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Das große Abenteuer Wohnen

Ein Buch in
Episoden und Kapiteln

 

Erzählungen

Betrachtungen

Nachdenkliches

Soziale Sichten

Buch der Episoden

Vorwort

Episode 1

Rohrbruch in früherer Zeit

Episode 2

Kohlenklau

Episode 3

Bald ein Absturz

Episode 4

„Zum Verduften“

Episode 5

Der Reimer

Episode 6

Der Dielenspringer

Episode 7

Sammelleidenschaft

Episode 8

Die Mischbatterie

Episode 9

Aschfarben

Episode 10

Die Wohnhöhle

Episode 11

Eine Akte

Episode 12

Der Dominoeffekt

Episode 13

Badegemeinschaften?

Episode 14

Die Lebensretterin

Episode 15

Ein Holzlager

Episode 16

Ein falsches Dach

Episode 17

Einsam verstorben

Episode 18

Peinlichkeit

Episode 19

Bizarrer Kriminalfall

Episode 20

Frau Haselwurz und ihr Nachbar

Episode 21

Gefährliche Handlung

Episode 22

Die Seniorin im Bad

Episode 23

Sozial relevanter Lärm?

Episode 24

Die Explosion

Literatur- und Quellennachweis der Episoden:

Buch der Kapitel

Kapitel 1

Der Beginn

Kapitel 2

Das Hausbuch

Kapitel 3

Vom Wohnungsmangel zum Wohnungsüberfluss

Kapitel 4

Persönlich erlebte Wohnungsnot

Kapitel 5

Toiletten

Kapitel 6

Die Wäsche und die „Plan- und Mangelwirtschaft“

Kapitel 7

Privates Handwerk

Kapitel 8

Feierabendtätigkeit Volkswirtschaftliche Masseninitiative (VMI) Praxisorientierte Bildung

Kapitel 9

Mietpreise und Wohnqualität

Kapitel 10

Gesichtspunkte zum Wohnen

Kapitel 11

Zur Wohnungssuche

Kapitel 12

„Wohnform Straße“

Kapitel 13

Wohnform - Betreutes Wohnen -

Kapitel 14

Wohnform - Studentisches Wohnen -

Kapitel 15

Wohnen mit Hilfe und Pflege

Kapitel 16

Wohnen ist Lebensqualität

Kapitel 17

Wohlfühlfaktoren beim Wohnen

Kapitel 18

Farbgestaltung und Hygiene als Wohnwerte

Kapitel 19

Soziales Wohnumfeld

Kapitel 20

Mobilität für Ältere und Behinderte

Kapitel 21

Wohnformen im demografischen Wandel

Kapitel 22

Unterstützendes Wohnen - selbstbestimmtes Leben

Kapitel 23

Wohnen in Würde mit Technik und Daten

Kapitel 24

Wohnkultur

Nachwort

Literatur- und Quellennachweis der Kapitel:

Dieses Buch ist der palliativen Arbeit und für den Dienst am Mitmenschen gewidmet.

Deshalb soll der Gewinn, der durch den Verkauf des Buches erzielt wird, für die palliative Arbeit sowie für die Arbeit im Hospizdienst verwendet werden.

Den oft letzten großen Liebesdienst für die sehr kranken Menschen gilt es weiter auszubauen, wobei mir die schwerkranken Kinder besonders am Herzen liegen. Bereits in der geringen Zeit ihres Erdendaseins, müssen sie diesen schwierigen Schritte gehen und durchleben.

Wir sind es den Betroffenen schuldig, dass wir sie in diesen oft sehr leidvollen Situationen, nicht allein lassen. Wir wissen aber auch, dass Begleitung, erhöhte Zuwendung und Pflege für die schwerkranken Menschen besonders aufwendig und auch teuer sind.

Erfreulicherweise wird die palliative Medizin sowie die Betreuung im Hospiz immer besser anerkannt, und weiterentwickelt.

Viele engagierte Ärzte, Schwestern, Pflegekräfte, Seelsorger und ehrenamtlich tätige Personen arbeiten mit viel Herzblut in diesen Bereichen.

Damit die Aufgaben weiter ausgebaut werden können, soll das Buch mithelfen die Finanzierung für diese Tätigkeiten abzusichern.

Mein besonderer Dank gilt Frau Erika Kühn für ihre liebevolle Unterstützung und das uneigennützige Lektorat sowie all denen, die an der Ausgabe des Buches beteiligt sind oder diese auf irgendeine Art und Weise ermöglicht und mitgetragen haben.

Im Jahre 2018

Buch der Episoden

Vorwort

Mit diesem Buch will ich vom Wohnalltag der Menschen erzählen. Ich will auf die letzten Jahrzehnte der DDR-Zeit sowie auf die Zeit nach der Wende zurückschauen und versuchen diese auszugsweise zu erläutern.

Die Erzählungen sind Kurzgeschichten und recht „vermischt“. Sie werden auf unterschiedliche Art und Weise vorgestellt. So sind diese breit gefächert, von mitunter autobiografischen Darstellungen mit teilweise recht bunten, lustigen, mitunter ironischen bis zu sehr ernsten, nachdenklichen Geschichten. Die geschilderten Ereignisse können, durch die oftmals große Problematik, die sich dahinter befindet, nur angerissen und skizziert werden. Eine gar zu tiefgehende Beschreibung der damaligen Zustände soll nicht der Sinn sein. Die Erzählungen bauen auf wahren Ereignissen und Gegebenheiten auf, die ich meist selbst miterlebt habe. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Geschichten, trotz wahrem Bezug, oftmals durch persönliche Sichtweisen geprägt werden. Die Namen der Menschen wurden zum Schutz der Betroffenen verfremdet. Sollten sich trotz dieser Vorsorge Ähnlichkeiten ergeben, so sind diese rein zufällig und keinesfalls gewollt.

Die kleinen Erlebnisse und die damit verbundenen Erfahrungen, will ich in Episoden schildern. Dagegen wird in den einzelnen Kapiteln mehr Augenmerk auf die Betrachtung bestimmter Zeiträume gelegt. Durch meine über mehrere Jahrzehnte währende Tätigkeit beim Verwalten von Grundstücken, Wohnungen und Gewerberäumen durfte ich eine Fülle von interessanten Menschen kennen lernen. Ich will kaum über die normalen beruflichen Aufgaben, vielmehr über die aus dem Rahmen fallenden Ereignisse berichten. Sehr stark richtet sich der Fokus auf die sozialen Umstände und Empfindungen, welche ich in all den Jahren mit den Menschen erleben und teilen durfte.

Die zwei gegensätzlichen Gesellschaftsordnungen und deren Auswirkungen konnte ich durch meine Tätigkeit hautnah miterleben.

