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DARKLAND - Die verschwundenen Kinder

Dana Müller

DARKLAND - Die verschwundenen Kinder

Dark-Fantasy-Roman


Die Geschichte basiert auf der Fantasie der Autorin und ist frei erfunden. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden Personen oder Handlungen sind rein zufällig und nicht gewollt. Nachdruck, Kopien und Vervielfältigungen jeglicher Art sind verboten und werden strafrechtlich verfolgt. 2. Auflage 2016


BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Darkland

 

 

Die verschwundenen Kinder

 

 

 

 

 

Roman

 

 

Zitat

Eine Mutter tut mehr für ihren Sohn, als sie für ihr eigenes Leben tun würde.

 

Gotthold Ephraim Lessing 1729-1781

Die Autorin

Dana Müller wurde 1974 in Berlin geboren. Die vierfache Mutter fühlte sich schon sehr früh zu Büchern hingezogen und tauschte in der Grundschule ihre Pausenbrote gegen Lesbares ein. Das Schreiben begleitet sie seit der Jugend, damals inspiriert durch Wolfgang Hohlbein und Stephen King, heute durch ihre Kinder und den Ehemann. Sie lebt mit ihrer Familie, Hund und Katze in der Nähe Berlins.

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Devils Gate

Zarte Sonnenstrahlen brachen durch die Baumkronen. Eine Brise tanzte über den Ort der letzten Ruhe. Das Zwitschern einiger Zeisige vereinte sich mit dem Flüstern der Bäume. Ein Platzregen hatte die Luft gereinigt und die Gräber von Staub befreit. Durch seine Wucht war das kleine Spinnennetz weggewaschen worden, das Wanda bereits bei ihrem letzten Besuch aufgefallen war. Die Spinne hatte sich ihr Zuhause zwischen dem Sockel und der weißen Marmorplatte gebaut. Sie wollte das Tier nicht entfernen, denn dieses kleine Leben sollte Anthony Gesellschaft leisten, in der finsteren Welt, in der sie ihn vermutete. Nun war auch sie fort. In den letzten Monaten hatte Wanda den Besuch dieses Ortes zu ihrer täglichen Pflicht erklärt. Wie jedes Mal zuvor war sie auch heute in Begleitung ihres Sohnes Brandon gekommen. Unter keinen Umständen sollte die Erinnerung an seinen Vater verblassen. Wanda küsste den duftenden Kopf einer roten Rose und tauschte sie gegen eine verwelkte aus, die vor dem kalten Stein lag. Jeden Monat hatte Anthony ihr eine dieser duftenden Blumen zum Geschenk gemacht. Nun erhielt sie dieses Ritual aufrecht.

Zu Lebzeiten liebte Anthony englischen Rasen, was die Entscheidung der Grabbepflanzung erleichterte. Dichtes, saftiges Grün lag wie eine warme Decke über dem Grabhügel. Wanda hielt es penibel sauber. Jedes Blatt, das der Wind hinauftrug, wurde von ihr eingesammelt und in die nahestehende Laubtonne gebracht. Sie sorgte sich um den toten Anthony ebenso, wie sie sich um den lebenden gekümmert hatte, vielleicht sogar ein bisschen mehr. Insgeheim fühlte sie sich schuldig an seinem Zusammenbruch, aber das behielt sie für sich, um Brandon nicht zu belasten. Wanda kam ihn stets besuchen, wenn die Sehnsucht nach ihrem verstorbenen Mann unerträglich wurde. Es spielte keine Rolle, ob es tief in der Nacht war oder der Morgen graute. Manchmal träumte sie von ihm. Dann sprach er meistens mit ihr, und einmal hatte er sie in ihrem Schlaf darum gebeten, die Margeriten von seinem Bruder zu entfernen. Wanda hatte sich den Mantel übergeworfen und war in jener sternenklaren Nacht auf den Friedhof gefahren, um ihrem Mann seinen Wunsch zu erfüllen.

