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Das Baustellenhandbuch der Maßtoleranzen

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linkVorwort

Bei der Erstellung von Bauwerken im Hochbau sind für deren Bauteile Maßabweichungen mit festgelegten Grenzwerten zulässig.

Für einen reibungslosen Projektablauf müssen daher bei den am Bauprozess Beteiligten bereits im Zeitraum der Planung und Ausschreibung gute Kenntnisse zum Ausmaß zulässiger Toleranzen gegeben sein. Nur so können Bau- bzw. Bauteilmaße und die Bedingungen für Bauteilfügungen material- und handwerksgerecht festgelegt werden. Die Erfordernisse eines Basiswissens bestehen aber auch für die mit der Ausführung beauftragten Firmen und den Personenkreis in der Objektüberwachung/Bauleitung. Ein Projektablauf auf dieser Grundlage wird dann in der Regel störungsfrei und zielführend sein. So kann sichergestellt werden, dass allenfalls gravierende Abweichungen von den Toleranzvorgaben der DIN 18202 zu Diskussionen über eine bestimmte Bauleistung führen.

Das vorliegende Baustellenhandbuch der Maßtoleranzen ermöglicht durch übersichtliche Tabellen für zulässige Abweichungen von Bauwerksmaßen, zur Ebenheit von Wänden, Böden und Decken oder zu Winkelbezügen einzelner Bauteile und Abweichungen von Stützen aus der Flucht, die relevanten Grenzwerte schnell zu erfassen und bereits in der Bauplanung zu berücksichtigen. Das Handbuch vermittelt außerdem die notwendigen Grundkenntnisse zum Anwendungsbereich der DIN 18202 und die einzuhaltenden Regularien zur Prüfung von Maßabweichungen.

Für vorgefertigte Bauteile aus Stahl, Holz und Beton sind die zulässigen Grenzwerte nach DIN 18203, Teil 1 bis 3 in den entsprechenden Gewerken benannt.

Zulässige Toleranzen sind, außer in der DIN 18202, auch in einer Vielzahl von Normen, den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen der VOB/Teil C, den Regelwerken der Fachverbände etc. enthalten. In den spezifischen Ergänzungen der einzelnen Gewerke ist dazu eine Auswahl gültiger Rahmenbedingungen für eine fachgerechte und mangelfreie Planungs- und Bauleistung enthalten.

In einigen Gewerken wird auch auf aktuell nicht mehr gültige Normen verwiesen, wenn die dort dokumentierten Planungs- oder Ausführungsgrundsätze sich in der Praxis bewährt haben und daher immer noch angewendet oder zur Bewertung, bereits länger zurückliegenderen Bauleistungen (BGB – Gewährleistungsdauer!), herangezogen werden können.

Die Beurteilung einer jeden Bauleistung ist für den Einzelfall immer nach den grundsätzlichen Vorgaben der DIN 18202 und den besonderen Objektbedingungen mit allgemeinen oder besonderen technischen Vertragsgrundlagen auszurichten.

Dieburg, im Februar 2016

Gesamtinhaltsverzeichnis

Deckblatt

Impressum

Bedienung des E-Books

Vorwort

Der Autor

Gesamtinhaltsverzeichnis

Einleitung

Normen, Fachregeln, Richtlinien

DIN 18202

Toleranzen im Hochbau – Bauwerke

Anwendung

Begriffe

Grundsätze

Maßabweichungen – Toleranzen

Prüfung

DIN 18203

Teil 1–3 Toleranzen im Hochbau für vorgefertigte Bauteile

Gewerkespezifische Maßtoleranzen und Maßangaben

Abbruch- und Rückbauarbeiten

Abdichtungsarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Betonarbeiten

Bauwerksmaße

Bauwerksmaße für vorgefertigte Bauteile

Grenzabmaße der Querschnittsmaße für vorgefertigte Bauteile

Winkelabweichungen

Winkelabweichungen für vorgefertigte Bauteile

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Betonwerksteinarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Bodenbelagarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Bohrarbeiten

