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Cotton Reloaded - 33

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über diese Folge
  4. Über die Autorin
  5. Der Zeichner
  6. Impressum
  7. 1
  8. 2
  9. 3
  10. 4
  11. 5
  12. 6
  13. 7
  14. 8
  15. 9
  16. 10
  17. 11
  18. 12
  19. 13
  20. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über diese Folge

Folge 33.

New York City. Der Tod von Senator Jason Morris sorgt für Schlagzeilen. Der Fall scheint zunächst eindeutig: Morris starb an einer Überdosis Heroin. Doch dann findet die Polizei eine Zeichnung auf dem Rücken des toten Senators, die das Porträt eines berüchtigten Drogenbosses zeigt.

Die Special Agents Jeremiah Cotton und Philippa Decker vom G-Team werden mit dem mysteriösen Fall betraut. Doch ihnen bleibt nicht viel Zeit, denn bei dem Porträt handelt es sich um eine eindeutige Warnung …

Über die Autorin

Kerstin Hamann, 1966 in Bad Kreuznach geboren, lebt mit ihrem Mann und drei Töchtern in der rheinland-pfälzischen Naheregion. Nach ihrer beruflichen Tätigkeit als medizinische Fachangestellte und Fotografin widmet sie sich seit einigen Jahren dem Schreiben von Krimis. 2010 erschien ihr erster Kriminalroman »Abgehakt« im Sutton Verlag, Erfurt. Mit »Innere Werte« (2012) fand der Erfolg ihres Debütromans um Kommissar Martin Sandor eine Fortsetzung und griff das aktuelle Thema der Organspende auf. Kerstin Hamann will die Leser mit ihren Texten fesseln, sie in die Atmosphäre ihres Romans einhüllen, aber auch zum Nachdenken anregen. Besuchen Sie die Autorin auf ihrer Homepage unter: www.kerstinhamann.de

1

Der silberne Mercedes hielt vor dem imposanten Stadthaus in der Fifth Avenue. Mit einem »Gute Nacht, Gordon« verabschiedete sich Senator Jason Morris von seinem Chauffeur und stieg aus der Limousine. Lächelnd wandte er sich dem Eingang zu.

Endlich Feierabend, dachte er, als er in den Aufzug stieg.

Der 54-Jährige liebte sein Amt als Senator und den Kontakt zu den Menschen, aber hin und wieder brauchte auch er eine Auszeit. So verschwand er jeden Dienstagabend in seiner Zweitwohnung, um dort einige Stunden für sich allein zu sein.

Vom Hunger getrieben, ging er auch heute zuerst in die Küche. Seine Haushälterin bereitete ihm stets ein Abendessen, bevor sie ging. Auf dem Küchentisch fand er den obligatorischen Teller mit einem lieben Gruß.

»Emma, du bist die Beste«, murmelte er und nickte zufrieden.

»Das kann man von dir ja nicht gerade behaupten!«, tönte eine Stimme hinter ihm.

Erschrocken fuhr Jason herum. Im Türrahmen stand ein Mann mit einer schwarzen Sturmhaube über dem Kopf und einer Waffe im Anschlag. Sein stechender Blick fixierte ihn. Jason spürte, wie ihm das Adrenalin in die Adern schoss und ihm augenblicklich Schweißperlen auf die Stirn traten.

»Was wollen Sie von mir?«, brachte er ängstlich hervor.

»Das, was dir am liebsten ist«, kam die prompte Antwort.

Jason überlegte, wie der Fremde das gemeint hatte.

Er hatte keine Frau, keine Kinder.

»Geld!«, sagte Jason hastig. »Ich kann Ihnen Geld geben.«

»Geld?« Der Mann ließ ein eiskaltes Lachen hören und trat näher. »Ich weiß, dass dir Geld wichtig ist, aber wir wissen beide, dass es noch wichtigere Dinge gibt.«

Jason stutzte. Für einen Moment war ihm, als kannte er die Stimme.

