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Cotton Reloaded - 30

Inhalt

  1. Cover
  2. Was ist COTTON RELOADED?
  3. Über dieses Buch
  4. Über den Autor
  5. Titel
  6. Impressum
  7. 1
  8. 2
  9. 3
  10. 4
  11. 5
  12. 6
  13. 7
  14. 8
  15. 9
  16. 10
  17. 11
  18. 12
  19. 13
  20. 14
  21. 15
  22. 16
  23. 17
  24. 18
  25. 19
  26. 20
  27. 21
  28. 22
  29. In der nächsten Folge

Was ist COTTON RELOADED?

Dein Name ist Jeremiah Cotton. Du bist ein kleiner Cop beim NYPD, ein Rookie, den niemand ernst nimmt. Aber du willst mehr. Denn du hast eine Rechnung mit der Welt offen. Und wehe, dich nennt jemand »Jerry«.

Eine neue Zeit. Ein neuer Held. Eine neue Mission. Erleben Sie die Geburt einer digitalen Kultserie: COTTON RELOADED ist das Remake von JERRY COTTON, der erfolgreichsten deutschen Romanserie, und erzählt als E-Book-Reihe eine völlig neue Geschichte.

COTTON RELOADED erscheint monatlich. Die einzelnen Folgen sind in sich abgeschlossen. COTTON RELOADED gibt es als E-Book und als Audio-Download (ungekürztes Hörbuch).

Über dieses Buch

London, United Kingdom
Bei ihrer Ankunft in London erwartet das G-Team ein ungemütlicher Empfang: Am Flughafen Heathrow detoniert eine Bombe und reißt mehr als zwanzig Menschen in den Tod.

Während der Chef des G-Teams John D. High abgeschirmt mit anderen internationalen Sicherheitsexperten die Lage sondiert, machen Cotton und Decker eine schockierende Entdeckung: London ist das Ziel einer Terrororganisation, die einen Anschlag plant, der selbst den 11. September in den Schatten stellen soll …

Der Autor

Peter Mennigen wuchs in Meckenheim bei Bonn auf. Er studierte in Köln Kunst und Design, bevor er sich der Schriftstellerei widmete. Seine Bücher wurden bei Bastei Lübbe, Rowohlt, Ravensburger und vielen anderen Verlagen veröffentlicht. Neben erfolgreichen Büchern, Hörspielen und Scripts für Graphic Novels schreibt er auch Drehbücher für Fernsehshows und TV-Serien.

1

Zwei Minuten bevor die Bombe explodierte, die zahlreiche Menschen in den Tod reißen sollte, trat Special Agent Jeremiah Cotton aus dem Ankunfts-Terminal von Heathrow.

Punkt 16:00 Uhr Londoner Ortszeit hatte seine FBI-Sondermaschine aus New York City kommend auf englischem Boden aufgesetzt, wo das Blutbad nun so unaufhaltsam wie unerwartet seinen Lauf nahm.

Der G-Man gehörte ebenso zum Ziel der Attentäter wie die über zweihundert Passagiere eines Transatlantikflugs aus Washington, die gerade aus dem Flughafen strömten.

Obwohl man es dem Agent nicht anmerkte, war er nervös. Ausgelöst wurde die innere Anspannung von dem vagen Gefühl, dass Gefahr in der Luft lag. Instinktiv umklammerte er den Kolben seiner Dienstwaffe, die er unter der Lederjacke in einem Holster trug.

Vor dem Airport blieb er in dem feuchtkalten Novembernebel stehen, für den die englische Metropole berühmt-berüchtigt war. Von seinem Standort aus bot sich der unspektakuläre Blick auf eine Zufahrt, die parallel zu dem Gehsteig verlief. Gesäumt wurde die Fahrbahn von Parkbuchten. Ein gutes Stück weiter rechts warteten Taxis auf Kundschaft. Jenseits der Straße frequentierten Autos einen Parkplatz.

Neben Cotton tauchte seine Kollegin Philippa »Phil« Decker auf. Über ihrer Schulter baumelte eine modische Umhängetasche, in der Frauen für gewöhnlich Lippenstifte und Parfümflakons mit sich herumschleppten. Die Agentin benutzte sie vorrangig zum Transport der Magazine mit Ersatzmunition für ihre Waffe, die sie unter dem Mantel trug.

Die Agents vergewisserten sich, dass von nirgendwo Gefahr für Mr High drohte. Ihr mitgereister Chef verließ hinter ihnen gerade das Terminal.

John D. High zog einen Trolley hinter sich her, von dem er sich partout nicht trennen wollte. Es war davon auszugehen, dass der Leiter des G-Teams in dem Gepäckstück nicht seine Unterhosen beförderte. Wohl eher Dokumente, die der Geheimhaltung unterlagen.

