Logo weiterlesen.de
DON'T BURN OUT!

Image

Jochen Thinius, Dr. med. Rainer Scheel

DON'T BURN OUT!

Vom Ausbrennen zur persönlichen Vielfalt

Image

© 2016 Jochen Thinius, Dr. med. Rainer Scheel Coverbild: „Black and White“ von Volker Kühn

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Hardcover: 978-3-7345-4216-9
e-Book: 978-3-7345-4217-6

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

DIE AUTOREN

JOCHEN THINIUS

DR. MED. RAINER SCHEEL

WARUM DIESES BUCH?

„GEBRAUCHSANLEITUNG“ FÜR DIESES BUCH

DANKE!

1.00 PSYCHOLOGIE FÜR DEN ARBEITSALLTAG – PRAKTISCH, FAKTISCH, ANWENDBAR!

1.01 HARD ODER HEART ?

1.02 SELBST IST DIE FRAU! SELBST IST DER MANN!

1.03 DIE DOMINANZ DER PSYCHE.

1.04 WIE VIEL EGO IST GUT ?

1.05 BELOHNUNG. BESTRAFUNG. KONDITIONIERUNG.

1.06 SEGEN UND NICHT-SEGEN KOLLEKTIVER VERFASSUNGEN.

1.07 WER BIN ICH UND WENN NEIN, WAS MACHE ICH DANN ?

1.08 SELBSTVERANTWORTUNG.

2.00 WAS UNS ALBERT EINSTEIN ÜBER UNSER LEBENSGLÜCK SAGEN WOLLTE.

2.01 DIE KRAFT DER GEDANKEN.

2.02 DU BIST ICH! ICH BIN DU!

2.03 GEDANKEN - SELBSTLÄUFER IM GEHIRN!

2.04 GEFÜHLE - ALLES IM BAUCH!

2.05 LOSLASSEN STATT FESTHALTEN!

2.06 LOSLASSEN, WIE GEHT DAS?

2.07 GEDANKEN UND IHRE GEFÜHLE.

2.08 GEDANKEN, MOTORIK UND CHARISMA.

2.09 GEDANKEN-FLUG, GEDANKEN FLUGS, GEDANKEN-FLUX.

2.10 BELOHNUNGEN UND MOTIVATIONEN. ÜBERRASCHUNGSEIER FÜR MANAGERINNEN IM MARKETING.

2.11 DU BIST, WAS DU DENKST UND DU DENKST, WAS DU BIST!

2.12 PRO UND KONTRA DER QUANTENPHYSIK MEHR ALS NUR WÜNSCHE AN DAS UNIVERSUM.

2.13 MATERIE TRIFFT PSYCHE. PSYCHE TRIFFT MATERIE.

2.14 ENERGIE HAT NICHTS MIT ENERGISCH ZU TUN!

3.00 SCHNELLER ALS DER GÖTTERBOTE HERMES! – DER STOFF AUS DEM DEINE BOTEN SIND.

4.00 WER FÜHLT, WEIß WER ER IST.

4.01 WIR SIND GOTT!

4.02 DER TIEFE SINN DER SELBSTDARSTELLUNG.

4.03 GLÜCK IST KEIN ZIEL, SONDERN EIN LEBENSENTWURF!

4.04 WIR SPRINGEN LACHEND IN DIE KREISSÄGE!

4.05 PSYCHE, SEELE, GEIST UND WEITERE VERDÄCHTIGE.

4.06 GLAUBE, HOFFNUNG, WISSEN.

5.00 ALLES IM FLUSS UND DU FLIEßT MIT!

5.01 FLOW AT WORK WIE ARBEIT ZUM SPIEL WIRD.

5.02 WERTSCHÖPFUNG UND FLOW.

5.03 MOTIVATION, KREATIVITÄT UND PRODUKTIVITÄT SIND DER REGELKREIS DES FLOWS!

5.04 FLOW-FAKTEN UND –FAKTOREN.

5.05 DAS „FLOW NACH DEM FLOW

5.06 ES GIBT NOCH VIEL ZU TUN, PACKEN WIR ES AN!

6.00 LEBEN IST VERÄNDERUNG. PLANUNG ERSETZT DEN FEHLER DURCH IRRTUM!

6.01 DIE JESUSSE DES MARKETING-MANAGEMENTS.

6.02 JESUS AT ITS BEST!

6.03 ÜBUNGEN.

