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Das Erbe des Snipers

Pete Hackett

Das Erbe des Snipers

FBI Special Agent Owen Burke





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Das Erbe des Snipers

F.B.I. Special Agent Owen Burke

 

Action-Krimi von Pete Hackett

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author (P.Haberl)

© 2012 der Digitalausgabe 2012 by AlfredBekker/CassiopeiaPress

www.AlfredBekker.de

 

»Vom langsam fahrenden Auto aus erschossen«, murmelte Special Agent Owen Burke. Versonnen schaute er auf die reglose Gestalt, die auf dem Gehsteig lag und deren Umrisse von einem Beamten der Spurensicherung mit Kreide nachgezeichnet worden waren. Es handelte sich um eine Frau Mitte zwanzig, ihre Haare waren rot gefärbt, die Kugel war ihr von der Seite in die Schläfe gedrungen und hatte auf der linken Seite ihres Kopfes ein furchtbares Loch gerissen.

Der Mann, mit dem er sprach und der alles beobachtet hatte, nickte. »Es handelte sich um einen dunkelblauen Buick mit einem Kennzeichen des Staates New York. Die Nummer habe ich leider vergessen. Es ging alles so schnell. Und sicher war es nur Zufall, dass ich den Gewehrlauf aus dem Seitenfenster des Buick ragen sah. Und ich begriff nicht sogleich, als die junge Frau hier auf dem Gehsteig zusammenbrach. Als mir der Zusammenhang klar wurde, war der Buick verschwunden.«

»Konnten Sie erkennen, wie viele Leute in dem Buick saßen?«, fragte Ron Harris, Burkes Partner.

»Es müssen zwei gewesen sein«, versetzte der Mann. »Denn der Wagen rollte langsam in Richtung Broadway, das heißt, dass einer am Steuer gesessen haben muss. Der andere schoss vom Beifahrersitz aus. Der Lauf ragte aus dem rechten Seitenfenster. Ob auf dem Rücksitz jemand saß, konnte ich nicht erkennen.«

Sie befanden sich in der 23rd Street. Am Straßenrand standen einige Einsatzfahrzeuge der City Police mit rotierenden Lichtern auf den Dächern. Es war 11.15 Uhr. Auch der Coroner war anwesend und ein Team von der Spurensicherung. Die Straße war zwischen der Fifth Avenue und der Avenue of the Americas gesperrt worden. Special Agent Owen Burke warf noch einmal einen schnellen Blick auf den Leichnam der jungen Frau. Der Kopf lag in einer großen Lache Blut. Blut war auch gegen die Hauswand gespritzt, die den Gehsteig begrenzte. Dem Special Agent drehte sich regelrecht der Magen um. Dabei war er einiges gewöhnt. Er sagte zu dem Augenzeugen: »Das wär's für's Erste, Mr. Henders. Ich bitte Sie, morgen Vormittag um 10 Uhr zu uns ins Federal Building zu kommen. Sagen Sie nur dem Doorman, dass Sie zu mir wollen. Ich hole Sie dann ab.«

»Ich werde da sein«, versicherte der Mann.

Burke wandte sich an seinen Freund und Partner Ron Harris. »Der vierte Mord innerhalb von vier Monaten«, gab er zu verstehen. »Und immer handelt es sich bei den Getöteten um Frauen Mitte zwanzig, deren Haare rot sind. Egal, ob natürlich rot oder gefärbt. Hauptsache rot.«

»Dahinter steckt System«, knurrte Ron Harris. »Jenes System, nach dem auch Dave Madlock mordete? Er tötete ebenfalls Frauen zwischen zwanzig und dreißig, deren Haare rot waren. Und auch er mordete am helllichten Tag und auf offener Straße.«

»Madlock sitzt seit fast zehn Jahren in Sing Sing«, murmelte Owen Burke. Er kniff sekundenlang die Lippen zusammen und starrte versonnen vor sich hin, dann hub er noch einmal zu sprechen an: »Aber der Sniper, der seit dem 21. März am Werk ist, scheint dasselbe Problem mit rothaarigen Frauen Mitte zwanzig zu haben wie damals Madlock.«

»Madlock tötete insgesamt neun Frauen«, erklärte Ron Harris. »Da er kein Motiv für die Morde benennen konnte oder wollte, wurde ihm reine Mordlust unterstellt. Ich bin der Meinung, dass er ein Psychopath ist.«

»Man hat damals ein Täterprofil erstellt«, bemerkte Owen Burke. »Darin ist die Rede von einem tödlichen Hass auf jenen Typ Frau, den er sich immer wieder herauspickte und tötete. Man bescheinigte Madlock jedoch volle Zurechnungsfähigkeit. Aber wie du schon sagst: Am Ende ging das Gericht von reiner Mordlust aus.«

»Madlock hat zwei Söhne. Brad und Cole, fünfundzwanzig und sechsundzwanzig Jahre alt. Vielleicht ist einer von ihnen in die Fußstapfen seines Vaters getreten.«

»Wir sollten uns mal mit Madlock unterhalten«, schlug Owen Burke vor. »Es wird ihn sicherlich interessieren, zu erfahren, dass jemand drauf und dran ist, sein Erbe anzutreten.«

»Ich schließe nicht aus, dass er längst Bescheid weiß«, knurrte Ron Harris.

Owen Burke wandte sich an den Leiter des Teams von der Spurensicherung. »Ich denke, dass wir hier nicht mehr gebraucht werden, Kollege. Sobald irgendwelche Erkenntnisse vorliegen, wissen sie ja, wie Sie mich erreichen können.«

»Eines wissen wir bereits«, erklärte der Mann vom NYPD. »Der Name der Toten ist Jennifer Belford, sie wurde sechsundzwanzig Jahre alt.«

»Danke«, murmelte Owen Burke. »Gehen wir, Ron.«

Sie marschierten zu dem Dodge, einem Dienstwagen, Ron Harris setzte sich ans Steuer, Owen Burke warf sich auf den Beifahrersitz. Er griff nach dem Handy der Freisprechanlage, suchte im elektronischen Telefonbuch eine Nummer her, ging auf Verbindung und als sich jemand meldete, sagte er: »Hier spricht Special Agent Burke vom FBI New York. Nachdem heute Mord Nummer vier geschah, der der Methodik der Morde entspricht, die Dave Madlock bis vor etwa zehn Jahren begangen hat, würden wir uns gerne mal mit Madlock unterhalten.«

Eine kurze Pause entstand.

»Sie sprechen von Dave Madlock?«, erklang es schließlich am anderen Ende der Leitung.

»Genau von dem. Man nannte ihn den Big Apple-Sniper. Er erhielt neun Mal lebenslänglich.«

»Ich werde alles in die Wege leiten«, versprach der Beamte am anderen Ende der Leitung. »Bis wann werden Sie in Ossining sein?«

»Nun ja – ich schätze mal in anderthalb oder zwei Stunden.«

»Erklären Sie den Leuten beim Tor, dass ich Sie erwarte. Man wird mich informieren und ich komme sie abholen.«

»Wie war Ihr Name gleich wieder?«

»Hagstrom – John Hagstrom.«

»Danke.« Burke beendete das Gespräch und stellte das Handy in die Halterung. »Du hast es vernommen, Kollege. Wir fahren sofort nach Sing Sing. Holen wir nach, was bisher versäumt worden ist.«

 

*

 

Dave Madlock trug rote Gefängniskleidung. Er war vierundfünfzig Jahre alt, ungefähr eins achtzig groß und hager, seine Haare färbten sich ...

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