Sein übriges Gepäck hatte er einem Träger anvertraut, der es zusammen mit den Koffern und Taschen der Agents auf einem Rollwagen zu dem Taxistand schob. Wäre die Ankunftszeit der Delegation des G-Teams bekannt gewesen, hätte sie am Flughafen sicherlich eine Limousine des britischen Innen- oder Justizministeriums erwartet. Andererseits sollte nichts von ihrer Mission an die Öffentlichkeit durchsickern. Mr High hielt es deshalb für angebrachter, wenn kein Außenstehender ihren Reisetermin kannte. Solche Vorsichtsmaßnahmen minimierten zudem die Gefahr eines Anschlags. Nicht, dass es im Vorfeld Hinweise auf einen solchen Anschlag gegeben hätte. Doch ein guter Geheimdienstleiter sein, hieß auch immer auf Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Grund ihres Besuchs im Vereinigten Königreich war John D. Highs Teilnahme an einer streng geheimen bilateralen Konferenz zwischen den USA und England. Geladen waren die Direktoren der großen Polizei- und Geheimdienste beider Länder. Aus den USA die Leiter der NSA, der CIA, des FBI, des NCIS und des G-Teams. Aus England die des Inlands-Geheimdienstes MI5, des Auslands-Geheimdienstes MI6 und von Scotland Yard.

Der Beginn der Tagung war für den nächsten Vormittag angesetzt. Dauer: eine Woche. Veranstaltungsort: Queen Elizabeth II Conference Center, nahe dem Westminster Palace im Herzen der Stadt.

Mr High blieb vor dem Terminal stehen und bedachte Decker mit einem tadelnden Blick. »Dass ich Sie zu meiner Sicherheit mit nach London genommen habe, bedeutet nicht, dass Sie gleich hinter jedem Stein eine Bedrohung für mich vermuten müssen.«

»Man kann nicht vorsichtig genug sein, Sir«, konterte sie. »Mancher Stein hat sich schon als getarnte Tretmine entpuppt.«

Ihr Chef seufzte. »Das mag für Afghanistan zutreffen, Special Agent Decker. Darf ich Sie daran erinnern, dass wir uns derzeit im Herzen des British Empire befinden? Die Zeiten, in denen die IRA hier mit ihren Terrorattacken Schlagzeilen machte, sind zum Glück lange vorbei.«

Woher hätte John D. High auch ahnen sollen, dass der Tod gerade in Form eines weißen Nissan-Lieferwagens auf der Zufahrt nahte?

Cotton machte irgendetwas an dem Transporter argwöhnisch. Möglicherweise war es der zögerliche Fahrstil des Fahrers. Als ob er sich nicht entscheiden konnte, wo er den Wagen abstellen sollte. Dabei säumten die Fahrbahn freie Parkbuchten in Hülle und Fülle.

Der G-Man schaltete alles um sich herum völlig aus, er sah nur noch den Lieferwagen. Der stoppte etwa zwanzig Meter entfernt abrupt. Ein Mann sprang aus dem Führerhaus. Das Gesicht unter einer schwarzen Skimaske verborgen. Er drehte sich hektisch nach allen Seiten um. Wirkte, als hätte er die Nerven verloren. Überhastet rannte er in die Richtung davon, aus der er gekommen war.

Cotton spürte, wie sich sein Puls beschleunigte. Er spürte, wie sich ihm die Nackenhaare aufstellten. Er spürte, der Tod war ganz nah.

»Alles runter!«, schrie er.

Wie einstudiert warfen sich er, Decker und John D. High flach auf den Boden. Im selben Augenblick ging die Bombe in dem Transporter hoch. Es erfolgte ein blendender Blitz begleitet von einem ohrenbetäubenden Donnerschlag und einem Geschossregen aus rasiermesserscharfen Metall-, Gesteins- und Glassplittern.

Die Druckwelle ließ die Erde erbeben. Passanten riss es von den Beinen und schleuderte sie zu Boden. Diejenigen, die das Pech hatten, zu nah am Explosionsherd zu stehen, waren chancenlos.

Es dauerte ein paar Sekunden, bis Cotton realisierte, dass er noch lebte. Dass er statt in einem Leichensack auf dem Gehweg lag. Irgendwas hatte ihn an der Stirn erwischt. Blut lief ihm die Schläfe runter. Obwohl sich in seinem Kopf alles drehte, riss er in einem Reflex seine Dienstwaffe aus dem Holster und entsicherte sie. Das war für seine Überlebensinstinkte und Muskeln auch ohne Mithilfe des Gehirns keine große Sache. Eher eine durch ständiges Training in Fleisch und Blut übergegangene Reaktion auf bedrohliche Situationen.

Erheblich mehr Mühe machte es da schon, die aktuelle Situation zu erfassen. Erkennen konnte man in den gelblichen Staub- und schwarzen Rauchwolken nichts, nur hören. Ringsum gellten Schreie Verletzter. Manche brachten nur noch ein Stöhnen zustande. Wieder andere kreischten schrill und voller Panik um Hilfe.

»Decker?« Cotton rappelte sich auf und versuchte die Lage zu sondieren. »Mr High?«

»Ich bin hier«, hörte er die Agentin irgendwo in dem Qualm keuchen.