6.04 GEBEN SIE IHREM LEBEN TIEFE!

6.05 IF YOU GIVE PEANUTS, YOU WILL GET PEANUTS!

6.06 ENTDECKEN SIE DIE KRAFT DER AUSGEGLICHENHEIT IN IHREM BUSINESS!

6.07 MACHEN SIE SICH ÜBERFLÜSSIG!

6.08 HEILSAMES MITTEL: KEINE ANGST HABEN!

6.09 DER MYTHOS „TEAM“!

6.10 BALANCE AUS ARBEIT UND LEBEN! ERFÜLLUNG UND ERFOLG BIS ZUM ABWINKEN!?

6.11 LASSEN UND GELASSENHEIT.

6.12 ANGST.

6.13 DIE STRESS-SPIRALE.

6.14 OLD LEADERSHIP NEW LEADERSHIP.

6.15 ICH - BIN ETWAS ANDERES!

6.16 FEELIES STATT SELFIES.

6.17 DAS TERMINKALENDER SYNDROM.

6.18 STORYTELLING IN EIGENER SACHE!

6.19 BEWERTUNGEN SCHAFFEN KEINE WERTE!

7.00 WER DENKT, WIE ER IST, DER DENKT NACH. VORDENKER DENKEN, WIE ES SEIN KÖNNTE.

7.01 ABSCHIED VOM IQ.

7.02 MUSIK - DIE MATHEMATIK DER FÜHRENDEN GEFÜHLE!

7.03 FLUIDE UND LUZIDE INTELLIGENZ.

7.04 DIE ZEHN INTELLIGENZEN.

7.05 MATHEMATISCHE INTELLIGENZ.

7.06 RÄUMLICHE INTELLIGENZ.

7.07 SPRACHLICHE INTELLIGENZ.

7.08 NATURALISTISCHE INTELLIGENZ.

7.09 MUSIKALISCHE INTELLIGENZ.

7.10 KINÄSTHETISCHE INTELLIGENZ.

7.11 EXISTENZIELLE INTELLIGENZ.

7.12 INTERPERSONALE INTELLIGENZ.

7.13 INTRAPERSONALE INTELLIGENZ.

7.14 EMOTIONALE INTELLIGENZ.

7.15 KREATIVITÄT DIE EIGENE TIEFE SPÜREN.

7.16 DAMIT WIRD ETWAS AUS IHNEN!

7.17 MIT DIESEN SPRÜCHEN WERDEN SIE NICHTS!

7.18 KREATIVITÄT MEHR ALS EIN MODEWORT AUS BASTELKURSEN.

7.19 VOM UNTERLASSER ZUM UNTERNEHMER.

7.20 SEIEN SIE ZÄH UND BEHARRLICH!

7.21 LEIDENSCHAFT KOMMT NICHT VON LEIDEN SCHAFFT!

8.00 AUF DER COUCH, HIER MAL INTERNATIONAL!

8.01 DIE MANAGER DER WELT AUF UND MANCHMAL AUCH UNTER DER COUCH!

8.02 CHINA.

8.03 BRASILIEN.

8.04 DUBAI.

8.05 AMERIKA/LOS ANGELES.

8.06 WEIßRUSSLAND VERSUS MOSKAU.

8.07 JAPAN.

8.08 TÜRKISCHE MITBÜRGER.

8.09 AFRIKA.

9.00 WAS MACHE ICH FALSCH ODER RICHTIG, WENN MARKETING MEIN METIER IST?

9.01 VON DER KUNST ZUR KUNST DES LEBENS!

9.02 WIR WISSEN, DASS WIR NICHTS WISSEN!

9.03 DAS LEBEN IST NICHT EINFACH ODER GANZ EINFACH!

9.04 EIN KONFLIKT IST EIN KONFLIKT, IST EINE CHANCE!

9.05 DIE VOLLE WAHRHEIT ÜBER EINEN DER BEIDEN AUTOREN!

9.06 MARKETING-MANAGER PREUßISCH ODER OLD-SCHOOL ODER NEW-SCHOOL“?

9.07 DER/DIE MARKETING-MANAGER/ MANAGERIN NEW-SCHOOL FÜR FORTGESCHRITTENE!

9.08 HIRNFORSCHUNG UND DIE AUSWIRKUNGEN AUF DAS MARKETING!

9.09 WIE VIEL LEBEN DARF ES DENN SEIN?

9.10 VON DER EMOTIONALITÄT ZUM FÜHLEN VON GEFÜHLEN.

9.11 VOM IDEAL, ÜBER DIE ANGST, ZUM SCHEITERN!

10.00 WER NICHT ÜBER DIE ZUKUNFT NACHDENKT, WIRD AUCH KEINE HABEN!

10.01 RESILIENZ MEHR ALS EIN NEUES MODEWORT FÜR SELBSTHEILUNG.

10.02 LANGE WEILE! GUTE WEILE!

10.03 VERMEHREN SIE IHRE GEHIRNZELLEN!

11.00 AUSBLICK.

11.01 MARKETING MANAGEMENT IM NIRWANA? JA, NEIN, VIELLEICHT!

11.02 DAS LEBEN IST EIN SELBSTMORD AUF RATEN!

11.03 WAS DU SUCHST, DAS HAST DU SCHON!

11.04 BHUTAN WO DAS GLÜCK IM URWALD LIEGT!

11.05 ICH BIN BHUTAN!

11.06 „THE GIVER - EINE PERFEKTE WELT, DIE DOCH NICHT PERFEKT IST!

12.00 SCHLUSS IN WORTEN.

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Die Autoren

Jochen Thinius

Image

Jochen Thinius war viele Jahre Berater, Creative Director und geschäftsführender Gesellschafter in verschiedenen internationalen Design- und Kommunikationsagenturen (Grey, McCann Erickson, Thinius/Partner). Seit 1982 ist er geschäftsführender Gesellschafter der Thinius/Partner Institut für Zukunftsforschung und angewandte Kreativität GmbH. Darüber hinaus ist er Dozent für Kommunikationspsychologie, Rhetorik und Ästhetik mit den Fachgebieten tiefenpsychologische Basisforschung, Story-Telling und Story-Building sowie Neuromarketing.

 

Dr. med. Rainer Scheel

Image

Dr. med. Rainer Scheel studierte Medizin und Psychologie. Danach folgte die Facharztausbildung in Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, seit 1985 hat er sich niedergelassen in seiner eigenen Praxis als Nervenarzt und Psychotherapeut. Von 1985 bis 2008 übernahm er die medizinische Leitung der Fachklinik „Die Fähre“. Von 1998 bis 2004 die medizinische Leitung der Fachklinik für Drogenkranke Meisenburg in Essen. Seit 2007 ist Dr. Rainer Scheel Dozent am Institut für Finanzmarktforschung und Qualitätssicherung (IFQ) an der Universität Witten/Herdecke.

Beide Autoren arbeiten als Coaches mit tiefenpsychologischem Hintergrund.

Warum dieses Buch?

Vor dem Hintergrund vieler Gespräche mit Marketingleuten in mittleren und Toppositionen entwickelte sich die Idee, ein Buch zu schreiben, dass in gewissem Sinne so etwas ist wie das Buch der Bücher für die Leser von Fachbüchern zu Themen des Marketings und der Kommunikation, aber insbesondere zu den neuen Themenfeldern Neuromarketing, Mean-Management und Internetmarketing!

Die Kommunikationsmechanismen führen in diesen Arbeitsfeldern nicht nur zu einer Kommunikationsbesoffenheit, sondern ganz besonders zu Kommunikationskrankheiten, die im mildesten Fall „Burn-out“ heißt und über die Depression zu einer Art Totalversagen im Job führt!

Jochen Thinius kennt diese Entwicklungen und Tatbestände aus eigener Beobachtung und aus eigenem Erleben. Sein Coautor Dr. Rainer Scheel hat Medizin und Psychologie studiert. Er ist Facharzt in Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie. Ein großer Teil der Patienten seiner Praxis kommt aus dem Management. Davon wiederum ein hoher Anteil aus Marketing und Vertrieb!