Brandon zog ein gefaltetes Blatt Papier aus der Jackentasche und öffnete es. Dann drückte er es an seine Brust und strich es sorgfältig glatt. Die Morgenfrische hatte ein zartes Rot auf seine Wangen gezaubert. Sie beobachtet ihren kleinen Sohn dabei, wie er das Blatt neben die vorangegangenen an den Grabstein seines Vaters lehnte und darauf achtete, nicht den nassen Rasen zu berühren. Jedes dieser Bilder zeigte dieselben beiden Jungen in der Mitte ihrer Eltern. Wanda wischte mit dem Ärmel ihrer Jacke den Marmor trocken. Dann holte einen Spiegelkleber aus der Jackentasche und befestigte das gemalte Bild an dem Stein. Während die Witterung die Farben der anderen Bilder fortgespült hatte, leuchteten die Wachsmaler auf der heutigen Zeichnung in frohen Farbtönen. Tränen sammelten sich in ihren Augenwinkeln, als sie den Schriftzug entdeckte, den Brandon in kindlich unbeholfener Strichführung unter der kleinen Familie platziert hatte. Daddy. Es war nur ein Wort, aber dieses bohrte sich wie ein Dolch in ihr Herz und ließ sie an einer höheren Macht zweifeln. Gott hatte ihr den Erstgeborenen genommen und wie durch ein Wunder hat sie diesen schmerzlichen Verlust überlebt. Doch das Leid wollte einfach kein Ende nehmen. Nun stand sie ganz alleine mit dem kleinen Brandon da, der sie immer mehr an seinen Bruder erinnerte. Ihn musste sie ohne väterlichen Einfluss großziehen. In manchen Nächten dachte sie daran, aufzugeben. Doch dann drängte sich Brandons liebevolles Stimmchen in ihr Bewusstsein. Es hielt sie fest in dieser Welt, hinderte sie daran, seinem Vater zu folgen und erinnerte sie von Zeit zu Zeit an die Möglichkeit, dass Chris irgendwo am Leben sein konnte. Doch dieser Gedanke zerriss sie förmlich. Sie konnte einfach nicht abschließen, konnte sich auf nichts Neues einlassen, solange sie keine Gewissheit um den Verbleib ihres Sohnes erlangte.

Das ratschende Geräusch des Reisverschlusses von Brandons Jacke unterbrach ihre Wehmut. Der kleine Junge holte seinen ständigen Begleiter und Beschützer hervor und sah ihn mit prüfendem Blick an. Dann drückte er den Teddy fest an sich und setzte ihn zu dem Bild.

»Den brauchst du mehr als ich«, sagte er und schritt zu seiner Mutter zurück. Da standen sie nun gemeinsam und betrachteten das Bild, als Brandon seine kleine Hand in die seiner Mutter legte. Sie umschloss diese sanft und blickte zu ihrem Jungen hinunter.

»Bist du dir sicher, dass dir Louky nicht fehlen wird?«, sagte sie und schluckte die Tränen hinunter, die nun mit aller Macht in ihre Augen drängten.

»Ich habe geträumt, dass Daddy ganz alleine ist«, sagte Brandon und musste schlucken. »Ich hab ja dich. Du passt auf mich auf und Louky passt jetzt auf Daddy auf«, erklärte er mit einem Lächeln, das Wanda in den vergangenen Monaten immer wieder aus den dunkelsten Winkeln ihrer Trauer den Weg ins Leben gewiesen hatte.

Angesichts der Stärke, die Brandon in seiner Zartheit bewies, fehlten ihr die Worte. Ohne ihn wäre sie längst verloren, und mit größter Wahrscheinlichkeit auch seinem Vater gefolgt. Brandon war ihr Halt in dieser Welt. Mit jedem Tag stützten seine Worte sie mehr und legten einen heilenden Schleier über ihre geschundene Seele.

»Komm, wir müssen noch was zu essen einkaufen«, sagte sie, nicht weil es Zeit wäre, eher aus einem Impuls heraus, der besagte, dass sie ihre Tränen nicht mehr lange zurückhalten könnte.

»Was kochst du heute?«, fragte er auf dem Weg zum Ausgang.

»Mal sehen. Was möchtest du denn essen?«, erwiderte sie und war froh, dass Brandon mit dem Verlust seines Bruders und dem Tod des Vaters seine Kindlichkeit nicht eingebüßt hatte.

»Kann ich noch überlegen?«, fragte er und hüpfte auf einem Bein neben ihr her.

Brandon liebte die Einkäufe, nicht zuletzt, weil er sich immer etwas Kleines aussuchen durfte. Wanda hingegen hasste sie. Für sie war der Besuch im hiesigen Supermarkt ein notwendiges Übel. Denn der nächste Markt war einfach zu weit entfernt, als dass sie den hätte ansteuern können. Wanda hatte es versäumt, einen Führerschein zu machen und war auf kurze Strecken angewiesen, die sie zu Fuß zurücklegen konnte. Busse fuhren hier nicht, zumindest nicht in der Nähe. Die nächste Bushaltestelle lag einen zweistündigen Fußmarsch entfernt. Also musste sie mit der Sozialstruktur der Kleinstadt vorlieb nehmen. In ihren Augen war der Hiesige kein Supermarkt, sondern eher ein kleiner Tante-Emma-Laden, dessen Regale immer nur sporadisch gefüllt wurden. Die Leckereien waren zwar ausgeschildert, aber standen nie in den Regalen. Wanda hegte die Vermutung, dass es besondere Dinge unter dem Ladentisch gab, die nur an ausgewählte Stammkundschaft gingen. In der Stadt hätte sich ein Geschäft mit derartigen Praktiken nicht lange über Wasser gehalten. Aber hier war alles anders.