Hektisch tastete er in die Richtung, aus der ihre Stimme gekommen war. Glas knirschte unter seinen Sohlen. Beißender Geruch von C4-Sprengstoff, verbranntem Gummi, Plastik und Fleisch stieg ihm in die Nase. Irgendwo schrillte ein Feueralarm.

Inmitten der Verwüstung rang Decker würgend und hustend nach Luft. Die Haare zerzaust, das Gesicht beschmiert mit Staub und Ruß, setzte sie sich auf. Vor ihr torkelte ein Mann, bevor er blutüberströmt zusammenbrach.

Mit ein paar Schritten war Cotton bei ihr. »Alles klar?«

»Das war ein Bombenanschlag«, schrie sie lauter als nötig; ihre Ohren waren noch ganz taub von dem Knall.

»Sind Sie verletzt?« Die Antwort interessierte den G-Man viel mehr.

»Nein, ich glaube, ich habe Glück gehabt.« Obwohl ihr Herz wie verrückt hämmerte, war sie bemüht, ruhig zu bleiben.

»Okay, rühren Sie sich nicht von der Stelle, ich bin gleich wieder zurück.« Er stolperte weiter durch den Rauch auf der Suche nach Mr High.

Überall Schreie. Irgendwo in dem Dunst weinte eine Frau. Endlich entdeckte er seinen Chef, der regungslos und mit geschlossenen Augen wie tot am Boden lag.

»Mr High, alles in Ordnung?«, keuchte der Agent hustend.

Keine Antwort.

»Mr High?«

Der Leiter des G-Teams schlug die Augen auf. »Sieht so aus, als wäre ich davongekommen.« Abgesehen von einigen Schnittwunden, die rasch verheilen würden. »Was zum Teufel ist hier passiert?«

»Wüsste ich auch gern.« Cotton ergriff den Arm seines Chefs und half ihm beim Aufstehen.

Der Rauch verzog sich allmählich und gab den Blick frei auf den Schaden, den die Detonation angerichtet hatte. Wo der Transporter mit der Bombe gestanden hatte, klaffte jetzt ein Krater im Asphalt. Auf gleicher Höhe war die Fassade des Terminals arg in Mitleidenschaft gezogen. Einige der parkenden Autos waren bloß noch brennende Wracks.

Decker torkelte auf die Beine. Ringsum herrschte Chaos. Wie inmitten eines Kriegsgebietes. Traumatisierte Menschen taumelten ziellos umher. Manche hatte es schlimmer erwischt. Sie waren tot oder wälzten sich verletzt am Boden. Einige so schwer, dass sie noch vor Ort verstarben. Andere würden die kommende Nacht in der Klinik nicht überleben.

Keine zwei Minuten nach dem Anschlag näherte sich der an- und abschwellende Klang von Sirenen. Blaulichter zuckten durch den Nebel. Nach und nach trafen Krankenwagen, Löschzüge der Feuerwehr und Streifenwagen der Londoner Metropolitan Police ein. Die Fahrzeuge kamen in Begleitung gepanzerter SUVs und Limousinen des britischen Inlands-Geheimdienstes MI5. Ein Dutzend Agents sprang aus den Fahrzeugen. Bestückt mit kugelsicheren Kevlar-Westen und schweren Sturmgewehren.

Sanitäter kümmerten sich um die Verletzten. Legten Verbände, Bandagen und Kompressen an, schienten gebrochene Arme und Beine, verabreichten Blutplasma oder injizierten Schwerverwundeten Morphium. Feuerwehrmänner suchten nach versteckten Brandnestern oder leisteten Erste Hilfe. Sie trugen Sauerstoffgeräte und versorgten die an Rauchvergiftung Leidenden mit transparenten Beatmungsmasken.

Polizisten sicherten den Tatort mit Absperrband und befragten Augenzeugen. Experten der Spurensicherung nahmen ihre Arbeit auf. Sammelten alles, was verdächtig erschien, in durchsichtige Plastikbeutel, und machten von jedem denkbaren Detail Fotos.

Inmitten der hektisch herumwuselnden Polizisten und Helfer stand regungslos ein athletisch gebauter Mann. Wirkte wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Groß, schlank, dunkelhaarig, gut geschnittenes, glatt rasiertes Gesicht mit einem ausgeprägten Kinn. Er war in den Vierzigern. Ausnehmend adrett gekleidet. Mit einem gut geschnittenen Anzug, taubenblauem Hemd und passender Krawatte unter dem offenen Mantel. Er trug eine altmodische Hornbrille, die ihm einen gewissen Stil verlieh.

Plötzlich stutzte der Unbekannte. Er schien zu einer Erkenntnis gekommen zu sein und bewegte sich auf John D. High zu.

