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Das 1x1 der Spielplatzkontrolle

Spielplatzkontrolle

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Vorwort

Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes gibt es in Deutschland über 70.000 Spielplätze bzw. Freiräume in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen (Stand: 01.03.2017) und weit über 70.000 öffentlich zugängliche Spielplätze und Freiräume zum Spielen (Erhebung von Ralph Anthes, www.spielplatznet.de).

Spielangebote leisten einen bedeutenden Beitrag dafür, dass sich Kinder aktiv, stimulierend und herausfordernd bewegen können. Zugleich sollen sie lernen, mit annehmbaren Risiken umzugehen.

Aussagen wie „Benutzen auf eigene Gefahr!“ oder „Eltern haften für ihre Kinder!“ entfalten auf öffentlichen Spielplätzen keine Wirkung.

Die Öffentlichkeit und im Besonderen Eltern und Besucher vertrauen darauf, dass Spielplätze so geplant und unterhalten werden, dass sie keine Gefahren darstellen. Es wird dabei davon ausgegangen, dass beim Spiel auf dem Spielplatz keine schwerwiegenden Verletzungen auftreten.

Damit es nur beim sportlich-spielerischen Risiko bleibt, besteht für das Errichten und Betreiben von Spielplätzen ein umfassendes Regelwerk. Die Normungs- und Standardisierungsarbeit hierzu begann bereits in den 70-iger Jahren mit der DIN-Reihe 7926 und der TGL-Reihe 34303.

Die Sicherheit der Kinder und damit auch das rechtssichere Betreiben der Spielplätze sind die wesentlichen Ziele der Normung. Bei Einhaltung der Anforderungen wird vermutet, dass Spielplatzgeräte und Spielplätze als sicher gelten können. Die Haftung des Betreibers gegenüber den Benutzern bzw. deren Sorgeberechtigten kann bei einer Einhaltung der Anforderungen ausgeschlossen werden.

Ziel dieses Buches ist es, dieses umfangreiche 1x1 in den wesentlichen Anliegen zu kennen, zu lernen, praktisch umzusetzen und ggf. nachschlagen zu können.

„Das 1x1 der Spielplatzkontrolle“ ist ein Handbuch für alle mit der Inspektion von Spielplätzen Beauftragten und Verantwortlichen. Es richtet sich sowohl an Führungskräfte und Planer als auch an die Mitarbeiter von Spielplatzbetreibern, die für die Umsetzung, den Betrieb und den Unterhalt der Spielplätze verantwortlich sind.

Das Buch ist auch für Interessierte und Engagierte hilfreich, um zu wissen, was von einem Spielplatzbetreiber erwartet bzw. einfordert werden kann.

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser

Schneeberg, im April 2018

GAO – Gesundheits- und Arbeitsschutz Onischka UG (haftungsbeschränkt)

Autorenverzeichnis

Jürgen Brodbeck, Dipl.-Ing. Landschaftsplanung

ist seit 2015 freiberuflich mit seinem Büro Bplan-Bremen als Spielplatzplaner, Spielplatzprüfer und Moderator für Beteiligungsprozesse bundesweit tätig. Er war von 1999 bis 2014 beim Verein Spiellandschaft Stadt in Bremen tätig, um Spielraum-Initiativen zu beraten und zu begleiten. Weitere Stationen waren eine Ausbildung zum Staudengärtner, Arbeitsstellen im Landschafts- und Gartenbau, das Studium der Landschaftsplanung in Berlin und Kassel, die Mitarbeit in Planungsbüros in Deutschland und Frankreich sowie die Leitung des Fachbereichs „Straßen und Stadtgrün“ der Stadt Verden. Als Spielplatzprüfer arbeitet er seit 2001.

Autor des Beitrags:

Naturnahe Spielräume

Thomas Eisel, Dipl.-agr.-Ing.