Sie hatte gehofft, sich der neuen Umgebung anzupassen, aber die Leute von Devils Gate machten es ihr nicht gerade leicht. Wann immer sie die Gelegenheit bekamen, grenzten sie Wanda und ihren Sohn aus. Das Schlimmste an der ganzen Sache war, dass sie nicht fort konnte. An diesem unfreundlichen Ort lag Anthony unter der Erde, und Chris könnte jeden Augenblick zurückkommen, daran glaubte sie fest. Sie wollte keinesfalls Anthonys Totenruhe mit einer Umsiedelung stören. Den Gedanken an Chris bremste sie aus, ehe die Gefühle sie überwältigten. Wäre Brandon nicht, der vor ein paar Tagen seinen sechsten Geburtstag gefeiert hatte und ihr Leben ausfüllte, wäre sie überhaupt nicht aus dem Haus gegangen. Aber Brandon war da, und forderte seine Bedürfnisse ein.

Oft dachte sie über Devils Gate nach. Diesen Ort suchte man vergeblich auf einer Karte. Hier bekam das Sprichwort: »Wo der Pfeffer wächst«, eine ganz eigene, reelle Bedeutung, denn hier stand das Pfeffermuseum. Wenige Wochen im Jahr lockte es einige verirrte Seelen in die Stadt, die ebenso schnell wieder verschwanden, wie sie gekommen waren. Der nächste Arzt war zwei Meilen entfernt und machte nur selten Hausbesuche.

Doch das waren Dinge, mit denen Wanda hätte leben können.

Es waren die Bewohner, die ihr und Brandon das Leben erschwerten. Sie war es leid, immer wieder im Zentrum ihrer Lästereien zu stehen. Anfangs taten sie es noch hinter vorgehaltener Hand, aber schnell hatten sie ihre Scheu abgelegt und machten sich keine Mühe mehr, ihre Gehässigkeiten zu verbergen. Ihr war nicht ganz klar, ob sich diese bibeltreuen Menschen zur Läuterung von Wandas Seele berufen fühlten, oder aber einfach nur Spaß daran hatten, sie niederzumachen.

Anthony hatte ihre kleine Welt mit seinem Freitod beschmutzt. Niemand von ihnen hatte auch nur einmal danach gefragt, was ihm helfen könnte, seine Stärke wiederzuerlangen. Sie wussten alle, dass er durch das plötzliche Verschwinden seines älteren Sohnes zusammengebrochen war. In ihren Augen war er schwach und hatte nicht nur seinem Leid ein Ende gesetzt, sondern die Familie im Stich gelassen. Damit konnten die Leute hier nicht umgehen. Dabei stand es ihnen nicht zu, über ihn zu urteilen. Wanda wehrte sich gegen den Gedanken, dass sie recht haben könnten. Sie wollte Anthony so in Erinnerung behalten, wie er zu Lebzeiten war. Wie sonst sollte sie ihrem Sohn später einmal von seinem Vater erzählen, wenn er fragt.

Statt Wanda eine Hand zu reichen und sie durch diese schwere Zeit der Trauer zu begleiten, wünschten sie die kleine Familie zum Teufel. Manchmal fragte sich Wanda, ob das Wörtchen Mitgefühl überhaupt in ihren Wörterbüchern zu finden war.

Während sie die Straße hinaufschlenderten, musste Wanda schmunzeln. Das musste sie immer, wenn sie dem Schriftzug über der Ladentür folgte.

»Dann gehen wir mal in den Supermarkt«, sagte sie und betonte das letzte Wort.

Die Kassiererin arbeitete hier seit Jahren und schien sich deshalb für etwas Besseres zu halten. Sie warf Wanda einen Blick zu, dessen Arroganz ihresgleichen sucht.

»Guten Tag«, sagte Wanda freundlich, aber die Kassiererin spitzte nur die Lippen und setzte das Feilen ihrer Nägel fort.

»Dann eben nicht«, raunte sie und nahm Brandons Hand.

»Darf ich mich umsehen?«, fragte er und Wanda schenkte ihm ein Lächeln.

»Aber nichts anfassen«, erwiderte sie und ließ seine Hand los.

Sofort hüpfte er von einem Bein aufs andere zu dem Regal mit den Süßigkeiten.

Jemand betrat den Laden und wurde von der Kassiererin freundlich begrüßt. Wanda schüttelte den Kopf und suchte nach den passenden Nudeln für ein Gratin. Käse und Schinken fand sie in der Kühltheke und nahm gleich die doppelte Menge von dem mit, was sie heute brauchte, um ihren Vorrat wieder aufzustocken.

Sie warf einen Blick zu Brandon, der am Ende des Regals lehnte und offensichtlich dem Gespräch zuhörte, das die Kassiererin mit einer älteren Dame führte. Schnellen Schrittes näherte sie sich ihrem Sohn.

»Möchtest du einen Nachtisch?«, fragte sie und versuchte ihn so vom Lauschen abzuhalten.

