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Das Licht der Liebe

PROLOG

Der herrliche Sonnentag hatte nicht erahnen lassen, welche Ereignisse bald ihren Lauf nehmen sollten.

Ein laues Lüftchen hatte die Wipfel der Bäume, die den See umstanden, gewiegt und spielerisch die teuren Frisuren der Zuschauer gezaust. Vom Ufer hatte leise das Aufheulen der Motoren herübergeklungen, als sich die Motorboote für das Rennen bereit machten. Nichts von alledem hatte bedrohlich gewirkt.

Vielleicht hätte ich gerade deshalb gewarnt sein sollen, überlegte Prinz Damian, der jüngste Sohn der Roseanovas, der königlichen Dynastie Nabotavias. Vielleicht hätte er gerade dem goldenen Glanz misstrauen sollen, mit dem jener schicksalhafte Tag überzogen schien. Stattdessen hatte er sich an diesem Tag stark und unbesiegbar gefühlt. Er erinnerte sich noch genau an das Adrenalin, das durch seine Adern geschossen war und ihm das aufregende Gefühl gegeben hatte, wirklich lebendig zu sein.

Ja, das Schicksal schien es gut mit ihm zu meinen. Von der Tribüne jubelte ihm der amerikanische Filmstar Thana Garnet zu. Das Glitzern in ihren wunderschönen grünen Augen und die verstohlene Berührung ihrer Hände beim Abschied ließen ihn hoffen, dass sie ihn für seinen Sieg angemessen belohnen würde.

Er wusste, dass er gewinnen würde. Nicht, dass es einfach werden würde. Sein Cousin Sheridan würde es ihm wie immer schwer machen. Sheridan nahm den Kampf mit ihm um den Sieg viel zu ernst. Wenn man es sich recht überlegte, wetteiferten sie eigentlich immer miteinander. Manchmal gewann Sheridan sogar. Aber nicht heute. Damian war sich seiner Sache sicher, er spürte sein Blut pulsieren, fühlte sich hellwach und gespannt und wusste einfach, dass er unschlagbar war.

Insgesamt vier Motorboote standen an der Startleine und warteten mit ungeduldig brummenden Motoren auf den Beginn des Rennens. Die anderen zwei Mitstreiter waren nicht schlecht, doch sein wirklicher Gegner war Sheridan.

Damian sah zu seinem Cousin hinüber und grinste ihn herausfordernd an. Sheridan lächelte nicht zurück. Seine Lippen schienen beinahe blutleer, so entschlossen presste er sie aufeinander.

Ach, Lord Sheridan, amüsierte sich Damian innerlich, wenn du dich etwas entspannen würdest, dann wärst du ein viel stärkerer Konkurrent.

Die Zuschauertribüne war am Ende des langen Stegs aufgebaut, und Damian blinzelte hinauf, als er darunter vorbeifuhr. Thana winkte ihm zu, und er dankte es ihr mit einem kurzen Kopfnicken. Neben ihr, inmitten der Menge, saßen Penny Potherton und Muffy van Snook. Alle drei waren sehr schöne Frauen. Mit jeder von ihnen war er schon einmal liiert gewesen. Das Dasein als reicher Junggeselle aus dem Hochadel hatte nicht zu leugnende Vorzüge, und einer davon war, dass man von den Damen umschwärmt wurde. Ja, das Leben meinte es gut mit ihm.

Jetzt wurde es jedoch langsam Zeit, sich zu konzentrieren. Damian schloss seinen Helm und ging in Position. Die Boote näherten sich der Startlinie. Die Rennstrecke verlief über die gesamte Länge des Sees, um eine Boje herum und zurück.

Das Blut pulsierte in seinen Adern. Er war so weit, sein ganzer Körper war angespannt, aber sein Geist war ruhig und zuversichtlich. Als das Signal ertönte, heulten die Motoren auf. Es gelang Damian, sofort in Führung zu gehen. Er gab sich ganz dem Rausch der Geschwindigkeit hin. Nichts um sich herum nahm er wahr, nur den Sprühregen, das Dröhnen der Motoren und sein eigenes Tempo. Er glich einer mächtigen Naturgewalt, die die Wassermasse vor ihm teilte.

Die Boje nahm er als Erster und konnte seinen Vorsprung weiter ausbauen. Noch erlaubte er sich kein Gefühl des Triumphes. Dafür würde ihm hinterher genug Zeit bleiben. In voller Fahrt raste er auf die letzte Biegung zu. Er sollte den Motor besser etwas drosseln, sonst könnte es eng werden. Drosseln? Ha, das wäre doch gelacht! Er würde es darauf ankommen lassen. Das Boot legte sich in die Kurve, und instinktiv lehnte er sich zurück. Ein tolles Gefühl, das Schicksal herauszufordern!

