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Das Geheimnis einer schönen Geburt

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Über die Autorin und Hebamme Jana Friedrich

Ich bin Jana Friedrich aus Berlin, Hebamme seit 1998 und Mutter von zwei Kindern.

Ich habe sowohl in einem großen Perinatalzentrum (Klinik für Risikoschwangere mit angeschlossener Kinderklinik) gearbeitet als auch in einem kleinen, familien orientierten Kreißsaal. Durchgehend betreute ich Frauen zu Hause oder in der Praxis für die Vor- und Nachsorge. Von Zeit zu Zeit leite ich auch Geburtsvorbereitungskurse.

Zusätzlich habe ich eine einjährige Ausbildung in traditioneller Chinesischer Medizin mit dem Schwerpunkt Geburtshilfe abgeschlossen.

Schon zwei Mal habe ich das Abenteuer Geburt selbst gewagt. Meine Tochter kam spontan aus Beckenendlage (mit dem Po zuerst) in einer großen Klinik zur Welt. Mein Sohn erblickte im heimischen Bett das Licht der Welt.

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Auf www.hebammenblog.de teile ich seit 2012 mein Wissen und meine Erfahrung rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit meinen Lesern. Dazu gehören bewährte Tipps für den Alltag der (werdenden) Eltern sowie Empfehlungen für Hilfsmittel, die die typischen Beschwerden einer Schwangerschaft lindern. Zusätzlich erhältst du wertvolles Fachwissen aus der Berufspraxis einer Hebamme. Ich versorge dich mit Informationen, Beratung und „Zutaten zur Meinungsbildung“ für eines der spannendsten Abenteuer des Lebens.

In diesem eBook gebe ich dir meine besten Tipps und Anregungen zur Geburtsvorbereitung weiter. Dabei stelle ich dir mein Wissen aus 17 Jahren Berufspraxis als Hebamme sowie meine Erfahrung als Bloggerin, Beraterin und Mutter zur Verfügung.

Meine Motivation ist es, dein Bewusstsein, Wissen und (Selbst-)Vertrauen für die Geburt zu stärken, sodass du mit allem ausgestattet bist, was du für eine gute Geburtsplanung brauchst.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Deine Jana

Vorbemerkungen

Persönliche und geschlechtsneutrale Schreibweise

Die Hebammenbetreuung ist sehr persönlich und intim, weshalb sich Hebamme und Schwangere oft mit „du“ anreden. So ist auch dieses Buch mit dir „per du“. Um den Lesefluss optimal zu gewährleisten, habe ich mich entschieden, auf eine geschlechtsneutrale Schreibweise in Form von der/die PartnerIn zu verzichten. Wenn ich vom Partner, Arzt oder ähnlichem spreche, schließt das die weibliche Form immer mit ein.

Hetero, Homo, Transgender und der Ehebund

Ich spreche im Buch der Einfachheit halber meist vom Partner und seiner Frau. Der Partner kann dabei aber natürlich auch eine Frau, eine Freundin, ein Ehemann, Transgender oder wie auch immer sein. Es möge sich durch diese Verein fachung bitte niemand diskriminiert fühlen.

Klinikperspektive vs. Hausgeburt & Co.

98 % aller Geburten finden in einem Krankenhaus statt. Ich gehe im Buch aber sowohl auf außerklinische Geburtsszenarien, wie Hausgeburten oder Geburtshausgeburten, als auch auf die viel häufigere Klinikgeburt ein. Um aber auch hier den Lesefluss nicht unnötig zu erschweren, kommt im Buch die Klinik-Perspektive deutlich häufiger zum Ausdruck. Ich möchte das aber keinesfalls als tendenziöse Sichtweise verstanden wissen. Ich bin ein großer Fan der außerklinischen Geburt, bringe das aber ganz bewusst nicht in jedem zweiten Satz zum Ausdruck. Alle, die sich auf eine außerklinische Geburt vorbereiten, bitte ich, sich davon nicht irritieren zu lassen.

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Vorwort – oder: Warum eine schöne Geburt so wichtig ist

Eine Geburt gehört zu den stärksten, unglaublichsten und prägendsten Ereignissen des Lebens. Und auch, wenn man einige Details mit der Zeit vergisst, brennen sich die Emotionen dieses Tages für immer ins Bewusstsein ein. Einzelne Sätze, die gesprochen wurden, sind viele Jahre lang abrufbar. Selbst alte Damen können den Tag der Geburt ihrer Kinder noch Jahrzehnte später detailliert beschreiben. Auch wenn viele andere Situationen des Lebens schon längst in Vergessenheit geraten sind: Das Geburtserlebnis, ganz gleich ob schlimm oder schön, bleibt im Kopf.