Herstellungstoleranzen

Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Drän- und Versickerarbeiten

Prüfung

Elektroinstallationen

Spezifische Ergänzungen

Erdarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Estricharbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Fliesen- und Plattenarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Ergänzende Hinweise

Prüfung

Gerüstarbeiten

Gerüstarten

Spezifische Ergänzung

Gussasphaltarbeiten

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Heizungsinstallationen

Holzpflasterarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Klempnerarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Maler- und Lackierarbeiten – Beschichtungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Mauerarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Fluchtabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Metallbauarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Natursteinarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Parkettarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Putz- und Stuckarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten

Prüfung

Sanitärinstallationen

Stellflächen, Seitenabstände und Montagehöhen

Dämmungen, Befestigungsabstände und Gefälle von Leitungen

Stahlbauarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Tapezierarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Tischlerarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Ergänzende Hinweise

Prüfung

Trockenbauarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Verglasungsarbeiten

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Verkehrswegebauarbeiten

Oberbauschichten ohne Bindemittel – ATV DIN 18315

Oberbauschichten mit hydraulischen Bindemitteln – ATV DIN 18316

Oberbauschichten aus Asphalt – ATV DIN 18317

Pflasterdecken und Plattenbeläge in ungebundener Ausführung, Einfassungen – ATV DIN 18318

Begrünbare Flächenfestigungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Wärmedämm-Verbundsysteme

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Zimmer- und Holzbauarbeiten

Bauwerksmaße

Winkelabweichungen

Ebenheitsabweichungen

Spezifische Ergänzungen

Prüfung

Prüfung und Bewertung

Prüfung nach DIN 18202

Prüfverfahren

Zeitpunkt der Prüfung

Prüfung von Maßen

Prüfung von Winkeln

Prüfung der Ebenheit

Prüfung der Lage von Stützen in der Flucht

Prüfung nach DIN 18203-1 bis 18203-3

Prüfung in der Baupraxis

Prüfung durch Sachverständige

Vermessen von Bauwerken

Primärnetz

Sekundärnetz

Festlegung eines Festpunkts

Bezugspunkte

Meterstrich

Genauigkeiten der Maße

Messgeräte

Kontrolle der Bauausführung

Lot und Fluchtgenauigkeiten

Anhang

Checklisten

Kontrolle für die Planung

Kontrolle für die Ausführung

Stichwortverzeichnis

Weiterführende Informationen

linkDer Autor

Ralf Schöwer (Autor der 2. bis 8. Auflage)

Dipl.-Ing., Architekt

Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar)

Ralf Schöwer wurde 1959 in Koblenz geboren. Er studierte Architektur an der Technischen Universität Darmstadt.

Nach seinem Diplom im Jahr 1988 folgte eine Zeit der Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros, zunächst mit einer erfolgreichen Bearbeitung von Architekturwettbewerben. In den sich anschließenden Jahren betreute er als planender Architekt und Bauleiter vielfältige Hochbauprojekte in den Bereichen Neubau, Umbau und Sanierungsvorhaben.

Neben seiner Tätigkeit in den klassischen Arbeitsfeldern des Architekten verfügt er über eine Ausbildung als Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator.

Als Sachverständiger für Schäden an Gebäuden und allgemeine Fragen des Hochbaus arbeitet er seit 2002 für Amts- und Landgerichte, Hoch- und Tiefbauämter, Bauverwaltungen, Ingenieurbüros, Versicherungen und private Auftraggeber.

Im Jahr 2004 wurde er zum Sachverständigen für „Schäden an Gebäuden“ durch die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar öffentlich bestellt und vereidigt.

Sein Fachwissen ist gefragt als Referent für Fortbildungsveranstaltungen der Architekten- und Handwerkskammern sowie in der Bauindustrie.

Die Veröffentlichung von Fachartikeln in den Printmedien und die Tätigkeit als Fachbuchautor belegen seine stets aktuellen Kenntnisse zum Stand der Technik und zu den Inhalten von Normen und Richtlinien.

linkEinleitung

Abweichungen zwischen einer vereinbarten Sollbeschaffenheit eines Bauteils oder Bauwerks und der tatsächlich vorhandenen Qualität der Bauausführung (Ist-Zustand) geben immer wieder Anlass zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den am Bau Beteiligten.