Doch dann fingen die Dinge an, schiefzugehen. Plötzlich wurde der Bug des Bootes hoch in die Luft gerissen, um im nächsten Moment zurückgeschleudert zu werden. Es gab eine riesige Explosion. Der Knall war ohrenbetäubend, und das Boot schien in tausend Stücke zu zerspringen.

Damian spürte noch, wie sein Körper auf der Wasseroberfläche aufschlug. Durch seinen Kopf schossen wirre Gedanken, doch bevor er sie ordnen konnte, tauchte er ab ins Nichts – ins kalte, schwarze Nichts.

1. KAPITEL

Sara Joplin war mal wieder zu spät dran. Warum ging aber auch immer dann alles schief, wenn sie einen wichtigen Termin hatte?

Der Tag hatte schon schlecht begonnen. Als sie frühmorgens die notwendigsten Unterlagen aus ihrer Praxis hatte holen wollen, war in dem Bürokomplex der Strom ausgefallen. Weder die Klimaanlage noch die Fahrstühle funktionierten. Bei Notbeleuchtung war Sara die Treppen aus dem 24. Stockwerk hinuntergestiegen.

Als sie endlich in ihrem Auto saß, war sie bereits zu spät dran für ihren Termin mit Veronica Roseanova, der Herzogin von Gavini. Und sie würde sich noch weiter verspäten, bis sie bei dem Anwesen der Herzogin in den Hügeln von Beverly Hills angekommen sein würde.

Ungeduldig machte sich Sara über den Santa Monica Freeway auf den Weg, nur um kurz darauf in einen Stau zu geraten. Kaum war sie hinter einem grauen LKW zum Stehen gekommen, als zum krönenden Abschluss auch noch die Klimaanlage in ihrem Wagen ausfiel.

Zum Glück löste der Stau sich jedoch recht schnell auf, sodass Sara letztlich mit nur etwas über einer halben Stunde Verspätung in die Einfahrt des herzoglichen Anwesens einbog. Allerdings war sie verschwitzt und vollkommen entnervt.

Am Tor ließ sie ihr Fenster herunter, um der Wache ihren Namen und ihr Anliegen mitzuteilen. Es gelang ihr sogar, zu lächeln, während sie sich vorstellte. Allerdings verflog ihre Freundlichkeit zusehends, als der Wächter sie brüsk aufforderte, durch das Tor zu fahren und rechter Hand ihren Wagen anzuhalten. Die nächsten fünf Minuten verbrachte er damit, mit jemandem im Haus ein Streitgespräch am Telefon zu führen.

Als er endlich auflegte, war Sara kurz vorm Explodieren. Für einen Frühlingstag war es heute unerträglich heiß, einzelne Strähnen ihres hellblonden Haares hatten sich aus der Klammer gelöst, mit der sie ihre Mähne gewöhnlich bändigte. Die losen Haare klebten an ihrem feuchten Nacken. Ihre Bluse, die sie heute Morgen noch gebügelt hatte, nahm immer mehr die moderne Knitteroptik an. Sara war erschöpft und verärgert, aber vor allem war es ihr über alle Maßen peinlich, zu spät zu kommen.

Mit einem kampfeslustigen Blick in Richtung des Wächters, der sie jedoch völlig ignorierte, stieg Sara aus dem Auto, griff nach ihrer Handtasche und ging los in Richtung des beeindruckenden Hauptgebäudes. Auf ihren dünnen Pfennigabsätzen fühlte sie sich etwas unsicher. Zwar waren die Schuhe nicht sehr hoch, aber sie war einfach nicht mehr daran gewöhnt. Sie hatte sich für diesen Termin herausgeputzt. Ganz gegen ihre Gewohnheit trug sie sogar einen Rock. Immerhin wurde man ja nicht alle Tage vom Hochadel einbestellt. Sie wollte auf Nummer sicher gehen.

Als sie schließlich vor der imposanten Front des Hauses haltmachte, biss sie sich grübelnd auf die Unterlippe. Woher sollte sie denn wissen, hinter welcher der vielen Eingangtüren und Portale die Hausherrin anzutreffen war? Die Fassade war von wildem Wein überwuchert, und zwischen dem frühlingsfrischen Grün schien sich eine Unzahl von Türen, Fenstern und Terrassen zu verbergen. Der Anblick glich einem Labyrinth. Seufzend machte sich Sara auf den Weg zu einer der Veranden, kam jedoch ins Straucheln, als sich ihr Absatz in einer Wurzel verfing.

„Verdammt!“

„Und das aus dem Munde einer jungen Dame!“, hörte sie jemanden scherzen.

