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Das Schiff ist weiblich

„Du wirst die Welt niemals richtig genießen, bis nicht das Meer durch Deine Adern fließt, dich der Himmel zudeckt und die Sterne Dich krönen.“

(Thomas Traherne)

Das Schiff ist weiblich

Dass ich in meinem Leben einmal ein Buch herausbringen werde, hätte ich mir selbst vor einem Jahr nicht vorzustellen vermocht.

Aber wir Frauen dürfen und sollten unserer Intuition folgen und diese sagte mir klar und deutlich: “Das Schiff“ ist weiblich.

Vor mehr als 19 Jahren, ich war damals als Reiseleiterin für Neckermann unterwegs, habe ich zusammen mit einem Schweizer auf Zypern ein Appartement bewohnt. Sein Name ist Rick. Er schwärmt immer davon, dass er im Sommer hier auf der Insel arbeitet und die Wintermonate als Patissier auf amerikanischen Kreuzfahrtschiffen verbrachte.

Und er hörte einfach nicht auf davon zu schwärmen.

Der Sommer verging, der Winter kam und ich fand mich wieder in meiner nächsten Destination — Marokko.

Und der Traum, den Rick mir eingepflanzt hatte, breitete sich aus.

Mein Residentmanager sagte damals zu mir: „Wenn Du mir nicht mit einem marokkanischen Lover kommst, bringe ich Dich auf ein Schiff!“

Mein erstes Schiff hieß “MS Palmira“. Sommer 2000 und die Geschichte mit der Seefahrt und mir nahm ihren Lauf.
Angefangen als Reiseleiter über Shore Excursion Manager, Mitarbeiter in der Personalentwicklung, Trainer und Coach an Bord von Kreuzfahrtschiffen und zuletzt als Manager Training & Development für eine deutsche Reederei in der Schweiz, ließen mich über die Jahre hinweg wachsen.

Eine Ausbildung zum HP für Psychotherapie, Businesscoach und der Abschluss zum Master in Human Resources folgten. Eine meiner Kolleginnen fragte mich einmal: „Warum machst Du das alles? Du hast doch nun schon so viele Abschlüsse, das reicht doch.“

Lebenslanges Lernen ist für mich kein Muss, sondern ein inneres Bedürfnis. Mich beschäftigen einfach so viele Dinge, dass ich gar nicht anders kann, als mich stets auf die Suche nach neuen Herausforderungen zu begeben.

Und das ist genau der Grund, warum ich meinen Job geliebt habe, und mich die Seefahrt, aktuell mit Fokus auf Frauen in Führungspositionen, wieder begleitet.

Auf Schiffen treffen sich alle Nationalitäten, alle Altersklassen und so viele verschiedene Berufe und Lebensläufe. Egal, wie unterschiedlich all diese Menschen hinsichtlich ihrer Ansichten, Religionen und Lebensgeschichten auch sein mögen - die Liebe zur Seefahrt verbindet sie alle.

Welche Form von Liebe es auch ist - die romantische Art von Seefahrt mit tollen Destinationen und Sonnenuntergängen, der Geruch des Meeres oder auch die Möglichkeit, nach einigen Jahren sich von dem verdienten Geld ein Grundstück mit Haus und Auto kaufen zu können - sie alle treffen sich hier, auf engstem Raum, weit weg von zu Hause.

Rund um die Uhr, 24 Stunden täglich, zusammen arbeiten, leben und lieben.

Neben den Menschen faszinierten mich die verschiedenen Bereiche, in denen ich eintauchen und Neues lernen durfte.

Ich erfuhr viel über die unterschiedlichsten Dinge an Board: das 3 Bucket System im Housekeeping, die verschiedenen Sicherheitsstufen bei unseren Security Officer, welche Häfen welchen Müll aufnehmen bei unserem Envoiremental Officer - aber auch warum Physiotherapeuten so schwer Produktempfehlungen an die Gäste aussprechen können (sie möchten mit ihren Händen heilen, nicht verkaufen).