»Sir, ich bin Agent Neil Finnighan, stellvertretender Leiter der Abteilung für Terrorbekämpfung des MI5«, stellte er sich vor und verzog den Mund zu einem Lächeln in dem ansonsten starren Gesicht. »Sie müssen John D. High sein, der Leiter der amerikanischen FBI-Sektion, von der mir niemand genau sagen kann oder will, wofür die Abteilung eigentlich zuständig ist. Ich kenne Ihr Bild aus unseren Akten.«

»Ja, der bin ich in der Tat«, bestätigte er. »Und das sind Special Agent Decker und Cotton. Sie begleiten mich als meine Personenschützer.«

»Sehr erfreut.« Finnighan schüttelte erst High und dann Cotton die Hand. Als Decker an die Reihe kam, wurde sein Lächeln breiter und ungekünstelter. »Was ist passiert?«

»Eine Bombe ist in einem Lieferwagen explodiert.« Cotton sicherte seine Waffe und schob sie ins Holster. »Islamistische Terroristen können wir bei dem Anschlag vermutlich ausschließen. Die hätten sich mit Freuden gleich mit ins Paradies gesprengt. Dagegen ist unser Attentäter vor der Explosion weggelaufen.«

»Können Sie ihn beschreiben?«

»Nein, er war zu weit weg und außerdem maskiert.«

»Nun, das scheint wohl mal wieder einer jener Tage zu sein, an denen nichts läuft, wie es hätte laufen sollen.« Finnighan stöhnte genervt.

»Der Bombenanschlag war also nicht als kleine Überraschung zu unserer Begrüßung geplant?« Cotton tat verwundert.

Wofür er von dem Briten erst einen konsternierten Blick und dann ein herablassendes Lächeln erntete. »Ah ja, dieser berühmt-berüchtigte Yankee-Humor. Auch etwas, an das ich mich wohl nie gewöhnen werde.« Dann wandte er sich wieder Mr High zu: »Wieso haben Sie Ihr Kommen nicht dem Innenministerium gemeldet? Dann hätten wir alles Notwendige bei Ihrer Ankunft organisiert.«

Mr High wollte mit einer höflichen Begründung für die Maßnahme antworten, doch Cotton kam ihm zuvor: »Wir Yankees sind auch berühmt-berüchtigt für unsere Selbstständigkeit.«

Finnighans Lächeln wurde noch eine Spur gekünstelter. »Ist das so?«

»Was Special Agent Cotton sagen will«, warf Mr High rasch ein, ehe das Konfliktpotenzial der Unterhaltung noch in einem internationalen Zwischenfall ausuferte, »ist, dass wir Ihre Fürsorge sehr zu schätzen wissen. Aufgrund Terminüberschneidungen konnten wir im Vorfeld keinen genauen Zeitpunkt für unsere Abreise nennen. Tut mir leid, falls wir Ihnen deswegen Umstände bereitet haben sollten.«

Finnighan nickte, als gebe er sich mit der Erklärung zufrieden, und meinte dann zu Cotton: »Übrigens, Sie sind verletzt, mein Guter.«

»Ist nur ein Kratzer, mein Bester.«

»Sollten Sie trotzdem nachsehen lassen.« Er winkte einen Sani heran, damit der den G-Man verarztete.

Der Pfleger verpasste ihm ein Pflaster auf die Stirn und kümmerte sich dann um die Kratzer von Mr High.

Der verabschiedete sich anschließend von Agent Finnighan: »Wenn Sie nichts dagegen haben, fahren wir jetzt mit einem Taxi zu unserem Hotel. Sollten noch Fragen sein, weiß man beim MI5, wo wir zu finden sind.«

»Ich fürchte, ich muss darauf bestehen, dass Sie sich zuerst in einem Krankenhaus medizinisch untersuchen lassen«, widersprach der Brite dem Ansinnen. »Schließlich wurden Sie Opfer eines Bombenanschlags.«

»Ihre Medizinmänner in Ehren, Finnighan, doch das wäre reine Zeitverschwendung«, behauptete John D. High. »Special Agent Cotton hat einen Kratzer abbekommen, Special Agent Decker ist der Eyeliner verlaufen, und ich brauche einen neuen Anzug. Glauben Sie mir, uns ist beim FBI schon Schlimmeres passiert. Tun Sie mir deshalb bitte den Gefallen und lassen Sie uns ohne Umwege im Hotel den Jetlag auskurieren.«

»Na schön, wenn Sie unbedingt wollen«, lenkte der Engländer ein. »Dann bestehe ich zumindest darauf, dass Sie die Fahrt in einer unserer gepanzerten Limousinen antreten.«

Er winkte einen MI5-Agent herbei. Der Mann war Anfang vierzig, groß, hager mit einem schmalen Gesicht, Schnurrbart und wässrigen Augen, die seine dicken Brillengläser unnatürlich vergrößerten. Er wirkte zurückhaltend wie jemand, der einen höflichen Umgang mit seinen Mitmenschen pflegte. Unter dem offenen Trenchcoat trug er ein grünes Polohemd und darüber einen marinefarbenen Pullunder, was der Vorstellung von modischem Geschmack in den gutbürgerlichen Vororten Londons entsprach.