Erschrocken fuhr sie herum und stellte fest, dass die Stimme zu einem jungen Mann gehörte, der auf einer der Terrassen an einem Pfeiler lehnte. Die Hände hatte er lässig in die Taschen einer Hose gestopft, die wahrscheinlich mehr gekostet hatte, als Sara in einer Woche verdiente. Seine Gesichtszüge waren nur undeutlich zu erkennen, da er im Schatten der Weinranken stand. Der Schirm einer Kapitänsmütze verdeckte seine Augen beinahe vollständig.

Nichtsdestotrotz bemerkte Sara sofort, dass es sich um einen höchst attraktiven Mann handelte. Er hätte einer Modezeitschrift entstiegen sein können. Wie er dastand, glich er einem unglaublich gut aussehenden, teuer gekleideten Model, das vor einem riesigen Landhaus posierte – aufreizend und dekadent zugleich.

„Oh, Verzeihung“, murmelte sie verunsichert.

„Suchen Sie jemanden?“, erkundigte er sich.

„Ja, ich suche die Herzogin von Gavini“, erwiderte sie rasch. „Ich habe einen Termin, aber leider habe ich mich verspätet. Wissen Sie, wo ich sie finden kann?“

Sein Mund verzog sich zu einem kleinen Lächeln. „Keine Sorge. Sie findet Sie.“

„Aber …“

„Hier steht ein Stuhl. Nehmen Sie doch Platz.“

Sie warf einen flüchtigen Blick auf den wunderschön geschnitzten Holzstuhl, der direkt vor ihr stand. „Nein, Sie verstehen nicht. Ich bin wirklich spät dran und …“

„Setzen Sie sich!“

Vielleicht lag es an seiner Stimme, dass sie unwillkürlich gehorchte. Oder an ihrer etwas aufgelösten Verfassung. Was auch immer sie dazu bewegte, sie setzte sich. Allerdings ließ sie sich nur vorsichtig auf der äußersten Stuhlkante nieder. Der Mann löste sich aus dem Schatten des Hauses und stieg die Terrassenstufen zu ihr herunter. Für einen Moment schien er zu straucheln. Doch rasch fand er das Gleichgewicht wieder und lehnte sich selbstsicher mit verschränkten Armen an das Treppengeländer. Sara fiel auf, wie muskulös seine Oberarme aussahen.

„Dann erzählen Sie mal“, sagte er im Plauderton. „Warum haben Sie einen Termin mit der Herzogin?“

Sie betrachtete das eindrucksvolle Gemäuer in seinem Rücken und dann ihn selbst. Er gehörte eindeutig hierher. Sie selbst hingegen hatte das Gefühl, hier vollkommen fehl am Platze zu sein.

„Die Herzogin hat mich gebeten, den Prinzen zu untersuchen. Soviel ich weiß, hatte er einen Bootsunfall, durch den sein Augenlicht beeinträchtigt wurde. Die Herzogin hat die Hoffnung, dass ich ihm helfen kann.“

„Helfen!“ Sein abfälliger Tonfall sprach Bände. „Ist das nicht nett von der guten Herzogin?“

Sara war überrascht von seiner feindseligen Reaktion. Vielleicht hätte sie besser nichts gesagt. Er verhielt sich wirklich merkwürdig. Bisher hatte er ihr noch kein einziges Mal in die Augen gesehen. Es schien, als starre er auf ihre Beine. Verunsichert zog sie am Saum ihres Rockes, um wenigstens ihre Knie zu bedecken. Keine Chance, der Rock war zu kurz! Ihre Beine waren zwar mehr als ansehnlich, das hieß aber noch lange nicht, dass sie es mochte, wenn man sie anstarrte.

„Ich halte es für wichtig, dass junge Menschen mit einer Behinderung frühzeitig lernen, damit umzugehen und Kontrolle über ihr eigenes Leben zurückerlangen.“ Warum hatte sie nur das Gefühl, dass sie sich verteidigen musste?

Es sah so aus, als lächle er. Aber sicher war sie sich nicht. Er hatte diese komische Art, an ihr vorbeizusehen. „Wie alt ist denn der Prinz Ihrer Meinung nach?“, erkundigte er sich.

Sie stutzte. „Keine Ahnung! So wie die Herzogin über ihn gesprochen hat – vielleicht elf oder zwölf.“

Jetzt gab es keinen Zweifel mehr daran. Er lachte.

„Ich denke, ich sollte jetzt wirklich gehen und die Herzogin suchen“, erklärte Sara und erhob sich.

„Bleiben Sie, wo Sie sind“, befahl er. „Die Herzogin wird gleich hier sein.“

Gehorsam ließ sie sich zurück auf den Stuhl fallen und sah zum Haus hinüber.