Intensiv sind die zwischenmenschlichen Erlebnisse allemal: Das Aufeinandertreffen unterschiedlichen Kulturen und Lebensumstände führt zu Konflikten. Schlägt die Kommunikation fehl, wissen sich die jungen Männer manchmal nicht anders zu wehren, als handgreiflich zu werden - Gesprächsbedarf zwischen den Naturen. Die nette, junge Friseurin, gerade frisch an Bord angekommen, hat einen Verehrer nach dem anderen. Eines Abends stand auch schon einer der besagten Männer in der Kabine der Angebeteten und wollte, mit einer Rose in der Hand, die schlafende Dame küssen. Auch das geht natürlich nicht. Folge: Gesprächsbedarf.

In der Karibik gibt es Marihuana an jeder Ecke - am Tag danach beim Drogentest konnten einige Jungs aus der Küche direkt nach Hause fliegen.

Eine andere Mitarbeiterin wurde „versehentlich“ schwanger und sie wusste nicht genau, wie sie es ihrem Mann zu Hause erklären sollte.

Das Leben auf dem Schiff ist wie das Leben mit einer großen Familie – Freude, Leid und Tränen, alles wird geteilt.

Die Jahre mit meiner „Familie“ zogen vorüber und es wurde Zeit, sich der eigenen Familienplanung zu widmen.

Und so wurde vor fast fünf Jahren unsere Tochter geboren. Bereits 6 Monate nach der Geburt fing ich wieder an zu arbeiten.Aber etwas hatte sich verändert - ich hatte mich verändert. All das Reisen und die Seefahrt, die mich so viele Jahre begleitet hatten, passten nicht mehr zu mir/zu meiner aktuellen Lebenssituation.

Heute, 2 Jahre später, bin ich mit der Seefahrt und der Psychologie erneut verbunden und beschäftige mich nun mit meiner dritten Thematik: der Weiblichkeit.

Die Seefahrt ist nach wie vor eine sehr Männer dominierte Branche, gerade in den Bereichen der Nautik und im Maschinenraum haben wir 95 % Männer.

In den vergangenen Jahren haben durch das globale Umdenken immer mehr Frauen in diesen Bereichen Fuss fassen können. Sie haben ihr Studium im Bereich Nautik und Maschinenbau aufgenommen und fahren bereits in ihren ersten Positionen als dritter Offizier, Safety Offizier oder als Schiffstechnikoffizier zur See.

Auf den Kreuzfahrt- und Flussschiffen, in denen Frauen mit einer Ausbildung in der Hotellerie und oder Tourismus und Beauty Bereich arbeiten können, finden wir mehr Frauen in Führungspositionen.35% Frauenanteil ab dem mittleren Management( Barmanagerin, Entertainment Managerin, Exec.Sous Chef). Aber auch hier:je weiter wir nach oben schauen, in die gehobene Führungsebene, wird der Anteil der Frauen weniger. Das liegt zum einen daran, das die Hierarchien noch nicht wirklich aufgeweicht sind. Es liegt daran, das die Entscheider über die Beförderungen immer noch Männer sind. Und diese befördern gern Herren aus „ihrem Stall“.

Das ist in der Seefahrt nicht anders wie in anderen Branchen an Land.

Sich als Frau in eine Führungsposition in dieser Männerdomäne, der Seefahrt, zu behaupten, ist eine spezielle Herausforderung. Hier wird nicht nur zusammen gearbeitet, sondern auch zusammen gelebt. Der Ton ist rau.

Du kannst niemandem aus dem Weg gehen, Probleme lassen sich nicht krankschreiben oder gönnen sich mal für zwei Wochen eine Auszeit - jeder sieht jeden, Tag und Nacht.

Ich habe in meiner Zeit viele tolle Männer kennen lernen dürfen, die fantastische Leader und inspirierende Mentoren sind. Es sind mir aber auch viele Frauen begegnet, die, geprägt von ihrer Umgebung, leider dem gleichen, rauen Kommunikationsmuster verfallen sind.

Und das ist schade. Denn wir Frauen können es anders, besser, als uns lediglich anzupassen und nachzueifern. Wir haben viele, verborgene Schätze in uns, die wir in diesem Umfeld gekonnt einsetzten dürfen und auch sollten.

