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Darmpilze: Heimliche Krankmacher

Vorwort

Bis fast ins einundzwanzigste Jahrhundert hat es gedauert, bis sich die Schulmedizin ernsthaft der Pilzerkrankungen angenommen hat.

Die Meinungen über die verschiedenen Krankheitsbilder und ihre Behandlungsformen gehen nach wie vor weit auseinander, doch scheint sich in den letzten Jahren so etwas wie ein »harter Kern« an Informationen herausgebildet zu haben. Diesen aktuellen Stand möchten wir mit diesem Buch an Sie weitergeben. Ein großes Thema in diesem Zusammenhang ist die Darmökologie. Dieses Fachgebiet beschäftigt sich mit der Besiedelung der Darmschleimhäute durch verschiedenste Mikroorganismen, mit der sogenannten Darmflora. Die schlimmsten Krankmacher unter den Hefepilzen siedeln sich dort an und dringen dann in andere Organe vor. Und in der Darmflora siedeln auch die Bakterien, die so wichtig für unser körpereigenes Abwehrsystem sind.

Sie erfahren in diesem Buch vieles über die Ursachen von Pilzinfektionen, über die verschiedenen Erreger,

wie Sie erkennen, ob Sie einen Pilz im Körper beherbergen, und was für Möglichkeiten es gibt, die ungebetenen Gäste wieder loszuwerden.

Die Behandlung von Pilzerkrankungen ist eigentlich gar nicht schwierig. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Diagnose und Therapiemöglichkeiten und sagen Ihnen, wie Sie einen geeigneten Arzt finden können.

Ein Großteil des Buches besteht aus Ernährungsempfehlungen – der Candida-Immundiät. Denn dass die Ernährung eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung von Pilzerkrankungen spielt, ist inzwischen erwiesen.

Es ist leicht, tausend Rezepte zu bekommen, jedoch schwer, wirkliche Heilung zu erlangen.

Chinesisches Sprichwort

Wir hoffen, dass Ihnen die Lektüre des Buches hilft, zu erkennen, ob Sie unter einer Pilzerkrankung leiden, und schnell und effektiv mit Ihren lästigen »Mitbewohnern« fertig zu werden.

Pilze – Gefahr für unsere Gesundheit

In diesem Buch geht es nicht um leckere oder giftige Pilze auf dem Teller, sondern um die winzig kleinen, fast unsichtbaren Exemplare, die sich im menschlichen Körper ansiedeln. Experten bezeichnen sie als Schmarotzer und »pathogen«, also »krank machend«.

Pilze sind überall

Immer häufiger müssen Intensivmediziner um das Leben kranker Patienten ringen, das durch eine Pilzinfektion bedroht ist. Dabei galten Pilze – anders als Bakterien oder Viren – noch bis vor wenigen Jahren als harmlose Verursacher von Infektionen der Haut und Schleimhaut, die zwar lästig, aber nicht lebensbedrohlich sind.

Für die starke Zunahme an Pilzinfektionen in den letzten Jahren gibt es Gründe: Viele Menschen müssen Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinträchtigen (Immunsuppressiva). Erkrankungen wie Aids und Leukämien erzeugen bei den Betroffenen eine generelle Abwehrschwäche – auch gegen eindringende Pilze. Die oft unnötige Einnahme von Antibiotika verstärkt das Risiko, steigende Diabetesraten begünstigen Pilzinfektionen ebenfalls. Ärzte müssen deshalb immer häufiger Anti-Pilz-Medikamente (Antimykotika) verordnen. Die Folge: Krank machende Hefepilze gewöhnen sich an diese Medikamente. Sie werden resistent. Die Arzneimittel wirken dann nicht mehr. Heute gelten Pilze nicht nur als Erreger von Haut- und Schleimhaut-Infektionen, sondern auch als Risiko für Intensivpatienten. Mittlerweile sind Candida-Hefen in Krankenhäusern die vierthäufigsten Erreger. Nur Colibakterien, Staphylokokken und Enterokokken sind noch weiter verbreitet.

Alle Pilze haben eins gemeinsam: Allein sind sie nicht lebensfähig, sie brauchen immer einen »Partner«, der sie ernährt. Bei pathogenen Pilzen ist es der menschliche Körper, von dem sie profitieren.

Echte Schmarotzer

Ob harmlos oder krank machend – alle Pilze haben eines gemeinsam: Allein sind sie nicht lebensfähig. Finden sie keinen »Partner«, der sie mit Nahrung versorgt, gehen sie ein. Fachleute nennen diese abhängige Lebensform Symbiose. Für die am weitesten verbreiteten krank machenden Pilze, einer Gruppe von Hefepilzen namens Candida, sind wir Menschen der ideale Nährboden. Wir geben ihnen alles, was sie zum Leben brauchen: Kohlenhydrate, Wärme und ein »gemütliches« Umfeld. Wenn Antibiotika oder andere Medikamente die natürliche Darmflora geschädigt haben, können sich Candida-Pilze dort ausbreiten, weil die nützlichen Keime bei der Abwehr als Gegenspieler fehlen.