Was lag also näher, als sich die Frage zu stellen, warum Frauen und Männer, die Marken erfinden, entwickeln, erfolgreich machen, neupositionieren, manchmal auch sterben lassen, aber auch viel Erfahrung mit Markenheilung haben, für sich selbst oft nicht den richtigen Weg aus Krisen, Druck, Krankheit und Ausgebranntsein finden? Auch Marken sind häufig ausgebrannt!

Das Buch ist Perspektive, Weg und Anleitung mit einer eigenen, sehr individuellen Strategie, die Marke „Ich“ zu überdenken, neu- oder re-zu positionieren, zu heilen und psychodynamisch in einen Gleichklang von Körper, Geist und Seele zu bringen. Etwas zu entwickeln wie den geistigen „Wohl-Stand“ für sich selbst! Zu erkennen, dass unnormal normal ist und Lebensglück kein Ziel, sondern ein Lebensentwurf in eigener Sache.

Es gibt unzählige Bücher zu fachlichen Themen und Fragen in Marketing und Kommunikation, aber kein Buch, dass die idealen Voraussetzungen für eine mehr als nur gute fachliche Tätigkeit beschreibt.

Ob nun Marketing fürs Ich, Persönlichkeitsentwicklung in High-Performance-Märkten oder nur das Innehalten und Überdenken der eigenen Position in einem Strudel von Anforderungen und Überforderungen! Kommunikationsbesoffenheiten oder nicht angebrachte Aufregungs- und Empörungskultur inklusive Vordenken statt nur Nachdenken, Entschleunigung für Beschleunigung von neuen Sichtweisen auf Beruf, Job und Menschen sind die Wesens-Marken-Kerne dieses Buches!

„Gebrauchsanleitung“ für dieses Buch

Wozu braucht man eine Gebrauchsanleitung für ein Buch? Grundsätzlich gar nicht, denn man kann einfach auf Wahrnehmung setzen und sich das Buch erschließen. Oder man hört dem Autor zu, welche Absichten er mit dem Buch oder besser gesagt, mit der Rezeptur dieses Buches verfolgt.

Das Buch ist ein selektiv zu lesendes Buch. Sozusagen ein lebenskonzeptionelles Freestyle-Buch! Entschuldigen Sie bitte diesen sperrigen Begriff, aber dieses Buch ist kein Buch der absoluten Lebensweisheiten. Kein Buch der Art „wenn Sie dieses Buch lesen, wird sich Ihr Leben total verändern“ und dieses Buch will schon gar kein Ratgeber sein. Ratgeber tun nichts anderes, als „Pars pro Toto“ einen Rat für alle zu geben. Dieses Buch stellt Fragen, viele Fragen. Ob es die richtigen Fragen sind, die Sie sich auch schon gestellt haben, oder vorstellen, dass Sie sich stellen würden, müssen Sie entscheiden. In der Komplexität der heutigen globalen Welt gibt es eben schon lange nicht mehr nur eine Antwort. Die nachfolgenden elf Thesen werfen die Fragenbereiche auf und wollen Ihnen aufzeigen, dass es immer eine Reihe von Antworten gibt. Am besten werden Sie nach der Lektüre des Buches, ob komplex oder selektiv, noch Antworten von sich selbst dazu fügen.

Es gibt teilweise sehr komplexe Betrachtungen, auch absichtlich Ausschweifungen, um in neue Gebiete zu den Themen Arbeit – Lebenskonzept – Burn-out vorzudringen. Dieses Buch setzt ein bisschen darauf, „die Umwege erhöhen die Ortskenntnisse“. Sie können die Umwege gehen, oder es auch „gehen“ lassen und in das selektive Lesen sofort einsteigen.

 

Danke!

Ich bedanke mich bei all den lieben Menschen, die mich bei diesem Buch unterstützt haben. Ganz besonderer Dank gilt meiner Freundin und Lektorin Heide Klipphahn-Kramer. Danke, dass du wieder und wieder das Manuskript auf Herz und Nieren geprüft und keinen Fehler übersehen hast. Bei meiner Assistentin Isabelle Ide und meiner Partnerin Ursula Koslik bedanke ich mich für die großartige Unterstützung bei der Verschriftlichung, ganz besonders dass sie bei der sechsten Korrektur so liebenswürdig gut drauf waren wie bei der Ersten!

1.00 Psychologie für den Arbeitsalltag – praktisch, faktisch, anwendbar!

Das, wovon dieses Buch handelt, nennt man üblicherweise Leben! Es gibt Betriebs- und Gebrauchsanleitungen für Autos, Kühlschränke, Fernseher und Kaffeemaschinen. Vielleicht ist dieses Buch eine Gebrauchsanleitung für das Leben.

Zum Leben gehört auch, dass wir in der Unendlichkeit des Kosmos treiben. In diesem Kosmos gibt es ein Staubkorn, dem wir den Namen Erde gegeben haben. Die Wesen, die auf dieser Erde leben, haben sich den Namen Menschen gegeben und verbringen den größten Teil ihrer Zeit damit, sich gegenseitig zu bekämpfen und manchmal sogar umzubringen.

Noch etwas ist ganz merkwürdig, diese Menschen gehen seit Jahrtausenden davon aus, dass es keine höheren, intelligenteren Wesen in der Unendlichkeit des Kosmos gibt! Man muss sich nur einmal vorstellen, wie es wäre, wenn es in der Tiefe des Universums höher entwickelte Wesen tatsächlich gäbe, die die Erde in Abständen von einigen Hundert oder zehntausend Jahren immer wieder besuchen, um festzustellen, was sich auf der Erde getan hat. Also um zu sehen, ob die Menschen begriffen haben, wie das Leben funktioniert!

Als ratiogeprägter Mensch fragt man sich immer wieder, ob es richtig ist, wenn von Weisheit oder Lebensgesetzmäßigkeiten die Rede ist, und wir uns immer wieder an östlichen Gurus, Meistern oder an Buddha orientieren. Wir haben doch viel näherliegende Orientierungsfelder: „Zum Beispiel Gott!“ Wenn es ihn denn dann so gibt, wie wir uns ihn vorstellen.

Was wir brauchen, ist im Grunde genommen ein Verhalten, mit dem jeder sofort seine Probleme lösen und Ziele erreichen kann; ohne die tiefen Erkenntnisse meditativer Art östlicher oder abendländischer Prägung. Also ein Modell mit Gesetzmäßigkeiten, das keinerlei Voraussetzung in geschichtlicher, philosophischer oder naturwissenschaftlicher Art fordert! Wo wäre unsere Struktur oder Zivilisation ohne dieses Wissen?