Wanda trafen die Worte dieser Frauen meist hart. Deshalb versuchte sie, Brandon derartige Erfahrungen zu ersparen. Steter Tropfen höhlt den Stein, so sagt man. Wanda befürchtete, dass Brandon den Anfeindungen nicht lange standhalten könnte. Obwohl sie wusste, dass sie ihn nicht immer davor bewahren konnte, versuchte sie ihn zumindest in den Momenten vor den Gehässigkeiten zu schützen, wenn sie dabei war.

Er schüttelte den Kopf und sagte leise: »Sie reden über Dad.«

»Komm«, sagte sie, griff seine Hand und zog ihn weg.

»Mom, ich will das hören«, beschwerte er sich, aber Wanda ließ sich nicht darauf ein und ging weiter.

»Pudding, den brauchen wir noch«, sagte sie und eilte mit Brandon den Gang hinauf.

Was auch immer die Weiber lästerten, Brandon sollte es nicht hören. An der Kühltheke griff sie nach Grießpudding, den mochte Brandon am liebsten. Dazu nahm sie noch einen kalten Kakao mit, den konnte er auf dem Weg trinken. Sie atmete tief durch, begradigte ihre Haltung und ging zur Kasse. Das Getuschel verstummte.

»Ich muss auch wieder weiter«, sagte die ältere Dame und verabschiedete sich von der Verkäuferin. Wanda warf sie nur einen raschen, nichtssagenden Blick zu und eilte zur Tür.

Wanda knallte den Metallkorb auf den Tresen und wartete darauf, bedient zu werden. Ein kleines Schildchen klemmte an der wollenen Weste der Kassiererin, deren Maschen so groß und ungleichmäßig gestrickt waren, dass ganze Finger hindurchpassten. Die einst zottelige Wolle hatte sich an den Seiten unterhalb der Arme in Filz verwandelt und gab dem Teil einen ungepflegten Charme. Der Schriftzug auf dem Schildchen war fast verblichen. Wanda konnte den Lauf des Kugelschreibers noch erkennen. Nicky. So genau hatte sie sich die Dame noch nie angesehen.

Bisher gab es auch keinen Grund dafür, aber in diesem Moment war Wanda geladen. Wenn sie ihr die Meinung sagen würde, dann wollte sie wenigstens wissen, wem sie ihre Worte an den Kopf schmetterte. Leider war Brandon dabei und sie musste ihre Wut hinunterschlucken. Aber irgendwann käme sie alleine und dann sollte sich diese Nicky lieber warm anziehen.

Als Jugendliche hatte sich Wanda die Schulbank mit einem Mädchen geteilt, das denselben Namen trug. Damals hatte Wanda sich darüber aufgeregt, wie man seine ganze Zeit mit Schminken und Frisieren verbringen konnte. Aus der Schulzeitnicky war nichts weiter geworden. Irgendwann war sie mit einem schmierigen Typen durchgebrannt. Später hatte Wanda gehört, dass sie ein Kind nach dem anderen bekam und sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser hielt.

Die Kassennicky erinnerte Wanda sehr stark an das Mädchen. Die blonden Strähnen waren in dicke Lockenwickler gerollt und es roch nach frischem Nagellack, den Nicky pustend zu trocknen versuchte. Mit einem Zeigefinger-Daumen-System begann sie schließlich, die Ware über die Scanner Fläche zu ziehen und beförderte sie lieblos in die Papiertüte, während sie Kaugummi kauend immer wieder zu Wanda schaute. Brandon reichte nur knapp über den Verkaufstresen. Er verfolgte aufmerksam jede Bewegung.

»Vierzehn zwanzig«, sagte Nicky mit ihrer piepsigen Stimme und schob Wanda den Zahlteller entgegen.

Wanda suchte das Geld passend aus ihrem Portemonnaie und legte es in die Ausbuchtung der gläsernen Schale. Während Nicky die Münzen mehrfach zählte und diese schließlich in den Fächern der Kasse verteilte, schnappte sich Wanda die Papiertüte und ging wortlos zur Tür.

»Wenn ich Sie wäre, würde ich Devils Gate schnellstens verlassen«, rief Nicky ihr hinterher.

Wanda blieb einen kurzen Moment stehen und atmete tief durch, dann sah sie zu ihrem Sohn hinunter. Gerne hätte sie Nicky in der Luft zerrissen, aber vor den Augen und Ohren ihres Kindes wollte sie sich nicht auf deren Niveau begeben. Deshalb tat sie so, als hätte sie nichts gehört und verließ den Laden, während sie ihre Worte hinunterschluckte.

Brandon steckte ein letztes Mal den Kopf durch den Türspalt und streckte der Kassiererin seine Zunge genüsslich entgegen. Dann ließ er die Tür zufallen und schloss sich zufrieden seiner Mutter an. Wanda konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Es war nicht so, dass sie es guthieß, anderen Leuten respektlos gegenüberzutreten, aber dieser kleine Moment verschaffte Wanda eine gewisse Genugtuung. Zwar hatten die Tratschtanten von Devils Gate nun einen neuen Grund, die beiden zum Thema der Woche zu machen, aber Brandons entspanntes Gesicht war unbezahlbar.