Auf diese Zeit zurückblickend sah ich, wie sich die Menschen in der ehemaligen sozialistischen sowie auch in der jetzigen, finanzgeprägten Gesellschaftsordnung bewegten bzw. bewegen. Ich beobachtete, welche Denkweisen sich durch die unterschiedlichen Gesellschaftsordnungen bei den einzelnen Menschen herausbildeten. Mir geht es in diesem Buch nicht darum, die eine oder die andere Gesellschaftsordnung zu loben, zu verteufeln oder zu bewerten. Es geht mir vielmehr darum, diverse Umstände in den jeweiligen Ordnungen rund ums Wohnen in den Lebenswelten aufzuzeigen und die Erlebnisse aus sozialer, wenngleich auch mit persönlicher Sichtweise darzustellen. Wobei ich denke, dass keine Gesellschaftsordnung bereits so gut ist, dass sie nicht noch besser werden kann.

Meine Erzählungen und Darstellungen verstehe ich keinesfalls als eine wissenschaftliche Arbeit. Ich will das Leben der Menschen der vergangenen Zeiten etwas beleuchten und zeigen, welche Schwierigkeiten es dabei gab, aber auch, wie sich Menschen der jeweiligen Staatsmacht mehr oder minder anpassten. Ich will von Zuständen erzählen, die fast vergessen sind. Mein Anliegen dabei ist es auch, dass ich die früheren Verhältnisse ins Bewusstsein zurückhole und zumindest für kurze Zeit aufwecke. Dabei sind es die vielen Alltäglichkeiten, oft Kleinigkeiten, die unser Leben nicht schwarz oder weiß, sondern eben auch grau oder sogar recht bunt gestalten. Ich versuche Lustiges, Nachdenkliches, aber auch für die jetzige Zeit mitunter schwer Verständliches zu schildern. Wie gesagt, der Leser soll zum Rückblick animiert und zum Nachdenken angeregt werden.

Die Geschichten sollen die Vielfalt der unterschiedlichen Menschen, die ich kennen lernen durfte, etwas beschreiben. Schildern will ich Besonderheiten, Eigenarten, Weltansichten, Bedürfnisse, Krankheiten, Spleens und Probleme der Menschen. Erzählen will ich von ihrer Lebensgeschichte und von ihrer Menschlich - und Mitmenschlichkeit. Die gemeinsam erlebte Zeit, gefüllt mit Arbeit, verband uns und führte uns zusammen. Es war nicht immer leicht, letztlich aber eine enorme Bereicherung, die vielfältigen Menschen kennenzulernen.

Ich möchte andeuten, warum Menschen so sind, wie sie sind, in welchem sozialen Raster sie sich bewegen, welche persönliche Vorgeschichte bestand und dass den unterschiedlichen persönlichen Lebensläufen Respekt entgegen zu bringen ist. Die Erlebnisse mit den Menschen gewährten mir manchmal einen kleinen Einblick in ihr Leben. Ihre mitunter traurigen Lebensgeschichten sind Teil ihres Lebens und zu respektieren. Wundervoll wäre es, wenn mit diesem Buch ein größeres Verständnis für die Mitmenschen erreicht werden könnte. Vielleicht kann damit auch eine bessere Akzeptanz des Anderen, des Nachbarn, des Mitmieters zu den jeweils unterschiedlichen Situationen des anderen Menschen, des Mitbürgers erreicht werden. Besonders schön wäre es, wenn die kleine Pflanze Nächstenliebe dadurch mehr „Licht“ bekommt und stärker wachsen könnte. Ebenso wünschenswert wäre es, wenn sich dadurch Achtung, Respekt und die Toleranz zwischen den Menschen weiter entfalten könnten. Von den Wunschzielen abgesehen, will ich aber auch Grenzen zum Verstehen und Grenzen der Toleranz nicht verschweigen.

Nie hätte ich gedacht, dass alltägliches Leben durch die Buntheit der vielen und unterschiedlichen Menschen so schillernd, abwechslungsreich und teilweise auch sehr aufregend sein kann.

Die vergangenen Jahre und die vielen Erfahrungen zeigen mir deutlich, wie sehr sie mich geprägt haben. Durch die mannigfachen Erlebnisse wuchs das Verständnis für die Menschen stetig. Daraus entwickelte sich zunehmend eine bestimmte Verbundenheit zu meinen Mietern, meinen „Klienten“. Die Beschreitung meines Weges ging zusehend vom Mieter zum Partner, letztlich zum Mitmenschen hin. Durch diese Arbeit, gepaart mit vielseitigen Erfahrungen, lernte ich mit dem Herzen zu sehen. Deswegen konnte ich persönlich sehr wachsen und ich finde, dass mich die vielen Erfahrungen nachhaltig und sozial geprägt haben. Für die gewinnbringenden Erkenntnisse über die vielen Jahre danke ich sehr.

Ich wünsche Ihnen viel Nachdenklichkeit aber auch Freude beim Lesen.

Episode 1

Rohrbruch in früherer Zeit

An einem Sprechtag, einem Dienstagnachmittag, Ende der 70er Jahre war es, so erinnere ich mich, wurde mir eine Havarie durch Monteure vom damaligen Wasserwerk gemeldet. Ein großer Rohrbruch war in einem leerstehenden Haus im Bereich der westlichen Innenstadt festgestellt worden. Auf Grund dieser Meldung musste ich mir den Schaden vor Ort ansehen. Danach waren die notwendigen Maßnahmen einzuleiten. Versehen mit den alten, großen und unhandlichen Hausschlüsseln begab ich mich zu dem leerstehenden Haus. Ich hörte bereits von außen durch die zum Großteil nicht mehr vorhandenen Kellerfenster ein starkes Rauschen und Plätschern des Leitungswassers.

Um den Defekt an der Leitung näher zu erkunden begab ich mich - und das unüberlegterweise ganz allein - in das leerstehende, finstere Haus. Die Stromzähler waren bereits ausgebaut und eine Hausbeleuchtung war damit nicht mehr vorhanden. So tastete ich mich in dem verwinkelten und finsteren Keller zum Rohrbruch unter spärlichem Licht einer kleinen Taschenlampe ganz langsam voran. Der dortige Fußboden war bereits mit Leitungswasser überdeckt und so ging ich nach Gehör vorsichtig zur vermeintlichen Stelle des Rohrbruches. Doch auf einmal verschwand blitzartig eine Körperhälfte mitsamt meinem linken Bein im Wasser, in einem Loch im Kellerfußboden. Ich landete höchst unsanft und mit schräger Lage im tiefen Wasser.

Was war passiert?