„Wenn Sie meinen“, erwiderte sie wenig überzeugt. Einen Moment lang herrschte gespannte Stille zwischen ihnen. Als er keine Anstalten machte, etwas zu sagen, räusperte sie sich, nahm all ihren Mut zusammen und bemerkte. „Es ist wirklich sehr warm heute.“

Er nickte. „Ja, stimmt.“

Entmutigt sah sie von weiteren Versuchen ab, ein Gespräch mit ihm zu beginnen. Sie wusste ja nicht einmal, wer dieser Mann war. Vielleicht gehörte er gar nicht zur Familie. Vielleicht war er, wie sie selbst, nur Gast. Oder konnte er der Hauslehrer des Prinzen sein? Jedenfalls fühlte sie sich in seiner Nähe fürchterlich angespannt, ohne dass sie den Grund dafür angeben konnte. Ihre gewöhnliche Lebhaftigkeit schien sie vollkommen im Stich zu lassen. Wahrscheinlich lag es an seiner unfreundlichen Haltung und der Tatsache, dass er einfach verdammt gut aussah.

Dermaßen attraktive Männer lagen normalerweise außerhalb ihrer Reichweite. Und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, galt dies in letzter Zeit für alle Männer – attraktiv oder nicht.

Plötzlich öffnete sich hinter ihrem Gegenüber eine Tür, durch die ein älterer Herr hinaus auf die Veranda trat. Geblendet vom hellen Sonnenlicht, blinzelte er etwas, bis er sie erblickte.

„Oje, ich wollte nicht stören“, sagte er entschuldigend.

„Das ist nicht der Fall, Hoheit.“

Aber der Angesprochene war bereits wieder im Haus verschwunden.

„Wer war denn das?“, wollte Sara wissen. Irgendwie fühlte sie sich an das weiße Kaninchen aus „Alice im Wunderland“ erinnert, das auch immer wieder plötzlich auftauchte, um genauso plötzlich zu verschwinden.

„Der Herzog.“

„Oh! Er hätte doch bestimmt gewusst, wo die Herzogin sich aufhält.“

„Bestimmt nicht, glauben Sie mir.“ Seine Stimme klang gelangweilt.

„Aber er ist doch ihr Ehemann …“

„Gerade deshalb weiß er nie, wo sie sich aufhält. Er will es auch gar nicht wissen.“

„Aha“, sagte sie überrascht. Hilfe suchend sah sie auf die Verandatür, die der Herzog gerade wieder hinter sich geschlossen hatte. Sie war versucht, einfach aufzustehen und anzuklopfen.

Doch bevor sie ihren Plan in die Tat umsetzen konnte, tauchte ein weiterer Mann auf. Dieser war Anfang dreißig und wirkte stattlich und elegant, selbst in Strohhut und Leinenhosen.

„Hier steckst du also“, rief er noch im Gehen hinüber. „Hast du den Herzog gesehen, altes Haus? Er wollte mir seine neue antike Vase zeigen, die er heute bekommen hat.“

„Gerade war er noch hier. Jetzt ist er da drin“, erwiderte Saras Gesprächspartner mit einer Handbewegung in Richtung Verandatür.

„Danke. Und verzeihen Sie, junge Frau!“ Der Neuankömmling tippte sich an den Hut, lächelte und verschwand dann ebenfalls ins Haus.

Sara musste ein Lachen unterdrücken. Sie kam sich vor wie im Theater. Alles erschien ihr so unwirklich. „Wer war denn das nun wieder?“

„Graf Boris. Der jüngere Bruder der Herzogin.“

Das war’s. Sie konnte nicht länger an sich halten. Ihr Lachen klang in ihren eigenen Ohren verzweifelt, was sicher auf ihren erhitzten und erschöpften Zustand zurückzuführen war.

„Was ist denn so lustig?“, wollte ihr Gegenüber wissen.

„Das weiß ich auch nicht. Dieser ganze Adelskram hat einfach etwas Absurdes.“

„Sagen Sie jetzt nicht, Sie seien gegen die Aristokratie.“

„Natürlich nicht. Ich habe wirklich größten Respekt für den Adel. Genau wie alle kleinen Mädchen dachte ich auch einmal, ich würde einen Prinzen heiraten und selbst Prinzessin werden.“ Sie musste erneut lachen. „Aber von diesem Traum habe ich mich inzwischen verabschiedet.“

„Gibt es denn keinen Prinzen in Ihrem Leben?“, erkundigte er sich.

„Nein, und ich warte auch auf keinen mehr. Ich eigne mich nicht zur Prinzessin.“

Plötzlich blieb ihr das Lachen im Hals stecken. Sie straffte die Schultern und versuchte das unbehagliche Gefühl zu ignorieren, das sie beschlich. Mit diesem fremden Mann sollte sie nicht so offen sprechen. Sie wusste ja noch nicht einmal, ob er selbst adelig war. Immerhin trägt er keine Krone, beruhigte sie sich insgeheim und konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Aber das taten heutzutage wahrscheinlich die wenigsten Adeligen. Warum fragte sie ihn nicht einfach? Über irgendetwas mussten sie ja sprechen.