Es geht nicht um Theorien, nicht um Philosophien mit all ihren wundervollen Diskursen, die viel Streitlust bieten können. Es geht um unser Verhalten. Es geht um das Wesentliche. Zum Wesentlichen folgende Geschichte! Am Seeufer sitzt ein Mann. Er versucht mit seinen Händen Fische zu fangen. Ein Wanderer kommt vorbei und sagt ihm: „Hallo, ich zeige dir, wie man ein Netz knüpft. Damit kann man viel schneller und viel mehr Fische fangen, als nur mit der Hand!“ Der Mann ist so auf das Wasser und das Fischfangen mit der Hand konzentriert, dass er kaum richtig zuhört. Er sagt, ohne aufzublicken: „Keine Zeit! Ich muss jetzt Fische fangen!“

Vielleicht ein profaner Vergleich, aber irgendwie doch unsere tägliche Realität. Keine Zeit für das Wesentliche. Wir konzentrieren uns lieber auf das Unwesentliche. Es geht um Handeln und Aktivwerden, sofort, im Jetzt und um die Verlängerung des Jetzt in das Soll! Es ist nicht das Wesentliche, sondern das Effektive: Auch das sofortige Handeln kann gesollt oder nicht gesollt sein.

Wie kommen wir mit einem minimalen Aufwand vom Ist- in den Sollzustand? Was immer wir uns vorstellen, wir können es in Ist und Soll unterteilen; die Frage ist: Sind es materielle und immaterielle Werte oder einfach nur Gegensätze? Das läuft auf den soziologischen Brennpunkt Arbeitszufriedenheit hinaus. Das heißt nichts anderes als, habe ich eine Arbeit, mit der ich zufrieden bin oder nicht? Das Ist kann sein: „Unzufriedenheit, Hartz IV Probleme, Krieg! Das Soll wäre dann: Zufriedenheit, genug Arbeit und Frieden!“

Dann wäre es auch noch gut, wenn wir diesen Weg vom Ist- zum Sollzustand möglichst schnell und mit wenig Aufwand erreichen. Mit viel Lust, Freude und Humor. Das widerspricht allerdings unserer abendländischen, westlich-christlichen Betrachtungsweise und Erziehung! Richtig arbeiten tut nur der, der ernst ist. Wir sind so geprägt worden, dass wir nur im Schweiße unseres Angesichts unser „Brot“ verdienen können!

Je mehr Anstrengung und Kampf, umso mehr „Brot“! Aber auch in östlichen Weisheitslehren sind Anstrengung, Aufwand und Verzicht oder Leiden wichtige Komponenten. Immer steht dahinter die Idee, wer sich enorm einsetzt und kaputtmacht, wird irgendwann schließlich belohnt!

Es ist wenig die Rede davon, dass es auch Möglichkeiten gibt, unsere Ziele und Zufriedenheit möglichst ohne viel Aufwand zu erreichen. Unsere Kultur und unsere Erziehung versprechen auf diesem Gebiet nicht viel. Das Ideal des fleißigen Arbeiters und aufopferungsbereiten Machers hat unser christlich-abendländisches Denken geprägt. Wir müssen uns also über Gesetzmäßigkeiten und Abläufe, sowie Vorgehensweisen klar werden! Gesetzmäßigkeiten, die schon immer so waren, so sind und so sein werden. Also so etwas wie den fundamentalen Lebensentwurf? Wenn wir diese Gesetzmäßigkeiten kennen, dann können wir sie anwenden!

Der Mensch trägt ein zentrales Problem mit sich herum. Sein Problem ist die Wertung und Bewertung. Er ist ständig damit beschäftigt zu urteilen. Was ist gut, was ist böse? Er urteilt über sich selbst, über andere Menschen, über Situationen. Das Interessante daran ist, was für den einen gut ist, ist für den anderen möglicherweise schlecht. Genau so schwierig ist es für uns die Wegstrecke vom Hergebrachten vom Innovativen zu unterschieden. Der Grund: verschiedene Wertmaßstäbe in unserer pluralisierten Gesellschaft.

Bewertungen sind nicht erforderlich. Was heißt das schon, dieser Umsatz oder dieses Profitergebnis ist gut oder schlecht? Es heißt nur, dass es einem bestimmten Maßstab entspricht oder eben nicht entspricht. Die Wertung führt meistens zu einer Abwärtsspirale und das Aufteilen in Gut und Böse hat nichts mit Naturgesetzen zu tun, sondern mit menschlichen Moralvorstellungen, die sich im Verlauf der Geschichte ändern und auch von Land zu Land unterschiedlich sein können!

Das Problematische daran ist: Diese Moralvorstellungen produzieren Konflikte! Im Menschen selbst und zwischen den Menschen untereinander. Wir hätten vermutlich kaum Probleme, wenn wir nicht sofort bewerten würden. Die Bewertung ist eine sehr menschliche Eigenschaft; in der Natur gibt es sie nicht! Nur der Mensch hält an Urteilen und Vorurteilen fest. Wenn er behauptet, er schaffe etwas Neues, ist er häufig dabei, seine Vorurteile neu zu sortieren! Dabei spielt das Ego eine große Rolle.

Das Verurteilen von Menschen, das Festhalten an bekannten Gedankenstrukturen und vielleicht positiven Erinnerungen ist leicht und einfach. Denn würde man dieses Vorgehen aufgeben, dann könnte man seine Mitmenschen, seine Mitarbeiter oder den Nachbarn nicht mehr verurteilen! Dann tritt etwas ganz Erstaunliches ein: Die plötzliche Erkenntnis, ich bin nicht mehr besser als der andere! Denn solange ich böse und schlecht oder gut und böse bewerten kann, und das insbesondere auf Menschen beziehe, so lange bin ich gut! Ich befriedige damit mein Ego! Das gibt ein schönes Gefühl von Überlegenheit! Daraus erwachsen riesige Konflikte und Streitpotenziale!

