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Das Kuvert, das sie nicht zuklebte

Lisa Sinnpflug

Das Kuvert, das sie nicht zuklebte

Aufschrei einer eifersüchtigen Frau


Das Büchlein entstand einst innerhalb eines Wettbewerbs auf BookRix unter den Vorgaben: "Kurzgeschichte" und als Thema: "verbotene Liebe". Nachdem der Wettbewerb vorüber war, überarbeitete ich die Inhalte neu und erlaubte mir, zu den einst etwas mehr als 30 Seiten, ein paar weitere hinzu kommen zu lassen. Das Büchlein widme ich Allen, die in einer ähnlichen Situation sind, waren oder in eine kommen werden, wie es die Geschichte von den dort beiden Haupt-Protagonistinnen erzählt, um mit dem Gelesenen gegebenenfalls etwas Zuversicht auf ein gutes Ausgehen, trotz anderem Anschein, heraus und für sich selbst mit zu nehmen.


BookRix GmbH & Co. KG
81669 München

Ein teuflischer Plan

 

 

 

Vorsichtshalber spielte sie ihren teuflischen Plan in Gedanken noch einmal durch: Das originale Kuvert würde sie, wie von der Stiefschwester darum gebeten, zwar nachher brav zur Post bringen, doch zuvor den Brief, den sie neugierig aus dem noch offenen Kuvert heraus genommen und gelesen hatte, nur noch a) mit einem Laserdrucker zu kopieren brauchen, b) auf ein neues Kuvert einen anderen Adressaten schreiben und c) wie "Crescendo", dieses mit der Briefkopie darin, in der Studentenbude heimlich auf den Tisch von Katharinas Freund zu platzieren. Natürlich nicht zugeklebt! Daneben bräuchte er nur noch denselben Notizzettel vorzufinden, den auch sie heute Nacht von Katharina unter der Tür durchgeschoben bekam, mit den Worten: "Dringend! Diesen Brief bitte am nächsten Tag zur Post bringen!"

Das absichtlich von Gabi nicht zugeklebte Kuvert würde den Freund ihrer Stiefschwester hoffentlich dazu verleiten, den Brief raus zu nehmen und ihn zu lesen. Er würde die Tatsache, dass er nicht verschlossen wurde, sogar als Einladung oder Wink mit dem Zaunpfahl betrachten müssen, ihn lesen zu sollen. Der Inhalt dieses Briefes würde er auf jeden Fall als eindeu­tig klaren Beweis der Untreue und Verlogenheit von seiner so heiß geliebten Katharina empfinden. Er konnte, was sonst?, nur schluss­folgern, dass sie ihm mit dem Brief auf eine ganz linke Tour mitteilen wollte, dass er passé für sie sei. Hiernach würde er, was auch sonst?, seine bis dahin so innig verehrte Freundin in den Wind schießen, und sein Stolz ihm verbieten, sich noch einmal mit ihr auszutauschen; zu eindeutig wäre alles! Und wenn es dennoch schief gehen sollte, was soll´s? Dann hätte sie es zumindest versucht.

Diese Gelegenheit war für Gabi unwiderstehlich und einen Tick zu verführerisch als dass die Frau sie un­genützt würde verstreichen lassen dürfen! Das Schicksal selbst hatte ihr doch diese Chance offensichtlich zugespielt. Es war alles so einfach: Denn die beiden Stellen jeweils dort, wo Katharina im Brief ihren Vater meinte, allerdings dessen Vorna­men ´Peter` ausschrieb, würde ihrem Freund auf jeden Fall vortäuschen, dass seine geliebte Katharina einen Anderen haben müsste.

Schon heute Nacht würde die Stiefschwester und Rivalin im Flugzeug sitzen, und mit ein bisschen Glück würde Helmut ihr nicht, etwa aus gekränk­ter Eitelkeit, hinterher telefonieren, um sich vergewissern zu wollen, und am Ende sich eventuell nur noch mehr enttäuscht und gedemütigt zu fühlen. Sondern die Nase gestrichen voll würde er von ihr haben. So! Denn Gabi bräuchte, um die Sache rund zu machen, nur noch dem Brief eine nachbearbeitete Aufnahme eines x-beliebigen Ultraschallbildes aus dem Internet beizulegen, woraus hervorginge, dass Katharina sogar ein Kind von diesem anderen Mann erwarte. Diese brisante Zutat würde sie ihrem Ziel ganz bestimmt einen wesentlichen Schritt näher bringen: ihrer von allen so geliebten Stiefschwester zumindest den Mann auszuspannen.

Denn diese sollte ruhig auch einmal sehen und spüren, wie es ist, auf etwas verzichten zu müssen, was Einem überaus wichtig ist. Und diese dumme quälende Eifersucht würde endlich ein Ende haben!

Katharina würde ja sowieso für fast ein Jahr ihr Studium in den USA beim Vater fortsetzen. Dort würde sie bestimmt sowieso jemand Anderen kennenlernen. Und das Beste: Helmut wusste, weil Katharina dies noch nicht gewollt hatte, nicht einmal, dass sie beide Stiefgeschwister sind. Doch dies wollte dann eben nun sie selbst dem Helmut zu gegebenem Zeitpunkt in aller Ruhe sagen, aber erst, sobald er ihr nächster fester Freund sein würde. Auch: wer in Wahrheit ihrer beider Familie ist.



                                                                         *

 

"Ja, komm ruhig näher, komm zu mir, du süßes Bambi! Ja so ist es gut, brauchst keine Angst vor mir zu haben, komm, lass dich streicheln!" Molinja genoss den Duft des samtenen hellbraunen Fells, während sie aus der Hocke heraus mit dem jungen Tier auf Augenhöhe war. Und in welch schön glänzende und große Rehkitz-Äuglein sie da blickte! Aber auch traurige und etwas hilflose waren es. Mit zärtlicher Stimme sagte sie leise, während ihre rechte Hand über das Köpfchen des jungen Rehs fuhr, ihren Gedanken freien Lauf lassend: "Schon den dritten Tag hintereinander traust du dich hier her! Bist ja so alleine! Wo ist nur deine Mama? Sie wurde doch hoffentlich nicht von einem dieser Unmenschen getötet, so dass sie dich ganz allein zurück lassen musste.“

Sie dachte dabei mit Abscheu an den Junior des Hauses und dessen sogenannten Freunde, dachte an diese schreckliche Mutprobe vor erst wenigen Wochen und spürte dabei, wie ihr plötzlich fröstelte. Sie drückte nun das Tier, das still hielt, näher an sich und flüsterte: „Ich glaube, du bist doch fast am Verhungern und werde dich daher wohl mit dem Fläschchen weiter aufziehen ...

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