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Das geheime Tagebuch der Eva Braun

Vorwort

Es gibt im Leben Dinge, die hält man nicht für möglich. Die Tagebücher der Eva Braun galten als verschollen oder sind in billigen Plagiaten durch einen eher als Bergsteiger zu Berühmtheit gelangten Luis Trenker gefälscht worden. Die angeblich "echten" 22 Seiten aus dem Nachlass der Eva Braun sind auch heute nicht in voller Gänze als die Tagebücher von Eva Braun identifiziert und nicht zweifelsfrei als echt belegt. So umgibt die getreue Geliebte des Mannes, der ganz Europa in Brand setzte, ein Vakuum, in das Forscher entweder kein Licht brachten oder es nicht bringen wollten. Denn über Eva Braun gibt es, im Gegensatz zu ihrem bekannten Geliebten und späteren Ehemann, kaum Unterlagen und kaum Literatur. Die Zeitschrift "Emma" hatte auch einmal eine Variante entwickelt, die aber erst gar nicht den Versuch unternahm, der realen Person nahe zu kommen.

Als ich dann den Anruf bekam, dass Nachfahren des bekannten und verstorbenen Kunstmalers Konrad Muhjau seinen Dachboden entrümpeln ließen, war ich einer der Historiker, der sich vor Ort ein Bild machen konnte. So ist es ja bekannt, dass Muhjau viele Devotionalien aus der Zeitgeschichte sammelte und so erhoffte ich mir, dass ich vielleicht ein nicht bekanntes Werk von ihm, oder einen anderen Fund entdecken könnte. Tatsächlich fand ich dann unter einem Haufen von Zeitungen, dieses kleine Heftchen, das hier erstmalig der staunenden Weltöffentlichkeit präsentiert werden kann.

Die Echtheit dieses Dokumentes steht für mich außer Frage, da das Heft eindeutig die Handschrift von Eva Braun trägt. Zudem sind die Fakten des Tagebuchs deckungsgleich mit den erwähnten Tatsachen der Zeitgeschichte. Etwas geschmälert wird die Freude über den Fund nur dadurch, dass Konrad Muhjau in seiner erfolgreichsten Schaffensperiode eher durch Plagiate und Fälschungen auffiel und er daher, bei einigen humorlosen Zeitgenossen, nicht als lupenreine Quelle uneingeschränkt Ansehen genießt.

  Ich ließ mich aber von den Unkenrufen nicht beirren und glaubte sofort an die Dokumentenechtheit, denn es mag ja sein, dass Muhjau ein Fälscher war aber er ist auch bekannt, als Sammler historischer Schriften und Antiquitäten.

Da mir mein professioneller Instinkt aber dennoch rote Warnsignale sendete und ich nicht, wie manche andere Journalisten und Wissenschaftler vor mir, auf eine Fälschung hereinfallen wollte, ließ ich das Heftchen gewissenhaft von einem unabhängigen Institut prüfen. Der ausgewiesene Experte Herr Fabio Caponnara, schickte mir darauf hin nach eingehender Prüfung folgende Auswertung seiner Erkenntnisse über das Tagebuch:

Sehr geehrter Herr Spree,

vielen Dank für die Zusendung des angeblichen Tagebuchs von Eva Braun.

Ich habe das Dokument auf seine Echtheit hin geprüft und bin zu einem Ergebnis gelangt.

  1. Das Dokument ist in einem blauen Heftordner angeliefert worden, dessen Einband nach Analyse und Thermodesorptions-GC/MS eindeutig als Papier zu identifizieren ist.
  2. Die Handschrift ist von mir grafologisch eindeutig als eine weibliche Handschrift zu erkennen.
  3. Der Inhalt des Bandes ist so, wie ich mir das vorstelle.
  4. Die zeitlichen Daten stimmen mit der zeithistorischen Forschung überein, wobei es einige Ungereimtheiten gibt, die möglicherweise aber auf falschen Zeitzeugenberichten beruhen.
  5. Zusammenfassend handelt es sich bei dem von Ihnen eingereichten Dokument mit einer zu 0,0000012 % Wahrscheinlichkeit um das echte Tagebuch der Eva Braun.
  6. Ich hoffe Ihnen mit dieser Einschätzung weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen:

                                       Ihr Fabio Cabonnara, Berlin.