Frauen, die schöne Geburten erlebt haben, schweben oft tagelang wie auf einer Wolke. Sie können die Anstrengungen der ersten Zeit besonders gut verkraften und es entsteht schnell eine starke, positive Bindung zum Kind. Obendrein wird durch eine schöne Geburt das Selbstbewusstsein der Mutter nachhaltig gestärkt.

Aber auch Frauen, die keine schöne Geburt erleben durften und diese vielleicht sogar als entmündigend und traumatisierend erinnern, schleppen das Ereignis fortan mit durch ihr Leben. Und oft fühlen sie sich dabei als Versagerinnen. Das Gefühl von Entmachtung und Hilflosigkeit dämpft sie und führt nicht selten in die Depression.

Wer das Glück hat, mindestens ein zweites Mal eine Geburt zu erleben, kann ein vorhandenes Trauma überwinden. Schon oft habe ich erlebt, dass die zweite, schönere Geburt Frauen „geheilt“ hat.

Ganz egal, ob du dich auf deine erste Geburt vorbereiten möchtest oder ob du bereits eine nicht so schöne Geburt erlebt hast: mit diesem Buch hast du den richtigen Begleiter gefunden.

Der Geburtstag ist nicht nur ein besonderer Tag im Leben einer Mutter, sondern kann prägend für das gesamte Leben der Familie sein.

Aber ist der Geburtsverlauf nicht weitestgehend vom Schicksal gesteuert?

Ich habe im Kreißsaal schon viele Frauen kennengelernt, bei denen ich schnell und zuverlässig voraussagen konnte, ob die Geburt gut verlaufen würde oder eher nicht. Meinen Kolleginnen ging es genauso. Ich glaube aber nicht, dass die Fähigkeit, den Geburtsverlauf einzuschätzen, auf reiner Hebammenintuition beruht. Vielmehr gibt es klare Kriterien für einen positiven Geburtsverlauf.

Im Kreißsaal ist es aber leider oft zu spät, um noch regulierend eingreifen zu können. Mal ganz abgesehen davon, dass dafür auch schlicht Zeit und Personal fehlen, müssen die Vorbereitungen für eine schöne Geburt viel früher stattfinden. Nur so können sie vernünftig greifen.

Diese Überlegungen führten zu meinem Entschluss, das eBook „Das Geheimnis einer schönen Geburt“ zu schreiben.

Ich wünsche mir, dass jede Frau die Chance erhält, ihre persönliche Traumgeburt zu erleben. Natürlich ist es eine Herausforderung, einen Ratgeber darüber zu schreiben, wie man zu einer schönen Geburt kommt. Denn erstens kann ich dir nicht versprechen, dass deine Geburt tatsächlich wunderschön verlaufen wird und zweitens hat jeder Einzelne ganz unterschiedliche Erwartungen und Vorstellungen: Ist eine Geburt, die ich für mich persönlich als schön bezeichnen würde für andere Frauen auch so schön?

„Was ist eine schöne Geburt?“

Diese Frage beantworten Frauen sehr unterschiedlich. Für die eine ist es die interventionsfreie Hausgeburt in kerzenbeschienener Heimeligkeit, für die andere ist es die flutlichtbeschienene, geplante Sectio (Kaiserschnitt) im Hoch-Sicherheits-Klinikum mit angeschlossener Kinderklinik. Aber auch wenn die Vorstellungen nicht so weit auseinandergehen sollten wie in diesen – extra überzogen formulierten – Beispielen, so ist es für mich doch oft erstaunlich, wie unterschiedlich die Wünsche sind.

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In meinem Beruf habe ich schon häufig erlebt, wie die von mir als wunderbar eingestufte Geburt von der Gebärenden selbst als schrecklich empfunden wurde. Genauso wie andersherum: Eine Geburt, die ich als so schlimm ansah, dass ich der Frau direkt am nächsten Tag eine Nachbesprechung des Geburtsverlaufs anbot, wurde von der frisch gebackenen Mutter selbst als Traumgeburt gefeiert. Kolleginnen berichten auch hier dasselbe. Die Bewertung von „schön“ ist also höchst individuell.