Abweichungen werden im Rahmen der Objektüberwachung meist bereits während der Ausführung festgestellt. Oftmals sind sie bereits durch falsche Maßangaben in der Planung, durch unvollständige Leistungsbeschreibungen, durch herstellungsbedingte Maßdifferenzen „gleicher“ Bauprodukte oder handwerkliche Unzulänglichkeiten begründet. Sie führen oftmals zu Konsequenzen in der Ausführung der Folgegewerke, zu Funktionsstörungen oder zu Beeinträchtigungen des optischen Erscheinungsbilds. Die Abweichung kann in manchen Fällen bereits noch während der Bauausführung korrigiert und das Bausoll erreicht werden. Wird eine Abweichung im Bauablauf jedoch erst spät oder erst zum Zeitpunkt der Baufertigstellung ermittelt, kann ggf. nur noch durch zeit- und kostenaufwendige Nachbesserungsarbeiten die fehlerhafte Bauleistung wieder beseitigt werden. Dies ist aber nicht immer in einem angemessenen Kosten-/ Nutzenverhältnis möglich.

Das nachstehende Schaubild verdeutlicht die Erfordernis von Prüfungen während und nach der Baufertigstellung und zeigt die jeweiligen Konsequenzen aus der Feststellung von Abweichungen.

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Im Rahmen der Prüfungen sollen die Bauwerksmaße, Ebenheiten von flächenfertigen oder nichtflächenfertigen Oberseiten von Bauteilen und Winkel von horizontalen, vertikalen und geneigten Flächen und Fluchten von Stützen festgestellt werden. Als Beurteilungsgrundlage dienen die Inhalte der DIN 18202 (Tabellen 1–4) und 18203, Teil 1–3.

Außerdem sind in den gewerkespezifischen Allgemeinen Technischen Vertragbedingungen der VOB Teil C ergänzende Anforderungen formuliert und/oder es wird auf zusätzlich geltende besondere DIN-Normen oder Fachregeln verwiesen, deren Inhalte für die Herstellung eines mangelfreien Bauwerks zu beachten sind.

In vielen Jahren der Bautradition haben sich die sogenannten „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ entwickelt. Sie umfassen außer in Normen geregelten Ausführungen auch solche, die sich in der handwerklichen Praxis über einen langen Zeitraum bewährt haben und von der Mehrheit der Bauausführenden anerkannt werden. Auch die Einhaltung dieser Regeln trägt zum Gelingen der Baumaßnahme (§ 13 VOB/B) bei.

Die Inhalte aus den Normen und sonstigen Regelwerken sind in diesem Handbuch nur in Auszügen und mit dem Schwerpunkt der Festlegung auf Ausführungs- und Materialtoleranzen wiedergegeben. Im Zweifelsfall sollten daher immer der Originaltext der Norm oder das vollständige Regelwerk eingesehen werden.

linkNormen, Fachregeln, Richtlinien

Maßtoleranzen für Bauwerke im Hochbau sind festgelegt in den Normen:

DIN 18202

Toleranzen im Hochbau, Bauwerke

DIN 18203-1

Toleranzen im Hochbau, Teil 1: Vorgefertigte Teile aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton

DIN 18203-2

Toleranzen im Hochbau, Teil 2: Vorgefertigte Teile aus Stahl

DIN 18203-3

Toleranzen im Hochbau, Teil 3: Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen

Die Norm DIN 18202 enthält Angaben zu Grenzwerten für Abweichungen von Bauwerksmaßen, der Ebenheit von Flächen, der Lage von Ebenen und Bauteilen im Raum (Winkelbezüge) sowie zur Flucht von Stützen.

Zu vorgefertigten Teilen aus Beton, Stahl und Holz sind Regelungen über zulässige Maßabweichungen der Bauteile in der DIN 18203, Teil 1 bis 3 enthalten.