Durch die Finsternis und das stehende Wasser im Keller erkannte ich nicht, dass im Fußboden ein recht großes und tiefes Sumpfloch hinterlistig auf mich gewartet hatte und so die Ursache für mein „Verschwinden“ war. Dieses Loch war wohl früher einmal zum Abpumpen von Oberflächenwasser, welches sich im Keller gesammelt hatte, genutzt worden. Nun war ich in diesem ca. 70 cm tiefen und mit frischem Leitungswasser gefüllten Loch zu vielleicht 40% meiner Körpergröße, samt einem Bein versunken. Dadurch hatte mein anderes Bein eine sportliche, eine Spagat fördernde oder horizontale Stellung, und dies ganz ohne mein Zutun, eingenommen. So landete mein zweites Bein ebenfalls im Wasser. Das Wasser war saukalt und mehr als erfrischend. Der Schrecken, den ich dabei erlitt, paarte sich mit einer Zerrung an den Beinen. Inzwischen war meine Kleidung am Körper klatschnass. Doch langsam löste sich die Schockblockade und ich versuchte mich vorsichtig aber zielgerichtet aus dem Loch zu retten. Es war nicht so einfach, wie es erst schien, da ich nichts außer Wasser fand, worauf ich mich stützen oder festhalten konnte. Doch mit Mühe gelang mir mein Vorhaben und ich stand da wie ein begossener Pudel, zumindest, was die Anziehsachen betraf und das noch im finsteren Keller. Die Taschenlampe hatte durch den Fall ins Wasser ihr Leben bereits ausgehaucht, da sich Lampe und Wasser scheinbar nicht besonders gut vertrugen. Im geordneten und vorsichtigen Rückzug erreichte ich nass, aber trotz Schrecken und ohne zusätzliche Vorkommnisse relativ gut die Tür zur Freiheit, die Haustür. Meine Freude war sehr groß, als ich wieder auf der Straße und vor dem Haus stehen durfte.

Das Wasser konnte weder im Haus noch auf der Straße abgesperrt werden, denn Absperrschieber auf der Straße für alte Häuser waren nicht immer vorhanden oder sie waren veraltet, defekt und nicht mehr nutzbar. Auch in diesem Fall war es so. Insofern musste eine andere Lösung gefunden werden. Weil die Kapazitäten für Reparaturen sehr karg waren, konnte ich kaum auf schnelle Hilfe von einem Sanitärbetrieb hoffen. Da mir dieser Zustand bewusst war, hatte ich mir seit einiger Zeit weitere Handwerker gesucht. Dabei lernte ich einen Schlossermeister kennen, der sich bereits im Ruhestand befand, aber der mir bei vielen Problemen schnell und unkompliziert half. Die Hilfeleistung, die dann unser Betrieb in Anspruch nahm, wurde nach dem Gesetzblatt für Feierabendtätigkeit (siehe Kapitel VMI-Leistungen) abgerechnet und entlohnt. Der betagte Herr arbeitete und half unserem Betrieb sehr gern. Außerdem konnte er damit seine nicht gerade üppige Rente etwas aufbessern.

Um weitere Schäden durch das ausströmende Wasser zu vermeiden, suchte ich den Mann gleich auf. Ich schilderte ihm das Problem und bat ihn, die Havarie schnell zu beseitigen. Der Mann wurde vor der unterirdischen und tückischen Gefahr, die auf ihm lauerte, noch gewarnt. Meine durchnässte Kleidung galt ihm als Wahrung, denn er sollte nicht auch in diesem Loch verschwinden oder gar einen Körperschaden erleiden. Der Schlossermeister wusste sich aber gut zu helfen und beseitigte den Rohrbruch kurz darauf, indem er eine Schelle um die schadhafte Leitung montierte. Das war eine einfache aber wirksame Lösung. Nachdem die Arbeiten erledigt waren, konnte ich endlich daran gehen, mir die noch vor Nässe triefenden Sachen, wie Schuhe, Strümpfe und die Hose zu wechseln. Den Wechsel in frische, trockene Kleidung empfand ich als Genuss und als wahre Wohltat. Meine Befindlichkeit besserte sich zunehmend und ließ den Schmerz der Zerrung in den Hintergrund treten. Reich an Erfahrung und mit trockener Kleidung versehen, nahm ich meine Arbeit nach dieser unbeabsichtigten Unterbrechung wieder auf. Gelernt habe ich daraus, dass es in einem leerstehenden und baufälligen Haus sehr gefährlich werden kann.

Episode 2

Kohlenklau

In der zweiten Hälfte der 70er Jahre, als die Wohnungen hauptsächlich noch mit Kohleöfen beheizt wurden, erhielt unser Betrieb von einem Mieter die Mitteilung, dass in einer Wohnung eine Ofenexplosion erfolgt sei. Wir sollten bei der Auslösung eines Reparaturauftrages für dieses Grundstück aber Vorsicht walten lassen und die Reparatur vor Ort erst einmal überprüfen.

In dem Haus, welches in einer schönen, parkähnlichen Gegend liegt, hatte sich nach Aussagen von Mietern folgendes ereignet:

Herr Sonnenhut habe in seinem Keller mehrfach festgestellt, dass seine gekauften und eingelagerten Kohlen auf rätselhafte Weise verschwanden. Er habe diese zauberhafte Situation schon über einen längeren Zeitraum beobachtet. Der Kohlenberg in seinem Keller schrumpfte immer schneller. Der Mieter selbst habe diese vielen Briketts bei weitem nicht verbraucht. Herr Sonnenhut schaute sich diese Situation eine gewisse Zeit und mit getragener Geduld an. Nach den angeblichen Wundern begann sich allmählich ein schlimmer Verdacht einzuschleichen. Vermutlich „bediene“ sich unberechtigter Weise ein Mitbewohner des Hauses an seinen Kohlen. So ärgerte er sich zunehmend darüber, dass seine Kohlen möglicherweise in einer anderen Wohnung eingesetzt wurden und die wohlige Wärme von einem anderen Mieter genossen würde. Ärgerlich, teils auch wütend über diese Unverfrorenheit, sann Herr Sonnenhut auf Revanche.

Aber er konnte sich nicht vorstellen, wer ihm seine Kohlen laufend stahl. Um dies herauszufinden, „befüllte“ er ein oder mehrere Briketts mit pyrotechnischen Restartikeln, welche aus der Zeit vom Jahreswechsel stammten. Er legte die präparierten, aber von ihm markierten Kohlen an die Grenze seines Kohlenhaufens zum Nachbarkeller. Dort vermutete er den vermeintlichen Dieb, weil die angrenzende Bretterwand locker und nicht mehr im besten Zustand war. Der bestohlene Mieter wartete nun ab, ob etwas passieren würde. Doch lange wurde seine Geduld nicht in Anspruch genommen. Kurze Zeit später krachte es gewaltig im Haus und eine große Aufregung entstand bei den Hausbewohnern.

Bei einem Mieter, welcher im Schulwesen tätig und damit Vorbild von Berufs wegen sein sollte, aber der letztlich auch nur Mensch war, explodierte ein Kachelofen. Durch die Explosion der Feuerwerkskörper wurde der Ofen stark beschädigt. Auch das Zimmer war durch die Explosion von Ruß geschwärzt und arg in Mitleidenschaft gezogen. Nun hatte der bestohlene Mieter den mutmaßlichen Dieb ertappt.

Die Wahl und der Einsatz des Mittels waren wohl etwas sehr derb, zumal damit Schaden an fremdem Eigentum entstand. Die Menschen im Haus schreckten auf und es folgten lebhafte Auseinandersetzungen. Wer sollte die Ofenreparatur und den neuen Anstrich des Zimmers bezahlen?

Schließlich kam es sogar zu einem recht amüsanten Gerichtsverfahren. Der geschädigte Herr Sonnenhut verteidigte sich damit, dass er in seinem Keller mit seinen Briketts machen kann, was er will und er nicht davon ausgehe, dass er bestohlen wird. Er habe diesen Schaden auch nicht gewollt.

