweilig!“, sagt Polly immer.

Anschließend machen Polly und ich oft einen langen Spaziergang. So auch heute.

Wir näherten uns dem Bunten Wald. Der Bunte Wald heißt Bunter Wald, weil wir die Baumstämme irgendwann mal bunt angemalt haben. Hat echt Spaß gemacht. Und die Bäume fanden das auch klasse. Na ja, die meisten jedenfalls.

Als wir also gerade spazieren gingen, sahen wir am Waldrand plötzlich einen merkwürdigen Kerl. So ein Wesen hatten wir noch nie zuvor im Walle-Wacke-Land gesehen. Es hatte lange, schlackernde Arme und Beine und einen dicken, kugelrunden Bauch mit Kulleraugen, Nase und Mund mittendrin.

Wir gingen hin. Irgendwie sah der Kerl traurig aus.

„Hallo!“, rief ich.

Das merkwürdige Wesen zuckte zusammen. „Hallo“, antwortete es dann.

„Ich bin Billy Backe, das Murmeltier“, sagte ich. „Und das ist Polly, das Posthörnchen. Und wer bist du?“

„Ich bin Schrönk, der Schrönk“, sagte das Wesen.

Weder Polly noch ich hatten je von einem Schrönk gehört. Deshalb hatten wir auch keine Ahnung, was oder wer so ein Schrönk war. Einen Schrank, ja, den kannten wir, aber einen Schrönk? Nö. Nie gehört, Leute.

„Was ist denn ein Schrönk?“, fragte ich.

„Das weiß ich auch nicht“, sagte der Schrönk traurig. „Ein Schrönk ist halt ein Schrönk.“

„Und warum bist du so traurig?“, fragte Polly.

Der Schrönk schwieg eine Weile, dann sagte er leise: „Ich suche meinen Wippelwapp. Ich hab ihn verloren.“

Polly sah mich an. Ich sah Polly an. Auch was ein Wippelwapp war, wussten wir nicht. Doch noch ehe wir antworten konnten, fügte der Schrönk hinzu: „Er muss hier im Bunten Wald sein, mein kleiner Wippelwapp!“

„Weißt du was?“, sagte ich. „Wir helfen dir, deinen Wippelwapp zu suchen!“

„Das würdet ihr tun?“ Der Schrönk strahlte.

„Na klar!“

„Was genau ist denn ein Wippelwapp?“, fragte Polly noch. Aber da war der Schrönk schon in den Wald gerannt.

Polly und ich liefen ihm hinterher.

Also, neugierig sind wir schon, das muss ich zugeben. Jetzt wollten wir natürlich rauskriegen, wo sein Wippelwapp steckte. Und was genau ein Schrönk war, das wollten wir auch wissen. Walle Wacke!

Der Schrönk rannte wirklich ganz schön schnell. Er hatte ja auch viel längere Arme und Beine als wir. Er galoppierte auf allen vieren. Das sah irgendwie lustig aus. Trotzdem ließen wir uns nicht abhängen. Denn langsam sind wir auch nicht.

Plötzlich stoppte der Schrönk. Wir wären beinahe in ihn hineingesaust.

„Pssst!“, machte der Schrönk. Wir lauschten und hörten ein schrilles Krächzen.

„Krächzt so der Wippelwapp?“, flüsterte ich.

Wir schlichen leise voran und schauten hinter einen roten Ahornbaum. Aber da saß nur eine Amsel.

„Die saublöde Amsel!“, rief Polly. „Los, weiter!“

Schon bald hörten wir wildes Trompeten.

Der Schrönk hielt wieder inne.

„Trompetet so der Wippelwapp?“, fragte Polly.

Wir schlichen leise voran und schauten hinter eine gelbe Eiche. Aber da hüpfte nur ein Frosch auf und ab und spielte Trompete.

„Och nö, das ist nur der Trompetenfrosch“, sagte ich. „Los, weiter!“

Nach einigen Schritten hielten wir uns die Nasen zu. Es stank bestialisch. Der Schrönk sah sich um.

„Stinkt so der Wippelwapp?“, fragte ich.

Wir schlichen leise voran und sahen hinter einen lila Brombeerbusch. Aber da gammelte nur ein Haufen Bananen vor sich hin, schwarz und ekelhaft. Das stank wie die Pest.

„Iiiih! Faule Bananen!“, rief Polly. „Sauerei!“

Alter Häuptling Suppende Socke! Wir hatten immer noch keine Ahnung, was genau wir eigentlich suchten. Das ist natürlich blöd. Wenn man nicht weiß, was man sucht, wie soll man es dann finden?

Vielleicht war der Wippelwapp ein Kuschelbär? Oder ein Spielzeug? Oder ein Haustier? Oder was zum Fressen? Das konnte echt alles sein, so ein Wippelwapp.

Es wurde Zeit, dass wir den Schrönk endlich fragten.

„Was ist denn eigentlich ein Wippelwapp?“, rief ich, ehe sich der Schrönk wieder in Bewegung setzen konnte. Der Schrönk drehte sich zu uns um. Er schien nachzudenken. Er sah schon nicht mehr ganz so traurig aus wie am Anfang. Irgendwie hatte dem Schrönk das Laufen und Suchen gutgetan.