Wenn wir also wirklich daran interessiert sind, unsere Probleme zu lösen, unsere Hausaufgaben zu machen, dann müssten wir aufhören, uns auf andere zu konzentrieren und uns um uns selbst kümmern! Wir brauchen die Gelassenheit, wir brauchen den Frieden mit uns selbst und müssen aufhören, die Meinung zu haben, die Welt bestehe aus gut und böse. Solange wir das glauben, wird es ein harmonisches Leben nicht geben!

C.G. Jung hat diese Zusammenhänge auf eine andere Weise dargestellt: „Die Tugend ist den Menschen gefährlicher als das Laster“. Damit ist gemeint, ein tugendhafter Mensch verurteilt stärker als ein lasterhafter und schafft somit automatisch neue Konflikte! Also das Gegenteil von dem, was er beabsichtigt hatte! Andererseits ist sicherlich auch richtig: Keine Gesellschaft funktioniert völlig ohne Moral!

Wir können aber auch die offene Hand ausstrecken und plötzlich fließen die Dinge. Aber das Eigenartige ist, es gibt immer wieder Leute, die trotzdem an Vorurteilen festhalten, weil sie damit in einer Welt leben, die ihnen bekannt vorkommt!

Sie wollen im Grunde genommen nur den Konflikt, aber nicht die Lösung! Wenn wir unsere Probleme, in welchem Bereich auch immer, wirklich lösen wollen, dann müssen wir aufhören, die Ursachen bei anderen zu suchen oder zu bewerten. Die Welt ist nicht gut, sie ist nicht schlecht, sie ist das, was sie ist!

Außerdem bekommen wir immer nur das, was wir denken! Wenn wir denken, es gäbe das Paradies, dann wird es für uns auch da sein. Wenn wir denken, das Leben ist ein Tal der Tränen, dann wird es für uns auch so sein!

Dieses Buch versucht, die Trennlinie zwischen „Paradies und Tal der Tränen“ aufzuzeigen! Hier wird der Mechanismus der Self-Fullfilling-Prophecy wirksam.

1.01 Hard oder Heart?

Burn-out! Wenn die Seele brennt und der Körper rebelliert!

Burn-out, eines der schönsten Modewörter unserer Zeit! In allen Medien und allen Ratgeberzeitschriften und –Büchern zu finden! Um es gleich zu sagen, die Autoren dieses Buches sind davon überzeugt, dass es Burn-out nicht gibt! Es gibt wohl eine leichte, eine mittlere oder schwere Depression. Burn-out ist ein Kaschierungs- und Modewort um „um Gottes Willen!“ nicht zugeben zu müssen, dass man psychische Probleme hat!

Das Wort „Burn-out“ gibt es gefühlt seit den 80er Jahren. Wenn es eine leichte Depression ist, ist Burn-out eine Erschöpfungsdepression. Es kann auch ein Syndrom sein. Als Syndrom bezeichnet man ein gleichzeitiges Vorhandensein von verschiedenen Symptomen, die meistens auf ein und die gleiche Ursache zurückzuführen sind. Jedoch ist die Diagnose oft schwierig, weil diese Symptome auf verschiedene Krankheiten hinweisen!

Es ist eine Zusammenballung von psychosomatischen Symptomen oder wirklichen Störungen. Häufig sind es „nur“ Symptome, die sich auf den Monitor des Menschen, das ist der Körper, abbilden. Alle Leiden und alle Krankheiten entstehen im Kopf; genauer gesagt, im Gehirn!

Das sogenannte Burn-out hat mehrere Phasen. Die erste Phase ist die Alarmphase, dann kommt die Phase des Widerstands. Anschließend die Phase der Erschöpfung und zum Schluss der Rückzug! Mit dem Rückzug beginnt die Depression!

Image

Abbildung 1: Weg zur Depression

Depression heißt nichts anderes als „Schranke runter und abschalten“! Biochemisch lässt sich das sicherlich auch so erklären, weil es gleichzeitig verminderte Serotonin-, Dopamin- und Adrenalinausschüttungen im Körper gibt! Inwieweit diese Einflussfaktoren plus der dafür bereitgestellten Medikamente, genannt Psychopharmaka, wirken oder nicht wirken und wie genau diese Abläufe sind, ist immer noch nicht bekannt!

Was bekannt und sicher ist: „Empirik!“ Die hat schon jede mittlere psychosomatische oder psychiatrische Praxis oder auch eine entsprechende Klinik, die festgestellt hat, dass bestimmte Medikamente wirken. Häufig weiß keiner warum! Allen voran das Präparat Fluctin! Fluctin ist ein Antidepressivum, das aus Amerika kommt. In Amerika kam dieses Produkt unter dem Namen Prozac auf den Markt und war zunächst als Schlankheitsmittel konzipiert! Man hat dann festgestellt, in einer Reihe von Versuchen, dass dieses, ursprünglich als Schlankheitsmittel entwickelte Präparat eine gute rezeptorische Wirkung auf die Verbindung von Nervenzellen und die Funktionen von Reizleiterströmen im Gehirn hat!

Die vorher angesprochenen Phasen können unterschiedlich lang sein! Sie können sich von Phase eins bis Phase vier über mehrere Jahre hinziehen! Jeder Depression und jedem Burn-out liegen Konflikte und Kränkungen zugrunde! Es sind in erster Linie nicht der Stress oder die reine Überlastung, sondern Konflikte in der Beziehung zur Umgebung; in der Arbeit, in der Familie und auch eine fehlende Beziehung zu sich selbst! Sehr häufig sind die sozialen Kontakte reduziert oder total minimiert. Teilweise setzt sich das nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch im privaten Bereich fort. Dass heißt: „Dort ist es der Tatbestand von nicht funktionierenden Ehen und Partnerschaften!“

Im Grunde genommen handelt es sich um das „Flow-Lebenssystem“ wie es Mihály Csíkszentmihályi beschreibt, es geht um Lust oder Unlust! Es geht darum, zu den richtigen Dingen und Zeitpunkten ja oder nein zu sagen! Werden diese Antworten nicht authentisch gegeben, das gilt auch für Antworten an sich selbst, wird es kritisch und die erste Steilvorlage zur Depression kultiviert sich damit!