Nun waren in der damaligen Zeit viele Menschen parteilich fest gebunden. Für die Richter war es daher nicht immer einfach, Recht zu sprechen. Die Parteilichkeit, so wage ich zu vermuten, stand den Richtern in wohl mancher Hinsicht bestimmt im Weg.

Das Urteil soll aber letztendlich sehr weise gewesen sein. Die Schäden für die gestohlene Kohle, die Ofenreparatur und die Renovierungskosten für das Zimmer wurden miteinander verrechnet, so dass keine große Diskrepanz übrig blieb und der Fall mit Takt und diplomatisch gelöst wurde. Der Geschädigte und der Täter wurden verwarnt. Insbesondere Herr Sonnenhut wurde belehrt, dass er solche Gefahrensituationen zur Lösung bzw. Klärung eines solchen Falles nicht herbeiführen darf.

Das Ereignis sprach sich im Wohngebiet schnell herum. Natürlich hatte Herr Sonnenhut, der diesen Fall auf seine Weise löste, trotz allem Ärger, der damit verbunden war, die Lacher auf seiner Seite. Für den Dieb war die Sache sehr, sehr peinlich. Die Reparatur des Ofens wurde still, ohne Einbeziehung unserer Verwaltung durchgeführt und in den darauffolgenden Jahren wurden keine weiteren Kohlendiebstähle aus diesem Haus gemeldet.

Episode 3

Bald ein Absturz

In einem Sommer Mitte der 80er Jahre erlebten wir infolge einer besonderen Wetterlage anhaltenden Dauerregen. Der Regen prasselte rücksichtslos auf die Dachflächen der Stadt und auf die in unserer Verwaltung stehenden Häuser. Im Nu zeigten sich die ganzen Schwachstellen unserer Dächer.

Die Mieterin eines großen Hauses, ich will sie Frau Lupine nennen, meldete uns aufgeregt und zutiefst verärgert die vielen Einlaufstellen im Haus. Das Regenwasser drang, wie sie uns mitteilte, bereits in ihren Wohnbereich ein. Die Dame wusste sich nicht mehr zu helfen. Das Unterstellen von allerlei Gefäßen blieb überwiegend erfolglos, da das Regenwasser auch am Schornstein sowie an der Wohnzimmerdecke entlang lief und somit kaum aufzufangen war.

Mit dem Dachdeckermeister eines privaten Handwerksbetriebes, der uns oft bei solchen Havarien geholfen hatte, wurde eilig eine Besichtigung der Schäden vereinbart. Zu deren Ortung musste die Dachfläche begangen werden. Nachdem wir uns durch das alte, enge Dachausstiegsfenster gezwängt hatten, ging ich auf dem schlüpfrigen Laufsteg des Daches voraus, um dem Dachdeckermeister die schadhaften Stellen am Schornstein bzw. auf der Dachfläche zu zeigen. Dabei passierte mir das Malheur, das zeitlich bestimmt kurz war, mir aber durch den Schreck unendlich lang erschien. Ich schwankte und torkelte auf dem schmalen Laufbrett hin und her. Mein Gleichgewicht war gestört und hatte mich kurz darauf ganz verlassen. Mit strauchelnden Schritten versuchte ich in der Luft nach etwas zu greifen, aber die Hände griffen in ein Nichts. Heiß und kalt war mir zu Mute. Ich versuchte erneut mit meinen Händen, die wie Windmühlenflügel in der Luft herumfuchtelnd unterwegs waren, mich irgendwo anzuhalten. So glaubte ich Rettung am Ziegel eines Schornsteins zu finden. Ich ergriff ihn und wollte mich daran festhalten. Doch daraus wurde nichts. Es blieb nur beim Wollen. Ausgerechnet der Ziegelstein, von dem ich mir Hilfe und festen Halt versprochen hatte, war leider so was von locker und lose, dass er selbst Halt suchte und das in dieser fatalen Situation auch noch bei mir. Er gewährte mir die ersehnte Hilfe jedenfalls nicht. Schließlich hatte ich in dieser unheilvollen Situation auch noch den losen Ziegel in der Hand. Meine Gleichgewichtslage wurde noch kritischer, weil der Ziegel mit Regenwasser vollgesogen und deshalb besonders schwer war. Mein Kampf wurde härter. Da mir die ersehnte Sicherheit weiter versagt blieb, begann ich durch den neuerlichen Schreck noch reflexartiger mit weit ausgebreiteten Armen, den Ziegel fest in der Hand haltend, noch stärker herumzufuchteln, um mein Gleichgewicht wiederherzustellen. Ich kämpfte, ähnlich einer Windmühle, die sich bei Sturm superschnell dreht, rotationsartig und unaufhaltsam um mein Leben. Doch meine Akrobatik auf dem Laufbrett wurde statt besser immer unberechenbarer. Die Suche nach dem ersehnten Gleichgewicht misslang weiter, so dass mir unweigerlich ein Absturz in die Tiefe von vielleicht 12 bis 14 Meter drohte.

Mein Schutzengel konnte diese Situation einfach nicht mehr mit ansehen und leitete den Notdienst ein. Durch die Tatkraft des Dachdeckermeisters schenkte er mir die dringend benötigte Hilfe. Der robuste, starke Meister war inzwischen nah an mich herangekommen und hatte die lebensbedrohende Situation voll erfasst. Er griff geistesgegenwärtig, schnell und beherzt nach meinem Jacken- oder Hemdkragen. Gewissermaßen packte er mich am Schlafittchen, hielt mich, so kam es mir vor, für Bruchteile einer Sekunde in der Luft. Er ließ mich auspendeln und stellte mich treffgenau und fest auf die schmale Laufanlage des Daches zurück. Dadurch gab mir der Dachdeckermeister im allerletzten Moment das Gleichgewicht und damit mein Leben zurück. Der Schreck saß tief. Meine Glieder zitterten, aber ich hatte überlebt. Es war ein guter Ausgang. Der Meister hatte mich mit seinem schnellen Eingreifen vor dem Absturz in die Tiefe gerettet. Bei einem Sturz aus vielleicht 12 Metern hätte ich kaum eine Chance gehabt, unbeschadet zu überleben.

Deshalb will ich meinem Lebensretter, dem ich diese Zeilen widme, mit dieser Erzählung zur „Luftakrobatik“ für sein beherztes Eingreifen danken. Er soll sehen, dass ich seine Tat nicht vergessen habe und ihm immer aus ganzem Herzen dankbar sein werde. Der nunmehr betagte Dachdeckermeister, welcher über Jahrzehnte seinen Beruf mit Idealismus und großer Arbeitsfreude ausgeübte hatte, genießt seinen wohlverdienten Ruhestand hier in unseren schönen Heimat, der Oberlausitz.

Allzu häufig gehen die wertvollen Erlebnisse aus unserem Leben zu schnell unter und werden vergessen. Nichtssagende oder negative Schlagzeilen überspülen, zulasten der wertvollen Begebenheiten oft unser Leben.