Denn was eine gute Geburt ist, wird einsortiert in den bisherigen Wissens- und Erfahrungsschatz der Frau. Obendrein spielt das eigene Schmerzempfinden ebenso eine Rolle wie die Hormone, der Abgleich mit dem Erwarteten und so weiter ...

Warum ich es trotzdem wage, dieses eBook zu schreiben?

Weil ich aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Hebamme (und Mutter) der Meinung bin, dass es mit ein wenig Vorbereitung durchaus möglich ist, der persönlichen Traumgeburt sehr nahe zu kommen. Oder sie sogar genau so zu erleben, wie man es sich wünscht. Denn in Sachen Geburt sind wir nicht rein schicksalsgesteuert. Ganz im Gegenteil: An erster Stelle spielt in der Geburtshilfe die Psyche eine oft unterschätze, aber extrem wichtige Rolle. Zwei weitere wichtige Mitspieler sind der Geburtsort sowie das Geburtsteam (und deren Regeln oder Leitlinien). Erst als Faktor Nummer vier kommt das Schicksal ins Spiel. Und nun rate mal, welche dieser Faktoren du maßgeblich beeinflussen kannst …

Alles klar?

Mit diesem eBook gebe ich dir all das Wissen, die Werkzeuge, Fakten, To-do Listen und Vorbereitungsmöglichkeiten an die Hand, die du benötigst, um deine persönliche Traumgeburt erleben zu können.

Auf geht’s!

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So gestaltest du deine Traumgeburt mit diesem Buch

Das eBook unterstützt dich bei deiner ganz individuellen Geburtsvorbereitung. Ziel ist es, dich auf dem Weg zu einer schönen Geburt zu begleiten.

Damit das gelingt, gebe ich dir viele wichtige Informationen mit auf den Weg. Zusätzlich erhältst du Arbeitsblätter (Download-Link siehe Anhang), die dir dabei helfen, deine Gedanken zu ordnen und die für dich relevanten Informationen immer griffbereit zu haben. Dazu gehören:

  Checklisten

  Fragebögen

  Wunschlisten

Diese Arbeitsblätter helfen dir bei der Organisation und Strukturierung deiner Vorbereitungen und erinnern dich an alle wichtigen Dinge.

Arbeitsblätter zum Ausdrucken    image

Die folgenden 5 Arbeitsblätter befinden sich in einer separaten pdf-Datei (im Folgenden „Anhang“ genannt), sodass du sie dir bei Bedarf einfach ausdrucken (oder kopieren und auf deine Bedürfnisse anpassen) und dann während des Lesens nach und nach ausfüllen und nutzen kannst. Benutze für den Download dieser Zusatzdokumente den Link aus dem Anhang. Nach Angabe von Name und Emailadresse  stehen sie dir direkt zur Verfügung.
Technischer Hinweis: Viele eBook-Reader und die meisten Smartphones können keine Dateien herunterladen. Benutze am besten einen Webbrowser an deinem PC oder Mac.

  1. Meine Traumgeburtskarte (Wunschliste)
  2. Mein Geburtsplan (Wunschliste)
  3. Fragen an die Klinik (Fragebogen mit Checkliste)
  4. Fragen an die Hebamme (Fragebogen mit Checkliste, inkl. Anleitung zur Hebammensuche)
  5. Kliniktasche/Meine Geburtstasche (Checkliste)

Checklisten

Die Checklisten helfen dir, bei den ganz handfesten Vorbereitungs-To-dos nichts zu vergessen.

Fragebögen

In den Fragebögen findest du eine Auflistung wichtiger Fragen, die du Hebammen, Geburtshäusern und Kliniken stellen solltest, um diese besser kennenzulernen. Dadurch findest du heraus, was du willst und erfährst obendrein, ob die Gegebenheiten in Klinik & Co. auch genauso sind, wie du es dir wünschst.

Wunschliste – Geburtsplan

Die Vorlage für einen Geburtsplan gibt dir Orientierung und hilft dir dabei, für dich selbst alle wichtigen Fragen rund um die Geburt zu beantworten. So kannst du dir die Geburt und alles, was dazu gehört, noch konkreter ausmalen und erkennst, wie deine Traumgeburt aussieht. Der Geburtsplan ist die ausführliche Ergänzung zur Traumgeburtskarte.