Wie diese Einschätzung des Experten belegt, sind also wichtige Anhaltspunkte gegeben, die zumindest zuversichtlich stimmen. Natürlich ließ mir das Thema keine Ruhe und ich recherchierte weiter. Ich wandte mich diesbezüglich an den ausgewiesenen Experten für grafologische Forschung, Herrn Dr. Reinhard Gumm, der seit Jahren sein Wissen auch Behörden und Ämtern zur Verfügung stellt. Ich bat ihn, die Handschrift in dem Heftchen mit einer von Eva Brauns bekannten Handschrift zu vergleichen.

Seine zugegebenermaßen etwas knappe Antwort sei hier sinngemäß wieder gegeben.

- Wollen Sie mich veräppeln, oder was? - (Dr. Reinhard Gumm)

Auch wenn dies einen gewissen Rückschlag für mich bedeutete, um Licht ins Dunkel des Tagebuches zu bringen, ließ ich mich nicht entmutigen und bekam dann unverhofft Rückhalt von einer unerwarteten Seite.

Eine bekannte Boulevardzeitung zeigte sich an dem Tagebuch interessiert, obwohl ich dem Journalisten am Telefon mehrfach versicherte, dass ich zwar an die Echtheit des Dokumentes glaube, es aber nicht beweisen könne.  Der rührige Journalist lud mich auch gegen meinen Willen sofort zum Essen ein und übergab mir dann einen Scheck mit einer nicht unwesentlichen Summe. Selbst jetzt noch gab ich dem hektischen Mann zu verstehen, dass er wohl möglich da etwas kaufen würde, das vielleicht nicht zu hundert Prozent, eindeutig und über jeden Zweifel erhaben, das also vielleicht - und keiner will das hoffen - aber vielleicht doch - und wer will es wissen - das also nicht unbedingt, in aller Gänze, mit allen Insignien der Glaubwürdigkeit versehen und so eventuell es sein könnte, dass es vielleicht doch nicht ganz echt ist.  

Der Journalist lachte nur und meinte, dass ja nicht alles so echt ist, wie es scheint. Dieser, mir sich nicht ganz erhellende Aphorismus, bedeutete aber, dass er meinte, dass wenn ich noch mehr von den Heftchen hätte, dass er die auch kaufen würde.

Ich muss zugeben, dass ich nicht am schnöden Mammon hänge. Diese allerdings unverhofft eintretende neue Entwicklung meiner Geldgeschäfte ließ mich entgegen aller seriösen Absicht doch einen kleinen Moment darüber entlegen sinnieren, ob ich nicht doch noch einige Tagebücher im Schrank hätte. Da fiel es mir ein.

Tatsächlich. Ich hatte ja auch noch viel mehr von Eva Braun. Ihren Strumpfhalter, ihre nicht vollendete erste Sinfonie und ihre Trilogie: "Ich-Er-Wir."

Den weiteren Verlauf der Geschäftsbeziehung erspare ich hier aber den geneigten Lesern und freue mich, dass mir dieser Abdruck vom Manuskript erhalten blieb und ich es damit heute vorstellen kann.

Ihr Armin Spree

   

1929

14.10.1929

 Der Heinrich ist launisch / Als hätte ich nicht genug mit der Kasse zu schaffen. Die Leut können denken, was sie wollen. Aber ich mag eben keine schlecht riechenden Männer/ Heut gab es wieder nichts was mir gefallen hat/ Könnte manchmal alles verfluchen / Fast alles wie in Simbach / Dieser dumme Fotoladen macht mich krank. / Die Amalienstraße ist mir fast schon zuwider. / Dennoch will ich Modefotografin werden. Jetzt verkaufe ich aber erst mal Rollfilme. Jetzt, wo die meisten Zeitungen Fotos verwenden, gibt es da was für die Zukunft. Das NSDAP Photohaus Hoffmann ist in aller Munde. / Später möchte ich Fotografin werden. Es ist ein moderner Beruf für eine Frau, aber ich fotografiere gerne. Muss jetzt aber erst Filme entwickeln, an der Kasse helfe ich aus, alles eben...Ich glaube, es war schon richtig, hier nach München zu kommen, ich denke schon. Doch manchmal auch nicht. Ach, ich weiß manchmal nicht was ich will. Bin heute mal ganz glücklich und dann wieder zu Tode betrübt. Das ist ein Hin und Her. / Mir geht es manchmal ganz schlecht. Ob ich Depressionen habe? Aber das soll ja ganz normal sein, in meinem Alter. Das Wetter macht mich auch mürbe. Es wird einfach nicht mehr richtig schön. Wenn doch Sommer wär. Der Hoffmann ist manchmal so grob. Dann raunzt er mich wegen irgend etwas an.

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