Im Zuge der Erstellung eines Bauwerks ist durch alle Beteiligten in allen Bauphasen eine Vielzahl von Bestimmungen, Normen, Richtlinien und Gesetzen zu berücksichtigen.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehören:

Bauordnungsrechtliche Bestimmungen

„Schutznormen“ (z. B. Wärmeschutz, Schallschutz, Brandschutz)

DIN-Normen als Planungsgrundlagen und Ausführungsbestimmungen

Inhalte der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)

Vorgaben aus den allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen von Bauprodukten

Fachregeln und Richtlinien des Handwerks

Merkblätter von Fachverbänden

Technische Ausführungsbestimmungen und Verarbeitungsrichtlinien zu Baustoffen

Verordnungen, z. B. Energieeinsparverordnung, Arbeitsstättenverordnung

Vorschriften von Berufsgenossenschaften

In allen Fällen sind dabei zunächst bereits in der Planungsphase die Auswahl von geeigneten Materialien und deren typische „positive“ Eigenschaften für eine funktionsgerechte und kostengünstige Lösung der Bauaufgabe von großer Bedeutung. Beispielhaft sei dazu der Einsatz von Beton als tragendes und „abdichtendes“ Bauteil oder die Verwendung von Stahl zur Herstellung filigraner Tragwerke, wenn diese sichtbar und ästhetisch gestaltet werden sollen, genannt.

Für alle eingesetzten Baustoffe und die hergestellten Bauteile gilt es, im gesamten Planungs- und Bauablauf geeignete „Nahtstellen“ vorzusehen, um im Roh- und Ausbau ein Zusammenfügen ohne Anpass- und Nacharbeiten zu ermöglichen.

Das gelingt immer dann, wenn bereits in der Planung wesentliche „Grundregeln“ beachtet werden. Dazu zählt die Berücksichtigung von technischen Vorgaben aus den DIN-Normen zu Baustoffen und deren fachgerechte Verarbeitung oder Einbau, aus der VOB und aus den Richtlinien und Fachregeln des Handwerks. Außerdem stellt die Einplanung von Toleranzen i. S. d. DIN 18202 und 18203 ebenfalls eine Grundvoraussetzung für eine einwandfreie Bauleistung dar.

In diesem Zusammenhang ist auch die Beachtung der „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ als grundlegender Beitrag zur Herstellung eines mangelfreien Bauwerks von hohem Stellenwert. Die Einhaltung von DIN-Normen allein kann dies nicht garantieren. Oftmals stehen die Inhalte von DIN-Normen gegenüber den aktuellen Erwartungshaltungen und Ansprüchen zurück und erfüllen nicht automatisch den Anspruch, als anerkannte Regeln der Technik zu gelten. Als Beispiel mag dazu die DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ dienen.

Die „allgemein anerkannten Regeln der Technik“ sind bestimmt durch:

Inhalte aus gültigen DIN-Normen, Fachregeln u. Ä.

Ausführungsmethoden, die sich in der handwerklichen Praxis bewährt haben

Anerkennung der Notwendigkeit und Richtigkeit dieser Regelungen durch die Mehrzahl der fachlich qualifizierten Bauschaffenden

Bewährung dieser Arbeitsweisen über einen längeren Zeitraum

Ferner sind die geregelten herstellungsbedingten Maßabweichungen von Baustoffen, Veränderungen der Bauteile durch Schwinden und Kriechen, Durchbiegungen infolge Belastung, temperatur- und feuchtigkeitsbedingte Verformungen und handwerkliche Ungenauigkeiten bei der Ausführung zu berücksichtigen.

„Toleranzen sind nur dann zu prüfen, wenn es erforderlich ist“, so regelt es die DIN 18202 „Toleranzen im Hochbau – Bauwerke“.

Die in dem gewerkespezifischen Teil des Handbuchs genannten Grenzwerte zu Abweichungen der Bauwerksmaße, von Ebenheiten und Winkeln, wurden um Hinweise auf Basisdaten aus den „Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV)“ der VOB Teil C sowie auszugsweise aus anderen Regelwerken oder Richtlinien ergänzt.