Episode 4

„Zum Verduften“

Die Verwaltung von Häusern umfasst viele Aufgabenbereiche. So war einmal die Bereitstellung der Abfallbehälter zu überprüfen, um eine problemlose Entsorgung zu garantieren. Diese Prüfung wurde mit Einführung der elektronischen Abrechnung in den Grundstücken gleich am Ort durchgeführt. Dabei wurden die vorhandenen Gefäße registriert und überprüft, ob die Anzahl der Müllgefäße im rechten Verhältnis zur Mieteranzahl stand.

Es war an einem Freitagvormittag, in den Jahren nach 1989. Die Kontrolle führte mich in ein Doppelgrundstück. Dort wohnte auch eine ältere Mieterin, die ich zufällig traf. Ich sagte ihr, dass ich gleich bei ihr vorsprechen würde, um einige Fragen, den Müll betreffend, mit ihr abzustimmen. Vorher wollte ich nur eine Bestandsaufnahme im Nebenhaus durchführen. Nach dem Vergleich der Codierung auf den Müllgefäßen ging ich, Gott sei Dank, sehr schnell, fasst rennend zurück zu der wartenden Mieterin. Dabei geschah das Unerwartete. Unter mir tat sich die Erde auf und ehe ich mich versah und die im wahrsten Sinne „fassungslose Situation“ wahrnehmen konnte, stürzte ich in ein Loch, in die Öffnung einer gut gefüllten Jauchegrube. (Damals gab es noch viele Häuser, die mit Trockentoiletten bzw. Fäkaliengruben ausgestattet waren).

Aber durch meine Eile und den schnellen Spurt hatte ich mir einen großen Schwung gesichert. Dieser Schwung bewirkte, dass ich nicht gänzlich in der vollen Jauchegrube landete, sondern auf der gewölbten Ausprägung meines Bauches. Denn bereits damals war ich nicht mehr schlank und verfügte über einen recht ansehnlichen und nach vorn gewölbten Bauch. Dieser Wanst in rundlicher Ausprägung war so arbeitswillig, dass er sich an der Betonkante der Öffnung festhielt. In diesem Fall bot mir der achtbare Bauch durchaus einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Schließlich hatte ich es ihm zu verdanken, dass ich nicht vollständig in der Jauchegrube landete und darin unterging. Puh, das war ein riesiger Schock für mich, der nur ganz sachte nachließ. Langsam begann ich meine Gedanken zu ordnen und die Situation zu überdenken. Wie kam ich in die missliche Situation und was war eigentlich passiert? Als ich wieder denken konnte, stellte ich fest, dass sich meine Beine ungewollt und munter in der dicken Fäkalienbrühe „tummelten.“ Trotz dieser ekligen Entdeckung spürte ich neben dem lähmenden Schrecken auch eine gewisse Freude. Ich war halb gerettet und nicht gänzlich in der reichlich gefüllten, stinkenden und gefährlichen Jauche verschwunden, was ja lebensgefährlich sein und böse ausgehen kann. Mit viel Mühe, Anstrengung und Kraft gelang es mir, mich langsam, Stück für Stück, aus der stark riechenden und misslichen Lage zu befreien. Durchaus zitternd und noch auf dem Bauch liegend, schob ich mich Zentimeter für Zentimeter über den Grubenrand auf die rettende und feste Betonfläche der Grubeneinfassung. Durch diesen Vorfall und den erlebten Schrecken war ich ausgepowert. Nach und nach begann ich ganz allmählich, zunächst den festen Boden unter meinem Bauch und wenig später sogar den Boden unter meinen Füßen zu genießen.

Nachdem ich vom den ehemals senkrecht fallenden, in den langsam waagerechten und dann, auf festem Beton, wieder in den stehenden Zustand gekommen war, verschloss und sicherte ich die gefahrenträchtige Öffnung mit einem Tisch, welchen ich umgedreht auf die Öffnung legte. Der alte Tisch, den ich im Hof fand, hatte bestimmt weit bessere Zeiten, als diese über dem stinkenden Loch liegend, erlebt. Früher war der Tisch bestimmt von Mietparteien für Gartenpartys genutzt worden. Nun, die Zeiten ändern sich. Jetzt bekam der Tisch einen weit wichtigeren, einen lebenserhaltenden Sinn, zumal die Tischplatte sich hervorragend für diesen Zweck eignete, weil sie genau die richtigen Maße für die Grubenabdeckung aufwies.

Durch den immer noch festsitzenden Schock, zitternd, mit stark pulsierenden Gliedern, triefenden, nassen und stinkenden Hosenbeinen, kam ich bei der Mieterin, ich will sie Frau Jasmin nennen, an. Ehe ich mein Missgeschick erzählen konnte, fragte mich die ältere Dame derb, wo ich eigentlich gesteckt hätte, bzw. wo ich solange bliebe, denn sie habe bereits auf mich gewartet.

Wo ich gesteckt hatte und welches Malheur mir passiert war, das verriet ich ihr etwas später. Zunächst fragte ich sie, ob sie reichlich frisches Wasser und genügend Putzlappen habe. Ich hätte es sehr nötig, mir mal meine Beine, die Schuhe und die Hosen und das noch bei ihr, gründlich zu reinigen.

Nach der kurzen Schilderung meines Unglückes war Frau Jasmin sehr mitfühlend. Sie stand mir bei den „Reinigungsritualen und der Grobarbeit“, die bei ihr in der Küche vorgenommen wurden, hilfreich zur Seite. Nach und nach wurde ein Großteil der anrüchigen Stoffe von Körper, Schuhen und Kleidung, zumindest in etwa, entfernt. Ihr Verständnis und ihre kräftige Mithilfe tat mir, bei dieser, bei weitem nicht geruchlosen Situation, sehr gut und war nicht nur äußerlich sichtbar, sondern ihre Hilfe spürte ich sogar bis tief in mein Herz hinein.

Als ich mich von Frau Jasmin verabschiedete und damit förmlich „verduftete“, blieb in ihrer Küche bestimmt noch eine ausgeprägte und anhaltende Duftnote zurück. Die Heimfahrt im PKW fand bei offenen Fenstern statt. Trotz alledem war diese Fahrt mit charaktervollen, widerlichen und intensiven Gerüchen verbunden. Diese Fahrt werde ich nie vergessen.

So oft ich dieses Erlebnis erzähle, denke ich gern und dankbar an die alte Dame, die mir in dieser geruchsstärksten Zeit helfend zur Seite stand. Bereitwillig und selbstlos gewährte sie mir die unverzichtbare Hilfe für die erforderlichen Wasch- und Reinigungsarbeiten.

Episode 5

Der Reimer

Diese Episode ist nur durch den leidvollen Hintergrund zu verstehen. Sie war genau so eigenartig und komisch, wie sie traurig ist.

Ein Mieter bewohnte eine kleine, ofenbeheizte, einfache und schlichte Zweizimmerwohnung in einer Straße mit überwiegend älteren Menschen.

Seit einiger Zeit hatte der Mann durch sein Verhalten die Menschen im Wohnhaus und in seinem Wohnumfeld gestört. Die Mitbewohner beschwerten sich beim Verwalter und forderten mit Recht eine Abänderung der schlimmen Zustände. Wie die betroffenen Menschen berichteten, habe der Mieter seine Mitbewohner öfters mit Geschrei, Toben und mit besonders lauten Selbstgesprächen belästigt. Nun hatte er auch noch diverse Einrichtungsgegenstände mit entsprechendem Getöse aus seiner Wohnung hinaus auf die Straße geworfen.

