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Das Wirtz-Luftschiff

Ja, ich bin neugierig!

Ich bin Autodidakt, der sich alles, was er benötigt, zusammensucht und liest, alles praktisch ausprobiert und Modelle baut, um Funktionsweisen zu verstehen. Ich frage Fachleuten Löcher in den Bauch, bis ich in der Lage bin erfolgversprechende Ergebnisse vorzulegen.

Der Modellbau liegt mir im Blut. Seit ich acht Jahre alt war, habe ich mit meinem älteren Bruder Segelflugzeuge und Koggen gebaut, später Luftschiffmodelle wie die Hindenburg.

Ich sollte Priester werden und besuchte das Ludgerianum in Münster am Aasee. Als ich lieber Ingenieur werden wollte, streikte mein Vater und ich musste abbrechen. Auf dem zweiten Bildungsweg nutzte ich die Möglichkeit, in Krefeld ein Textilingenieursstudium zu absolvieren.

Da mich Chemie faszinierte, holte ich mir den Zugang zur Bibliothek der Uni Duisburg und las sämtliche Fachinformationen zu Kunststoffen und Solartechnik, Elektro-, Speicher- und Lasertechnik, Baustatik und Chemie – alles, was ich für den Luftschiffbau in Leichtbauweise brauchte.

Meine Neugier trieb mich auf viele Messen, so fand ich auf der Stoffmesse die Firma Girmes aus Krefeld. Sie wollten Kunstrasen herstellen und trennten das Gewebe mitten durch die Polfäden, die den grünen Kunstrasen darstellten. Sie brachten mich auf die Idee, es mit diesen technischen 3D-Geweben anders zu probieren, sie mit Hartschaum zu füllen, was besonders meinen Söhnen gefiel, die immer alle Stufen der Entwicklung begleiteten und später Patente anmeldeten.

Mein Großvater Ferdinand war im 1. Weltkrieg Kapitän auf einem Zerstörer und danach Oberbaumeister bei der August Thyssen Hütte. Er baute mit 3.500 Maurern die Hütte nach dem Krieg wieder neu auf und brachte mir in seinem Schrebergarten alles an technischem Grundwissen bei, was ich nur wissen wollte. Da er bereits in den 1940er-Jahren viel von Bionik sprach und mich Respekt vor den technischen und chemischen Lösungen der Natur lehrte, mir zeigte, wie effizient die Natur Probleme löste, kamen wir oft auf seine Vorliebe, das Bauhauskonzept zu sprechen, denn er liebte den sozialen Gedanken, der dahinter steckte. Sein Namensvetter Ferdinand Graf von Zeppelin wurde von ihm verehrt und oft erklärte er mir eine funktionierende Welt mit großen Luftschiffen, die sozialen Frieden und Entwicklung der ärmeren Völker nach sich ziehen würde. Als Marine-Kapitän im Ruhestand betrachtete er stets auch die militärischen Chancen. Er hasste den 2. Weltkrieg und hatte, nach seiner Auszeichnung 1919, abgedankt.

So war ich aus vielen Gründen begeistert, am Luftschiffkonzept zu arbeiten. Ich möchte meine Begeisterung und mein erlangtes Wissen den kommenden Generationen weitergeben und ihnen die Chancen und Notwendigkeiten aufzeigen. Wenn Sie – wenn Ihr mir alle helft, dann sollte ich die neuen StarrLuftschiffe nach meinen Visionen noch erleben dürfen.

Aus den hochfesten 3D-Wirtzplatten habe ich ein Luftschiff-System konzipiert, das ich bereits in meinem Buch Die Nase voll – Technik überwindet Armut beschrieben habe. In diesem Buch wird nun allen Luftschiff-Fans das Modell ausführlich mit vielen Bildern, Zeichnungen, Skizzen und technischen Details vorgestellt.