»Agent Taylor wird Sie zu Ihrem Hotel fahren«, stellte Finnighan ihn vor. »Das Charing Cross an The Strand liegt sehr zentral, unweit des Trafalgar Square.« Finnighan wandte sich zum Gehen um. »Wo ist Ihr Gepäck? Agent Taylor wird sich darum kümmern.«

Decker begleitete den britischen Agent zu den Taxis, wo der Rollwagen mit ihren Gepäckstücken umgekippt lag. Das Ohrensausen, das sie seit der Explosion heimgesucht hatte, ließ nur langsam nach.

Während Decker mit Finnighan beschäftigt war, und der schnauzbärtige Agent Taylor ihre Koffer und Taschen in eine der gepanzerten Limousinen lud, knöpfte sich Mr High den unerfahrensten Agent seiner Truppe vor:

»Darf ich Ihnen eine kleine Weisheit mit auf den Lebensweg geben, Cotton? Schweigsamkeit ist manchmal eine nicht zu unterschätzende Tugend. Würden einige Menschen das beherzigen, würden sie auch weit weniger Unsinn verzapfen.«

2

Bevor John D. High die vom MI5 gestellte Limousine bestieg, hielt er kurz inne und sagte mit zuckersüßer Stimme, in der ein bedrohlicher Unterton mitschwang: »Noch etwas, Special Agent Cotton: Wir werden uneingeschränkt mit dem MI5 kooperieren. Ist das klar? Ich hoffe inständig, dass meine Anweisung Sie intellektuell nicht überfordert.«

Der G-Man nickte und pflanzte sich neben Decker auf die Rückbank. Ihr Chef nahm vorn auf dem Beifahrersitz Platz. Kaum waren alle eingestiegen, ließ Agent Taylor den Motor an und fuhr los. Er schaltete die Scheinwerfer ein, da die herbstliche Abenddämmerung bereits über London hereinbrach.

Die Limousine brachte ihre Passagiere durch einen Vorhang aus Nieselregen ins Zentrum der Metropole. Ihr Chauffeur steuerte souverän durch das Gewirr der Straßen. Geschickt mied er Strecken, auf denen die Staugefahr zur Rushhour am größten war.

Am Piccadilly Circus mit seinem Meer an Neonlichtern und gewaltigen Reklametafeln musste er das Tempo dann doch drosseln. Er fädelte in den zäh fließenden Kreisverkehr ein, von wo sie sich als Bestandteil einer Blechkarawane in Richtung Themse bewegten.

Im Schritttempo schoben sich die Autos am majestätischen Trafalgar Square vorbei. Was Cotton die Gelegenheit bot, eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Londons näher in Augenschein zu nehmen. Auf dem Platz waren zahllose Touristen aus aller Welt mit Fotografieren der Statue von Lord Nelson beschäftigt, die oben auf der nach ihm benannten Säule thronte.

»Wussten Sie, dass die Nelson-Säule mit ihren einundfünfzig Metern Höhe exakt der Höhe des Hauptmastes seines Flaggschiffs, der HMS Victory, entspricht?«, fragte John D. High seine Agents. »Die Bronzelöwen rund um den Sockel wurden aus den eingeschmolzenen Kanonen der bei Trafalgar besiegten Flotte der Spanier und Franzosen geschmiedet. Und das Gebäude mit dem Säulenportal da hinten ist die National Gallery. Beheimatet eine Reihe beeindruckender Gemälde. Sollten Sie sich in Ihrer Freizeit mal ansehen. Denn davon werden Sie in den nächsten Tagen reichlich haben.«

»Sir?«, hakte Decker irritiert nach. »Ich verstehe nicht ganz. Cotton und ich sind rund um die Uhr für Ihre Sicherheit verantwortlich.«

John D. High seufzte. »Zu Ihrer Information, Special Agent Decker: Ich bin ein großer Junge, der allein auf sich aufpassen kann. Nur verlangt das Sicherheits-Protokoll, dass kein Teilnehmer der Konferenz ohne Personenschützer anreisen oder sich auf Londons Straßen bewegen darf. Allein aus diesem protokollarischen Grund sind sie beide bei mir. Sobald ich einen Schritt in das Konferenzcenter setze, übernimmt der MI5 die Verantwortung für meine Wenigkeit. Anders ausgedrückt: Ich werde dort besser bewacht sein als die Kronjuwelen Ihrer Majestät im Tower.«

»Ich halte das trotzdem für keine gute Idee, Sir«, sagte Decker und stellte damit seine Einschätzung infrage. »Noch kennen wir nicht die Hintergründe des Bombenattentats. Deswegen werden wir auf gar keinen Fall von Ihrer Seite weichen.«