 

Mason



Seit dem Tod seines Bruders besuchte Mason seine Schwägerin und den kleinen Brandon in regelmäßigen Abständen. Offiziell tat er es aus familiären Verpflichtungen, doch der eigentliche Grund war, dass er sich in der Nähe der beiden einfach wohlfühlte. Er genoss das Zusammensein mit ihnen und freute sich wie ein kleiner Junge, wenn Wanda Aufgaben für ihn hatte. Wenn er das Dach flickte oder die Wurzeln der alten Eiche ausgrub, fühlte er sich als wirklicher Teil der Familie, als jemand, auf den man nicht so einfach verzichten konnte. Seit Anthony nicht mehr da war, bestand seine Familie nur noch aus den beiden und dem verschwundenen Chris. Jeden Tag spürte er Sehnsucht nach Wandas älterem Sohn und hoffte darauf, dass dieser eines Tages die Tür öffnen würde. Er wollte einfach nicht wahrhaben, dass sein Neffe vielleicht nie wieder auftauchen würde. Eines Tages würde er sich der Realität stellen müssen, nur nicht jetzt. Solange ein bisschen Hoffnung in seinem Herzen lag, wollte er mit der Realität nicht tauschen.

Mason wohnte in der Stadt und hatte bis auf gelegentliche Liebeleien keine weiteren Verpflichtungen. Eines Tages war ihm ein kleiner Streuner zugelaufen und bei einem seiner verspäteten Gassigänge war er schnell wieder verschwunden. Er war eben nicht der Mensch für dauerhafte Bindungen, und das hatte der Hund wohl bemerkt. Doch mit jedem weiteren Besuch bei Wanda und Brandon wuchs der Wunsch nach etwas Festem. Leider standen ihm seine Moralvorstellungen im Weg. Auf keinen Fall konnte er den Platz seines Bruders einnehmen. Wie sollte er denn Brandon den Vater ersetzen?

Gerade, als er den Finger ausstreckte, um die Klingel zu betätigen, bemerkte er, dass die Tür nur angelehnt stand. Das war sehr ungewöhnlich, denn er kannte Wanda als einen sehr vorsichtigen und verantwortungsbewussten Menschen, der Risiken mied, wie der Teufel das Weihwasser. Sein Herz begann zu trommeln. Nach dem Unglück mit seinem Bruder war er auf alles eingestellt. Er hatte sich angewöhnt, immer vom Schlimmsten auszugehen. Die Frage nach dem, was ihn hinter der Tür erwarten würde, verunsicherte ihn Zusehens. Sein Kopf war wie leer gefegt und ein Zittern jagte durch seinen Körper.

Mason schob unsicher die Tür noch ein Stückchen weiter auf und schlüpfte durch den schmalen Spalt. Vorsichtig zog er einen Regenschirm mit Metallspitze aus dem Ständer im Flur und schlich langsam voran. Klimpern und Scheppern wiesen Mason den Weg zur Küche. So leise er konnte, tastete er sich ins Wohnzimmer voran. Es klang, als wühlte jemand wild in den Fächern herum. Ein Einbrecher? Aber, was suchte er? Bei Wanda gab es nichts zu holen. Mason nutzte den Moment des Krachs, um sich mit einigen beherzten Schritten unbemerkt der Küchentür zu nähern. Mit einem Schmunzeln ließ er erleichtert den Schirm sinken und betrachtete den vermeidlichen Einbrecher in seinem schwarzen Kleid und der weißen Schürze.

Wandas Anblick verzauberte ihn und er stellte sich vor, wie es wäre, wenn diese Schönheit ihn jeden Tag bekochen würde. In seinen Augen war sie die vollkommene Frau. Eine Frau, die den schmalen Grat zwischen Hausmütterchen und Sexbombe gekonnt ausbalancierte. Das hochgesteckte Haar vervollständigte das Bild und verführte Mason zum Träumen. Er betrachtete Wandas grazile Erscheinung, wie sie mit einem großen Küchenmesser einige Möhren bearbeitete. Er fühlte sich in die Zeit zurückversetzt, als die Werte der Frau ganz anders definiert worden waren. Damals war er nicht einmal geboren, aber in den alten Filmen besaß die Welt einen ganz eigenen Zauber, den Mason sich schon oft herbeigesehnt hatte. Er blieb noch eine Weile in dieser beobachtenden Position, ehe er seine Anwesenheit mit einem »Hey« preisgab.

Wanda schrie auf und fuhr mit dem Messer in der Hand herum. »Herrgott Mason! Musst du dich denn immer so anschleichen?«

Während Mason auf das blanke Metall starrte, war er froh darüber, dass er einen sicheren Abstand gehalten hatte. Wanda legte das Messer auf das Schneidebrett.

