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Cowboylust

Inhalt

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Gefesselt Charlene Teglia
  5. Kalt erwischt Nena Clements
  6. Der Rancharbeiter Sedona Fox
  7. Sie bleibt nicht über Nacht Anna Meadows
  8. Unsere Empfehlungen

Delilah Devlin (Hg.)

COWBOYLUST

und andere erotische Cowboy-Storys

Aus dem Englischen von
Jaqueline Arnold

Gefesselt
Charlene Teglia

»Wenn ich Blue Christmas noch einmal hören muss, werde ich verrückt.«

Durch die vielen Auftritte vor Gericht klang Regan Morris’ Stimme klar und fest, als sie sprach, und nicht so, wie sie sich fühlte.

Sie kam sich wie ein Kleinkind kurz vor einem Schreikrampf vor, überreizt durch den Hype um die Feiertage und die damit verbundenen Erwartungen. Wie ein Kind, das der Weihnachtsmann vergessen hatte. Von Anwälten wurde erwartet, dass sie sich wie Erwachsene benahmen. Und sie gab sich Mühe, obwohl sie sich tief in ihrem Inneren wie eine Fünfjährige fühlte, die dringend eine Umarmung brauchte und keine Bemerkungen darüber, wie viele andere Menschen sich ebenfalls schlecht fühlten.

»Ich dachte, geteiltes Leid ist halbes Leid«, sagte Nancy. Sie formte weiter Lebkuchenmännchen, unbeeindruckt von Regans Ankündigung, verrückt zu werden.

»Kummer mag keine kummervolle Gesellschaft«, entgegnete Regan bestimmt. »Kummer wäre lieber auf der anderen Seite des Fensters, wo all die glücklichen und hübschen Menschen sind, statt draußen bei der elenden Menge zu stehen.«

»Ich bin glücklich. Und hübsch«, sagte Nancy. Ihre gelassene Selbstsicherheit kam nicht von ungefähr. Nancy war wunderbar, sogar wenn sie in ihrer Küche stand und in einer alten Wrangler mit ausgefransten Hosenbeinen steckte. Über der Jeans trug sie einen weichen roten Samtpullover mit weißen Bündchen, der an jedem anderen lächerlich ausgesehen hätte, doch sie wie eine aus Frankreich eingeflogene Elfe erschienen ließ, die dem Nordpol etwas mehr Eleganz und Klasse verleihen sollte. Dunkle Haarsträhnen hatten sich aus ihrer lockeren Hochsteckfrisur gestohlen, doch bei Nancy sah das sexy und beabsichtigt aus statt unordentlich.

»Natürlich bist du das«, sagte Regan zerknirscht. »Tut mir leid, so habe ich es nicht gemeint.«

»Ich weiß, wie du es gemeint hast.« Nancy richtete sich auf dem Stuhl auf und legte ihr Teigmesser zur Seite. »Ich weiß, was das Problem ist. Du willst Aschenputtel sein. Du willst auf den Ball gehen. Und stattdessen sitzt du hier mit mir in der Küche herum. Das ist nicht richtig. Du solltest auf den Ball gehen.«

»War sehr viel Rum in den Rumkugeln?«, fragte Regan.

»Ja, aber das ist nicht der Punkt.« Nancys Aufmerksamkeit galt nicht mehr den Teigwaren, und aus langjähriger Erfahrung wusste Regan, dass sie sich nicht so schnell davon würde abbringen lassen. »Du bist mies drauf, weil du Single bist und die Feiertage kommen. Und es wird nicht besser dadurch, dass du hier bei mir und meinem Ehemann und unseren zweieinhalb Kindern hockst. Also wird deine gute Fee dich jetzt auf den Ball schicken.«

Regan war sich ziemlich sicher, dass nicht einmal Nancy in der Lage war, in der Wildnis Wyomings eine passable Tanzveranstaltung auf die Beine zu stellen. Sie stibitzte sich noch eine Rumkugel. »Ich teste sie nur aus Gründen der Qualitätsprüfung«, murmelte sie. Und auch wegen der betäubenden Wirkung …

»Hör lieber auf damit.« Nancy hatte das Blech mit Lebkuchenmännern belegt, schob es nun in den Ofen und stellte die Eieruhr. »Ich kann dir was zum Anziehen und eine Kutsche leihen, aber fahren musst du schon selbst.«

Regan lachte.