Meistens sind diese Menschen überaus ehrgeizig, vergleichen sich immer mit anderen, leben eher vom Haben als vom Sein und erkennen das eigene Maß, was sie selber erfüllen und halten können, nicht! Der Name „Burn-out“ heißt ja nichts anderes als ausbrennen. Wenn nicht rechtzeitig Holz nachgelegt wird, brennt kein Feuer im Kamin und genauso ist es mit psychischer und seelischer „Nahrung“!

Burn-out ist nicht alleine die Sache von einzelnen Menschen, sondern auch von Unternehmen, Konzernen, Kulturen und Institutionen. Resilienz, also die Selbstheilungskräfte und die Selbstwahrnehmung, stehen dort im Vordergrund und sind dafür entscheidend, wie man gut und mit Glücksgefühlen durchs Leben kommt; also eine Depression vermeidet!

Das ist nur die halbe Wahrheit, weil der andere Teil der Wahrheit so aussieht, dass Depressionen normal sind und zum Leben gehören! Ich kann kein Glück verspüren, wenn ich das Unglück nicht kenne! Jeder Mensch erlebt im Leben meistens mehrere schwächere oder stärkere Depressionen. Einige kommen damit gut klar und merken das kaum, andere weniger.

Es geht bei Depressionen immer stark um die Sinnfragen des Lebens: Wer bin ich? Was kann ich? Was kann ich nicht? Was unterscheidet mich von anderen? Was macht mich glücklich und zufrieden? Wozu habe ich Lust und wozu habe ich keine Lust?

Darüber hinaus ist der ganze Prozess eine Frage der Anpassung! Unser Leben besteht aus fortlaufenden Anpassungsherausforderungen auf unterschiedliche Situationen. Ob im Beruf, in der Familie oder im sozialen Miteinander. Das heißt, jede Veränderung erlebe ich, wenn ich nicht weiß, dass Leben heißt, Veränderung leben zu können, mit Druck und Stress.

Die Depression kennt kein Alter! Es ist von der Zahl der Depressionserkrankungen her allerdings so, dass sie meistens in der Lebensmitte passieren. Wenn man anfängt, ein Résumé zu ziehen, sich kritische Fragen über sein Lebenskonzept und seinen Lebensentwurf zu stellen, dann entstehen Angstgefühle, manchmal auch Panikattacken! Der eigene Energiepegel sinkt und sinkt und sinkt!

Es sind die ungelösten Konflikte! Es ist die mangelnde Kohärenz! Damit wird unter anderem gesagt, dass Entscheidungen, die anstehen, getroffen werden müssen! Die Autoren dieses Buches sagen dazu: „Lieber mal eine falsche Entscheidung, als gar keine Entscheidung!“ Denn die Entscheidungen, die wir vor uns herdribbeln, verursachen Stress und ziehen Energie ab! Meistens sind es partnerschaftliche Konflikte oder die Bedingungen am Arbeitsplatz!

Es gibt neun Lebensbereiche: Beruf, Familie, Partnerschaft, Gesundheit, soziale Kontakte, Individualität, Hobby, Glauben und Spiritualität! Der Mensch ist ein holistisches Wesen, holistisch bedeutet ganzheitlich. D. h. er möchte von allem viel haben und möglichst gleich viel! Wir glauben auch immer, dass wir ein ganz besonderes Recht darauf haben, dass es uns gut geht! Wir wollen überall mit hoch angefüllten „Inhaltskonten“ dieser Lebensbereiche vor anderen dastehen! Das vertreten wir auch dann gerne noch, wenn das alles nicht mehr in Ordnung ist. Und wenn es nicht mehr in Ordnung ist, befinden wir uns nicht in Balance. Denn nur wenn diese Ansprüche erfüllt werden, ist unser Leben in Balance!

Image

Abbildung 2: Mensch

Die Frage ist immer: „Lebe ich oder funktioniere ich?“ Leben heißt wählen und aussuchen können! Wir können immer wählen und aussuchen! Nur häufig sind wir nicht bereit, den Preis zu bezahlen!

Die Autoren dieses Buches coachen häufig Vorstände und Geschäftsleitungen, die bei beruflichen Schwierigkeiten gerne anführen, dass sie ihren Job und den Standort, insbesondere den privaten Standort, nicht aufgeben können, weil das Haus so schön sei, die Kinder auf einer guten Schule seien und so weiter und sofort.

Alles schön und gut, aber in solchen Fällen kann man nur sagen: Du kannst dein Leben ändern! Du kannst deine unerträglichen Drucksituation im Job ändern! Du musst nur bereit sein, den Preis zu zahlen! Der Preis besteht darin, dass die Kinder die Schule wechseln müssen und man in einer anderen Stadt, vielleicht ein anderes, aber auch ebenso schönes Haus findet!

Die Konflikte im privaten Bereich stehen an erster Stelle und, wie schon vorher gesagt, sie sind eher meistens nicht eine Überforderung, sondern es sind entweder falsche, fehlende oder konfliktbeladene Kontakte. Das heißt, wir müssen regelmäßig überprüfen: Tun uns unsere Freunde gut? Wie ist das Verhältnis zu unseren Partnerinnen und Partnern? Wie viel Leute habe ich in meinem Freundeskreis, die nichts anderes sind, als „Energiesauger“ und von meinem Energiekonto laufend abheben?

Die vorher dargestellten Phasen entwickeln sich, wie schon ausgeführt, über mehrere Jahre. Die Alarm- und Widerstandsphase ist sehr stark gekennzeichnet von „Grübelzwängen“, auch wächst der Widerstand in diesen Situationen! Es wird durch Ablenkungsverhalten und auch durch ein höheres Arbeitstempo, versucht, den Beweis anzutreten, dass man immer noch der ist, der man sein will oder als der man gesehen werden will. Gleichzeitig steigen Gereiztheit und Aggressionen!

Burn-out gibt es nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch in vielen Unternehmen. Besonders in den Unternehmen, die nach dem Motto „Tod auf Raten“ geführt werden. Ich denke, jedem sind diese Fälle in Deutschland bekannt. Das sind die Unternehmen, die heute schon pleite sind, es meistens nur noch nicht wissen oder wissen wollen! Hier geht es auch darum, Diskussionen zu vermeiden und keine Entscheidungen zu treffen! Die Unternehmensleitung handelt häufig nach dem Motto „Cover your ass!“ (Rette deinen Hintern!). Wie kriege ich es hin, dass ich noch bis zu meiner vorzeitigen Pensionierung mit 57 in diesem Job bleibe und nach mir die Sintflut?

