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Dämonenmeister #2

Alfred Bekker

Dämonenmeister #2

Cassiopeiapress Horror Serial





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Dämonenmeister Teil 2 von 3

 

von Alfred Bekker

 

Ein CassiopeiaPress E-Book

© by Author

© der Digitalausgabe 2013 by AlfredBekker/CassiopeiaPress, Lengerich/Westfalen

www.AlfredBekker.de

 

 

*

 

„Vielleicht begreifen Sie jetzt, mit welchen Mächten Ihr Vater sich eingelassen hat“, sagte Darenius ernst. Valerie Cordonnier wirkte abwesend. Sie schien dem Meister des Übersinnlichen nicht richtig zuzuhören. Suchend ließ sie den Blick im Arbeitszimmer umherkreisen.

„Vermissen Sie irgend etwas?“, fragte Neldarine.

Valerie schüttelte den Kopf.

„Nein“, sagte sie beinahe tonlos.

Sie seufzte hörbar.

Dann musterte sie einen Augenblick lang Neldarine auf eine Weise, die Darenius nicht richtig zu interpretieren wusste und sagte schließlich: „Vielleicht war Ihr Vorschlag, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen ganz gut… äh… Mademoiselle oder Madame...?“

„Nennen Sie mich Neldarine“, erwiderte Darenius' Lebensgefährtin.

Valerie zuckte die Achseln.

„Wie Sie wünschen.“

Sie wandte sich zur Tür.

Darenius und Neldarine folgten ihr hinaus in den Korridor.

Wie ahnungslos war diese junge Frau wirklich?

„Wir hatten sehr gehofft, dass Sie uns weiterhelfen könnten, Valerie“, sagte Darenius. „Heng Son, der dunkle Bruder des Affengottes, hat es offenbar geschafft, nach sehr langer Zeit seine getreuen Diener wieder auf die Erde zu bringen, nachdem man ihn und sein Gezücht für gut tausend Jahre verbannt hatte!“, erläuterte der Meister so sachlich, wie ihm dies in dieser Situation möglich war. Den beschwörenden Tonfall, der ihm eigentlich auf der Zunge gelegen hätte, versuchte er so gut es ging zu unterdrücken. Schließlich wusste er, dass dies Valerie eher misstrauisch machen würde.

Darenius nahm sie bei den Schultern und drehte sie zu sich herum. Sie ließ es geschehen, wich aber dem durchdringenden Blick seiner Augen aus.

In besonders seltenen Momenten hatte Darenius die Gabe, Gedanken lesen zu können. Aber in diesem Augenblick war das nicht der Fall. Der Geist der jungen Frau öffnete sich ihm gegenüber nicht.

Nicht einmal ihr Blick, rief sich der Meister des Übersinnlichen in Erinnerung.

„Ich habe keine Ahnung, wie ich Ihnen helfen könnte“, sagte Valerie schließlich, nachdem sie sich gefasst hatte. „Ansonsten bin ich Ihnen sehr dankbar dafür, dass Sie mich eben vor diesen…“, sie suchte nach dem passenden Wort, „…Kreaturen geschützt haben. Ich hätte nicht gewusst, wie ich mich gegen sie hätte verteidigen sollen.“

„Sie hätten nicht den Hauch einer Überlebenschance gehabt.“

„Ich weiß nicht, ob Sie gefunden haben was Sie suchen, Darenius. Aber ich für mein Teil werde mich jetzt davonmachen. Nicht eine Sekunde will ich länger als unbedingt notwendig in diesem Gemäuer bleiben.“

„So schnell wieder auf und davon?“, wunderte sich Neldarine. „Im Grunde genommen haben Sie uns noch nicht einmal gesagt, was Sie letztlich hier wollten.“

„Dafür muss ich mich auch wohl kaum rechtfertigen. Schließlich…“

„…sind Sie Pierre de Dorodonne-Clements Erbin, ich weiß“, vollendete Neldarine den Satz an Valeries Stelle.

Die junge Frau verdrehte genervt die Augen.

Darenius fragte sich, was es letztlich sein mochte, das ihr so auf den Wecker ging.

Jemand, der auf Grund seines ersten übernatürlichen Erlebnisses unter Schock stand, reagierte zweifellos anders, als es bei Valerie zu vermuten war. Darenius hatte ungezählte Beispiele dafür erlebt. Es war nicht selbstverständlich zu akzeptieren, dass es Mächte im Universum gab, die weit über das hinausgingen, was menschliche Wissenschaft und menschliche Erkenntnis zu erklären vermochten. Für manchen brach zunächst einmal ein komplettes Weltbild zusammen, wenn er zum ersten Mal Nachtkreaturen wie einen geflügelten Ouroungour oder anderen Alptraumgeschöpfen begegnete.

„Ich kann Ihnen nicht viel über meinen Vater und seine Studien sagen“, behauptete Valerie.

„Immerhin scheint Sie das Auftauchen dieser ouroungourhaften Ungeheuer nicht im mindesten in Ihrem Realitätsempfinden beeinträchtigt zu haben“, stellte Darenius kühl fest.

Sie schluckte.

Nach einer kurzen Pause fuhr sie fort: „Wie Sie ja bereits wissen, trage ich einen anderen Namen als mein Vater. Meine Mutter trennte sich früh von ihm, als sie erkannte, dass er sich mit Mächten einließ, die…“ Sie musste schlucken, ehe sie schließlich fast tonlos weiter sprach. „…Mächten, die böse sind – wenn Sie verstehen, was ich meine.“

„Das tue ich sehr wohl.“

„Bis zu meinem fünfzehnten Lebensjahr hatte ich überhaupt keinen Kontakt zu meinem Vater. Meine Mutter fürchtete immer, dass ich auch in den Bann dieser dunklen Mächte geraten könnte, sobald er die Gelegenheit hätte mich zu beeinflussen. Aber irgendwann interessierte es mich einfach, wer mein Vater war und mit welch einem obskuren Forschungsgegenstand er sich beschäftigte.“

„Durchaus verständlich“, kommentierte Neldarine. „Sie nahmen also von sich aus Kontakt mit ihm auf?“

„Ja, genau so war es. Es war ja nicht schwer, ihn zu finden. Er machte im Laufe der Zeit immer wieder Schlagzeilen.

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