»Wer sind Sie?«

»Das spielt keine Rolle.«

»Dann sagen Sie mir, warum Sie hier eingedrungen sind.«

»Du machst doch gerne Geschäfte. Und deshalb biete ich dir einen Deal an.«

»Ich mache keine Deals mit Verbrechern.«

»Da hab ich anderes gehört.«

Jasons Gedanken rasten. Kannte er den Mann? Und aus welchem Grund überfiel der Kerl ihn? Es schien, als ob das hier kein normaler Raub werden würde. Der Mann wusste von Dingen, die er besser nicht wissen sollte. Aber von welchen?

»Habe ich Ihnen irgendwas getan?«, fragte er vorsichtig.

Die Augen des Mannes verengten sich zu Schlitzen. Jason sah den puren Hass darin. Eine Antwort war nicht mehr nötig.

»Egal«, versuchte er zu beschwichtigen, »ich kann es sicher wiedergutmachen und …«

»Einen Scheiß kannst du!«, schrie der Mann, trat nah an Jason heran und hielt ihm den Lauf der Pistole unter die Nase. Dabei sog er laut die Luft ein. Jason spürte, dass sein Gegenüber kurz davor war abzudrücken.

»Nein, bitte!«, flehte er. »Wir k,önnen doch über alles reden.«

Der Mann fixierte ihn noch einen Moment schweigend. Dann trat er zurück. »Es ist erstaunlich zu sehen, wie klein der große Senator Jason Morris plötzlich ist. Du jammerst ja wie ein Mädchen.« Er wedelte mit der Pistole. »Los, setz dich!«

Jason ließ sich auf den nächsten Küchenstuhl fallen, während er krampfhaft überlegte, wie er sich aus der Situation befreien konnte.

»Du liebst deinen Erfolg und die damit verbundene Macht. Beides werde ich dir nehmen«, verkündete der Fremde. »Aber im Gegenzug bekommst du auch etwas.« Er griff in seine Jackentasche. »Das ist der Deal, den du mit mir machst, ob du willst oder nicht. Denn diesmal bestimme ich die Spielregeln.« Er legte eine Tattoo-Gun auf den Tisch. Verwirrt verfolgte der Senator das Geschehen. Wollte der Irre ihn mit einem Tattoo entstellen, um seine Karriere zu ruinieren? Das musste es sein. Als Senator hatte er sich nicht nur Freunde gemacht. Er war schon mehrfach von irgendwelchen Fanatikern angegriffen worden. Bisher aber meist nur verbal.

»Was haben Sie vor?«, fragte Jason gepresst.

»Ich werde deinen Körper verschönern, nachdem ich dich in Stimmung versetzt habe.« Erneut griff der Mann in seine Tasche. Diesmal kamen eine Spritze und ein Stauschlauch zum Vorschein.

Jason wusste, was das bedeutete. Er schüttelte heftig den Kopf. »Nein. Das können Sie nicht machen.«

»Oh, ich denke schon.«

»Warum? Ich habe Ihnen nichts getan!« Seine Stimme bekam einen hysterischen Klang.

Der Mann beugte sich langsam über den Tisch, griff nach der Sturmhaube und zog sie sich vom Kopf. Entsetzt riss Jason die Augen auf. Noch bevor er etwas sagen konnte, hob der Mann die Pistole und schlug sie mit voller Wucht gegen die Schläfe des Senators, sodass er vornüber auf die Tischplatte kippte.

2

Die Melodie seines Handys holte ihn aus der Traumwelt zurück in die Realität. Mit geschlossenen Augen tastete Cotton nach dem Apparat. Während er das Gespräch annahm, spürte er die stechenden Kopfschmerzen. Er ächzte laut.

»Hier ist Decker«, hörte er die Stimme seiner Partnerin. »Sie stöhnen, als hätten Sie gerade anderes zu tun.«

»Oh, nein. Nicht Sie!«, murmelte er und warf einen Blick auf die Uhr. Dann wandte er den Kopf zur Seite. Neben ihm lag eine dunkelhäutige Schönheit im Tiefschlaf. Cotton runzelte die Stirn und fragte sich, was gestern Abend passiert war.

»Wir haben eine Leiche«, erklärte Decker knapp.