»Nein, wirklich. Auf einer Ranch in der Nachbarschaft findet eine große Party statt. Ich sage Bescheid, dass du kommen wirst. Ein Gast mehr wird kein Problem sein. Hier draußen gibt es nie genug alleinstehende Frauen. Du kannst den Caddy nehmen, ich benutze ihn nie.«

Der Cadillac war ein Sprit saufendes Monster. Außerdem war er nicht für Schotterwege gemacht, geschweige denn für eine Fahrt über vereiste, schneebedeckte Schotterwege. »Langsam glaube ich, dass es dir wirklich ernst damit ist.«

»Ja, das ist es. Erinnerst du dich, als du nicht zum Abschlussball gekommen bist? Du musstest lernen und jobben, um Geld fürs College zu sparen. Damals hatte ich keine Gelegenheit, die gute Fee zu spielen, aber das mache ich jetzt wieder gut.«

Regans Kiefer klappte nach unten. »Der Abschlussball? Glaubst du etwa, dass mein Leben darunter leidet, dass ich nicht beim Abschlussball war?«

»Vielleicht. Ich war dort, du nicht. Wir haben unterschiedliche Prioritäten. Und im Augenblick machen dich deine Prioritäten nicht besonders glücklich. Warum solltest du sie also nicht ändern?« Nancy zog sie mit sich in den begehbaren Kleiderschrank und begann, in Kleiderhüllen zu wühlen. »Nein. Nein. Vielleicht. Nein … oh, ja

Regan warf einen Blick auf das Kleid in der durchsichtigen Schutzhülle. »Nein.«

»Vertrau mir.« Nancy zog das Kleid aus der Hülle. Sie schüttelte es aus, und eine gewaltige Menge grüner Taft füllte den Raum zwischen ihnen. »Es ist eins dieser Kleider, die man angezogen sehen muss.«

»Es sieht aus wie ein Kleid für den Abschlussball«, stellte Regan fest.

»Es ist von Dior. Aus meinen Tagen als Model. Zum Abschlussball hätten wir uns so etwas niemals leisten können.«

»Ich kann es mir jetzt noch nicht leisten.« Vorsichtig nahm Regan das Kleid in die Hand. »Neben den Schulden vom College habe ich noch welche von der Universität. Dazu kommt die Hypothek. Ich kaufe keine Ballkleider von Dior.«

»Und genau deswegen brauchst du eine gute Fee. Schau nur, die passenden Schuhe.« Nancy fischte einen vom Boden der Kleiderhülle und wedelte triumphierend damit herum.

»Keine Chance, dass ich in denen laufen kann«, sagte Regan.

»Die sind auch nicht zum Laufen. Sie sind zum Tanzen. Lass dir von einem Cowboy helfen, das Gleichgewicht zu halten, und es wird schon gehen. Komm schon, zieh dich um.«

Zwei Stunden später beschloss Regan, dass Nancys Plan durchaus seine Vorzüge hatte. Die Schuhe würden ihr zwar die Füße verkrüppeln, wenn sie sie nicht bis Mitternacht wieder auszog, aber der Cowboy, der gerade mit ihr Richtung Mistelzweig tanzte, half ihr nur zu gern dabei, sich in einer aufrechten Position zu halten. Normalerweise hatte er es mit widerspenstigen Stieren zu tun, da war eine zu dünne, überarbeitete Anwältin für ihn kein Problem.

»Mein Tanz«, sagte eine tiefe Stimme an ihrem Ohr, während hinter ihrem Rücken eine Hand auftauchte, um ihren Tanzpartner abzuschlagen.

Die Stimme klang vertraut. Regan erstarrte, als der Mann in ihr Blickfeld trat. Ein Mann, der sich für immer in ihr Gedächtnis gebrannt hatte – einer, den sie an diesem Tag niemals hier vermutet hätte. Er sah älter aus, kerniger, sein schwarzes Haar brauchte einen Schnitt, und sein Gesicht wurde von Augen beherrscht, die an einen Winterhimmel erinnerten, an dem ein Sturm heraufzog.