Da der Mieter betreut wurde, wurde der Betreuer kurzerhand über das Verhalten seines Schützlings informiert. In einem Gespräch mit dem Betreuer bat mich dieser, dass ich mit dem Mieter, ich nenne ihn Herrn Winterling, persönlich Kontakt aufnehmen sollte. Die nächtliche Ruhe der Mietbewohner des Hauses und auch der Nachbarn der Straße galt es wiederherzustellen. Damit wurde eine dringende Aussprache mit dem Ruhestörer notwendig. Eine Einladung des Mieters in unsere Firma wäre auch denkbar gewesen. Ich entschied mich aber für ein Gespräch in der Wohnung des Herrn Winterling, zumal dadurch der Zustand seiner Wohnung auf eventuelle Schäden überprüft werden konnte und die Probleme vielleicht schneller gelöst würden. Gesagt, getan. Noch am gleichen Vormittag fuhr ich zu Herrn Winterling. Auf mein Klingeln öffnete mir der Mieter und ließ mich in seine Wohnung ein. Sie war nur mit wenigen Gegenständen ausgestattet. Ich sah im Wohnzimmer alte Radios und ein ebenso altes Fernsehgerät, eine schwach leuchtende Deckenlampe, einen Tisch, viele leere Bierflaschen, ein Sofa und einen Sessel. Die Wohnung zeigte sich kalt, leer und ungemütlich und sie gab auch keine Hobbys von Herrn Winterling preis, denen er eventuell nachging.

Er setze sich an seinen Tisch und wickelte sich aus losem Tabak eine Zigarette. Als Zigarettenummantelung wurde nicht Zigarettenpapier, sondern ganz normales Zeitungspapier verwendet. Nun versuchte ich ein Gespräch mit dem Mann zu beginnen, aber das klappte nicht so recht. Aus zwei Radios hörten wir, nicht zu leise, ganz unterschiedliche Programme, dazu lief noch der Fernsehapparat. Damit wir besser miteinander reden könnten, bat ich Herrn Winterling, das Fernsehgerät und die Radios ausschalten zu dürfen.

Er genehmigte mir das mit den Worten: „Ein Gerät bleibt aber an“. Unter Begleitung des laufenden, und wie gesagt, recht laut eingestellten Programms versuchte ich Herrn Winterling die Beschwerden zu seinem Verhalten zu erläutern, um mit seiner Einsicht eine Änderung der schlimmen Vorkommnisse zu erlangen. Er hörte mir höflich und geduldig zu. Ich wartete auf seine Antwort und Reaktion. Diese kam auch prompt, aber ganz anders, als ich es erwartete. Er antwortete mir auf mein Anliegen und auf meine Fragen in für mich verblüffender Art und Weise, nämlich in Form von Reimen, aber auch sprunghaft und unlogisch. Daraufhin, weil ich annahm, er habe mich nicht richtig verstanden oder er nähme meine Vorsprache nicht ernst, erläuterte ich nochmals die Beschwerden der Menschen. Ich verlangte von ihm, die Beeinträchtigungen seiner Mitmenschen sofort zu unterlassen. Er antwortete mir wiederum, so wie vorher, sehr sprunghaft und in Reimen, fast wie ein Poet. Allein, die wirre und sprunghafte dichterische Rede hatte wenig mit Logik und Sinn zu tun. Er nahm in seinen nicht zu kurzen Versen schon Bezug auf die Probleme. Doch durch die unlogische, springende Art und Weise der Antworten war es nicht möglich, eine normale Verständigung zwischen uns zu erreichen. Zwei weitere Gesprächsversuche blieben ebenfalls ohne greifbaren Erfolg. So eine Situation hatte ich bisher in den vielen Jahren meiner Tätigkeit noch nie erlebt. Sie war für mich ungewohnt und ich brauchte eine gewisse Zeit, bis ich diese Art und Weise des „Gesprächs“ verarbeitete. Mir schossen viele Gedanken durch den Kopf und ich fragte mich: „Wie soll ich hier reagieren, wie erreiche ich den Bewohner, wie kann ich mich verständlich machen?“ Ich versuchte mit einer gewissen, aber gespannten Ruhe, die Situation sachlich und halbwegs in den Griff zu bekommen. Doch bald merkte ich, dass dieser Mensch so außer der Norm in unserer Verständigung war und so ein sprunghaftes Gespräch, dazu noch in Reimform, wenig Sinn machte. Daher konnte ich kaum mit einem Gesprächserfolg rechnen. Stark verunsichert, verwundert und etwas außer Fassung geraten, verabschiedete ich mich. Ich begriff, dass es wohl recht unterschiedliche Gesprächsarten gibt, die von Menschen geführt werden. Diese Formgebung war für mich kaum verständlich und wenig nachvollziehbar, da die erlebte Situation so weit von dem Normalen, dem Gewohnten entfernt war. Als Ursache dafür konnte wohl, so vermutete ich, nur eine besondere Krankheit in Betracht kommen.

Durch diese Erkenntnis waren für mich automatisch weitere Gespräche, die der Lösung der eingangs erwähnten Problematik dienen sollten, verboten. Später erfuhr ich, dass der Mieter an einer schweren psychischen Erkrankung litt, bei der es zu erheblichen Persönlichkeitsveränderungen kommen kann. Die Art und Weise, so wie ich das Krankheitsbild miterleben musste, war für mich fremd, ungewohnt und ohne Beispiel. Ich habe so eine krankheitsbedingte Situation, ein so ungewöhnliches Gespräch mit so einer ausgefallenen Verhaltensweise glücklicherweise nie mehr erleben müssen.

Das Ergebnis der misslungenen Vorsprache teilte ich dem Betreuer mit. Ich bat ihn zu prüfen, ob auf Grund der gemachten Erfahrung es nicht doch ratsam wäre, ärztliche Hilfe, Beratung oder Betreuung anzufordern. Es ging darum, die Ruhe im Haus wieder herzustellen. Doch genau so wichtig erschien mir, dass der Mieter weitere fachliche bzw. medizinische Betreuung erhält. Schnelle Hilfe war wohl angeraten und erforderlich, damit der Mieter seine Wohnung nicht verlor.

Nach kurzer Zeit hatte der Betreuer die notwendige Hilfe für Herrn Winterling eingeleitet. Mit einem stationären Aufenthalt in einer Fachklinik und nachfolgenden kontinuierlichen
Medikamenteneinnahmen, die der Betreuer durch seine Pfiffigkeit sehr gut absicherte, wurde erreicht, dass Herr Winterling ruhig wurde. Auch die drohende Kündigung für die Wohnung des Mieters konnte abgewendet werden.

Durch die vielfältigen Hilfen wurde Herrn Winterling, aber auch den Mietern im Haus und an der angrenzenden Straße geholfen. Der Mieter konnte noch lange Zeit in dieser Wohnung wohnen.