»Wo?«

»1109 Fifth Avenue.«

*

Vierzig Minuten später erreichte Cotton die Upper East-Side in Manhattan. Eine Gegend, in der die Wohnungen ein Vermögen kosteten und folglich nur Gutbetuchte wohnten. Er parkte seinen Dodge Challenger unmittelbar hinter einem Van der Scientific Research Division. Die Kriminaltechniker waren also schon bei der Arbeit.

Während er auf die Absperrung zulief, betrachtete er das viergeschossige Gebäude. Für New York ein Zwerg, aber sehr ansprechend, wie er fand. Das Stadthaus hatte eine klassische Fassade aus Kalkstein. Es wirkte hell und freundlich. Sicher ein Ort, an dem man gerne wohnte. Aber auch ein Ort, der heute zum Tatort geworden war. Und das hatten offensichtlich eine ganze Menge Leute bereits mitbekommen. Cotton schob sich durch eine Gruppe von Schaulustigen, unter ihnen etliche Journalisten. Sogar zwei TV-Übertragungswagen standen vorm Haus. Der Tote musste eine Meldung wert sein.

Im Hauseingang wartete Philippa Decker auf ihn. Wie meistens trug sie einen Hosenanzug, der ihre schlanke Figur betonte. Diesmal war er beige. Ziemlich langweilig das Ding, fand Cotton, obwohl er zugeben musste, dass Decker selbst darin verdammt gut aussah. Sie konnte wohl nichts entstellen.

Mit vor der Brust verschränkten Armen und den straff nach hinten gerafften blonden Haaren machte sie heute allerdings einen strengen Eindruck. Lediglich die rote Bluse verlieh ihr etwas Weiches, Weibliches.

»Mann, Cotton. Waren Sie erst noch bei der Maniküre oder warum hat das so lange gedauert?«, fuhr sie ihn ärgerlich an.

»Ich wünsche Ihnen auch einen guten Morgen, Decker.« Damit lief er an ihr vorbei Richtung Aufzug. »Welches Stockwerk?«

»Viertes.« Damit folgte sie ihm durch das geräumige Eingangsfoyer in den Fahrstuhl. »So wie Sie aussehen, hatten Sie wohl ’ne harte Nacht, was?«

»Samstagabend eben«, gab er wortkarg zurück. Er hatte keine Lust, davon zu erzählen. Er war nicht in Stimmung für ihren Sarkasmus. Zudem brummte ihm immer noch der Schädel. Vielleicht war das der Grund, warum er sich kaum noch erinnern konnte? Er wusste nur, dass er seit Langem mal wieder in Pete’s Candy Store gewesen war. In seiner Lieblingsbar hatte er jede Menge Leute getroffen und ein paar Whiskeys zu viel getrunken. Wie die dunkle Schönheit in sein Bett gekommen war, wusste er nur noch ansatzweise. Hieß sie nicht Clair?, überlegte er. Heute Morgen war sie bereits verschwunden, als er aus der Dusche kam. Und während er nun auf Deckers wohlgeformten Hintern schaute, fiel ihm wieder ein, womit er sich heute Nacht beschäftigt hatte.

Der Aufzug hielt, und sie betraten die luxuriös eingerichtete Wohnung.

»Der Tote ist übrigens Senator Jason Morris’, erklärte Decker.

»Ach du Scheiße!« Kein Wunder, dass Decker schlecht gelaunt war. Ein derart prominenter Toter würde für mordsmäßige mediale Wellen sorgen und die Ermittlungen ordentlich unter Druck setzen. »Deshalb das Aufgebot auf der Straße.«

»Genau.«

Einige Leute von der SRD liefen mit ihren Koffern an ihnen vorüber. Offensichtlich hatten sie bereits alle Spuren gesichert. Ein Cop kam ihnen entgegen. Es war Detective Charles Altoona. Er war der diensthabende Beamte vom NYPD. Ein korpulenter Mann mit Glatze und blassem Teint. Cotton und Decker kannten ihn bereits von einem früheren Fall.