„Sind Sie denn auch verwandt mit der Königsfamilie?“, redete sie fröhlich drauflos.

Er streckte den Rücken durch, wodurch seine eindrucksvolle Brustmuskulatur zur Geltung kam. „Ja“, antwortete er zögerlich. „Bedauerlicherweise.“

Sie nickte. Hatte sie es sich doch gedacht. „Dann kennen Sie den kleinen Prinzen wahrscheinlich?“

Sein plötzliches Grinsen warf sie völlig aus der Bahn. Die schneeweißen Zähne blitzten im fröhlichen Kontrast zu seiner gebräunten Haut.

Wow, dachte sie und musste tief durchatmen. So wirkt also wirkliche Schönheit. Zum Glück sehen nicht alle Männer so aus, sonst käme man aus dem Staunen ja gar nicht mehr raus.

„Ich kenne ihn sogar sehr gut. Besser als jeder andere, würde ich sagen.“ Er lächelte sie immer noch an. „Man könnte beinahe sagen, er sei ich.“

Sara runzelte verwirrt die Stirn. „Wie meinen Sie das?“

„Ich bin er. Ich bin Prinz Damian. Der ‚kleine Prinz‘ höchstpersönlich.“

„Aber …“ Sie schüttelte immer noch fassungslos ihren Kopf. „Sie sind doch gar nicht blind.“

„Nein? Dann hat man mich also die ganze Zeit über belogen? Aber Sie wissen das natürlich. Sie sind ja die Expertin.“ Beinahe amüsiert schob er die Kapitänsmütze in den Nacken, blinzelte ins Sonnenlicht und sagte. „Nein, nichts. Es funktioniert immer noch nicht. Ich kann nichts sehen.“

„Oh!“ Sara spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Was war sie nur für eine Idiotin! Jetzt, da sie die Wahrheit kannte, wurde ihr klar, dass sie es gleich hätte sehen müssen. Immerhin war das ihr Beruf. Sie hatte ihn auf der Treppe straucheln sehen und hatte außerdem bemerkt, dass er so merkwürdig an ihr vorbei sah. Eines von beiden Anzeichen hätte eigentlich ausreichen müssen. Sie hatte einfach einen kleinen Jungen erwartet und keinen ausgewachsenen Mann – schon gar nicht so einen attraktiven. „Oh, das tut mir leid. Ich wusste ja nicht …“, stammelte sie entschuldigend.

Er schenkte ihr erneut sein umwerfendes Lächeln. „Machen Sie sich nichts daraus. Ich bin nicht empfindlich.“ „Trotzdem, ich … ich dachte, der Prinz ist ein Kind. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie peinlich …“

„Vergessen Sie’s!“ Er zog sich die Mütze wieder ins Gesicht. „Wir haben Wichtigeres zu besprechen. Zunächst einmal brauche ich Ihre Hilfe nicht.“ Diesmal schien er sie direkt anzublicken.

Sara war es nicht gewohnt, von einem Patienten abgewiesen zu werden. Normalerweise rissen sie sich um die Chance, von ihr betreut zu werden. Ab und an musste sie allerdings ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, was ihre Methoden anging.

„Das denken Sie jetzt“, erwiderte sie daher prompt. „Aber Sie werden schnell merken, wie sehr ich Ihr Leben erleichtern kann. Ich habe viel Erfahrung mit Sehbehinderungen.“

„Nennen Sie es bitte Blindheit!“, unterbrach er schroff.

Sie hielt kurz inne. So einer war er also. „Okay. Wenn Ihnen das lieber ist. Ich sagte gerade, dass ich einiges an

Erfahrung in der Blindenarbeit habe. Ich habe festgestellt, dass die meisten Betroffenen am stärksten darunter leiden, ihre Eigenständigkeit zu verlieren und bei einfachsten Dingen auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Wenn Sie mich Ihnen jetzt helfen lassen, dann können Sie sich davon frei machen.“

„Ich halte nichts von Psychogeschwätz!“

„Damit habe ich auch nichts zu tun. Ich bin Ergotherapeutin“, erklärte Sara mit betont ruhiger Stimme. „Keine Psychologin. Ich möchte mich nicht mit Ihrem Geist befassen, sondern mit Ihrem Körper.“ Schon als sie die Worte ausgesprochen hatte, war ihr klar, dass sie sie unglücklich gewählt hatte. Und sein breites Grinsen zeigte ihr, dass er die ungewollte Zweideutigkeit ihrer Aussage sofort bemerkt hatte.