»Muss ich Sie daran erinnern, dass die Kompetenzen des FBI auf englischem Boden begrenzt sind und laut Anordnung des britischen Justizministeriums am Eingang des Konferenzgebäudes enden?«, widersprach High. Dennoch schien er nun nachdenklich. Damit wir dem MI5 bei seiner Arbeit nicht in die Quere kommen, geht alles seinen gewohnten Gang: Sie und Cotton bringen mich morgens zum Veranstaltungsort und holen mich dort abends wieder ab. Ende der Diskussion. Was Sie den Tag über in London anstellen, ist Ihre Sache.« Die Agentin wollte erneut Einspruch erheben, doch ihr Chef ließ sie nicht zu Wort kommen. »Ich denke, den kleinen Sonderurlaub haben Sie sich verdient. Also genießen Sie ihn. Aber nicht vergessen: Die Stadt hat mehr zu bieten als bloß Pubs, in denen man einen ausgezeichneten Single-Malt-Whisky bekommen soll.«

»Wieso sehen Sie mich dabei so komisch an, Sir?«, fragte Cotton verwundert.

Die Limousine passierte die untere Hälfte des Trafalgar Square und bog in The Strand ab; eine sehr großzügig angelegte Straße, die von prachtvollen Stadthäusern gesäumt wurde. Zumeist stammten die neoklassizistischen Gebäude noch aus dem 19. Jahrhundert, als Queen Victoria dem Empire und einer ganzen Epoche ihren Stempel aufdrückte.

Minuten später erreichten sie ihr Ziel. Das Charing Cross Hotel war ein stattliches Bauwerk von imposanten Ausmaßen. Es war 1865 eröffnet worden, und die Fassade erinnerte Cotton an die Kulisse eines Sherlock-Holmes-Films. Fehlten nur noch einige backenbärtige Gentlemen, um den Betrachter ins London des 19.Jahrhunderts zurückzuversetzen.

Agent Taylor lenkte die Limousine forsch von der Straße auf eine Zufahrt. Die gepflasterte Fahrbahn beschrieb eine Kurve, deren Scheitelpunkt der Haupteingang des Hotels markierte. Davor ging Taylor vom Gas und stoppte. Er stieg als Erster aus und marschierte zielstrebig durch ein großes Glasportal in die Lobby.

Wie der Baustil des Hotels war auch die Innenausstattung viktorianisch gestaltet. Alles sehr gediegen, sehr luxuriös: Auserlesene Marmorböden, kostbare Orientteppiche, edle Wandvertäfelungen, antike Möbel und überall goldgerahmte Gemälde mit jenen Landschaften Englands, die bevorzugt von Hunden, Enten und Pferden beheimatet werden.

Agent Taylor wies drei Pagen an, das Gepäck aus seinem Auto zu holen. Nachdem das erledigt war, verabschiedete er sich von seinen Fahrgästen und fuhr nach Heathrow zurück.

Am Empfang erwartete die amerikanische Delegation ein freundlich aussehender Portier, flankiert von zwei hünenhaften und weniger freundlichen Männern. Beide trugen dunkle Anzüge mit dezenten Ausbeulungen in Höhe der rechten Brusttasche. Hervorgerufen durch halbautomatische Waffen in Holstern. Die gerade Haltung und der wie in Stein gemeißelte neutrale Gesichtsausdruck erforderten keine übermäßige Intelligenz, um die Männer in die Rubrik »MI5-Agents« einzusortieren.

Beide standen regungslos da und genossen die Aussicht auf den Eingang. Die Herausforderung dabei war, innerhalb einer Sekunde zu erkennen, ob es sich bei einem Besucher um einen harmlosen Touristen oder einen Killer handelte.

Niemand sprach ein Wort – außer Cotton.

»Wie geht’s denn so, Jungs?«, grüßte er locker die britischen Kollegen.

Keine Antwort. Wenn man wie Decker länger im Dienst war, lernte man nach einer Weile mit solchen Situationen umzugehen. Sprich: Die Klappe halten, wenn es angebracht war.

Die Agents aus den USA wiesen sich aus. Die Agents des MI5 kontrollierten penibel die Personalien, so wie sie es bei jedem Besucher machten. Damit während des Aufenthalts von Mr High niemand das Hotel betrat, der hier nichts zu suchen hatte.

John D. High und seine Agents ließen die Kontrolle geduldig über sich ergehen. Schließlich diente sie ihrer Sicherheit.

Nachdem alles gecheckt und für korrekt befunden war, gab der Portier jedem Gast einen elektronischen Kartenschlüssel für sein Zimmer.

Ein Aufzug brachte sie hinauf in den dritten Stock. Dort waren drei benachbarte Suiten für die Amerikaner reserviert.

Beim Betreten der seinen fiel Cottons Blick zuerst auf sein Gepäck. Ein Page hatte es am Fußende des Bettes platziert. Dann glitt sein Blick über gerahmte Gemälde mit Hunden, Enten und Pferden. Dem Eingang gegenüber befand sich eine Fensterreihe mit Blick hinaus auf The Strand. Rechts grenzte ein geräumiges Badezimmer an.