»Agents«, begrüßte er die beiden nur knapp. Er schien außergewöhnlich nervös zu sein, so wie er seinen Notizblock in den Händen knetete. »Eine schlimme Sache. Wirklich schlimm!«

»Was können Sie uns bis jetzt sagen?«, fragte Decker.

»Der gerufene Arzt, ein Dr. Garcia, nimmt an, dass Morris gestern Abend gegen 22:oo Uhr starb, möglicherweise Drogen. Wir haben eine Spritze unter dem Küchentisch gefunden. Aber Näheres muss wohl die Rechtsmedizin klären.« Der Cop seufzte. »Die Jungs vom SRD sind gerade fertig. Sie können sich also ungehindert umsehen.«

»Wer hat den Toten gefunden?«, wollte Cotton wissen.

»Gordon Brown, der Chauffeur des Senators. Er wollte seinen Chef heute Morgen abholen. Er wartet unten.«

»Okay« Decker nickte. »Um ihn kümmern wir uns gleich. Wir machen uns erst ein Bild vom Tatort. Und Sie befragen inzwischen bitte die Hausbewohner und Nachbarn, ob sie gestern Abend jemanden ins Haus kommen sahen oder irgendwas Ungewöhnliches bemerkt haben.«

»Mach ich.« Altoona deutete auf eine Tür zu seiner Rechten. »Senator Morris liegt noch unverändert nebenan und wartet auf Abtransport.« Kopfschüttelnd verließ der Cop das Appartement, während Cotton und Decker die Küche betraten. Sofort fiel ihr Blick auf den toten Mann in der Mitte des Raumes. Jason Morris lag bäuchlings mit nacktem Oberkörper auf dem Tisch und starrte sie aus toten Augen an. Seine Arme hingen rechts und links vom Tisch herunter.

»Wow! Ein Toter auf dem Küchentisch wurde uns auch noch nicht kredenzt.«

»Merkwürdiger Anblick«, murmelte Decker. »Man kennt Morris nur in Schlips und Kragen.«

»Stimmt! Und da hat er immer eine gute Figur gemacht. Was man jetzt nicht gerade behaupten kann.«

Decker machte ein mitfühlendes Gesicht. »Vorgestern habe ich ihn noch im Fernsehen gesehen.«

»Was haben sie von ihm gehalten?«, fragte Cotton.

»Sie wollen doch mit mir nicht über Politik sprechen.«

»Warum nicht?«

»Weil ich nicht glaube, dass man mit Ihnen über so etwas ernsthaft reden kann.«

»Sie sprühen ja wieder vor Charme.« Jetzt kam zu seinem Kater auch noch eine zickige Mieze dazu. Aber das war ja nichts Neues. Decker ließ Cotton immer wieder spüren, dass sie ihn für ungebildet und provinziell hielt. Jeremiah beeindruckte das nicht mehr. Dafür kannte er sie inzwischen zu gut.

»Was ist das denn?« Decker trat nah an die Leiche heran und deutete auf den Rücken.

»Sieht aus wie ein Tattoo«, stellte Cotton fest.

»Das sehe ich selbst«, gab Decker bissig zurück. »Es scheint ziemlich frisch zu sein.« An manchen Stellen war die Haut blutverschmiert.

Cotton betrachtete das Kunstwert von Nahem. Das Tattoo zeigte ein handtellergroßes männliches Gesicht. Dann untersuchte er Morris’ Arme und entdeckte eine Einstichstelle.

»Ich schätze mal, der gute Senator hat sich nach Feierabend ein Tattoo stechen lassen. Wobei die Wahl des Motivs nicht sehr geschmackvoll und der Tätowierer nicht besonders begabt war. Das war dann wohl auch der Grund, warum er sich einen goldenen Schuss gesetzt hat. Mit so einem Ding auf dem Rücken würde ich auch nicht weiterleben wollen.«

»Verschonen Sie mich mit Ihren fantastischen Spekulationen.«

»Warum? Die haben uns doch schon manches Mal weitergebracht«, konterte Jeremiah grinsend.

»Cotton!« Decker schlug einen mahnenden Ton an.