Fritz Wirtz

Inhaltsverzeichnis

1. Außenhaut

2. Die Berechnung der Zelle

3. Das Wabenkonzept

4. Die Außenhaut

5. Die Einzelzellen

6. Das Triebwerk

7. Druckluft und lenkbarer Düsenstrahl

8. Steuerung

9. Kilometerlange Luftschiffe

10. Solarenergie

11. Wirkungsweise der Düsen

12. Funktionen

13. Militärischer Einsatz

14. Servicecenter für viele Branchen

15. Umweltfreundlich und spannend

16. Die Technologie macht den Unterschied

17. Schutz vor Kernenergie-Katastrophen

18. Luftschiff als Katastrophenschutz

19. Wirtz-Häuser

20. Das Konstruktionsprinzip der Wirtz-Luftschiffe

21. Kleiner Preis – hohe Profite

22. Die Basis-Wirtz-Platte

23. Das Gewebe ist das Geheimnis

24. Stabilität hat viele Väter

25. Die Natur als Vorbild

26. Leichtbau & Ideengeber

27. Visionen

28. Forschung & Umsetzung

29. Aus der Arbeit der Studenten

30. Funktionsweise des WIRTZ-Trockenbau-Modulsystems

31. Student Steffen Zittel schreibt

32. Wundermatrial PU

33. Geschichte der PU Schäume

34. Energiegewinnung für Häuser und Luftschiffe

35. Wasserelektrolyse

36. Fliegen ohne Klimaschaden

37. Elektromotoren

38. Materialien aus der Zukunft

39. Wirtz-Platte als Kondensator

40. Laser – ein genialer Luftschiffschutz

41. Laser – ein historischer Rückblick

42. Nanoröhren

43. Historie – Die Luftschifffahrt Geschichte

1. Außenhaut

Die Außenhaut wurde an zwei Stellen entfernt, um die Zellen, die eine Länge von 96 Metern haben, zu erklären. Im Vordergrund sehen Sie den Zeppelin NT aus Friedrichshafen im Maßstab 1:200. In der Länge musste der Maßstab geändert werden, sodass bei dem Modell eine Zelle nur 22 cm lang ist – im richtigen Maßstab 1:200 wäre sie 48 cm lang. Doch dann würde das Modell unhandlich und über 4 m lang. So sind die Modell-Zellkanten des Sechsecks nur 40 mm in der Breite der Zelle, statt 45 mm. Geht man genau auf den Maßstab 1:200 ein, hätte das Modell mehr Fülle. Das hier dargestellte Modell zeigt in jeder Zeile 18 Zellen und ist neun Zeilen lang, wobei die Kopf- und Fußzeile durch das Verschlanken weniger Zellen hat. Kopf und Fuß haben hinzu einen kleinen Überbau für die Zuspitzung.

Jede Helium-Zelle hat einen Auftrieb von 4,15 t.

2. Die Berechnung der Zelle

Die Zelle hat in der Breite eine Kantenlänge von 9 m und zwischen den Sechseck-Pyramiden 80 m Länge. Die Pyramiden haben jeweils 8 m, somit von Stern zu Stern 96 m. Bei einem Heliumvolumen von 18.402 m3, während die Hülle ein Gewicht von 14,2 t hat, bleibt ein Auftrieb von 4,2–5 t pro Zelle. Ein wenig Spielraum ist in der Berechnung, da die Luft am Boden ein Gewicht von 1,293 kg/m3 und Helium ein Gewicht von nur 0,179 kg/m3 hat. Multipliziert man die 18.402 m3 damit und zieht das Gewicht der Hülle ab, so bleibt ein Auftrieb von etwas über 6 t. Doch sobald man nur einen Überzug von 200 g pro m2 rechnet, kostet eine solche Oberflächenveredlung gleich eine Tonne Zusatzgewicht. Das ergibt bei dem Modell mit 142 Zellen, von denen 16 als Lastzellen wegfallen, einen Auftrieb von 588,7 t. Mit diesem Auftrieb schafft man es, viel Technik, Menschen und Werkzeuge oder Autos zu transportieren.

3. Das Wabenkonzept

Da jeweils zwei Außenwände zueinander stehen, ergibt das Wabenkonzept jeweils eine Festigkeit von vier hochfesten textilen Flächen mit einem 20 cm dickem Textil-PUR-Hartschaum- Gerüst, mit 20.000 Polfäden pro Quadratmeter, die diese Konstruktion festigen. Die Konstruktion hat eine höhere Festigkeit als ein Aluminiumgerüst mit Aluminiumblech-Beplankung, da sämtliche Kräfte in Zuglasten umgewandelt werden, ähnlich einer Hängebrücke. Der textile Anteil hat zusammen mit dem druckfesten PU-Schaum neben der hohen Stabilität den Vorteil der guten Isolation. Da die meisten Flächen eine zweite daneben haben sind das stets 20 cm Hartschaum/Textil.

4. Die Außenhaut

Die Außenhaut umspannt das ganze Gebilde und ist ebenfalls eine hochfeste zweischichtige Matte, die einen weicheren und leichteren PU-Schaum in der Stärke von 40 mm hat. Die Oberfläche fühlt sich gelackt an, darunter ein Zweiwandgewebe mit einem Aramidanteil von 20 %, das als Netz, ähnlich einem Glencheck-Muster, eingewebt ist und neben der achtfachen Festigkeit dem Stoff eine höhere Steifigkeit verleiht.