Wir müssen erkennen, dass es kein gesundes Leben in einem falschen Leben geben kann! Dann können wir etwas verändern und unser Glück und eine umfassende Gesundheit optimieren! Vor allem auch kultivieren!

Stress gab es schon immer! Nicht nur in diesem, auch im letzten und vorletzten Jahrhundert! Ich kann mich aus meiner Lehrzeit noch genau daran erinnern, dass der Pförtner der ESSO-Raffinerie in Hamburg-Harburg seinerzeit regelmäßig Stress hatte. Nämlich einmal pro Woche am Freitag, wenn die Essensmarken für die darauffolgende Woche ausgegeben wurden. Ansonsten war für ihn die Arbeit übersichtlich und der schöne Blick, aus der Pförtnerloge heraus, ungetrübt!

1.02 Selbst ist die Frau! Selbst ist der Mann!

Fremdbestimmung und Selbstbestimmung.

Unser Selbstwert und unser Selbstgefühl sind von der Gesellschaft abhängig und werden durch sie determiniert. Wir machen unseren Wert vom Haben abhängig und weniger vom Sein: „Mein Haus, mein Boot, mein Auto, meine Frau!“

Wir sind davon überzeugt, dass Krankheiten und deren Heilung von außen kommen und auch von außen kuriert werden müssen. Deshalb gehen wir zum Arzt, machen Urlaub oder gehen in eine Therapie, ganz nach dem Motto: „Mach mir das weg, aber bitte schnell!“

Dabei bleiben eigene Erfolgserlebnisse wie die Selbstheilung, die Salutogenese, aus. Die ist dringend erforderlich für die Stärkung unseres Selbstbewusstseins, weil wir damit erkennen, dass wir es selbst in der Hand haben, ob wir uns gesund oder krank fühlen. Das geringe Selbstbewusstsein und das mangelnde Vertrauen in die Kraft unserer Gedanken führen in einen Abwärtskreis, der positive Erfahrungen immer weiter reduziert!

Es ist eine Abwärtsspirale, die wir dann bedienen, durch Materielles, wie Geld ausgeben, Anschaffungen, aber auch Alkohol, Drogen und Medikamente. Und oben drauf kommt noch eins: Wir glauben, dass andere für uns verantwortlich sind. Die Politik, die Regierung, der Chef! Die sagen uns, was richtig für uns ist und womit wir möglicherweise wieder gesund werden!

Haben wir genug materiellen Zufluss und „Brot und Spiele“, das kann man bei jeder Fußball-EM und –WM besichtigen, sind wir ziemlich kritiklos und ruhiggestellt! Kompensation der „Losigkeiten“: der Sinnlosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Aussichtslosigkeit und Energielosigkeit.

Die Segnungen unserer Kommunikationsgesellschaft setzen dann noch eins drauf! Durch Kommunikationsbesoffenheit, durch Kommunizieren auf allen möglichen Kanälen und Medien, von der Zeitung über das Internet, bis hin zum Smartphone! Dazu kommen Alltagsroutine, Fehler und Niederlagen, die fälschlicherweise als Scheitern begriffen werden und eine permanente Reiz- und Informationsüberflutung. Die Motivation geht gegen null. Wir befinden uns in einem „Festzelt von Unlust“, dabei wäre die „Lust das richtige Festzelt“, in das wir gehen müssten! Bei dieser Abwärtsspirale und dem Spüren unseres Scheiterns oder unserer Unvollkommenheiten versuchen wir uns meistens so zu helfen, dass wir die anderen beobachten, deren Fehler sehen und damit von uns ablenken.

Die Hoffnung stirbt zuletzt! Nietzsche hat gesagt: „Die starke Hoffnung ist eine viel größere Stimulans des Lebens als irgendein einzelnes, wirklich eintretendes Glück!“

Hoffnung und die gegensätzliche Position, die Hoffnungslosigkeit, sind in der kollektiven Verfassung ansteckend und breiten sich wie Epidemien aus! Gestoppt werden kann das zum Beispiel durch Events, Public Viewing, Schulter klopfen und das Bierchen mit Freunden. Die „rheinische Fröhlichkeit“, die die Autoren in vielen Beobachtungen als „rheinische Schwermut“ ausmachen konnten, erschließt sich ganz nach dem Motto: „Solange ich hier an diesen Biertisch sitze, mich übermäßig fröhlich gebärde und laufend jemandem auf die Schulter klopfe, wird alles gut!“

Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wir ordnen uns am liebsten in die Gewohnheiten der Gesellschaft und der kollektiven Verfassung ein. In dem wir uns dort einordnen, wächst unsere Hoffnung darauf, eine wichtige Rolle spielen zu können und dann Anerkennung und Lob zu bekommen! Wir sind davon abhängig, statt uns auf die Kraft unserer eigenen Gedanken zu besinnen. Wir laufen Phantomen nach! Wer den Glauben an die Kraft der eigenen Gedanken noch nicht erlebt hat, kann dem eigentlichen Sinn des Lebens nicht begegnet sein!

Wir haben das Gefühl, dass wir für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit selbst verantwortlich seien, nicht kennengelernt und dass wir unsere Psyche selbst steuern können. Wir wollen das nicht wissen, weil es angeblich quantenphysikalisches Geschwätz ist, und verlassen uns lieber auf die Fremdsteuerung durch die Gesellschaft!

Der beliebteste Ausruf in deutschen Haushalten „Ich halte das nicht mehr aus!“ ist das beste Zeichen, für Überlastung und Depression. Die Energie sinkt! Alle Quellen, Energie zu beschaffen, versagen. Es kommt zu Herzbeschwerden, Herzrasen, Übelkeit, Schmerzen im Magen und Darm und was nicht noch alles! In dieser Verfassung werden wir träge und reduzieren alle Aktivitäten auf ein Minimum. Allerdings meistens auf Kosten der sozialen Kontakte und der Verfassung unseres Körpers!

Was helfen würde: Gespräche, Gespräche und viel Bewegung! Soziale Kontakte sind notwendig, um Gedanken und „Grübelketten“ aufzulösen! Mit körperlicher Aktivität werden Hormone ausgeschüttet, die nicht unbedingt die Depression heilen, aber sie zumindest lindern können.