Wunschliste – Traumgeburtskarte

Um immer ein kompaktes Dokument dabei zu haben, auf dem deine wichtigsten Wünsche für die Geburt zusammengefasst sind, habe ich die Traumgeburtskarte entwickelt. Sie begleitet dich durch die Schwangerschaft bis hin zur Geburt. Am besten trägst du sie, sobald du sie fertig ausgefüllt hast, in deinem Mutterpass immer bei dir.

image Drucke zunächst nur die Traumgeburtskarte aus und fülle sie während des Lesens nach und nach mit deinen eigenen Ideen und Wünschen. Die weiteren Dokumente kannst du dann nach Bedarf ausdrucken.

Icon für Arbeitsblätter

Im Laufe des eBooks weise ich dich an den passenden Stellen mit diesem Icon auf die entsprechenden Arbeitsblätter hin. image

Der „Fahrplan“ für deine persönliche Traumgeburt

Wenn du die Dokumente ausdruckst, ausfüllst und mit Notizen anreicherst, entsteht nach und nach dein ganz persönlicher Fahrplan für deine Traumgeburt. Durch die beiden Wunschlisten „Geburtsplan“ und „Traumgeburtskarte“ hast du für dich am Schluss eine genaue Vorstellung davon formuliert, was du während der Geburt willst und was nicht. Die Fragebögen geben dir eine zusätzliche Hilfe stellung, welche Fragen du deinen Geburtsbegleitern vielleicht noch stellen möchtest oder was noch zu organisieren ist.

Immer schön der Reihe nach?

Du kannst im Buch natürlich springen und einfach nur lesen, was dich interessiert. Es ist aber so aufgebaut, dass du dir die einzelnen Themen nach und nach erarbeitest und sich am Schluss alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt.

Und jetzt wünsche ich dir viel Spaß
bei der Vorbereitung auf deine Wunschgeburt!

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Die 3 Erfolgsfaktoren für eine schöne Geburt

Meine 3 Erfolgsfaktoren für eine schöne Geburt sind:

1. Die Herausforderung annehmen

Der für mich entscheidendste Faktor für eine schöne Geburt ist die persönliche Einstellung. Ein bisschen Angst zu haben, gehört dazu und ist durchaus normal. Schließlich weiß niemand so genau, was da auf einen zukommt. Aber die Geburt grundsätzlich als Herausforderung zu begreifen – und zwar als eine, die man bewältigen kann und wird – ist wichtig und sehr hilfreich.

2. Ein gutes Team

Eine Geburt ist ein äußerst intimes und extremes Ereignis, bei dem eine Frau vorab nicht wissen kann, wie es ihr tatsächlich gehen wird und wie sie sich verhält. Daher ist das absolute Vertrauen zum Geburtsbegleiter/Partner sehr wichtig. Darüber hinaus besteht das „Geburtsteam“ aber auch aus der Hebamme und – im Fall einer Klinikgeburt – dem Arzt. Daher ist die Auswahl des Geburtsteams ein entscheidender Faktor für die Traumgeburt.

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3. Ein guter Ort

Auch der Ort, an dem die Geburt stattfindet, gehört zu den Erfolgsfaktoren für eine schöne Geburt. In diesem Zusammenhang ist übrigens die tatsächlich verfügbare Betreuungszeit des Teams ein weiterer wichtiger Aspekt: Studien belegen, dass umso weniger Schmerzmittel benötigt werden, je mehr Betreuungszeit die Hebammen den Frauen widmen können (Hodnett et al. 2007). Es lohnt sich also, nicht nur das Geburtsteam, sondern auch den „Geburtsort“ mit all seinen Richt linien, Möglichkeiten und Beschränkungen ganz bewusst auszusuchen.

Und eine Prise Glück

Neben diesen 3 Erfolgsfaktoren gibt es natürlich noch die Schicksalskomponente. Sie ist bei jeder Geburt mit dabei und die einzige, die man nicht aktiv beeinflussen kann. Eine gute Prise Glück braucht also jede Geburt.

Im Folgenden stelle ich dir für jeden Erfolgsfaktor verschiedene Möglichkeiten vor, damit du eine gute Entscheidung für dich bzw. euch treffen kannst.

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Dein Geburts-Modus: Wie willst du gebären?

Was ist dein Wunschgeburtsmodus?