Der Agent nahm eine Dusche. Nachdem er sich umgezogen hatte, packte er seine Koffer aus. Er verstaute die Sachen in einem Kleiderschrank und einer Kommode. Zu guter Letzt stellte er seinen Laptop auf den Tisch, loggte sich in das WLAN des Hotels ein und checkte seine Mails. Nachdem er damit fertig war, schaltete er den Computer wieder aus und den Fernseher ein.

Alle Nachrichtenkanäle berichteten über den Bombenanschlag von Heathrow. Live-Bilder zeigten immer noch schwarze Rauchwolken über dem Flughafenareal, wo die Bombe explodiert war.

Die Verletzten waren inzwischen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Die Zahl der Toten wurde mit über zwanzig beziffert. Man ging jedoch noch von einer steigenden Opferzahl während der kommenden Tage aus. Viele Verwundete waren zum Teil schwer verletzt. Wobei von Glück gesprochen wurde, dass der Sprengsatz außerhalb des Terminals gezündet worden war. Im Flughafengebäude wäre seine Wirkung verheerend gewesen. Die Sprengkraft hätte Hunderten das Leben gekostet. Aufgrund der Sicherheitskontrollen war eine Bombe im Innenbereich des Airports allerdings nur schwer zu deponieren.

Korrespondenten der Fernsehsender berichteten laufend vor Ort über den aktuellen Stand der Dinge. Vorsichtshalber wurde das Gelände weiterhin mit Sprengstoffhunden nach versteckten Sprengsätzen abgesucht.

Zwischen den Beiträgen blendete man verwackelte Aufnahmen ein, die Augenzeugen kurz nach dem Attentat mit ihren Smartphones gefilmt hatten. Außer viel Rauch war auf den Bildern meist kaum etwas zu erkennen. Ab und an taumelte die Silhouette einer Person vorbei, die dem Chaos zu entrinnen versuchte.

Was die Täter anging, tappte man im Dunkeln. Bisher hatte sich noch keine der infrage kommenden Terror-Organisationen zu dem Anschlag bekannt.

Das Telefon klingelte. Es war Mister High. Er bat Cotton nach nebenan in sein Zimmer. Als der G-Man eintrat, hatte es sich Decker bereits auf einem Stuhl bequem gemacht.

Mister High kam ohne Umschweife zur Sache: »Irgendeine Idee, wer hinter dem Attentat am Flughafen stecken könnte?«

»Mehr als nur eine«, antwortete Cotton. »Aus den vergangenen Wochen sind mir keine Anschläge aus London bekannt. Weswegen wir davon ausgehen müssen, dass die Bombe entweder gezielt Ihnen oder ganz allgemein den Teilnehmern der Geheimkonferenz gegolten haben könnte.«

Decker dachte kurz nach. »Wenn Mr High das Ziel war, wieso eine Bombe? Die Wahrscheinlichkeit, jemanden mit einem Sprengsatz töten zu können, ist bedeutend geringer als mit einem gezielten Schuss.«

»Falls der Anschlag der Konferenz galt, hätte mein Tod sie nicht verhindert«, fügte der Leiter des G-Teams eine weitere Ungereimtheit hinzu. »Es hätte lediglich zu einer Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen geführt. Was es für den Attentäter so gut wie unmöglich gemacht hätte, einen weiteren Teilnehmer zu töten.«

»Und was heißt das jetzt für uns, Ihre Sicherheit betreffend, Sir?«, wollte der G-Man wissen.

»Sie haben gehört, was ich auf der Fahrt zum Hotel gesagt habe«, erinnerte sein Chef ihn. »Im Konferenzcenter liegt die Zuständigkeit für meine Sicherheit allein beim MI5. Während sie beide wie Touristen die Sehenswürdigkeiten der Stadt abgrasen dürfen.«

»Na schön.« Decker stand auf und ging Richtung Tür. »Lassen wir den britischen Geheimdienst seine Arbeit tun. Wir sehen uns in einer halben Stunde im Speisesaal, Gentlemen.«

*

Das Abendessen wurde in einem großen Saal des Charing Cross Hotels in Form eines Büfetts serviert. Gegen 20:00 Uhr war der Großteil der Tische bereits von Hotelgästen besetzt. Aufgrund der Menge an Besuchern nahm Mr High das Dinner an einem anderen Platz ein als Decker und Cotton. Nachdem sich die beiden Agents am Büfett bedient hatten, ergatterten sie zwei freie Stühle an einem Tisch mit Touristen aus Deutschland.

»Und?«, erkundigt sich Cotton scherzhaft bei seiner Kollegin. »Haben Sie Wanzen im Zimmer? Ich meine nicht die, die beißen, sondern die, die hören.«

Sie rang sich ein müdes Lächeln ab und verzichtete auf einen Kommentar. Dafür erfuhr der G-Man während des Abendessens von ihr zwei Dinge, die er noch nicht wusste.

Erstens: Mr High erwartete sie beide morgen früh Punkt sieben abfahrbereit in der Lobby.