Uns fehlen oft Gefühle und Perspektiven aus Freude und Zufriedenheit, den „Flow des Lebens“! Denn ohne diesen „Flow“, das Glücksgefühl, ist unser Leben nicht mehr lebenswert! Behandelt werden meistens die Symptome, aber nicht die eigentliche Ursache! Das heißt: Es wird mit allen möglichen Körpertherapien und Trainings angefangen. Alles schön und gut, die Ursache ist jedoch im Kopf und damit im Gehirn! Wir sind mit unserer Psyche allein verantwortlich für unsere Gesundheit!

1.03 Die Dominanz der Psyche.

Ist unser Körper schwach, ist die Psyche ein weitaus stärkerer Faktor in der Körpersteuerung, im Gegensatz zu einer stabilen psychischen Lage. Das gilt für positive, aber auch für negative Emotionen und Gedanken. Der Grund liegt darin, dass bei Energiemangel, die häufigste Ursache für einen schwachen Körper, eine niedrige Polarisierung der Zellmembranen einsetzt, angereichert mit Natrium und Kalzium, auf der einen und auf der anderen Seite mit einem Mangel aus Kalium und Magnesium. Dadurch wird das Energiedefizit verstärkt und jede Erregung bricht sich ihre Bahn!

Das Entstehen von Neurosen ist in diesem Polarisationszustand sehr schnell geschehen. Unsere Regelkreise für Vitalität in unserem Körper werden in diesem Mechanismus labil. Negative Gefühle wirken sich dabei besonders destruktiv aus.

Warum hat die Evolution einen solchen Mechanismus, die Dominanz der Psyche, entstehen lassen? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Hier eine: Die Psyche sorgt dafür, dass ein angeschlagener Körper in archaischer Betrachtung durch die „herumziehende Horde“ der kollektiven Verfassung, nicht länger belastet wird und damit stirbt.

Den Psychotod gibt es nicht nur bei Tieren und Naturvölkern, sondern auch in unserer Gesellschaft. Zum Beispiel der vorzeitige Rentnertod: „Ich bin aus dem Arbeitsleben ausgeschieden, nichts mehr Wert. Ich habe im Leben alles erreicht, aber jetzt fehlt der Sinn!“ Drei Jahre nach der Pensionierung stirbt dieser Mensch dann!

Die andere Betrachtung ist die, dass die Psyche ihre Dominanz über die Regelkreise für die Heilung und Genesung des Körpers nutzt und gewissermaßen, im Sinne der Salutogenese, den Menschen als Glied der kollektiven Verfassung und der Gemeinschaft neu aufstellt.

1.04 Wie viel Ego ist gut?

Eine große Rolle spielt unser Ego oder unser falsches Ego. Unter Ego verstehen wir in der Regel die Selbstüberzeugungen, die wir für uns gefasst haben. Es ist das in unserer Psyche gespeicherte Verständnis der Welt! Wir haben es durch Erfahrung gewonnen und bringen es mit den für Logik und Sinn zuständigen Teilen im Gehirn zum Ausdruck.

Leider ist unser Ego überwiegend so etwas wie eine PR-Veranstaltung in eigener Sache. Sie entspricht nicht dem, was wir wirklich sind. Jeder Gedanke, der nicht von unserem falschen Ego zurückgewiesen wird, wird in elektrischen Strom umgewandelt und in den Teil des Gehirns geschickt, wo sich die Hypophyse befindet und die Ströme, die dort verstärkt werden, werden zur Zirbeldrüse geschickt. Die steuert das zentrale Nervensystem und verstärkt jede Gedankenfrequenz, wie eine Schnellstraße für Gedankenkonstrukte und Elektrizität an der Wirbelsäule entlang.

Das wichtigste ist dabei unser Motivations- und Belohnungssystem im Gehirn! Wir schütten Botenstoffe aus, die positive Prozesse in Gang bringen. Endogenes Morphium setzt die Empfindsamkeit der Nerven sowie die Anfälligkeit des Herz-Kreislaufs-Systems, herunter. Es gibt dazu Übungen für Veränderungen. Diese Übungen sind gut für alles, was die Produktion der Gesundheitshormone im Körper beflügelt.

Dazu ist es erforderlich, unsere automatischen Lieblingsgedankenmuster zu kennen. Das sind die, die oft unbewusst, blitzschnell ablaufen, die meistens zu negativen Situationsund destruktiven Verhaltensweisen führenden Gedanken. Wenn wir diese Programmierung ausschalten, übernehmen wir Verantwortung und Kontrolle für Dinge.

Nur wenn wir annehmen, dass etwas unveränderbar ist, ist das Ergebnis und die Konsequenz Verzweiflung. Sind Erlebnisse beeinflussbar, werden wir sie besser bewältigen können. Also sollten wir uns auf das fokussieren, was klappt. Und nicht auf das, was schwierig ist und wo wir ziemlich sicher sehen können, dass es uns nicht gelingt!

1.05 Belohnung. Bestrafung. Konditionierung.

Die Klaviatur des logischen „Wenn-Dann“-Prinzips.

Positiv auf die Welt und auf Situationen schauen. Sich bei Leuten entschuldigen, denen wir Unrecht getan haben. Vergebung reduziert Stress und Angst. Der Versuch, Empathie zu leben, das heißt Mitgefühl zu empfinden, ist dabei entscheidend. Jedes Vermeidungsund Racheverhalten macht uns zum Verlierer. Wir reagieren damit nur, statt unser Leben aktiv in die Hand zu nehmen.

Wir können unseren Lebensrhythmus beeinflussen, indem wir Weisheit durch Neugier, Tapferkeit durch Zivilcourage und Menschlichkeit durch Empathie fördern. Wichtig ist dabei, in gute, energievolle Beziehungen zu investieren, die keine Energie absaugen, um Gerechtigkeit durch Fairness und Demut durch Bescheidenheit, zu entwickeln.

Auch verbal und rhetorisch können wir einiges tun, indem wir uns in Gesprächen bewusst konstruktiv verhalten, Anteil nehmen und zuhören!

Wollen Sie wissen, wie es weiter geht?

Hier können Sie "DON'T BURN OUT!" sofort kaufen und weiterlesen:

Amazon

Apple Books

ebook.de

Thalia

Weltbild

Viel Spaß!



Kaufen