Die dazu getroffene Auswahl basiert auf der Einschätzung der Autoren, die dargestellten Inhalte des Handbuchs praxisbezogen für Planungs- und Ausschreibungsleistungen sowie für eine Prüfung im Rahmen der Bauleitung und bei der Durchführung von Abnahmen einsetzen zu können.

linkDIN 18202[1]

linkToleranzen im Hochbau – Bauwerke

Die Inhalte der Norm bilden in mehrfacher Hinsicht die Grundlagen für eine ausgereifte, fundierte Planung und Ausführung von Bauwerken. Durch die Angabe von Grenzwerten für zulässige Abweichungen einer Ist-Lage von einer geplanten Soll-Lage von Bauteilen wird dem Planer verdeutlicht, dass eine Planung ohne Berücksichtigung von handwerklich und messtechnisch bedingten Abweichungen von Baumaßen in der Baupraxis nicht umsetzbar ist. Die Norm liefert dazu die maßlichen Eckdaten für Bauwerksmaße, die Ebenheit von Flächen, die Lage von Bauteilen im Raum (Winkelbezüge) und die Flucht von Stützen. Die angegebenen maximalen Abweichungen sind im Rahmen des Bauablaufes und der Bauausführung einzuhalten, um damit ein störungsfreies Aufeinanderaufbauen verschiedener Gewerke sicherzustellen.

Darüber hinaus legt die Norm mit der Vorgabe der planerischen Definition von Koordinierungssystemen im Grund- und Aufriss, Bezugspunkten und Bezugsarten die Voraussetzungen für eine spätere Prüfung der Lage von Bauteilen.

Durch Vorgaben zur Lage erforderlicher Prüfpunkte werden außerdem verbindliche Prüfkriterien geschaffen.

Mit der Ausgabe der DIN 18202: 2013-04 erhalten die folgenden Inhalte ihre Gültigkeit.

linkAnwendung

Die Inhalte der DIN 18202 gelten für die Herstellung von Bauteilen und die Ausführung von Bauwerken im Hochbau.

Die festgelegten Toleranzen berücksichtigen die übliche handwerkliche Genauigkeit in der Ausführung von Bauleistungen. Die in den Tabellen und Diagrammen angegebenen Grenzwerte und Toleranzen gelten unabhängig von den eingesetzten Baustoffen.

Die Grenzwerte gelten stets als vereinbart, soweit nicht andere Regelungen im Einzelfall objekt- oder bauteilbezogen getroffen werden.

Sollen besondere Anforderungen und Genauigkeiten für bestimmte Bauteile eingehalten werden, so sind diese bereits in der Planung zu berücksichtigen und in Leistungsverzeichnissen oder Vertragsunterlagen zu vereinbaren.

Lastabhängige Verformungen wie z. B. Deckendurchbiegungen oder zeitabhängige Bauteilverkürzungen infolge Schwinden von Betonbauteilen sind nicht Gegenstand der Normung und gesondert zu berücksichtigen. Höhenversätze an der Grenzlinie benachbarter Bauteile sind nicht Gegenstand dieser Regelungen.

linkBegriffe

Der Abschnitt 3 „Begriffe“ beinhaltet die für die Anwendung {Anwendung} der DIN 18202 notwendigen sprachlichen Definitionen zu einzelnen Maßbezeichnungen und anderen Begrifflichkeiten.

Das in den Ausführungszeichnungen eingetragene Maß wird als Nennmaß bezeichnet. Das auch als Sollmaß benannte Nennmaß dient der Beschreibung der Länge, Breite und Höhe eines einzelnen Bauteils sowie der Lage von Bauteilen zueinander.

Das vor Ort an einem hergestellten Bauteil oder Bauwerk durch Messung ermittelte Maß wird als Istmaß bezeichnet.

Die Differenz zwischen einem festgelegten Nennmaß und einem festgestellten Istmaß stellt grundlegend eine Maßabweichung {Maßabweichung} dar, unabhängig von einer nachfolgenden Bewertung zu deren Zulässigkeit oder Unzulässigkeit.