Travis oder Tate, oder wie auch immer sein Name war, gab diesen Tanz mit der gleichen guten Laune auf, mit der er sie hatte verführen wollen. Nun wechselte er zur nächsten Tanzpartnerin. Der Mann, der ihn ersetzte, würde seinen Platz bei Weitem nicht so bereitwillig wieder räumen.

»Regan.«

»Jonas.«

Sie begannen zu tanzen. Regan hatte keine Ahnung, was sie sagen sollte. Sie musste alle Konzentration darauf verwenden, nicht in ihren Schuhen umzuknicken, während der Mann, der wahrhaftig kein Prinz Charming war, sie fest in den Armen hielt und sicher durch den Raum führte.

Schließlich durchbrach sie das Schweigen. »Es ist lange her.«

»Tatsächlich? Kommt mir vor, als wäre ich erst gestern in diesem Hotelzimmer aufgewacht, ohne zu wissen, ob ich mit achtzehn Vater werde und ob ich jemals wieder von dir hören würde, falls es so wäre.«

Regan stolperte. »Verdammte Schuhe.«

»Ich hoffe, sie tun weh.«

Das war zu viel. Regan riss sich zusammen, was ihr nicht ganz leicht fiel mit einem Schuh, der an ihrem großen Zeh baumelte. Doch das Dior-Kleid half ihr, Haltung zu bewahren. So hoffte sie jedenfalls. »Das ist nicht der richtige Ort für dieses Gespräch.«

Ein aufziehender Sturm flackerte in seinen winterlich blauen Augen auf. »Da hast du recht.« Ohne ein weiteres Wort hob er sie von den Füßen und trug sie davon, fort von der sicheren Menge.

»Wo bringst du mich hin?«, fragte Regan und bemühte sich, unbesorgt zu klingen. Sie überlegte, ob sie ihn aufhalten sollte. Doch wenn er tatsächlich entschlossen war, ihr eine Szene zu machen, war es besser, dies im Privaten zu tun. Es war nicht, dass sie fürchtete, er könne ihr wehtun. Sie mit Worten verletzen und durcheinanderbringen vielleicht. Doch einer Frau wehzutun, das war definitiv nicht seine Art.

Als er nicht antwortete, war sie sich da allerdings nicht mehr ganz so sicher. Und noch weniger, als er sie in ein entferntes Schlafzimmer brachte, wo er sie aufs Bett setzte und ein Stück Seil aus dem Schrank holte.

»Whoa, Cowboy.« Regan wollte sich von ihm wegrollen, doch er hielt sie mit festem Griff und begann, das Seil mit einer Schnelligkeit um ihre Handgelenke zu wickeln, wie er es sonst beim Kälberfangen tat.

»Fesselspiele? Ist das dein Ernst? Wie wäre es mit einem einfachen Hallo

»Hallo, Regan.« Jonas unterbrach seine Arbeit nicht, machte einen Knoten und band das Seilende am Kopfteil des Bettes fest. »Das ist meine Art, um sicherzustellen, dass du nicht davonläufst, bevor ich mit dir fertig bin.«

»Ich bin auch beim letzten Mal nicht weggelaufen«, sagte Regan verärgert. »Aber du hast einen tiefen Schlaf.«

»Nicht so tief.« Jonas zog ihr die Schuhe aus, öffnete, das Fenster und warf sie hinaus in eine Schneewehe.

»Hey!«

»Du kannst nicht barfuß im Schnee davonrennen.« Jonas verschränkte die muskulösen Arme vor seiner breiten Brust, als er auf sie hinabsah.

»Das waren nicht meine.« Regan stöhnte. »Sie gehören Nancy. Und es gibt sie nicht umsonst.«

»Nancy? Deine Freundin, die damals losgezogen ist, um ein Supermodel zu werden, bevor sie den Cowboy von nebenan geheiratet hat?«

»Ja.«

»Sie wird sie nicht vermissen.«

Damit hatte er wahrscheinlich recht. Regan wechselte das Thema. »Was machst du hier, Jonas?«

»Das ist meine Ranch.« Die Überraschung in ihrem Blick entging ihm nicht. »Hat Nancy dir das nicht erzählt?«

»Nein.«

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