Laut einer Studie von Helmers & Schücking aus dem Jahr 2005 wünschen sich 96,2 % aller Frauen in Deutschland eine spontane (=natürliche) Geburt. Dementsprechend möchten nur 3,8 % aller Frauen einen Kaiserschnitt. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wünschst du dir also eine Geburt, wie die Natur es grundsätzlich vorgesehen hat. Und nach allem was wir wissen, ist das auch der beste Weg für Mutter und Kind.

Und dennoch werden laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) 10–15 % aller Babys mit einem Kaiserschnitt (Sectio) geholt. Hier in Deutschland haben wir sogar eine Sectiorate von 30 %. Aber woran liegt das?

Die Kaiserschnittrate: von Klinik zu Klinik unterschiedlich

Es mag verwundern, aber die Anzahl der Kaiserschnitte hängt stark von Klinik und ihrer Philosophie ab. Zum einen ist es von Klinik zu Klinik sehr unterschiedlich, wie die Entbindung gehandhabt wird: Beispielsweise wird bei Kindern, die zur Geburt mit dem Po nach unten, also in Beckenendlage (BEL) liegen, in manchen Kliniken immer ein Kaiserschnitt gemacht. In anderen Häusern hingegen nicht. Für den Fall einer BEL hängt der Geburtsmodus unter Umständen also davon ab, wo man sein Baby bekommt und nicht davon, was man sich wünscht.

Zum anderen hat auch die Menge der Interventionen – also der Eingriffe in den natürlichen Verlauf – Auswirkungen auf den weiteren Verlauf und damit letztendlich auf den Geburtsmodus an sich.

Aber wie findet man heraus, ob in einer Klinik viel oder wenig in das natürliche Geschehen eingegriffen wird? Nun, es ist vielleicht nicht ganz gängig, aber durchaus möglich, sich Statistiken für bestimmte Eingriffe zeigen zu lassen. Oder man fühlt den Hebammen und Ärzten beim Informationsabend ordentlich aber freundlich auf den Zahn. Für die Entwicklung der für dich richtigen Fragestellungen gebe ich dir weiter unten ein paar Hilfestellungen.

Es ist also nicht nur wichtig, mit welchem Wunsch man in die Geburt startet, sondern auch mit wem und wo man sein Kind zur Welt bringt.

Spontangeburt

Wenn ich Familien als Hebamme betreue und mich im Vorfeld mit ihnen unterhalte, stelle ich immer wieder fest, dass wir bestimmte Begriffe unterschiedlich verstehen. Was ist eine spontane Geburt und was eine normale? Und heißt das jetzt eigentlich gebären oder entbunden werden? Damit wir uns richtig verstehen, vorab zwei schnelle Definitionen:

Der Unterschied zwischen Spontangeburt und normaler Geburt

Ist eine Spontangeburt auch automatisch eine normale Geburt? Und was ist eine normale Geburt überhaupt? In der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) heißt es:

„Unter normaler Geburt versteht man eine physiologische Geburt, die spontan beginnt, sich im effektiven Rhythmus zwischen Wehen und Wehenpausen von alleine entwickelt und somit ohne fremdes Eingreifen der Muttermund öffnet, das Kind durch unwillkürlichen Pressdrang geboren wird.“

Quelle: WHO 1996 Care in normal birth (a practical guide, report of a technical working group).

Im Kern bedeutet das: Eine Spontangeburt geht von alleine los und wird nicht im Voraus geplant (wie zum Beispiel bei einem geplanten Kaiserschnitt).

Das bedeutet aber auch: Eine Geburt kann auch dann noch als spontan bezeichnet werden, wenn in den Geburtsverlauf ordentlich eingegriffen wurde. Also nach einer Einleitung, einem Wehentropf und einer PDA, ja sogar nach Kristeller-Hilfe. Normal ist die Geburt dann aber nicht mehr. Natürlich kann aber auch eine Spontangeburt mit Interventionen (wie Schmerzmittelgaben) noch eine gute und schöne Geburt sein.

Viel entscheidender finde ich den Unterschied zwischen gebären und entbunden werden. Dieser klitzekleine Unterschied in der Wortwahl macht in der Praxis einen enormen Unterschied.

Entbunden werden: Lässt man sich entbinden (passiv), so verlässt man sich blind auf das Geburtsteam. Man kann dann Glück haben und deren Vorstellungen überschneiden sich irgendwie auch mit den eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Oder man hat Pech und die Geburtshilfe widerspricht einer ganzen Menge von dem, was man sich eigentlich gewünscht hatte.

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Viel Spaß!



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