»Hättest du mich zerhackstückelt, wenn ich dich berührt hätte«, fragte er mit sarkastischem Unterton.

»Wer weiß«, antwortete sie mit aufgesetzter Arroganz.

Er liebte es, wenn sie so war. Das holte irgendwie ihren ganzen Sex-Appeal zum Vorschein. Er musste sich zügeln, sonst könnten all seine moralischen Vorstellungen mit einem Mal über Bord gehen.

Mason hielt immer noch den Regenschirm in der Hand.

Wanda sah ihn verdutzt an »Ist das nicht meiner? Regnet es?«

Wortlos klemmte er ihn an die Kante der Kommode zurück. Ein stürmisches Poltern kam von der Treppe, es kündigte Brandon an.

»Onkel Mason«, rief der kleine Junge fröhlich und sprang seinem Onkel ungestüm an den Hals.

Dieser taumelte einige Schritte rückwärts in die Küche und schaffte es schließlich, seine Balance wiederzuerlangen. Noch ehe er ihn abgesetzt hatte, schmetterte sein Neffe ihm die Freude entgegen, die er bei jedem seiner Besuche empfand.

»Onkel Mason, Onkel Mason«, wiederholte er aufgeregt. »Hast du mir was mitgebracht?«

Mason verwöhnte seinen Neffen schon immer gerne. Es gab nicht einen Tag, an dem er mit leeren Händen gekommen war. Aber jedes Mal spannte er den kleinen Jungen auf die Folter und tat so, als hätte er nichts dabei. Schulterzuckend setzte er einen unwissenden Blick auf.

»Keine Ahnung. Lass mich überlegen«, sagte er und starrte an die Decke.

»Du hast mir was mitgebracht«, stellte Brandon fest und fummelte an der Jacke seines Onkels herum. »Du würdest mich nie vergessen.«

»Whow, warte. Das grenzt ja an Leibesvisitation. Schließ die Augen«, sagte Mason und schob seine Hand in die Innentasche der Jacke.

Brandon kniff die Augen fest zu und streckte ihm erwartungsvoll die Hände mit den Handflächen nach oben entgegen. Ein leises Knistern versetzte ihn in helle Vorfreude und er wippte auf den Zehen auf und ab. Wanda sah dem Schauspiel mit einem Schmunzeln zu, während Mason ein kleines, verschnürtes Päckchen auf die Handflächen ihres Sohnes legte.

»So, Sportsfreund! Augen auf!«

Mason hatte noch nicht ausgesprochen, als Brandons Lider aufsprangen und er sein Geschenk mit großen Augen begutachtete. Brandon drehte es und schnupperte daran, dann schüttelte er es behutsam und fragte schließlich: »Onkel Mason, was ist da drin?«

»Keine Ahnung, wie wär`s, wenn du`s auspackst?«, antwortete dieser.

Das war das Stichwort für fliegende Papierfetzen. Einen winzigen Augenblick später hielt er ein Computerspiel in seinen Händen und starrte es teils ungläubig, teils überwältigt an. Seine Augen hatten sich in zwei funkelnde Sterne verwandelt.

»Cool«, sagte Brandon ehrfürchtig und es folgte ein knappes »Danke«, bevor er die Treppe hinaufeilte, um seine neue Errungenschaft auszuprobieren.

Mason liebte diese Augenblicke, wenn sein Neffe mit dem Mitbringsel seines Onkels glückselig in seinem Zimmer verschwand und sich danach durch nichts und niemanden stören ließ. Zwar wusste er, dass Wanda dies nicht so gut fand, aber das ließ er sich nicht nehmen. Oft hatte sie ihm vorgeworfen, Brandon ein falsches Bild zu vermitteln, denn im Leben würde es nichts geschenkt geben. Dennoch genoss er es, ihn zu beschenken. Denn diese leuchtenden, funkelnden Augen waren es wert, mit Wanda zu diskutieren. Der Kleine hatte es in letzte Zeit nicht einfach gehabt und er fühlte sich als Onkel dazu berufen, diesen Fehler des Schicksals ein wenig erträglicher zu machen.

»Du sollst ihn doch nicht so verwöhnen«, meldete sich Wanda, während sie ihre Karotten weiter bearbeitete.

»Ach komm schon, er freut sich doch jedes Mal«, antwortete Mason und bereute es sogleich wieder, denn Wanda sah sich um und blitzte ihn mit einer hochgezogenen Braue an.

Er mochte Wanda, insgeheim liebte er sie sogar, aber diese schulmeisterlich hochgezogene Augenbraue konnte er nicht ausstehen. Diese Geste gab ihm jedes Mal das Gefühl, einen gewaltigen Fehler gemacht zu haben. Dann fühlte er sich wie ein kleiner Junge, der mit seinen schlammigen Gummistiefeln über den sündhaft teuren, weißen Teppich gelaufen war.