Studium an der MLU Halle-Wittenberg, Fachrichtung Pflanzenzüchtung und Saatgutproduktion

1990 bis 1992 SGL Grünflächen Stadt Bitterfeld

seit 1992 Tätigkeit als angestellter Landschaftsplaner

seit 1995 selbstständig im Ingenieurbüro für Garten- und Landschaftsplanung

Planung von Außenanlagen, insbesondere:

Spielplätze

Schulen und Kindergärten

Sportanlagen

Staudenpflanzungen nach Wolfgang Oehme

Baumgutachten

Freiraumgestaltungen

Autor der Beiträge:

Barrierefreie Spielplätze

Spielplätze für Kleinkinder

Altersgerechte Spielplätze – Seniorenspielplätze

Frieder Fischer, Dipl.-Ing.

Sicherheitsingenieur, Technischer Aufsichtsbeamter/Aufsichtsperson i. R.

Fachbereichsleiter Bildungswesen der Unfallkasse Sachsen i. R.

FLL/BSFH anerkannter Ausbilder und Prüfer nach DIN 79161-2

ehemaliges Mitglied im Arbeitsausschuss NA 112-07-07 AA „Spielplatzprüfung“ im DIN-Normenausschuss Sport- und Freizeitgeräte

Dozent für Spielplatz- und Elektrosicherheit

Autor der Beiträge:

DIN 18034 – Spielplätze und Freiträume zum Spielen

Die Normenreihe DIN EN 1176

DIN EN 1176-1: Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 1: Allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 1176-2 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 2: Schaukeln

DIN EN 1176-3 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 3: Rutschen

DIN EN 1176-4 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 4: Seilbahnen

DIN EN 1176-5 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 5: Karussells

DIN EN 1176-6 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 6: Wippgeräte

DIN EN 1176-10 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 10: Vollständig umschlossene Spielgeräte

DIN EN 1176-11 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 11: Raumnetze

DIN EN 1176-7 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 7: Inspektion und Wartung

DIN EN 1177 Stoßdämpfende Spielplatzböden – Bestimmung der kritischen Fallhöhe

Qualifizierung der Spielplatzprüfer

Renata Kasravi, Dipl.-Ing. (FH)

Studium der Kunst und Landespflege in Nürtingen

Seit 1995 plant, berät und beaufsichtigt sie den Bau von Grünflächen, Gärten und Spielplätzen.

Ihre Umgestaltung der Außenanlage des Caritas-Kindergartens Au/Haidhausen erhielt den 1. Preis der Stadt München im Wettbewerb „Mehr Grün für München“ in der Kategorie „Besonders kinderfreundlich gestaltetes Wohnumfeld“.

Autorin des Beitrags:

Pflanzenverwendung auf Spielplätzen

Patrick Kempf, Dipl.-Geogr.

arbeitete neun Jahre als Stadtplaner und fünf Jahre als Bauamtsleiter. Seit dem Jahr 2000 ist er Inhaber der Firma Punchbyte, die Kommunalsoftware, E-Government-Lösungen und Software zur Durchführung und Dokumentation von Prüfungs- und Wartungsaufgaben entwickelt. Neben seiner Tätigkeit für Punchbyte ist er Lehrbeauftragter an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt und wirkt an Fachpublikationen mit.

Autor der Beiträge:

Dokumentationspflicht

Möglichkeit der Dokumentation

Beurteilung von Gefährdungen und Schäden

Unfallursachen auf Spielplätzen

Aufsichtspflicht

Haftungsfragen und Versicherungsschutz

Kristian Onischka

Beauftragter für Spielplatzprüfungen der GAO – Gesundheits- und Arbeitsschutz Onischka UG (haftungsbeschränkt)

Dozent u. a. für Spielplatzmanagement und Spielplatzsicherheit an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Sachsen e. V. und andere Ausbildungsträger

FLL/BSFH zertifizierter „Qualifizierter Spielplatzprüfer“

staatlich anerkannte Fachkraft für Arbeitssicherheit (SMWA)

Sicherheits- und Gesundheitskoordinator nach BauStellV

REFA-Arbeitsorganisator, Auditor sowie weitere arbeitswissenschaftliche und sicherheitstechnische Qualifikationen

Autor des Beitrags:

Spielplatzmanagement

Spielplatzbeschilderung

Irma Stopka, Dipl.-Ing.

ist seit vielen Jahren als Landschaftsplanerin in Berlin tätig. In den letzten Jahren hat sie sich vornehmlich mit dem Thema Naturerfahrung befasst. Dabei interessieren sie insbesondere die Verknüpfung von sozialen und grünen Inhalten sowie die Bedeutung von (öffentlichen) Grünflächen als soziale Ressource. Frau Stopka ist als Projektleiterin für das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin“ bei der Stiftung Naturschutz Berlin tätig.