Die Begriffe Mindestmaß {Mindestmaß} und Höchstmaß {Höchstmaß} beschreiben jeweils das für ein Bauteil zulässige kleinste bzw. größte Maß.

Der Maßunterschied zwischen einem zulässigen kleinsten Maß und einem zulässigen größten Maß eines Bauteils wird Maßtoleranz {Maßtoleranz} genannt.

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Bild 1: Begriffsdefinitionen (nach DIN 18202 Bild 1)

Für die Ermittlung von Winkel- oder Ebenheitsabweichungen wird die Festlegung einer Bezugslinie erforderlich. Der Abstand eines bestimmten Punktes des zu prüfenden Bauteils zu dieser Bezugslinie wird als Stichmaß {Stichmaß} bezeichnet.

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Bild 2: Beispiel für ein Stickmaß (nach DIN 18202 Bild 2)

Als Begriffe sind mit der DIN 18202 (Ausgabe April 2013) festgelegt:

Grenzabweichung für Maße

Grenzwerte für die Ebenheitsabweichung

Grenzwerte für die Winkelabweichung {Winkelabweichung}

Grenzwerte für die Abweichung von der Flucht

Die Grenzabweichung wird beschrieben als die „Differenz zwischen Höchstmaß und Nennmaß oder Mindestmaß und Nennmaß“.

Die Winkelabweichung ist die „Differenz zwischen Ist- und Nennwinkel, angegeben als Stichmaß bezogen auf ein Nennmaß“.

Die Ebenheitsabweichung wird definiert als „Istabweichung einer Fläche von der Ebene, angegeben als Stichmaß bezogen auf einen Messpunktabstand“.

Als Grenzwert für Ebenheitsabweichungen (Grenzebenheitsabweichung) wird das „Stichmaß als Grenzabweichung von der Ebene“ bezeichnet.

Entsprechend sinngemäß bedeutet Grenzwert für Winkelabweichungen das „Stichmaß als Grenzabweichung vom Winkel“.

Eine Fluchtabweichung ist definiert als die „Istabweichung eines Punktes von der Flucht, angegeben als Stichmaß bezogen auf ein Nennmaß“.

Das Stichmaß als Grenzabweichung von der Flucht beschreibt den Grenzwert für die Fluchtabweichung.

linkGrundsätze

Im Abschnitt 4 „Grundsätze“ ist geregelt: „Toleranzen dienen zur Begrenzung der Abweichungen von den Nennmaßen der Größe, Gestalt und der Lage von Bauteilen und Bauwerken.“... „Die in dieser Norm angegebenen Toleranzen sind anzuwenden.“

Soweit keine objektbezogenen besonderen Genauigkeiten in Bauzeichnungen, in Leistungsverzeichnissen oder anderen Vertragsunterlagen festgelegt wurden, gelten die angegebenen Toleranzen als vereinbart. Diese genügen den Anforderungen an die Genauigkeit, die im Rahmen einer üblichen und sorgfältigen Bauausführung zu erzielen sind. Für erhöhte Anforderungen an die Genauigkeit sind die erforderlichen Maßnahmen besonders zu vereinbaren und die dazu notwendigen Kontrollverfahren und Messpunkte rechtzeitig vor Baubeginn festzulegen.

Zu den Grundsätzen gehört auch die Forderung, dass die Toleranzen nach diesen Normen die Grundlagen für Passungsberechnungen darstellen. Dabei sind Maßveränderungen aus zeit- und lastabhängigen Verformungen, auch solche aus Temperatureinflüssen, sowie funktionsbedingte Anforderungen zusätzlich einzubeziehen und zu berücksichtigen.

Für eine Anwendung der DIN 18202 sind vor der Bauausführung geeignete Bezugspunkte {Bezugspunkte} festzulegen, die eine Überprüfung der Übereinstimmung des Istzustands mit dem Sollzustand ermöglichen.

Bezugsarten

Nach Ziffer 4.5 ist die Lage von Bauteilen, Räumen und Bauwerken mit einer bestimmten Bezugsart in einem Koordinierungssystem zu verank