Ärgerlich fuhr sie fort. „Als Ergotherapeutin helfe ich Menschen dabei, mit ihren Behinderungen leben zu lernen; sich im Alltag neu zurechtzufinden.“

„Das ist ja alles schön und gut, aber ich brauche Sie nicht.“

„Ihre Tante scheint da anderer Auffassung zu sein.“

„Dann liegt meine Tante eben falsch. Hören Sie! Ich benötige Ihre Hilfe wirklich nicht. Meine Blindheit ist nur vorübergehend. Bald kann ich wieder sehen.“

Sara hielt kurz inne. Obwohl seine arrogante Art sie sehr ärgerte, verspürte sie einen Anflug von Mitleid mit diesem Mann. Sie war überrascht, dass ihm irgendjemand offenbar rasche Heilung versprochen hatte.

„Ich habe zwar Ihre Krankenakte noch nicht gesehen …“

„Gut! Das beruhigt mich. Wenn Sie nämlich nach Studium der Unterlagen immer noch der Meinung wären, ich sei zwölf Jahre alt, müsste ich davon ausgehen, dass Sie es sind, die mit Blindheit geschlagen ist.“

„Da haben Sie recht“, gestand Sara lächelnd ein.

„Damit Sie es nicht nachlesen müssen, sage ich Ihnen, was drinsteht. Dr. Simpson sagt, dass ich mit fünfzigprozentiger Wahrscheinlichkeit mein Augenlicht innerhalb der nächsten Monate zurückbekomme.“

„Das klingt hoffnungsvoll, aber eine Garantie ist es nicht“, merkte Sara vorsichtig an.

„Fünfzig Prozent? Ich bin ein Gewinnertyp. Das Risiko gehe ich ein, Frau Ergotherapeutin.“ Er tippte sich gegen die Schläfe und fügte hinzu. „Sechs Wochen, höchstens.“

„Na dann viel Glück!“, entfuhr es Sara. Noch im selben Moment wünschte sie, die Worte zurücknehmen zu können. In seinen Ohren mussten sie nach Hohn und Spott klingen. Sie atmete tief durch und wollte sich gerade bei ihm entschuldigen, als plötzlich von der Einfahrt eine laute Stimme zu ihnen herüberdrang.

2. KAPITEL

„Ah, da sind Sie ja!“

Sara drehte sich um und sah eine Frau heraneilen. Vermutlich die Herzogin.

„Verzeihen Sie bitte, dass ich so spät komme, Miss Joplin“, erklärte die ältere Dame, als sie mit ausgestreckter Hand auf sie zukam. „Mein Wagen steckte in einem fürchterlichen Stau fest.“

Sara schüttelte die dargebotene Rechte. Gleichzeitig begriff sie, dass sie die Herzogin gar nicht hatte warten lassen. Das war eine riesige Erleichterung. Immerhin musste sie sich keine Ausreden einfallen lassen.

„Wie ich sehe, haben Sie den Patienten bereits kennengelernt. Ich hoffe, er war … freundlich zu Ihnen.“ Die Herzogin warf ihrem Neffen einen flüchtigen Blick zu und zwang sich ein Lächeln ab, während sie Sara von Kopf bis Fuß musterte. „Na ja, zumindest haben Sie keine sichtbaren Verletzungen davongetragen.“

„Dafür hat ihr Ego ein bisschen gelitten“, murmelte Prinz Damian und ließ sich vorsichtig tastend auf der obersten Treppenstufe nieder.

„Das kann ich mir vorstellen.“ Die Herzogin warf Sara einen entschuldigenden Blick zu. „Wie Sie wohl schon bemerkt haben, ist mein Neffe alles andere als ein Traumpatient. Aber Sie werden sich schon aneinander gewöhnen.“

Sara zögerte, entschied sich dann aber doch für Offenheit. „Wissen Sie, normalerweise behandle ich hauptsächlich Kinder.“

„Glauben Sie mir, der Unterschied wird Ihnen kaum auffallen“, sagte die Herzogin mit süffisantem Unterton und zuckte mit der Schulter.

„Meine geliebte Tante, wie sie leibt und lebt!“, bemerkte der Beleidigte mit unterkühlter Stimme. „Immer ein Wort des Trostes in schweren Zeiten.“

„Tut mir leid, Damian, aber du musst zugeben, dass du dich in letzter Zeit wirklich wie ein Kind benommen hast.“

Sara sah unauffällig zum Prinzen hinüber. Zu ihrer Überraschung verriet sein Gesichtsausdruck keine Spur von Ärger. Vielmehr wirkte er amüsiert. Und über alle Maßen selbstsicher für einen Mann, der erst vor Kurzem sein Augenlicht verloren hatte.

Die Herzogin war eine attraktive elegante Frau, die kühle Intelligenz ausstrahlte. Ein Anflug von Unzufriedenheit spielte um ihren Mund. Nichtsdestotrotz blieb sie auf eine sehr unverbindliche Art und Weise freundlich, während sie Sara die Rahmenbedingungen erläuterte: wo sie praktizieren konnte und welche Räume ihr als Privatwohnung zur Verfügung stehen würden. Sara hörte ihr kaum zu. In Gedanken war sie bei dem Mann, der ihr gegenübersaß und dem sie helfen wollte – wenn er es denn zuließ.