Co-Autorin des Beitrags:

Naturnahe Spielräume

Sicherheit auf Spielplätzen

Spielplatzmanagement

{Spielplatzmanagement}

Kinder wünschen sich auf einem Spielplatz attraktive Spielgelegenheiten; bei den Sorgeberechtigten steht dagegen die Sicherheit ganz oben auf der Agenda. Diese Erwartungen kann ein Betreiber nur erfüllen, wenn er ein geeignetes System für das Management seiner Spielplätze entwickelt.

Dieses Management umfasst alle Bereiche von der Planung eines Spielplatzes, über den Betrieb und die Wartung bis hin zum (Ersatz-) Neubau. Eines gehört aber immer dazu: das Sicherheitsmanagement.

In diesem Kapitel geht es vorrangig um die Sicherheit, oder anders ausgedrückt um ein System zur permanenten Gewährleistung des allgemeinen betriebssicheren Zustands.

images/hinweis.png   Hinweis

Spielplätze brauchen ein Management mit System.

Sicherheit fängt bei der Planung an.

Ohne Sicherheitsmanagement ist alles nichts.

Das Spielplatzmanagement hilft, die begrenzten humanen, materiellen und finanziellen Ressourcen möglichst optimal auszuschöpfen und soll deren Einsatz kontinuierlich verbessern. Es kann das Image des Spielplatzbetreibers fördern und die Mitarbeiter befähigen, ihre Aufgaben engagiert und qualifiziert wahrzunehmen.

Die Mindestanforderungen an den sicheren Betrieb finden sich in der DIN EN 1176–7 „Spielplatzgeräte und Spielplatzböden Teil 7 – Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb“ (siehe auch Kapitel Dreieck „DIN EN 1176-7 Spielplatzgeräte und Spielplatzböden – Teil 7: Anleitung für Installation, Inspektion, Wartung und Betrieb“).

Integration in das Leitbild

Das Leitbild bzw. die Leitlinien sowie die Unternehmensziele sind wichtige Zielsetzungen für den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich. Das Leitbild dient dazu, das eigene Handeln regelmäßig auf die grundsätzlichen Ziele zu fokussieren. Leitbilder stellen damit das Bekenntnis zu den aktuellen Zielen und Werten dar. Da diese nicht nur eine positive Wirkung nach innen entfalten, sondern auch nach außen, sind Leitbilder zu veröffentlichen.

Ausgehend vom Leitbild des Spielplatzbetreibers sollte sich mindestens eine Leitlinie bzw. ein Unternehmensziel mit Spielplätzen als sichere und akzeptierte Orte der Daseinsvorsorge beschäftigen. Dieses Ziel ist schriftlich zu formulieren und bekannt zu machen. Es muss deutlich werden, dass die oberste Führungsebene die Umsetzung verfolgt und unterstützt. Nachfolgend finden Sie eine exemplarische Formulierung für ein Leitbild.

„Kinder und deren Sicherheit sind unser höchstes Ziel. Unsere Spielplätze sind sicher und gepflegt. Sie werden bedürfnisorientiert geplant und weiterentwickelt. Erforderliche Ressourcen werden ermittelt und bereitgestellt.

Unsere Spielplätze sind Gegenstand der Öffentlichkeitsarbeit. Wir haben eine Spielplatzkonzeption, die regelmäßig geprüft und weiterentwickelt wird.“

Im Rahmen des Spielplatzmanagements bzw. der regelmäßigen Überprüfung des Systems soll begutachtet werden, ob die Ausgestaltung und das Handeln zum Erreichen der formulierten Ziele führen können.