»Schon gut«, beschwichtigte er. »Also, was glauben Sie?«

»Ich glaube, wir sollten den Bericht der Rechtsmedizin und Spurensicherung abwarten, bevor wir weiter spekulieren.«

»Ich bin sicher, dass es Mord war.«

»Ach, ja? Dann werfen Sie gerade Ihre eigenen Mutmaßungen über den Haufen.«

»Schon mal was von Ironie gehört? Ich wollte Sie nur ein bisschen aufheitern. Sie wirken so angespannt.«

»Wenn Sie glauben, mich mit Ihrem Gerede auf die Palme bringen zu können, haben Sie sich getäuscht.«

»Nichts liegt mir ferner.«

»Na, dann können wir uns ja endlich ernsthaft mit dem Fall beschäftigen und die Wohnung inspizieren.«

Zunächst sahen sie sich in der Küche um. Der Raum war zwar nicht besonders groß, aber äußerst luxuriös ausgestattet. Boden und Arbeitsplatten aus weißem Marmor, die Schränke aus Mahagoniholz, dazu unglaublich viele technische Spielereien. In den anderen Zimmern sah es ähnlich aus.

»Nicht unbedingt ein Appartement für den schmalen Geldbeutel«, urteilte Cotton.

»Der Mann war Senator.«

»Was verdient man als Senator?«

»Das Festgehalt beträgt etwa 145.ooo Dollar im Jahr.«

»Na, dann ist es nicht verwunderlich, dass Morris sich so einen Luxusschuppen leisten konnte«, sagte Cotton, während er die aufgeräumten Zimmer und die unbeschädigte Wohnungstür begutachtete. »Es sieht nicht so aus, als ob hier jemand eingebrochen wäre. Das könnte man als ersten Hinweis deuten, dass Morris seinen Mörder gekannt hat.«

*

Gordon Brown war ein schlanker Mittdreißiger mit stahlblauen Augen und einem militärisch kurzen Haarschnitt. Er trug ein weißes Hemd, einen schwarzen Anzug und blank polierte schwarze Slipper.

Na, da hat er ja schon die richtigen Klamotten für die Beerdigung an, schoss es Cotton durch den Kopf. Sie saßen zu dritt im Wohnzimmer des Opfers. Gordon Brown starrte mit versteinerter Miene vor sich hin, während er seine schwarze Chauffeurmütze in den Händen drehte.

»Sie sind also der Fahrer von Senator Morris?«, begann Decker das Gespräch.

»Bin ich«, antwortete er und hob den Blick. »Ich meine, … war ich.«

»Wann haben Sie Ihren Chef zuletzt lebend gesehen?«

»Gestern Abend. Da habe ich ihn wie jeden Dienstagabend vor der Tür abgesetzt. Das war so um fünf nach neun. Ich habe gewartet, bis er im Haus verschwunden war und hab dann selbst Feierabend gemacht.« Er schluckte hart, ehe er weitersprach. »Das war der einzige Tag der Woche, an dem er sich mal ein paar Stunden für sich gegönnt hat. Er hatte ja immer wahnsinnig viele Termine. Da braucht man das. Er hat sich extra dafür dieses Appartement vor zwei Jahren gekauft. So konnte er einmal die Woche in Manhattan bleiben. Normalerweise wohnte er ja auf Long Island in seinem Haus in Oyster Bay.«

»Wissen Sie, ob er gestern Abend Besuch erwartet hat?«, fragte Cotton dazwischen.

»Nein, nein! Besuch bekam er hier nie. Die Adresse sollte quasi geheim bleiben. Besucher hat er nur in Oyster Bay oder im Büro empfangen. Nur seine Haushälterin, Emma, hat das Appartement noch betreten. Sie war jeden Dienstag tagsüber dort. Dann hat sie sauber gemacht und ihm ein Essen hingestellt.«

»Und heute Morgen?«

»Ich sollte ihn um neun abholen. Er musste um zehn Uhr eine Rede am One World Trade Center halten, wegen der Eröffnung der Aussichtsetagen.«

Decker warf ihrem Partner einen prüfenden Blick zu. Würde die Erwähnung des Gebäudes alte Wunden aufreißen und Cotton an seine verunglückte Familie denken lassen?

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