Episode 6

Der Dielenspringer

Dieses Ereignis habe ich zwar selbst nicht miterlebt, doch zwei meiner Kollegen hatten mir diese Geschichte, die für mich nachvollziehbar war, ausführlich beschrieben. Die Anekdote war, wie ich mich erinnere, in den achtziger Jahren geschehen. Weil ich die kleine Begebenheit komisch, zugleich aber auch lustig finde, will ich diese Geschichte festhalten:

Ein unbeliebter, wenig sympathischer, ein häufig nörgelnder Mieter, ein Besserwisser, sehr stur, aber fest auf der einstigen politischen Linie des Systems verankert, hatte ganz bestimmte Wünsche an meine Kollegen. Dieser Hausbewohner wollte dem zuständigen Hausverwalter diverse Mängel an Ort und Stelle zeigen und bat deshalb um eine Besichtigung seiner Wohnung.

Durch die langjährigen Erfahrungen mit dem Mieter und der dabei sich immer mehr entwickelnden Unbeliebtheit des Mannes sowie durch die zu erahnenden schwierigen Verhandlungen nahmen gleich zwei Kollegen diesen Termin vor Ort wahr. In der Wohnung des Mieters angekommen, bemängelte der gedrungene, leicht quadratisch wirkende Mensch, dass die Dielen im Wohnzimmer seiner Wohnung beim Gehen knarrten und in Schwingung gerieten, sodass selbst die Gläser in seiner Anbauwand schepperten und klirrten.

Meine Arbeitskollegen konnten die vom Mieter genannten Mängel trotz wiederholtem Begehen des Dielenbereiches nicht feststellen. Der kleine, hartnäckige Mieter gab aber nicht so schnell auf. Er wollte unbedingt diesen Mangel demonstrieren und die störenden Geräusche meinen Kollegen zu Gehör bringen. Daher stellte sich der unverwüstliche, kompakt gebaute Mann in die Mitte seines Wohnzimmers und hüpfte stark und ausdauernd auf einer Stelle. Durch dieses Springen wollte er demonstrieren, wie die Schwingungen zustande kamen und auf die Holzdielen und den Schrank übertragen wurden. Tatsächlich, nun begannen sich die Gläser in seiner Anbauwand klirrend zu melden. Meine Kollegen schauten sich fragend an und wussten zunächst nicht, wie sie reagieren sollten. Sie schauten verwundert, zum Teil ratlos und immer wieder abwechselnd, erst auf die Dielen und dann wieder auf den Mann. Das alles brauchte seine Zeit. Nachdem die Zeit des Nachdenkens bei meinen Kollegen vorüber war, änderte sich langsam das Mienenspiel meiner Kollegen, wie ich mir das auf Grund ihrer Erzählung recht gut und bildlich vorstellen konnte. Ohne dass es zu einer Absprache zwischen den beiden Kollegen kam, wurde von beiden eine deutlich erkennbare Teilnahme und starkes Interesse vorgespielt. Doch der weiter hüpfende Mieter merkte das in seiner „Demonstrationsarbeit“ gar nicht. Er hatte nur das gewünschte und unbedingte Ziel vor Augen, seine Forderung durchzusetzen und eine eventuelle Erneuerung der Dielen zu erreichen. Diese Dielenarbeiten sollten, so meinte der Mann, schnellstens erfolgen. Meine Kollegen sahen immer wieder auf den springenden und hüpfenden Mieter. Die Situation wurde zusehends komischer. Einerseits bestand die übertriebene und mit weiterem Nörgeln verbundene Forderung des Mieters. Auf der anderen Seite sahen sie den mit Inbrunst und Ausdauer auf und ab hüpfenden Mieter. Wie gesagt, die Beziehungen und die Erfahrungen zu diesem Vertragspartner waren nicht die Besten. Mittlerweile schlich sich bei den Kollegen ein leiser Gedanke ein, der mit einer großen Portion Schalk versehen war. Man begann den Mann zu foppen und ein „Spielchen“ mit diesem zu wagen. Der Mieter selbst hatte, ohne dass er es wohl wollte, den Weg dafür geschaffen und gleich noch geebnet.

Jetzt war alles zu spät, denn meine Kollegen hatten durch das eröffnete Schauspiel eine besondere Eingebung erhalten. Durch die Umstände inspiriert, hatten sie bereits „Blut geleckt“ und schon begann ein äußerst komisches Spiel. Scheinbar interessiert baten sie den Mann, um die Sache genauer untersuchen zu können, noch einmal in eine Ecke des Zimmers zu gehen und dort mehrmals kräftig und mit Wucht zu hüpfen. Da der Mann sein Ziel unbedingt erreichen wollte, war er bereit, äußerst willig und gab sein Bestes, um in der von meinen Kollegen angegebenen Ecke herumzuspringen. So hüpfte und sprang der Mann hin und her und auf und ab. Doch das genügte meinen Kollegen nun nicht mehr. Sie hatten, neben den Unannehmlichkeiten, die sie erwartet hatten, nun schon eine Menge Spaß und Freude an diesem Ortstermin gefunden. So schickten sie den kleinen und quadratischen Mann wiederum durch seine Wohnung, von einer Ecke zur anderen. Und er hüpfte und sprang freiwillig, kräftig und anhaltend weiter. Er erfüllte die Wünsche der Kollegen mit viel Elan und Schwung. Mit seiner ganzen Leibeskraft, fast mit Enthusiasmus, führte er die Sprünge immer wieder durch. Keine Ecke des großen Wohnzimmers blieb von seinen Sprüngen verschont. Letztendlich wollte er meine Kollegen von der schlechten Dielung unbedingt überzeugen.

Als es endlich ruhiger wurde, hatten beide Parteien die anstrengende Situation langsam hinter sich. Die Einen mussten sich das Lachen stark verbeißen. Der Andere hingegen war durch das ständige Umherspringen völlig erschöpft und außer Atem. Meine Kollegen versuchten nach dem, was sie gerade erlebt hatten, die zu lösende Sache ruhig und mit gespieltem Ernst anzugehen und nahmen das Gespräch mit Vorsicht wieder auf. Sie versprachen dem Mann, dass sie überlegen und sehen würden, wie dem Problem abgeholfen werden könne. Danach verabschiedeten sich meine Mitstreiter sehr höflich. Doch dieses fast nicht zu toppende Erlebnis wirkte noch eine ganze Weile und still im Innersten der Kollegen nach. Natürlich erforderte die begangene Neckerei eine gewisse Zeit, damit sie dieses Ereignis innerlich abarbeiten konnten. Noch nach langer Zeit war ein verschmitztes Lächeln bei meinen Kollegen zu sehen, wenn das Gespräch auf dieses Erlebnis kam.

Seinerzeit waren kaum Kapazitäten für solche Reparaturen vorhanden. Die Erneuerung von alten Dielen war kaum oder nur schwer möglich und bei dem geschilderten Fall bestimmt auch nicht notwendig. In der Regel langte es, wenn die alten Dielen nachgenagelt oder nachgeschraubt wurden, um die knarrenden Geräusche zu beseitigen.