Zweitens: Agent Finnighan hatte Decker vorhin angerufen und darauf bestanden, sie morgen früh höchstpersönlich vom Hotel zum Konferenzort zu fahren. So lange man nicht ausschließen konnte, dass der Anschlag von Heathrow Mr High gegolten hatte, hatte der MI5 ein besonders wachsames Auge auf den Leiter des G-Teams.

Cotton wusste nicht recht, ob er sich auf das Wiedersehen mit Finnighan freuen sollte. Decker tat es zweifellos. Offensichtlich fand sie den blasierten Engländer interessant. Was ihn in den Augen des G-Man noch etwas unsympathischer machte.

Eine Stunde später war die Agentin gesättigt und fühlte sich gerüstet für eine erholsame Nachtruhe. Sie erhob sich, und das war auch für Cotton das Zeichen zum Aufbruch. Er begleitete seine Kollegin zum Lift, der sie ins dritte Stockwerk hinaufbrachte.

Er schob die Magnetkarte in den Schlitz seiner Zimmertür, öffnete sie und drehte den Kopf Richtung Decker. In einem Anflug von Müdigkeit unterdrückte sie gerade ein Gähnen, während sie die Tür öffnete.

»Gute Nacht, Special Agent Decker«, sagte er. »Nach der ganzen Aufregung heute ist es an der Zeit, in den Pyjama oder das Negligé zu schlüpfen, je nachdem, was Sie bevorzugen.«

Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. »Im Bett trage ich grundsätzlich weder das eine noch das andere. Gute Nacht, Special Agent Cotton. Und angenehme Träume.«

*

Ihr Wunsch erfüllte sich nicht. Zwei Stunden später lag er immer noch mit offenen Augen im Bett. Sobald er die Lider schloss, tauchten in seinem Kopf die Szenen von Heathrow wieder auf. Die Explosion, das Chaos, die verzweifelten Schreie und all das Blut. Das waren nicht die Art Eindrücke, die er sich vom ersten Tag seiner Reise nach London versprochen hatte.

Außerdem gab der Anschlag einiges an Stoff zum Nachdenken her, wovon sein Gehirn reichlich Gebrauch machte. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Attentat nicht dem G-Team gegolten haben könnte, beruhigte ihn kein bisschen. Denn falls dem nicht so war, bedeutete es im Umkehrschluss: Beim FBI oder dem MI5 existierte ein gewaltiges Sicherheitsleck.

Cotton beschäftigte noch etwas anderes: Irgendetwas war hier in London im Gange, und ein kleines Männchen in seinem Kopf flüsterte ihm, dass der MI5 beziehungsweise Finnighan mehr darüber wussten, als man ihm bisher verraten hatte.

3

Die Glockenschläge von Big Ben weckten Cotton morgens um fünf. Er ging unter die Dusche, rasierte sich und trennte sich von dem Pflaster auf der Stirn. Zähneputzend und mit einem Handtuch um die Hüften gewickelt, trat er zurück ins Schlafzimmer. Er zog die Vorhänge an den Fenstern auf. Draußen war es noch dunkel. Wie ein bleicher Ball schwebte der Mond im Nebel. Der Regen hatte aufgehört. Immerhin.

Nachdem er sich angezogen hatte, schaltete er den Fernseher ein. Vorherrschendes Thema in den Morgennachrichten war immer noch der gestrige Bombenanschlag von Heathrow. Es gab wenig Neues. Im Grunde sagten die Nachrichtensprecher nichts, was sie gestern Abend nicht auch schon gesagt hätten. Scotland Yard lehnte weiterhin Spekulationen zu den möglichen Drahtziehern des Attentats ab.

Nach einer halben Stunde schaltete er den Fernseher wieder aus und verließ das Zimmer.

Als Cotton den Speisesaal betrat, präsentierte der sich um diese Uhrzeit um einiges leerer als am Abend zuvor. Decker wirkte ein wenig verloren inmitten all der unbesetzten Tische. Was sie jedoch nicht davon abgehalten hatte, bereits mit dem Frühstück zu beginnen.

Er grüßte im Vorbeigehen Richtung Büfett. Sie nickte ihm zu, biss in ihren Toast und kaute genüsslich.

Cotton schnappte sich einen leeren Teller und stellte darauf sein Frühstück zusammen. Zur Auswahl standen eine englische und eine kontinentale Variante. Seinem Magen war es im Moment weniger nach Haferbrei, weshalb er sich mit kontinentalen Croissants und Brötchen eindeckte.

»Großer Gott«, stöhnte er theatralisch, als er sich am Tisch neben seiner Kollegin niederließ. »Haben Sie die gebratenen Würstchen gesehen, die diese Engländer frühstücken? Von dem Anblick kriegt man Gänsehäute. Kein Wunder, dass so viele dieser Insulaner Haarausfall bekommen.«

Der G-Man stutzte, denn er traute seiner Nase nicht: Umhüllte seine Kollegin tatsächlich die dezente Duftwolke eines exquisiten Parfüms?

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