»Du solltest hier raus. Du und Brandon«, sagte er und vergrub seinen Zähne in das mehlige Fruchtfleisch eines roten Apfels.

Wanda hielt inne und legte das Messer hin. Dann drehte sie sich langsam um und zeigte ihm erneut ihre hochgezogene Augenbraue. Er hätte es besser wissen müssen. Dies war genau das Thema, welches sie noch rasender machte, als die Geschenke für ihren Sohn. Mason setzte noch einen drauf. Wenn sie schon sauer auf ihn sein wollte, dann sollte sie auch einen Grund haben.

»Eine neue Stadt, für Brandon ein neues Umfeld. Einfach mal einen Strich unter die Vergangenheit machen und woanders ganz neu anfangen. Wäre das denn so schlimm?«

Er rechnete mit Wandas Explosion, doch zu seiner Verwunderung blieb sie gelassen. Er wusste, dass sie das Haus und den Ort mindestens ebenso verabscheute, wie er. Mit dem kleinen Unterschied, dass er kein Geheimnis daraus machte.

In den städtischen Aufzeichnungen fanden sich einige Geheimnisse und Gerüchte um dieses Gemäuer. Die meisten von ihnen waren so unglaublich, dass Mason vermutete, jemand hätte sie absichtlich gestreut, um den Ort interessanter zu machen, oder ihm zu schaden. Einige von ihnen bezogen sich direkt auf Wandas Vorfahren und diese waren alles andere als schön.

»Mason, bitte!«, seufzte sie. »Mir ist ja klar, dass du es gut mit uns meinst. Aber du weißt, dass ich hier nicht weg kann, auch wenn ich es manchmal wollte.«

»Warum nicht? Bei mir in der Straße wird ein kleines Häuschen frei, genau richtig für euch beide. Die Hendersons, du hast sie auf dem Sommerfest kennengelernt, die ziehen weg. Wenn du willst, dann mach ich gleich einen Termin mit der Maklerin. Du könntest es dir zumindest mal ansehen.«

Wanda näherte sich dem Tisch, an den Mason sich gesetzt hatte, und stemmte ihre Arme auf die Platte. Dann sah sie ihm tief in die Augen und sagte ganz langsam: »Das hier ist unser Zuhause. Ob dir das passt, oder nicht!«

»Ja, aber ...«, setzte Mason zur Verteidigung an und wurde unterbrochen.

»Wir können hier nicht einfach so weg«, ergänzte sie energisch und kehrte ihm den Rücken. Dann drehte sie sich wieder um, stemmte die Arme erneut auf die Arbeitsplatte und atmete schwer. Das hatte er nicht gewollt. Immer, wenn sie so atmete, versuchte sie einen Schwall Tränen zu unterdrücken, das wusste er. Mason warf den angebissenen Apfel in den Müll und näherte sich ihr behutsam, um seine Hände auf ihre Schultern zu legen. Zaghaft strich er das Haar aus ihrem Nacken und fuhr zärtlich mit dem Finger über die freigelegte Haut.

War er gerade dabei, seine Schwägerin, eine trauernde Witwe, zu verführen? Ein kurzer Moment des Zögerns. Doch dann fuhr er fort, denn Wanda ließ die Berührungen zu. Sie legte den Kopf nach hinten auf seine Schulter und schloss die Augen. Offensichtlich genoss sie sogar den zärtlichen Augenblick. Unter seinen Fingerspitzen spürte er eine zarte Gänsehaut.

Doch gerade, als er bereit war, sich in diese wundervolle Mischung aus Verbot und Begierde fallen zu lassen, zog sie die Schultern hoch und wandte sich aus Masons Händen.

»Ich glaube, es ist besser, wenn du jetzt gehst«, sagte sie mit brechender Stimme.

Aber Mason wollte nicht gehen. Das Bedürfnis, mit ihr zu verschmelzen, war stärker denn je. Es verdrängte jegliche Moral aus seinem Bewusstsein. Wanda legte ihre flache Hand auf seine Brust und schob ihn rückwärts zur Tür hinaus.

»Ja, ja. Aber ich komme wieder und wieder und ...«, drohte er grinsend.

Da stand er nun draußen und hatte unzählige Flugzeuge im Bauch. Flugzeuge, die es eigentlich nicht geben dürfte, zumindest nicht in der Nähe seiner Schwägerin. Aber sein Herz kümmerte es nicht die Bohne, was sein Kopf davon hielt. Es hatte ihn schwer erwischt, das wurde ihm in dem Augenblick bewusst, als seine Angebetete ihm die Tür vor der Nase zuschlug.

»Morgen! Ich bin morgen wieder da«, verabredete er mit der Tür und zog trällernd davon.