Ob und wie dieser Mann Hilfe erhalten hat, ist mir nicht bekannt. Bestimmt haben die Kollegen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, diesem hartnäckigen und mitunter schwierigen Mieter geholfen.

Episode 7

Sammelleidenschaft

Manchmal verliere ich bei bestimmten Erlebnissen, die ich gern erzählen will, regelrecht die Freude am Erzählen. Obwohl ich mich bemühe, die Kurzgeschichten unterhaltend und locker niederzuschreiben, gelingt es mir zuweilen kaum, diese in der angestrebten Form wiederzugeben. So ist es mir auch bei der folgenden Geschichte ergangen, die für mich einen traurigen Hintergrund besitzt. Vermutlich sind es oft krankheitsbedingte Ursachen, welche die sozialen Maßstäbe auch beim Wohnen verletzen. Bevor ich vom Geschehen berichte, möchte ich darauf hinweisen, dass eine Aufgabe des Unternehmens darin bestand, sozial benachteiligte Menschen mit bezahlbarem Wohnraum zu versorgen.

Ein großer, schlanker Mann im besten Alter sprach Anfang der 90er Jahre bei uns vor und beantragte eine Wohnung. Er wollte, warum auch immer, eine neue Wohnung beziehen. Der Mann hatte einen vom Gericht eingesetzten Betreuer, der die Interessen des Mannes auch für die Wohnungsfragen wahrnahm. Auf Grund des uns vorgelegten Ausweises hatte er die Aufgabe, dem Mann bei der Wohnungssuche helfend zur Seite zu stehen bzw. ihn zu vertreten.

Dem Wohnungsbewerber, nennen wir ihn Herrn Knöterich, wurde eine kleine ofenbeheizte Zweizimmerwohnung mit Dusche angeboten. Nach Besichtigung und in Abstimmung mit seinem Betreuer nahm er diese an. Durch die Betreuung, welche Herrn Knöterich gewährt wurde, so meinten wir, besitze unser Unternehmen einen guten Partner und könne so auftretende Probleme schnell beheben. Damals war uns nicht bewusst, welche Aufgaben auf uns zukommen könnten.

Herr Knöterich war zunächst recht unauffällig und wir spürten ihn kaum. Erst durch die regelmäßigen Grundstücksbegehungen wurden wir langsam stutzig. Wir stellten fest, dass sich der Mieter mit seinem Eigentum immer mehr ausbreitete. Die Gemeinschaftsräume im Haus wurden nach und nach und später mehr und mehr in Beschlag genommen. Wir stellten auch fest, dass die eingelagerten Gegenstände ausschließlich Herrn Knöterich zuzuordnen waren. Ein schlimmer Verdacht keimte auf und langsam wurde uns klar, dass wir einen Mieter bekommen hatten, welcher eine sehr voluminöse Sammelleidenschaft besaß. Als Hauseigentümer mussten wir darauf reagieren. Weiteres Zusammentragen von Gegenständen, meist war es Unrat, galt es rasch zu stoppen. Der bestehende Zustand durfte sich nicht weiter verschlimmern, vielmehr sollte der Zustand gebessert werden.

Mit Herrn Knöterich wurde mehrfach gesprochen und ihm unsere Forderungen sachlich dargelegt. Eine unbefugte Nutzung der Gemeinschaftsräume konnten wir nicht zulassen. Außerdem stellte diese willkürliche Nutzung eine Beeinträchtigung für die Mieter des Hauses da. Wir forderten Herrn Knöterich wiederholt auf, die belegten Räume in einer gut bemessenen Zeit auszuräumen. Es gab mehrere Kontrollen, ohne dass ein positives Ergebnis erkennbar war. Selbstverständlich wurde sein Betreuer umfassend über den jeweils aktuellen Sachstand informiert. Mehrmals baten wir um seine Unterstützung. Er sollte uns bei der Durchsetzung unseren Forderungen helfen, um eine baldige Beräumung des Hauses und der Gemeinschaftseinrichtungen zu erreichen. So sollte der Betreuer die ihm gegebenen Möglichkeiten nutzen und seinen Einfluss auf seinen Klienten mit dem Ziel geltend machen, die Ordnung im Haus wieder herzustellen. Der Betreuer reagierte positiv und versuchte unserem Anliegen zu entsprechen. Trotz aller Mühe kamen wir nicht voran. Wir merkten immer mehr, dass unser Wunsch, trotz der zahlreichen Bemühungen vom Mieter nicht erhört wurde. Damit blieb die gewünschte Abänderung des schlimmen Zustandes aus. Neue Termine und entsprechende Auflagen wurden dem Mieter übermittelt. Wiederholte Kontrollen, verbunden mit Bilddokumentationen, zeigten recht unterschiedliche Ergebnisse. Zum Teil waren einige Bereiche von Unrat geräumt, aber zugleich wurden neue Belegungen und Ausbreitungen an anderen Orten festgestellt. So wurden weitere Kellerflure infolge der Sammelwut des Mieters belegt und ordnungswidrig genutzt. Dieser Umstand erschwerte unsere Bemühungen zusehends. Auch wollten wir durch eine Besichtigung der Wohnung des Mieters klären, ob der Mieter in seiner Wohnung Ordnung hält oder ob es auch dort Defizite gibt.

Bei diesem Termin, welcher unter Einbeziehung des Betreuers erfolgte, stellten wir mit großer Überraschung eine starke „Überbelegung der Wohnung“ fest. Die Wohnung war „randvoll“ und wir sahen jede Menge Kartons, Sperrmüll, alte Kleidung und viele andere Gegenstände, die ich mit gutem Gewissen meistens als Unrat bezeichnen kann. Die mit Ramsch oder Müll voll belegten Wohnräume waren dadurch so klein geworden, so dass dem Mieter kaum Platz zum Schlafen und zu einem normalen, sozialverträglichen Wohnen blieb. Wir suchten abermals Hilfe beim Betreuer. Dieser veranlasste, dass Herr Knöterich in ein Krankenhaus eingewiesen wurde. Wir sahen, dass der Betreuer sich sehr um seinen Mandanten bemühte. Vermutlich auf Grund einer vorhandenen und verfestigten Fehlorientierung, wohl ein psychisch bedingtes Leiden des Mannes, zerbrachen alle gut gemeinten und gemeinsamen Bemühungen. Nach dem Krankenhausaufenthalt mussten wir leider eine Verschlimmerung der Zustände feststellen. Das Haus, der Boden, das Waschhaus und vorhandene Gemeinschaftsräume, aber auch ehemalige leerstehende Mieterkeller, welche früher verschlossen waren, wurden vom Mieter geöffnet und intensiv mit Müll und Unrat gefüllt. Es entstand eine größere Gefahr und weitere hygienische Probleme. Die Zugänge zu den Zähleinrichtungen wurden behindert oder waren gar nicht mehr vorhanden. Die Reinigungsöffnungen für die Schornsteine waren so zugestellt, dass der Schornsteinfegermeister die turnusgemäße Reinigung nicht absichern konnte. Häufig musste ein zeitaufwendiges Beräumen von gesammeltem und eingelagertem Mietereigentum erfolgen, damit die entsprechenden Wartungsarbeiten ...

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