Handlungsfelder

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Bild 1: Handlungsfelder des Spielplatzmanagements ((Quelle: Gesundheits- und Arbeitsschutz Onischka UG (haftungsbeschränkt)))

In der obigen Abbildung werden mögliche Handlungsfelder des Spielplatzmanagements dargestellt. Die Handlungsfelder betreffen ineinandergreifend die Bereiche Führung, Besuchermanagement, Durchführung und Sicherheit. Die für die Sicherheit auf Spielplätzen relevanten Teile werden in den weiteren Kapiteln dieses Buchs behandelt. Handlungshilfen sind in der Premium-Ausgabe des Werks verfügbar.

Bedarf und Planung

Niveauvolle Spielangebote bestehen nicht nur aus einer Ansammlung von Spielplatzgeräten. Ganz wichtig sind Freiräume zum Spielen, die von den Kindern selbst mitgestaltet werden können. Modellierte Gelände ermöglichen Rückzug und Naturerleben; ebene Flächen eignen sich für Ballspiele. Wasser und Sand sind für die Kleinsten ein Renner; Rollfläche und Slacklines sind es für die Jugendlichen. Barrierefreiheit ist für alle wichtig, nicht nur für die Großeltern. Lage, Erreichbarkeit und Größe sind weitere Faktoren, die über das Image und den Erfolg eines Spielplatzes, des Lebensraums und seines Betreibers entscheiden.

Bereits in der Planungsphase wird also über den späteren Erfolg von Spielplätzen entschieden. Dabei sind auch Erlebnis- und Kommunikationsräume für die Eltern und andere Begleitpersonen wichtig. Die für den Unterhalt zuständigen Mitarbeiter kommen ihren Aufgaben mit Freude und Engagement nach, wenn Spielplätze gut angenommen werden.

Akzeptanz, Annahme und Sicherheit beginnen also mit der Evaluation und Fortschreibung des konkreten Bedarfs und einer zielgerichteten Planung. Dabei ist es ratsam, den Bedarf mit den anderen Spielplatzbetreibern des Einzugsgebiets z. B. auf kommunaler Ebene abzustimmen.

Eine nachhaltige Planung kann durch offene Spielleitplanung bzw. Spielplatzplanung unter Beteiligung der verschiedenen Interessen- und Erfahrungsträger erreicht werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei die konsequente und frühzeitige Beteiligung von geeigneten „Qualifizierten Spielplatzprüfern“. Die kontinuierliche Beteiligung sollte bereits im Rahmen der Entwurfsplanung erfolgen. Werden Problemstellen oder Mängel erst bei der Erstprüfung bzw. im Rahmen der Abnahme festgestellt, sind erfahrungsgemäß erhebliche Mehrkosten und öffentliche Kritik unvermeidbar.

Oftmals wird durch die Planer das Errichten eines neuen Spielplatzes und dessen Erstprüfung an das bauausführende Unternehmen übertragen. Grundsätzlich sollte der Sachkundige für die Erstprüfung vom Spielplatzbetreiber ausgewählt und beauftragt werden, um Unabhängigkeit von Planung und Bauausführung zu gewährleisten.

In der der Praxis lässt sich feststellen, dass Abnahmen häufig nicht den Anforderungen an die Inspektion nach der Installation genügen. Viele Abnahmen sind i. S. d. Bauausführenden deutlich interessengeleitet, um z. B. Folgeaufträge zu erhalten. Im Mittelpunkt muss das Interesse stehen, die Sicherheit der errichteten Anlage durch einen geeigneten sachkundigen Spielplatzprüfer nachgewiesen zu bekommen. Ein Auswahlkriterium für den Sachkundigen könnte der Nachweis der Sachkunde sein. Wer ein Zertifikat als „Qualifizierter Spielplatzprüfer nach DIN 79161-1 und 2“ vorweisen kann, bei dem darf die Sachkunde vermutet werden.

Aufgaben und Verantwortungsbereiche

Um effektiv handeln zu können, müssen sowohl Führungskräfte als auch alle Beteiligten ihre konkreten Aufgaben und Verantwortungen kennen. Dazu müssen Pflichten und Befugnisse festgelegt und übertragen werden.