 

 

Brandon

 

 

Zwei Tage war es her, seit Brandon das Spongebob-Spiel von seinem Onkel bekommen hatte. Wäre es nach ihm gegangen, so hätte er auch den dritten Tag damit verbracht, den kleinen, gelben Schwamm durch dessen Abenteuer zu begleiten. Doch seine Mutter hatte andere Pläne. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, jedes zweite Wochenende ein Treffen mit Marc Wilson und dessen Mutter zu organisieren.

Seit sein Dad nicht mehr da war, spielten nicht viele Kinder mit Brandon, genau genommen spielte niemand mehr mit ihm und er konnte einfach nicht verstehen, warum das so war. Sie mieden ihn, als hätte er eine ansteckende Krankheit. Einmal hatte er gehört, wie sich Erwachsene aus der Nachbarschaft darüber unterhielten, wann es den nächsten Jenkins treffen würde. Das hatte sich so sehr in seinen Kopf gebrannt, dass er mit seinem baldigen Ende rechnete. Seit dem war Marc sein einziger Freund.

 

Es war ein milder Septembertag. Sonnenstrahlen brachen sich in den Fenstern und Brandon wäre gerne zum Spielen nach draußen gegangen. Aber aus der Küche duftete es nach frischem Schokokuchen. Seine Mom hatte den halben Tag damit zugebracht, feine Köstlichkeiten zu zaubern. Sie konnte wundervoll backen. Besser, als andere Mütter, fand Brandon. Obwohl er das nicht so genau beurteilen konnte, denn in letzte Zeit hatte er kaum woanders mitgegessen. Trotzdem hielt er seine Mom für eine Zauberin, wenn es um Kuchen und Muffins ging. Ihre Muffins waren immer weich und fluffig. Sie schmeckten, wie ein Stück Wolke mit Schokoguss. Er spähte in die Küche und entdeckte das Tablett, von dem der leckere Duft ausging. Vorsichtig schlich er hinein und streckte seine Hand nach den Muffins aus.

»Die sind für später«, ertönte die Stimme seiner Mutter.

Er ließ traurig den Arm wieder sinken.

Wie konnte sie ihn nur sehen, wenn sie doch mit dem Rücken zu ihm stand? In solchen Momenten glaubte er fest daran, dass sie Augen im Hinterkopf hatte.

»Was machst du da?«, fragte er und hoffte, sie würde ihm einen der leckeren Muffins geben, wenn er nur lieb fragte.

»Eine Marzipantorte für Marcs Mom. Die mag sie doch so gerne«, erwiderte sie.

Brandon verzog das Gesicht. »Bäh, Marzipan. Das ist eklig.«

Sie lachte. »Ach, mein Schatz. Als ich in deinem Alter war, mochte ich Marzipan auch nicht.«

»Und jetzt magst du es?«, fragte er und konnte nicht verstehen, wie jemand so etwas Blödes essen konnte.

»Man verändert sich mit dem Alter«, erwiderte sie und sah ihn schmunzelnd an. »Ich könnte wetten, dass du in einigen Jahren ganz andere Lieblingsspeisen hast, als jetzt.«

Brandon schüttelte den Kopf. »Aber niemals Marzipan. Das schmeckt, wie alte Socken«, erwiderte er und entlockte damit seiner Mom ein weiteres Lachen.

»Woher weißt du denn, wie alte Socken schmecken?«

Darauf wusste Brandon nun wirklich keine Antwort, aber er konnte sich denken, dass nichts ekliger war, als alte Socken und Marzipan.

»Ich weiß aber, wie Muffins schmecken«, antwortete er mit einem breiten Grinsen.

»Okay, aber nur einen. Sonst bekommst du Bauchweh«, sagte sie.

»Yippie«, machte Brandon voller Vorfreude und riss die Arme in die Höhe.

Er betrachtete das Tablett eingehend, denn er wollte sich den schönsten, den größten Muffin aussuchen. Den mit dem dicksten Schokoguss und der gleichmäßigsten Form.

»Guck sie nicht alle weg«, scherzte seine Mom.

»Mach ich nicht, Mom«, sagt er und nahm sich einen aus der ersten Reihe.

Schon, als er seine Zähne in der noch weichen Glasur vergrub, erfüllte ihn ein Glücksgefühl. Ja, damit hatte sie sich mal wieder übertroffen. Der kleine Kuchen war so köstlich, dass er ihn hastig verschlang. Mit einem Glas Milch war das Glück perfekt.

»Hoffentlich hast du später noch Platz für Cupcakes, die mit den bunten Zuckerstreusseln«, rief seine Mom ihm hinterher, als er gerade im Begriff war, die Küche zu verlassen.

Am liebsten hätte er kehrt gemacht und hier auf die leckeren Dinger gewartet, aber es zog ihn hinaus. Außerdem waren sie ja noch nicht fertig und Brandon war ziemlich ungeduldig, was das anging. Doch als er seine Hand auf die Türklinke legte, rief seine Mutter ihn zurück.

»Zieh dir bitte eine Jacke an, wenn du rausgehst.«

Er ließ die Schultern fallen.

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