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Das blaue Kreuz

Alfred J. Schindler

 

 

Das blaue Kreuz

 

Mysterythriller

 

von

 

Alfred J. Schindler

 

 

 

 

VORWORT

 

 

Es geschah an einem ganz normalen Wochentag. Es war ein eiskalter Februarnachmittag und dichte Nebelschwaden hingen noch über der belebten Stadt. Peter Klug ging mit seiner Frau Ulla händchenhaltend durch die lange Einkaufsstraße ihrer Heimatstadt. Sie hatten beide eine Woche Resturlaub, worüber sie sich freuten. Unzählige Menschen waren in der verkehrsberuhigten Innenstadt unterwegs. Es herrschte ein reges Treiben. Ulla liebte diese Fußgängerzone, weil sich links und rechts ein Geschäft mit Schuhen, Kleidung und Handtaschen an das andere reihte. Es war genau um sechzehn Uhr, als Peter etwas sehr Merkwürdiges auffiel:

 

Eine alte Frau kam ihnen entgegen. Sie kam direkt auf ihn zu. Peter musste etwas zur Seite gehen. Und auf ihrer gefurchten Stirn war deutlich ein kleines, blaues Kreuz zu erkennen. Peter sagte nichts zu seiner Frau, weil er es nicht für wichtig hielt. Er dachte sich: merkwürdige Leute gibt es!

 

Sie malen sich ein Kreuz auf die Stirn!

 

Ulla und Peter gingen weiter und der Tag schien ein gutes Ende zu nehmen…

 

 

01

 

 

Urplötzlich bleibe ich stehen. Ulla betrachtet mich von der Seite und sagt: „Was ist denn? Willst du hier übernachten?“

„Ulla, hast du gerade vorhin die alte Frau gesehen, die uns entgegenkam?“

„Du meinst die Frau mit dem karierten Kopftuch, die direkt auf dich zuging?“

„Ja. Genau sie meine ich.“

„Was ist mit ihr?“

„Sie hatte ein kleines, blaues Kreuz auf der Stirn.“

„Blödsinn. Das hätte ich doch gesehen!“

„Du hast ihr also ins Gesicht geschaut?“

„Ja. Ganz zufällig, Peter. Sie fiel mir auf, weil sie so gebückt ging und keinen Stock bei sich hatte! Außerdem trug sie eine schwere Einkauftasche.“

„Ich sah ganz deutlich dieses kleine, blaue Kreuz auf ihrer Stirn.“

„Na klar, Peter! Heute ist Faschingsmontag! Sie hat sich eben ein Kreuz auf die Stirn gemalt!“

„Findest du das normal? In ihrem Alter?“

„Ehrlich gesagt: Nein.“

„Na siehst du. Ich finde es auch gänzlich unpassend für die Faschingszeit.“

„Sie hätte sich genauso gut einen kleinen Kreis auf die Stirn malen können!“, lacht sie schelmisch.

„Einen Kreis?“

„Ja. Warum auch nicht?“

„Findest du?“

„Ja. Oder ein Dreieck!“

„Was? Ein Dreieck? Ich würde mir niemals ein Dreieck auf die Stirn malen.“

„Ja. Schau dir doch all die Leute an, wie farbenprächtig sie ihre Gesichter gestaltet haben!“

„Aber niemand hat ein Kreuz auf der Stirn. Ich finde das schon ein wenig makaber.“

„Hahaha, makaber. Ja, da könntest du schon recht haben, mein Süßer.“

„Ideen haben die Leute! Einfach unglaublich, Ulla.“

 

Wir gehen langsam weiter. Ich bin in Gedanken bei der alten, gebückt gehenden Frau. Sie lässt mich nicht mehr los. Ja, sie erscheint mir plötzlich wichtig. Ich nehme all die Leute um uns herum überhaupt nicht mehr wahr. Auch der Lärm entgeht mir vollends. Mir will es einfach nicht in den Kopf, dass sie sich ein Kreuz auf die Stirn gemalt hat - oder malen ließ. Was sollte dieses Kreuz nur bedeuten? Wollte sie damit etwa ausdrücken, wie gläubig sie ist?

 

Eine komische, alte Frau…

 

Merkwürdig ist aber auch, dass Ulla dieses Kreuz nicht gesehen hat. Es war etwa vier Zentimeter hoch und drei Zentimeter breit. Und es war dunkelblau. Ich kann mich genau erinnern. Man konnte es gar nicht übersehen! Weshalb hat Ulla es nicht bemerkt? Sie schaute ihr doch auch ins Gesicht, wie sie sagte.

 

Ich sah also eine gebückt gehende Frau, die auf der Stirn ein Kreuz hatte. Ein kleines, blaues Kreuz, besser gesagt. Mir ist nicht ganz klar, warum ich von diesem Kreuz so sehr – sagen wir mal, überrascht – war.

 

„Peter, ich habe Durst.“

„Ich auch. Komm, lass uns in ein Cafe gehen.“

 

Etwa hundert Meter vor uns befindet sich ein kleines, gemütliches Caféhaus, in dem wir schon öfter waren. Es heißt „Le Cafe“. Es gibt hier hervorragende Torten und feine, erlesene Speisen. Wir betreten das Café und setzen uns an einen kleinen, runden Tisch in der Ecke. Das Lokal ist ziemlich gut besucht. Ich blicke mich um und erst jetzt fällt mir auf, wie stark sich manche Mädchen geschminkt bzw. bemalt haben. Auch viele junge Männer sind geschminkt. Wo hatte ich nur meine Augen, frage ich mich. Ich schaue mir alle Gesichter an, aber niemand hat ein kleines, blaues Kreuz auf der Stirn.

 

Ein knapp zwei Meter großer Ober kommt auf uns zu. Er lächelt freundlich und was sehen meine entsetzten Augen? Auch er hat ein kleines, blaues Kreuz auf der Stirn.

 

Das kann nicht sein!

Das kann es doch nicht geben!

Wieso hat auch er – und noch dazu als Ober – ein Kreuz auf der Stirn?

 

Ich flüstere Ulla zu: „Schau, Ulla, er hat auch ein blaues Kreuz auf der Stirn.“

Sie betrachtet den sich nähernden Ober genauer und antwortet leise: „Unsinn. Ich sehe kein Kreuz.“

„Aber ich sehe es!“, sage ich etwas zu laut. Ich bin ein wenig aufgewühlt. Ich gebe es ja zu!

„Sei still! Die Leute schauen schon.“

„Was soll dieses Kreuz bedeuten?“

„Ich sehe kein Kreuz, Peter.“, sagt sie mit Nachdruck.

 

Der Ober hat unseren Tisch erreicht.

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