Unsere Intuition ist eine davon. Ob als Kapitänin, im Maschinenraum, Kreuzfahrtdirektorin oder Küchenchefin - wir dürfen weiblich sein und weiblich führen.

Berufsberatung ist die erste Sparte, in der ich meine Expertise anbiete. Viele Frauen, egal welchen Alters, möchten sich gern einmal diesen Traum erfüllen. Sie spüren das Kribbeln im Bauch, wenn sie die Schiffe sehen. Sie fühlen das Fernweh, welches sie packt, wenn sie morgens zur Arbeit fahren.

Aber: welches Schiff und welche Position passt überhaupt zu mir? Es kann eine junge Frau sein, die gerade ihr Umweltstudium abgeschlossen hat oder eine Floristin im reifen Lebensalter - die Kinder sind aus dem Haus und sie möchte sich jetzt endlich ihren Traum erfüllen.

All diesen Frauen möchte ich Mut machen und ihnen bestmöglich mit meiner Beratung zur Seite stehen.

Von Frau zu Frau.

Ich möchte den Weiterbildungssektor in dieser Branche mit den „Weiblichkeits“-Themen ausgestalten. Weg vom Feminismus - hin zu einem ausgewogenen Verhältnis von der männlichen und weiblichen Seite in uns. Es geht um die Intuition, die Harmoniefalle, dem Potential von Konflikten, der Vielfalt der Emotionen. Männlichen und weiblichen Kommunikationsmustern. Und warum wir, wenn wir NEIN meinen, auch NEIN sagen sollten.

Auch, wenn wir die einzige Frau in dem Meeting sind. Ich möchte unterstützen, den eigenen, weiblichen Führungsstil zu finden. In Coachings können wir individuelle Schritte der Umsetzung gemeinsam erarbeiten. Denn zwischen Hierarchie und festgeschriebenen Vorschriften ist sehr viel Raum für Emotionen.

Mein drittes Anliegen: eine Plattform für ein übergreifendes Netzwerken schaffen.

Es gibt im deutschsprachigen Raum noch keine Community, außer WISTA, in der Frauen sich unabhängig von der Reederei und Position finden und austauschen können.

Seefrauen sind meist unterwegs auf den großen Meeren dieser Welt und haben somit kaum Zeit, klassische Netzwerkveranstaltungen zu besuchen.

Hier setzte ich mit meiner Facebookgruppe auf: Seefrau Karriere Kompass. Unabhängig von Raum und Zeit besteht für die Frauen hier die Möglichkeit sich vorzustellen, ihre beruflichen Wünsche zu äußern sowie Fragen an Gleichgesinnte zu stellen.

Egal, ob sie auf einem Kreuzfahrtschiff, bei der Marine oder auf einem Frachter arbeiten.

Vorträge in Hochschulen, zu Events und / oder Veranstaltungen, die sich genau dieser Thematik widmen, runden mein Portfolio ab. Machen wir den Frauen auf den Schiffen Mut, sich zu zeigen, zu behaupten und den nächsten Schritt der Karriereleiter zu erklimmen. Mit Weiblichkeit.

Denn: „Das Schiff ist weiblich“

 

Ich und das Vorwort für ein Buch, das in dieser Form einzigartig ist. Danke für die Wertschätzung.

Es sind die Frauen in diesem Buch, die uns Vorbild und Anregung sein können; besonders Sandra Kloss-Selim mit Ihrer Inspiration, durch die weiblichen Schiffserfolgsgeschichten uns alle zu inspirieren und zu ermutigen. Es zeigt einzelne Frauen, die sich für sich und Ihre Gefühle, „big pictures“ über alle Hürden hinweg stark gemacht haben und nie aufgaben, bis sie ihr selbstbestimmtes Leben leben konnten. Es sind die zahlreichen Frauen, die es immer wieder schaffen, die unterschiedlichsten Verantwortungen zu vereinen und dennoch den Fokus auf darauf zu richten, das, was sie erreichen wollen, auch zu erreichen. Es gibt immer Hürden, die wir meistern müssen, für uns Frauen in besonderem Maße, was uns dann in einer Führungsposition aber auch einzigartig, ...

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