Schließlich schien die Herzogin keinen weiteren Erklärungsbedarf mehr zu sehen. Mit einem flüchtigen Blick auf die Uhr verabschiedete sie sich eilig. „Ich muss noch einiges erledigen. Warum lernen Sie beide sich nicht ein wenig kennen? Ich lasse Ihnen Erfrischungen bringen. Kommen Sie in etwa einer halben Stunde zum Haupteingang und fragen Sie nach mir, Miss Joplin. Man wird Sie dann auf Ihr Zimmer bringen. Das Abendessen wird um sechs serviert. Wir essen früh. Das bedeutet, dass heute Abend genug Zeit bleibt für eine erste Therapiesitzung.“

Während sie alle diese Anweisungen in befehlsgewohntem Ton erteilte, schüttelte die Herzogin noch einmal Saras Hand und verschwand eilig ins Haus.

„Wenn Sie es zulassen, wird Sie Ihr gesamtes Leben für Sie durchplanen“, schmunzelte Damian.

Sara musste unwillkürlich lachen. „Kommen Sie sich etwa fremdbestimmt vor?“, fragte sie herausfordernd.

„Das kann man so sagen. In meinem momentanen Zustand habe ich zwar nicht viele Möglichkeiten, aber ich genieße es trotzdem manchmal, wenigstens ein bisschen zu sticheln.“ Sein Mund verzog sich bei dem Gedanken daran zu einem kleinen Lächeln.

Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum du mich am liebsten so schnell wie möglich wieder los wärst. Immerhin war ich eine Idee deiner ungeliebten Tante.

„Ich würde sagen, darin steht sie Ihnen in nichts nach“, merkte Sara trocken an.

Er stimmte ihr lachend zu. „Da haben Sie wohl recht.“ Seine Heiterkeit verschwand jedoch so schnell, wie sie gekommen war. Mit ernstem Gesichtsausdruck fügte er hinzu. „Wissen Sie, es wäre für alle Beteiligten wohl das Beste, wenn Sie sich wieder in Ihr Auto setzen und von hier verschwinden.“

Sara ertappte sich dabei, wie sie vor Anspannung an den äußersten Stuhlrand rückte. Wollte sie um diesen Job kämpfen? Wenn ja, wäre es jetzt an der Zeit, damit zu beginnen. Aber allein der Gedanke daran machte sie nervös. Diese Art von Widerstand von einem Patienten war sie nicht gewohnt.

Doch dieser Fall schien in mehr als einer Hinsicht ungewöhnlich zu sein.

„Sie glauben also nicht, dass ich Ihnen helfen kann?“, fragte sie den Prinzen eindringlich.

Er neigte seinen Kopf leicht zur Seite, als wolle er seine Antwort sorgfältig abwägen. „Lediglich indem Sie mir eine gefügige junge Dame und eine Flasche Whiskey besorgen, die mir die Wartezeit verkürzen.“

„Sie meinen, bis Ihr Augenlicht zurückkehrt?“

„Bingo.“

„Was, wenn das nicht passiert?“

„Es wird passieren.“

Er sagte es so leise und bestimmt, in einem solchen Brustton der Überzeugung, dass Sara ihm beinahe geglaubt hätte. Doch das wäre naiv und unprofessionell gewesen. Sie zwang sich dazu, realistisch zu bleiben.

„Mr. … ich meine, Prinz Damian“, sagte sie mit fester Stimme. „Ich kann Ihnen helfen zu verstehen, was mit Ihnen geschehen ist. Ich kann Ihnen helfen, wieder Kontrolle über Ihr Leben zu gewinnen. Und ich garantiere Ihnen, wenn ich mit Ihnen fertig bin, werden Sie froh sein, sich in meine Hände begeben zu haben.“

„Miss Joplin … richtig?“

„Sara“, erwiderte sie rasch.

Er nickte. „Sara. Ich zweifle ja gar nicht an Ihren Fähigkeiten oder den Fähigkeiten Ihrer Hände.“

Sie musste schlucken, so anzüglich klangen die letzten Worte aus seinem Munde.

„Aber ich verzichte dennoch. Herzlichen Dank für das Angebot.“

Sie sollte gehen. Alles sprach dafür. Ganz offensichtlich wollte er ihre Hilfe nicht, und sie hasste das Gefühl, unerwünscht zu sein. Es wäre wirklich das Einfachste, aufzustehen und zu verschwinden.