In einem ersten Schritt ist eine verantwortliche Führungskraft festzulegen. Die Führungskraft soll hierbei die Gesamtverantwortung für die Entwicklung und Durchführung des Spielplatzmanagements sowie den Betrieb der Spielplätze tragen. Für eine rechtssichere Praxis hat sich eine konkretisierte und schriftliche Pflichtenübertragung bewährt. Ein Muster der Pflichtenübertragung finden Sie in der Premium-Ausgabe des Buchs.

Durch die verantwortliche Führungskraft sind die weiteren Aufgaben- und Verantwortungsbereiche schrittweise und kontinuierlich zu entwickeln und fortzuschreiben. Hierbei ist ein strukturiertes Vorgehen unerlässlich. Es sollte mit der Aufnahme des Ist-Standes bzw. der sog. Bestandsaufnahme begonnen werden.

Grundsätzlich lassen sich die Aufgaben und Verantwortungsbereiche in folgende Bereiche gliedern:

Bedarf an Spielangeboten ermitteln und weiterentwickeln

Planung und Bau

Festlegung und Erarbeitung der erforderlichen Dokumentationen

Jährliche Hauptinspektion/Erstprüfung

Visuelle Routine-Inspektion

Operative Inspektion

Wartung, Instandhaltung

Einordnung in die Organisation (Aufbauorganisation)

Qualifikationen, Personalbedarf, Personalauswahl

Aufgabenzuweisung und Pflichtenübertragung (Ablauforganisation)

Beschaffung der erforderlichen materiellen Ausstattung

Erhebung des Unfallgeschehens

Controlling

Öffentlichkeitarbeit

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess/Verbesserungswesen

Auch alle nachgelagerten Aufgaben- und Verantwortungsbereiche und die dafür zur Verfügung stehenden Ressourcen sind schriftlich zu übertragen und zu dokumentieren.

Um ein qualifiziertes Spielplatzmanagement zu etablieren, sollte sich dieses grundlegend an den Ansätzen der sonstigen Managementsysteme orientieren. Methodische Grundlage hierfür kann der Demingkreis sein, welcher in der Praxis auch als PDCA-Zyklus bezeichnet (plan, do, check, act bzw. Planen – Tun – Überprüfen – Umsetzen) wird. Diese Methode wird regelmäßig i. S. d. Verbesserungswesens bzw. des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses angewendet.

Um sicherzugehen, dass ein Spielplatzmanagement geeignet ist und funktioniert, können regelmäßig wiederkehrende interne und unabhängige externe Audits erfolgen.

Veröffentlichung und Bewertung von Spielplatzangeboten

Über Online-Angebote und Smartphone-Apps können Spielplätze zum einen bekannt und zum anderen von interessierten Besuchern gesucht und bewertet werden.

Für die Betreiber ist das Image von Spielplätzen von großer Bedeutung. Jeder Spielplatzbetreiber sollte nicht nur seine eigenen Veröffentlichungen kennen, sondern auch die Bewertungen der Besucher. Eine gezielte Nutzung und Auswertung der verschiedenen Onlinedienste und Portale ist ein wichtiger Teil des Spielplatzmanagements.

Neben regionalen, stadtbezogenen bzw. betreiberbezogenen Angeboten sind u. a. die nachfolgenden kostenfreien Such- und Bewertungsdienste für Spielplatzbetreiber relevant. Bei allen Anbietern können Spielplätze mindestens gesucht, erfasst und bewertet werden (Stand der Angaben: März 2018).

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www.spielplatznet.de

mit kostenfreier App (Android/iOS)

App mit automatischer GPS-Spielplatzanzeige, größte Anzahl an erfassten Spielplätzen, Filterfunktion anhand standardisierter Kriterien

Spielplätze eintragen und beschreiben (standardisierte Auswahl an Spielplatzgeräten), Fotos hochladen, redaktionelle Qualitätskontrolle der Einträge, Spielplatzbeschreibungen können von jedem Nutzer korrigiert/verbessert werden; keine Werbung

mit Anmeldung: Bewertung und Aktivitätenliste

Beobachtungsliste als registrierter Nutzer

Links zu Routenplaner; Spielplatzwebsite (Nutzerangabe)

Blog: u. a. Infos über Funktionalitäten

Partnerschaftsangebot für Spielplatzbetreiber und Initiativen (Linkaustausch, Schnittstellen), Anzeige der Partner