Doch stattdessen ließ sie sich auf eine Diskussion mit ihm ein. „Sie machen wirklich einen großen Fehler“, beschwor sie ihn. „Irgendwann müssen Sie sowieso jemanden anheuern. Dann können Sie es auch gleich ein paar Tage mit mir versuchen und sehen, wie Ihnen meine Methode gefällt.“

„Nein, danke!“ Sein Tonfall war jetzt verletzend scharf. „Ich mag vielleicht blind sein, aber hilfsbedürftig bin ich nicht.“ Entschieden wandte er den Kopf ab.

Es bestand kein Zweifel mehr: Er warf sie hinaus. Unter normalen Umständen hätte sie sich so etwas nicht gefallen lassen und wäre wortlos verschwunden. Aber etwas an seinem Verhalten reizte sie zum Protest. Er hatte kein Recht, sie so zu behandeln!

„Wenn Sie zurück auf Ihr Zimmer gehen wollen, was machen Sie dann?“, fragte sie ihn herausfordernd.

„Ich lasse einen der Angestellten kommen. Davon gibt es schließlich mehr als genug hier.“

„Wie praktisch für Sie!“, sagte sie spöttisch, während sie aufstand und näher an ihn herantrat. „Aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie es nicht gewohnt sind, für solch alltäglichen Verrichtungen um Hilfe bitten zu müssen.“

„Jedenfalls nicht die Hilfe einer Therapeutin“, gab er zurück.

„Dann tun Sie eben weiter so, als wären Sie vollkommen selbstständig. Ich wette, Sie platzen jedes Mal beinahe vor Wut, wenn Sie stillsitzen und abwarten müssen, bis jemand kommt und Ihnen bei irgendeiner Nichtigkeit zur Hand geht. Habe ich recht?“

Seine Gesichtszüge verhärteten sich. „Verschwinden Sie, Sara Joplin“, sagte er mit eisiger Stimme.

Das zeigte ihr deutlich, dass sie auf dem richtigen Weg war. „Ich nehme an, Sie fühlen sich auch jetzt gerade etwas hilflos.“

In ihm kochte offensichtlich die Wut hoch. Das war leicht an seinen verkrampften Kiefermuskeln zu erkennen. Es überraschte Sara nicht, als er plötzlich leise und heftig fluchte. Sie überging es einfach.

„Und wenn jemand Ihre Situation ausnutzen würde, Ihnen zu nahe treten, Sie vielleicht sogar angreifen würde: Wären Sie darauf vorbereitet?“

Um ihm klarzumachen, wovon sie sprach, trat sie dicht an ihn heran, berührte seine Wange und zog ihre Hand im nächsten Moment wieder zurück.

Aber sie hätte es besser wissen müssen. Bevor sie außer Reichweite gelangen konnte, hatte Prinz Damian sie schon gepackt. Vor Schreck stolperte sie und landete direkt auf seinem Schoß.

„Vorbereitet genug?“, fragte er. Sie konnte seinen Atem in ihrem Nacken spüren.

„Oh!“, war alles, was sie herausbrachte. In seinen Armen fühlte sie sich hilflos und verletzlich.

Doch dann fühlte sie, wie seine Hände tastend an ihrem Oberkörper hinabglitten und die eine nur knapp ihre Brust verfehlte. Empört sprang Sara auf.

„Was fällt Ihnen ein? Was machen Sie da?“ Vor lauter Ärger fiel es ihr schwer, ihre Stimme ruhig zu halten.

„Sie besser kennenlernen“, antwortete er seelenruhig. „Und dabei benutze ich meine Hände als Ersatzsinn. Ist das nicht in etwa das, was Sie mir beibringen wollen?“

„Sie …!“

Nur die Rufe herannahender Menschen stoppten ihren wütenden Ausbruch. Als sie sich, immer noch bebend vor Zorn, umsah, sah sie eine Gruppe junger Männer, die direkt auf sie zukamen.

„Sieht so aus, als bekäme ich Besuch. Ich bin mir sicher, Sie finden alleine zu Ihrem Wagen“, bemerkte der Prinz spöttisch. Er erhob sich etwas unsicher, indem er sich am Geländer abstützte. „Entschuldigen Sie mich bitte, Miss Joplin. Es war nett, Sie kennenzulernen.“

Sie sah erst ihn an und dann seine Freunde, die näher kamen. Eine seltsame Mischung von Gefühlen tobte in ihr. Sie fühlte sich gedemütigt, missverstanden und herausgefordert – alles zur gleichen Zeit. Eines wusste sie jedenfalls: Gehen würde sie nicht.

„Sara, pass bloß auf dich auf! Du weißt doch, wie diese Leute sind. Die haben Jahrhunderte lang ihren Standesdünkel verinnerlicht. Dieser Typ glaubt bestimmt, du bist nichts weiter als eine dumme Magd, mit der er sich im Heu vergnügen kann.“

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